Ox & Klee – Köln – Deutschland
Das Kölner Restaurant Ox & Klee hat seit geraumer Zeit seine „Ochsenwiese“ am Zollhafen 18 in Köln am Rhein, direkt neben den drei Kranhäusern, aufgeschlagen. Das äußere Ambiente ist hier mehr als beeindruckend und auch die luftigen, hellen Räume des Restaurants Ox und Klee in der oberen Etage vermitteln eine beruhigende und entspannte Atmosphäre. Im unteren Bereich ist noch ein Barkonzept untergebracht, doch die kulinarische Musik spielt sich ganz klar oben ab, wo der Gast die Qual der Wahl zwischen einem vier- bis neungängigen Tasting Menü hat.
Neben modernem Geschirr sind auch die essbaren Arrangements auf eben diesen Schalen, Schüsseln und Tellern schön anzusehen, hübsch drapiert und gut in Szene gesetzt. Die modernste Küchentechnik grüsst hier aus der Küche mit vielen Schäumen und gewagten, stark von asiatischen Einflüssen geprägten Kombinationen, welche vom Service, im lockeren Jeanslook gekleidet, serviert werden.
Das sieht alles schmuck aus, ist sehr ambitioniert, kann aber persönlich leider nicht so ganz überzeugen. Schon bei dem ersten Gruß aus der Küche wirkte der Eigelb- Rindermark- Trüffel Cracker etwas zu trocken und den Trüffelgeschmack suchte der Gaumen leider vergebens.
Der zweite Gruß mit einem Hummerstück nebst Bohnen und Grapefruit offenbarte dann auch schon direkt das kommende Grundproblem des ganzen Abend: Salz! Einfach zu viel Salz an dieser und den kommenden Speisen. Amors Pfeilspitzen scheinen im Kölner Restaurant Ox und Klee in der Küche wie eine Bombe eingeschlagen zu haben.
Die folgende Auster, immerhin der dritte Gruß aus der Küche (an Liebesgrüßen aus der Küche kann man sich an dieser Stelle nun wirklich nicht beklagen) war dann mit einem sehr rustikalen, fast schon Milchreis-artigem Unterbau ausgestattet. Nicht fein, sondern eher plump und leider auch wieder recht salzig.
Der erste Gang offenbarte dann, wozu dieses Haus eigentlich in der Lage ist. Ein tolles Produkt in Form der perfekt geräucherten Regenbogenforelle mit Granny Smith Apfel, der Säure und Frische in dieses Gericht zauberte, und einer Buttermilch, welche diese Speise erdetet und perfekt in Szene setzte. Die Bedeutung der Buchweizenbuchtel, welche zu diesem Gang gereicht wurde, bleibt aber weiterhin ein Geheimnis der Küche. Auf der einen Seite schwer und auf der anderen Seite viel zu süß passte dieses Konstrukt dann überhaupt nicht zu dem ansonsten doch genialen Gang.
Den dann viel zu durchgegarten Hecht konnten die anderen Geschmackskomponenten dieses Gerichts auch nicht mehr retten. Auch der Trüffel konnte da nichts mehr bewirken, und das auch hier ordentlich mit Salz gearbeitet wurde, liess sich nicht verleugnen.
Sehr gut gekonnt, knackig auf den Punkt und mit einem perfekten Aromenspektrum auf dem Teller, präsentierte sich die Gewürzkarotte mit Spinat, Schwarzkümmelöl und Calamansi (einer Zitrusfrucht).
Gut gebraten und von gutem Geschmack folgte darauf die Jakobsmuschel mit Orange und Blütenpesto. Ein Biss in die dazu in einem Extraschälchen gereichte Pekanusspraline zerstörte dann aber ruckzuck und viel zu schnell leider den guten Gesamteindruck. Bereits schale Nüsse sollten so nicht in der Hochküche eingesetzt werden.
Hochgepokert wurde dann mit dem Spargelkimchi mit Paranuss, Verjus und neuen Kartoffeln. Die Kartoffeln boten einen grossartigen warmen Geschmack und waren von bestmöglicher Güte, der Spargel mehr als aldente, fast roh serviert, und das säuerliche Kimchi passte leider nicht zu diesen Aromen.
Auch die Kalbsbries-Carbonara-Pappardelle mit Nussbutter war an sich eine gute Idee. Das Kalbsbries war dann hier leider nicht gut ausgebacken, sondern eher trocken und dröge im Mundgefühl. Die wieder dazu aufkeimende Salzwelle machte die ganze Geschichte dann auch nicht besser.
Der Höhepunkt der Salzlust wurde dann in Form des Salzwiesenlammes serviert. Frei nach dem Motto „da geht doch noch etwas“ wurde dieses im Prinzip tolle Lammfilet wie ein portugiesisches Stück Bacalao so mit Salz bearbeitet, als ob Ferdinand Magellan dieses Stück Fleisch für seine Weltumseglung konserviert haben müsste.
Die Geschmackspapillen konnten sich dann bis zu den Desserts nicht wirklich mehr von diesem Schrecken und Schock erholen.
Die Liebe im Ox und Klee muss sehr stark sein! Möge diese Liebe in nächster Zeit in ein ruhigeres, nicht mehr gar so stürmisches Fahrwasser übergehen und den Gast nicht mehr so stark an dieser Lust teilhaben lassen!
An dieser Stelle soll noch kurz gesagt werden, dass es ein toller Abend war und neben viel Spaß auch nicht alles so schlecht war wie hier „überspitz“ beschrieben wird. Und persönliche Kritik sollte immer als Ansporn zur möglichen Verbesserung gesehen werden.
Eigelb, Rindermark, Trüffel Schnitte.
Regenbogenforelle mit Buttermilch, Granny Smith Apfel…
Hecht auf Artischocke mit Kräutern und Trüffel.
Gewürzkarotte mit Spinat, Schwarzkümmelöl und Calamansi.
Jakobsmuschel mit Orange, Blütenpesto und …
Spargelkimchi, Paranuss mit Verjus und neuen Kartoffeln.
Kalbsbries-Carbonara-Pappardelle mit Nussbutter.
Salzwiesenlamm mit Paprika, Aubergine und Dill.
Reiseis, Sesamcreme in Zitronensud und Koriander.
Olive, Rosmarin, Orangenblüte und Jasmin.
Ox & Klee
Im Zollhafen 18
50678 Köln
Telefon: +49 221 16956603
www.oxundklee.de







