Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 3: Ribera del Duero – das ist

Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 3: Ribera del Duero – das ist

Aktuell gibt es in Ribera del Duero knapp dreihundert Bodegas, vor sechsunddreißig Jahren war es gerade einmal ein Dutzend. Ein gesundes Wachstum sieht anders aus. Siebentausend dreihundert Hektar waren damals mit Reben bestockt, heute sind es mehr als zweiundzwanzig tausend Hektar. Ein so rasantes Wachstum hat kaum eine andere Weinregion dieser Welt hingelegt, selbst der chinesische Weinbau wächst langsamer.

Das erste Jahrzehnt nach der Gründung von Ribera del Duero diente der Konsolidierung. Erst spät in den achtziger Jahren begannen Weinbauern, insbesondere aber Investoren, Land in größerem Stil neu zu bestocken. Diese Entwicklung sollte um die Jahrhundertwende ihren Höhepunkt erreichen, alleine in den letzten fünf Jahren des alten Jahrhundert wurden mehr als sechstausend Hektar bestockt, im Jahr zweitausend und drei standen in Ribera del Duero Reben auf zwanzigtausend Hektar. Danach flachte die Pflanzeuphorie ab, in den letzten fünfzehn Jahren kamen gerade einmal gut zweitausend Hektar hinzu.

Wer pflanzte all dies? Und: was geschah mit all dem Wein? Nun, in den ersten Jahren als Denominación de Origen schlug sich Ribera del Duero mit ernsthaften Vermarktungsproblemen herum. Die Annahme, dass die ganze Welt nur auf die etwas kompaktere, konzentriertere, komplexere Alternative zu Rioja warten würde, stellte sich als einer der zahlreichen Irrtümer der Region heraus. Auf internationalen Märkten waren anfangs gerade einmal sechs oder sieben Bodegas vertreten, keine davon, nicht einmal Vega Sicilia, mit ernsthaften Mengen. Ein paar Exporte gen USA, kaum Deutschland, etwas Schweiz, und dann war auch schon schluss. Kastilier sind keine eloquenten Weinverkäufer, die reden können, bis die Zunge einen Krampf erleidet. Innerhalb Spaniens ging das, weil dort außer Rioja eigentlich keine Region überregional vertreten war; Madrid wurde zum Eldorado von Ribera, aber auch schnell mit Ribera übersättigt. Überall sonst jenseits der kastilischen Grenzen war man schnell die Nummer zwei hinter der Rioja, richtig vom Fleck kam man damals aber auch nicht.

Verschärfend kam hinzu, dass in jener Zeit viele Menschen, die auf die eine oder andere Art zu etwas Geld gekommen waren, meinten, dass sich so eine niedliche Bodega im Eigenbesitz doch ganz gut mache. Der Wein würde sich ja von alleine verkaufen, es stehe ja Ribera del Duero drauf. Gerade Industrielle, aber auch Neureiche aus Madrid waren für so etwas anfällig. Zehn Freunde auf einer Party im Herzens von Madrid, leicht abends um halb drei, leicht angesäuselt: „lasst uns ein Weingut errichten!“ Diverse Bodegas entstanden auf diese Art und Weise, und fast alle erlitten das gleiche Schicksal: einige der Freunde brauchten ihr Geld dann halt doch schneller als erwarten, manche verstanden auch nicht, dass man mit einem Weingut bestenfalls nach zehn Jahren halbwegs vernünftig Geld verdienen kann. Der eine stieg aus, dann die nächste, und so weiter, übrig blieb eine dann viel zu große Bodega, geleitet von viel zu wenig Kapital.

Die wirklichen Industriellen bereiteten eher weniger Probleme. Sie stellten sich gelegentlich etwas trottelig an, weil auch sie nicht verstanden, dass Ribera weder Burgund noch Bordeaux ist. Aber in der Regel begannen sie schnell, dies mit anderen Aktivitäten abzufangen: Hotel, Restaurant, Tagungszentrum, der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.

Auch auf Hügeln kann man Geld versenken. Torres de Anguix, derzeit eine Art von Hotelbodega für Riojabodegas.

Weintechnisch entwickelte sich die Region durchaus weiter, in manchen Aspekten glich das aber eher einer Verschlimmbesserung denn einer echten Entwicklung. Vieles war aber auch dem Zeitgeist geschuldet. Dieser Zeitgeist, gepaart mit eher ahnungslosen Bodegainhabern und nicht wirklich sachkundigen Weinjournalisten, suche nach Weinen mit einem WOWWW-Effekt, Ribera kann so etwas liefern. Schon der erste Schluck nebelt Mund und Rachen ein, alles ist nicht nur üppig, sondern üppigst vorhanden. Technisch war das eher eine Aneinanderreihung von Fehlern: zu späte Lese (keine Säure mehr da), zu lange Maischestandzeit (süße, aber auch bittere Tannine ohne Ende) und dann zu lange in zu vielen neuen Barricas ausgebaut (das Holz erschlug alles). Manche Weine aus dem Priorat erschienen eleganter als viele Riberas. Parker respektive seine spanischen Verkostroboter jubelten diese dicken Teile in die Höhe, ernsthafte Weintrinker rieben sich nur verwundert die Augen. Irgendwann wollte dieses Zeug niemand mehr trinken.

