El Oso Summer School 2019 – Galiza – Albariño

Teil 2. Albariño, denn auch Galegos wollen gute Geschäfte machen

Die Sache mit dem Albariño ist so einfach nicht. Vor sieben oder acht Jahren kam der damalige und heutige Ministerpräsident Alberto Núñez Feijoo auf eine lustige Idee: er wollte per Gesetz verbieten lassen, dass außerhalb von Galiza Albariño angebaut werden dürfe. Bestehende Anlagen, etwa in Valencia oder aber in manchen Ecken von Castilla, hätten weiterleben dürfen, großzügig, wie man nun einmal ist. Natürlich wurde aus dieser Idee nichts. Im Juni des Jahres zwanzig neunzehn beschloss die Weinbauregion Bordeaux, dass dort, unter anderem, ab jetzt auch Albariño angebaut werden darf. Natürlich war der Ministerpräsident Alberto Núñez Feijoo hellauf begeistert. Sachen gibt’s.

Die Sache mit dem Albariño ist aber auch aus anderen Gründen so einfach nicht. Denn eigentlich ist das eine Rebsorte, die keine wirklich lange Geschichte im Rucksack hat. In Val do Salnés, dem Epizentrum dieser Rebsorte, findet man kaum alte Rebstöcke, und wenn, dann steht da ein Mischsatz aus Caiño branca, Caiño negro, Espadeiro und Albariño.

Finca Outeiral: alte Albariño-Stöcke.

In ganz Galiza war der Weinbau schon seit dem Mittelalter extrem zersplittert, einzig der Klerus und der Landadel verfügten über größere Flächen. Ende des neunzehnten Jahrhunderts gab es mit A Coruña genau eine etwas größere Stadt, Vigo hingegen, heute mit dreihunderttausend Einwohnern der größte Ort in Galiza, kam gerade einmal auf gut zwanzigtausend Einwohner, Ourense war noch kleiner, ebenso Lugo, wo in etwa so viele Menschen lebten wie in Santiago de Compostela. Während Lugo und Ourense vor allem von den im Inneren von Galiza gelegenen Weinbauregionen versorgt wurden, fand man in den Tavernen in A Coruña, Santiago und Pontevedra vor allem Wein aus den Küstenregionen. Lange Zeit war die Versorgung der größeren Orte kein Problem, wurden doch bis an die Nordküste von Galiza Reben kultiviert. Oidium brachte das zum Erliegen, alleine in der Provinz Pontevedra sank die bestockte Fläche um zwei Drittel auf gerade noch gut sechstausend Hektar, weiter im Norden blieb von ein paar tausend Hektar nur das, was rund um den Ort Betanzos angebaut wurde. Gut ein Jahrzehnt später verstärkte Mehltau die Krise, aber damals waren bereits Behandlungsmethoden bekannt, mit Kupfer und Schwefel rückte man beiden Krankheiten zuleibe. Auch den Reblausbefall überlebte der Weinbau an der Küste relativ problemlos, wusste man doch, was zu tun sei: neu bestocken auf amerikanische Rebunterlagen. 

In jener Zeit indes war Albariño eher spärlich anzutreffen. Im Süden der Makroregion Rías Baixas, am Nordufer des Miño, dominierten andere Sorten: Godello, Loureira, Treixadura, Caiño blanca, auch rote Sorten wie Sousón waren häufig. Neunzig Prozent dessen, das sagt zumindest der Volksmund, was damals in Salnés gekeltert wurde, war Rotwein.

Salnés, moderner Stil.

Lange Zeit stand sich die Region selbst im Weg, Vermarktung war nicht unbedingt die Stärke von Salnés. Bis zur Gründung der D.O. Rías Baixas gab es nur wenige größere Weingüter, fast alle, die auch heute noch aktiv sind, waren klein, stammten aus dem Dreieck Cambados-Ribadumia-Meaño oder aus dem Südosten von Condado do Tea, wo sich Weinbau an die D.O. Ribeiro anschließt.

Gleichwohl gab es damals schon einen strukturellen Unterschied zwischen Salnés und dem Süden. Nicht nur die älteste Bodega in Rías Baixas, Santiago Ruiz, gegründet im Jahr achtzehnhundert siebzig, sie verfügte nie über mehr als gut einen Hektar Rebland, eigentlich fast alle Weingüter von dort unten betrachteten sich als Bodegas, die den Weinbauern Trauben abkauften. Marqués de Vizhoja kelterte, und macht das bis heute, vor allem Tafelwein, die Trauben stamm(t)en aus Irgendwo. Señorío de Sobral verfügt auch über kaum eigene Weinberge, O Aforado auch nicht. Einzig As Laxas und Divina Fernández Gil entsprachen dem, was man sich unter einer Winzerbodega vorstellt. Mehr gab es damals da unten nicht.

Salnés, traditioneller Stil.

In Salnés war das anders, auch wenn Palacio de Fefiñanes bis heute in obige Gruppe gehört, die Vorzeigebodega des simplen Weintourismus lebt fast ausschließlich von zugekauftem Lesegut, auch hier steht gerade einmal ein Hektar Rebland in den Büchern. Zarate, C.B. Pintos, Chaves, María del Carmen, Gerardo Méndez, Quinteira da Cruz Carballal oder Viña Blanca del Salnés verarbeiteten hauptsächlich eigene Trauben. Gut, auch all diese Bodegas kauften zu, und mit Boado-Chavez und Terra Santa gab es auch hier die ersten Auftragskellereien. Dennoch: die Vielfalt war größer.

