El Oso Summer School 2019 – Galiza – Albariño

Teil 2. Albariño, denn auch Galegos wollen gute Geschäfte machen

Die Sache mit dem Albariño ist so einfach nicht. Vor sieben oder acht Jahren kam der damalige und heutige Ministerpräsident Alberto Núñez Feijoo auf eine lustige Idee: er wollte per Gesetz verbieten lassen, dass außerhalb von Galiza Albariño angebaut werden dürfe. Bestehende Anlagen, etwa in Valencia oder aber in manchen Ecken von Castilla, hätten weiterleben dürfen, großzügig, wie man nun einmal ist. Natürlich wurde aus dieser Idee nichts. Im Juni des Jahres zwanzig neunzehn beschloss die Weinbauregion Bordeaux, dass dort, unter anderem, ab jetzt auch Albariño angebaut werden darf. Natürlich war der Ministerpräsident Alberto Núñez Feijoo hellauf begeistert. Sachen gibt’s.

Die Sache mit dem Albariño ist aber auch aus anderen Gründen so einfach nicht. Denn eigentlich ist das eine Rebsorte, die keine wirklich lange Geschichte im Rucksack hat. In Val do Salnés, dem Epizentrum dieser Rebsorte, findet man kaum alte Rebstöcke, und wenn, dann steht da ein Mischsatz aus Caiño branca, Caiño negro, Espadeiro und Albariño.

Finca Outeiral: alte Albariño-Stöcke.

In ganz Galiza war der Weinbau schon seit dem Mittelalter extrem zersplittert, einzig der Klerus und der Landadel verfügten über größere Flächen. Ende des neunzehnten Jahrhunderts gab es mit A Coruña genau eine etwas größere Stadt, Vigo hingegen, heute mit dreihunderttausend Einwohnern der größte Ort in Galiza, kam gerade einmal auf gut zwanzigtausend Einwohner, Ourense war noch kleiner, ebenso Lugo, wo in etwa so viele Menschen lebten wie in Santiago de Compostela. Während Lugo und Ourense vor allem von den im Inneren von Galiza gelegenen Weinbauregionen versorgt wurden, fand man in den Tavernen in A Coruña, Santiago und Pontevedra vor allem Wein aus den Küstenregionen. Lange Zeit war die Versorgung der größeren Orte kein Problem, wurden doch bis an die Nordküste von Galiza Reben kultiviert. Oidium brachte das zum Erliegen, alleine in der Provinz Pontevedra sank die bestockte Fläche um zwei Drittel auf gerade noch gut sechstausend Hektar, weiter im Norden blieb von ein paar tausend Hektar nur das, was rund um den Ort Betanzos angebaut wurde. Gut ein Jahrzehnt später verstärkte Mehltau die Krise, aber damals waren bereits Behandlungsmethoden bekannt, mit Kupfer und Schwefel rückte man beiden Krankheiten zuleibe. Auch den Reblausbefall überlebte der Weinbau an der Küste relativ problemlos, wusste man doch, was zu tun sei: neu bestocken auf amerikanische Rebunterlagen. 

In jener Zeit indes war Albariño eher spärlich anzutreffen. Im Süden der Makroregion Rías Baixas, am Nordufer des Miño, dominierten andere Sorten: Godello, Loureira, Treixadura, Caiño blanca, auch rote Sorten wie Sousón waren häufig. Neunzig Prozent dessen, das sagt zumindest der Volksmund, was damals in Salnés gekeltert wurde, war Rotwein.

Salnés, moderner Stil.

Lange Zeit stand sich die Region selbst im Weg, Vermarktung war nicht unbedingt die Stärke von Salnés. Bis zur Gründung der D.O. Rías Baixas gab es nur wenige größere Weingüter, fast alle, die auch heute noch aktiv sind, waren klein, stammten aus dem Dreieck Cambados-Ribadumia-Meaño oder aus dem Südosten von Condado do Tea, wo sich Weinbau an die D.O. Ribeiro anschließt.

Gleichwohl gab es damals schon einen strukturellen Unterschied zwischen Salnés und dem Süden. Nicht nur die älteste Bodega in Rías Baixas, Santiago Ruiz, gegründet im Jahr achtzehnhundert siebzig, sie verfügte nie über mehr als gut einen Hektar Rebland, eigentlich fast alle Weingüter von dort unten betrachteten sich als Bodegas, die den Weinbauern Trauben abkauften. Marqués de Vizhoja kelterte, und macht das bis heute, vor allem Tafelwein, die Trauben stamm(t)en aus Irgendwo. Señorío de Sobral verfügt auch über kaum eigene Weinberge, O Aforado auch nicht. Einzig As Laxas und Divina Fernández Gil entsprachen dem, was man sich unter einer Winzerbodega vorstellt. Mehr gab es damals da unten nicht.

Salnés, traditioneller Stil.

In Salnés war das anders, auch wenn Palacio de Fefiñanes bis heute in obige Gruppe gehört, die Vorzeigebodega des simplen Weintourismus lebt fast ausschließlich von zugekauftem Lesegut, auch hier steht gerade einmal ein Hektar Rebland in den Büchern. Zarate, C.B. Pintos, Chaves, María del Carmen, Gerardo Méndez, Quinteira da Cruz Carballal oder Viña Blanca del Salnés verarbeiteten hauptsächlich eigene Trauben. Gut, auch all diese Bodegas kauften zu, und mit Boado-Chavez und Terra Santa gab es auch hier die ersten Auftragskellereien. Dennoch: die Vielfalt war größer.

Und genau diese Vielfalt führte dazu, dass man sich einmal im Jahr, immer am ersten Wochenende im August, in Cambados traf, um den Albariño zu feiern. Denn das war schon ein gewaltiger Schritt nach vorne: alle diese Bodegas kelterten (fast) ausschließlich Albariño. Die Fiesta de Albariño gibt es heute noch, sie hat sich aber inzwischen in vier Tage Besäufnis verwandelt, von Kultur ist da nicht mehr viel zu sehen. 