Es gab aber auch gute Entwicklungen: ein relativ junger Spanier, Tomás Postigo, damals technischer Direktor und Miteigentümer von Pago de Carraovejas, schleppt Ende der achtziger Jahre in größerem Stil Barricas aus französischer Eiche gen Ribera, der Crianza-Ausbau änderte sich schlagartig. Den eigentlichen Durchbruch schaffte diese Art von Barricas aber erst, als ein gewisser Peter Sisseck, in Bordeaux als Weinmacher aktiver Däne, aus noch immer ungeklärten Umständen in der Ribera landete und die Bodega Hacienda Monasterio aufbaute, zunächst als Mitinhaber, dann als technischer Direktor. Hacienda Monasterio war die erste Bodega, die komplett auf französische Eiche setzte; sie ist feinporiger als die amerikanische Eiche, die Geschmacksnuancen sind anders: weniger Vanille, nicht so viel Kokos, dafür eher Würznoten betonend, manchmal aber auch schokoladelastig.

Was bei den einen zu extremer Verbesserung der Weinqualität führte, wurde anderorts ins Gegenteil verdreht. Plötzlich gab es Weine mit dem Markennamen XYZ elaborado en roble francés, die Art des Barrique wurde zum Ereignis. Oben erwähnte ahnungslose Bodegabesitzer raunten etwas von französischem Holz und von bester Wein der Bodega (zumindest war es immer der teuerste), servierten dann aber oftmals eine nur mit größeren Mühen trinkbare Brühe. Es sollte zwei Jahrzehnte dauern, ehe der Großteil der Bodegas halbwegs vernünftig mit dieser Art von Barricas umzugehen lernte, manche können es bis heute nicht.

Ein paar Jahre nach dem Beitritt Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft begann auf der Iberischen Halbinsel ein bis dahin nicht gesehener Bauboom, an dem nicht nur Bauunternehmen, sondern auch diverse vor- und nachgeschaltete Einrichtungen profitierten. Geld lag förmlich auf der Straße. Auch der spanische Staat warf mit Geld (das oftmals aus Brüssel kam) nur so um sich, gerade Firmen, die Machbarkeitsstudien bezüglich Infrastrukturprojekte erstellten, besaßen plötzlich Unmengen von Geld. Oft wurde dieses Geld in Weingüter investiert. Bauunternehmer aus Valladolid, aus Burgos oder Palencia begannen, in Ribera Bodegas zu bauen oder zu übernehmen. Wie viele andere Weingutsbesitzer hatten sie weder von Wein noch von Weinmärkten auch nur einen blassen Schimmer. Als die Wirtschaftskrise in Spanien Ende der Nullerjahre so richtig zuschlug, verschwanden all diese Projekte in der Versenkung.

Die Krise traf aber nicht nur diesen Teil der Ribera, sie offenbarte, dass auch fünfundzwanzig Jahre nach der Gründung der D.O. Ribera del Duero kein natürlicher Markt für diese Weine geschaffen war. Nur wenige Bodegas exportierten wirklich ernsthaft, neben Vega vielleicht noch Pingus sowie ein paar Bodegas, die mit den Namen Mariano García (Vega, Mauro) oder Peter Sisseck punkten konnten. Ansonsten war da nichts Strukturelles gewachsen, Exporterfolge waren oftmals Aneinaderreihungen glücklicher Umstände und Zufälle. Verschärfend kam hinzu, dass all die Hochleistungsweinberge, die in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre angelegt wurden, nun in vollem Ertrag standen. Hätte es nicht in den Jahren zweitausend und sieben sowie ein Jahr später scharfe Fröste gegeben, die Region wäre tief im Chaos versunken. Indes, es kam anders. Die Bodegas der Ribera waren daran jedoch nur indirekt beteiligt.

Um die Entwicklung zu verstehen, muss man den Blick noch einmal gen Geschichte richten. Anfang bis Mitte der neunziger Jahre begegnete dem damaligen (und heutigem) Platzhirsch namens Rioja ein Gegner, den man nicht auf dem Schirm hatte. Und gegen den man erst einmal nichts ausrichten konnte. Denn um Weine der Art Ribera del Duero herzustellen, braucht es Höhe und spezielle klimatische Gegebenheiten. Beides hatte und hat die Rioja nicht in ausreichendem Maße. Man war mit diesen satten, etwas üppigen, dichten, vor allem aber dunklen Weinen konfrontiert, die damals noch gar nicht so alkoholisch daherkamen. Das Schlimme war: man hatte keine Antwort. Untergangsszenarien wurden in der Weinregenbogenpresse durchgespielt, die Rioja stand plötzlich mit dem Rücken zur Wand. Gleiches geschah damals mit deren Weißweinen und Rueda. Während man Ribera mit billigen Rotweinen noch halbwegs unter Schach halten konnte, hatte man dem Verdejo als Alltagswein nichts entgegenzusetzen.

