Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 3: Ribera del Duero – das ist

Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 3: Ribera del Duero – das ist

Aktuell gibt es in Ribera del Duero knapp dreihundert Bodegas, vor sechsunddreißig Jahren war es gerade einmal ein Dutzend. Ein gesundes Wachstum sieht anders aus. Siebentausend dreihundert Hektar waren damals mit Reben bestockt, heute sind es mehr als zweiundzwanzig tausend Hektar. Ein so rasantes Wachstum hat kaum eine andere Weinregion dieser Welt hingelegt, selbst der chinesische Weinbau wächst langsamer.

Das erste Jahrzehnt nach der Gründung von Ribera del Duero diente der Konsolidierung. Erst spät in den achtziger Jahren begannen Weinbauern, insbesondere aber Investoren, Land in größerem Stil neu zu bestocken. Diese Entwicklung sollte um die Jahrhundertwende ihren Höhepunkt erreichen, alleine in den letzten fünf Jahren des alten Jahrhundert wurden mehr als sechstausend Hektar bestockt, im Jahr zweitausend und drei standen in Ribera del Duero Reben auf zwanzigtausend Hektar. Danach flachte die Pflanzeuphorie ab, in den letzten fünfzehn Jahren kamen gerade einmal gut zweitausend Hektar hinzu.

Wer pflanzte all dies? Und: was geschah mit all dem Wein? Nun, in den ersten Jahren als Denominación de Origen schlug sich Ribera del Duero mit ernsthaften Vermarktungsproblemen herum. Die Annahme, dass die ganze Welt nur auf die etwas kompaktere, konzentriertere, komplexere Alternative zu Rioja warten würde, stellte sich als einer der zahlreichen Irrtümer der Region heraus. Auf internationalen Märkten waren anfangs gerade einmal sechs oder sieben Bodegas vertreten, keine davon, nicht einmal Vega Sicilia, mit ernsthaften Mengen. Ein paar Exporte gen USA, kaum Deutschland, etwas Schweiz, und dann war auch schon schluss. Kastilier sind keine eloquenten Weinverkäufer, die reden können, bis die Zunge einen Krampf erleidet. Innerhalb Spaniens ging das, weil dort außer Rioja eigentlich keine Region überregional vertreten war; Madrid wurde zum Eldorado von Ribera, aber auch schnell mit Ribera übersättigt. Überall sonst jenseits der kastilischen Grenzen war man schnell die Nummer zwei hinter der Rioja, richtig vom Fleck kam man damals aber auch nicht.

Verschärfend kam hinzu, dass in jener Zeit viele Menschen, die auf die eine oder andere Art zu etwas Geld gekommen waren, meinten, dass sich so eine niedliche Bodega im Eigenbesitz doch ganz gut mache. Der Wein würde sich ja von alleine verkaufen, es stehe ja Ribera del Duero drauf. Gerade Industrielle, aber auch Neureiche aus Madrid waren für so etwas anfällig. Zehn Freunde auf einer Party im Herzens von Madrid, leicht abends um halb drei, leicht angesäuselt: „lasst uns ein Weingut errichten!“ Diverse Bodegas entstanden auf diese Art und Weise, und fast alle erlitten das gleiche Schicksal: einige der Freunde brauchten ihr Geld dann halt doch schneller als erwarten, manche verstanden auch nicht, dass man mit einem Weingut bestenfalls nach zehn Jahren halbwegs vernünftig Geld verdienen kann. Der eine stieg aus, dann die nächste, und so weiter, übrig blieb eine dann viel zu große Bodega, geleitet von viel zu wenig Kapital.

Die wirklichen Industriellen bereiteten eher weniger Probleme. Sie stellten sich gelegentlich etwas trottelig an, weil auch sie nicht verstanden, dass Ribera weder Burgund noch Bordeaux ist. Aber in der Regel begannen sie schnell, dies mit anderen Aktivitäten abzufangen: Hotel, Restaurant, Tagungszentrum, der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.

Auch auf Hügeln kann man Geld versenken. Torres de Anguix, derzeit eine Art von Hotelbodega für Riojabodegas.

Weintechnisch entwickelte sich die Region durchaus weiter, in manchen Aspekten glich das aber eher einer Verschlimmbesserung denn einer echten Entwicklung. Vieles war aber auch dem Zeitgeist geschuldet. Dieser Zeitgeist, gepaart mit eher ahnungslosen Bodegainhabern und nicht wirklich sachkundigen Weinjournalisten, suche nach Weinen mit einem WOWWW-Effekt, Ribera kann so etwas liefern. Schon der erste Schluck nebelt Mund und Rachen ein, alles ist nicht nur üppig, sondern üppigst vorhanden. Technisch war das eher eine Aneinanderreihung von Fehlern: zu späte Lese (keine Säure mehr da), zu lange Maischestandzeit (süße, aber auch bittere Tannine ohne Ende) und dann zu lange in zu vielen neuen Barricas ausgebaut (das Holz erschlug alles). Manche Weine aus dem Priorat erschienen eleganter als viele Riberas. Parker respektive seine spanischen Verkostroboter jubelten diese dicken Teile in die Höhe, ernsthafte Weintrinker rieben sich nur verwundert die Augen. Irgendwann wollte dieses Zeug niemand mehr trinken.

