Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 3: Ribera del Duero – das ist
Aktuell gibt es in Ribera del Duero knapp dreihundert Bodegas, vor sechsunddreißig Jahren war es gerade einmal ein Dutzend. Ein gesundes Wachstum sieht anders aus. Siebentausend dreihundert Hektar waren damals mit Reben bestockt, heute sind es mehr als zweiundzwanzig tausend Hektar. Ein so rasantes Wachstum hat kaum eine andere Weinregion dieser Welt hingelegt, selbst der chinesische Weinbau wächst langsamer.
Das erste Jahrzehnt nach der Gründung von Ribera del Duero diente der Konsolidierung. Erst spät in den achtziger Jahren begannen Weinbauern, insbesondere aber Investoren, Land in größerem Stil neu zu bestocken. Diese Entwicklung sollte um die Jahrhundertwende ihren Höhepunkt erreichen, alleine in den letzten fünf Jahren des alten Jahrhundert wurden mehr als sechstausend Hektar bestockt, im Jahr zweitausend und drei standen in Ribera del Duero Reben auf zwanzigtausend Hektar. Danach flachte die Pflanzeuphorie ab, in den letzten fünfzehn Jahren kamen gerade einmal gut zweitausend Hektar hinzu.
Wer pflanzte all dies? Und: was geschah mit all dem Wein? Nun, in den ersten Jahren als Denominación de Origen schlug sich Ribera del Duero mit ernsthaften Vermarktungsproblemen herum. Die Annahme, dass die ganze Welt nur auf die etwas kompaktere, konzentriertere, komplexere Alternative zu Rioja warten würde, stellte sich als einer der zahlreichen Irrtümer der Region heraus. Auf internationalen Märkten waren anfangs gerade einmal sechs oder sieben Bodegas vertreten, keine davon, nicht einmal Vega Sicilia, mit ernsthaften Mengen. Ein paar Exporte gen USA, kaum Deutschland, etwas Schweiz, und dann war auch schon schluss. Kastilier sind keine eloquenten Weinverkäufer, die reden können, bis die Zunge einen Krampf erleidet. Innerhalb Spaniens ging das, weil dort außer Rioja eigentlich keine Region überregional vertreten war; Madrid wurde zum Eldorado von Ribera, aber auch schnell mit Ribera übersättigt. Überall sonst jenseits der kastilischen Grenzen war man schnell die Nummer zwei hinter der Rioja, richtig vom Fleck kam man damals aber auch nicht.
Verschärfend kam hinzu, dass in jener Zeit viele Menschen, die auf die eine oder andere Art zu etwas Geld gekommen waren, meinten, dass sich so eine niedliche Bodega im Eigenbesitz doch ganz gut mache. Der Wein würde sich ja von alleine verkaufen, es stehe ja Ribera del Duero drauf. Gerade Industrielle, aber auch Neureiche aus Madrid waren für so etwas anfällig. Zehn Freunde auf einer Party im Herzens von Madrid, leicht abends um halb drei, leicht angesäuselt: „lasst uns ein Weingut errichten!“ Diverse Bodegas entstanden auf diese Art und Weise, und fast alle erlitten das gleiche Schicksal: einige der Freunde brauchten ihr Geld dann halt doch schneller als erwarten, manche verstanden auch nicht, dass man mit einem Weingut bestenfalls nach zehn Jahren halbwegs vernünftig Geld verdienen kann. Der eine stieg aus, dann die nächste, und so weiter, übrig blieb eine dann viel zu große Bodega, geleitet von viel zu wenig Kapital.
Die wirklichen Industriellen bereiteten eher weniger Probleme. Sie stellten sich gelegentlich etwas trottelig an, weil auch sie nicht verstanden, dass Ribera weder Burgund noch Bordeaux ist. Aber in der Regel begannen sie schnell, dies mit anderen Aktivitäten abzufangen: Hotel, Restaurant, Tagungszentrum, der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.

