El Oso Summer School 2019 – Galiza – Albariño

Teil 2. Albariño, denn auch Galegos wollen gute Geschäfte machen

Die Sache mit dem Albariño ist so einfach nicht. Vor sieben oder acht Jahren kam der damalige und heutige Ministerpräsident Alberto Núñez Feijoo auf eine lustige Idee: er wollte per Gesetz verbieten lassen, dass außerhalb von Galiza Albariño angebaut werden dürfe. Bestehende Anlagen, etwa in Valencia oder aber in manchen Ecken von Castilla, hätten weiterleben dürfen, großzügig, wie man nun einmal ist. Natürlich wurde aus dieser Idee nichts. Im Juni des Jahres zwanzig neunzehn beschloss die Weinbauregion Bordeaux, dass dort, unter anderem, ab jetzt auch Albariño angebaut werden darf. Natürlich war der Ministerpräsident Alberto Núñez Feijoo hellauf begeistert. Sachen gibt’s.

Die Sache mit dem Albariño ist aber auch aus anderen Gründen so einfach nicht. Denn eigentlich ist das eine Rebsorte, die keine wirklich lange Geschichte im Rucksack hat. In Val do Salnés, dem Epizentrum dieser Rebsorte, findet man kaum alte Rebstöcke, und wenn, dann steht da ein Mischsatz aus Caiño branca, Caiño negro, Espadeiro und Albariño.

Finca Outeiral: alte Albariño-Stöcke.

In ganz Galiza war der Weinbau schon seit dem Mittelalter extrem zersplittert, einzig der Klerus und der Landadel verfügten über größere Flächen. Ende des neunzehnten Jahrhunderts gab es mit A Coruña genau eine etwas größere Stadt, Vigo hingegen, heute mit dreihunderttausend Einwohnern der größte Ort in Galiza, kam gerade einmal auf gut zwanzigtausend Einwohner, Ourense war noch kleiner, ebenso Lugo, wo in etwa so viele Menschen lebten wie in Santiago de Compostela. Während Lugo und Ourense vor allem von den im Inneren von Galiza gelegenen Weinbauregionen versorgt wurden, fand man in den Tavernen in A Coruña, Santiago und Pontevedra vor allem Wein aus den Küstenregionen. Lange Zeit war die Versorgung der größeren Orte kein Problem, wurden doch bis an die Nordküste von Galiza Reben kultiviert. Oidium brachte das zum Erliegen, alleine in der Provinz Pontevedra sank die bestockte Fläche um zwei Drittel auf gerade noch gut sechstausend Hektar, weiter im Norden blieb von ein paar tausend Hektar nur das, was rund um den Ort Betanzos angebaut wurde. Gut ein Jahrzehnt später verstärkte Mehltau die Krise, aber damals waren bereits Behandlungsmethoden bekannt, mit Kupfer und Schwefel rückte man beiden Krankheiten zuleibe. Auch den Reblausbefall überlebte der Weinbau an der Küste relativ problemlos, wusste man doch, was zu tun sei: neu bestocken auf amerikanische Rebunterlagen. 

In jener Zeit indes war Albariño eher spärlich anzutreffen. Im Süden der Makroregion Rías Baixas, am Nordufer des Miño, dominierten andere Sorten: Godello, Loureira, Treixadura, Caiño blanca, auch rote Sorten wie Sousón waren häufig. Neunzig Prozent dessen, das sagt zumindest der Volksmund, was damals in Salnés gekeltert wurde, war Rotwein.

Salnés, moderner Stil.

Lange Zeit stand sich die Region selbst im Weg, Vermarktung war nicht unbedingt die Stärke von Salnés. Bis zur Gründung der D.O. Rías Baixas gab es nur wenige größere Weingüter, fast alle, die auch heute noch aktiv sind, waren klein, stammten aus dem Dreieck Cambados-Ribadumia-Meaño oder aus dem Südosten von Condado do Tea, wo sich Weinbau an die D.O. Ribeiro anschließt.

Gleichwohl gab es damals schon einen strukturellen Unterschied zwischen Salnés und dem Süden. Nicht nur die älteste Bodega in Rías Baixas, Santiago Ruiz, gegründet im Jahr achtzehnhundert siebzig, sie verfügte nie über mehr als gut einen Hektar Rebland, eigentlich fast alle Weingüter von dort unten betrachteten sich als Bodegas, die den Weinbauern Trauben abkauften. Marqués de Vizhoja kelterte, und macht das bis heute, vor allem Tafelwein, die Trauben stamm(t)en aus Irgendwo. Señorío de Sobral verfügt auch über kaum eigene Weinberge, O Aforado auch nicht. Einzig As Laxas und Divina Fernández Gil entsprachen dem, was man sich unter einer Winzerbodega vorstellt. Mehr gab es damals da unten nicht.

Salnés, traditioneller Stil.

In Salnés war das anders, auch wenn Palacio de Fefiñanes bis heute in obige Gruppe gehört, die Vorzeigebodega des simplen Weintourismus lebt fast ausschließlich von zugekauftem Lesegut, auch hier steht gerade einmal ein Hektar Rebland in den Büchern. Zarate, C.B. Pintos, Chaves, María del Carmen, Gerardo Méndez, Quinteira da Cruz Carballal oder Viña Blanca del Salnés verarbeiteten hauptsächlich eigene Trauben. Gut, auch all diese Bodegas kauften zu, und mit Boado-Chavez und Terra Santa gab es auch hier die ersten Auftragskellereien. Dennoch: die Vielfalt war größer.

