El Oso Summer School 2019 – Galiza, ein Land der Cuvées?

Teil 4. Galiza, ein Land der Cuvées?

Die Sache mit den südlichen Nachbarn, den Portugiesen, ist so einfach nicht. Denn, aus welchem Grund auch immer, die Galegas und die Galegos fühlen sich den Nachbarn von der anderen Seite des Miño schon etwas überlegen. Ernsthafte Gründe hierfür gibt es jedoch nicht.

Über Weinbaugeschichte vor dem späten Mittelalter steht wenig geschrieben, man ist auf Vermutungen und Annahmen angewiesen. Klar indes scheint zu sein, dass die Phönizier mit Wein handelten. Sie kamen, gesichert, bis Oporto, nach manchen Berichten auch weiter gen Norden, bis nach Galiza. Sie brachten wohl den einen oder andere Rebstock mit, da sie aber, anders als in al-Andalus, an der nördlichen Westküste keine festen Siedlungen errichteten, ist ihr Einfluss wahrscheinlich weniger stark. Als der Klerus begann, Weinbau zu betreiben, so um das neunte oder zehnte Jahrhundert, waren die meisten alten Rebsorten bereits vorhanden, sowohl in Galiza als auch in weiten Teilen Nordportugals. Eigentlich nehmen alle, die sich berufen fühlen, zu diesem Thema etwas zu sagen, an, dass sie von Süden gen Norden kamen. Übernehmen wir das einfach.

Lange Zeit grenzte sich Galiza von Nordportugal dadurch ab, dass es dort eigentlich nur Vinho Verde gab, grün, säuerlich, etwas bitter. Da er wenig prickelt, kann man ihn gut von einem Weißwein aus Getaria oder Zarautz unterscheiden. Für die Galegos aus Albariñistan war das sowohl Fluch als auch Segen. Letzteres, weil Alvarinho einfach billiger war als Albariño und weil man mit ihm gerade im Süden, in O Rosal oder Condado do Tea, den alkoholgetriebenen, säurearmen Albariños einen Schuss Kühle und Säure beifügen konnte. Wenn da nicht die Guardia Civil wäre. Da zumindest in der Provinz Pontevedra der Miño die Grenze markiert, kann man diese gut kontrollieren. Dennoch: nicht jeder Fischkutter, der Alvarinho gefangen hatte, wurde aufgebracht, der Schmuggel war weit verbreitet. Unterhielt man sich, vor etwa zehn Jahren oder so, mit Verantwortlichen „unter C“, dann wurde schnell klar, dass man eher die Vermischung mit Airén aus der Mancha oder mit Verdejo aus Verdejistan unterbinden wollte; es gab jedes Jahr eine oder zwei spektakuläre Aktionen der Guardia Civil, um zu zeigen, dass man an der Grenze zu Portugal präsent sei; ansonsten ließ man die Bodegas in Ruhe.

Dies geschah auch aus einem ganz anderen Grunde: es gab gar nicht so viel Wein. Und bevor die Galegas und Galegos anfangen, Airén aus der Mancha zu saufen, dann doch lieber etwas internationalisierten Wein aus Galiza.

In Monterrei gibt es ein Weingut, dessen Weinberge zur Hälfte in Monterrei, zur Hälfte in Portugal stehen, der Wein indes ist komplett D.O. Monterrei. Natürlich weiß das der Consejo, aber da es sich um gerade einmal achttausend Flaschen handelt, Hälfte Galiza, Hälfte Portugal, macht da nicht einmal ein Zwerg einen Aufstand.

In O Ribeiro ist das schon etwas anders. Denn dort gibt es große Bodegas, die über keine eigenen Weinberge verfügen, oder nur über eine symbolische Parzelle, für Photos mit Lokalpolitikern, Lokalsangeskünstlern oder lokalen Kochgrößen. Da kämen ein paar Tonnen Trauben aus dem Süden schon recht. Aber das ist einigermaßen unterbunden.

