Bodega Forlong – El Puerto de Santa Maria – Jerez – Spanien
Ein Besuch bei der Bodega Forlong in Andalusien nördlich der Sherry Metropole El Puerto de Santa Maria offenbart, um welch´ ein prächtiges Kleinod es sich bei dieser von Alejandro und Rocio Áspera 2007 gegründeten Bodega handelt.
Auf knapp 17 Hektar Land ist das Weingut inzwischen angewachsen. Sieben Hektar werden davon auf kalkhaltigem Rebuntergrund biodynamisch bewirtschaftet. Je nach Jahrgang werden um die 60.000 Flaschen diverser Weine produziert. Die Weinbergsfläche ist dabei auf verschiedene Fincas aufgeteilt.
Historisch gesehen wird hier schon seit Jahrhunderten Weinbau betrieben. Schon die Mönche haben neben ihren religiösen Pflichten den irdischen Frohsinn mal weniger und mal öfter mit gutem Sherry untermauert. Dabei haben die Mönche, so genussorientiert wie sie nun einmal waren, den Bauern immer nur in guten Jahrgängen ihren Wein abgekauft. Die findigen Bauern sind dann natürlich auf die Idee gekommen, immer ein wenig Wein der guten Jahrgänge aufzubewahren und damit die schlechteren Jahrgänge aufzupeppen. So wurde im 18. Jahrhundert auf wundersame Weise das Solera-System eingeführt.
Namensgeber der Kellerei Forlong ist der Brite Peter Furlong, der hier bereits vor 150 Jahren besten Sherry für seine Landsleute produzieren ließ.Heute ist hier vieles anders, da der Focus der Produktion ganz klar auf Stillweinen liegt. Es handelt sich um vinologische Rohdiamanten, die in Amphoren und anschliessend in gebrauchten Barrique Fässern und Edelstahltanks ausgebaut werden. Weine, die nicht wirklich leicht verständlich sind, aber mit ihrer Typizität, Ursprünglichkeit und Eigenständigkeit wahre Andalusische Meilensteine in die Weingläser befördern.
Der bemerkenswerteste Wein ist ein Oloroso Wein und diesen dürfen die Beiden aus gesetzlichen Gründen noch nicht einmal verkaufen. Bis zum Jahr 1970 wurden die Sherry Weine mit einer natürlichen Traubentrocknung, ähnlich der Ripasso Methode, produziert. Die Traubentrocknung erfolgte unter der andalusischen Sonne dabei rein natürlich, dies allerdings nur über 24 Stunden. Die Weine erhielten so ohne jegliches alkoholisches Aufspriten ihre ganze Kraft und Saftigkeit. Durch den aufkommenden Export wurde dann das Aufspritten der Sherry Weine eingeführt. Alejandro und Rocio kämpfen wie Don Quijote und Sancho Panza für die traditionelle Zubereitungsmethode. Und wer einmal ihren „illegalen“ 2010er „Olé(o)roso“ im Glas gehabt hat weiss, dass das engagierte Winzerpaar zurecht gegen die Windmühlen der Obrigkeit ringt.









