Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 2: Ribera del Duero – das Warum

Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 2: Ribera del Duero – das Warum

Ribera del Duero. Legende: Manvirgo Zentrum, Manvirgo Norden, Manvirgo Esgueva, Manvirgo Roa/La Horra, Gromejón, Kalte Schulter West, Kalte Schulter Ost, Aranda Stadt, Aranda Nord, Aranda Süd, Ofen Zentrum, Ofen West, Ofen Süd, Südland Duero, Südland Zentrum, Südland Hochebene, Riboja, Riberadolid.


Zu keiner Zeit der jüngeren Weinbaugeschichte gab es eine Weinregion namens Ribera del Duero. Ihre Gründung im Jahr neunzehnhundert zweiundachtzig war ein rein politischer Akt, aus der Not heraus geboren, nur daran denkend, nicht wirklich unterzugehen.

Dabei ist dies alles weit mehr als nur ein politisches Problem, Ribera del Duero ist in etwa so groß wie alle Weinregionen des Rhone-Tales zusammen, nur halt quer und nicht längs. Gut einhundert und vierzig Kilometer von Ost nach West, etwa fünfzig Kilometer von Nord nach Süd, an der breitesten Stelle. Den höchsten und den tiefsten Punkt trennen etwa dreihundert Höhenmeter, ginge man ins Detail, dann würden siebzehn Hände nicht ausreichen, die jeweiligen geologischen Gegebenheiten aufzuzählen. Man kann es aber auch etwas kürzer fassen.

Wie immer in der Welt des Weinbaus gibt es zwei entscheidende Faktoren, die der Mensch nur bedingt beeinflussen kann: Boden und Klima. Die dritte Komponente, die gewählten Rebsorten, sind die Antwort, die logische Schlussfolgerung aus den ersten beiden. Soweit die Theorie.

Eigentlich besteht Ribera del Duero nur aus Sandstein. Gut, südlich von Aranda de Duero gibt es eine Ecke, in der Gips und Karst lauern, aber dort stehen kaum Reben. Und die wenigen Bodegas, die dort aktiv sind, keltern komplizierte Weine. Man kann das gut und gerne ignorieren, schließlich hat dort in letzter Zeit auch kaum jemand Reben gesetzt.

Ribera del Duero ist auf Sandstein gebaut. Komplett.

Ribera del Duero kann man in acht verschiedene Subregionen einteilen: Manvirgo, Gromejón, Kalte Schulter, Aranda, Ofen sowie Südland, alle in der Provinz Burgos (plus drei Dörfer in Segovia) gelegen, sowie Riboja in Soria und Riberadolid in der Provinz Valladolid. Historisch hat der Valladolid-Teil kaum Verbindungen zum Burgos-Teil unterhalten, die einen orientierten sich gen Westen (Valladolid), die anderen eher gen Norden (Burgos, Küste) oder Osten (Soria). Dass die sechs Dörfer der Provinz Soria zu Ribera del Duero gehören, beruht einzig auf der Tatsache, dass man bei der Regionsgründung versucht war, auch wirklich jeden Rebstock einzubinden. Und da nun einmal in El Burgo de Osma und in Atauta Reben herumstanden …

Oftmals sind Parzellen nur noch rudimentär existent, die Frucht muss man sich obendrein mit Waldbewohnern teilen.

Aber betrachten wir das Ganze einfach einmal Teilregion für Teilregion.

Zentrales Ribera del Duero: Provinz Burgos

Manvirgo

Eigentlich ist dies nicht nur eine Region, hinter dem Sammelbegriff verstecken sich die zentrale Manvirgo-Region, Nord-Manvirgo (Anguix und Olmedillo), Manvirgo-Esgueva sowie die beiden Orte Roa de Duero und La Horra, die nicht wirklich zugeordnet werden können.

Der Manvirgo ist der einzige wirklich monumentale Berg in der Ribera, ein Tafelberg mit großer Hochfläche auf neunhundert zweiundvierzig Meter über Meeresniveau. Er entstand, oder blieb stehen, als sich die Reste der letzten Eiszeit gen Tal schlängelten; ringsherum war der Boden lockerer, das Wasser spülte ihn hinweg und ließ den etwas härteren Brocken einfach zurück. Von diesem Typ gibt es noch ein paar mehr, aber in der Regel weit weniger beeindruckend. Anders als weiter im Westen, in La Seca etwa, war der Wasserabfluss hier offensichtlich stetiger Natur, es bildeten sich keine Terrassen, wie man sie unter anderem in der östlichen Rioja findet. Nahe des Berges gibt es mehr Lehm als Löss, der Boden ist sehr eisenhaltig. Kieselsteine findet man selten, das meiste Geröll wurde vom Wasser weggerollt.

Die Böden sind so unterschiedlich nicht: mal gibt es etwas mehr Lehm, dann wieder etwas mehr Sand, einige Parzellen weisen Kalk auf, aber immer nur an der Oberfläche. Steine gibt es, sie sind aber eher selten. Sand findet man, wie so oft, nahe Pinienhainen, dort sind die Böden auch trockener als an anderen Stellen der Region. Generell kann man sagen, dass heiße, trockene Jahre hier weniger kompliziert sind, weil der Boden Niederschlagswasser einfach gut speichert. In wirklich nassen Jahren verwandelt sich der Boden indes in einen fetten Schwamm.

Das Klima ist, innerhalb von Ribera del Duero, eher als gemäßigt anzusehen, nicht so heiß und trocken wie in Riberadolid, aber auch nicht so kalt und windig wie in der Kalten Schulter. Die Winter können indes schon einmal hart sein, und lang. Jahre, in denen die Reben bereits im April austreiben, sind gefährlich, da Frost im Mai alles andere als ungewöhnlich ist, Frost Anfang Oktober übrigens auch nicht.