Und genau diese Vielfalt führte dazu, dass man sich einmal im Jahr, immer am ersten Wochenende im August, in Cambados traf, um den Albariño zu feiern. Denn das war schon ein gewaltiger Schritt nach vorne: alle diese Bodegas kelterten (fast) ausschließlich Albariño. Die Fiesta de Albariño gibt es heute noch, sie hat sich aber inzwischen in vier Tage Besäufnis verwandelt, von Kultur ist da nicht mehr viel zu sehen. 

Anfang der achtziger Jahre wurde genau dort, am Meeresufer, nahe des Paradors, darüber diskutiert, ob man denn nicht eine kontrollierte Weinbauregion ins Leben rufen sollte. Die Idee gewann schnell viele Freunde, auch wenn man den sauren Apfel Rías Baixas Süd in Kauf nehmen musste. Man konnte damals keine D.O. Salnés gründen, auch wenn das, zumindest aus heutiger Sicht, die einzig richtige Lösung gewesen wäre.

Das konnte man damals nicht wissen, überhaupt war das alles ein großer Sprung ins Ungewisse. Denn als die D.O. Rías Baixas gegründet wurde, standen dort in den Büchern gerade einmal zweihundert dreiundsiebzig Hektar Rebland! Und davon kam noch ein nicht unwesentlicher Teil aus dem Süden. ¿Hep?

Nun, für die vielen kleinen und sehr kleinen Produzenten, die ihre paar tausend Liter Wein im Laufe des Jahres so oder so verkauften, meistens in einer Taverne neben der Bodega, Zentrum des gemütlichen Saufens der Einwohner von Salnés, mehr oder weniger legal, war eine kontrollierte Weinbauregion nicht unbedingt von Vorteil. Sie konnten schlecht ihren Wein jetzt teurer verkaufen, nur weil da ein amtliches Etikett der D.O. Rías Baixas auf den Flaschen klebte. Und was macht man mit den Karaffen? Die Kunden dieser Bodegas wollten einfach Wein saufen, wenn dann da ein wenig Palomino aus Ribeiro drin war, dann war das halt so.

Dennoch setzte rund um das Gründungsjahr, zwei Jahre zuvor bis vier Jahre danach, ein wahrer Gründungsboom ein. Unter anderem wurden damals die beiden Cooperativen, die Rías Baixas jahrelang prägen sollten, ins Leben gerufen: Martín Códax und Condes de Albarei. Noch heute sind dies, zusammen mit der Cooperativa Vitivinícola Arousana, besser bekannt unter dem Markennamen Paco & Lola, die wichtigsten Abfüller der Region. Insbesondere Martín Códax, beheimatet in Vilariño, im Osten von Cambados, schaffte es in relativ kurzer Zeit, sich einen Namen zu machen.

Aus der Distanz betrachtet ist es durchaus erstaunlich, dass man zuvor keine Cooperativen gründete. Noch heute werden die gut zweitausend Hektar Rebfläche in Salnés von deutlich mehr als viertausend Weinbauern beackert, insgesamt gibt es mehr als fünfzehntausend Parzellen, alles ist total zersplittert. Der durchschnittliche Weinbergsbesitz von fünftausend fünfhundert Quadratmetern erlaube es einem tüchtigen Weinbauern, in einem guten Jahr ein paar tausend Liter Wein zu keltern und zu vermarkten, in schlechten Jahren blieb oftmals nicht viel. Vollerwerbsweinbauern, wie man sie aus der Rioja, aus Ribera del Duero oder aus Toro kannte, gab und gibt es in Salnés kaum. Wer keine eigene Bodega hatte, der lieferte an eine der beiden Cooperativen, oder aber an die Handelshäuser, die damals ihren ersten Boom erlebten. Für manche war es indes auch ihr letzter.

Die Epoche der Gründung der Weinbauregion fiel zusammen mit der Hochphase des Drogenschmuggels, Haschisch, vor allem aber Kokain aus Columbia auf dem Weg gen Mitteleuropa. Salnés wurde überschwemmt von Drogengeld und natürlich hatte das auch Auswirkungen auf den Weinbau. Diverse Großbodegas wurden zu nicht geringem Teil mit Koka-Peseten finanziert. Das schillerndste Beispiel ist Pazo Baión, dort investierte Laureano Oubiña, einer der vier Drogenkönige in Salnés, eine Menge Geld. Als er verurteilt wurde, zog der Staat auch sein Vermögen ein, darunter diese Bodega inmitten von einem Meer von Weinbergen. Jahre später wurde Pazo Baión versteigert, heutiger Eigentümer ist Condes de Albarei; das in der Zwischenzeit dort installierte Zentrum für jugendliche Drogenaussteiger wird weiterhin betrieben.

Qualitativ waren die achtziger, vor allem aber die neunziger Jahre in Salnés eher von überschaubarer Güte, es ging oftmals darum, viel Wein zu keltern, Flaschen, auf denen Albariño steht, deren Innenleben aber eher unwichtig war. Jenseits von Galiza kannte man damals nur wenige Albariños, weiche, leicht säuerliche Weine ohne viel Struktur galten schnell als das, was in Salnés typisch sei. Dies sollte sich noch bis in das einundzwanzigste Jahrhundert hinziehen, etwa bis ins Jahr zweitausend und sechs oder zweitausend und sieben, als damals komplett unbekannte Bodegueros namens Rodrigo Méndez oder Xurxo Alba begannen, die Szene aufzumischen. Fünfzehn Jahre zuvor war der Markt noch nicht bereit für solche Weine.