Es gab aber auch gute Entwicklungen: ein relativ junger Spanier, Tomás Postigo, damals technischer Direktor und Miteigentümer von Pago de Carraovejas, schleppt Ende der achtziger Jahre in größerem Stil Barricas aus französischer Eiche gen Ribera, der Crianza-Ausbau änderte sich schlagartig. Den eigentlichen Durchbruch schaffte diese Art von Barricas aber erst, als ein gewisser Peter Sisseck, in Bordeaux als Weinmacher aktiver Däne, aus noch immer ungeklärten Umständen in der Ribera landete und die Bodega Hacienda Monasterio aufbaute, zunächst als Mitinhaber, dann als technischer Direktor. Hacienda Monasterio war die erste Bodega, die komplett auf französische Eiche setzte; sie ist feinporiger als die amerikanische Eiche, die Geschmacksnuancen sind anders: weniger Vanille, nicht so viel Kokos, dafür eher Würznoten betonend, manchmal aber auch schokoladelastig.

Was bei den einen zu extremer Verbesserung der Weinqualität führte, wurde anderorts ins Gegenteil verdreht. Plötzlich gab es Weine mit dem Markennamen XYZ elaborado en roble francés, die Art des Barrique wurde zum Ereignis. Oben erwähnte ahnungslose Bodegabesitzer raunten etwas von französischem Holz und von bester Wein der Bodega (zumindest war es immer der teuerste), servierten dann aber oftmals eine nur mit größeren Mühen trinkbare Brühe. Es sollte zwei Jahrzehnte dauern, ehe der Großteil der Bodegas halbwegs vernünftig mit dieser Art von Barricas umzugehen lernte, manche können es bis heute nicht.

Ein paar Jahre nach dem Beitritt Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft begann auf der Iberischen Halbinsel ein bis dahin nicht gesehener Bauboom, an dem nicht nur Bauunternehmen, sondern auch diverse vor- und nachgeschaltete Einrichtungen profitierten. Geld lag förmlich auf der Straße. Auch der spanische Staat warf mit Geld (das oftmals aus Brüssel kam) nur so um sich, gerade Firmen, die Machbarkeitsstudien bezüglich Infrastrukturprojekte erstellten, besaßen plötzlich Unmengen von Geld. Oft wurde dieses Geld in Weingüter investiert. Bauunternehmer aus Valladolid, aus Burgos oder Palencia begannen, in Ribera Bodegas zu bauen oder zu übernehmen. Wie viele andere Weingutsbesitzer hatten sie weder von Wein noch von Weinmärkten auch nur einen blassen Schimmer. Als die Wirtschaftskrise in Spanien Ende der Nullerjahre so richtig zuschlug, verschwanden all diese Projekte in der Versenkung.

Die Krise traf aber nicht nur diesen Teil der Ribera, sie offenbarte, dass auch fünfundzwanzig Jahre nach der Gründung der D.O. Ribera del Duero kein natürlicher Markt für diese Weine geschaffen war. Nur wenige Bodegas exportierten wirklich ernsthaft, neben Vega vielleicht noch Pingus sowie ein paar Bodegas, die mit den Namen Mariano García (Vega, Mauro) oder Peter Sisseck punkten konnten. Ansonsten war da nichts Strukturelles gewachsen, Exporterfolge waren oftmals Aneinaderreihungen glücklicher Umstände und Zufälle. Verschärfend kam hinzu, dass all die Hochleistungsweinberge, die in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre angelegt wurden, nun in vollem Ertrag standen. Hätte es nicht in den Jahren zweitausend und sieben sowie ein Jahr später scharfe Fröste gegeben, die Region wäre tief im Chaos versunken. Indes, es kam anders. Die Bodegas der Ribera waren daran jedoch nur indirekt beteiligt.

Um die Entwicklung zu verstehen, muss man den Blick noch einmal gen Geschichte richten. Anfang bis Mitte der neunziger Jahre begegnete dem damaligen (und heutigem) Platzhirsch namens Rioja ein Gegner, den man nicht auf dem Schirm hatte. Und gegen den man erst einmal nichts ausrichten konnte. Denn um Weine der Art Ribera del Duero herzustellen, braucht es Höhe und spezielle klimatische Gegebenheiten. Beides hatte und hat die Rioja nicht in ausreichendem Maße. Man war mit diesen satten, etwas üppigen, dichten, vor allem aber dunklen Weinen konfrontiert, die damals noch gar nicht so alkoholisch daherkamen. Das Schlimme war: man hatte keine Antwort. Untergangsszenarien wurden in der Weinregenbogenpresse durchgespielt, die Rioja stand plötzlich mit dem Rücken zur Wand. Gleiches geschah damals mit deren Weißweinen und Rueda. Während man Ribera mit billigen Rotweinen noch halbwegs unter Schach halten konnte, hatte man dem Verdejo als Alltagswein nichts entgegenzusetzen.

