El Oso Summer School 2019 – Galiza in Rot

Teil 3. Galiza in Rot: noch immer eine Herausforderung

Die Sache mit dem Rotwein aus Galiza ist so einfach nicht. Denn selbst wenn findige Marketing-Strategen gerade damit beginnen, Tinto de Barrantes, ungefähr das Schlimmste, was einen Gaumen heimsuchen kann, unbedarften Touristen als regionale Spezialität unterzujubeln, veredelte blaue Sorten aus Galiza gibt es eigentlich nicht. Alles kam entweder aus dem Osten, aka Frankreich, oder aus dem Süden, auch unter dem Namen Portugal bekannt. Und die Hybridreben findet man hauptsächlich in Barrantes. Bis vor kaum mehr als zehn Jahren hatte Galiza in Sachen Rotwein keinen Namen, nirgends, außer in Galiza, of course.

Warum dem so ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Denn in früheren Zeiten war Galiza voll von blauen Rebsorten. Im Osten, in Valdeorras, baute man Albarello, Mouratón und etwas Mencía an, den findige Wanderer kirchlichen Ursprungs von Bierzo durch die Schluchten des Sil geschmuggelt hatten. Wobei auch das eher neueren Datums ist. Denn vor zwei oder drei Jahrhunderten gab es in Valdeorras kaum Mencía, in Ribeira Sacra schon gleich gar nicht. 

Steillagen am Sil.

Mencía reift in kühlen Gegenden nur in warmen Jahren richtig gut aus, Regen mag die Sorte gar nicht, dafür gibt es ja Albariño. Man kann dies alles gut in der Region Ribeira Sacra erkunden, dort, wo Reben an den steilen Hängen des Miño und des Sil stehen. In heißen Jahren schnuppert Mencía an der vierzehn Grad Grenze, in kühlen und nassen Jahren muss die Sorte strampeln, um mehr als elf Umdrehungen und ein paar Zerquetschte zu erreichen. Deswegen findet man dort Weinberg vor allem an den nach Südosten, Süden oder Südwesten abfallenden Steilhängen. Das klappt im Canyon des Sil ganz gut, da sich dieses Tal, grob betrachtet, von Osten gen Westen zieht. Der Miño hingegen stürzt von Nord nach Süd, er schlägt ein paar Bögen, die Nordhänge generieren. Dort scheint die Sonne zwischen zehn Uhr abends und fünf Uhr des Morgens. Nicht wirklich spannend.

Auch wenn es in allen fünf Weinbauregionen in Galiza rote Weine gibt, ist doch Ribeira Sacra die Rotweinregion schlechthin. Nur, auch dort ist nicht alles Gold, was da so vor sich hin glänzt. Gerne erzählen die Eingeborenen davon, dass bereits die Römer an den Hängen des Sil Reben kultiviert hätten und dass deshalb dies ein heiliges Weinland sei. Sacranochmal, da hätte man aber auch selbst drauf kommen können! Wir wissen nicht, von welcher Farbe der Galegomet, den die Römerinnen und Römer bereiteten, gewesen war, Mencía war es mit Sicherheit nicht.

Beginn und Mitte Neuzeit, auch so eine heilige Phase in Ribeira Sacra, gab es dort vor allem Espadeiro und Treixadura, dazu Grao Negro und Mouratón. Treixadura (weiß) für Süßwein vom Typ Tostado (siehe Abteilung Cuvées und Ribeiro), die anderen Sorten für alles andere. Trousseau gab es damals auch, er kam aus dem Jura, die Galegas und Galegos nannten und nennen ihn Merenzao, im Süden von Galiza (und in Arribes) auch schon einmal Bastardo. Alles Trousseau, aber wie soll ein halbwegs gebildeter Galego dieses Wort nach drei Flaschen Albarello noch unfallfrei aussprechen können. Merenzao also. Eine fruchtige Säure, nicht allzu alkoholreiche Weine, eher hell, moderate Säure, so etwas mögen die Leute in Galiza. Bedauerlicherweise ist diese Sorte extrem anfällig gegen jedwedes Unheil, das einen Rebgarten heimsuchen kann. Daher hat man diese Sorte nach der Reblausplage kaum mehr kultiviert.

Überhaupt hat die Reblaus die Rotweinlandschaft in Galiza stark verändert, weit mehr als in Sachen Weißwein. Vor der Reblaus gab es in Ribeira Sacra kaum Mencía, ein halbes Jahrhundert danach waren die Hänge voll von dieser Sorte. Sie musste sich jedoch mit einer Rebsorte herumplagen, die zuvor niemand auf dem Zettel stehen hatte: Alicante Bouschet, in ganz Spanien gerne Garnacha Tintorera genannt, Galiza macht hier keine Ausnahme. Alicante Bouschet gibt zuverlässlich viele Trauben, es ist eine Färbertraube, man kann also leichte Rotlinge gut damit einfärben. Alicante Bouschet wächst eigentlich überall, außer auf Wasser und Asphalt, wobei letzteres noch auszuprobieren wäre. Und, ganz wichtig, die Sorte ist relativ unempfindlich gegen Rebkrankheiten, auch kann man die Ernte schon einmal um eine, zwei oder drei Wochen verschieben, so man vorher dringend fiestas feiern muss. No pasa nada…

In Ribeira Sacra gibt es etwa zwölfhundert Hektar Rebland, amtlich betrachtet. In Wirklichkeit gibt es deutlich mehr. Und immer dann, wenn die Trauben in der amtlichen Weinbauregion Ribeira Sacra knapp sind, machen die Weinbauern, die außerhalb der Denominación de Origen arbeiten, ein gutes Zusatzgeschäft, da kann der Consejo Regulador so viel abstreiten, wie er will. Bei den fünf, meinetwegen zehn Vorzeigebetrieben passiert das natürlich nicht, da ist alles hochnotpeinlich korrekt. Es gibt aber in der Region knapp einhundert Weingüter und die Kontrolleure des Consejo können nicht immer überall sein. Und Chantada ist weit…