Und genau diese Vielfalt führte dazu, dass man sich einmal im Jahr, immer am ersten Wochenende im August, in Cambados traf, um den Albariño zu feiern. Denn das war schon ein gewaltiger Schritt nach vorne: alle diese Bodegas kelterten (fast) ausschließlich Albariño. Die Fiesta de Albariño gibt es heute noch, sie hat sich aber inzwischen in vier Tage Besäufnis verwandelt, von Kultur ist da nicht mehr viel zu sehen. 

Anfang der achtziger Jahre wurde genau dort, am Meeresufer, nahe des Paradors, darüber diskutiert, ob man denn nicht eine kontrollierte Weinbauregion ins Leben rufen sollte. Die Idee gewann schnell viele Freunde, auch wenn man den sauren Apfel Rías Baixas Süd in Kauf nehmen musste. Man konnte damals keine D.O. Salnés gründen, auch wenn das, zumindest aus heutiger Sicht, die einzig richtige Lösung gewesen wäre.

Das konnte man damals nicht wissen, überhaupt war das alles ein großer Sprung ins Ungewisse. Denn als die D.O. Rías Baixas gegründet wurde, standen dort in den Büchern gerade einmal zweihundert dreiundsiebzig Hektar Rebland! Und davon kam noch ein nicht unwesentlicher Teil aus dem Süden. ¿Hep?

Nun, für die vielen kleinen und sehr kleinen Produzenten, die ihre paar tausend Liter Wein im Laufe des Jahres so oder so verkauften, meistens in einer Taverne neben der Bodega, Zentrum des gemütlichen Saufens der Einwohner von Salnés, mehr oder weniger legal, war eine kontrollierte Weinbauregion nicht unbedingt von Vorteil. Sie konnten schlecht ihren Wein jetzt teurer verkaufen, nur weil da ein amtliches Etikett der D.O. Rías Baixas auf den Flaschen klebte. Und was macht man mit den Karaffen? Die Kunden dieser Bodegas wollten einfach Wein saufen, wenn dann da ein wenig Palomino aus Ribeiro drin war, dann war das halt so.

Dennoch setzte rund um das Gründungsjahr, zwei Jahre zuvor bis vier Jahre danach, ein wahrer Gründungsboom ein. Unter anderem wurden damals die beiden Cooperativen, die Rías Baixas jahrelang prägen sollten, ins Leben gerufen: Martín Códax und Condes de Albarei. Noch heute sind dies, zusammen mit der Cooperativa Vitivinícola Arousana, besser bekannt unter dem Markennamen Paco & Lola, die wichtigsten Abfüller der Region. Insbesondere Martín Códax, beheimatet in Vilariño, im Osten von Cambados, schaffte es in relativ kurzer Zeit, sich einen Namen zu machen.

Aus der Distanz betrachtet ist es durchaus erstaunlich, dass man zuvor keine Cooperativen gründete. Noch heute werden die gut zweitausend Hektar Rebfläche in Salnés von deutlich mehr als viertausend Weinbauern beackert, insgesamt gibt es mehr als fünfzehntausend Parzellen, alles ist total zersplittert. Der durchschnittliche Weinbergsbesitz von fünftausend fünfhundert Quadratmetern erlaube es einem tüchtigen Weinbauern, in einem guten Jahr ein paar tausend Liter Wein zu keltern und zu vermarkten, in schlechten Jahren blieb oftmals nicht viel. Vollerwerbsweinbauern, wie man sie aus der Rioja, aus Ribera del Duero oder aus Toro kannte, gab und gibt es in Salnés kaum. Wer keine eigene Bodega hatte, der lieferte an eine der beiden Cooperativen, oder aber an die Handelshäuser, die damals ihren ersten Boom erlebten. Für manche war es indes auch ihr letzter.

Die Epoche der Gründung der Weinbauregion fiel zusammen mit der Hochphase des Drogenschmuggels, Haschisch, vor allem aber Kokain aus Columbia auf dem Weg gen Mitteleuropa. Salnés wurde überschwemmt von Drogengeld und natürlich hatte das auch Auswirkungen auf den Weinbau. Diverse Großbodegas wurden zu nicht geringem Teil mit Koka-Peseten finanziert. Das schillerndste Beispiel ist Pazo Baión, dort investierte Laureano Oubiña, einer der vier Drogenkönige in Salnés, eine Menge Geld. Als er verurteilt wurde, zog der Staat auch sein Vermögen ein, darunter diese Bodega inmitten von einem Meer von Weinbergen. Jahre später wurde Pazo Baión versteigert, heutiger Eigentümer ist Condes de Albarei; das in der Zwischenzeit dort installierte Zentrum für jugendliche Drogenaussteiger wird weiterhin betrieben.

Qualitativ waren die achtziger, vor allem aber die neunziger Jahre in Salnés eher von überschaubarer Güte, es ging oftmals darum, viel Wein zu keltern, Flaschen, auf denen Albariño steht, deren Innenleben aber eher unwichtig war. Jenseits von Galiza kannte man damals nur wenige Albariños, weiche, leicht säuerliche Weine ohne viel Struktur galten schnell als das, was in Salnés typisch sei. Dies sollte sich noch bis in das einundzwanzigste Jahrhundert hinziehen, etwa bis ins Jahr zweitausend und sechs oder zweitausend und sieben, als damals komplett unbekannte Bodegueros namens Rodrigo Méndez oder Xurxo Alba begannen, die Szene aufzumischen. Fünfzehn Jahre zuvor war der Markt noch nicht bereit für solche Weine.