Weintechnisch entwickelte sich die Region durchaus weiter, in manchen Aspekten glich das aber eher einer Verschlimmbesserung denn einer echten Entwicklung. Vieles war aber auch dem Zeitgeist geschuldet. Dieser Zeitgeist, gepaart mit eher ahnungslosen Bodegainhabern und nicht wirklich sachkundigen Weinjournalisten, suche nach Weinen mit einem WOWWW-Effekt, Ribera kann so etwas liefern. Schon der erste Schluck nebelt Mund und Rachen ein, alles ist nicht nur üppig, sondern üppigst vorhanden. Technisch war das eher eine Aneinanderreihung von Fehlern: zu späte Lese (keine Säure mehr da), zu lange Maischestandzeit (süße, aber auch bittere Tannine ohne Ende) und dann zu lange in zu vielen neuen Barricas ausgebaut (das Holz erschlug alles). Manche Weine aus dem Priorat erschienen eleganter als viele Riberas. Parker respektive seine spanischen Verkostroboter jubelten diese dicken Teile in die Höhe, ernsthafte Weintrinker rieben sich nur verwundert die Augen. Irgendwann wollte dieses Zeug niemand mehr trinken.
Es gab aber auch gute Entwicklungen: ein relativ junger Spanier, Tomás Postigo, damals technischer Direktor und Miteigentümer von Pago de Carraovejas, schleppt Ende der achtziger Jahre in größerem Stil Barricas aus französischer Eiche gen Ribera, der Crianza-Ausbau änderte sich schlagartig. Den eigentlichen Durchbruch schaffte diese Art von Barricas aber erst, als ein gewisser Peter Sisseck, in Bordeaux als Weinmacher aktiver Däne, aus noch immer ungeklärten Umständen in der Ribera landete und die Bodega Hacienda Monasterio aufbaute, zunächst als Mitinhaber, dann als technischer Direktor. Hacienda Monasterio war die erste Bodega, die komplett auf französische Eiche setzte; sie ist feinporiger als die amerikanische Eiche, die Geschmacksnuancen sind anders: weniger Vanille, nicht so viel Kokos, dafür eher Würznoten betonend, manchmal aber auch schokoladelastig.
Was bei den einen zu extremer Verbesserung der Weinqualität führte, wurde anderorts ins Gegenteil verdreht. Plötzlich gab es Weine mit dem Markennamen XYZ elaborado en roble francés, die Art des Barrique wurde zum Ereignis. Oben erwähnte ahnungslose Bodegabesitzer raunten etwas von französischem Holz und von bester Wein der Bodega (zumindest war es immer der teuerste), servierten dann aber oftmals eine nur mit größeren Mühen trinkbare Brühe. Es sollte zwei Jahrzehnte dauern, ehe der Großteil der Bodegas halbwegs vernünftig mit dieser Art von Barricas umzugehen lernte, manche können es bis heute nicht.
Ein paar Jahre nach dem Beitritt Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft begann auf der Iberischen Halbinsel ein bis dahin nicht gesehener Bauboom, an dem nicht nur Bauunternehmen, sondern auch diverse vor- und nachgeschaltete Einrichtungen profitierten. Geld lag förmlich auf der Straße. Auch der spanische Staat warf mit Geld (das oftmals aus Brüssel kam) nur so um sich, gerade Firmen, die Machbarkeitsstudien bezüglich Infrastrukturprojekte erstellten, besaßen plötzlich Unmengen von Geld. Oft wurde dieses Geld in Weingüter investiert. Bauunternehmer aus Valladolid, aus Burgos oder Palencia begannen, in Ribera Bodegas zu bauen oder zu übernehmen. Wie viele andere Weingutsbesitzer hatten sie weder von Wein noch von Weinmärkten auch nur einen blassen Schimmer. Als die Wirtschaftskrise in Spanien Ende der Nullerjahre so richtig zuschlug, verschwanden all diese Projekte in der Versenkung.