Es ist aber nicht nur der Frost, der Winzer zum Weinen bringen kann. Da der Manvirgo kleine Berge um sich herumstehen hat, gibt es bei starken Winden und dicken Wolken oftmals nicht weniger dicke Probleme. Die Sogwirkung der Engstellen zwischen den Bergen sorgt dafür, dass Hagel, Starkregen oder heftige Windattacken das Land regelmäßig heimsuchen. Insbesondere der Norden von Anguix sowie Olmedillo de Roa sind davon stark betroffen, während die weiter im Osten respektive Süden gelegenen größeren Dörfer der Region, Roa de Duero und La Horra, weniger darunter leiden.

Letztendlich gibt es, so man sich nicht zu weit vom Manvirgo entfernt, keine ausgesprochene Topregion innerhalb der Subregion Manvirgo. Man findet überall Parzellen, die für erstklassige Weine geschaffen sind, aber halt auch solche, die eher für Mais, Raps oder Kartoffeln prädestiniert sind. Der äußerste Norden, das Tal des Esgueva, ist hingegen nicht für Spitzenqualitäten bekannt.

Gromejón

Die Ufer des gleichnamigen Flusses prägen diese Region. Oberflächen sind sandiger, in der Regel ist es deutlich wärmer als in Manvirgo, weil der Wind aus Südwesten gen relativ steile Hänge prallt. Sotillo de la Ribera ist besonders stark davon abhängig, aber auch La Aguilera kommt in den Genuss von eher warmem, mildem Wetter. Frost ist hier ein Thema, aber nicht wirklich entscheidend. Quintana del Pidio ist das Grenzdorf zur Kalten Schulter; hier stehen die Reben auf Lehm, der Sandanteil ist geringer.

Zwar gibt es in der Ribera geschlossene Weinbaugebiete, dennoch liegen divers Parzellen etwas isoliert in der Landschaft herum. Finca Sotillejo in La Aguilera.
Kalte Schulter

Dieser Teil der Region ist bislang etwas in der Versenkung verschwunden. Nicht nur aus geologischer Sicht, es handelt sich um eine Hochebene mit nur sanften Tälern, ist dies verwunderlich. Denn gerade dann, wenn man feine, elegante Weine aus Ribera del Duero sucht, ist Kalte Schulter eine gute Quelle. Zumindest für Trauben, denn Bodegas gibt es hier nur wenige.

Die Krumen sind knapper, die Trauben reifen nochmal eine Woche später als nahe des Manvirgo. Viel Lehm, durchaus viele Steine an der Oberfläche, die als Energiespeicher dienen.

In der westlichen Kalten Schulter gibt es viele Bodegas, sie stehen alle in Gumiel de Izán. Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage, wichtige Straßenkreuzungen Nord-Süd mit Ost-West, war Weinbau hier schon immer ein Schwerpunkt. Dazu kommt, dass das Land, relativ flach, bestenfalls wellig, gut beackerbar ist. Und nicht zuletzt die relativ gute Verbindung gen Burgos ermöglicht(e) ordentlichen Handel. Heute stehen da elf Bodegas, die ganze kalte Schulter bringt es auf derer sechzehn.

Richtig spannend hingegen ist der Osten der Teilregion Kalte Schulter, bislang ist dieser Teil aber noch nicht wirklich entdeckt.

Aranda

Mit über dreißigtausend Einwohnern ist Aranda de Duero der zentrale Ort in Ribera del Duero, Wein indes spielt hier keine wirklich große Rolle. Auch wenn das Gemeindegebiet riesig ist, sind gerade einmal knapp neunhundert Hektar mit Reben bestockt. Wichtige Anbauregionen sind das Flusstal, sowohl östlich als auch westlich des Ortes. Hier sind die Böden sandig, es ist eine einzige Region in der Burgos-Ribera, in der man Weinberge mit dichter Kieselsteinauflage antrifft. Aranda ist eine Teilregion mit extremen Temperaturen: nachmittags ist es stets heißer als in den Nachbarorten, morgens stets kälter. Nachtfrost ist ein wichtiges Thema. Da der Duero der wichtigste Fluss der Gletscherwasserableitung war, sammelt sich hier jede Menge Schwemmland an, das der Fluss weiter östlich, in der Sierra de la Demanda und im Westen der Provinz Soria abgetragen hat, die Böden sind tiefgründiger, nicht wirklich top für den Weinbau. Weiter im Süden, aber auch im Norden, stehen die Reben auf lehmhaltigen Hängen, ernsthafte Spitzenweine werden hier indes nicht erzeugt.

Im Osten erstreckt sich diese Teilregion bis gen La Vid, dem antiken Zentrum der Region. Reben findet man zu beiden Seiten der Nationalstraße, die Zamora mit Zaragoza verbindet. Der Großteil der Reben steht auf fruchtbarem Lehm.

Ofen

Im Süden von Aranda de Duero gibt es eine kleine Region, die besondere klimatische Gegebenheiten aufweist: der Ofen von Ribera del Duero. Dieser Teil von Ribera funktioniert wie ein Heizofen, heiße Luft aus dem Westen sorgt hier für Extremtemperaturen. Des Nachts indes sinken die Temperaturen stark ab, Frost ist bis Ende Mai nicht ungewöhnlich.

Die Böden sind unterschiedlicher Art: generell dominiert Sandstein mit einer dicken Lehmkrume. Es gibt aber auch Ecken mit purem Kalk so wie die Karstgebiete rings um das Dorf Montejo de la Vega de Serrezuelo. Der Westrand des Ofen besteht aus Sandsteinhügeln mit mehr oder weniger dicker Lehmkrume.

Hier gibt es durchaus Quellen für exzellente Weine: alle Hänge, die gen Osten abfallen. Die Morgensonne trocknet die Blätter schnell, die Photosynthese beginnt rasch. Hänge, die gen Westen abfallen, sind nicht nur den Windattacken (samt Hagel) der Westwinde ausgesetzt, sie bekommen auch wesentlich mehr Hitze ab. Toplagen findet man vor allem in Fuentelcésped, aber auch im Westen von Fuentespina.