Es war jedoch die Zeit mancher Weingoldgräber, allen voran José María Fonseca, Gründer einer damals hypermodernen Bodega in O Rosal: Terras Gauda. Sein damaliger Önologe, Pepe Domínguez, galt als einer der besten Weinmacher in Galiza. Gemeinsam schuf man den ersten in kleinen Barricas ausgebauten Albariño, Terras Gauda Etiqueta Negra, der in den ersten zehn Jahren jedoch einem wuchtigen Holzungeheuer nahe kam.  Er wurde in Spanien für mehr als dreitausend Peseten verkauft, ein Preis, der einzig deswegen so festgelegt wurde, weil ein gewisser José Peñín einen damals noch beachtenswerten Weinführer herausgab, in dem es eine Kategorie „Weine teurer als dreitausend Peseten“ gab. In der fand man zuvor keinen Weißwein, Terras Gauda Etiqueta Negra war der erste. Spielchen dieser Art gab es damals viele, man wollte Albariño und Rías Baixas auf der Iberischen Halbinsel bekannt machen. Dies gelang, aber aus einem ganz anderen Grund.

Als erste Bodega kam La Rioja Alta; man ließ sich im Süden von Rías Baixas nieder, gründete Lagar de Cervera, man war Pionier in Sachen auswärtige Investition in Rías Baixas. Viele sollten folgen, zumeist kamen sie aus der Rioja. Dies ist nicht weiter verwunderlich, war dies in jener Zeit doch die einzige Weinbauregion Spaniens, die eine halbwegs funktionierende Vertriebsstruktur aufweisen konnte, sowohl national als auch international. Marqués de Vargas, Marqués de Murrieta, Ramón Bilbao, dies sind nur drei weitere Rioja-Bodegas, die sich in Rías Baixas ihren Platz schufen. Oftmals wurden bestehende Bodegas übernommen, in manchen Fällen versuchte man, den Rioja-Deckel zu verstecken, Bodegas Riojanas etwa ist so ein Fall. Irgendwann kaufte LAN dann die Vorzeigebodega Santiago Ruiz.

Dies war der Startschuss eines eher industrialisierten Weinbaus in Salnés. Aber es waren nicht nur die Weingüter aus der Rioja, aus Catalunya, natürlich sind auch die beiden Großbodegas Felix Solís und J. García Carrión vertreten, diverse Weingüter aus anderen Teilen von Galiza kamen gen Küste. Am auffälligsten war dies am Unterlauf des Miño, in Arbo oder auch in Salvaterra do Miño, wo sich Weingüter aus dem nahen Ribeiro Bodegas kauften, selbst gebaut hat man eher nicht. Rectoral do Amandi aus Sober kam gen Salnés, um Rectoral do Umia zu gründen, eine Riesenbodega, die eigentlich vom ersten Moment an Probleme hatte. Sogrape kam aus Portugal, errichtete im Süden von Meaño, inmitten von Wald und Granit, eine Riesenbodega, in der man gut und gerne zwei Millionen Liter Wein keltern konnte, und scheiterte. Inzwischen heißt dieses Projekt Vionta, es gehört Freixenet, die wiederum gehören inzwischen Henkell.

Für die Großinvestoren aus dem In- und Ausland war Rías Baixas ein leichtes Spiel, gab es doch viele Weinbauern, die nicht wussten, wohin mit ihren Trauben. Die beiden traditionellen Cooperativen Martín Códax und Condes de Albarei schlossen bald ihre Mitgliederlisten, sie mussten ihren Socios viel Geld für ihre Trauben zahlen, mehr als dreihundert Peseten für ein Kilo Trauben, mehr als einen Euro und achtzig Cent. Daran hat sich auch bis heute nicht viel geändert. Daher hat Martín Códax eine Zweitfirma gegründet, die als Comercializadora, als Vermarkter fungiert. Man erwarb im Süden von Rías Baixas diverse Bodegas, Adegas Galegas (Don Pedro de Soutomaior) etwa, man kooperiert mit einigen, zum Beispiel mit Tollodouro in O Rosal, und mit anderen. Überall dort entsteht relativ billiger Albariño, billiger zumindest als das, was Martín Códax in Vilariño produzieren kann.

In jener Zeit begannen die Albariños auch jenseits der Grenzen von Galiza auf sich aufmerksam zu machen, insbesondere auf der anderen Seite des Atlantiks, in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort half, dass viele Menschen aus Galiza auswandern mussten, um Geld zu verdienen, die USA war ein beliebtes Ziel, schon seit Jahrhunderten ist das so. Albariño schuf sich einen kleinen Markt. Und dann begab es sich, dass eine in California ansässige Firma namens E&J Gallo auf Albariño aufmerksam wurde. Sie sahen sich etwas um und firmierten wenig später einen Vertrag mit Bodegas Martín Códax. Was genau die Absicht dahinter war, ist nicht wirklich klar. Gallo sagt, dass sie nur eine Kooperation wollten, die Übernahme der Bodega hätte nie zur Debatte gestanden. Die nachlassenden Aktivitäten in den folgenden Jahren stützt diese These indes nicht. Auch war man damals ziemlich vollmundig unterwegs, man wollte zehn Millionen Flaschen Albariño füllen. Etwas ambitioniert, gab es in jener Zeit doch gerade einmal dreitausend Hektar mit Albariño bestockte Rebfläche. Auch wenn man die veröffentlichten spanischen Exportstatistiken immer mit etwas Vorsicht und einer Prise Salz genießen sollte, die Absätze der D.O. Rías Baixas in all den Jahren seit dem Beginn dieser Kooperation sind von den angepeilten Mengen Lichtjahre entfernt. Dafür gibt es inzwischen Martín Códax Bierzo Edition und auch ein Riojawein namens Ergo, hergestellt in einer Cooperative, ist einer der meistverkauftesten spanischen Rotweine auf den US-Markt, vertrieben via Códax-Gallo.

Insgesamt wird aktuell etwas mehr als ein Viertel der Jahresproduktion der D.O. Rías Baixas exportiert, das ist eine ganze Menge. Nur: die Einheimischen können dafür nicht viel. Neben Gallo sind es vor allem die Bodegas aus anderen Teilen Spaniens, die für den Export verantwortlich sind.