Anfang der achtziger Jahre wurde genau dort, am Meeresufer, nahe des Paradors, darüber diskutiert, ob man denn nicht eine kontrollierte Weinbauregion ins Leben rufen sollte. Die Idee gewann schnell viele Freunde, auch wenn man den sauren Apfel Rías Baixas Süd in Kauf nehmen musste. Man konnte damals keine D.O. Salnés gründen, auch wenn das, zumindest aus heutiger Sicht, die einzig richtige Lösung gewesen wäre.

Das konnte man damals nicht wissen, überhaupt war das alles ein großer Sprung ins Ungewisse. Denn als die D.O. Rías Baixas gegründet wurde, standen dort in den Büchern gerade einmal zweihundert dreiundsiebzig Hektar Rebland! Und davon kam noch ein nicht unwesentlicher Teil aus dem Süden. ¿Hep?

Nun, für die vielen kleinen und sehr kleinen Produzenten, die ihre paar tausend Liter Wein im Laufe des Jahres so oder so verkauften, meistens in einer Taverne neben der Bodega, Zentrum des gemütlichen Saufens der Einwohner von Salnés, mehr oder weniger legal, war eine kontrollierte Weinbauregion nicht unbedingt von Vorteil. Sie konnten schlecht ihren Wein jetzt teurer verkaufen, nur weil da ein amtliches Etikett der D.O. Rías Baixas auf den Flaschen klebte. Und was macht man mit den Karaffen? Die Kunden dieser Bodegas wollten einfach Wein saufen, wenn dann da ein wenig Palomino aus Ribeiro drin war, dann war das halt so.

Dennoch setzte rund um das Gründungsjahr, zwei Jahre zuvor bis vier Jahre danach, ein wahrer Gründungsboom ein. Unter anderem wurden damals die beiden Cooperativen, die Rías Baixas jahrelang prägen sollten, ins Leben gerufen: Martín Códax und Condes de Albarei. Noch heute sind dies, zusammen mit der Cooperativa Vitivinícola Arousana, besser bekannt unter dem Markennamen Paco & Lola, die wichtigsten Abfüller der Region. Insbesondere Martín Códax, beheimatet in Vilariño, im Osten von Cambados, schaffte es in relativ kurzer Zeit, sich einen Namen zu machen.

Aus der Distanz betrachtet ist es durchaus erstaunlich, dass man zuvor keine Cooperativen gründete. Noch heute werden die gut zweitausend Hektar Rebfläche in Salnés von deutlich mehr als viertausend Weinbauern beackert, insgesamt gibt es mehr als fünfzehntausend Parzellen, alles ist total zersplittert. Der durchschnittliche Weinbergsbesitz von fünftausend fünfhundert Quadratmetern erlaube es einem tüchtigen Weinbauern, in einem guten Jahr ein paar tausend Liter Wein zu keltern und zu vermarkten, in schlechten Jahren blieb oftmals nicht viel. Vollerwerbsweinbauern, wie man sie aus der Rioja, aus Ribera del Duero oder aus Toro kannte, gab und gibt es in Salnés kaum. Wer keine eigene Bodega hatte, der lieferte an eine der beiden Cooperativen, oder aber an die Handelshäuser, die damals ihren ersten Boom erlebten. Für manche war es indes auch ihr letzter.

Die Epoche der Gründung der Weinbauregion fiel zusammen mit der Hochphase des Drogenschmuggels, Haschisch, vor allem aber Kokain aus Columbia auf dem Weg gen Mitteleuropa. Salnés wurde überschwemmt von Drogengeld und natürlich hatte das auch Auswirkungen auf den Weinbau. Diverse Großbodegas wurden zu nicht geringem Teil mit Koka-Peseten finanziert. Das schillerndste Beispiel ist Pazo Baión, dort investierte Laureano Oubiña, einer der vier Drogenkönige in Salnés, eine Menge Geld. Als er verurteilt wurde, zog der Staat auch sein Vermögen ein, darunter diese Bodega inmitten von einem Meer von Weinbergen. Jahre später wurde Pazo Baión versteigert, heutiger Eigentümer ist Condes de Albarei; das in der Zwischenzeit dort installierte Zentrum für jugendliche Drogenaussteiger wird weiterhin betrieben.

Qualitativ waren die achtziger, vor allem aber die neunziger Jahre in Salnés eher von überschaubarer Güte, es ging oftmals darum, viel Wein zu keltern, Flaschen, auf denen Albariño steht, deren Innenleben aber eher unwichtig war. Jenseits von Galiza kannte man damals nur wenige Albariños, weiche, leicht säuerliche Weine ohne viel Struktur galten schnell als das, was in Salnés typisch sei. Dies sollte sich noch bis in das einundzwanzigste Jahrhundert hinziehen, etwa bis ins Jahr zweitausend und sechs oder zweitausend und sieben, als damals komplett unbekannte Bodegueros namens Rodrigo Méndez oder Xurxo Alba begannen, die Szene aufzumischen. Fünfzehn Jahre zuvor war der Markt noch nicht bereit für solche Weine.