Die Krise traf aber nicht nur diesen Teil der Ribera, sie offenbarte, dass auch fünfundzwanzig Jahre nach der Gründung der D.O. Ribera del Duero kein natürlicher Markt für diese Weine geschaffen war. Nur wenige Bodegas exportierten wirklich ernsthaft, neben Vega vielleicht noch Pingus sowie ein paar Bodegas, die mit den Namen Mariano García (Vega, Mauro) oder Peter Sisseck punkten konnten. Ansonsten war da nichts Strukturelles gewachsen, Exporterfolge waren oftmals Aneinaderreihungen glücklicher Umstände und Zufälle. Verschärfend kam hinzu, dass all die Hochleistungsweinberge, die in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre angelegt wurden, nun in vollem Ertrag standen. Hätte es nicht in den Jahren zweitausend und sieben sowie ein Jahr später scharfe Fröste gegeben, die Region wäre tief im Chaos versunken. Indes, es kam anders. Die Bodegas der Ribera waren daran jedoch nur indirekt beteiligt.
Um die Entwicklung zu verstehen, muss man den Blick noch einmal gen Geschichte richten. Anfang bis Mitte der neunziger Jahre begegnete dem damaligen (und heutigem) Platzhirsch namens Rioja ein Gegner, den man nicht auf dem Schirm hatte. Und gegen den man erst einmal nichts ausrichten konnte. Denn um Weine der Art Ribera del Duero herzustellen, braucht es Höhe und spezielle klimatische Gegebenheiten. Beides hatte und hat die Rioja nicht in ausreichendem Maße. Man war mit diesen satten, etwas üppigen, dichten, vor allem aber dunklen Weinen konfrontiert, die damals noch gar nicht so alkoholisch daherkamen. Das Schlimme war: man hatte keine Antwort. Untergangsszenarien wurden in der Weinregenbogenpresse durchgespielt, die Rioja stand plötzlich mit dem Rücken zur Wand. Gleiches geschah damals mit deren Weißweinen und Rueda. Während man Ribera mit billigen Rotweinen noch halbwegs unter Schach halten konnte, hatte man dem Verdejo als Alltagswein nichts entgegenzusetzen.
Als direkte Folge versuchte man, die beiden kastilischen Regionen zu kopieren. Man erlaubte Verdejo als Versuchsrebsorte und viele Rioja-Bodegas versuchten sich an dicklichen roten Riojas. Ersteres schlug fehl und zweiteres wurde ein wahres Fiasko. Da die Riojanos aber, anders als die eher ländlichen Kastilier, Geschäftsleute sind, erinnerte man sich schnell an den bekannten Spruch: „Wenn du den Gegner nicht besiegen kannst, dann kaufe ihn auf!“
Und genau das geschah. Den Anfang machte La Rioja Alta, Bodegas Palacio (Viña Mayor) war auch schon lange mit von der Partie. Irgendwann ging es dann Schlag auf Schlag: Faustino, Ramón Bilbao, Cune, Berberana, Valdespino, später Roda, dann Pierola, Ontañón (Hauslieferant von Mercadona), Luis Cañas, viele klassische Bodegas der Rioja kamen nach Ribera del Duero. Deren Vorteil? Nun, sie verfügten über ein gut gepflegtes nationales, vor allem aber internationales Vertriebsnetz, sie mussten lediglich ein paar zusätzliche Weine integrieren.
Es waren aber nicht nur Bodegas aus der Rioja, welche den kastilischen Markt aufräumten, die Katalanen sind auch schon lange mit an Bord. Freixenet war die erste der Großbodegas aus dem Osten, die sich in der Ribera niederließ, man kaufte eine ins Schlingern geratene Bodega nahe Aranda de Duero: Valdubón. Dann kam Codorníu, Torres war somit nicht weit entfernt. Es sollte aber noch einmal fast zehn Jahre dauern ehe sich die Großkellerei aus El Pacs del Penedès am Rand des kleinen Dorfes Fompedraza niederließ. Pinord gesellte sich dazu, dann kam noch Parés Baltà. Von den großen Namen Kataloniens fehlen eigentlich nur Álvaro Palacios, Ramon Roqueta und Castillo Perelada, der Rest ist da.