Im Laufe der Jahre war Rías Baixas an seine Grenzen gestoßen, in Salnés gibt es nur wenige Stellen, an denen noch Reben gesetzt werden können. Gleiches gilt für O Rosal, das Mündungsgebiet des Miño. Weiter im Landesinneren, in Condado do Tea, könnte man zwar noch mehr pflanzen, die Gegebenheiten sind für Albariño indes nicht gerade günstig: es ist zu trocken und zu heiß, beides mag Albariño nicht wirklich. Daher kam um die Jahrtausendwende eine andere Erweiterung aufs Tapet: Ribeira do Ulla, ein besserer Bach, der an der Grenze zwischen den Provinzen Pontevedra und A Coruña herumschwimmt. Natürlich sind die klimatischen Gegebenheiten auch hier anders, aber zumindest wird es dort nicht zu heiß. Diese Erweiterung jedoch hatte ein G’schmäckle: schon bevor die Erweiterung beschlossen wurde, legte die damals zu den Top-Betrieben der Region zählende Bodega Pazo de Señorans dort eine große Parzelle an. Die langjährige Präsidentin des Consejo Regulador der D.O. Rías Baixas, Marisol Bueno, boxte die Erweiterung durch, wohl nicht zuletzt aus Eigeninteresse, schließlich ist sie auch die Eigentümerin von Pazo de Señorans. Die rechte Hand wäscht die linke. So richtig attraktiv ist diese Region jedoch nie geworden, ihr Anteil an der gesamten Albariño-Produktion liegt bei gut drei Prozent.

Leben kam in die Bude erst wieder, als die Cooperativa Vitivinícola Arousana gegründet wurde, man sprang quasi von null auf drei Millionen Kilo Trauben, viele Weinbauern, die weder bei Martín Códax noch bei Condes de Albarei Aufnahme fanden, hatten plötzlich ein Zuhause. Dumm nur, dass die Märkte gerade alle gut satt waren, außerdem lugte die Krise schon um die Ecke. Die Genossen aus Meaño machten aus der Not eine Tugend, die Bodega wurde zum Heim vieler weißer Marken, vor allem von Bodegas aus anderen Regionen Spaniens, die erst einmal sehen wollten, ob das mit Albariño klappen könnte. Freixenet war dort, Felix Solís ist wohl immer noch dort, aber auch viele kleinere Bodegas, die aus dem einen oder anderen Grund einen Albariño mit eigenem Etikett vertreiben wollten, besorgten sich dort ihre Weine. Tollodouro macht solche Dinge auch, und noch ein paar Bodegas mehr. Insgesamt ist der Markt an weißen Marken so groß aber dann doch wieder nicht. Dreißig Millionen Flaschen, das ist am Ende des Tages noch immer eine überschaubare Größe.

Nach etwa zwei Jahrzehnten qualitativem Stillstand bewegte sich Salnés in der zweiten Hälfte der ersten Dekade des einundzwanzigsten Jahrhunderts dann doch. Den Anfang machte Rodri, Rodrigo Méndez, ein Stahltankverkäufer aus Meaño. Mit Raúl Pérez als Weinmacher kam er mit diversen Rotweinen und ein paar interessanten Albariños auf den Markt. Gut, man produzierte auch diversen Unfug, wie etwa einen Wein, der ein paar Monate in einem Barrique reifte, das im Atlantik herumschwamm. Kann man machen, bringt Aufmerksamkeit. Kann man aber auch bleiben lassen. Xurxo Alba hängte damals seinen Job in Salnesvin an den Nagel, um die familiäre Bodega zu übernehmen. Eladio Pineiro, lange Zeit Direktor von Mar de Frades (Ramón Bilbao) begann mit Frore de Carmen, Weine zu keltern, die zumindest exotisch waren. Manuel Moldes, „Chicho“ verwandelte die wirkliche Garagenbodega seiner Eltern in Sanxenxo in eine der innovativsten Bodegas der Region. Rosa Pedrosa kam aus Madrid zurück, sie beackert einen Weinberg ihrer Familie und gründete Narupa, eine der kleinsten Bodegas der Region mit durchaus innovativen Weinen. Eulogio Pomares verbesserte zum einen die Top-Weine der Familienbodega Zarate, für den normalen Zarate gilt dies nicht, zudem begann er, auf eigene Rechnung, den einen oder anderen interessanten Wein zu keltern.

Auf dieser Welle schwammen und schwimmen ein paar Bodegas im Schatten mit, die qualitativ dort eher wenig zu suchen haben. Nanclares etwa, wo eigentlich nur die Parkerpunkte groß sind. Viña Blanca del Salnés, könnte, will aber offensichtlich nicht können wollen. Altos de Cristimil müsste einfach mal den Önologen wechseln, diverse andere Bodegas müssten einfach mal einen Önologen beschäftigen. Aber wie soll das gehen, wenn man gerade einmal zehntausend Flaschen keltert, die dann in der Taverne für sieben Euro die Flasche verschoben werden? Es gibt in Salnés viele Parzellen, die gut genug für erstklassige Weine sind. Aber solange man für diese Weine nicht wirklich mehr Geld einnehmen kann, kommt das dem Quirlen von Nebel gleich.