Es war jedoch die Zeit mancher Weingoldgräber, allen voran José María Fonseca, Gründer einer damals hypermodernen Bodega in O Rosal: Terras Gauda. Sein damaliger Önologe, Pepe Domínguez, galt als einer der besten Weinmacher in Galiza. Gemeinsam schuf man den ersten in kleinen Barricas ausgebauten Albariño, Terras Gauda Etiqueta Negra, der in den ersten zehn Jahren jedoch einem wuchtigen Holzungeheuer nahe kam.  Er wurde in Spanien für mehr als dreitausend Peseten verkauft, ein Preis, der einzig deswegen so festgelegt wurde, weil ein gewisser José Peñín einen damals noch beachtenswerten Weinführer herausgab, in dem es eine Kategorie „Weine teurer als dreitausend Peseten“ gab. In der fand man zuvor keinen Weißwein, Terras Gauda Etiqueta Negra war der erste. Spielchen dieser Art gab es damals viele, man wollte Albariño und Rías Baixas auf der Iberischen Halbinsel bekannt machen. Dies gelang, aber aus einem ganz anderen Grund.

Als erste Bodega kam La Rioja Alta; man ließ sich im Süden von Rías Baixas nieder, gründete Lagar de Cervera, man war Pionier in Sachen auswärtige Investition in Rías Baixas. Viele sollten folgen, zumeist kamen sie aus der Rioja. Dies ist nicht weiter verwunderlich, war dies in jener Zeit doch die einzige Weinbauregion Spaniens, die eine halbwegs funktionierende Vertriebsstruktur aufweisen konnte, sowohl national als auch international. Marqués de Vargas, Marqués de Murrieta, Ramón Bilbao, dies sind nur drei weitere Rioja-Bodegas, die sich in Rías Baixas ihren Platz schufen. Oftmals wurden bestehende Bodegas übernommen, in manchen Fällen versuchte man, den Rioja-Deckel zu verstecken, Bodegas Riojanas etwa ist so ein Fall. Irgendwann kaufte LAN dann die Vorzeigebodega Santiago Ruiz.

Dies war der Startschuss eines eher industrialisierten Weinbaus in Salnés. Aber es waren nicht nur die Weingüter aus der Rioja, aus Catalunya, natürlich sind auch die beiden Großbodegas Felix Solís und J. García Carrión vertreten, diverse Weingüter aus anderen Teilen von Galiza kamen gen Küste. Am auffälligsten war dies am Unterlauf des Miño, in Arbo oder auch in Salvaterra do Miño, wo sich Weingüter aus dem nahen Ribeiro Bodegas kauften, selbst gebaut hat man eher nicht. Rectoral do Amandi aus Sober kam gen Salnés, um Rectoral do Umia zu gründen, eine Riesenbodega, die eigentlich vom ersten Moment an Probleme hatte. Sogrape kam aus Portugal, errichtete im Süden von Meaño, inmitten von Wald und Granit, eine Riesenbodega, in der man gut und gerne zwei Millionen Liter Wein keltern konnte, und scheiterte. Inzwischen heißt dieses Projekt Vionta, es gehört Freixenet, die wiederum gehören inzwischen Henkell.

Für die Großinvestoren aus dem In- und Ausland war Rías Baixas ein leichtes Spiel, gab es doch viele Weinbauern, die nicht wussten, wohin mit ihren Trauben. Die beiden traditionellen Cooperativen Martín Códax und Condes de Albarei schlossen bald ihre Mitgliederlisten, sie mussten ihren Socios viel Geld für ihre Trauben zahlen, mehr als dreihundert Peseten für ein Kilo Trauben, mehr als einen Euro und achtzig Cent. Daran hat sich auch bis heute nicht viel geändert. Daher hat Martín Códax eine Zweitfirma gegründet, die als Comercializadora, als Vermarkter fungiert. Man erwarb im Süden von Rías Baixas diverse Bodegas, Adegas Galegas (Don Pedro de Soutomaior) etwa, man kooperiert mit einigen, zum Beispiel mit Tollodouro in O Rosal, und mit anderen. Überall dort entsteht relativ billiger Albariño, billiger zumindest als das, was Martín Códax in Vilariño produzieren kann.

In jener Zeit begannen die Albariños auch jenseits der Grenzen von Galiza auf sich aufmerksam zu machen, insbesondere auf der anderen Seite des Atlantiks, in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort half, dass viele Menschen aus Galiza auswandern mussten, um Geld zu verdienen, die USA war ein beliebtes Ziel, schon seit Jahrhunderten ist das so. Albariño schuf sich einen kleinen Markt. Und dann begab es sich, dass eine in California ansässige Firma namens E&J Gallo auf Albariño aufmerksam wurde. Sie sahen sich etwas um und firmierten wenig später einen Vertrag mit Bodegas Martín Códax. Was genau die Absicht dahinter war, ist nicht wirklich klar. Gallo sagt, dass sie nur eine Kooperation wollten, die Übernahme der Bodega hätte nie zur Debatte gestanden. Die nachlassenden Aktivitäten in den folgenden Jahren stützt diese These indes nicht. Auch war man damals ziemlich vollmundig unterwegs, man wollte zehn Millionen Flaschen Albariño füllen. Etwas ambitioniert, gab es in jener Zeit doch gerade einmal dreitausend Hektar mit Albariño bestockte Rebfläche. Auch wenn man die veröffentlichten spanischen Exportstatistiken immer mit etwas Vorsicht und einer Prise Salz genießen sollte, die Absätze der D.O. Rías Baixas in all den Jahren seit dem Beginn dieser Kooperation sind von den angepeilten Mengen Lichtjahre entfernt. Dafür gibt es inzwischen Martín Códax Bierzo Edition und auch ein Riojawein namens Ergo, hergestellt in einer Cooperative, ist einer der meistverkauftesten spanischen Rotweine auf den US-Markt, vertrieben via Códax-Gallo.