Es war jedoch die Zeit mancher Weingoldgräber, allen voran José María Fonseca, Gründer einer damals hypermodernen Bodega in O Rosal: Terras Gauda. Sein damaliger Önologe, Pepe Domínguez, galt als einer der besten Weinmacher in Galiza. Gemeinsam schuf man den ersten in kleinen Barricas ausgebauten Albariño, Terras Gauda Etiqueta Negra, der in den ersten zehn Jahren jedoch einem wuchtigen Holzungeheuer nahe kam.  Er wurde in Spanien für mehr als dreitausend Peseten verkauft, ein Preis, der einzig deswegen so festgelegt wurde, weil ein gewisser José Peñín einen damals noch beachtenswerten Weinführer herausgab, in dem es eine Kategorie „Weine teurer als dreitausend Peseten“ gab. In der fand man zuvor keinen Weißwein, Terras Gauda Etiqueta Negra war der erste. Spielchen dieser Art gab es damals viele, man wollte Albariño und Rías Baixas auf der Iberischen Halbinsel bekannt machen. Dies gelang, aber aus einem ganz anderen Grund.

Als erste Bodega kam La Rioja Alta; man ließ sich im Süden von Rías Baixas nieder, gründete Lagar de Cervera, man war Pionier in Sachen auswärtige Investition in Rías Baixas. Viele sollten folgen, zumeist kamen sie aus der Rioja. Dies ist nicht weiter verwunderlich, war dies in jener Zeit doch die einzige Weinbauregion Spaniens, die eine halbwegs funktionierende Vertriebsstruktur aufweisen konnte, sowohl national als auch international. Marqués de Vargas, Marqués de Murrieta, Ramón Bilbao, dies sind nur drei weitere Rioja-Bodegas, die sich in Rías Baixas ihren Platz schufen. Oftmals wurden bestehende Bodegas übernommen, in manchen Fällen versuchte man, den Rioja-Deckel zu verstecken, Bodegas Riojanas etwa ist so ein Fall. Irgendwann kaufte LAN dann die Vorzeigebodega Santiago Ruiz.

Dies war der Startschuss eines eher industrialisierten Weinbaus in Salnés. Aber es waren nicht nur die Weingüter aus der Rioja, aus Catalunya, natürlich sind auch die beiden Großbodegas Felix Solís und J. García Carrión vertreten, diverse Weingüter aus anderen Teilen von Galiza kamen gen Küste. Am auffälligsten war dies am Unterlauf des Miño, in Arbo oder auch in Salvaterra do Miño, wo sich Weingüter aus dem nahen Ribeiro Bodegas kauften, selbst gebaut hat man eher nicht. Rectoral do Amandi aus Sober kam gen Salnés, um Rectoral do Umia zu gründen, eine Riesenbodega, die eigentlich vom ersten Moment an Probleme hatte. Sogrape kam aus Portugal, errichtete im Süden von Meaño, inmitten von Wald und Granit, eine Riesenbodega, in der man gut und gerne zwei Millionen Liter Wein keltern konnte, und scheiterte. Inzwischen heißt dieses Projekt Vionta, es gehört Freixenet, die wiederum gehören inzwischen Henkell.

Für die Großinvestoren aus dem In- und Ausland war Rías Baixas ein leichtes Spiel, gab es doch viele Weinbauern, die nicht wussten, wohin mit ihren Trauben. Die beiden traditionellen Cooperativen Martín Códax und Condes de Albarei schlossen bald ihre Mitgliederlisten, sie mussten ihren Socios viel Geld für ihre Trauben zahlen, mehr als dreihundert Peseten für ein Kilo Trauben, mehr als einen Euro und achtzig Cent. Daran hat sich auch bis heute nicht viel geändert. Daher hat Martín Códax eine Zweitfirma gegründet, die als Comercializadora, als Vermarkter fungiert. Man erwarb im Süden von Rías Baixas diverse Bodegas, Adegas Galegas (Don Pedro de Soutomaior) etwa, man kooperiert mit einigen, zum Beispiel mit Tollodouro in O Rosal, und mit anderen. Überall dort entsteht relativ billiger Albariño, billiger zumindest als das, was Martín Códax in Vilariño produzieren kann.

In jener Zeit begannen die Albariños auch jenseits der Grenzen von Galiza auf sich aufmerksam zu machen, insbesondere auf der anderen Seite des Atlantiks, in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort half, dass viele Menschen aus Galiza auswandern mussten, um Geld zu verdienen, die USA war ein beliebtes Ziel, schon seit Jahrhunderten ist das so. Albariño schuf sich einen kleinen Markt. Und dann begab es sich, dass eine in California ansässige Firma namens E&J Gallo auf Albariño aufmerksam wurde. Sie sahen sich etwas um und firmierten wenig später einen Vertrag mit Bodegas Martín Códax. Was genau die Absicht dahinter war, ist nicht wirklich klar. Gallo sagt, dass sie nur eine Kooperation wollten, die Übernahme der Bodega hätte nie zur Debatte gestanden. Die nachlassenden Aktivitäten in den folgenden Jahren stützt diese These indes nicht. Auch war man damals ziemlich vollmundig unterwegs, man wollte zehn Millionen Flaschen Albariño füllen. Etwas ambitioniert, gab es in jener Zeit doch gerade einmal dreitausend Hektar mit Albariño bestockte Rebfläche. Auch wenn man die veröffentlichten spanischen Exportstatistiken immer mit etwas Vorsicht und einer Prise Salz genießen sollte, die Absätze der D.O. Rías Baixas in all den Jahren seit dem Beginn dieser Kooperation sind von den angepeilten Mengen Lichtjahre entfernt. Dafür gibt es inzwischen Martín Códax Bierzo Edition und auch ein Riojawein namens Ergo, hergestellt in einer Cooperative, ist einer der meistverkauftesten spanischen Rotweine auf den US-Markt, vertrieben via Códax-Gallo.

Insgesamt wird aktuell etwas mehr als ein Viertel der Jahresproduktion der D.O. Rías Baixas exportiert, das ist eine ganze Menge. Nur: die Einheimischen können dafür nicht viel. Neben Gallo sind es vor allem die Bodegas aus anderen Teilen Spaniens, die für den Export verantwortlich sind.

