Basque Culinary Center
Seit nunmehr 2009 Jahren thront das Basque Culinary Center unterhalb der Anhöhe Miramon, etwas außerhalb der spanischen Stadt San Sebastian. Von hier aus hat der Gast oder der hier studierende Student einen hervorragenden Blick auf den Monte Igeldo und auch eine gute Sicht auf den Atlantik.
Insgesamt dauert das Studium an dieser Genuss Universität ganze vier Jahre. Pro Jahrgang werden dabei um die 100 Studenten zugelassen. Dies bedeutet, dass insgesamt um die vierhundert Studenten an dieser Universität verweilen dürfen. Dort dürfen die Topköche von morgen von Meisterhänden die Kochkunst und die Hohe Schule der perfekten Bewirtung erlernen.
Neben einer normalen Mensa, hier Cafeteria genannt, gibt es noch einen im unteren Stockwerk liegenden Speiseraum, wo die Studenten im zweiten Studienjahr Gästen ein Degustationsmenü auftischen. Das Thema Andalusien, Katalonien, Galizien „alte Gerichte, neu interpretiert und präsentiert“ ist dabei für jeden Jahrgang identisch.
Nach dem Empfang in diesen leicht kühl gestalteten, funktional eingerichteten Speisesaal wird der Gast sofort an eine kleine, direkt neben dem Eingang liegende Bar geführt. Zwei Studenten mixen dort einen kleinen Willkommens-Cocktail zusammen. Dieser besteht aus Gin aus Galizien, Vermouth aus Katalonien und Bier aus Andalusien. Die Eiswürfel bestehen dabei auch noch aus geeistem Vermouth und, ohne es zu erwarten, ist man bereits mitten im Menüthema trinkend angekommen, um dann von einem Studenten an seinen Platz geführt zu werden.
Der Cocktail schmeckt trotz der sehr ungewöhnlichen Kombination sehr gut, steigt schnell in den Kopf und erfüllt seinen Zweck, sodass die Stimmung bei den gut vierzig Gästen von Beginn an sehr locker ist. Während die Frage nach der kleinen oder großen Weinbegleitung schnell geklärt ist, werden schon die ersten Snacks gereicht. Bester Bellota Schinken auf einem kleinen Luftbrot, Oliven Spähren in einer Orangen Sauce und ein luftiges, hauchfeines Tomatenbrot, welches mit einer Anchovis und einer schwarzen Olivencreme belegt wurde. Das ganze Gebilde schmeckt dabei extrem ungewöhnlich, da das Brot tatsächlich etwas von reiner Luft hat und eigentlich nur die Anchovis und die Oliven zu schmecken sind. Eine Art Luftnummer mit landestypischen Geschmacksattributen.
Die gegrillten Schwertmuscheln Stückchen mit Seeigel-Sauce, schwarzem Knoblauch, Salty Fingers und Zitruselementen werden auf einem krossen, nach Holzgrillkohle schmeckenden Algen Chip serviert. Knackig und gut mit einer vielschichtigen Aromen Vielfalt! Auch die dann folgenden modernisierten Tapas wissen zu gefallen und so gelangen die krosse Camarones Tortillitas, die Empanada aus Zamburinas und verschiedenen gekochten Gemüsesorten und das eingelegte, marinierte Gemüse mit Knoblaucheis schnell in Mund und Magen und reizen den Speichelfluss und die Vorfreude auf weitere Leckereien an.
Leider konnte der gegrillte Thunfisch nicht 100 %ig überzeugen, da hier der Garpunkt doch zu sehr strapaziert wurde. Die Apfelstückchen mit Kurkuma, die marinierten Erdbeeren und der Manzanilla Sherry Sud hätten sicher noch besser bei einem bestem Stück Bonito dazu gepasst. Aber schließlich sind wir hier an einer Universität und hier wird ja noch fleißig für die Zukunft gelernt.
Das altbekannte Gastronomiethema Meer und Land wird im Basque Culinary Center mit den Bäckchen vom Iberico Schwein, Kaisergranat, Pilzen und getrockneten Früchten umgesetzt. Alles recht gut und auch schmackhaft, auch wenn von dem Kaisergranat nur noch der Kopf und die ausgelösten Scheren übrig geblieben sind. Da haben sich die Lehrkörper an dieser Anstalt den leckeren, grossen Körper dieser Delikatesse wohl selber abgezwackt und in die Pfanne gehauen.
Unter dem ständigen ernsten Blick einer Professorin wird dann auch der Käse in der Mitte des Speisesaals vorbereitet und alsbald an den Tisch jongliert. Während an der Präsentation der Käseauswahl sicher noch gearbeitet werden muss, ist an dessen Geschmack wahrlich nichts auszusetzen, und so kann alsbald schon die geeiste Mandarine mit Wodka Schaumkrone serviert werden. Erfrischend und den Alkoholpegel wieder nach oben treibend kann dann voller Freude noch der hervorragende Nachtisch in Form eines Schokoladenkuchens mit Haselnüssen und Kaffee und einem Joghurteis mit Minze eingenommen werden.
Die letzten Snacks eines spannenden und durchaus leckeren, kurzweiligen Menüs werden dann sehr schnell aufgetragen und auch die Rechnung wird samt dem Kaffee unaufgefordert gebracht, da die Studenten schon zur nächsten Unterrichtseinheit müssen, einer Champagner Probe mit dem Edel Prickelwasser Bollinger, welches höchstselbst unter Anleitung des Kellermeisters dieses Champagner Hauses abgehalten wird. Und in diesem Moment würde man am liebsten und auf der Stelle selber noch einmal Student sein, natürlich nur im Basque Culinary Center!