Insgesamt wird aktuell etwas mehr als ein Viertel der Jahresproduktion der D.O. Rías Baixas exportiert, das ist eine ganze Menge. Nur: die Einheimischen können dafür nicht viel. Neben Gallo sind es vor allem die Bodegas aus anderen Teilen Spaniens, die für den Export verantwortlich sind.

Im Laufe der Jahre war Rías Baixas an seine Grenzen gestoßen, in Salnés gibt es nur wenige Stellen, an denen noch Reben gesetzt werden können. Gleiches gilt für O Rosal, das Mündungsgebiet des Miño. Weiter im Landesinneren, in Condado do Tea, könnte man zwar noch mehr pflanzen, die Gegebenheiten sind für Albariño indes nicht gerade günstig: es ist zu trocken und zu heiß, beides mag Albariño nicht wirklich. Daher kam um die Jahrtausendwende eine andere Erweiterung aufs Tapet: Ribeira do Ulla, ein besserer Bach, der an der Grenze zwischen den Provinzen Pontevedra und A Coruña herumschwimmt. Natürlich sind die klimatischen Gegebenheiten auch hier anders, aber zumindest wird es dort nicht zu heiß. Diese Erweiterung jedoch hatte ein G’schmäckle: schon bevor die Erweiterung beschlossen wurde, legte die damals zu den Top-Betrieben der Region zählende Bodega Pazo de Señorans dort eine große Parzelle an. Die langjährige Präsidentin des Consejo Regulador der D.O. Rías Baixas, Marisol Bueno, boxte die Erweiterung durch, wohl nicht zuletzt aus Eigeninteresse, schließlich ist sie auch die Eigentümerin von Pazo de Señorans. Die rechte Hand wäscht die linke. So richtig attraktiv ist diese Region jedoch nie geworden, ihr Anteil an der gesamten Albariño-Produktion liegt bei gut drei Prozent.

Leben kam in die Bude erst wieder, als die Cooperativa Vitivinícola Arousana gegründet wurde, man sprang quasi von null auf drei Millionen Kilo Trauben, viele Weinbauern, die weder bei Martín Códax noch bei Condes de Albarei Aufnahme fanden, hatten plötzlich ein Zuhause. Dumm nur, dass die Märkte gerade alle gut satt waren, außerdem lugte die Krise schon um die Ecke. Die Genossen aus Meaño machten aus der Not eine Tugend, die Bodega wurde zum Heim vieler weißer Marken, vor allem von Bodegas aus anderen Regionen Spaniens, die erst einmal sehen wollten, ob das mit Albariño klappen könnte. Freixenet war dort, Felix Solís ist wohl immer noch dort, aber auch viele kleinere Bodegas, die aus dem einen oder anderen Grund einen Albariño mit eigenem Etikett vertreiben wollten, besorgten sich dort ihre Weine. Tollodouro macht solche Dinge auch, und noch ein paar Bodegas mehr. Insgesamt ist der Markt an weißen Marken so groß aber dann doch wieder nicht. Dreißig Millionen Flaschen, das ist am Ende des Tages noch immer eine überschaubare Größe.

Nach etwa zwei Jahrzehnten qualitativem Stillstand bewegte sich Salnés in der zweiten Hälfte der ersten Dekade des einundzwanzigsten Jahrhunderts dann doch. Den Anfang machte Rodri, Rodrigo Méndez, ein Stahltankverkäufer aus Meaño. Mit Raúl Pérez als Weinmacher kam er mit diversen Rotweinen und ein paar interessanten Albariños auf den Markt. Gut, man produzierte auch diversen Unfug, wie etwa einen Wein, der ein paar Monate in einem Barrique reifte, das im Atlantik herumschwamm. Kann man machen, bringt Aufmerksamkeit. Kann man aber auch bleiben lassen. Xurxo Alba hängte damals seinen Job in Salnesvin an den Nagel, um die familiäre Bodega zu übernehmen. Eladio Pineiro, lange Zeit Direktor von Mar de Frades (Ramón Bilbao) begann mit Frore de Carmen, Weine zu keltern, die zumindest exotisch waren. Manuel Moldes, „Chicho“ verwandelte die wirkliche Garagenbodega seiner Eltern in Sanxenxo in eine der innovativsten Bodegas der Region. Rosa Pedrosa kam aus Madrid zurück, sie beackert einen Weinberg ihrer Familie und gründete Narupa, eine der kleinsten Bodegas der Region mit durchaus innovativen Weinen. Eulogio Pomares verbesserte zum einen die Top-Weine der Familienbodega Zarate, für den normalen Zarate gilt dies nicht, zudem begann er, auf eigene Rechnung, den einen oder anderen interessanten Wein zu keltern.

Auf dieser Welle schwammen und schwimmen ein paar Bodegas im Schatten mit, die qualitativ dort eher wenig zu suchen haben. Nanclares etwa, wo eigentlich nur die Parkerpunkte groß sind. Viña Blanca del Salnés, könnte, will aber offensichtlich nicht können wollen. Altos de Cristimil müsste einfach mal den Önologen wechseln, diverse andere Bodegas müssten einfach mal einen Önologen beschäftigen. Aber wie soll das gehen, wenn man gerade einmal zehntausend Flaschen keltert, die dann in der Taverne für sieben Euro die Flasche verschoben werden? Es gibt in Salnés viele Parzellen, die gut genug für erstklassige Weine sind. Aber solange man für diese Weine nicht wirklich mehr Geld einnehmen kann, kommt das dem Quirlen von Nebel gleich.