Ribeiro eint mit Nordportugal, dass man Cuvées mag, sortenreine Weine sind dort eher selten. Dies hat mehrere Gründe. Einer davon: eigentlich passiert immer etwas. Regen, Hagel, Frost, Fäulnis, aber in der Regel nicht übers ganze Jahr hinweg. Hat man nun früh austreibende und früh reifende Sorten, aber auch spät austreibende und spät reifende, so wird stets zumindest eine Sorte schon etwas Vernünftiges erbringen. Dazu kommt, dass die klassischen Sorten, also Treixadura, Godello, Albariño, Lado, Loureira und mit latentem Sicherheitsabstand, Torrontés, unterschiedliche Felder abdecken: Treixadura bringt Stoff, Dichte, einen leicht öligen Charakter, Albariño bringt Frucht und Säure, Godello etwas Säure, Fenchel, Anis, Kümmel und so’n Zeuch, Loureira bring grüne Noten und Säure, und Torrontés füllt das Fass. Lado kennt man eigentlich nur aus dem Süden, aus Arnoia und Cortegada.

Aus der Distanz betrachtet ist Ribeiro ein mehr oder weniger runder Fleck mit Ribadavia als Zentrum. In Wirklichkeit handelt es sich um drei komplett unterschiedliche Regionen, die auch bis heute mehr oder weniger für sich alleine agieren. Gut, Viña Costeira, die große Cooperative, hier finden in jedem Herbst zwischen fünf und acht Millionen Kilo Trauben ihr Zuhause, besorgt sich Trauben von überall, sonst könnten sie diese Menge auch gar nicht stemmen. Die Bodega liegt strategisch gut, wenn man so will, ist sie eigentlich das Zentrum von Ribeiro.

Ribeiro ist die einzige Weinbauregion Spaniens, in der es zwei amtliche Klassifizierungen von Weingütern gibt: Colleiteiros (Winzer) und Adegas. Colleiteiros dürfen nur die Trauben ihrer eigenen Weinberge verarbeiten, außerdem gibt es da ein Limit von sechzigtausend Litern pro Jahr. Alles, was diese Grenzen nicht einhalten will oder einhalten kann, findet man in der Gruppe der Adegas. Die bekommen während der Ernte auch einen Aufpasser in die Bodega gestellt, damit da kein Unsinn passiert. Passiert natürlich trotzdem. Die Colleiteiros bekommen keinen, weil man, so sagt es der Consejo, davon ausgeht, dass die nicht schummeln. Soso. Und wieso gibt es von manchen Colleiteiros dann Rotweine, obwohl die gar keine roten Sorten in ihren Weinbergen haben? Die Wahrheit ist eine andere: summiert man die Höchstmengen auf, die alle siebzig Colleiteiros produzieren können, so kommt man auf vier Millionen zweihunderttausend Liter, weniger als das, was Viña Costeira produziert. Und ein Großteil der Colleiteiros arbeitet schon sauber, die kleinen Abweichungen der anderen nimmt man, die Augen fest geschlossen haltend, in Kauf.

Auch sind die Höchsterträge so kalkuliert, dass sie ein Colleiteiro kaum erreichen kann: elftausend Kilo pro Hektar für die Qualitätssorten, sowie derer zwanzigtausend Kilo pro Hektar für Palomino und Alicante Bouschet. Wie auch in den anderen Weinbauregionen im Inneren von Galiza so waren es nach der Reblaus auch in Ribeiro diese beiden Sorten, die fast ausschließlich bestockt wurden. Und da diese Rebstöcke fast ewig leben, findet man auch heute noch viel davon. Hinter vorgehaltener Hand sagt der Consejo Regulador, dass etwa vierzig Prozent der Rebfläche der Region, derzeit noch um die zweitausend zweihundert Hektar, von knapp viertausend kommend, mit Qualitätssorten bestockt seien. Mag sein. Wenn die aber nur die Hälfte oder noch weniger an Ertrag bringen als die beiden Massenträger, kann man sich die reale Bedeutung von Palomino und Alicante Bouschet unschwer ausmalen.