Ganz Ribeira Sacra besteht aus Granit. Ganz Ribeira Sacra? Nicht wirklich …

Ribeira Sacra ist die jüngste der fünf Denominaciones de Origen in Galiza, sie wurde im Jahr neunzehnhundert sechsundneunzig gegründet. Sie ist, zumindest in den USA und in den „noch“ UK bekannt, weil ein paar Journalisten und ein paar Weinkritiker mal ein neues Pferd reiten wollten. Nur, machen wir uns da mal nichts vor, außerhalb einer Wolke von Galiza-begeisterten Weintrinkern und drei Handvoll Professionellen kennt die Region koa d’Sau. Woher auch? Im langjährigen Durchschnitt werden nicht einmal viereinhalb Prozent der gefüllten Weine exportiert, wobei nicht wirklich klar ist, ob Restspanien als Export gilt. Späßle g’macht… Aber mit wahrem Kern. Denn da weder Monterrei noch Ribeiro, Rías Baixas schon gar nicht, größere Mengen an Rotwein keltern, ist Ribeira Sacra die einzige Rotweinquelle für trinkfreudige Galegas und Galegos. Bei, im Durchschnitt, fünf Millionen Kilo blauer Trauben reicht das, statistisch betrachtet, für zwei Flaschen pro Eingeborenen, und das pro Jahr!

Ribeira Sacra ist relativ einfach zu verstehen: da ist der Canyon des Sil und der des Miño, in A Peroxa feiern sie Vereinigung. Die jeweiligen Ufer begründen eigene Subregionen, wobei lediglich Amandi namentlich auf Etiketten auftaucht. Chantada schreibt, sicherheitshalber, niemand auf das Etikett. An manchen Stellen brauchen die Trauben zwei Jahre, um halbwegs reif zu werden. Daran ändert auch der Klimawandel nichts, Nacht ist noch immer Nacht.

 In Amandi wurde den Weinbauern ein monumentales Denkmal gesetzt.

Auch wenn fast alle guten und sehr guten Weine der Region aus Sober stammen, so darf man das nicht überbewerten. Denn aus dem gleichen, in gefühlt siebenundneunzig Teildörfer zersplitterte Sober, stammen unzählige betont schlichte Rotweine. Und es hängt natürlich damit zusammen, dass ein gewisser Raúl Pérez mit den beiden Vorzeigeregionen aus Amandi/Sober arbeitete: Algueira und Guímaro. Inzwischen hat er sein Wirkungsgebiet verlagert, in Algueira taucht er nicht mehr auf, dafür hat er, zusammen mit Rodri (>Albariño, Stahltankverkäufer), eine Bodega in der Region Ribeiras do Miño gegründet, die jedoch einen gehörigen Sicherheitsabstand zum Canyon hält. Jenseits der Raúlwelt gibt es noch Envinate (das sind die von den Kanaren), und Silice, Fredi Torres, wo betont preisintensive Weine entstehen. Und natürlich Dominio do Bibei, die Domínguez-Bodega, in der dem Vernehmen nach kein Geld der Adolfo-Domínguez Luxuskleiderkette steckt (die brauchen ihr Geld auch dringend selber). Ansonsten tauchen immer mal wieder Namen auf, und dann bald wieder unter, Fedellos do Couto wird von Parker gehypt, warum auch immer. 

Wo liegt der Hund begraben? Nun, in einer Region, in der die Gegebenheiten extrem schwanken, braucht man eine gewisse Rebfläche, möglichst nicht benachbart, um halbwegs sicher Jahr für Jahr halbwegs ordentliche Weine zu keltert. Diese Möglichkeiten haben nur wenige Betriebe. Dazu kommt die Abhängigkeit von Mencía. In den letzten zehn Jahren überstieg der Mencía-Anteil an der Gesamternte konstant die fünfundachtzig Prozent, betrachtet man nur den Rotweinsektor, kann man mindestens noch einmal fünf Prozent hinzuaddieren. Im Jahr zwanzig achtzehn brachten es die vier unter den Begriff Castes nobles zusammengefassten Sorten Merenzao, Albarello, Brancellao sowie Sousón erstmals auf mehr als zweihunderttausend Kilo, vier Jahre zuvor waren es gerade einmal gut sechzig tausend Kilo. Das ist eine gute Entwicklung, sie hängt aber fast ausschließlich an den oben genannte Bodegas, Weingüter, die dem alltäglichen Kampf ums Dasein ausgesetzt sind, können sich diesen Luxus oftmals schlicht und ergreifend nicht leisten.

Die Struktur von Ribeira Sacra hat sich in all den Jahren nur wenig verändert: Rectoral Amandi und der Rest. Rectoral do Amandi ist keine Cooperative, sondern eine privat geführte Großbodega, gleichwohl entfiel in manchen Jahren knapp die Hälfte der Produktion auf diese in Sober beheimatete Bodega. Sie dient auch als eine Art Versicherung: so eine Bodega nicht weiß, was sie mit dem Inhalt eines Stahltanks machen soll, ein Anruf bei Rectoral reicht, um am nächsten Morgen einen Tanklaster vor der Tür zu finden. Die Weine dieser Großbodega findet man in fast allen spanischen Supermärkten, nicht nur in Galiza. Nummer zwei ist Moure, dann folgt Valcar, auch eine Bodega, deren Weine Supermarktregale füllen. Und dann kommen schon Algueira und Guímaro, die von kleinen Bodegas zu lokalen globalen Kräften wuchsen. 

Guímaro, dort werkeln neben Pedro auch noch Raúl Pérez und Dierk Niepoort, ist schon noch die Nummer eins, die beiden Top-Weine, von denen es je ein Guímaro- und ein Raúletikett gibt, sind schon die besten Weine der Region. Inzwischen sind sie auch gleich teuer… Ob nun Algueira besser ist als Envinate oder anders herum, das ist eigentlich egal, ordentlich sind beide, wobei der Einstiegswein von Algueira schon etwas gar schlicht ist. Daterra folgt dann, und danach folgt erst einmal nicht viel. Die Situation unterscheidet sich nicht sonderlich von Albariño und Salnés: es gibt zwar immer mal wieder neue Weine, aber nicht von neuen Namen. Guímaro kauft Parzelle um Parzelle, da wird es weitere Weine geben, Algueira pflanzt immer weiter, während Xurxo (Albamar) letztendlich keine Zeit hat, um sich intensiv um sein Ribeira Sacra – Projekt zu kümmern, Fusco dämmert vor sich hin.