So abrupt der Qualitätsboom im Jahr zweitausend und sechs begann, so abrupt brach er wieder in sich zusammen, nur gut sechs Jahre später. Natürlich gibt es immer mehr große und großartigen Weine (großmäulige leider auch), sie (die großen) stammen aber immer wieder von den gleichen Weinmachern; Rodri, Raúl, Xurxo, Chicho, Rosa, Eulogio, und dann noch einmal von vorne: Rodri… In den letzten fünf Jahren, wurde, von einer im Großgeld schwimmenden Unternehmung in Vilagarcía de Arousa einmal abgesehen, genau eine Bodega wirklich neu gegründet: Cambados Urban Winery. Wenn man schon so heißt…

Albariño und mit ihm Salnés und, im Schlepptau, Rías Baixas, steht schon an einem Scheidepunkt. Der Anteil industriell daherkommender Weine steigt immer weiter, die Top-Produzenten kann man weiterhin mithilfe von zwei Händen aufzählen. Man kennt sie inzwischen auch in Restspanien, jedes Sternelokal kann zumindest fünf gute Produzenten aufzählen, und führt auch Weine von ihnen: Rodri, Raúl, Xurxo, Chicho und Eulogio. Zusammen füllen die aber gerade einmal eine halbe Million Flaschen. Weltbekannt wird man so eher nicht. Text: El oso alemán

Teil 3. Galiza in Rot: noch immer eine Herausforderung erscheint auf diesem Blog am 21.08.2019 um 11.00 Uhr.

Teil 4. Galiza, ein Land der Cuvées? Vor allem um Ribeiro geht es hier, aber auch um die komplizierte Nachbarschaft mit Portugiesen erscheint auf diesem Blog am 28.08.2019 um 11.00 Uhr.

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Spanien

Cantarranas Verdejo

Weißwein · Rueda · Verdejo

100 % Verdejo D.O. Rueda Kastilien-León, ~700 m Cascajo über Kalklehm Kühle Gärung im Edelstahl Jung gefüllt

Cantarranas Verdejo ist ein reinsortiger Verdejo aus der D.O. Rueda, gekeltert von der Genossenschaft Cuatro Rayas. Ein trockener Weißwein von der kastilischen Hochebene, der die Frische und die Steinobst-Frucht der Rebsorte in den Vordergrund stellt – ein klassischer Rueda für den täglichen Genuss.


Rueda – Verdejo von der kastilischen Hochebene

Die D.O. Rueda liegt in Kastilien-León, verteilt über die Provinzen Valladolid und Segovia auf rund 700 Metern Höhe. Die Böden bestehen aus dem regionaltypischen Cascajo, einer Kiesauflage über Kalklehm, die für Durchlüftung und Drainage sorgt. Das kontinentale Klima mit heißen Tagen und kühlen Nächten erhält Aromatik und Säure des Verdejo.

Cuatro Rayas ist eine 1935 gegründete Genossenschaft, die die Reben von über 300 Winzern der Region bündelt. Aus diesem Fundus stammt die Traubenauswahl für Cantarranas.

Assemblage und Ausbau

Cantarranas ist ein reinsortiger Verdejo, der autochthonen Weißweintraube Ruedas.

Die Gärung erfolgt kühl im Edelstahltank, um Frucht und Frische zu bewahren und die typische Aromatik der Rebsorte herauszuarbeiten. Der Wein wird jung gefüllt und auf sofortige Trinkfreude ausgelegt.

Im Glas

Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase intensive, frische Aromatik mit Banane, Pfirsich und frisch geschnittenem Heu. Am Gaumen rund und anhaltend, getragen von Steinobst und dem für Verdejo typischen, leicht bitteren Fenchel-Mandel-Abgang.

Steinobst und Heu in der Nase, ein trockener, anhaltender Gaumen mit der leicht bitteren Verdejo-Signatur im Abgang.

Gut gekühlt bei 6 bis 8 °C servieren. Der Wein trinkt sich jung am präzisesten.

Am Tisch

Klassische Begleitung: milde Käse, Canapés sowie Fisch und Meeresfrüchte. Als trockener Aperitif ebenso tauglich wie zur leichten Küche.


Produzent Cuatro Rayas, La Seca (Valladolid)
Rebsorte 100 % Verdejo
Lage Rueda (Valladolid / Segovia), Kastilien-León
Klassifikation D.O. Rueda
Vinifikation Kühle Gärung im Edelstahltank
Ausbau Edelstahltank · jung gefüllt
Böden Cascajo-Kies über Kalklehm, ~700 m
Trinktemperatur 6–8 °C

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Spanien

Baynos tinto 2020

Rotwein · Rioja · Spanien

Der Baynos Tinto ist eine Cuvée aus 90 % Tempranillo und 10 % Graciano aus Baños de Ebro in der Rioja Alavesa. Baynos ist das Rioja-Projekt der Familie García rund um Bodegas Mauro. Die Trauben stammen von alten Buschreben kleiner Parzellen auf armen, lehmig-kalkigen Böden. Vergoren wird spontan im Betontank, gefolgt von 20 Monaten Reifung in französischer Eiche. Im Glas ein junger, dichter Rotwein mit dunkler Frucht, Würze und markanter Mineralität.


Baños de Ebro – Rioja Alavesa

Baynos entsteht in Baños de Ebro in der Rioja Alavesa, wo die Familie García neun kleine Parzellen mit alten Buschreben bewirtschaftet. Die Böden sind karg und reich an Lehm und Kalk – ein Terroir, das Konzentration und Frische zugleich ermöglicht. Bewirtschaftet wird biologisch und nach biodynamischen Prinzipien, inklusive Tierzug im Weinberg; die Bio-Zertifizierung ist in Vorbereitung.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 90 % Tempranillo und 10 % Graciano. Nach der Handlese werden die Trauben entrappt, aber nicht gequetscht, um die Frucht zu schonen. Die alkoholische sowie die malolaktische Gärung finden spontan mit autochthonen Hefen im Betontank statt. Anschließend reift der Wein 20 Monate in 228-Liter-Barriques aus französischer Eiche, je zur Hälfte neu und gebraucht. Die Gesamtproduktion umfasst 11.561 Flaschen. Enthält Sulfite.