Das Südland

Eigentlich ist der zentrale Süden der Burgos-Ribera nicht wirklich für gute Weine gemacht. Das Land ist zu trocken, fast schon hart, die Krume ist knapp, oftmals stehen die Reben auf blankem Sandstein. Regenwasser kann sich hier kaum halten, das ganze Jahr über bewässern geht aber auch nicht. Es gibt die Hochebene im Süden, in Moradillo de Roa stehen die Reben auf exakt eintausend Metern über Meeresniveau, es gibt die kargen Hänge, an denen nicht einmal Reben wachsen können, und es gibt die Flusstäler, Duero, Riaza und ein paar kleine Bäche, die in der Regel ausgetrocknet sind.

Ein klein wenig besser ist die Situation in Nava de Roa, hier gibt es, zumindest im Norden, einige weniger karge Parzellen, Grundlage für etwas mineralischere Weine.

Der Osten von Ribera del Duero: Provinz Soria

Ein Blick auf die Landkarte könnte zu der Vermutung führen, dass dies eine wichtige Region von Ribera del Duero sei. Indes, der Schein trügt. Gerade einmal fünf Prozent der Gesamtrebfläche entfällt auf die Provinz Soria und die sechs Gemeinden, die zur Denominación de Origen gehören. Gerade einmal neun Bodegas findet man hier.

Der Großteil der Weinberge befindet sich in San Esteban de Gormaz, vor allem, aber nicht nur, in Atauta. Dort stehen Reben auf etwa eintausend Metern über Meeresniveau, die Gegebenheiten sind aber dennoch ganz anders als im Südland auf gleicher Höhe. Hier in Riboja wurzeln Reben in Verwitterungssandstein, die Lehmkrume ist knapp, aber durchaus ausreichend, um Niederschlagswasser zu speichern.  Da dies keine Hochebene ist, spielt der Wind keine wirklich entscheidende Rolle.

Hier im Osten gibt es diverse Täler, eng zumeist; vom Duerotal einmal abgesehen führen sie jedoch nur nach der Schneeschmelze Wasser. Weinberge findet man dort auch. Die daraus gewonnenen Weine sind eher dick und fett, schon fast rustikal. Komplett anders sind die Weine aus Atauta, sie sind guten Riojas aus der Alavesa so unähnlich nicht (daher der interne Name Riboja).

Eigentlich ist dies eine Welt für sich. Abgesehen von einer Bodega in Langa de Duero arbeiteten über lange Zeit alle Kellereien ausschließlich mit Trauben aus der Region, erst Manuel Jové hat dieses Prinzip durchbrochen als er Dominio de Atauta erwarb. In die andere Richtung indes fließen schon Trauben ab, nicht zuletzt gen Vega Sicilia. Feine Frucht und eine frische, aber nicht dominante Säure, das kriegt man im Westen der Region nicht hin.

Riberadolid

Die wie ein Taschenkrebs geformte Region beinhaltet alle Weindörfer von Ribera del Duero, die in der Provinz Valladolid liegen. Knapp ein Viertel aller Reben der Region stehen hier, zwischen Castrillo de Duero im Osten und Olivares de Duero im Westen.

Diese Region ist relativ einfach gestrickt: plattes Hochland im Süden, dann Hang, dann Duero mit Uferregion, dann Hang, dann plattes Hochland im Norden. Die Bodenstruktur ist nicht viel komplizierter: das Hochland besteht aus Verwitterungssandstein, riesige Steine liegen da herum, die Krume, so sie denn einmal da war, hat der Wind im Laufe der Zeit weggeblasen.

Noch vor zwanzig Jahren waren die Hänge kaum mit Reben bestockt, fast der gesamte Weinbau spielte sich im Tal ab. Da man dort aber vor allem dicke Trauben einsammelt, begannen einige Weinmacher, die Hänge zu bestocken. Zwar sind auch dort die Krumen knapp, aber mittels Bewässerung und guter Bodenbearbeitung kann man dort schon erstklassiges Traubenmaterial gewinnen.

Vor wenigen Jahrzehnten waren die Hänge zwischen Pesquera de Duero und Olivares de Duero komplett Brachland, heute klebt da ein Weinberg am anderen. Damals war das Flachland das gelobte Land, denn hier konnte man bequem mit Maschinen arbeiten, die Parzellen sind relativ groß, die Erträge stabil. Ohne chemische Schädlingsbekämpfungsmittel geht es indes kaum, der Pilzbefall wäre zu hoch.

Das große Problem dieser Ecke: die Säure, besser gesagt die ph-Werte. Unten im Tal lauern Alkoholbomben, strukturschwache Weine, während am Hang nicht jeder Jahrgang wirklich ausreift. Dazu kommt, dass dort ja kaum alte Rebstöcke stehen; das, was dort in den neunziger Jahren bestockt wurde, besteht aus ertragreichen Klonen. Im Prinzip gibt es zwei Arten von Ernten: solche, die an Frühjahrsfrost und somit verminderten Erntemengen leiden, und jene, in denen die Höchstmenge von siebentausend Kilo pro Hektar locker ausgeschöpft wird.

Interessant ist, dass, von Hacienda Monasterio einmal abgesehen, alle namhaften Bodegas die Trauben für ihre Spitzenweine in Manvirgo, in der Kalten Schulter oder in der Riboja einsammeln, während die im Westen gelesenen Trauben allenfalls für Basisweine verwendet werden.

Und was macht der Mensch? Was wird gepflanzt?

Etwa eintausend der inzwischen mehr als zweiundzwanzig tausend Hektar Rebland wurde vor mehr als einhundert Jahren angelegt. Um die Wurzeln der Region zu verstehen, muss man diese Parzellen untersuchen. Sie befinden sich eigentlich alle in den Teilregionen Gromejón, Kalte Schulter und Riboja, ein paar stehen auch im Ofen herum. In Riberadolid gibt es praktisch keine wirklich alten Parzellen.