So abrupt der Qualitätsboom im Jahr zweitausend und sechs begann, so abrupt brach er wieder in sich zusammen, nur gut sechs Jahre später. Natürlich gibt es immer mehr große und großartigen Weine (großmäulige leider auch), sie (die großen) stammen aber immer wieder von den gleichen Weinmachern; Rodri, Raúl, Xurxo, Chicho, Rosa, Eulogio, und dann noch einmal von vorne: Rodri… In den letzten fünf Jahren, wurde, von einer im Großgeld schwimmenden Unternehmung in Vilagarcía de Arousa einmal abgesehen, genau eine Bodega wirklich neu gegründet: Cambados Urban Winery. Wenn man schon so heißt…

Albariño und mit ihm Salnés und, im Schlepptau, Rías Baixas, steht schon an einem Scheidepunkt. Der Anteil industriell daherkommender Weine steigt immer weiter, die Top-Produzenten kann man weiterhin mithilfe von zwei Händen aufzählen. Man kennt sie inzwischen auch in Restspanien, jedes Sternelokal kann zumindest fünf gute Produzenten aufzählen, und führt auch Weine von ihnen: Rodri, Raúl, Xurxo, Chicho und Eulogio. Zusammen füllen die aber gerade einmal eine halbe Million Flaschen. Weltbekannt wird man so eher nicht. Text: El oso alemán

Teil 3. Galiza in Rot: noch immer eine Herausforderung erscheint auf diesem Blog am 21.08.2019 um 11.00 Uhr.

Teil 4. Galiza, ein Land der Cuvées? Vor allem um Ribeiro geht es hier, aber auch um die komplizierte Nachbarschaft mit Portugiesen erscheint auf diesem Blog am 28.08.2019 um 11.00 Uhr.

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Feinkost

Il Caruggiu Olio al Tartufo - Olivenöl mit scharzem Trüffel

Feinkost · Olivenöl · Trüffel · Ligurien

Il Caruggiu Olio al Tartufo ist ein ligurisches Olivenöl mit schwarzem Trüffel. Es stammt vom kleinen Familienbetrieb Il Caruggiu im Hinterland von Imperia, der seit über 100 Jahren Oliven anbaut. Bewusst wird kein natives Öl extra verwendet, damit der Trüffel im Vordergrund bleibt. Ein dezentes, elegantes Trüffelöl für die feine Küche.


Herkunft

Il Caruggiu liegt in Ligurien, im Hinterland der Provinz Imperia. Geschützt von den Seealpen herrscht hier ein mildes, sonniges und regenarmes Mikroklima – ideal für den Olivenbaum. Charakteristisch für die Region ist die Olivensorte Taggiasca, die nur in Ligurien angebaut wird. Der schwarze Trüffel (Tuber aestivum) stammt aus Alba im Piemont.

Anbau und Verarbeitung

Die Oliven werden in Ligurien geerntet und schonend gepresst. Für dieses Trüffelöl wird bewusst kein natives Olivenöl extra verwendet, damit der Eigengeschmack des Öls den Trüffel nicht überdeckt. Das Öl wird mit schwarzem Trüffel (Tuber aestivum) aromatisiert; jeder Flasche wird ein kleines Stück Trüffel beigegeben.

Geschmack

Goldgelbes Olivenöl mit feinem, elegantem Trüffelaroma. Der Geschmack ist dezent und ausgewogen – die erdig-würzige Trüffelnote bleibt im Vordergrund, ohne aufdringlich zu wirken.

Am Tisch

Ideal zum Verfeinern von Pasta, Risotto, Pilzgerichten, Spargel und Eierspeisen. Am besten erst nach dem Garen über die fertigen Speisen träufeln, damit das Trüffelaroma erhalten bleibt.


Hersteller: Il Caruggiu (Civezza, Imperia)
Produkt: Olivenöl mit schwarzem Trüffel
Sorte: Olive Taggiasca; schwarzer Trüffel (Tuber aestivum)
Herkunft: Ligurien, Italien
Verarbeitung: schonend gepresst, mit Trüffel aromatisiert
Mindesthaltbarkeit (MHD): 21.07.2027

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Spanien

Equipo Navazos Oloroso Bota 46

Generoso · Oloroso · Montilla-Moriles · Spanien

Equipo Navazos La Bota de Oloroso 46 „Montilla" ist ein alter, trocken ausgebauter Oloroso aus Montilla-Moriles. Dunkles Gold mit raffiniertem, intensivem Aroma; am Gaumen fleischig, vielschichtig und sehr lang – rund wie ein PX, aber trocken. Geschätztes Alter rund 25 Jahre.


Montilla-Moriles

Equipo Navazos wählt herausragende Fässer aus und füllt sie nummeriert ab. Dieser Oloroso stammt aus Montilla-Moriles (Bodega Pérez Barquero) im Süden Spaniens. Dort ist – anders als im Jerez – Pedro Ximénez die klassische Rebsorte, die hier trocken zum Oloroso ausgebaut wird.

Bereitung und Reifung

Ein trockener Oloroso: rein oxidativ gereift (ohne Flor), wodurch sich Farbe, Dichte und nussig-würzige Tiefe entwickeln. Mit einem geschätzten Durchschnittsalter von rund 25 Jahren ein altes, seltenes Fass. Unfiltriert abgefüllt.

Im Glas

Tiefes Gold bis Bernstein. In der Nase raffiniert und intensiv, mit getrockneter Orangenschale, gerösteten Mandeln und Nüssen, feiner Würze und salziger Note. Am Gaumen fleischig, dicht und ausdrucksstark, vollmundig mit guter Säure und Salzigkeit – rund und cremig wie ein PX, dabei trocken; sehr langer, komplexer Abgang.

Am Tisch

Bei rund 14–16 °C servieren – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten.

Passt zu: Schmorgerichten, rotem Fleisch, Wild, reifem Hartkäse, Pilzgerichten und Nüssen.