Als direkte Folge versuchte man, die beiden kastilischen Regionen zu kopieren. Man erlaubte Verdejo als Versuchsrebsorte und viele Rioja-Bodegas versuchten sich an dicklichen roten Riojas. Ersteres schlug fehl und zweiteres wurde ein wahres Fiasko. Da die Riojanos aber, anders als die eher ländlichen Kastilier, Geschäftsleute sind, erinnerte man sich schnell an den bekannten Spruch: „Wenn du den Gegner nicht besiegen kannst, dann kaufe ihn auf!“

Und genau das geschah. Den Anfang machte La Rioja Alta, Bodegas Palacio (Viña Mayor) war auch schon lange mit von der Partie. Irgendwann ging es dann Schlag auf Schlag: Faustino, Ramón Bilbao, Cune, Berberana, Valdespino, später Roda, dann Pierola, Ontañón (Hauslieferant von Mercadona), Luis Cañas, viele klassische Bodegas der Rioja kamen nach Ribera del Duero. Deren Vorteil? Nun, sie verfügten über ein gut gepflegtes nationales, vor allem aber internationales Vertriebsnetz, sie mussten lediglich ein paar zusätzliche Weine integrieren.

Es waren aber nicht nur Bodegas aus der Rioja, welche den kastilischen Markt aufräumten, die Katalanen sind auch schon lange mit an Bord. Freixenet war die erste der Großbodegas aus dem Osten, die sich in der Ribera niederließ, man kaufte eine ins Schlingern geratene Bodega nahe Aranda de Duero: Valdubón. Dann kam Codorníu, Torres war somit nicht weit entfernt. Es sollte aber noch einmal fast zehn Jahre dauern ehe sich die Großkellerei aus El Pacs del Penedès am Rand des kleinen Dorfes Fompedraza niederließ. Pinord gesellte sich dazu, dann kam noch Parés Baltà. Von den großen Namen Kataloniens fehlen eigentlich nur Álvaro Palacios, Ramon Roqueta und Castillo Perelada, der Rest ist da.

Diverse Bodegas wurden im Laufe der Jahre von einem Eigentümer zum nächsten weitergereicht: Bodegas Tarsus, heute Teil von Pernod Ricard.

Einen wirklich großen Fortschritt in Sachen Vermarktung eher einfacher Ribera-Weine bewirkten jedoch die Ansiedlungen von zwei Bodegas aus dem Süden Spaniens: Felix Solís aus Valdepeñas und J. García Carrión aus Jumilla, die zwei größten Bodegakonglomerate der Iberischen Halbinsel. Beides keine wirkliche Global Player, sie exportieren zwar, der wichtigste Markt indes ist der heimische. Felix Solís stellte eine Art Zementraumschiff vor die Tore von Olmedillo de Roa, García Carrión errichtete eine Großbodega auf einem Hügel nahe der Nationalstraße, die Ribera von Ost nach West quert. Es gab Jahre, in denen jede vierte Flasche mit Ribera-Rückenetikett in einer dieser beiden Bodegas gefüllt wurde.

Rechnet man Señoría de Nava aus der Gruppe der lokalen Bodegas heraus (hinter ihr steckt VILE aus León, hinter der wiederum eine Versicherungsgruppe steckt), dann wird gerade einmal ein gutes Drittel der in Ribera del Duero gefüllten Weine von Bodegas aus der Region vertrieben, mit Protos einsam an der Spitze. Jüngst haben die ehemaligen Genossen aus Peñafiel ihre eigentliche Bodega (das in Peñafiel ist nur ein Museum samt Barriquelager, der Wein wird in Anguix gekeltert) mal eben verdoppelt: von vier auf acht Millionen Kilo Jahresproduktion. Ob das schon reicht um Nummer eins zu sein, ist nicht klar, da García Carrión viel zugekauften Wein weiterverarbeitet. Mengen abschätzen ist in solchen Fällen nicht einfach.

Die wahre Protos-Bodega in Naguix, noch vor der Erweiterung; die grüne Wiese ist jetzt bebaut.

Internationale Investitionen hingegen sind eher rar. Ein Teil von Dominio de Caír (Luis Cañas) gehört dem chinesischen Importeur der Cañas-Weine, eine kleine Bodega nahe Aranda wurde von chinesischen Investoren komplett übernommen, ein russisches Unternehmen, die Bodega O. Fournier aus Südamerika, das war es dann auch schon fast. Ribera del Duero hat jenseits der eigenen Kirchtürme keinen klangvollen Namen, Investoren stehen hier nicht Schlange. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Ribera del Duero als Ganzes immer stärker von auswärtigen Weingütern gesteuert wird.