In jener Zeit war Tempranillo in der Provinz Burgos bekannt und wohl auch dominant, aber weit weniger stark als heute. Damals wurde Weinberge mit vielen verschiedenen Rebsorten bestockt: weiße und rote. Oftmals gab es knapp zwei Drittel Tempranillo und ein Drittel andere Sorten. Dies hatte zwei Gründe:

Zum einen treiben nicht alle Rebsorten zur gleichen Zeit aus. So können Frostschäden dadurch verringert werden, dass man Sorten anbaut, die eher spät austreiben. Gleiches gilt für die Rebblüte: sollte es während der Blütephase einer Sorte regnen, kann dies durch andere Sorten, die zu anderen Zeitpunkten blühen, kompensiert werden.

Das andere Thema, wahrscheinlich das weit wichtigere: man bereitete den Wein im Weinberg, und dort hatte jede Sorte ihre Funktion. Eine liefert Frucht, eine andere Säure, manche bringen viel Zucker (Alkohol) auf die Waage, andere wiederum sind tiefdunkel.

Insbesondere das Thema Säure ist entscheidend: Tempranillo verliert diese relativ rasch. Ein paar Tage zu spät gelesen und schon sind die Säurewerte im Keller. Da helfen Garnacha oder Bobal, beide konservieren Säure ohne größere Probleme. Maturana wurde auch gerne angebaut, Mencía findet man in der Kalten Schulter, aber auch in Gromejón.

All diese Sorten tauchen im Rebsortenregister der D.O. Ribera del Duero nicht auf. Die Trauben dieser Stöcke dürfen verwendet werden, man darf diese Sorten, von Garnacha abgesehen, aber nicht mehr pflanzen, zumindest nicht für Weine der D.O. Ribera del Duero.

Stattdessen sind Merlot, Cabernet Sauvignon sowie Malbec erlaubt, letztere, weil Vega Sicilia ein paar Stöcke gepflanzt hatte als die D.O. gegründet wurde. Und man meinte lapidar: „entweder Malbec rein oder Vega Sicilia raus!“ Ernsthafte Konsequenzen hatte dies indes nicht, zu keinem Zeitpunkt gab es mehr als dreißig Hektar Malbec-Rebland. Auch Cabernet Sauvignon und Merlot spielen keine wirklich große Rolle. Dreihundert Hektar der ersten Sorte, zweihundert der zweiten, dies sind nach wie vor Limits, die nie erreicht wurden. Beide Sorten sind problematisch: Cabernet Sauvignon reift in vielen Jahren nicht aus, man braucht sonnige Parzellen, um Erfolg zu haben. Die aber sind oftmals für diese Rebsorte zu trocken. Merlot wiederum benötigt Schatten, sonst erhält man dicke, zuckerreiche Moste mit Marmeladencharakter. Garnacha schließlich gibt es immer weniger, alte Anlagen werden ausgerissen und durch Hochleistungstempranillo ersetzt, in neuen Anlagen setzt kaum jemand diese Sorte.

Weiße Sorten gab und gibt es auch. In dieser Angelegenheit hat der Consejo Regulador einen Fehler gemacht, denn die im Osten von Ribera durchaus gerne genutzte Rebsorte Albillo Mayor, nicht zu verwechseln mit Albillo Real von der Sierra de Gredos (eine Tafeltraube) oder Albillo de la Mancha (auch de Manchuela), deren Ursprung nicht ganz geklärt ist, kann schon Quell hervorragender Weine sein. Allerdings ist die Sorte stark fäulnisanfällig, nicht jeder Jahrgang taugt zu guten Weinen.

Darüber hinaus findet man Palomino, etwas Viura sowie eine Valenciana genannte Rebsorte. Verdejo indes nicht.

Früher wurde in Ribera del Duero relativ spät gelesen. Man legte mehr Wert auf völlig ausgereifte Trauben als auf ein ordentliches Säuregerüst. Oftmals markierte der 12. Oktober, der spanische Nationalfeiertag, den Beginn der Lese, sie zog sich dann bis weit in den November. Heute ist das nicht mehr so. Um eine ordentliche Menge natürlicher Säure zu erhalten, werden die Trauben oftmals schon Mitte September gelesen. Auch ist die Erntephase kompakter als früher: es gibt immer ein paar Weingüter, die bewusst früh lesen, dann kommt eine kompakte Periode von etwa zehn Tagen, in der neunzig Prozent der Trauben gelesen werden, und dann ist fast schon wieder alles vorbei.

Für den Weinbau galt dies nur bedingt. Denn da das Franco-Spanien von internationalen Märkten abgeschnitten war, teils aus politischen, teils aus ökonomischen Gründen, setzte er ein Dekret verstärkt um, das noch aus republikanischer Zeit stammte: Grundnahrung hatte Priorität. In jener Zeit wurden viele Rebanlagen gerodet um Weizen anzubauen. Ganz besonders hart traf es Riberadolid. Gerade in Peñafiel, in Pesquera oder in Quintanilla wurden fast alle alten Weinberge gerodet, es sollte Jahrzehnte dauern, ehe Rebstöcke dort wieder Fuß fassten.

Für die Ribera Burgalesa, die Region zwischen Aranda, Roa und Gumiel de Izán, galt dies weniger, oftmals waren die Böden zu karg, nicht für Getreideanbau geeignet. Aber auch das half nicht, denn im Laufe der Jahre zog es immer mehr Menschen von der Duero Region gen Norden, zu den Arbeitsplätzen. In Kantabrien, im Baskenland und in Asturien boomte die Industrie, diverse Werften, aber auch Erzabbau und die chemische Industrie boten Arbeitsplätze.

Wie auch in anderen Regionen Spaniens, so bestand in Ribera del Duero die Lösung der Probleme in einem Wort: Cooperative. Anfangs gab es nur eine: die Bodega Ribera Duero de Peñafiel, ihre Weine nannten und nennen sich Protos.