Lage: Montilla-Moriles (Spanien); Bodega Pérez Barquero
Klassifikation: Oloroso (Generoso), trocken – Pedro Ximénez; Auswahl & Abfüllung Equipo Navazos „La Bota 46 – Montilla"
Ausbau: rein oxidative Reifung (Solera), geschätzt ~25 Jahre; unfiltriert

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Weine

Hermann Ludes Thörnicher Ritsch Riesling Kabinett Speyer 2024

Weißwein · Mosel · Riesling Kabinett (fruchtsüß)

Riesling Thörnicher Ritsch · Im Speyer Mosel Kabinett · fruchtsüß alte wurzelechte Reben

Der Thörnicher Ritsch „Im Speyer" Riesling Kabinett 2024 von Hermann Ludes ist ein straffer, mineralischer Mosel-Riesling von alten, teils wurzelechten Reben – kühle Frucht, feinste Schieferwürze und pikante, tänzelnde Säure, mit sehr großem Reifepotenzial.


Thörnicher Ritsch – Im Speyer

Die Parzelle „Im Speyer" gehört zu den eindrucksvollsten Gewannen der berühmten Mosellage Thörnicher Ritsch, gegenüber dem Ort Thörnich an der Mittelmosel. Der Weinberg erhebt sich extrem steil aus dem Moseltal und ist optimal nach Süden ausgerichtet, sodass die Reben von intensiver Sonneneinstrahlung und dem ausgleichenden Einfluss des Flusses profitieren. Die Böden aus devonischem Schiefer speichern Wärme und bieten den Reben zugleich nur wenig Wasser und Nährstoffe – das ergibt niedrige Erträge, aber Trauben von hoher Konzentration und ausgeprägter mineralischer Prägung.

In „Im Speyer" stehen vielfach sehr alte Rieslingreben, teils über 80 Jahre und oft noch wurzelecht. Innerhalb der ohnehin renommierten Ritsch ist diese Parzelle noch einmal eine ganze Klasse spannungsgeladener.

Jahrgang 2024 – Mosel

2024 war an der Mosel ein anspruchsvoller, kühl-feuchter Jahrgang mit hohem Pilzdruck und geringen Erträgen, der strenge Selektion und viel Arbeit im Steilhang verlangte. Ein freundlicherer Herbst ermöglichte eine reife, gesunde Lese.

Das Ergebnis sind klassische, säurebetonte und leichtfüßige Rieslinge mit moderaten Mostgewichten – ideale Bedingungen für animierende, spannungsreiche Kabinette.

Vinifikation und Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2024, klassischer Prädikatswein (Kabinett).

Handlese in der Steillage, anschließend Spontangärung mit Naturhefen; im Keller wird konsequent auf Reinzuchthefen, Enzyme und Schönung verzichtet. Der Ausbau ist traditionell und bewusst reduktiv angelegt – ein Stil, der die Weine kühl, klar und ausgesprochen langlebig macht. Jung profitieren sie stark von Luft; abgefüllt wird unter Schraubverschluss.

Im Glas

Eine klare Stilistik mit kühler Frucht, feinster Schieferwürze und pikanter, tänzelnder Säure. Am Gaumen präsentiert sich der Wein straff, mineralisch und lang, von einem salzigen Mantel umgeben und mit sehr großem Reifepotenzial ausgestattet.

Straff, mineralisch und lang – kühle Frucht und Schieferwürze in einem salzigen Mantel.

Jung mit etwas Luft zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Klassiker zu würziger, leicht scharfer Küche: Thai-Currys, Sushi, gebratenes Geflügel mit Ingwer oder kräftiger Käse. Ebenso ein animierender Aperitif.


Lage: Thörnicher Ritsch „Im Speyer" (Mittelmosel); extrem steile Südlage, devonischer Schiefer, alte, teils wurzelechte Reben
Klassifikation: Riesling Kabinett (Prädikatswein, fruchtsüß)
Ausbau: Riesling; Spontangärung mit Naturhefen, klassisch-reduktiver Ausbau, keine Schönung, Schraubverschluss

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Schaumweine

Pertois- Lebrun Champagne L´extravertie Grand Cru Extra Brut

Champagner · Côte des Blancs · Chardonnay · Grand Cru · Extra Brut

Pertois-Lebrun L'Extravertie Grand Cru Extra Brut ist ein Blanc de Blancs aus 100 % Chardonnay, dessen Trauben aus sieben herausragenden Lagen der Côte des Blancs stammen – fünf Grand Crus und zwei Premier Crus. Die Weinberge werden biodynamisch bewirtschaftet. Im Glas ein heller, klarer Goldton mit feiner Perlage.


Côte des Blancs

Die Trauben stammen aus den Grand-Cru-Dörfern Chouilly, Le Mesnil-sur-Oger, Oiry, Cramant und Oger sowie den Premier Crus Cuis und Villeneuve in der Côte des Blancs. Die kreidegeprägten Böden verleihen dem Wein seine kalkige Mineralität und Frische. Die Bewirtschaftung folgt biodynamischen Grundsätzen mit organischen Düngern, mechanischer Bodenbearbeitung und pflanzlichen Präparaten.

Assemblage und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay und basiert überwiegend auf dem aktuellen Jahrgang, ergänzt um rund 15 % Reserveweine. Verwendet wird ausschließlich die erste Pressung. Nach der Gärung bei 17 °C und vollständiger malolaktischer Gärung reift er zehn Monate auf der Feinhefe, teils im Edelstahltank, teils im Eichenfass, ohne Schönung und Filtration. Nach mindestens zweieinhalb Jahren Hefelager mit 3,5 g/l als Extra Brut abgefüllt.

Im Glas

Heller, klarer Goldton mit feinen Perlen. Der Duft erinnert zunächst an frisch gebackene Brioche, bevor sich Kreide, Grapefruit und grüne Äpfel entfalten. Am Gaumen frisch, saftig und zugleich cremig, mit fein integrierter Perlage; die zitronige Säure sorgt für Spannung, eine elegante, kalkige Mineralität trägt den Wein. Das Finale ist harmonisch, weich und präzise.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Austern, Meeresfrüchte, Fisch und feine Vorspeisen.