In diesem Zusammenhang spielt eine spezielle Gesetzgebung des spanischen Weine eine wichtige Rolle, und die Genossenschaften spielen eine andere, eng mit der ersten verbandelt. Von einigen wenigen Regionen abgesehen, die gerade beginnen, eine terroirbasierte Klassifizierung zu erstellen, legen alle Weinbauregionen einzig auf den Ursprung der Trauben halbwegs wert: aus der Region oder eben nicht aus der Region. Eine Klassifizierung als Erzeugerabfüllung, auf eigene Weinberge basierend, gibt es nicht. Man kann einer Flasche Wein nicht ansehen, ob der Wein aus eigenen Weinbergen, aus zugekauftem Lesegut oder aus zugekauftem Fasswein besteht. Die meisten großen Bodegas kaufen zumindest Trauben, viele kaufen auch Fasswein. Zu dieser Gruppe gehören auch viele mit einem klangvollen Namen. Und Quell vieler Weine sind die Genossenschaften. Noch immer sind in Ribera del Duero derer fünfzehn aktiv, manche, wie etwa Protos, inzwischen als Aktiengesellschaft geführt. Die Genossen verfügen über viele alte Weinberge, in der Regel sollte die Qualität der Weine hoch sein. Aber nur wenige Genossenschaften sind kommerziell erfolgreich, die meisten verdienen ihr Geld damit, namhaften Bodegas Fasswein zu verkaufen. Diese Bodegas zahlen meistens schnell, sind zwar wählerisch, aber in der Regel zuverlässig. Nicht wenige Bodegas der Ribera füllen eine Million Flaschen Wein; was sich erst einmal als nicht gar so groß anhört, ist auf den zweiten Blick enorm: bei einem schwer zu erreichenden Höchstertrag von siebentausend Kilo pro Hektar und einem Mostertrag von nicht mehr als siebzig Liter pro einhundert Kilo Trauben braucht man schon einhundert und vierzig Hektar Rebland, um das zu stemmen. Wenige Bodegas verfügen über diese Menge. Zwar gibt es auch die eine oder andere privat geführte Fassweinkellerei, meistens handelt es sich aber auch um eine Art Genossenschaft, einfach nur anders genannt.

In einem der Nullerjahre warf Pago de Carraovejas mehr als anderthalb Millionen Flaschen Wein auf den Markt, mit eigenen Weinbergen kann man das in der Ribera unmöglich stemmen. Vor allem aber Großbodegas aus Katalonien oder dem Süden Spaniens, die auch in ihren Stammregionen mit Fassweinlieferanten arbeiten, setzen auch in der Ribera auf die Zusammenarbeit mit Cooperativen.

Dieser muntere Handel von Trauben und Fasswein sorgt natürlich für eine gewisse Beliebigkeit, das Wort Terroir war in der Ribera lange Zeit zwar oft gehört aber nur selten sinnstiftend umgesetzt. Weingüter wie Aalto, Vega Sicilia, Emilio Moro, Carlos Moro, Arzuaga und noch viele mehr verarbeiten Trauben aus ihren Heimatdörfern, aber auch aus dem Osten, etwa aus Baños de Valdearados, wo Reben auf Sand Stehen. Oder aus Atauta, aus La Aguilera, aus Moradillo de Roa, man könnte meinen, dass dies typische Gebietsriberas seien.

Aber natürlich kam auch Terroir nach Ribera, Franzosen brachten es über die Pyrenäen. Den Anfang machte der von der unteren Loire zugereiste Bertrand Sourdais in Dominio de Atauta. Miguel Sánchez, ein mit Softdrinks befasster Großhändler aus Madrid, gründete diese Bodega, Bertrand begann nicht nur, einen für das gegebene Terroir typischen Gutswein zu keltern, er war der erste Weinmacher der Region, der sich daran machte, Weine lagenweise auszubauen und zu vermarkten. Inzwischen hat Bertrand Dominio de Atauta verlassen, um sich mit seinen eigenen Weinen, aus Atauta, in Dominio de E.S. Einen Markt zu schaffen.

Gut acht Jahre später begann die Elsässerin Sophie Kuhn in drei Bodegas rund um Aranda de Duero, das ihr aus dem Elsass und dem Burgund bekannte Lagensystem auch in Ribera del Duero umzusetzen: in De Blas Serrano, in Hacienda Solano (diese Bodega wurde inzwischen an Mustiguillo verkauft), insbesondere aber in Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero, wo nicht weniger als vier Lagenweine, alles Parzellen aus Anguix, gekeltert und vertrieben werden. Wie Bertrand so setzt auch Sophie auf relativ frühe Lese, um ein möglichst perfektes Gleichgewicht zwischen Frucht, Säure und Körper zu erhalten, an Zucker (Alkohol) mangelt es in der Ribera in der Regel nicht. Beide verstehen darüber hinaus, Zementtanks nicht nur zu besitzen, sondern auch sinnstiftend einzusetzen sowie den aromatischen Effekt der Barricas auf ein Minimum zu beschränken.