Einen wirklich großen Fortschritt in Sachen Vermarktung eher einfacher Ribera-Weine bewirkten jedoch die Ansiedlungen von zwei Bodegas aus dem Süden Spaniens: Felix Solís aus Valdepeñas und J. García Carrión aus Jumilla, die zwei größten Bodegakonglomerate der Iberischen Halbinsel. Beides keine wirkliche Global Player, sie exportieren zwar, der wichtigste Markt indes ist der heimische. Felix Solís stellte eine Art Zementraumschiff vor die Tore von Olmedillo de Roa, García Carrión errichtete eine Großbodega auf einem Hügel nahe der Nationalstraße, die Ribera von Ost nach West quert. Es gab Jahre, in denen jede vierte Flasche mit Ribera-Rückenetikett in einer dieser beiden Bodegas gefüllt wurde.
Rechnet man Señoría de Nava aus der Gruppe der lokalen Bodegas heraus (hinter ihr steckt VILE aus León, hinter der wiederum eine Versicherungsgruppe steckt), dann wird gerade einmal ein gutes Drittel der in Ribera del Duero gefüllten Weine von Bodegas aus der Region vertrieben, mit Protos einsam an der Spitze. Jüngst haben die ehemaligen Genossen aus Peñafiel ihre eigentliche Bodega (das in Peñafiel ist nur ein Museum samt Barriquelager, der Wein wird in Anguix gekeltert) mal eben verdoppelt: von vier auf acht Millionen Kilo Jahresproduktion. Ob das schon reicht um Nummer eins zu sein, ist nicht klar, da García Carrión viel zugekauften Wein weiterverarbeitet. Mengen abschätzen ist in solchen Fällen nicht einfach.

Internationale Investitionen hingegen sind eher rar. Ein Teil von Dominio de Caír (Luis Cañas) gehört dem chinesischen Importeur der Cañas-Weine, eine kleine Bodega nahe Aranda wurde von chinesischen Investoren komplett übernommen, ein russisches Unternehmen, die Bodega O. Fournier aus Südamerika, das war es dann auch schon fast. Ribera del Duero hat jenseits der eigenen Kirchtürme keinen klangvollen Namen, Investoren stehen hier nicht Schlange. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Ribera del Duero als Ganzes immer stärker von auswärtigen Weingütern gesteuert wird.
In diesem Zusammenhang spielt eine spezielle Gesetzgebung des spanischen Weine eine wichtige Rolle, und die Genossenschaften spielen eine andere, eng mit der ersten verbandelt. Von einigen wenigen Regionen abgesehen, die gerade beginnen, eine terroirbasierte Klassifizierung zu erstellen, legen alle Weinbauregionen einzig auf den Ursprung der Trauben halbwegs wert: aus der Region oder eben nicht aus der Region. Eine Klassifizierung als Erzeugerabfüllung, auf eigene Weinberge basierend, gibt es nicht. Man kann einer Flasche Wein nicht ansehen, ob der Wein aus eigenen Weinbergen, aus zugekauftem Lesegut oder aus zugekauftem Fasswein besteht. Die meisten großen Bodegas kaufen zumindest Trauben, viele kaufen auch Fasswein. Zu dieser Gruppe gehören auch viele mit einem klangvollen Namen. Und Quell vieler Weine sind die Genossenschaften. Noch immer sind in Ribera del Duero derer fünfzehn aktiv, manche, wie etwa Protos, inzwischen als Aktiengesellschaft geführt. Die Genossen verfügen über viele alte Weinberge, in der Regel sollte die Qualität der Weine hoch sein. Aber nur wenige Genossenschaften sind kommerziell erfolgreich, die meisten verdienen ihr Geld damit, namhaften Bodegas Fasswein zu verkaufen. Diese Bodegas zahlen meistens schnell, sind zwar wählerisch, aber in der Regel zuverlässig. Nicht wenige Bodegas der Ribera füllen eine Million Flaschen Wein; was sich erst einmal als nicht gar so groß anhört, ist auf den zweiten Blick enorm: bei einem schwer zu erreichenden Höchstertrag von siebentausend Kilo pro Hektar und einem Mostertrag von nicht mehr als siebzig Liter pro einhundert Kilo Trauben braucht man schon einhundert und vierzig Hektar Rebland, um das zu stemmen. Wenige Bodegas verfügen über diese Menge. Zwar gibt es auch die eine oder andere privat geführte Fassweinkellerei, meistens handelt es sich aber auch um eine Art Genossenschaft, einfach nur anders genannt.