Lage: Chouilly, Le Mesnil-sur-Oger, Oiry, Cramant, Oger (Grand Cru) sowie Cuis & Villeneuve (1er Cru), Côte des Blancs
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Extra Brut, Blanc de Blancs
Ausbau: Erstpressung, teils Edelstahl / teils Eichenfass, malolaktische Gärung, 10 Monate Feinhefe, mind. 2,5 Jahre Hefelager, 3,5 g/l

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Spirituosen

Ferdinand´s Saar Dry Vermouth

Wermut · Dry Vermouth · Saar · Deutschland

Ferdinand's Saar Dry Vermouth ist ein Wermut auf Basis von Saar-Riesling aus dem Hause Ferdinand's. Die Mineralität und Frucht der handgelesenen Riesling-Trauben verbinden sich mit würzigen Wermutkräutern aus der Saar-Region. Trocken, fein und aromatisch. Eine elegante Harmonie aus Wein und Kräutern.


Herkunft

Ferdinand's hat seinen Sitz an der Saar in Deutschland, einer der renommiertesten Riesling-Regionen. Die Basis bildet ein mineralischer, fruchtbetonter Saar-Riesling; die Wermutkräuter stammen ebenfalls aus der Region.

Herstellung und Reifung

Grundlage ist handgelesener Saar-Riesling, der mit würzigen Wermutkräutern der Saar-Region aromatisiert wird. So entsteht ein trockener Wermut, der Mineralität und Frucht des Weins mit feiner Kräuterwürze verbindet.

Im Glas

Helles Gelb. In der Nase Riesling-Frucht und würzige Kräuternoten. Am Gaumen trocken, mineralisch und elegant, mit feiner Kräuterwürze und langem Abgang.

Zum Genuss

Gut gekühlt pur, auf Eis mit einem Zeste Zitrone oder als Basis für Cocktails und Aperitifs.

Klassische Begleitung: als Aperitif, im Martini oder Spritz, zu Oliven und Antipasti.


Herkunft: Saar (Deutschland)
Art: Dry Vermouth (Wermut auf Riesling-Basis)
Herstellung: handgelesener Saar-Riesling, würzige Wermutkräuter

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Länder/Regionen

Domaine Bachelet Gevrey Chambertin Les Corbeaux 1er Cru VV 2023

Rotwein · Gevrey-Chambertin Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Corbeaux · 1er Cru Vieilles Vignes · 0,42 ha Reben ~80 Jahre 2023

Der Gevrey-Chambertin Les Corbeaux 1er Cru VV 2023 von Denis Bachelet ist ein Pinot Noir von feiner Eleganz und Finesse. Die rund 80 Jahre alten Reben auf 0,42 Hektar geben ihm Struktur und Tiefe. Statt mit Opulenz überzeugt er mit Raffinesse, seidiger Textur und präziser Definition.


Les Corbeaux – Premier Cru in Gevrey-Chambertin

Les Corbeaux ist eine Premier-Cru-Lage von Gevrey-Chambertin, direkt benachbart zum Grand Cru Mazis-Chambertin. Die Lage liegt am Hang auf Kalk- und Mergelböden und bringt feingliedrige, präzise Weine hervor.

Denis Bachelet bewirtschaftet hier eine nur 0,42 Hektar große Parzelle mit rund 80 Jahre alten Reben. Seine kleine, traditionell arbeitende Domaine in Gevrey-Chambertin steht für Finesse, Tiefe und lange Lagerfähigkeit.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April. Häufige Niederschläge im April und Anfang Mai hielten den Mehltaudruck hoch; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, von rund 80 Jahre alten Reben.

Nach der Lese vergärt der Wein und reift anschließend im Holzfass. Die Vinifikation folgt der auf Finesse und Präzision ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

Feine Eleganz und Finesse prägen den Wein. Die aromatische Intensität des benachbarten Mazis-Chambertin erreicht er nicht ganz, brilliert aber mit feingliedriger Balance, seidiger Textur und präziser Definition. Er entfaltet sich mit jedem Schluck weiter.

Statt mit Opulenz verführt dieser Gevrey-Chambertin mit Raffinesse: seidige Textur und präzise Definition.

In der Jugend zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Ente, Rind, Gerichte mit Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein eleganter Begleiter für gehaltvollere Gerichte.


Lage: Les Corbeaux (1er Cru), Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); neben Grand Cru Mazis-Chambertin, 0,42 ha, Reben ~80 Jahre
Klassifikation: Gevrey-Chambertin Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Rebsorten

Le Moine Volnay Les Caillerets 1er Cru 2020

Rotwein · Volnay 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Volnay 1er Cru Les Caillerets Côte de Beaune Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz · unfiltriert 2020

Der Lucien Le Moine Volnay Les Caillerets 1er Cru 2020 stammt aus dem feinsten Cru von Volnay – ein eleganter, mineralischer Pinot Noir mit delikater Frucht und steiniger Würze. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Volnay Les Caillerets – der feinste Cru von Volnay

Volnay bringt die elegantesten, feinsten Rotweine der Côte de Beaune hervor – reine Pinot Noirs von kalkreichen, gut dränierten Osthängen zwischen Pommard und Meursault, bekannt für Finesse statt Kraft. Les Caillerets gilt als der vornehmste Premier Cru der Appellation: Der hohe aktive Kalkanteil bei vergleichsweise wenig Ton verleiht den Weinen eine seidige Textur und mineralische Spannung, die oft mit Chambolle-Musigny verglichen wird.