Von Vega Sicilia einmal abgesehen, basiert eigentlich alles, was man seitdem in Riberadolid gesehen hat, auf dieser Bodega. Teófilo Reyes war hier aktiv, er sollte später der Weinmacher einer Bodega werden, die von einem Alteisenhändler namens Alejandro Fernández gegründet wurde. Diese drei Bodegas waren auch die einzigen aus der Provinz Valladolid, welche die Gründungsurkunde der Denominación Origen Ribera del Duero unterschrieben. Es sollte bis in das Jahr neunzehnhundert achtundachtzig dauern, ehe sich in diesem Teil der Region ernsthaft etwas bewegte.

Noch komplizierter war die Situation am anderen Ende der Region, weit im Osten, mehr als einhundert Kilometer von Pesquera de Duero entfernt. In der Provinz Soria gab es Weinbau, vor allem in Atauta, in San Esteban de Gormaz, auch ein wenig in El Burgo de Osma. Jedoch waren die klimatischen Bedingungen anstrengend, Missernten waren nicht selten, die Qualität oftmals von überschaubarem Niveau. Eigentlich gab es nur ein Weingut: eine Genossenschaft in San Esteban de Gormaz; sie wurde aber erst Ende der sechziger Jahre ins Leben gerufen, es war, wieder einmal, fast schon zu spät. Dort verbesserte sich die Situation erst, als Miguel Sánchez eine Bodega in Atauta ins Leben rief: Dominio de Atauta. Aber da war die Weinbauregion Ribera del Duero bereits siebzehn Jahre alt.

Im Herzen von Ribera del Duero sprossen die Genossenschaften aus dem Boden wie Pilze nach einem warmen Septemberregen. In den fünfziger und sechziger Jahren wurden nicht weniger als achtzehn Cooperativen gegründet, jedoch nicht eine einzige private Kellerei. Für viele Weinbauern war dies die letzte Rettung, denn so musste man sich weder um das Keltern der Weine kümmern noch, viel entscheidender, um das Verkaufen. Es gab etwas Geld für die Trauben, wenig zwar und oft nur nach langer Durststrecke bezahlt, aber immerhin. Man kaufte Zeit, die alten Rebanlagen blieben erhalten, die Grundlage für das heutige Ribera blieb bestehen.

Ökonomisch brachten die Genossenschaften nicht viel auf die Reihe. Auf der anderen Seite weigerten sich diverse Cooperativen der Region, an der Gründung der Denominación de Origen mitzuarbeiten, man fürchtete zu viel Kontrolle, zu viel Verwaltung, die Möglichkeit, einfach so vor sich hinwerkeln zu können, geriet in Gefahr. Am Ende waren es gerade einmal vier Genossenschaften aus der Provinz Burgos, jene aus Aranda, Roa, La Horra sowie Fuentespina, die an der Gründung von Ribera del Duero beteiligt waren. Alle anderen kamen im Laufe der Zeit hinzu, man pflegte die Dinge lange aus guter Distanz zu betrachten. Letztendlich hatten sie natürlich keine Chance; denn sobald Ribera del Duero als Weinregion ins Laufen kam, hatten Genossenschaften die nur Tafelwein verkaufen durften, eine Landweinregion Castilla y León gab es damals noch nicht, auf keinem Markt der Welt eine echte Perspektive.

Private Weingüter existierten natürlich, aber auch deren Markt war überschaubar. Wie groß der Markt von Vega Sicilia wirklich war, ist aus heutiger Sicht schwer einzuschätzen. Stünde die Bodega in der Rioja es wäre wohl eine (weitere) mit gutem Namen. In Nordkastilien gab es in jener Zeit aber nur zwei Bodegas mit einem auch jenseits der Region bekannten Namen: Vega Sicilia und Yllera, beheimatet in Rueda.

Auch wenn die eine oder andere klassische Bodega über die eine oder andere lange, weit in die Vergangenheit reichende Geschichte verfügt, so ist doch fast alles neueren Datums: Alejandro Fernández, Santa Eulalia, Peñalba López, Ismael Arroyo, Hermanos Pérez Pascuas und Balbás (letztere war die einzige privat geleitete Bodega der Region die, obwohl schon seit langem existent, nicht an der Gründung der Region mitwirkte) waren nicht etwa die Leuchttürme der Region, es gab schlicht und ergreifend nicht mehr.

Als im Jahr neunzehnhundert zweiundachtzig die Denominación de Origen Ribera del Duero offiziell gegründet wurde, war der Weinbau der Region fest in den Händen der Genossenschaften. Von Olivares de Duero im Westen bis El Burgo de Osma, von Gumiel de Izán im Norden bis Fuentenarro, mehr als neunzig Prozent des in Ribera del Duero gekelterten Weines stammte aus einer Cooperative. Anders als in vielen Regionen Spaniens sollten die Cooperativen in Ribera del Duero aber auch im weiteren Verlauf der Geschichte eine entscheidende Rolle spielen.Text: El oso alemán

Teil 3. Ribera del Duero – das ist erscheint auf diesem Blog am 21.08.2018 um 11.00 Uhr.

 

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Spirituosen

Andres Kirschwasser

Spirituose · Pfalz · Obstbrand (Kirschwasser)

Kirschwasser Obstbrand aus Kirschen Pfalz Weingut Andres · Deidesheim klar destilliert aromatisch

Das Andres Kirschwasser ist ein feiner Obstbrand von den Gebrüdern Andres aus der Pfalz – ein klarer, aromatischer Kirschbrand aus dem Hause des Deidesheimer Weinguts.


Andres Kirschwasser – Obstbrand aus der Pfalz

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt. Neben ihren Weinen und Sekten stammt aus ihrem Hause auch dieses feine Kirschwasser – ein klassischer Obstbrand aus der Pfalz.