Im Glas

Im Glas tiefes, dunkles Rot; jung und zunächst verschlossen. Mit Luft entfaltet sich eine ausgeprägte Mineralität, gepaart mit tiefer, dunkler Frucht: Brombeere und viel Blaubeere, dazu Würze, dunkle Schokolade, Graphit, schwarzer Tee und ein Hauch Trüffel. Am Gaumen frisch und kraftvoll beerig, mit reichhaltigen, reifen Tanninen und feiner Säurestruktur. Großes Reifepotenzial.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Lamm, Rind, Wild und gereifter Hartkäse. Der Wein ist jung; vor dem Servieren großzügig dekantieren oder einige Jahre lagern. Serviertemperatur 16–18 °C.


Lage Baños de Ebro, Rioja Alavesa, arme lehmig-kalkige Böden, alte Buschreben
Klassifikation DOCa Rioja (Rioja Tinto)
Ausbau Cuvée Tempranillo/Graciano, Handlese, Spontangärung im Betontank, malolaktische Gärung im Beton, 20 Monate in französischer Eiche (228 l, 50 % neu / 50 % gebraucht)

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Weine

Van Volxem Altenberg Alte Reben Riesling Großes Gewächs 2019 MAGNUM

Weißwein · Kanzemer Altenberg (Saar) · Riesling

Riesling Kanzemer Altenberg Saar · Mosel Van Volxem Devonschiefer & Rhyolith bis 70 % Steillage · alte Reben Großes Gewächs · trocken Magnum 1,5 l · 2019

Der Van Volxem Altenberg Alte Reben Riesling Großes Gewächs 2019 in der Magnum (1,5 l) stammt aus dem Kanzemer Altenberg – einer der steilsten Schieferlagen der Saar. Von uralten, teils wurzelechten Reben: ein unheimlich mächtiger, kraftvoller und würziger Riesling, der wie ein ganz großer weißer Burgunder schmeckt, gesegnet mit den Schiefertönen der Saar.


Kanzemer Altenberg – Grauschiefer in extremer Steillage

Van Volxem in Wiltingen an der Saar wurde von Roman Niewodniczanski aus einem traditionsreichen, einst verfallenen Gut zu neuem Weltruhm geführt. Das Weingut bewirtschaftet ausschließlich Schiefersteillagen der Saar – Hänge, die in ihren Ursprüngen bis in die Römerzeit zurückreichen und zu den ältesten Steillagen der Welt zählen.

Der Kanzemer Altenberg gegenüber dem Ort Kanzem ist eine Welt für sich: ein majestätischer, bis zu mehr als 70 % steiler Hang in idealer süd-südöstlicher Ausrichtung, dessen Nähe zur Saar für Wärme, Lichtverstärkung und kühle Nächte sorgt. Der Boden besteht aus verwittertem Devon-Grauschiefer und Rotliegendem (Rhyolith); darin stehen viele Jahrzehnte alte, teils wurzelechte Reben, die tief in den Schiefer wurzeln. Niedrige Erträge und dieses karge, dramatische Terroir geben dem Wein seine rauchig-mineralische Tiefe.

Jahrgang 2019 – Saar

2019 gilt an der Saar als herausragender Jahrgang: Ein warmer, aber ausgewogener Sommer und kühle Nächte im Herbst brachten reife, gesunde Trauben mit klarer, präziser Säure. Auf dem warmen, kargen Schiefer des Altenbergs ergibt das einen besonders kraftvollen und konzentrierten Riesling, dessen mächtige Statur von einer lebendigen, mineralischen Säure getragen und im Gleichgewicht gehalten wird.

Ausbau

Trockenes Riesling Großes Gewächs aus dem Kanzemer Altenberg, Jahrgang 2019, gefüllt in der Magnum (1,5 l); 100 % Riesling von alten, teils wurzelechten Reben.

Wie alle Van-Volxem-Weine wird auch der Altenberg spontan mit den eigenen Hefen vergoren und über eine lange Reifezeit im traditionellen Fuderfass ausgebaut – handwerklich und ohne Schönung. Diese reduktive, hefebetonte Reife verleiht dem Wein Tiefe, Schmelz und eine bemerkenswerte Haltbarkeit. Im großen Magnumformat reift er besonders langsam und gewinnt zusätzliches Potenzial.

Im Glas

Das von Grauschiefer geprägte Terroir verschmilzt hier mit der Riesling-Rebe zu einer fantastischen Symbiose, wie sie die Welt lange nicht mehr getrunken hat. Unheimlich mächtig, voller Kraft, Würze, reifer südländischer Frucht und von einem minutenlangen Abgang geprägt. Er schmeckt wie ein ganz großer Chardonnay aus dem Burgund, gesegnet mit den Schiefertönen der Saar und der expressiven Frucht der Riesling-Traube.

Unheimlich mächtig, voller Kraft und Würze – wie ein ganz großer Chardonnay aus dem Burgund, gesegnet mit den Schiefertönen der Saar.

Unbedingt dekantieren! Ein großer Riesling mit jahrzehntelangem Reifepotenzial. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Hummer, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Gerichten sowie zu gereiftem Hartkäse. Dank seiner Kraft auch ein Begleiter für würzige asiatische Küche.