Im Laufe der Jahre war Rías Baixas an seine Grenzen gestoßen, in Salnés gibt es nur wenige Stellen, an denen noch Reben gesetzt werden können. Gleiches gilt für O Rosal, das Mündungsgebiet des Miño. Weiter im Landesinneren, in Condado do Tea, könnte man zwar noch mehr pflanzen, die Gegebenheiten sind für Albariño indes nicht gerade günstig: es ist zu trocken und zu heiß, beides mag Albariño nicht wirklich. Daher kam um die Jahrtausendwende eine andere Erweiterung aufs Tapet: Ribeira do Ulla, ein besserer Bach, der an der Grenze zwischen den Provinzen Pontevedra und A Coruña herumschwimmt. Natürlich sind die klimatischen Gegebenheiten auch hier anders, aber zumindest wird es dort nicht zu heiß. Diese Erweiterung jedoch hatte ein G’schmäckle: schon bevor die Erweiterung beschlossen wurde, legte die damals zu den Top-Betrieben der Region zählende Bodega Pazo de Señorans dort eine große Parzelle an. Die langjährige Präsidentin des Consejo Regulador der D.O. Rías Baixas, Marisol Bueno, boxte die Erweiterung durch, wohl nicht zuletzt aus Eigeninteresse, schließlich ist sie auch die Eigentümerin von Pazo de Señorans. Die rechte Hand wäscht die linke. So richtig attraktiv ist diese Region jedoch nie geworden, ihr Anteil an der gesamten Albariño-Produktion liegt bei gut drei Prozent.

Leben kam in die Bude erst wieder, als die Cooperativa Vitivinícola Arousana gegründet wurde, man sprang quasi von null auf drei Millionen Kilo Trauben, viele Weinbauern, die weder bei Martín Códax noch bei Condes de Albarei Aufnahme fanden, hatten plötzlich ein Zuhause. Dumm nur, dass die Märkte gerade alle gut satt waren, außerdem lugte die Krise schon um die Ecke. Die Genossen aus Meaño machten aus der Not eine Tugend, die Bodega wurde zum Heim vieler weißer Marken, vor allem von Bodegas aus anderen Regionen Spaniens, die erst einmal sehen wollten, ob das mit Albariño klappen könnte. Freixenet war dort, Felix Solís ist wohl immer noch dort, aber auch viele kleinere Bodegas, die aus dem einen oder anderen Grund einen Albariño mit eigenem Etikett vertreiben wollten, besorgten sich dort ihre Weine. Tollodouro macht solche Dinge auch, und noch ein paar Bodegas mehr. Insgesamt ist der Markt an weißen Marken so groß aber dann doch wieder nicht. Dreißig Millionen Flaschen, das ist am Ende des Tages noch immer eine überschaubare Größe.

Nach etwa zwei Jahrzehnten qualitativem Stillstand bewegte sich Salnés in der zweiten Hälfte der ersten Dekade des einundzwanzigsten Jahrhunderts dann doch. Den Anfang machte Rodri, Rodrigo Méndez, ein Stahltankverkäufer aus Meaño. Mit Raúl Pérez als Weinmacher kam er mit diversen Rotweinen und ein paar interessanten Albariños auf den Markt. Gut, man produzierte auch diversen Unfug, wie etwa einen Wein, der ein paar Monate in einem Barrique reifte, das im Atlantik herumschwamm. Kann man machen, bringt Aufmerksamkeit. Kann man aber auch bleiben lassen. Xurxo Alba hängte damals seinen Job in Salnesvin an den Nagel, um die familiäre Bodega zu übernehmen. Eladio Pineiro, lange Zeit Direktor von Mar de Frades (Ramón Bilbao) begann mit Frore de Carmen, Weine zu keltern, die zumindest exotisch waren. Manuel Moldes, „Chicho“ verwandelte die wirkliche Garagenbodega seiner Eltern in Sanxenxo in eine der innovativsten Bodegas der Region. Rosa Pedrosa kam aus Madrid zurück, sie beackert einen Weinberg ihrer Familie und gründete Narupa, eine der kleinsten Bodegas der Region mit durchaus innovativen Weinen. Eulogio Pomares verbesserte zum einen die Top-Weine der Familienbodega Zarate, für den normalen Zarate gilt dies nicht, zudem begann er, auf eigene Rechnung, den einen oder anderen interessanten Wein zu keltern.

Auf dieser Welle schwammen und schwimmen ein paar Bodegas im Schatten mit, die qualitativ dort eher wenig zu suchen haben. Nanclares etwa, wo eigentlich nur die Parkerpunkte groß sind. Viña Blanca del Salnés, könnte, will aber offensichtlich nicht können wollen. Altos de Cristimil müsste einfach mal den Önologen wechseln, diverse andere Bodegas müssten einfach mal einen Önologen beschäftigen. Aber wie soll das gehen, wenn man gerade einmal zehntausend Flaschen keltert, die dann in der Taverne für sieben Euro die Flasche verschoben werden? Es gibt in Salnés viele Parzellen, die gut genug für erstklassige Weine sind. Aber solange man für diese Weine nicht wirklich mehr Geld einnehmen kann, kommt das dem Quirlen von Nebel gleich.