Dominio do Bibei fehlt in der Liste; nicht etwa, weil die Weine schlecht wären. Manzaneda ist schlicht und ergreifend kein Ribeira Sacra, auch wenn man die Ecke damals in diese Denominación de Origen gepfercht hat. Manzaneda und O Bolo, was auch nicht gerade typisches Valdeorras ist, das ist einfach eine eigenständige Region, wobei es gerade einmal dreieinhalb Bodegas in dieser Ecke gibt.

Valdeorras ist die zweite wichtige Rotweinregion in Galiza, hier ist die Nachbarschaft zu Bierzo durchaus stilprägend. Der große Unterschied: Bierzo ist ein Kessel, während der Großteil der Weinbauregion Valdeorras am Nordufer des Sil beheimatet ist. Plus der Weg gen O Bolo. Auch wenn in Valdeorras fast so viel Rotwein wie Weißwein gekeltert wird, sind die roten Tropfen doch nahezu unbekannt. Ganz, ganz früher gab es hier vor allem Albarello, Mouratón und Grao Negro, Rotwein war weit wichtiger als heute, die Albarellos aus Valdeorras waren in Astorga, der wichtigste Weinmarktplatz im Nordwesten Spaniens im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert, sehr begehrt. Nach der Reblausplage änderte sich dies alles fundamental: es passierte das, was auch in Ribeira Sacra geschah. Die Weinbauern pflanzten Mencía und Alicante Bouschet, ein klein wenig Albarello überlebte, Rebsorten wie Sousón oder Brancellao, Caiño largo und redondo, all das wurde erst etwa einhundert Jahre später wieder gepflanzt.

Valdeorras besteht aus Lehm, Kalk, Schiefer und Granit, und überall steht Mencía. Somit könnte es interessante Weine aus allen Ecken der Region geben. Leider steht dem die Realität entgegen. Addiert man die Produktion der Top-Rotweine der Region auf, dann kommt man in guten Jahren auf knapp neun tausend Flaschen, knapp achttausend von Telmo Rodríguez und gut eintausend Flaschen von Javier García in Viña Somoza. Rafa Palacios interessiert sich nicht für Rotweine aus Valdeorras, außerdem steht da eine Palacios-Bodega in Corullón, gleich um die Ecke. Und die anderen neununddreißig Bodegas sind entweder nicht willens oder nicht in der Lage, konstant ernsthaft gute Rotweine zu keltern. Hier wird Potential verschleudert.

In Monterrei ist das alles nochmal viel komplizierter. Und das, obwohl dort einer der Vorzeigerotweinwinzer aus Galiza aktiv ist: José Luis Mateo. Lange Zeit haben er, Luis Ánxo aus Ribeiro sowie Guímaro die rote Weinszene des spanischen Nordwestens nach Belieben dominiert. Eigentlich, wenn man ganz genau hinschaut, tun sie dies noch immer.

José Luis ist ein Fan von Cuvées, und von regionalen Rebsorten: vor allem Caiño und Brancellao, aber auch Touriga Nacional, Bastardo, Mouratón, und noch ein paar Sorten mehr, die nur das Rebsortenkompendium aus Monterrei kennt, dazu diverse Spielarten von Böden, von Schiefer über Lehm bis Sand und Granit, formen die perfekte Grundlage für seine Weine. Fast alles sind Lagenweine, einzig für die, hmmm, Einstiegsweine Muradella und Alanda sammelt er Trauben in verschiedenen Parzellen. Einige dieser Parzellen sind alt, der Großteil indessen wurde Ende des letzten Jahrhunderts bestockt.

Dies wirft natürlich eine kapitale Frage auf: warum nur er? Warum gibt es nicht drei oder vier weitere Winzer dieser Ecke, die zumindest in die Nähe der Weine von Quinta da Muradella kommen? Böden vergleichbarer Qualität gibt es, die Klone kann man in jeder besseren Rebschule kaufen, dass, was an Gebinden in der Bodega steht, ist auch nicht gerade schwer zu bekommen, und José Luis ist ein Autodidakt, der, wie so einige, nicht zuletzt von einigen Jahren mit Raúl Pérez profitierte. Es ist ja nicht so, dass es in Monterrei keine Rotweine gäbe, etwa dreißig Prozent der Produktion entfällt auf rote Sorten, nicht nur Mencía. Und selbst wenn eine etwaige zweite Bodega nicht viel mehr als eine Kopie von Quinta da Muradella wäre: besser eine Kopie als keine Alternative. Aber, der Galego an sich: vergeht ein Jahrhundert ohne Aktivität, kommt bestimmt das nächste…

Etwa ein Jahrhundert dauerte es, ehe in O Ribeiro wieder rote Qualitätsweine auf den Tischen standen. Zwar ist die kleine Region, deren Weinberge an den Hängen des Avia und des Arnoia sowie rund um den Stausee des Miño, in Castrelo, liegen, schon seit Urzeiten eine Region für Weißweine. Dennoch kannte man in Ribadavia, in Ourense oder in London schon vor Jahrhunderten exzellente Rotweine aus der Region.

Sieht man einmal von den sich ständig wiederholenden Wetterkapriolen ab (Hagel, Frost, feuchte und heiße Luft), dann ist dies mit Sicherheit die beste Region für Rotweine in Galiza. In Ourense gibt es etwa so viele Sonnenstunden pro Jahr wie in Sevilla, die Temperaturen sind in der Regel höher als auf der nördlichen Meseta, Nachmittage mit weit über fünfunddreißig Grad im Schatten sind häufig. Und man sieht auch: an die Eleganz der besten Rotweine der Region kommt keine andere Ecke an, in der Galegos Reben kultivieren; nicht einmal Monterrei.