In Ribeiro gibt es aktuell fünftausend siebenhundert zweiundfünfzig Weinbauern, Colleiteiros und Adegas eingerechnet. Bei gerade einmal zweitausend zweihundert Hektar Rebland kann man sich die Gegebenheiten gut vorstellen. Colleiteiros, die von dem leben, was sie als Wein verkaufen, haben in ihren Weinbergen kaum Palomino stehen, Alicante Bouschet eher auch nicht. Aber das sind gerade einmal gut fünfzig, grob geschätzt. Der Rest liefert an eine der beiden Cooperativen oder an eine der diversen Handelskellereien, die fast alle in Ribadavia beheimatet sind. Die aber brauchen vor allem Mengen. Aber auch das ist ein eher kompliziertes Geschäft. Unvergessen bleibt die Aktion von Viña Costeira, vor etwa zehn Jahren: wer eine Palette normalen Weißwein kaufte, bekam eine Palette Pazo, der Palomino der Cooperative, gratis dazu. Was der Kunde dann damit machte, nicht das Problem der Cooperative.

Es gibt noch immer viele Handelskellereien in Ribeiro, einige von ihnen findet man, wie Perlen an der Schnur, am Ostausgang von Ribadavia, gen Ourense. Sie heißen Loeda, Docampo, Pericocho, Castro Rei oder Alanis, alle keltern mehrere hunderttausend Liter Wein, alle haben kaum Weinberge, alle Weine sind eher schlicht, manche auch sehr schlicht.

Wenn man Viña Costeira, die sind auch dort beheimatet, mal außen vor lässt, dann ist dies aber nicht das Zentrum des industriellen Weinbaus von Ribeiro. Dieses Zentrum findet man weiter im Osten, am Ostrand der Weinbauregion, an beiden Seiten des Stausees, der die Verhältnisse in Ribeiro nachhaltig verändert hat. 

Der Bau der Staumauer war alles andere als unumstritten, Mitte der sechziger Jahre leisteten etwa dreihundert Menschen erbitterten Widerstand. Die Schergen von Franco wiesen die Guardia Civil an, auf die Rebellen zu schießen, was die aber ablehnten. Die Staumauer erreicht eine Höhe von fünfundsechzig Metern, der Stausee, der erst hinter Toén, weit im Osten der Region, endet, hat die Landschaft nachhaltig verändert. Der direkte Weinbau war zwar weniger stark betroffen, überflutet wurden vor allem fruchtbare Böden, auf denen Gemüse und Obstbäume kultiviert wurden. 

Die indirekten Auswirkungen indes sind enorm. Zum einen bildet sich hier inzwischen oft Nebel, auch in Zeiten, in denen dies für den Weinbau ein Problem darstellt. Zum anderen gingen vor allem am Nordufer viele Anbauflächen verloren, heute ist dort, wo sowohl Autobahn als auch Nationalstraße verlaufen, kaum mehr Platz für andere Dinge. Ein paar Häuser, ein paar wenige Gemüsegärten, drei Weinberglein, vielleicht auch derer vier. Den Süden hat der Weinbau inzwischen fast komplett in Beschlag genommen. Und hier findet man dann auch das andere Weinindustriezentrum von Ribeiro, in Toén und in Castrelo. Dort stehen Bodegas, die schon ein paar Millionen Kilo Trauben stemmen können: Pazo do Mar, Cunqueiro, Campante, die sich aus Marketinggründen gerade einen neuen Namen zugelegt haben: Bodegas GRM, Rey Lafuente, Rodríguez Méndez (hat nichts mit Rodri Méndez zu tun), Vilanueva Senra, Ramón do Casar oder Uceira, Vázquez Nievez hat seine Bodega unlängst an Carlos Moro aus Ribera del Duero verkauft. Sie sind dort, weil man so einen guten, schnellen Zugang zu Ourense hat, einer der wichtigen Absatzmärkte. Auch gibt es schon lange eine gut ausgebaute Straße gen Santiago de Compostela und weiter, nach A Coruña. Und: in Tóen und in Castrelo gibt es jede Menge Weinberge, wesentlich größer als die in Arnoia oder Gomariz, einfacher zu beackern als jene in Beade oder Cenlle. Für Handelskellereien ist das ideal, eine der größten in Galiza, jedoch nicht in der Weinbauregion Ribeiro beheimatet, befindet sich genau gegenüber von Toén, an der Nationalstraße gen Ourense.