So abrupt der Qualitätsboom im Jahr zweitausend und sechs begann, so abrupt brach er wieder in sich zusammen, nur gut sechs Jahre später. Natürlich gibt es immer mehr große und großartigen Weine (großmäulige leider auch), sie (die großen) stammen aber immer wieder von den gleichen Weinmachern; Rodri, Raúl, Xurxo, Chicho, Rosa, Eulogio, und dann noch einmal von vorne: Rodri… In den letzten fünf Jahren, wurde, von einer im Großgeld schwimmenden Unternehmung in Vilagarcía de Arousa einmal abgesehen, genau eine Bodega wirklich neu gegründet: Cambados Urban Winery. Wenn man schon so heißt…

Albariño und mit ihm Salnés und, im Schlepptau, Rías Baixas, steht schon an einem Scheidepunkt. Der Anteil industriell daherkommender Weine steigt immer weiter, die Top-Produzenten kann man weiterhin mithilfe von zwei Händen aufzählen. Man kennt sie inzwischen auch in Restspanien, jedes Sternelokal kann zumindest fünf gute Produzenten aufzählen, und führt auch Weine von ihnen: Rodri, Raúl, Xurxo, Chicho und Eulogio. Zusammen füllen die aber gerade einmal eine halbe Million Flaschen. Weltbekannt wird man so eher nicht. Text: El oso alemán

Teil 3. Galiza in Rot: noch immer eine Herausforderung erscheint auf diesem Blog am 21.08.2019 um 11.00 Uhr.

Teil 4. Galiza, ein Land der Cuvées? Vor allem um Ribeiro geht es hier, aber auch um die komplizierte Nachbarschaft mit Portugiesen erscheint auf diesem Blog am 28.08.2019 um 11.00 Uhr.

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Georges Laval Les Chênes Cumières Premier Cru 2017 Magnum BIO

Der Georges Laval Les Chênes Cumières Premier Cru 2017 ist Chardonnay aus einer einzigen Lage – hier in der Magnum mit 1,5 Litern. Die Parzelle liegt im Osten von Cumières am Südhang unterhalb der Abtei von Hautvillers, mit Kreide im Untergrund.

Im Glas

Helles Gold, feine Perlen. Meeresluft, Zitrone und Austernschale, darunter rauchige Noten. Am Gaumen klar, straff und mineralisch, mit der Kraft des warmen Cumières und einer präzisen Säure. Ein langer, salziger Abgang. In der großen Flasche reift er langsamer und bleibt länger frisch.

Mach was draus

Austern, Langustinen, Jakobsmuscheln oder ein Steinbutt mit Beurre blanc. Auch ein reifer Comté passt. Die Magnum gehört auf den Tisch, wenn mehrere Weinfreunde zusammenkommen – oder in den Keller, um sie in ein paar Jahren zu öffnen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Eine Magnum Laval ist ein Ereignis. Ich würde sie noch ein paar Jahre liegen lassen und dann in großer Runde aufmachen.“

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Kurz gefragt

Was bedeutet Les Chênes? Les Chênes heißt „die Eichen“ und ist der Name der Parzelle. Sie wird seit den 1970er-Jahren ökologisch bewirtschaftet.

Warum Magnum? In der großen Flasche reift Champagner langsamer und gleichmäßiger. Sie eignet sich gut zum Lagern und für größere Runden.

100 % Chardonnay · Einzellage Les Chênes, Cumières Premier Cru · Südhang, Kreide · Ausbau im Eichenfass · Jahrgang 2017 · Brut Nature · Magnum 1,5 l · Champagne Georges Laval, Cumières · Bio, FR-BIO-01 · Stand: Oktober 2026

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Chateau Maucoil Chateauneuf-du-Pape rouge BIO

Rotwein · Châteauneuf-du-Pape · Bio · Rhône

Château Maucoil Châteauneuf-du-Pape rouge BIO ist ein konzentrierter Rotwein aus biologischem Anbau aus dem südlichen Rhônetal. Eine Nase voll aromatischer Würze, schwarzer Früchte und Konfitüre leitet über zu konzentrierter, eleganter und fast mineralischer Frucht. Saftige Himbeeren und Kirschen treten hinzu, die Tannine runden die Aromen ab. Im Abgang lang, mit dezenter Frische.


Châteauneuf-du-Pape

Châteauneuf-du-Pape liegt im südlichen Rhônetal nördlich von Avignon. Die berühmten Galets roulés – große, runde Kiesel – speichern die Tageswärme und geben sie nachts an die Reben ab; das mediterrane Klima bringt konzentrierte, würzige Rotweine hervor. Dieser Wein stammt aus biologischem Anbau (bio-zertifiziert, Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Assemblage und Ausbau

Klassische Châteauneuf-Cuvée auf Basis von Grenache, ergänzt um Syrah und Mourvèdre. Der Ausbau verleiht dem Wein Struktur, feine Tannine und Reifepotenzial.

Im Glas

Dichtes Rubinrot. In der Nase aromatische Würze, schwarze Früchte und Konfitüre. Am Gaumen konzentriert, elegant und fast mineralisch, mit saftigen Himbeeren und Kirschen. Reife Tannine und ein langer Abgang mit dezenter Frische.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; vor dem Genuss dekantieren. Gut gelagert reift der Wein weiter.

Klassische Begleitung: Lamm, Wild, Schmorgerichte, kräftige Braten und gereifter Hartkäse.


Lage: Châteauneuf-du-Pape, südliche Rhône (Frankreich)
Klassifikation: AOC Châteauneuf-du-Pape
Ausbau: Grenache-basierte Cuvée (Syrah, Mourvèdre)

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Portugal

Niepoort Charme 2024

Rotwein · DOC Douro · Cuvée

Tinta Roriz · Touriga Franca · weitere autochthone Sorten DOC Douro alte Reben auf Schieferterrassen zurückhaltende Extraktion überwiegend gebrauchtes Holz rund 13.000 Flaschen 2024

Niepoort Charme 2024 ist die burgundisch inspirierte Terroir-Cuvée von Niepoort aus dem Douro: alte Reben auf Schieferterrassen, schonend vinifiziert, in überwiegend gebrauchtem Holz ausgebaut, in rund 13.000 Flaschen. Jung zeigt sich der Wein noch verschlossen; mit Luft öffnet er sich zu roten Blüten, frischen Kräutern und dezenter Würze über reifer, saftiger Frucht.