Das Problem ist die Unbeständigkeit: exzellenten Jahren folgen extrem komplizierte Jahre, es ist für Winzer aus Ribeiro kaum möglich, konstant gute Weine des gleichen Typs zu keltern. 

Man kann dies am Beispiel der Rotweine von Luis Ánxo erkennen, ohne jeden Zweifel der beste Rotweinproduzent in O Ribeiro. Von dem Top-Rotwein Escolma gab es lange Zeit zwischen achthundert und dreizehnhundert Flaschen, dann gab es, Jahrgang zwanzig dreizehn und sein Nachfolge, zweimal in Folge gar keinen roten Escolma, dann zwölfhundert Flaschen, dann etwa zweitausend, dann viertausend, dann wieder um die zweitausend. Um in Ribeiro einen hervorragenden Rotwein zu fabrizieren, von dem es in jedem Jahr eine vernünftige Menge gibt, braucht man entweder das dreifache an Traubenmaterial oder aber Weinberge, die weit genug voneinander entfernt sind, dass lokale Wetterevents nicht alle Parzellen zugleich betreffen.

Niemand kann in Ribeiro von roten Weinen leben, das Risiko ist einfach zu hoch. Es gibt, jenseits von Luis Ánxo, auch nur wenige Weingüter, die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen. In Arnoia, im Süden, Hanglage, sonnig, trocken, sind es einige: Javier Montsalve, José Estevez, Manuel Rojo, aber allen voran José Merens Merens mit seinem 30 Copelos. Aber nicht nur die Bodenstruktur ist anders, die Rebsortenzusammensetzung ist es auch. In Arnoia gibt es kaum Sousón, er reift hier nicht gut. Dafür gibt es viel Brancellao, Ferról, Caiño jeden Typs, alles Sorten, die eher dicht, komplex und stoffig daherkommen. Und sie reifen gut, Mitte bis Ende September kann man sehr gute Qualitäten ernten. Das ist wichtig, denn im Oktober kommt in der Regel der Regen.

Es ist nicht wirklich klar, ob die Hänge rings um den Miño-Stausee namens Castrelo do Miño sich nicht doch für blaue Trauben eignen würden. Alleine, es hat bislang kaum jemand versucht. Und dass, obwohl dort in den letzten Jahren viel gepflanzt wurde. In Castrelo, in Toén, aber auch im Süden von Cenlle, interessiert man sich mehr für Weißwein. Die wenigen Rotweine, die es gibt, bestehen zum großen Teil aus Alicante Bouschet, sie sind zum großen Teil so richtig furchtbar.

Auch wenn man Alicante Bouschet in ganz Galiza findet, so hat diese Sorte in Ribeiro wohl die größten Schäden angerichtet. Dies liegt vor allem daran, dass die Parzellen hier extrem klein sind, tausend Quadratmeter ist schon eine Menge. Und da sich dort, wo viele Weinbauern ihre Weinberge auf unterschiedlichste Art und Weise beackern, Rebkrankheiten leichter ausbreiten als in großen Parzellen, die einfacher zu kontrollieren sind, suchte man nach der Reblaus Sorten, die sehr resistent sind, Alicante Bouschet und Palomino standen da an erster Stelle.

In einem wirklich guten Jahr gibt es in Ribeiro etwa dreihundert tausend Kilo blauen Trauben, die nicht Alicante Bouschet heißen. Damit kann man kein Weltreich initiieren. Man kann aber ein paar ordentliche Weine keltern, zum Beispiel im Tal des Avia, zwischen O Carballiño und Ribadavia. Dort ist fast alles Granit, wobei die Komposition und die Dichte höchst unterschiedlich sind. Und, da der Avia von Norden gen Süden strömt, es gibt einen Westhang (Beade, Carballeda do Avia, Teile von Ribadavia) und einen Osthang mit Cenlle, Leiro, Gomariz und ebenfalls einem Teil von Ribadavia. Der Volksmund sagt, dass am Osthang blaue Trauben besser reifen. Das mag sein, am Westhang wird es manchmal schon recht bald finster. Nur: wenn die Sonne erst um eins vorbeikommt, um die Blätter zu trocknen, dann ist das keine gute Basis für hochkarätige Rotweine.

Hochkarätige Rotweine indes gibt es dort nur wenige. Von dem Strohfeuer Comando G bei Viña Mein einmal abgesehen (das nennt sich jetzt Pago de Carraovejas bei Viña Mein), gibt es mit Adega Sameirás und Coto de Gomariz eigentlich nur zwei ordentliche Produzenten roter Weine. Ob Vilerma wieder aufschließen kann, dereinst war dies eine der Vorzeigebodegas der Region, ist nicht wirklich klar. Coto de Gomariz hat den Vorteil, dass viele Parzellen im Amphitheater von Gomariz liegen, die Toplagen für Cuve Caco und Cuve Primo hoch am Hang, sie blicken gen Süden. Wenn das nicht so eine Chaos-Bude wäre, könnte das richtig gut sein. Es gibt aus Gomariz noch ein paar Rotweine, eher von schlichter Art, aber vor allem deswegen, weil die Bodegas die gute Traubenqualität nicht ordentlich verarbeiten. Gomariz könnte besser. Am Westhang, die Terrassen sind steiler als im Osten, die Krume ist knapper, steht jede Menge Alicante Bouschet, die Cooperative aus Beade lebte lange Zeit davon. Inzwischen hat dort Casal do Arman die Hände in der Maische, wie das endet, das ist noch nicht wirklich klar. Es gibt ein paar kleine Betriebe, die in guten Jahren ordentliche Rotweine keltern, aber halt nur ein paar; und auch nur in guten Jahren.