Dennoch sind dies echte Ausnahmen, im Großen und Ganzen hat das Terroirkonzept in Ribera del Duero noch nicht gegriffen. In der Regel keltern Weingüter einen so genannten Spezialwein, der gerne als Vino de Autor oder Vino de Terroir bezeichnet wird. Und wenn ein kleiner Funken Terroirkonzept in einer Bodega flackert, dann ist da entweder ein Önologe oder eine Önologin aus Frankreich am Start oder jemand, Jorge Monzón etwa, der in Frankreich gearbeitet hat. Die klassischen Stars der Szene, Vega Sicilia, Pingus, aber auch ein paar Sternchen wie Aalto, Cillar de Silos oder Carraovejas, sind eher an Mischterroirgetränken interessiert. Text: El oso alemán

Teil 4. Ribera del Duero – das wird? erscheint auf diesem Blog am 28.08.2018 um 11.00 Uhr.

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Spirituosen

Marquis de Saint-Loup Calvados Réserve

Calvados · Pays d'Auge · Apfelbrand · Réserve

Marquis de Saint-Loup Calvados Réserve ist ein normannischer Apfelbrand aus dem Pays d'Auge. Das gleichnamige Gut liegt nahe Saint-Pierre im Herzen der Appellation und produziert seit Generationen Cidre und Calvados. Dieser Réserve reift lange in Holzfässern, die ihm zarte Vanillenoten geben. Im Glas ein weicher, vollmundiger Calvados mit feinem Bukett.


Pays d'Auge

Das Pays d'Auge in der Normandie ist die hochwertigste Herkunftsregion des Calvados und besitzt eine eigene AOC, die eine zweifache Brennblasen-Destillation vorschreibt. Apfelgärten, milde Lagen und das maritime Klima prägen den Charakter. Verwendet werden Äpfel von hochstämmigen Obstgärten.

Herstellung und Reifung

Der Calvados entsteht durch zweifache Pot-Still-Destillation von Cidre, also vergorenem Apfelmost. Anschließend reift er lange in kleinen Eichenfässern, vielfach ehemaligen Sherry- und Portfässern, die für mehr Austausch sorgen und feine Vanille- und Würznoten beisteuern.

Im Glas

Bernsteinfarben. In der Nase ein feines Bukett von reifem und gebackenem Apfel, dazu zarte Vanille und ein Hauch Gewürz. Am Gaumen weich und vollmundig, rund und harmonisch. Der Abgang ist lang und sanft.

Zum Genuss

Pur als Digestif bei Zimmertemperatur in einem bauchigen Glas genießen, ebenso in Cocktails oder klassisch als „trou normand" zwischen den Gängen.

Passt außerdem zu reifem Käse wie Camembert, Apfeldesserts und dunkler Schokolade.


Herkunft: Pays d'Auge, Normandie (Frankreich)
Art: Calvados Pays d'Auge AOC, Réserve
Reifung: lange Reifung in Eichenfässern (u. a. Sherry/Port)

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Spanien

Jose Gil Paraje La Canoca Single Vineyard 2023

Rotwein · Rioja DOCa · Tempranillo

Tempranillo mit etwas Viura Rioja DOCa Paraje La Canoca (Single Vineyard) San Vicente de la Sonsierra José Gil alte Reben · ~600 m nur 3.570 Flaschen 2023

Der José Gil Paraje La Canoca 2023 ist ein außergewöhnlicher Lagenwein aus über 50 Jahre alten Weinbergen im Tal von La Canoca – ein harmonischer Tempranillo mit einem Hauch Viura, von aromatischen Kräutern umgeben. Eine einzigartige Verbindung von Tradition, Terroir und moderner Weinbereitungskunst.


La Canoca – Lagenwein aus dem Kräutertal

José Gil zählt mit seiner Partnerin Vicky zu den gefeierten jungen Terroir-Winzern der Rioja (Tim Atkin „Young Winemaker of the Year 2021"). Geprägt von Praktika in Burgund und an der Mosel, vinifiziert er in San Vicente de la Sonsierra lagenspezifische Weine aus alten Reben – organisch, mit Fokus auf Textur und Reinheit des Terroirs statt auf Holz.

Der Paraje La Canoca 2023 stammt aus mehreren über 50 Jahre alten Weinbergen im malerischen Tal von La Canoca. Die Rebstöcke wachsen auf 600 Metern Höhe auf lehmigen Böden mit einem kleinen Kalksteinanteil, umgeben von aromatischen Kräutern wie Fenchel, Thymian und Rosmarin, die dem Wein eine unverkennbare Note verleihen.

Jahrgang 2023 – Rioja

2023 war in der Rioja ein anspruchsvolles Jahr mit extremen Temperaturkontrasten, Hagelereignissen und strenger Selektion – ein Jahrgang, der präzise Arbeit im Weinberg belohnte. In der hochgelegenen Lage La Canoca ergibt das einen feinen, harmonischen Tempranillo von eleganter Struktur. Die limitierte Produktion umfasst nur 3.570 Flaschen.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo mit einem kleinen Anteil Viura, aus dem Jahrgang 2023, Rioja DOCa, trocken.