Herstellung

Kirschwasser ist ein Obstbrand, der durch Vergärung und anschließende Destillation von Kirschen gewonnen wird. Charakteristisch sind seine klare Erscheinung und das reine, fruchtbetonte Kirscharoma.

Im Glas

Klar und aromatisch, mit dem typischen, reinen Duft und Geschmack reifer Kirschen und einer feinen Note vom Kirschkern. Am Gaumen kräftig und dennoch fein, mit einem sauberen, langen Nachhall.

Klar und aromatisch – reines Kirscharoma mit feiner Kernnote, kräftig und dennoch fein, mit sauberem, langem Nachhall.

Am besten leicht gekühlt bei 8–12 °C aus dem Tulpenglas genießen.

Zum Genuss

Als Digestif nach dem Essen, als klassische Begleitung zu Schwarzwälder Kirschtorte und Schokoladendesserts oder zum Verfeinern in der feinen Küche und Patisserie.


Produkt: Kirschwasser (Obstbrand aus Kirschen)
Herkunft: Pfalz; Weingut Andres, Deidesheim
Genuss: als Digestif; leicht gekühlt servieren

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Deutschland

Baum-Barth Frühburgunder-R- 2022

Rotwein · Ingelheim (Rheinhessen) · Frühburgunder

Frühburgunder Frühburgunder „R" Baum-Barth Ingelheim · Selztal windoffenes Plateau sehr frühe Lese (20. August) 14 Tage Maische · franz. Barrique 2022

Der Baum-Barth Frühburgunder „R" 2022 ist ein herausragendes Beispiel für die lange Ingelheimer Rotweintradition. Ein Wein von bemerkenswerter Eleganz und Ausdruckskraft – dicht, warm und vollmundig, mit feiner Frische.


Frühburgunder – Ingelheimer Rotweintradition

Das Weingut Baum-Barth in Ingelheim wird von den Brüdern Christoph und Thomas Baum-Barth geführt und steht für die lange Rotweintradition dieser Region im Selztal. Der Frühburgunder ist ein herausragendes Beispiel dieser Tradition.

Die Rebstöcke dieser Parzelle gedeihen auf einem windoffenen Plateau, wo die Trauben langsam reifen und dabei ihre Gesundheit bewahren. Die Ernte erfolgte 2022 bereits sehr früh am 20. August, um die Frische und Finesse der Früchte zu bewahren.

Jahrgang 2022 – Ingelheim (Selztal)

2022 präsentierte sich – ähnlich wie 2018 – als sehr trockenes, sonnenreiches Jahr. Während das Gras im Sommer braun wurde, blieben die Reben grün und trotzten der Hitze mit erstaunlicher Robustheit. Ein Wetterumschwung mit moderaten Temperaturen und Regen im September bremste den Säureverlust und förderte Aromabildung und Reife. Ein Jahr der Burgundersorten, das präzise, ausgewogene Rotweine hervorbrachte.

Ausbau

Trockener Frühburgunder aus Ingelheim, Jahrgang 2022; von einem windoffenen Plateau, sehr früh gelesen.

Nach einer 14-tägigen Maischegärung wird der Wein in französischen Barriquefässern ausgebaut. Dieser Ausbau verleiht ihm Dichte, Struktur und eine feine Würze, ohne die Frucht zu überlagern.

Im Glas

In der Nase ein reiches Bouquet von Kirsche und Cassis, begleitet von einem Hauch Kräuterwürze. Im Vergleich zum Spätburgunder zeigt sich dieser Frühburgunder deutlich wärmer und vollmundiger: am Gaumen von beeindruckender Dichte und kraftvollem Körper, mit weicheren, feiner strukturierten Tanninen. Ein Wein von bemerkenswerter Eleganz und Ausdruckskraft.

Kirsche und Cassis mit einem Hauch Kräuterwürze – warm und vollmundig, von beeindruckender Dichte und kraftvollem Körper, mit weichen, fein strukturierten Tanninen.

Ein dichter, eleganter Rotwein mit Ausdruckskraft. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem und gegrilltem Fleisch, zu kräftigen Schmorgerichten sowie zu gereiftem Käse.


Herkunft: Ingelheim (Selztal), Rheinhessen; windoffenes Plateau; Weingut Baum-Barth
Klassifikation: Frühburgunder, Rheinhessen (trocken); 100 % Frühburgunder
Ausbau: 14 Tage Maischegärung, Ausbau in französischen Barriquefässern

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Schaumweine

Chartogne-Taillet Champagne Les Couarres 2022

Champagner · Merfy · Chardonnay & Pinot Noir · Einzellage

Chartogne-Taillet Les Couarres ist ein Einzellagen-Champagner aus Merfy im Norden der Champagne. Die nur 3,71 Hektar kleine, süd-südöstlich ausgerichtete Lage ist mit Chardonnay und Pinot Noir bestockt; die ältesten Reben wurden 1970 gepflanzt. Auf den seltenen Tuffböden entsteht ein reifer, voller Champagner. Im Glas goldgelbe Schattierungen und eine feine, elegante Perlage.


Merfy

Merfy liegt im nördlichen Teil der Champagne (Massif de Saint-Thierry). Die Lage Les Couarres hat einen Boden aus Lehm und Sand über reinstem Tuffgestein – eine in der Champagne sehr seltene Formation, die dem Champagner seine besonderen, reiferen und volleren Noten verleiht.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Chardonnay und Pinot Noir aus alten Reben. Nach selektiver Handlese reift der Grundwein über vier Jahre in gebrauchten französischen Eichenfässern, bevor er ohne Filtration für die zweite Gärung in die Flasche gezogen wird.

Im Glas

Goldgelbe Schattierungen, feine Perlage. In der Nase intensiv und leicht oxidativ: frische Brioche, reifer Apfel, eine blühende Frühlingswiese, knackige Zitrus, weißer Tee und Mandeln. Am Gaumen vereinen sich Kraft, Saftigkeit und Frische, dazu getrocknete Aprikose, geschmolzene Butter und eine salzige Note. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; ein großzügiges Glas betont die reife, vielschichtige Aromatik. Auch ein hervorragender Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, gehaltvolle Vorspeisen und gereifter Käse.