Als direkte Folge versuchte man, die beiden kastilischen Regionen zu kopieren. Man erlaubte Verdejo als Versuchsrebsorte und viele Rioja-Bodegas versuchten sich an dicklichen roten Riojas. Ersteres schlug fehl und zweiteres wurde ein wahres Fiasko. Da die Riojanos aber, anders als die eher ländlichen Kastilier, Geschäftsleute sind, erinnerte man sich schnell an den bekannten Spruch: „Wenn du den Gegner nicht besiegen kannst, dann kaufe ihn auf!“

Und genau das geschah. Den Anfang machte La Rioja Alta, Bodegas Palacio (Viña Mayor) war auch schon lange mit von der Partie. Irgendwann ging es dann Schlag auf Schlag: Faustino, Ramón Bilbao, Cune, Berberana, Valdespino, später Roda, dann Pierola, Ontañón (Hauslieferant von Mercadona), Luis Cañas, viele klassische Bodegas der Rioja kamen nach Ribera del Duero. Deren Vorteil? Nun, sie verfügten über ein gut gepflegtes nationales, vor allem aber internationales Vertriebsnetz, sie mussten lediglich ein paar zusätzliche Weine integrieren.

Es waren aber nicht nur Bodegas aus der Rioja, welche den kastilischen Markt aufräumten, die Katalanen sind auch schon lange mit an Bord. Freixenet war die erste der Großbodegas aus dem Osten, die sich in der Ribera niederließ, man kaufte eine ins Schlingern geratene Bodega nahe Aranda de Duero: Valdubón. Dann kam Codorníu, Torres war somit nicht weit entfernt. Es sollte aber noch einmal fast zehn Jahre dauern ehe sich die Großkellerei aus El Pacs del Penedès am Rand des kleinen Dorfes Fompedraza niederließ. Pinord gesellte sich dazu, dann kam noch Parés Baltà. Von den großen Namen Kataloniens fehlen eigentlich nur Álvaro Palacios, Ramon Roqueta und Castillo Perelada, der Rest ist da.

Diverse Bodegas wurden im Laufe der Jahre von einem Eigentümer zum nächsten weitergereicht: Bodegas Tarsus, heute Teil von Pernod Ricard.

Einen wirklich großen Fortschritt in Sachen Vermarktung eher einfacher Ribera-Weine bewirkten jedoch die Ansiedlungen von zwei Bodegas aus dem Süden Spaniens: Felix Solís aus Valdepeñas und J. García Carrión aus Jumilla, die zwei größten Bodegakonglomerate der Iberischen Halbinsel. Beides keine wirkliche Global Player, sie exportieren zwar, der wichtigste Markt indes ist der heimische. Felix Solís stellte eine Art Zementraumschiff vor die Tore von Olmedillo de Roa, García Carrión errichtete eine Großbodega auf einem Hügel nahe der Nationalstraße, die Ribera von Ost nach West quert. Es gab Jahre, in denen jede vierte Flasche mit Ribera-Rückenetikett in einer dieser beiden Bodegas gefüllt wurde.

Rechnet man Señoría de Nava aus der Gruppe der lokalen Bodegas heraus (hinter ihr steckt VILE aus León, hinter der wiederum eine Versicherungsgruppe steckt), dann wird gerade einmal ein gutes Drittel der in Ribera del Duero gefüllten Weine von Bodegas aus der Region vertrieben, mit Protos einsam an der Spitze. Jüngst haben die ehemaligen Genossen aus Peñafiel ihre eigentliche Bodega (das in Peñafiel ist nur ein Museum samt Barriquelager, der Wein wird in Anguix gekeltert) mal eben verdoppelt: von vier auf acht Millionen Kilo Jahresproduktion. Ob das schon reicht um Nummer eins zu sein, ist nicht klar, da García Carrión viel zugekauften Wein weiterverarbeitet. Mengen abschätzen ist in solchen Fällen nicht einfach.

Die wahre Protos-Bodega in Naguix, noch vor der Erweiterung; die grüne Wiese ist jetzt bebaut.

Internationale Investitionen hingegen sind eher rar. Ein Teil von Dominio de Caír (Luis Cañas) gehört dem chinesischen Importeur der Cañas-Weine, eine kleine Bodega nahe Aranda wurde von chinesischen Investoren komplett übernommen, ein russisches Unternehmen, die Bodega O. Fournier aus Südamerika, das war es dann auch schon fast. Ribera del Duero hat jenseits der eigenen Kirchtürme keinen klangvollen Namen, Investoren stehen hier nicht Schlange. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Ribera del Duero als Ganzes immer stärker von auswärtigen Weingütern gesteuert wird.

In diesem Zusammenhang spielt eine spezielle Gesetzgebung des spanischen Weine eine wichtige Rolle, und die Genossenschaften spielen eine andere, eng mit der ersten verbandelt. Von einigen wenigen Regionen abgesehen, die gerade beginnen, eine terroirbasierte Klassifizierung zu erstellen, legen alle Weinbauregionen einzig auf den Ursprung der Trauben halbwegs wert: aus der Region oder eben nicht aus der Region. Eine Klassifizierung als Erzeugerabfüllung, auf eigene Weinberge basierend, gibt es nicht. Man kann einer Flasche Wein nicht ansehen, ob der Wein aus eigenen Weinbergen, aus zugekauftem Lesegut oder aus zugekauftem Fasswein besteht. Die meisten großen Bodegas kaufen zumindest Trauben, viele kaufen auch Fasswein. Zu dieser Gruppe gehören auch viele mit einem klangvollen Namen. Und Quell vieler Weine sind die Genossenschaften. Noch immer sind in Ribera del Duero derer fünfzehn aktiv, manche, wie etwa Protos, inzwischen als Aktiengesellschaft geführt. Die Genossen verfügen über viele alte Weinberge, in der Regel sollte die Qualität der Weine hoch sein. Aber nur wenige Genossenschaften sind kommerziell erfolgreich, die meisten verdienen ihr Geld damit, namhaften Bodegas Fasswein zu verkaufen. Diese Bodegas zahlen meistens schnell, sind zwar wählerisch, aber in der Regel zuverlässig. Nicht wenige Bodegas der Ribera füllen eine Million Flaschen Wein; was sich erst einmal als nicht gar so groß anhört, ist auf den zweiten Blick enorm: bei einem schwer zu erreichenden Höchstertrag von siebentausend Kilo pro Hektar und einem Mostertrag von nicht mehr als siebzig Liter pro einhundert Kilo Trauben braucht man schon einhundert und vierzig Hektar Rebland, um das zu stemmen. Wenige Bodegas verfügen über diese Menge. Zwar gibt es auch die eine oder andere privat geführte Fassweinkellerei, meistens handelt es sich aber auch um eine Art Genossenschaft, einfach nur anders genannt.