Lage: Kanzemer Altenberg, Kanzem an der Saar (Mosel); verwitterter Devon-Grauschiefer mit Rotliegendem/Rhyolith, süd-südöstlich, bis über 70 % Steillage; alte, teils wurzelechte Reben
Klassifikation: VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken); 100 % Riesling; „Alte Reben"
Ausbau: Spontangärung mit eigenen Hefen, lange Reife im traditionellen Fuderfass, handwerklich und ohne Schönung; Magnum 1,5 l

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Rebsorten

Caliterra Cabernet Sauvignon Reserva

Rotwein · Colchagua Valley · Cabernet Sauvignon · Chile

Caliterra Reserva Cabernet Sauvignon ist ein modern bereiteter Rotwein aus dem Colchagua Valley in Chile. Das Weingut Caliterra bewirtschaftet ein großes Estate im zentralen Längstal, geschützt durch den Rapel-See und die Anden. Der Wein basiert überwiegend auf Cabernet Sauvignon. Im Glas ein fruchtbetonter Cabernet mit kräftigen Cassisnoten und feiner Vanille.


Colchagua Valley

Das Colchagua Valley liegt rund zwei Autostunden südlich von Santiago im chilenischen Valle Central. Mediterranes Klima mit warmen Tagen und kühlen Nächten sowie Ton- und Granitböden sorgen für reife, ausgewogene Cabernet-Trauben. Das Estate von Caliterra liegt geschützt nahe dem Rapel-See.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht überwiegend aus Cabernet Sauvignon. Nach der Gärung reift er mehrere Monate im Barrique; der Holzeinsatz ist gut integriert und stützt die Frucht, ohne sie zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rubinrot. In der Nase kräftige Cassisnoten, frische Vanilleschote und reife grüne Paprika. Am Gaumen kernig und leicht floral, mit klarer Frucht und gut eingebundenem Tannin. Der Abgang ist von mittlerer Länge.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; jung gut trinkbar, eine kurze Belüftung empfiehlt sich.

Klassische Begleitung: gegrilltes Fleisch, Steak, Schmorgerichte und mittelkräftiger Käse.


Lage: Colchagua Valley (Valle Central), Chile
Klassifikation: DO Valle de Colchagua – Reserva
Ausbau: mehrere Monate Barrique

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Weine

Neumeister Ried SAZIANI Grauburgunder G STK 2017 BIO

Wein · Weißwein · Vulkanland Steiermark · Österreich

Neumeister Ried Saziani Grauburgunder G STK 2017 ist ein biozertifizierter Lagenwein aus dem Hausberg des Weinguts. Auf kalkhaltigem Sarmatschotter wurzeln rund 50-jährige Reben sehr tief – das ergibt kräftige Weine mit Schmelz, Tiefgang und außerordentlichem Reifepotential.


Vulkanland Steiermark / Ried Saziani

Das Weingut Neumeister zählt zu den führenden Erzeugern im Vulkanland Steiermark. Die Erste Lage Ried Saziani – der Hausberg des Guts – besteht aus kalkhaltigem Sarmatschotter, in dem die rund 50-jährigen Reben sehr tief wurzeln. Das verleiht dem Wein Kraft, Schmelz und Tiefgang. Das Gut arbeitet biologisch (AT-BIO-402); die Lage ist als STK-Riedenwein (G STK) klassifiziert.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder von alten, tief wurzelnden Reben. Der Ausbau betont die kräftige, schmelzreiche Stilistik mit Tiefgang und großem Reifepotential. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Sattes Gelb. In der Nase reife Frucht mit mineralischer Tiefe. Am Gaumen kräftig und vielschichtig, mit feinem Schmelz, dichter Struktur und langem, mineralischem Abgang – ein Lagenwein mit Substanz und Reifepotential.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 11–13 °C in großen Gläsern servieren – als gehobener Speisebegleiter, gern auch nach etwas Flaschenreife.

Passt zu: Geflügel, Kalb, edlem Fisch, Pilzgerichten und gereiftem Hartkäse.


Lage: Vulkanland Steiermark, Ried Saziani (Österreich); Weingut Neumeister
Klassifikation: STK-Riedenwein (G STK) – 100 % Grauburgunder, trocken
Ausbau: alte Reben (~50 Jahre) auf kalkhaltigem Sarmatschotter
Jahrgang: 2017
Bildnachweis: © Neumeister

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USA

Sine Qua Non 11 Confessions Syrah 2020

Rotwein · Sta. Rita Hills · Syrah

Syrah Eleven Confessions Sta. Rita Hills (USA) 2020 15,50 % vol

Der Sine Qua Non Eleven Confessions Syrah 2020 ist ein kalifornischer Kult-Syrah von Manfred und Elaine Krankl aus der estate-eigenen Einzellage Eleven Confessions in den Sta. Rita Hills – kraftvoll und doch ausgesprochen elegant, so markant und fein, dass der Muskel fast unbemerkt bleibt.


Eleven Confessions – Sta. Rita Hills

Die Einzellage Eleven Confessions liegt in den Sta. Rita Hills im Santa Barbara County – eine kühle, vom Pazifik geprägte Appellation, die für ausdrucksstarke, präzise Rhône-Sorten bekannt ist. Sine Qua Non keltert seine Weine im eigenen Keller in Ventura aus estate-eigenen Weinbergen.

Manfred und Elaine Krankl gründeten das Weingut 1994 und zählen heute zu den meistgesuchten Erzeugern Kaliforniens – kompromisslose Handarbeit, winzige Mengen, kaum Schönung oder Filtration. Jeder Jahrgang ist ein eigenständiger Wein mit eigenem Namen und eigenem Etikett.

Jahrgang 2020 – Sta. Rita Hills

2020 gilt an der kalifornischen Central Coast als warmer, trockener Jahrgang.

In den kühl gelegenen Sta. Rita Hills ein idealer Rahmen für tief konzentrierte, zugleich strukturierte Syrahs.