Lage: Les Couarres, Merfy (Champagne); Lehm/Sand über Tuff
Klassifikation: Champagne AOC – Einzellage
Ausbau: über 4 Jahre gebrauchtes französisches Eichenfass, unfiltriert

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Weine

Radio Boka Tempranillo

Rotwein · Tempranillo · Castilla · Spanien

Radio Boka Tempranillo ist ein saftiger, samtiger Rotwein von Hammeken Cellars aus Spanien. Reinsortig aus der Tempranillo-Traube, begeistert er mit Fruchtaromen von Kirsche, reifer Pflaume und Cassis sowie süßen Gewürznoten.


Castilla

Radio Boka ist die unkomplizierte Linie von Hammeken Cellars, dessen Heimat an der sonnigen Mittelmeerküste bei Valencia liegt. Der Tempranillo trägt die Herkunftsangabe Vino de la Tierra de Castilla und steht für saftige, fruchtbetonte Weine zum kleinen Preis.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo. Nach der temperaturkontrollierten Gärung reift ein Teil im Edelstahl, ein Teil in französischer Eiche; anschließend werden beide Partien verschnitten. Das gibt dem Wein Körper und seinen weichen Charakter.

Im Glas

Leuchtendes Rubinrot mit kirschroten Reflexen. In der Nase Kirsche, reife Pflaume und Cassis, dazu süße Gewürze wie Zimt und Vanille aus dem Holz. Am Gaumen saftig und samtig, vollmundig und weich, mit fruchtigem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein unkomplizierter, fruchtbetonter Rotwein für viele Gelegenheiten.

Klassische Begleitung: Gegrilltes, Pizza, Pasta und Hartkäse.


Lage: Castilla-La Mancha (Spanien)
Klassifikation: Vino de la Tierra de Castilla – Rotwein (halbtrocken)
Ausbau: Edelstahl und französische Eiche

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Weine

Weingut Andres Deidesheimer Leinhöhle Riesling 2023 BIO

Weißwein · Deidesheim (Pfalz) · Riesling

Riesling Deidesheimer Leinhöhle (Einzellage) Deidesheim · Pfalz (Mittelhaardt) Weingut Andres Buntsandstein · Tonmergel trocken · 30 hl/ha 100 % großes Holzfass BIO · 2023

Der Weingut Andres Deidesheimer Leinhöhle Riesling 2023 ist ein Lagen-Riesling aus einer der charaktervollen Einzellagen Deidesheims. Ein Wein von wunderschöner Harmonie zwischen Druck und Finesse, die sich mit der Reife immer weiter verstärkt.


Deidesheimer Leinhöhle – Riesling vom Buntsandstein

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Mittelhaardt ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Für diesen Riesling füllen sie die Einzellage Deidesheimer Leinhöhle separat ab.

Die nach Süden und Osten ausgerichtete Lage vereint Buntsandsteinverwitterung mit Mergelboden. Durch ein spezielles Kleinklima können die Trauben hier immer besonders lang am Stock verweilen, ohne an Säure zu verlieren – die Grundlage für einen Riesling, der Druck und Finesse in seltener Harmonie verbindet.

Jahrgang 2023 – Pfalz

2023 war in der Pfalz ein Jahrgang mit reifer, aromatischer Frucht und lebendiger Säure. Das kühlende Kleinklima der Leinhöhle und der minimalistische, herkunftsbetonte Stil des Weinguts bewahrten Frische und Präzision – reife Frucht und mineralische Spannung im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Lagen-Riesling aus der Einzellage Deidesheimer Leinhöhle, Jahrgang 2023; 100 % Riesling von Buntsandstein und Tonmergel, Ertrag 30 hl/ha.

Der Wein wird mit natürlichen Hefen vergoren und zu 100 % im großen Holzfass ausgebaut. Diese schonende Machart bewahrt die kühle Herkunftsprägung und verleiht dem Riesling Struktur und Tiefe, ohne die Frucht zu überdecken. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Ein Riesling von klarer Herkunft: kühle Aromen von Steinobst und Zitrus, dazu florale Anklänge und eine feine, salzig-mineralische Note aus Buntsandstein und Mergel. Am Gaumen verbindet er spürbaren Druck mit Finesse – saftig und straff geführt, mit lebendiger, gut eingebundener Säure und einem langen, mineralischen Nachhall, der mit der Reife an Harmonie gewinnt.

Kühles Steinobst und Zitrus über salzig-mineralischer Prägung – eine wunderschöne Harmonie zwischen Druck und Finesse, mit lebendiger Säure und langem Nachhall.

Ein Lagen-Riesling mit gutem Reifepotenzial; gewinnt mit den Jahren. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und mildem Hartkäse.


Lage: Deidesheimer Leinhöhle, Deidesheim, Pfalz (Mittelhaardt); Süd-/Osthang, Buntsandsteinverwitterung mit Tonmergel; besonderes Kleinklima
Klassifikation: Lagen-Riesling, Pfalz (trocken); 100 % Riesling; 30 hl/ha
Ausbau: Vergärung mit natürlichen Hefen, Ausbau zu 100 % im großen Holzfass; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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Portugal

Niepoort Charme 2024

Wein · Rotwein · Douro · Portugal

Niepoort Charme 2024 – manche Weine sprechen sofort, der Charme flüstert. Jung zeigt er sich noch verschlossen, fast introvertiert, mit nach innen gerichteter Energie. Wer ihm Luft gibt und wartet, wird belohnt: rote Blüten, frische Kräuter und dezente Würze, getragen von reifer, saftiger Frucht.