In einem der Nullerjahre warf Pago de Carraovejas mehr als anderthalb Millionen Flaschen Wein auf den Markt, mit eigenen Weinbergen kann man das in der Ribera unmöglich stemmen. Vor allem aber Großbodegas aus Katalonien oder dem Süden Spaniens, die auch in ihren Stammregionen mit Fassweinlieferanten arbeiten, setzen auch in der Ribera auf die Zusammenarbeit mit Cooperativen.
Dieser muntere Handel von Trauben und Fasswein sorgt natürlich für eine gewisse Beliebigkeit, das Wort Terroir war in der Ribera lange Zeit zwar oft gehört aber nur selten sinnstiftend umgesetzt. Weingüter wie Aalto, Vega Sicilia, Emilio Moro, Carlos Moro, Arzuaga und noch viele mehr verarbeiten Trauben aus ihren Heimatdörfern, aber auch aus dem Osten, etwa aus Baños de Valdearados, wo Reben auf Sand Stehen. Oder aus Atauta, aus La Aguilera, aus Moradillo de Roa, man könnte meinen, dass dies typische Gebietsriberas seien.
Aber natürlich kam auch Terroir nach Ribera, Franzosen brachten es über die Pyrenäen. Den Anfang machte der von der unteren Loire zugereiste Bertrand Sourdais in Dominio de Atauta. Miguel Sánchez, ein mit Softdrinks befasster Großhändler aus Madrid, gründete diese Bodega, Bertrand begann nicht nur, einen für das gegebene Terroir typischen Gutswein zu keltern, er war der erste Weinmacher der Region, der sich daran machte, Weine lagenweise auszubauen und zu vermarkten. Inzwischen hat Bertrand Dominio de Atauta verlassen, um sich mit seinen eigenen Weinen, aus Atauta, in Dominio de E.S. Einen Markt zu schaffen.
Gut acht Jahre später begann die Elsässerin Sophie Kuhn in drei Bodegas rund um Aranda de Duero, das ihr aus dem Elsass und dem Burgund bekannte Lagensystem auch in Ribera del Duero umzusetzen: in De Blas Serrano, in Hacienda Solano (diese Bodega wurde inzwischen an Mustiguillo verkauft), insbesondere aber in Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero, wo nicht weniger als vier Lagenweine, alles Parzellen aus Anguix, gekeltert und vertrieben werden. Wie Bertrand so setzt auch Sophie auf relativ frühe Lese, um ein möglichst perfektes Gleichgewicht zwischen Frucht, Säure und Körper zu erhalten, an Zucker (Alkohol) mangelt es in der Ribera in der Regel nicht. Beide verstehen darüber hinaus, Zementtanks nicht nur zu besitzen, sondern auch sinnstiftend einzusetzen sowie den aromatischen Effekt der Barricas auf ein Minimum zu beschränken.
Dennoch sind dies echte Ausnahmen, im Großen und Ganzen hat das Terroirkonzept in Ribera del Duero noch nicht gegriffen. In der Regel keltern Weingüter einen so genannten Spezialwein, der gerne als Vino de Autor oder Vino de Terroir bezeichnet wird. Und wenn ein kleiner Funken Terroirkonzept in einer Bodega flackert, dann ist da entweder ein Önologe oder eine Önologin aus Frankreich am Start oder jemand, Jorge Monzón etwa, der in Frankreich gearbeitet hat. Die klassischen Stars der Szene, Vega Sicilia, Pingus, aber auch ein paar Sternchen wie Aalto, Cillar de Silos oder Carraovejas, sind eher an Mischterroirgetränken interessiert. Text: El oso alemán