In einem der Nullerjahre warf Pago de Carraovejas mehr als anderthalb Millionen Flaschen Wein auf den Markt, mit eigenen Weinbergen kann man das in der Ribera unmöglich stemmen. Vor allem aber Großbodegas aus Katalonien oder dem Süden Spaniens, die auch in ihren Stammregionen mit Fassweinlieferanten arbeiten, setzen auch in der Ribera auf die Zusammenarbeit mit Cooperativen.

Dieser muntere Handel von Trauben und Fasswein sorgt natürlich für eine gewisse Beliebigkeit, das Wort Terroir war in der Ribera lange Zeit zwar oft gehört aber nur selten sinnstiftend umgesetzt. Weingüter wie Aalto, Vega Sicilia, Emilio Moro, Carlos Moro, Arzuaga und noch viele mehr verarbeiten Trauben aus ihren Heimatdörfern, aber auch aus dem Osten, etwa aus Baños de Valdearados, wo Reben auf Sand Stehen. Oder aus Atauta, aus La Aguilera, aus Moradillo de Roa, man könnte meinen, dass dies typische Gebietsriberas seien.

Aber natürlich kam auch Terroir nach Ribera, Franzosen brachten es über die Pyrenäen. Den Anfang machte der von der unteren Loire zugereiste Bertrand Sourdais in Dominio de Atauta. Miguel Sánchez, ein mit Softdrinks befasster Großhändler aus Madrid, gründete diese Bodega, Bertrand begann nicht nur, einen für das gegebene Terroir typischen Gutswein zu keltern, er war der erste Weinmacher der Region, der sich daran machte, Weine lagenweise auszubauen und zu vermarkten. Inzwischen hat Bertrand Dominio de Atauta verlassen, um sich mit seinen eigenen Weinen, aus Atauta, in Dominio de E.S. Einen Markt zu schaffen.

Gut acht Jahre später begann die Elsässerin Sophie Kuhn in drei Bodegas rund um Aranda de Duero, das ihr aus dem Elsass und dem Burgund bekannte Lagensystem auch in Ribera del Duero umzusetzen: in De Blas Serrano, in Hacienda Solano (diese Bodega wurde inzwischen an Mustiguillo verkauft), insbesondere aber in Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero, wo nicht weniger als vier Lagenweine, alles Parzellen aus Anguix, gekeltert und vertrieben werden. Wie Bertrand so setzt auch Sophie auf relativ frühe Lese, um ein möglichst perfektes Gleichgewicht zwischen Frucht, Säure und Körper zu erhalten, an Zucker (Alkohol) mangelt es in der Ribera in der Regel nicht. Beide verstehen darüber hinaus, Zementtanks nicht nur zu besitzen, sondern auch sinnstiftend einzusetzen sowie den aromatischen Effekt der Barricas auf ein Minimum zu beschränken.

Dennoch sind dies echte Ausnahmen, im Großen und Ganzen hat das Terroirkonzept in Ribera del Duero noch nicht gegriffen. In der Regel keltern Weingüter einen so genannten Spezialwein, der gerne als Vino de Autor oder Vino de Terroir bezeichnet wird. Und wenn ein kleiner Funken Terroirkonzept in einer Bodega flackert, dann ist da entweder ein Önologe oder eine Önologin aus Frankreich am Start oder jemand, Jorge Monzón etwa, der in Frankreich gearbeitet hat. Die klassischen Stars der Szene, Vega Sicilia, Pingus, aber auch ein paar Sternchen wie Aalto, Cillar de Silos oder Carraovejas, sind eher an Mischterroirgetränken interessiert. Text: El oso alemán

Teil 4. Ribera del Duero – das wird? erscheint auf diesem Blog am 28.08.2018 um 11.00 Uhr.

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Weine

Paul Mas Le Rosé

Wein · Roséwein · Pays d'Oc · Frankreich

Paul Mas Le Rosé ist ein floral-fruchtiger Rosé aus den Rebsorten Grenache Gris, Grenache Noir, Pinot Gris, Caladoc und Cinsault. Typisch sind seine saftige Struktur und die sommerliche Aromatik nach roten, reifen Früchten wie Erdbeere, Pfirsich und Himbeere.