Am Osthang sind die Gegebenheiten dort gut, wo die Blätter der Rebstöcke schnell trocknen können. Man kann dies gut in den Weinbergen von Adega Sameirás studieren: unten, im Tal, gibt es in feuchten Jahren nicht viel zu ernten, während weiter oben am Hang, etwa auf Höhe der Bodega von Casal do Arman, die Sonne früher präsent ist. Dort reift sogar Sousón, eine durchaus späte Sorte. Vor gut zehn Jahren bestockte Antonio Cajide eine durchaus große Parzelle oben auf der Kammlinie des Berges. Leider stehen da nur weiße Sorten, Caiño, Brancellao oder Sousón würden dort sicher gut reifen.

In Sachen Rotwein steht Ribeiro heute dort, wo die Region schon vor zehn Jahren stand. Und wenn da nicht bald etwas Substantielles geschieht, dann wird sie da auch noch in zehn Jahren verharren. ¡Argh!

Für Rías Baixas gilt das nur teilweise. Man möchte meinen mögen, dass dies für Rotweine 
die uninteressanteste Region in Galiza sei, doch sollte man diese Meinung nicht allzu laut in die Welt posaunen.

Gut, global betrachtet ist das schon so, und noch dazu sind die Rotweine aus der Ecke von Rías Baixas, die sich am ehesten für Sousón and friends eignet, noch die schlechtesten: Condado do Tea. Dies ist das Binnenland des Miño, nördliches Ufer, auf der anderen Seite grüßt Portugal. Zwischen Túi und Ribeiro ist es trocken, warm, der Boden besteht aus Granit, die Krume ist knapp. Jedoch ist es vielleicht zu trocken, zu heiß, und die Krume könnte auch zu knapp sein. Dies lassen diverse Weine vermuten, die es aus jener Ecke gibt. Nur: sie stammen fast alle von genau einer Bodega, und diese Bodega hat so ihre Probleme mit dem korrekten Einsatz von Barricas. Das Problem könnte also hausgemacht sein.

Die Mini-Revolution der roten Sorten indes findet im Val do Salnés statt. Vor zehn Jahren gab es dort zwar schon die gleiche Basis, niemand hat seit dem blaue Reben gepflanzt, es gab aber keinen einzigen halbwegs trinkbaren Rotwein aus Salnés. Und dann kam Rodri (mitsamt Raúl) , und dann kam Xurxo, dann kamen Chicho und Eulogio, und die drehten dann mal so richtig auf. Gleichwohl sind deren Weine nicht einfach zu verstehen, denn sie sind eher nicht so alkoholstark, auch sind sie eher hellerer Natur. Man nutzt Caiño, Loureira, Espadeiro und ein klein wenig Mencía. Und in der Regel sind das alle alte Rebstöcke, Parzellen, die teilweise nicht einmal von der Reblaus entdeckt wurden. Abgeschottet in den Bergen, zwischen Eukalyptus und Eukalyptus, zwischen Hirsch und Reh und wilder Sau. Teilweise findet man Rebbäume, anders kann man manch alten Caiño- oder Espadeiro-Stock nicht bezeichnen, in Gärten. Drei blaue stehen neben fünf weißen, das reichte, um einen etwas strukturierten Weißwein für den Eigenverbrauch zu keltern. Diese Parzellen kommen nun nach und nach auf den Markt, um von den vier Verdächtigen sogleich aufgesogen zu werden. Wobei: es sind oftmals die Weinbauern, die sich an die vier Bodegas wenden. Xurxo Alba verarbeitete im Jahr zwanzig siebzehn fünfzehntausend Kilo blauer Trauben, und lehnte weitere zehntausend Kilo ab. Kein Platz in der Bodega. Qualitativ tun sich Rodri, Xurxo und Chicho nichts, Eulogio kommt da nicht wirklich mit, ist aber immer noch mit Abstand die Nummer vier. Chicho setzt ausschließlich auf Cuvées, zumindest bislang, die Idee, mal einen sortenreinen Espadeiro, Loureira oder Caiño zu füllen, hält immer bis kurz vor der Abfüllung. Dann wird doch wieder alles zusammengeschüttet, weil sonst nicht genug Menge da ist. Rodri hat einen gewissen Vorsprung: er war als erster auf der Matte und er kann am ehesten mal ein paar Scheine locker machen, um eine Parzelle zu kaufen, wenn denn eine zum Verkauf steht.

Rote Sorten findet man im Süden, in Sanxenxo, auf Schiefer und Granit, in der Mitte, in Cambados und Meaño, auf granit mit knapper Krume, und weit im Landesinneren, in Barro, auf Lehm. Weder im Norden, in Vilagarcía oder in Vilanova, noch in der zentralen Mitte, in Ribadumia, Meis oder Portas, findet man mehr als ein paar symbolische Zeugnisse roter Weinbaukunst. Außer in Barrantes, wo noch viele Hybridstöcke vor sich hinwuchern.

Ein kleines Fazit: die Grundlagen sind so schlecht nicht und einige Weine zeigen ja das Potential der Region. Vielleicht braucht es einfach noch ein paar Jahrzehnte, A Coruña wurde a auch nicht an einem Tag erschaffen. Text: El oso alemán

Teil 4. Galiza, ein Land der Cuvées? Vor allem um Ribeiro geht es hier, aber auch um die komplizierte Nachbarschaft mit Portugiesen. Erscheint auf diesem Blog am 28.08.2019 um 11.00 Uhr.

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Feinkost

Terrine mit Hühnerleber und Cognac

Feinkost · Terrine / Charcuterie · Limousin · Frankreich

Le Patron Terrine mit Hühnerleber und Cognac ist eine fein abgestimmte französische Terrine aus dem Limousin. Zarte Hühnerleber, veredelt mit einem Hauch Cognac – klassische französische Charcuterie aus natürlichen Zutaten, ohne künstliche Zusätze.


Herkunft

Hergestellt vom Familienbetrieb Arnaud (seit 1950) in Aix-sur-Vienne im Limousin, einer Region mit großer Charcuterie-Tradition. Verarbeitet werden natürliche Zutaten ohne künstliche Zusätze.

Zutaten und Herstellung

Auf Basis von Hühnerleber, verfeinert mit einem Hauch Cognac. Handwerklich nach französischer Terrinen-Tradition zubereitet – fein in der Textur und klar im Geschmack, ohne künstliche Zusätze.