Ausbau

Vergoren mit 13 % Ganztrauben – bei Syrah setzt Krankl bewusst etwas weniger Rappen ein, da die Sorte empfindlicher auf Stiele reagiert.

Ausgebaut zu 66 % in brandneuen französischen Eichenfässern – überwiegend Barriques (228 Liter), ergänzt um einen Anteil größerer Hogsheads (300 Liter); der Rest waren Fässer von ein bis drei Jahren.

Im Glas

Sehr dunkle, fast strahlende Farbe mit dunklem Burgunderton. Hypercremig in Nase und Mund, komplex und vielschichtig, ohne jede Arroganz – rundum üppig und außergewöhnlich lang. Über drei Tage offen verkostet zeigte sich der Wein durchweg gleichbleibend großartig und beeindruckend langlebig. Nichts Mageres, und doch ein sehr eleganter, markanter Syrah, dessen Kraft fast unbemerkt bleibt. (Verkostungsnotiz: Manfred und Elaine Krankl.)

So elegant, so markant, dass die Muskeln fast unbemerkt bleiben.

Am Tisch

Zu Lammkeule, geschmortem Short Rib, gegrilltem Rind, Wild oder herzhaften mediterranen Gerichten. Ein intensiver Begleiter für kräftige, würzige Küche.


Lage: Eleven Confessions Vineyard, Sta. Rita Hills, Santa Barbara County, Kalifornien (USA)
Klassifikation: Sta. Rita Hills AVA, Syrah (trocken)
Ausbau: Syrah; 13 % Ganztrauben; 66 % neue französische Eiche (Barriques und Hogsheads); 15,50 % vol

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Weine

Bertheau Chambolle Musigny 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny · 1er Cru Baudes · Groseilles · Gruenchers · Noirots Côte de Nuits 2021

Der Chambolle-Musigny 1er Cru 2021 der Domaine François Bertheau ist eine Cuvée aus den Premier-Cru-Lagen Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots. Ein expressiver, feiner und sinnlicher Pinot Noir, getragen von Eleganz – mit Himbeere, frischen Blüten, reifer Beerenfrucht und feinen Erdnoten.


Chambolle-Musigny – Assemblage aus vier Premier Crus

Dieser Premier Cru vereint vier Climats von Chambolle-Musigny: Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots. Chambolle-Musigny im Herzen der Côte de Nuits gilt mit seinen Kreide- und Tonböden als Inbegriff von Eleganz und Finesse.

Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen, gesuchten Erzeugern der Gemeinde und prägt deren duftig-feinen Stil.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – passend zur duftigen, eleganten Art von Chambolle.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, eine Assemblage aus Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse ausgerichtet.

Im Glas

Himbeeren, frische Blüten und reife Beerenfrucht treffen auf feine Erdaromen. Reife Gerbstoffe, eine knackige Fruchtigkeit, ein hochspannendes Säurespiel, viel Schmelz und ein berührender Abgang zeigen, wie zart und zugleich intensiv ein Pinot Noir schmecken kann.

Himbeere, frische Blüten und Schmelz über knackiger Frucht – ein zarter, intensiver Pinot Noir voller Eleganz.

Schon jung zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); Assemblage aus Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers, Les Noirots; Kreide-/Tonböden
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Weine

Domaine des Sénons Fracta Corda Pinot Noir 2022 BIO

Rotwein · Yonne · Pinot Noir

Pinot Noir IGP Yonne Lage Fracta Corda Kalk & Feuerstein 2022 · Bio (FR-BIO-01)

Der Fracta Corda Pinot Noir 2022 der Domaine des Sénons stammt aus einer Einzellage im Sénonais bei Sens (IGP Yonne). Rote Beeren, Gewürze und ein Hauch Lakritz treffen auf eine salzig-kalkige Mineralität; am Gaumen verbindet er Cremigkeit und Frische – ein wahrer Charmeur aus biologischem Anbau.


Fracta Corda – Kalk und Feuerstein im Sénonais

Die Domaine des Sénons liegt im Sénonais rund um Sens im äußersten Norden Burgunds (Yonne) und belebt das historische Weinland der Region neu. Die Einzellage Fracta Corda besteht aus Kalkstein, durchzogen von Feuerstein-Formationen; ein sandig-lehmiger Obergrund sorgt für eine ausgewogene Balance dieses besonderen Bodens.

Diese Bodenmischung prägt die salzig-kalkige, leicht rauchige Mineralität des Weins. Gearbeitet wird biologisch zertifiziert (FR-BIO-01).

Jahrgang 2022 – Yonne

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – passend zum charmanten, zugleich frischen Stil dieses Pinot Noir.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, aus biologischem Anbau (FR-BIO-01), mit minimalem Kellereingriff.

Ein Teil reift im Holzfass, der Rest im Tank; anschließend werden beide harmonisch miteinander verschnitten. Das verbindet Cremigkeit und Frische.

Im Glas

In der Nase rote Beeren, Gewürze, ein Hauch Lakritz, unreife Erdbeeren und Veilchenpastillen. Am Gaumen Kalk, Salz und Frische, eine leichte Rauchigkeit, dezente Himbeerfrucht und etwas Speck. Subtil und fein der lange Nachhall.

Rote Beeren, Lakritz und Veilchenpastillen über salzig-kalkiger Mineralität – cremig, frisch und ein wahrer Charmeur.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Charcuterie und Gerichte mit Speck, Pilze, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter, vielseitiger Begleiter.


Lage: Fracta Corda, Sénonais bei Sens (Yonne); Kalkstein mit Feuerstein, sandig-lehmiger Obergrund
Klassifikation: IGP Yonne; Bio (FR-BIO-01)
Ausbau: Pinot Noir; teils Holzfass, teils Tank, anschließend verschnitten; minimaler Kellereingriff

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