Douro – Schieferterrassen und ein Wein gegen den Strich

Das Douro-Tal im Norden Portugals ist eine der ältesten abgegrenzten Weinregionen der Welt. Die Reben stehen auf steilen Terrassen, die in den Schiefer gehauen wurden; der Boden ist karg, die Wurzeln folgen den senkrechten Klüften des Gesteins in die Tiefe, um an Wasser zu kommen. Die Sommer im Inneren des Tals sind heiß und trocken, geschützt vom Atlantik durch das Marão-Gebirge.

Diese Bedingungen bringen gewöhnlich kraftvolle, dunkle, konzentrierte Rotweine hervor – die Grundlage des Portweins. Der Charme geht bewusst den anderen Weg. Dirk Niepoort nahm sich Burgund zum Vorbild: Statt Konzentration und Wucht sucht er Feinheit, Duft und Transparenz. Die Trauben stammen von alten Reben auf den Schieferterrassen im Herzen des Tals; alte Stöcke tragen wenig, wurzeln tief und kommen mit der Trockenheit zurecht, ohne dass die Frucht überreif wird.

Niepoort ist ein Familienhaus aus Porto, das über Generationen mit Portwein groß wurde und seit den 1990er-Jahren unter Dirk Niepoort zu den Häusern gehört, die den Douro als Herkunft für trockene Weine neu definiert haben.

Jahrgang 2024 – Douro

Nach mehreren Jahren mit knappem Regen und langen Hitzewellen brachte 2024 dem Douro ein Jahr, das eher an frühere Zeiten erinnerte. Die Niederschläge lagen im Mittel, die Temperaturen im Durchschnitt oder leicht darunter. Blüte und Farbumschlag fielen wieder auf die für die Region üblichen Termine – die Blüte Anfang Mai, der Farbumschlag Mitte Juli.

Im August fiel kein Regen, doch die Wasserreserven aus der ersten Jahreshälfte hielten die Reben gesund; die Reife verlief gleichmäßig, Zucker und Säure blieben im Gleichgewicht. Die roten Sorten wurden später gelesen als in den Vorjahren, bei frischen Nächten in der ersten Septemberhälfte. Für einen Wein, der auf Finesse statt Kraft angelegt ist, war das eine günstige Ausgangslage.

Assemblage und Ausbau

Cuvée hauptsächlich aus Tinta Roriz – dem Tempranillo des Douro – und Touriga Franca, ergänzt durch weitere autochthone Sorten der Region. Tinta Roriz bringt rote Frucht und Struktur, Touriga Franca Blütenduft und Würze. Alte Douro-Weinberge sind oft im gemischten Satz bepflanzt, mit vielen Sorten nebeneinander.

Die Vinifikation erfolgt traditionell und schonend, mit zurückhaltender Extraktion – das Gegenteil der langen, kräftigen Maischestandzeiten, die im Douro sonst üblich sind. Ausgebaut wird in überwiegend gebrauchtem Holz, das keine Vanille- oder Röstaromen abgibt und den Duft des Weins nicht überdeckt. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles bis mittleres Rubinrot – für einen Douro auffallend hell. In der Nase rote Blüten, frische Kräuter und eine dezente Würze, dazu reife, saftige Frucht. Am Gaumen feinkörniges Tannin, eine geschmeidige, fast cremige Textur und eine klar gezeichnete Struktur. Jung noch zurückhaltend; der Wein braucht Luft.

Alte Reben auf Schiefer, wenig Extraktion, altes Holz: Douro, der nach Blüten statt nach Kraft duftet.

Großzügig dekantieren und bei 16–18 °C servieren. Ein Wein mit Reifepotenzial, der in den kommenden Jahren an Offenheit gewinnt.

Am Tisch

Passt zu geschmortem Lamm, Entenbrust und gereiftem Käse. Die feine Art trägt auch Geflügel, Kalb mit Pilzen und Bacalhau aus dem Ofen.


Produzent Niepoort, Porto
Rebsorte hauptsächlich Tinta Roriz und Touriga Franca, ergänzt um weitere autochthone Douro-Sorten
Lage Douro-Tal, Portugal · alte Reben auf Schieferterrassen
Klassifikation DOC Douro · trocken
Jahrgang 2024
Vinifikation traditionell, schonend · zurückhaltende Extraktion
Ausbau überwiegend gebrauchtes Holz
Trinkempfehlung 2027 bis 2036
Auflage rund 13.000 Flaschen

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Weine

Herbert Zillinger Zillinger Grüner Veltliner 2021 BIO

Weißwein · Weinviertel · Grüner Veltliner

Grüner Veltliner Weinviertel · Ebenthal Spitzenwein „Zillinger" Zillinger Top-Selektion 2021 unfiltriert & ungeschönt Biodynamie (AT-BIO-402) 2021

Der Zillinger Grüner Veltliner 2021 ist der neue Spitzenwein des Hauses – neben „Radikal" und „Elementar". Eine Top-Selektion aus dem von Herbert Zillinger als Jahrhundertjahrgang gefeierten 2021er: strohgelb, mundfüllend und klar, unfiltriert abgefüllt. Ein Meisterstück für die Ewigkeit.


„Zillinger" – der neue Spitzen-Veltliner

Carmen und Herbert Zillinger in Ebenthal zählen zu den Paradewinzern des Weinviertels und gelten als biodynamische Pioniere der Region (Respekt-BIODYN, AT-BIO-402). Ihre Weine sind kompromisslos naturbelassen, puristisch und herkunftsgenau – „Zeit der Reife" statt schneller Effekte.