Die Trauben werden sorgfältig von Hand geerntet, in 200-kg-Behältern ins Weingut transportiert und zu 100 % entrappt. Die Gärung erfolgt in unbehandelten Betonbehältern. Anschließend reift der Wein zehn Monate in 500-Liter-Fässern aus französischer Eiche in einem historischen Kellergewölbe – eine schonende Reifung, die dem Wein seine elegante Struktur und feine Komplexität verleiht. Abgefüllt im September 2024.

Im Glas

Ein harmonischer Höhen-Tempranillo von feiner Komplexität: klar definierte rote Frucht, florale Anklänge und eine markante kräutrige Würze (Fenchel, Thymian, Rosmarin), die das umliegende Terroir widerspiegelt. Am Gaumen elegant strukturiert, frisch und präzise, mit feinem, gut eingebundenem Tannin und langem Nachhall – Eleganz statt Kraft.

Elegante Struktur und feine Komplexität – eine einzigartige Verbindung von Tradition, Terroir und Weinbereitungskunst.

Schon jetzt zugänglich, mit gutem Reifepotenzial; profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu gegrilltem und geschmortem Fleisch, zu Gerichten mit mediterranen Kräutern sowie zu mittelreifem Käse.


Lage: Rioja DOCa, Paraje La Canoca, San Vicente de la Sonsierra (Spanien); mehrere Weinberge (>50 J.), ~600 m, lehmige Böden mit kleinem Kalksteinanteil, von Fenchel, Thymian und Rosmarin umgeben
Klassifikation: Rioja DOCa, Tempranillo mit etwas Viura (trocken); nur 3.570 Flaschen
Ausbau: Handlese (200-kg-Behälter), 100 % entrappt, Gärung in unbehandeltem Beton, 10 Monate in 500-l-Fässern (franz. Eiche) im historischen Kellergewölbe; organischer Anbau

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USA

Cayuse En Chamberlin Vineyard Syrah 2011

Rotwein · Syrah · Walla Walla Valley · USA

Cayuse En Chamberlin Syrah ist ein Kult-Syrah aus dem Walla Walla Valley im pazifischen Nordwesten der USA. Das von Christophe Baron gegründete Weingut Cayuse arbeitet biodynamisch auf den von Flusskieseln durchsetzten Böden des Rocks District. Die Einzellage En Chamberlin liefert einen mittelkräftigen bis kräftigen, seidigen Syrah. Im Glas dunkle Frucht, Würze und große Balance.


Walla Walla Valley

Cayuse liegt im Walla Walla Valley, genauer im „Rocks District of Milton-Freewater" – einem Gebiet mit auffälligen, runden Basaltkieseln im Boden, die den Syrahs ihren unverwechselbaren, würzig-erdigen Charakter geben. Christophe Baron, ursprünglich aus der Champagne, bewirtschaftet die Lagen biodynamisch. En Chamberlin ist eine seiner Einzellagen.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein ist ein Syrah aus der Einzellage En Chamberlin. Nach der Gärung reift er im Holzfass, überwiegend in gebrauchten Fässern, die die Frucht und den unverwechselbaren „Rocks"-Charakter unterstreichen, ohne ihn zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase Bing-Kirsche und Blaubeere, dazu Tabak, pfeffrige Kräuter, Eisen und ein erdiger Pilzton – der klassische Rocks-Stil. Am Gaumen mittelkräftig bis kräftig, nahtlos und perfekt balanciert, mit feinen Tanninen. Der Abgang ist lang und ausdrucksstark.

Am Tisch

Schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über zwei Jahrzehnte; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Serviertemperatur 16–18 °C.

Klassische Begleitung: gegrilltes und geschmortes Fleisch, Lamm, Wild und Pilzgerichte.


Lage: En Chamberlin, Rocks District, Walla Walla Valley (USA)
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA – Syrah
Ausbau: Holzfass, überwiegend gebraucht; biodynamischer Weinbau

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Rebsorten

Paul Mas Chardonnay blanc 0,25

Wein · Weißwein · Pays d'Oc · Frankreich

Paul Mas Chardonnay aus Südfrankreich besticht durch fruchtig-tropische Aromen, die von einem Hauch Vanille und Nussnoten untermalt werden. Vollmundig und intensiv im Geschmack – in der praktischen 0,25-Liter-Flasche.


Pays d'Oc / Languedoc

Das Pays d'Oc erstreckt sich entlang der Mittelmeerküste im Languedoc (Südfrankreich). Das mediterrane Klima mit heißen, trockenen Sommern begünstigt reife, aromatisch konzentrierte Chardonnay-Trauben. Erzeuger ist Domaines Paul Mas.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Chardonnay. Ein dezenter Holzeinsatz verleiht dem fruchtbetonten Wein die feinen Vanille- und Nussnoten und etwas Fülle. Abgefüllt in der 0,25-Liter-Flasche. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Strohgelb. In der Nase fruchtig-tropische Aromen, untermalt von einem Hauch Vanille und Nuss. Am Gaumen vollmundig und intensiv, mit feiner Frucht und rundem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – ein unkomplizierter Begleiter, ideal portioniert für ein Glas.