Pays d'Oc / Languedoc

Das Pays d'Oc erstreckt sich entlang der Mittelmeerküste im Languedoc (Südfrankreich). Das mediterrane Klima mit viel Sonne und kühlenden Meeresbrisen bietet ideale Voraussetzungen für fruchtige, frische Rosés. Erzeuger ist Domaines Paul Mas.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Grenache Gris, Grenache Noir, Pinot Gris, Caladoc und Cinsault. Nach kurzem Schalenkontakt zur Gewinnung der zarten Farbe wird der Most schonend und kühl im Edelstahl vergoren, was die frische, fruchtbetonte Aromatik bewahrt. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Zartes Lachsrosa. In der Nase floral und fruchtig, mit Erdbeere, Pfirsich und Himbeere. Am Gaumen saftig und frisch, mit feiner roter Frucht, schöner Struktur und sauberem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif, Sommer- und Terrassenwein oder zum Essen.

Passt zu: Salaten, Antipasti, gegrilltem Gemüse, Fisch, hellem Fleisch und mediterraner Küche.


Lage: Pays d'Oc IGP, Languedoc (Frankreich); Domaines Paul Mas
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – Cuvée aus Grenache Gris, Grenache Noir, Pinot Gris, Caladoc & Cinsault, trocken
Ausbau: kurzer Schalenkontakt, kühle Edelstahlgärung (fruchtbewahrend)

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USA

Cayuse Camaspelo 2017

Rotwein · Bordeaux-Cuvée · Walla Walla Valley · USA

Cayuse Camaspelo 2017 ist die seltene Bordeaux-Cuvée des Kultweinguts Cayuse aus dem Walla Walla Valley. Der Jahrgang 2017 zeigt sich duftig und ätherisch: rote und schwarze Johannisbeere, Röstgewürze und blumige Noten über seidigen Tanninen – eine Cuvée von großer Balance und Eleganz.


Walla Walla Valley

Cayuse liegt im „Rocks District of Milton-Freewater“ im Walla Walla Valley – einem Gebiet mit auffälligen, runden Basaltkieseln im Boden. Christophe Baron, ursprünglich aus der Champagne, erkannte in diesen Steinböden ein Terroir wie in den großen französischen Appellationen. Er bewirtschaftet die Reben mit Pferdezug und Handarbeit und keltert daraus charaktervolle, eigenständige Weine.

Assemblage und Ausbau

Camaspelo ist eine Cuvée im Bordeaux-Stil aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot vom Jahrgang 2017. Der Wein reift im Barrique aus französischer Eiche, das ihm Struktur und feine Würze gibt, ohne die Frucht zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rot mit violettem Rand. In der Nase rote und schwarze Johannisbeere, Himbeere und Brombeere, dazu Röstgewürze, Holzrauch, weißer Pfeffer, getrocknete Blüten und ein Hauch grüner Tabak. Am Gaumen mittel- bis vollgewichtig, konzentriert und zugleich leichtfüßig, mit harmonischer Säure, feiner Salzigkeit und seidigen Tanninen. Sehr langer, duftiger Nachhall.

Am Tisch

Jetzt mit Genuss zu trinken und weiter lagerfähig. Vorher dekantieren und bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Steak, Lamm, Wild und gereifter Hartkäse.


Lage: Rocks District, Walla Walla Valley (USA)
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA – Bordeaux-Cuvée
Jahrgang: 2017
Ausbau: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot; Barrique (französische Eiche)

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Länder/Regionen

Fratelli Revello Barolo Cerretta 2020 DOCG

Rotwein · Barolo DOCG · Nebbiolo

Nebbiolo Barolo DOCG Cru Cerretta (Serralunga d'Alba) Revello Fratelli ton-kalkige Mergelböden 12 Mon. Barrique + 12 Mon. Großfass slawonische Eiche 2020

Der Revello Fratelli Barolo Cerretta 2020 DOCG stammt aus der Einzellage Cerretta in Serralunga d'Alba – Revellos einzigem Weinberg außerhalb von La Morra. Kraftvoll, konzentriert und präzise, mit einer straffen Tanninarchitektur, die ihn deutlich von den weicheren La-Morra-Stilen abhebt.


Cru Cerretta – Kraft und Struktur aus Serralunga

Der Barolo Cerretta stammt aus der gleichnamigen Einzellage in der Gemeinde Serralunga d'Alba und ist der einzige Weinberg von Revello außerhalb von La Morra. Die Lage erstreckt sich rund um den kleinen Weiler Cerretta im nördlichen Bereich der Gemeinde. Auf etwa 0,5 Hektar wachsen hier Nebbiolo-Reben mit südlicher bis südöstlicher Ausrichtung, gepflanzt zwischen 2000 und 2010.

Die ton- und kalkhaltigen Mergelböden verleihen dem Wein Kraft, Tiefe und eine markant strukturierte Stilistik. Serralunga d'Alba gilt für die kraftvollsten, langlebigsten und straffsten Baroli – ein deutlicher Kontrast zum parfümierteren, weicheren Stil von La Morra. Die Lese erfolgt in der Regel Anfang bis Mitte Oktober bei voller physiologischer Reife der Trauben.

Jahrgang 2020 – Barolo

2020 brachte im Barolo einen ausgewogenen Jahrgang mit reifer Frucht, feiner Tanninstruktur und guter Balance. In einer strukturbetonten Serralunga-Lage wie Cerretta ergibt das einen festen, kraftvollen und zugleich präzisen Nebbiolo, der in der Jugend straff auftritt und über viele Jahre an Eleganz und Komplexität gewinnt.