Neben den renommierten Weinen „Radikal" und „Elementar" gibt es nun einen neuen Spitzenwein im Hause Zillinger: den „Zillinger" Grüner Veltliner. Er wurde aus den besten Trauben des Jahrgangs 2021 selektiert und gekeltert – laut Herbert Zillinger selbst ein Jahrhundertjahrgang. Wie bei den Basisweinen wird auch dieser Wein unfiltriert und ungeschönt abgefüllt.

Jahrgang 2021 – Weinviertel

2021 gilt im Weinviertel als herausragender, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure, großer Präzision und reifer, klarer Frucht. Für Herbert Zillinger ein Jahrhundertjahrgang – im „Zillinger" gipfelt das in einem besonders konzentrierten, vielschichtigen und langlebigen Grünen Veltliner.

Ausbau

Reinsortiger Grüner Veltliner aus dem Jahrgang 2021, trocken; ohne DAC, Wein aus biologischem Anbau (AT-BIO-402).

Top-Selektion der besten Trauben des Jahrgangs, im puristischen, minimal-invasiven Stil des Hauses vinifiziert (Spontangärung). Unfiltriert und ungeschönt abgefüllt, biodynamische Bewirtschaftung.

Im Glas

Strohgelb in der Farbe und mit hoher Viskosität lässt sich bereits erahnen, welche Geschmacksexplosion zu erwarten ist. In der Nase finden sich Noten von Stroh, getrockneten Früchten und Apfelmost, umhüllt von einer feinen Karamellnote; dazu eine leichte Phenolik. Am Gaumen präsentiert sich der Wein unglaublich frisch und klar: Geröstete Walnüsse, Steinobst und leichte Raucharomen verleiten zu mehr. Sehr mundfüllend, begleitet von einer fein eingebundenen Säure.

Seit langem einer der besten Grünen Veltliner, die ich getrunken habe. Ein Meisterstück für die Ewigkeit.

Schon jetzt beeindruckend, mit großem Reifepotenzial; profitiert von Luft und einem großen Glas. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftigem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel, Kalb und Schwein, zu reifem Hartkäse sowie zur würzigen, asiatisch inspirierten Küche.


Lage: Weinviertel, Ebenthal (Österreich); Top-Selektion der besten Trauben des Jahrgangs 2021
Klassifikation: Grüner Veltliner (trocken), ohne DAC; Wein aus biologischem Anbau (AT-BIO-402)
Ausbau: Grüner Veltliner; Spontangärung, puristischer Ausbau, unfiltriert und ungeschönt; biodynamisch

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Spirituosen

Yzaguirre Vermouth Rojo 1,00 Liter

Vermouth · Rojo · Katalonien · Aperitif

Yzaguirre Vermouth Rojo ist ein roter Wermut aus Katalonien, hergestellt nach der originalen, traditionellen Rezeptur der Bodegas Yzaguirre. Das Haus produziert seit 1884 in El Morell zwischen Reus und Tarragona. Grundlage ist ein Weißwein aus Macabeo, der mit Karamell und rund 80 Kräutern und Gewürzen mazeriert wird. Im Glas ein bernsteinroter, würziger Aperitif mit mild-süßem Charakter.


Katalonien

Die Bodegas Yzaguirre wurden 1884 von Enrique de Yzaguirre gegründet und sitzen in El Morell, zwischen Reus und Tarragona. Die Rezeptur folgt der Tradition der alten Wermut-Häuser am Fuß der italienischen Alpen und wird bis heute als geheime Formel bewahrt. Der Grundwein stammt aus der katalanischen Macabeo-Traube.

Herstellung

Basis ist ein Weißwein aus Macabeo, der mit Karamell gefärbt wird. Dazu kommen rund 80 Kräuter, Wurzeln und Gewürze wie Wermutkraut, Zimt, Kardamom und Nelke. Der Rojo ist im Stil leicht süß und vollmundig – der klassische rote Wermut Spaniens.

Im Glas

Bernsteinrot bis Mahagoni. In der Nase aromatische Kräuter und warme Gewürze mit balsamischen Noten. Am Gaumen mild-süß und ausgewogen, mit Anklängen an reife Frucht, Karamell und Würze. Der Abgang ist weich mit feiner Kräuterbitterkeit.

Zum Genuss

Sehr kühl bei 6–8 °C servieren, klassisch auf Eis mit einer Orangenscheibe und einer Olive. Ein Aperitif für jeden Tag, ebenso Basis für Cocktails wie Negroni oder Americano.

Passt außerdem zu Oliven, Tapas, spanischem Käse und gesalzenen Nüssen.


Herkunft: Katalonien, Spanien (El Morell)
Art: Vermouth Rojo (roter Wermut)
Grundlage: Macabeo-Wein, Karamell, rund 80 Botanicals

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Rebsorten

Dönnhoff Oberhäuser Brücke Riesling Spätlese 2021

Weißwein · Oberhausen (Nahe) · Riesling (Spätlese, fruchtsüß)

Riesling Oberhäuser Brücke Spätlese · fruchtsüß Dönnhoff Monopollage · Nahe grauer Schiefer · Vulkangestein kühle Flusslage 2021

Die Dönnhoff Oberhäuser Brücke Riesling Spätlese 2021 ist eine Rarität aus der Monopollage des Guts. Eine fruchtsüße Spätlese von filigraner Eleganz, feiner Frucht und tiefer Mineralität.


Oberhäuser Brücke – die Monopollage von Dönnhoff

Das Weingut Dönnhoff in Oberhausen zählt zu den weltweit renommiertesten Rieslingerzeugern der Nahe. Die Oberhäuser Brücke ist eine rund 1,1 Hektar große VDP.Große Lage im alleinigen Besitz des Guts – eine echte Monopollage.

Die kühle Lage direkt an der Nahe ist von grauem Schiefer und Vulkangestein geprägt. Sie zeigt sich verspielt und charmant und bringt Jahr für Jahr filigrane, tiefmineralische Weltklasseweine hervor – in trockener wie fruchtsüßer Form.