Passt zu: Fisch, Geflügel, hellem Fleisch, Pasta und mildem Käse.


Lage: Pays d'Oc IGP, Languedoc (Frankreich); Domaines Paul Mas
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – 100 % Chardonnay, trocken
Ausbau: fruchtbetont mit dezentem Holzeinsatz
Füllmenge: 0,25 Liter

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USA

Cayuse God Only Knows Grenache 2015

Rotwein · Grenache · Walla Walla Valley · USA

Cayuse God Only Knows Grenache ist ein seltener, vielschichtiger Grenache aus dem Walla Walla Valley im Nordwesten der USA – oft genannt als einer der besten Grenache außerhalb Südfrankreichs. Er stammt aus dem Umfeld von Cayuse und Christophe Baron, der seine Lagen im Rocks District biodynamisch bewirtschaftet. Ein mittelkräftiger, fast burgundisch wirkender Grenache von Eleganz und Reinheit. Im Glas florale Noten, wilde Erdbeere und ein würziges Finish.


Walla Walla Valley

Der Wein stammt aus dem „Rocks District of Milton-Freewater" im Walla Walla Valley – einem Gebiet mit auffälligen, runden Basaltkieseln, die den Weinen ihren würzig-rauchigen Charakter geben. Christophe Baron, ursprünglich aus der Champagne, bewirtschaftet die Reben biodynamisch.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein ist ein Grenache. Nach der Gärung reift er im Holzfass, überwiegend in gebrauchten Fässern, die die feine, florale Frucht und den würzigen Rocks-Charakter bewahren.

Im Glas

Mittleres Rubin- bis Purpurrot. In der Nase Himbeere und wilde Erdbeere, dazu blumige Noten, gemahlener Pfeffer und Veilchen. Am Gaumen mittelkräftig bis kräftig, opulent und zugleich ätherisch, mit reifem Tannin und einem tragenden Säuregerüst. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bereits zugänglich, gewinnt aber mit einigen Jahren Reife; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Serviertemperatur 16–18 °C.

Klassische Begleitung: Lamm, Wild, geschmortes Fleisch und würzige mediterrane Gerichte.


Lage: Rocks District, Walla Walla Valley (USA)
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA – Grenache
Ausbau: Holzfass, überwiegend gebraucht; biodynamischer Weinbau

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Spanien

Jade Gross Peace, Love & Garnacha 2022

Rotwein · Rioja · Garnacha

Garnacha DOCa Rioja Alto de Najerilla · Cordovín alte Buschreben Jade Gross 11 Monate franz. Eiche nur 705 Flaschen 2022

Der Jade Gross Peace, Love & Garnacha 2022 ist ein kraftvoller, expressiver Naturwein aus 100 % Garnacha von alten Buschreben in Cordovín – klare Himbeerfrucht, Gewürze und viel Extrakt, mit Biss und Kawumm. Ein Naturwein mit Ecken und Kanten.


Peace, Love & Garnacha – alte Reben in Cordovín

Jade Gross, in Hongkong geborene chinesisch-amerikanische Quereinsteigerin aus der Spitzengastronomie, begann ihr Rioja-Projekt 2019 unter der Mentorschaft von Abel Mendoza. Ihre Weine entstehen handwerklich, mit minimaler Intervention und klarem Fokus auf den unverfälschten Ausdruck der Rebsorte – wofür „Peace, Love & Garnacha" sinnbildlich steht.

Peace, Love & Garnacha ist ein 100-prozentiger Garnacha, dessen Trauben aus einer kleinen Parzelle in Cordovín im Alto-Najerilla-Tal stammen. Alte Buschweinreben sind hier auf lehmig-eisenhaltigem Boden gepflanzt, der dem Wein Tiefe und Struktur gibt.

Jahrgang 2022 – Rioja

Das Weinjahr 2022 brachte in der Rioja durchgängig warme Temperaturen und erforderte ein sensibles Gespür für die richtige Laubarbeit. Die Weine präsentieren sich daher schon in einer eher reiferen, genussreiferen Phase. Höhenlagen mit altem Rebbestand profitierten klar vor den Tallagen; Graciano und Garnacha zeigten sich gewohnt robust. Trotz der sengenden Sommerhitze und aller Besorgnis im Vorfeld übertreffen die Weine die Erwartungen bei Weitem.

Ausbau

Reinsortige Garnacha aus dem Jahrgang 2022, trocken.

Handlese am 17. September 2022. Nach dem Entfernen der Stiele wurde der Wein in offenen Holzbottichen vergoren und durfte anschließend noch 11 Monate in einem 500-Liter-Fass aus gebrauchter französischer Eiche weiterreifen. Gesamtproduktion: 705 Flaschen.