Geschmack

Zart und cremig, mit dem feinen, leicht herzhaften Aroma der Hühnerleber und der dezenten Würze des Cognac. Rund und ausgewogen – typisch französisch.

Zum Genießen

Auf geröstetem Baguette oder frischem Landbrot servieren, dazu Cornichons, Zwiebelkonfitüre oder etwas Senf. Als Vorspeise, Apéro-Häppchen oder Teil einer Charcuterie-Platte.

Passt zu: Baguette, Landbrot, Cornichons, Zwiebelkonfitüre und einem Glas Rotwein.


Hersteller: Familie Arnaud (seit 1950), Aix-sur-Vienne, Limousin (Frankreich)
Produkt: Terrine mit Hühnerleber und Cognac (Charcuterie)
Zutaten (Auszug): Hühnerleber, Cognac; natürliche Zutaten, ohne künstliche Zusätze
Mindesthaltbarkeit (MHD): 11/2030

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Weine

Battenfeld Spanier Riesling Kirchenstück GG 2024 BIO

Weißwein · Hohen-Sülzen (Rheinhessen) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Kirchenstück VDP.Großes Gewächs Battenfeld-Spanier Hohen-Sülzen · Rheinhessen Kalk und Lehm Reben Ø ~35 Jahre BIO (DE-ÖKO-006) · 2024

Der Battenfeld-Spanier Kirchenstück Riesling GG 2024 stammt aus H. O. Spaniers Heimatlage in Hohen-Sülzen. Ein fruchtbetonter, tiefgründiger Riesling von kräftigen Kalk- und Lehmböden.


Kirchenstück – Heimatlage in Hohen-Sülzen

Das biologisch arbeitende Weingut Battenfeld-Spanier von H. O. Spanier zählt zu den führenden Adressen im rheinhessischen Wonnegau und ist für seine kalkgeprägten, präzisen Rieslinge bekannt (DE-ÖKO-006). Das Kirchenstück ist eine VDP.Große Lage auf rund 150 Metern, mit etwa 15 % Neigung und einem Boden aus Kalk und Lehm; die klassifizierte Fläche misst 6,71 Hektar.

Das Kirchenstück liegt auf einer Ebene zwischen zwei Kirchen und überblickt H. O. Spaniers Heimatort Hohen-Sülzen. Hier liegt sein ältester, in den 1960er Jahren gepflanzter Weingarten. Ausgehend von diesem Herzstück stammen die Weine heute aus den besten Parzellen des gesamten Kirchenstücks mit seinen kräftigen Böden; die Reben haben ein Durchschnittsalter von rund 35 Jahren.

Jahrgang 2024 – Rheinhessen

2024 war in Rheinhessen ein kühlerer, anspruchsvoller Jahrgang, der Präzision im Weinberg belohnte. Die kräftigen Kalk- und Lehmböden und die alten Reben sicherten reifes, fruchtbetontes Lesegut, während das kühle Jahr für Frische und Säurespannung sorgte – Tiefe und Balance zugleich.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus der Lage Kirchenstück, Jahrgang 2024; 100 % Riesling von Kalk und Lehm.

Nach selektiver Handlese wird der Wein herkunftsbetont im Stil des Guts vergoren und ausgebaut, ganz auf Frucht, Tiefe und die kräftige Kalk-Lehm-Prägung ausgerichtet. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).

Im Glas

Ein fruchtbetonter, tiefgründiger Riesling: reife gelbe Frucht und weißer Pfirsich, dazu Zitrus, feine Kräuterwürze und eine kalkig-mineralische Ader. Am Gaumen saftig und gehaltvoll, mit lebendiger Säure, klarer Struktur und einem langen, mineralischen Nachhall.

Reife gelbe Frucht und weißer Pfirsich über Zitrus, feiner Kräuterwürze und kalkig-mineralischer Ader – saftig und gehaltvoll, mit lebendiger Säure, klarer Struktur und langem, mineralischem Nachhall.

Ein fruchtbetonter, langlebiger Kalk-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu asiatischer Küche sowie zu mildem bis mittelkräftigem Käse.


Lage: Kirchenstück (VDP.Große Lage), Hohen-Sülzen, Rheinhessen; ~150 m, ~15 % Neigung; Kalk und Lehm; Reben Ø ~35 Jahre; klassifizierte Fläche 6,71 ha
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Rheinhessen (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, herkunftsbetonte Vergärung und Ausbau im Stil des Guts; biologisch, DE-ÖKO-006

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Länder/Regionen

Metzger Petit Rosé trocken 2024

Roséwein · trocken · Pfalz · Deutschland

Metzger Petit Rosé trocken ist ein fruchtig-frischer Roséwein vom Weingut Metzger aus der Pfalz – alles andere als gewöhnlich. Rhabarber, Paprika, Kiwi und Stachelbeere prägen das Bild, dazu eine leicht pfeffrige Art. Ein trockener Rosé, der schon im ersten Moment überzeugt. Der ideale Sommerwein zum Grillen.


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Aus roten Trauben entsteht hier ein trockener, fruchtbetonter Rosé mit frischer, würziger Art.

Rebsorte und Ausbau

Aus roten Trauben als trockener Rosé vinifiziert. Der frische Ausbau im Edelstahl bewahrt die fruchtbetonte Aromatik und die animierende Säure.

Im Glas

Helles Lachsrosa. In der Nase Rhabarber, Paprika, Kiwi und Stachelbeere, dazu eine leicht pfeffrige Note. Am Gaumen trocken, frisch und fruchtbetont, mit saftigem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – ein Sommerwein für die Terrasse.

Klassische Begleitung: Gegrilltes, Salate, mediterrane Vorspeisen und leichte Sommerküche.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Pfalz – Roséwein, trocken
Ausbau: aus roten Trauben, Edelstahl

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Weine

Franck Bonville Champagner Grand Cru Rosé brut

Wein · Champagner Rosé · Champagne · Frankreich

Franck Bonville Grand Cru Rosé Brut ist sehr feinperlig, elegant, klar und reintönig. Eine Assemblage, die die kreidige Spannung des Avize-Chardonnays mit der fruchtigen Eleganz des Pinot Noir aus Ambonnay verbindet – rund und seidig, mit Aromen roter Beeren und der haustypischen Brioche-Note.