Vinifizierung und Ausbau

Reinsortiger Nebbiolo aus dem Jahrgang 2020, Barolo DOCG, trocken.

Der Ausbau erfolgt mit großer Sorgfalt und Geduld. Nach einer Maischestandzeit von sechs bis acht Tagen in horizontalen Rotomazeratoren wird die alkoholische Gärung in Edelstahltanks abgeschlossen, bevor der Wein die malolaktische Gärung im Barrique durchläuft. Es folgt eine zwölfmonatige Reife in französischen Barriques, davon 40 % neu und 60 % gebraucht, anschließend weitere zwölf Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Die Abfüllung erfolgt im Juli des Jahres vor der Markteinführung, der Verkaufsstart im März des vierten Jahres nach der Lese.

Im Glas

Im Glas präsentiert sich der Barolo Cerretta kraftvoll, konzentriert und präzise. In der Jugend zeigt er sich fest und strukturiert, mit einer ausgeprägten, straffen Tanninarchitektur, die ihn deutlich von den weicheren Barolo-Stilen aus La Morra abhebt. Dunkle Frucht, würzige und erdige Noten verbinden sich mit Frische, Tiefe und Länge und formen einen charakterstarken, langlebigen Barolo, der mit zunehmender Reife an Eleganz und Komplexität gewinnt.

Kraftvoll, konzentriert und präzise – dunkle Frucht, würzig-erdige Tiefe und straffe Tanninarchitektur, langlebig und charakterstark.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 17–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu geschmortem Rind (Brasato al Barolo), zu Wild und Wildgeflügel, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Cru Cerretta, Serralunga d'Alba (Piemont, Italien); ca. 0,5 ha, südliche bis südöstliche Ausrichtung; ton- und kalkhaltige Mergelböden; Reben gepflanzt 2000–2010
Klassifikation: Barolo DOCG, Nebbiolo (trocken)
Ausbau: Maischestandzeit 6–8 Tage in Rotomazeratoren, Gärung in Edelstahl, Malo in Barrique; 12 Monate französische Barriques (40 % neu, 60 % gebraucht), dann 12 Monate slawonische Großfässer

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Schaumweine

Jörg Geiger Birnengold Birnenschaumwein doux

Jörg Geiger Birnengold ist ein fruchtsüßer Birnenschaumwein aus Dörrbirnen – eine Rarität von der Schwäbischen Alb. Gereift im Barrique, zur Hälfte in neuer amerikanischer Eiche, zur Hälfte in gebrauchten Fässern aus dem Sauternes.

Im Glas

Glänzendes Stroh mit Goldschimmer, feine Perlen. In der Nase üppige Dörrbirne, dazu nussige und würzige Töne. Im Mund saftige, reife Birne mit leichter Röstnote und etwas Herbe vom Holz. Die Kohlensäure hält die Süße in Schach und macht ihn elegant statt schwer.

Mach was draus

Karamellisierter Ziegenfrischkäse, eine Käse-Crème-brûlée, Desserts mit weißer Schokolade, frische Früchte oder ein Stück Gebäck. Auch zu Gerichten mit Trüffel ist er spannend. Ein Glas für das Ende eines festlichen Essens oder für die Käseplatte am Weihnachtsabend. Gut gekühlt servieren, gern in einem kleinen Weißweinglas, damit der Duft der Birne zur Geltung kommt.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Zum Käse ist Birnengold eine echte Überraschung. Ich schenke ihn gern statt eines Dessertweins ein.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Was sind Dörrbirnen? Getrocknete Birnen. Durch das Trocknen werden Zucker und Aroma konzentriert, das schmeckt man im Birnengold.

Warum Sauternes-Fässer? In diesen Fässern lag zuvor süßer Wein aus Bordeaux. Sie geben Würze und Struktur, ohne die Birne zu überdecken.

Birnenschaumwein aus Dörrbirnen · Ausbau im Barrique, halb neue US-Eiche, halb Fässer aus dem Sauternes · fruchtsüß (doux) · Streuobstwiesen der Schwäbischen Alb · Manufaktur Jörg Geiger, Schlat · Stand: Oktober 2026

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Spanien

Baigorri Crianza

Rotwein · Rioja Alavesa · Tempranillo · Crianza

Baigorri Crianza kommt aus der Rioja Alavesa, der hochgelegenen Unterzone der Rioja, die für kalkhaltige Lehmböden und einen frischen Stil bekannt ist. Tempranillo gibt den Ton an, ergänzt um Garnacha und autochthone Sorten. Die Reben stehen auf rund 550 Metern Höhe und sind im Schnitt über 25 Jahre alt, von Hand gepflegt und gelesen. Im Glas ein klar konturierter, seidiger Rotwein mit dunkler Frucht und dezenter Würze.


Rioja Alavesa

Die Rioja Alavesa liegt im Norden der Rioja, am Fuß der Sierra de Cantabria. Kalkhaltige Lehmböden und Höhenlagen um 550 Meter sorgen für kühle Nächte und eine frische, präzise Stilistik. Die Weinberge werden von Hand bearbeitet und zu 100 % von Hand gelesen.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint 90 % Tempranillo, 5 % Garnacha und 5 % autochthone Sorten. Nach selektiver Handlese werden die Trauben entrappt und Beere für Beere auf Vibrations- und Gewichtstischen sortiert. Die Gärung läuft mit natürlichen Hefen in konischen Edelstahltanks und Holzfässern; Umpumpen und Extraktion erfolgen schonend über die Schwerkraft. Anschließend reift der Wein 14 Monate in französischer (90 %) und amerikanischer (10 %) Eiche, die Struktur und feine Röstnoten beisteuert, ohne die Frucht zu überdecken.