Im Glas

Ein kraftvoller Geselle: Die klare Himbeerfrucht in Duft und Geschmack wird von verschiedenen Gewürznoten, Eukalyptus, Brotkruste, schwarzem Tee und viel Extrakt sowie einer klaren Säurelinie zusammengehalten. Ein Naturwein mit Ecken und Kanten, einer sensiblen Länge, Biss und Kawumm.

Ein Naturwein mit Ecken und Kanten – einer sensiblen Länge, Biss und Kawumm.

Am besten leicht gekühlt genießen. Bei 14–16 °C servieren.

Am Tisch

Zu gegrilltem Fleisch und Geflügel, zu würzigen mediterranen Gerichten, zu Tapas und Wurst sowie zu mittelreifem Käse – vielseitig und unkompliziert.


Lage: DOCa Rioja, Cordovín im Alto-Najerilla-Tal (Spanien); kleine Parzelle, lehmig-eisenhaltiger Boden, alte Buschreben
Klassifikation: DOCa Rioja, Garnacha (trocken); nur 705 Flaschen
Ausbau: Garnacha; entrappt, Gärung in offenen Holzbottichen; 11 Monate gebrauchte franz. Eiche (500 l); Naturwein, handwerklich

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Weine

Bertheau Chambolle Musigny 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny · 1er Cru Baudes · Groseilles · Gruenchers · Noirots Côte de Nuits 2021

Der Chambolle-Musigny 1er Cru 2021 der Domaine François Bertheau ist eine Cuvée aus den Premier-Cru-Lagen Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots. Ein expressiver, feiner und sinnlicher Pinot Noir, getragen von Eleganz – mit Himbeere, frischen Blüten, reifer Beerenfrucht und feinen Erdnoten.


Chambolle-Musigny – Assemblage aus vier Premier Crus

Dieser Premier Cru vereint vier Climats von Chambolle-Musigny: Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots. Chambolle-Musigny im Herzen der Côte de Nuits gilt mit seinen Kreide- und Tonböden als Inbegriff von Eleganz und Finesse.

Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen, gesuchten Erzeugern der Gemeinde und prägt deren duftig-feinen Stil.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – passend zur duftigen, eleganten Art von Chambolle.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, eine Assemblage aus Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse ausgerichtet.

Im Glas

Himbeeren, frische Blüten und reife Beerenfrucht treffen auf feine Erdaromen. Reife Gerbstoffe, eine knackige Fruchtigkeit, ein hochspannendes Säurespiel, viel Schmelz und ein berührender Abgang zeigen, wie zart und zugleich intensiv ein Pinot Noir schmecken kann.

Himbeere, frische Blüten und Schmelz über knackiger Frucht – ein zarter, intensiver Pinot Noir voller Eleganz.

Schon jung zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); Assemblage aus Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers, Les Noirots; Kreide-/Tonböden
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Weine

Niepoort Redoma tinto 2021

Wein · Rotwein · Douro · Portugal

Niepoort Redoma Tinto 2021 war der erste Douro-Wein des Hauses Niepoort, 1991 erstmals präsentiert. Er verkörpert den Charakter des Douro-Tals in reinster Form: kraftvoll, kompromisslos und von beeindruckender Tiefe, geprägt von den extremen Bedingungen der Region.


Douro / Quinta de Nápoles

Die Basis bilden uralte, nach Norden ausgerichtete Weinberge der Quinta de Nápoles und des Pinhão-Tals in der D.O.C. Douro. Ihre kargen Schieferböden und steilen Lagen sorgen für eine langsame, ausgewogene Reifung der Trauben. Niepoort zählt zu den prägenden Häusern der Region und verbindet bei Redoma die Tradition des Douro mit moderner, präziser Handschrift.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus den Hauptsorten Tinta Amarela, Tinta Roriz und Touriga Franca. Die Vinifikation erfolgt traditionell und schonend; der Ausbau im Holz bewahrt Frische, Struktur und aromatische Komplexität. Trocken ausgebaut, mit deutlichem Reifepotenzial.

Im Glas

Tiefes Rubinrot. In der Nase dunkle und rote Frucht, mediterrane Kräuter, feine Würze und mineralische Schiefernoten. Am Gaumen kraftvoll und tief, zugleich elegant und frisch, mit fein gewobenen Tanninen, klarer Struktur und langem, nachhallendem Abgang.

Am Tisch

Vor dem Genuss dekantieren und bei 16–18 °C servieren – ein großer Begleiter zur kräftigen Küche.

Passt zu: geschmortem Lamm, Wild, Rind, herzhaften Schmorgerichten und gereiftem Käse.


Lage: D.O.C. Douro – Quinta de Nápoles & Pinhão-Tal (Portugal); Niepoort
Rebsorten: Tinta Amarela, Tinta Roriz & Touriga Franca (alte Reben), trocken
Ausbau: traditionelle, schonende Vinifikation; Reifung im Holz
Jahrgang: 2021

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