Champagne / Côte des Blancs & Montagne de Reims

Franck Bonville ist ein renommiertes Familienhaus aus Avize an der Côte des Blancs, geführt von Olivier Bonville. Dieser Rosé ist die einzige Cuvée des Hauses, in der der Chardonnay auf eine zweite Sorte trifft: Er verbindet die kreidige Mineralität von Avize mit dem Pinot Noir aus dem Grand Cru Ambonnay in der Montagne de Reims – einem der besten Pinot-Terroirs der Champagne.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 90 % Chardonnay (Avize) und 10 % rot vinifiziertem Pinot Noir (Ambonnay). Die Vinifikation erfolgt vollständig im Edelstahl, um Reinheit und Finesse zu bewahren. Nach rund zwei bis zweieinhalb Jahren Hefelager wird der Champagner mit moderater Dosage als Brut degorgiert.

Im Glas

Zartes bis kräftiges Lachsrosa mit feiner, zahlreicher Perlage. In der Nase Walderdbeere und Kirsche, gefolgt von den haustypischen Noten nach Brioche, Vanille und Trockenfrüchten. Am Gaumen rund und seidig, mit knackiger roter Frucht, schöner Mineralität und einer feinen, frischen Balance; salzig-frisches Finale.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als sommerlicher Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: gegrilltem Fisch, hellem Fleisch, Gemüse-Tians, salzig-süßem Fingerfood und Desserts mit roter Frucht.


Lage: Champagne; Chardonnay aus Grand Cru Avize, Pinot Noir aus Grand Cru Ambonnay (Frankreich); Franck Bonville
Klassifikation: Champagne Grand Cru Rosé – Assemblage aus 90 % Chardonnay & 10 % Pinot Noir, brut
Ausbau: Vinifikation im Edelstahl, ca. 2–2,5 Jahre Hefelager

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Frankreich

Ponsot Griotte Chambertin Cuvée du Saule Grand Cru 2019

Rotwein · Griotte-Chambertin Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Griotte-Chambertin Grand Cru Cuvée du Saule Côte de Nuits Maison Laurent Ponsot 2019

Der Laurent Ponsot Griotte-Chambertin Grand Cru „Cuvée du Saule" 2019 stammt aus einem der kleinsten und parfümiertesten Grands Crus des Burgunds – ein seidiger, verführerischer Pinot Noir mit dem unverwechselbaren Wildkirsch-Charakter der Lage. Ponsot nennt ihn augenzwinkernd „die Lolita der Grands Crus".


Griotte-Chambertin – der parfümierte Zwerg unter den Grands Crus

Laurent Ponsot ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Burgunds. 2017 verließ er die berühmte Familien-Domaine Ponsot in Morey-Saint-Denis und gründete – gemeinsam mit seinem Sohn Clément – sein eigenes Haus, Maison Laurent Ponsot. Sein Stil ist unverkennbar: späte Lese, vollständige Entrappung und der konsequente Verzicht auf neues Holz, für Weine von großer Reinheit, Konzentration und Langlebigkeit. Seine Cuvées tragen poetische Namen; „Saule" ist das französische Wort für Weide.

Griotte-Chambertin ist mit nur rund 2,56 Hektar einer der kleinsten Grands Crus von Gevrey-Chambertin – berühmt für seinen parfümierten, an Wildkirsche („griotte") erinnernden Charakter und seine seidige Eleganz. Ponsot bewirtschaftet davon rund einen Hektar, einen bedeutenden Anteil der winzigen Appellation. Die Lage liegt am Hang in unmittelbarer Nachbarschaft zu Chambertin-Clos de Bèze und Chapelle-Chambertin.

Jahrgang 2019 – Côte de Nuits

2019 gilt an der Côte de Nuits als hervorragender Jahrgang, der reife, konzentrierte und zugleich frische Pinots mit feiner Tanninstruktur hervorbrachte. Im Griotte-Chambertin ergab das einen Wein von ausdrucksstarker roter und schwarzer Frucht mit einem Hauch Würze – am Gaumen frisch und seidig, mit genug festem Tannin, um über viele Jahre würdevoll zu reifen. Eine wunderbare Balance für den Jahrgang.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2019, trocken, Griotte-Chambertin Grand Cru.

Im typischen Ponsot-Stil: späte Lese, vollständige Entrappung und Ausbau ohne neues Holz, um die parfümierte Frucht und die seidige Textur der Lage unverfälscht zu bewahren. Der Verzicht auf Holzwürze stellt die Reinheit der Griotte ganz in den Mittelpunkt.

Im Glas

Leuchtendes Rubinrot. In der Nase ein betörendes, reifes und zugleich kühles Bukett von würziger, erdiger Wildkirsche (Kirschlikör), floralen Anklängen und einer Spur frisch gewendeter Erde. Am Gaumen von feiner Konzentration, seidig und doch muskulös, mit mundfüllendem Extrakt, einer fast salzigen Mineralität und einem überaus langen, fein strukturierten Abgang – kraftvoll und „schwebend" zugleich.

Die „Lolita der Grands Crus" – seidig, parfümiert und verführerisch, von schwebender Eleganz.

Schon jung verführerisch, aber für eine lange Reife über viele Jahre gebaut; profitiert vom Dekantieren. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Wild und Wildgeflügel (Reh, Taube), zu Ente und Kalb, zu Gerichten mit Pilzen und Trüffel sowie zu gereiftem Weichkäse.