Jahrgang 2021 – Nahe

2021 war an der Nahe ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht – ideale Voraussetzungen für filigrane, fruchtsüße Prädikate mit klarer Balance aus Süße und Säure.

Herstellung und Ausbau

Fruchtsüße Riesling Spätlese aus der Monopollage Oberhäuser Brücke, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von grauem Schiefer und Vulkangestein.

Nach selektiver Handlese wird der Wein herkunftsbetont im Stil des Guts vinifiziert, mit kühler Gärung, die die feine Restsüße und die lebendige Säure der Spätlese bewahrt.

Im Glas

Eine filigrane, fruchtsüße Spätlese: reife gelbe Frucht, Pfirsich und Aprikose, dazu Zitrus, ein Hauch weißer Blüten und eine feine, salzig-mineralische Ader. Am Gaumen leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, die von einer lebendigen, klaren Säure getragen wird, und einem langen, mineralisch-frischen Nachhall.

Reife gelbe Frucht, Pfirsich und Aprikose über Zitrus und weißen Blüten – leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, getragen von lebendiger, klarer Säure und langem, mineralisch-frischem Nachhall.

Eine filigrane, sehr langlebige Nahe-Spätlese. Bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Zu würziger asiatischer Küche, zu Currys, zu kräftigem und blauem Käse sowie zu Desserts mit Frucht; auch solo ein Genuss.


Lage: Oberhäuser Brücke (VDP.Große Lage, Monopol), Nahe; kühle Flusslage; grauer Schiefer und Vulkangestein; ~1,1 ha, alleiniger Besitz Dönnhoff
Klassifikation: Riesling Spätlese, Nahe (fruchtsüß); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, kühle Gärung, herkunftsbetonter Ausbau im Stil des Guts

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Portugal

Niepoort Tawny Port

Wein · Portwein · Douro · Portugal

Niepoort Tawny Port ist ein mahagonibrauner Port, der mehrere Jahre im Eichenfass lagerte. Er ist ein Verschnitt verschiedener Grundweine und wird mitunter mit 30 oder 40 Jahre alten Ports assembliert. Wenn er auf den Markt kommt, ist er stets trinkreif – die Tannine sind weich und gut eingebunden.


Douro

Port stammt aus dem Douro-Tal in Portugal, einer der ältesten geschützten Weinbauregionen der Welt. Auf kargen Schieferböden gedeihen die autochthonen Rebsorten, aus denen der aufgespritete Süßwein entsteht. Niepoort zählt zu den traditionsreichsten und renommiertesten Portweinhäusern.

Rebsorten und Ausbau

Cuvée aus Touriga Nacional, Tinta Roriz, Touriga Franca, Tinta Cão, Tinta Francisca, Tinta Amarela und Sousão. Die Gärung wird durch Zugabe von Weinbrand gestoppt, wodurch die natürliche Restsüße erhalten bleibt. Die mehrjährige Reifung im Eichenfass gibt dem Tawny seine mahagonibraune Farbe und die oxidativen Aromen. Als Verschnitt verschiedener Jahrgänge stets trinkreif.

Im Glas

Mahagonibraun mit bernsteinfarbenen Reflexen. In der Nase Dörrobst (Feige, Dattel, Rosine), Walnuss, Karamell und feine Würze. Am Gaumen süß und samtig, mit Noten von Nuss, Toffee und getrockneten Früchten, weichen, gut eingebundenen Tanninen und langem Abgang.

Zum Genießen

Leicht gekühlt bei 12–14 °C servieren – als Dessert- oder Digestifwein.

Passt zu: Schokoladen- und Nussdesserts, Trockenfrüchten, reifem Hartkäse und Blauschimmelkäse – oder solo als Begleiter eines langen Abends.


Lage: D.O.C. Douro / Porto (Portugal); Niepoort
Klassifikation: Tawny Port – aufgespriteter Süßwein, Cuvée aus Touriga Nacional, Tinta Roriz, Touriga Franca, Tinta Cão, Tinta Francisca, Tinta Amarela & Sousão
Ausbau: mehrjährige Reifung im Eichenfass (Verschnitt verschiedener Jahrgänge)

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Weine

Schittler Becker Merlot Blanc de Noir 2025

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Schittler & Becker Merlot Blanc de Noir ist ein idealer Sommerwein – ein frischer Blanc de Noir, aus Merlot-Trauben gekeltert. Die klare Beerenfrucht von Johannisbeeren und Erdbeeren harmoniert mit einer dezenten Kräuterwürze.


Rheinhessen

Die Vereinigten Weingüter Schittler & Becker sind in Rheinhessen beheimatet. Die löss- und kalkgeprägten Böden des größten deutschen Anbaugebiets bringen fruchtbetonte, zugängliche Weine hervor.

Rebsorte und Ausbau

Ein Blanc de Noir aus Merlot – die rote Rebsorte wird weiß gekeltert, sodass ein heller, frischer Weißwein entsteht. Der Ausbau bewahrt die klare Beerenfrucht und die dezente Kräuterwürze. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Strohgelb mit zartem Schimmer. In der Nase klare Beerenfrucht von Johannisbeere und Erdbeere. Am Gaumen frisch und saftig, mit fruchtbetonter Art, dezenter Kräuterwürze und einem klaren, animierenden Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Sommerwein, solo oder zum Essen.

Passt zu: Salaten, gegrilltem Gemüse, hellem Fleisch, Fisch und mediterranen Vorspeisen.


Lage: Rheinhessen (Deutschland); Vereinigte Weingüter Schittler & Becker
Klassifikation: Blanc de Noir – 100 % Merlot, trocken
Ausbau: fruchtbetont, frisch (Weißkelterung)

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