Douro

Niepoort versteht den Douro wie kaum ein anderes Haus. Der Charme ist eine burgundisch inspirierte Terroir-Cuvée aus dem Herzen des Tals – von alten Reben auf den Schieferterrassen, in nur knapp 13.000 Flaschen. Stilistisch bewegt sich der Jahrgang nah am hochgelobten Vorjahr, wirkt dabei jedoch präziser und klarer definiert; gemeinsam mit dem 2021er zählt er zu den überzeugendsten Interpretationen des Charme.

Assemblage und Ausbau

Cuvée hauptsächlich aus Tinta Roriz und Touriga Franca, ergänzt durch weitere autochthone Sorten der D.O.C. Douro. Die Vinifikation erfolgt traditionell und schonend mit zurückhaltender Extraktion; der Ausbau in überwiegend gebrauchtem Holz bewahrt Finesse und Klarheit. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles bis mittleres Rubinrot. In der Nase rote Blüten, frische Kräuter und eine dezente Würze, dazu reife, saftige Frucht. Am Gaumen feinkörniges Tannin, eine geschmeidige, fast cremige Textur und eine geschliffene Struktur, die man nicht vergisst. Profitiert deutlich von Luft und hat Reifepotenzial.

Am Tisch

Vor dem Genuss großzügig dekantieren und bei 16–18 °C servieren – ein Wein für Geduldige.

Passt zu: geschmortem Lamm, Entenbrust und gereiftem Käse.


Lage: D.O.C. Douro (Portugal); Niepoort
Rebsorten: hauptsächlich Tinta Roriz & Touriga Franca, ergänzt um weitere autochthone Douro-Sorten, trocken
Ausbau: traditionelle, schonende Vinifikation; Reifung in überwiegend gebrauchtem Holz
Jahrgang/Produktion: 2024; ca. 13.000 Flaschen

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Weine

François Bertheau Chambolle Musigny Les Charmes 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Charmes · 1er Cru Chambolle-Musigny zwischen Bonnes-Mares & Le Musigny · 9,5 ha 2021

Der Chambolle-Musigny Les Charmes 1er Cru 2021 der Domaine François Bertheau stammt aus der größten und wohl bekanntesten Premier-Cru-Lage von Chambolle-Musigny. Ein reinsortiger Pinot Noir im klassischen Chambolle-Stil: floral und zart, mit seidigen Tanninen.


Les Charmes – Premier Cru im Zentrum von Chambolle

Les Charmes erstreckt sich über 9,5 Hektar im Zentrum der Appellation, etwa auf halbem Weg zwischen den Grand Crus Bonnes-Mares und Le Musigny. Die obere Hälfte nahe dem Dorf ist recht flach, der östliche Teil neigt sich Richtung Vougeot. Die Morgensonne im kühlen Klima lässt die Trauben Sortencharakter, Komplexität und Säure entwickeln – das sorgt für eine schöne Balance, besonders in der unteren Hälfte.

Der Boden besteht aus einer dünnen Schicht Kiesel und Steinen über gebrochenem Kalkstein mit geringer Fruchtbarkeit; der niedrige Tonanteil führt zu einem leichteren, feineren Wein. Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen Erzeugern von Chambolle-Musigny.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – wie geschaffen für die floral-zarte Art von Les Charmes.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Floral und zart, mit feiner roter Frucht. Am Gaumen leichtfüßig und elegant, mit seidigen Tanninen, frischer Säure und einem klaren, duftigen Abgang.

Floral und zart mit seidigen Tanninen – Chambolle-Musigny in seiner klassischen, feinen Form.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre Flaschenreife gewinnend. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Les Charmes (1er Cru), Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); Kiesel/Steine über gebrochenem Kalkstein, zwischen Bonnes-Mares & Le Musigny, 9,5 ha
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Rebsorten

Domaine Bachelet Bourgogne Pinot Noir 2023

Rotwein · Bourgogne · Pinot Noir

Pinot Noir Bourgogne AOC 0,66 ha · Reben ~70 Jahre 2023 Côte de Nuits

Der Bourgogne Pinot Noir 2023 von Denis Bachelet zeigt, dass hinter einem „einfachen" Bourgogne keineswegs große Mengen stehen müssen. Nur 0,66 Hektar, bestockt mit Reben, die auf 70 Jahre zugehen: ein filigraner, komplexer und saftiger Pinot Noir, bei dem Erde, Frucht und Mineralität in feiner Balance nebeneinanderstehen.


Bourgogne aus alten Reben – Handschrift einer Top-Domaine

Bourgogne ist die regionale Appellation des Burgunds. Dieser Wein stammt aus einer nur 0,66 Hektar großen Parzelle, deren Rebstöcke auf rund 70 Jahre zugehen. Penible Pflege und sehr niedrige Erträge sorgen für Konzentration und Tiefe – weit über das übliche Niveau dieser Stufe hinaus.

Denis Bachelet führt in Gevrey-Chambertin eine kleine, traditionell arbeitende Domaine, die für Finesse und Klarheit bekannt ist. Diese Sorgfalt prägt auch den Bourgogne Rouge.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April. Häufige Niederschläge im April und Anfang Mai hielten den Mehltaudruck hoch; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, von fast 70 Jahre alten Reben bei sehr niedrigen Erträgen.

Nach der Lese vergärt der Wein und reift anschließend im Holzfass. Die Vinifikation folgt der traditionellen, auf Finesse ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

Feine, klare Frucht, getragen von einer filigranen, komplexen Struktur. Am Gaumen saftig und ernsthaft, mit erdigen und mineralischen Noten, feinem Tannin und frischer Säure.

Erde, Frucht und Mineralität nebeneinander – ein filigraner, ernsthafter Bourgogne weit über seiner Stufe.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Charcuterie, Brathähnchen und Geflügel, Ente, Gerichte mit Pilzen oder mittelreifer Weichkäse. Ein feiner Allrounder für die gehobene Alltagsküche.


Lage: Bourgogne (Côte de Nuits), 0,66-ha-Parzelle; Reben rund 70 Jahre
Klassifikation: Bourgogne AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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