Im Glas

Intensives Kirschrot mit mittlerer bis hoher Farbtiefe. In der Nase dunkle Beerenfrucht, eingelegte Kirschen und Pflaumenkompott, dazu Pfeffer, Vanille, Zimt und ein Hauch Milchkaramell. Am Gaumen ausgewogen und seidig, mit frischem Ansatz, feinem Tannin und gut eingebundener Holznote. Der Abgang ist lang und würzig.

Am Tisch

Trinkreif und unkompliziert zu genießen; eine knappe Stunde Luft öffnet die Aromatik. Bei guter Lagerung trägt er die nächsten fünf bis sieben Jahre. Serviertemperatur 16–18 °C.

Klassische Begleitung: gegrilltes Lamm, Schmorgerichte, Chorizo und Manchego.


Lage: Rioja Alavesa, ca. 550 m, Reben im Schnitt über 25 Jahre
Klassifikation: Rioja DOCa – Crianza
Ausbau: 14 Monate französische/amerikanische Eiche

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Weine

Galon roble 4 meses tinto

Rotwein · DO Toro · Roble

100 % Tinta de Toro DO Toro · Kastilien-León Reben über 20 Jahre steinige Sandböden Malo bei 26 °C im Fass 4 Monate französische Eiche

Galón Roble ist der jüngere Toro aus dem Galón-Sortiment: 100 % Tinta de Toro von über 20 Jahre alten Reben, malolaktische Gärung im Fass und nur vier Monate in französischer Eiche. Fruchtbetont und würzig, mit dunkler Frucht und einer dezenten Holznote – ein Toro für den Alltag, jung zugänglich.


Roble – der kurze Weg durchs Holz

Spanische Rotweine werden oft nach ihrer Reifezeit eingeteilt. Ein Crianza muss in Toro mindestens zwei Jahre reifen, davon mindestens sechs Monate im Fass. Roble – wörtlich „Eiche" – ist die Bezeichnung für Weine, die kürzer mit Holz in Berührung kamen, meist wenige Monate. Das Ziel ist ein anderes: nicht Tiefe durch lange Reife, sondern Frucht mit etwas Struktur. Der Galón Roble steht damit neben dem Galón Crianza desselben Hauses – dieselbe Rebsorte, dieselbe Herkunft, aber ein jüngerer, offenerer Stil.

Die DO Toro liegt am Duero in der Provinz Zamora, auf einer Hochebene um 700 Meter. Das Klima ist kontinental, mit atlantischem Einfluss aus dem Westen: heiße Tage, kühle Nächte, wenig Regen. Die Böden sind steinig, sandig und nährstoffarm. Sie halten die Erträge gering, und die großen Temperaturunterschiede lassen die Trauben reifen, ohne dass sie ihre Säure verlieren.

Die Rebsorte ist Tinta de Toro, der lokale Klon des Tempranillo – mit kleineren, dickschaligeren Beeren als in der Rioja und entsprechend mehr Farbe und Gerbstoff. Die Reben für den Roble sind über 20 Jahre alt; jünger als beim Crianza, was eine offenere, fruchtigere Art unterstützt.

Handlese, Malo im Fass, vier Monate Holz

Der Wein besteht zu 100 % aus Tinta de Toro. Gelesen wird von Hand im Oktober, in kleinen 15-kg-Kisten, damit die Trauben unversehrt in den Keller kommen.

Die malolaktische Gärung läuft bei konstant 26 °C im Fass. Dabei wird die kantige Apfelsäure in weichere Milchsäure umgewandelt, und Wein und Holz verbinden sich früh – das gibt dem Roble trotz kurzer Fasszeit eine runde Struktur. Anschließend reift er vier Monate in französischer Eiche, gerade genug, um die kräftigen Gerbstoffe der Tinta de Toro abzurunden, ohne die Frucht zu überdecken. Vor der Füllung wird nur leicht filtriert.

Im Glas

Kräftiges Purpurrot. In der Nase dunkle Frucht, Brombeere und Kirsche, dazu eine dezente Holznote, die die Frucht einbindet statt sie zu überlagern. Am Gaumen würzig und ungezähmt, mit authentischer, dunkler Frucht und festen, aber runden Gerbstoffen. Der Abgang ist lang.

Vier Monate Holz statt zwei Jahre Reife: Toro, bei dem die Frucht vorn steht.

Bei 16–17 °C servieren, eine kurze Belüftung im Glas genügt. Jung trinken.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gegrilltes Fleisch, Tapas, Schmorgerichte und mittelkräftiger Käse. Ebenso zu Burgern, Chorizo, Albóndigas und Pizza – ein unkomplizierter Begleiter für kräftige Alltagsküche.