Bei Lucien Le Moine wird daraus ein besonders herkunftsgenauer 1er Cru: Mounir Saoumas Ausbau betont Reinheit, Textur und Mineralität – kaum ein Winzer versteht es wie er, das gebündelte Terroir des Burgunds in die Flasche zu bringen. Jeder Wein ein Unikat, voller Eigenständigkeit und Mineralität, in nur kleiner Stückzahl.

Jahrgang 2020 – Côte de Beaune

2020 brachte an der Côte de Beaune reife, konzentrierte und zugleich frische Rotweine mit tiefer Frucht, feiner Säure und großer Energie. In einem feinen Cru wie Caillerets ergibt das einen dichten, jugendlich-kraftvollen und zugleich seidigen Volnay mit großem Reifepotenzial – im texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, Volnay Les Caillerets 1er Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Sehr kleine Stückzahl.

Im Glas

Der kalkreiche Caillerets-Hang prägt einen besonders feinen, eleganten Volnay: helle rote Frucht wie Himbeere und Kirsche, florale Nuancen und eine steinig-mineralische Würze. Aus dem warmen, reifen Jahrgang 2020 gewinnt er Dichte und Substanz, die das lange Vollhefelager und das neue Holz in eine seidige, vielschichtige Textur einbinden. Am Gaumen kraftvoll und doch fein gezeichnet, mit feinem Tannin, salziger Frische und einer luftigen, langen Linie.

Helle rote Frucht, florale und steinige Würze – seidig und fein, mit salziger Frische und luftiger Länge.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente und Geflügel, zu Reh und Lamm in feiner Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Weichkäse.


Lage: Volnay Les Caillerets 1er Cru, Côte de Beaune (Burgund, Frankreich); kalkreicher Osthang zwischen Pommard und Meursault, gut dräniert
Klassifikation: Premier Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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Weine

Willi Schäfer Graacher Himmelreich Riesling Kabinett 2025 Magnum

Weißwein · Graach (Mosel) · Riesling (Kabinett, fruchtsüß)

Riesling Graacher Himmelreich Kabinett · fruchtsüß Willi Schäfer VDP.Große Lage · Mittelmosel Blau- und Grauschiefer Steillage 45–65 % Magnum 1,5 l · 2025

Der Willi Schäfer Graacher Himmelreich Riesling Kabinett 2025 in der Magnum stammt aus einer Paradelage der Mittelmosel. Ein verspielt-fruchtiger, filigraner Kabinett mit feiner Schiefermineralität.


Graacher Himmelreich – Paradelage der Mittelmosel

Das Weingut Willi Schäfer in Graach zählt zu den stillen Größen der Mittelmosel: kompromissloser Riesling von Schiefer aus drei herausragenden Lagen – Graacher Domprobst, Graacher Himmelreich und Wehlener Sonnenuhr.

Die VDP.Große Lage Graacher Himmelreich ist ein Paradebeispiel für das Potenzial der Mittelmosel-Rieslinge; teils stehen die Reben noch in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Die nach Süd-Südwest bis Südwest ausgerichteten Weinberge (110–260 m, 45–65 % Neigung) profitieren von der reflektierenden, wärmespeichernden Wirkung der Mosel und dem natürlichen Windschutz des Tals. Die Böden aus leicht erwärmbarem Blau- und Grauschiefer prägen die Mineralität; Wasseradern im Hang sichern eine kontinuierliche Versorgung der Reben. Der Name „Himmelreich" stammt vermutlich aus dem Keltischen und bedeutet „kleiner Hügel".

Jahrgang 2025 – Graach (Mosel)

2025 startete vielversprechend: milder Frühling, warmer Frühsommer und ein hochsommerlicher August brachten die Weinberge in prächtigen Zustand, vergleichbar mit 2018. Der September mit ergiebigen Regenfällen setzte das Leseteam unter Druck – penible Selektion am Stock entschied über alles. Am 6. Oktober 2025 war die Lese beendet, früher als je zuvor in der Geschichte des Weinguts. Das Ergebnis sind Weine mit Tiefgang, Schliff und klarer Schiefermineralität.

Herstellung und Ausbau

Fruchtsüßer Riesling Kabinett aus dem Graacher Himmelreich, Jahrgang 2025; 100 % Riesling von Blau- und Grauschiefer. Abgefüllt in der 1,5-Liter-Magnum.

Nach penibler Selektion und Handlese wird der Wein traditionell im Stil des Guts vinifiziert, mit kühler Gärung, die die feine Restsüße und die lebendige Schiefersäure des Kabinetts bewahrt. Das Magnum-Format begünstigt eine besonders langsame, harmonische Reife.

Im Glas

Ein verspielt-fruchtiger, filigraner Kabinett: Apfel und Zitrus, dazu weißer Pfirsich, florale Anklänge und eine feine, salzig-mineralische Schieferader. Am Gaumen leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, die von einer lebendigen, klaren Mosel-Säure getragen wird, und einem frischen, mineralischen Nachhall.

Apfel, Zitrus und weißer Pfirsich über floralen Anklängen und feiner, salzig-mineralischer Schieferader – leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, getragen von lebendiger Mosel-Säure.

Ein verspielt-fruchtiger, langlebiger Mosel-Kabinett; die Magnum reift besonders harmonisch. Bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif, zu würziger asiatischer Küche und Currys, zu Fisch und Meeresfrüchten sowie zu mildem bis mittelkräftigem Käse.


Lage: Graacher Himmelreich (VDP.Große Lage), Mittelmosel; Süd-Südwest- bis Südwest-Steillage, 45–65 % Neigung, 110–260 m; leicht erwärmbarer Blau- und Grauschiefer; teils Einzelpfahlerziehung
Klassifikation: Riesling Kabinett, Mosel (fruchtsüß); 100 % Riesling; 1,5-l-Magnum
Ausbau: penible Selektion, Handlese, kühle Gärung, traditioneller Ausbau im Stil des Guts

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