Lage: Griotte-Chambertin Grand Cru, Gevrey-Chambertin, Côte de Nuits (Burgund, Frankreich); einer der kleinsten Grands Crus (~2,56 ha), Ponsot-Anteil ~1 ha
Klassifikation: Griotte-Chambertin Grand Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; späte Lese, vollständig entrappt, Ausbau ohne neues Holz; auf Reinheit und Transparenz ausgerichteter Stil

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Spirituosen

Valverde Grappa di Nebbiolo La Magica

Spirituose · Grappa · Nebbiolo · Italien

Valverde Grappa di Nebbiolo La Magica wird aus dem Trester piemontesischer Nebbiolo-Trauben destilliert und in Eichenfässern gereift. Sie schmeckt intensiv, weinig und sehr weich.


Herkunft / Piemont

Grappa ist der klassische italienische Tresterbrand. Diese sortenreine Grappa stammt vom Nebbiolo – der noblen Leitsorte des Piemont, aus der auch Barolo und Barbaresco entstehen. Hier von Valverde.

Trester und Destillation

Destilliert aus dem Trester piemontesischer Nebbiolo-Trauben. Nach der Destillation reift die Grappa in slawonischen Eichenfässern, die ihr Weichheit, Farbe und feine Würze verleihen.

Im Glas

Goldgelb bis bernsteinfarben. In der Nase intensiv und weinig, mit Anklängen von Trockenfrüchten, Gewürzen und Holz. Am Gaumen vollmundig und sehr weich, mit feiner Würze, sanfter Holznote und langem, wärmendem Abgang.

Pur genießen

Bei Zimmertemperatur in einem Grappa-Glas servieren – als klassischer Digestif.

Ideal: pur nach dem Essen oder als „Caffè corretto" zum Espresso.


Herkunft: Piemont (Italien); Valverde
Art: Grappa (fassgereift)
Grundlage: Trester der Nebbiolo-Traube (sortenrein)
Reifung: in slawonischen Eichenfässern

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Rebsorten

Le Moine Volnay Les Caillerets 1er Cru 2020

Rotwein · Volnay 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Volnay 1er Cru Les Caillerets Côte de Beaune Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz · unfiltriert 2020

Der Lucien Le Moine Volnay Les Caillerets 1er Cru 2020 stammt aus dem feinsten Cru von Volnay – ein eleganter, mineralischer Pinot Noir mit delikater Frucht und steiniger Würze. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Volnay Les Caillerets – der feinste Cru von Volnay

Volnay bringt die elegantesten, feinsten Rotweine der Côte de Beaune hervor – reine Pinot Noirs von kalkreichen, gut dränierten Osthängen zwischen Pommard und Meursault, bekannt für Finesse statt Kraft. Les Caillerets gilt als der vornehmste Premier Cru der Appellation: Der hohe aktive Kalkanteil bei vergleichsweise wenig Ton verleiht den Weinen eine seidige Textur und mineralische Spannung, die oft mit Chambolle-Musigny verglichen wird.

Bei Lucien Le Moine wird daraus ein besonders herkunftsgenauer 1er Cru: Mounir Saoumas Ausbau betont Reinheit, Textur und Mineralität – kaum ein Winzer versteht es wie er, das gebündelte Terroir des Burgunds in die Flasche zu bringen. Jeder Wein ein Unikat, voller Eigenständigkeit und Mineralität, in nur kleiner Stückzahl.

Jahrgang 2020 – Côte de Beaune

2020 brachte an der Côte de Beaune reife, konzentrierte und zugleich frische Rotweine mit tiefer Frucht, feiner Säure und großer Energie. In einem feinen Cru wie Caillerets ergibt das einen dichten, jugendlich-kraftvollen und zugleich seidigen Volnay mit großem Reifepotenzial – im texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, Volnay Les Caillerets 1er Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Sehr kleine Stückzahl.

Im Glas

Der kalkreiche Caillerets-Hang prägt einen besonders feinen, eleganten Volnay: helle rote Frucht wie Himbeere und Kirsche, florale Nuancen und eine steinig-mineralische Würze. Aus dem warmen, reifen Jahrgang 2020 gewinnt er Dichte und Substanz, die das lange Vollhefelager und das neue Holz in eine seidige, vielschichtige Textur einbinden. Am Gaumen kraftvoll und doch fein gezeichnet, mit feinem Tannin, salziger Frische und einer luftigen, langen Linie.

Helle rote Frucht, florale und steinige Würze – seidig und fein, mit salziger Frische und luftiger Länge.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente und Geflügel, zu Reh und Lamm in feiner Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Weichkäse.


Lage: Volnay Les Caillerets 1er Cru, Côte de Beaune (Burgund, Frankreich); kalkreicher Osthang zwischen Pommard und Meursault, gut dräniert
Klassifikation: Premier Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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Weine

Bertheau Chambolle Musigny 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny · 1er Cru Baudes · Groseilles · Gruenchers · Noirots Côte de Nuits 2021

Der Chambolle-Musigny 1er Cru 2021 der Domaine François Bertheau ist eine Cuvée aus den Premier-Cru-Lagen Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots. Ein expressiver, feiner und sinnlicher Pinot Noir, getragen von Eleganz – mit Himbeere, frischen Blüten, reifer Beerenfrucht und feinen Erdnoten.


Chambolle-Musigny – Assemblage aus vier Premier Crus

Dieser Premier Cru vereint vier Climats von Chambolle-Musigny: Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots. Chambolle-Musigny im Herzen der Côte de Nuits gilt mit seinen Kreide- und Tonböden als Inbegriff von Eleganz und Finesse.

Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen, gesuchten Erzeugern der Gemeinde und prägt deren duftig-feinen Stil.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – passend zur duftigen, eleganten Art von Chambolle.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, eine Assemblage aus Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse ausgerichtet.

Im Glas

Himbeeren, frische Blüten und reife Beerenfrucht treffen auf feine Erdaromen. Reife Gerbstoffe, eine knackige Fruchtigkeit, ein hochspannendes Säurespiel, viel Schmelz und ein berührender Abgang zeigen, wie zart und zugleich intensiv ein Pinot Noir schmecken kann.

Himbeere, frische Blüten und Schmelz über knackiger Frucht – ein zarter, intensiver Pinot Noir voller Eleganz.

Schon jung zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); Assemblage aus Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers, Les Noirots; Kreide-/Tonböden
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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