Rebsorte 100 % Tinta de Toro
Lage DO Toro, Kastilien-León · steinige, sandige, nährstoffarme Böden
Klassifikation DO Toro · Roble · trocken
Vinifikation Handlese im Oktober in 15-kg-Kisten · malolaktische Gärung bei 26 °C im Fass
Ausbau 4 Monate in französischer Eiche · leicht filtriert
Trinkempfehlung jung trinken
Rebenalter über 20 Jahre

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Frankreich

Jacques-Frédéric Mugnier Bonnes Mares Grand Cru 2022

Rotwein · Bonnes-Mares Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Bonnes-Mares · Grand Cru Chambolle-Musigny / Morey Mugnier-Parzelle 0,36 ha · 900–1.500 Flaschen 2022

Der Bonnes-Mares Grand Cru 2022 der Domaine Jacques-Frédéric Mugnier ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einem nur 36 Ar kleinen Streifen – eine Rarität von rund 900 bis 1.500 Flaschen. Rote Frucht aus Chambolle trifft auf Offenheit, Festigkeit und erdige Tiefe vom Morey-Terroir, ergänzt um mineralische Nuancen und Waldboden.


Bonnes-Mares – Grand Cru zwischen Chambolle und Morey

Bonnes-Mares erstreckt sich über rund 15 Hektar am Mittelhang der Côte de Nuits. Der Großteil liegt in Chambolle-Musigny, ein kleinerer Teil von etwa 1,5 Hektar im benachbarten Morey-Saint-Denis; im Norden grenzt die Lage an den Clos de Tart. Bepflanzt ist sie ausschließlich mit Pinot Noir; die Böden reichen von reicher und tiefer (Morey-Ende, strenger) bis feiner und kalkreicher (Chambolle-Ende, seidiger). Der Name geht auf die „Bonnes Mères" der Abtei Notre Dame de Tart zurück.

Mugniers Parzelle ist ein schmaler 36-Ar-Streifen, der sich über die gesamte Höhe des Hügels zieht; gepflanzt wurde 1961, 1980 und 1988. Je nach Jahrgang entstehen nur rund 900 bis 1.500 Flaschen. Die Domaine J.-F. Mugnier zählt zu den großen Adressen der Côte de Nuits.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der die Kraft des Bonnes-Mares schön trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, von Reben der Pflanzjahre 1961, 1980 und 1988.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Das aromatische Spektrum roter Früchte aus Chambolle dominiert, ergänzt um die Offenheit, Festigkeit und erdige Note des Morey-Terroirs sowie mineralische Nuancen und dezente Anklänge von Waldboden. Am Gaumen tief und strukturiert, mit festem, feinem Tannin und langem Abgang.

Rote Frucht aus Chambolle, erdige Festigkeit aus Morey und mineralische Nuancen – ein tiefer Grand Cru für die lange Reife.

In der Jugend noch verschlossen, entfaltet der Wein sein Potenzial über viele Jahre Flaschenreife. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Bonnes-Mares, Chambolle-Musigny / Morey-Saint-Denis (Côte de Nuits); Mittelhang; Mugnier-Parzelle 0,36 ha (Pflanzung 1961/1980/1988)
Klassifikation: Bonnes-Mares Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir, teils Ganztraube; Holzfassausbau

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Schaumweine

Krug Clos d'Ambonnay Blanc de Noirs 2006 Brut

Zu den seltensten Champagnern der Welt gehört der Krug Clos d'Ambonnay 2006. Er stammt aus einem einzigen, Weinberg von gerade 0,68 Hektar im Grand-Cru-Dorf Ambonnay, eingefasst von Mauern aus dem Jahr 1766. Eine Lage, eine Rebsorte, ein Jahr – und 2006 erst der sechste Jahrgang überhaupt.

Im Glas

Die Farbe ist ein strahlendes Strohgold mit zartem Glanz, die Perlen sind sehr fein. Im Duft reife rote Früchte, Brioche, geröstete Haselnüsse, Gewürze und feine Holznoten. Am Gaumen intensiv und dabei schwerelos, kraftvoll gebaut, mit lebendiger Frische. Der Nachhall scheint kein Ende zu nehmen.

Mach was draus

Kalbsfilet, Steinbutt, Wolfsbarsch mit Fenchel oder gegrillter Oktopus. Oder ganz allein, für einen Moment, der in Erinnerung bleiben soll. Ideal sind 10 bis 12 °C und ein großes Glas – bitte nicht eiskalt. Er hat Reifepotenzial für viele Jahre.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Ein Glas Clos d'Ambonnay erlebt man nicht oft im Leben. Teile es mit Menschen, die es zu schätzen wissen.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie kam Krug zu diesem Weinberg? Rémi und Henri Krug suchten nach dem Clos du Mesnil eine Pinot-Noir-Lage. Sie fanden die Parzelle 1991, kauften sie 1994, und 1995 entstand der erste Jahrgang.

Wie viele Flaschen gibt es? Vom Jahrgang 2006 wurden 4.514 Flaschen und 800 Magnums gefüllt, jede einzeln nummeriert.

Rebsorte: Pinot Noir, weiß gekeltert · Lage: Clos d'Ambonnay (Montagne de Reims, Grand Cru), 0,68 ha, Mauer von 1766 · Jahrgang 2006, sechster Jahrgang der Lage · erste Gärung im kleinen Eichenfass · über 10 Jahre Hefelager · 4.514 Flaschen, 800 Magnums · Brut · Champagne Krug, Reims · Stand: Oktober 2026

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