Der Bau des Stausees hat den Weinbau in Castrelo den Hang hochgeschoben, für die Traubenqualität ist das nicht wirklich schlecht. Gleichwohl findet man dort vor allem Palomino, und selbst wenn Reboredo vollmundig verkündet, dass man gerade die für Ribeiro gigantische Menge von zehn Hektar mit Qualitätsrebsorten bestockt habe, dann ist das bei einer Jahresproduktion von drei Millionen Flaschen gerade einmal ein kleiner Tropfen auf einem großen Stein. In Castrelo do Miño gibt es schon ein paar gute Winzerbodegas, wobei fast alle einen guten Wein haben, von dem es wenige Flaschen gibt, dann aber viel Palomino verkaufen möchten, weil sie den eben auch in ihren Rebgärten gepflanzt haben. Wenn man Geduld hat und wirklich an Ribeiro aus Castrelo do Miño interessiert ist, dann kann man bei Antonio Montoro, Eduardo Peña, Bodegas Peña oder Pousadoiro schon den einen oder anderen guten Wein finden, das Geschäft indes ist durchaus mühsam. Toén kann man gleich von der Liste streichen.

Typisches Ribeiro Gestein.

Betrachtet man die Geschichte von Ribeiro, dann ist das Tal des Avia natürlich die Keimzelle aller Erfolge, die Region, die Ribeiro in England, aber nicht nur dort bekannt machte. Als es Jerez noch nicht wirklich gab und auch Oporto nicht, da war es das Tal des Avia, das vorzügliche Süßweine gen London und anderswo in England lieferte. Dieser Wein wurde aus Treixadura gekeltert, relativ spät gelesen und dann in einer Kammer unterm Dach noch einmal für ein paar Tage oder Wochen getrocknet. Am Stock konnte man nicht trocknen lassen, weil Graufäule im Tal des Avia ab Mitte Oktober perfekt zu bestaunen ist. Diese Weine wurden dann erst einmal lange in Holzfässern gereift, ehe er seinen Weg antrat. In Galiza selbst wurde nur wenig davon getrunken, die Eingeborenen schienen kein Interesse an solchen Dingen zu haben. Heute gibt es noch derer drei, der von Manuel Formigó ist noch der beste. Allerdings wird es bald einen vierten geben, wohl das beste, was ich je an Süßwein in Spanien verkosten konnte. Zehn Jahre Barriquereife, da werden ein paar Trockenbeerenauslesen Ausschlag bekommen, wenn sie das sehen. Gut, das Schnäppchen der Woche wird das nicht werden, aber das ist dann auch egal. Große Weine finden immer ihren Markt.

Das Tal des Avia war auch das erste, das so etwas wie eine kontrollierte Weinbauregion schuf, Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, kurz vor der der Asociación de Viticultores de Medina del Campo. Man wusste schon früh, wie man sich zu schützen und abzugrenzen habe.

Das Tal des Avia kann man recht einfach verstehen und auch bereisen. Im Westen geht es von Ribadavia aus an Beade vorbei, über Teile von Leiro bis hin gen Gomariz. Dort kehre man um, dann kommt wieder etwas Leiro, Cenlle, und schließlich landet man wieder in Ribadavia. Wenn man nicht nur auf Qualität, sondern auch ein klein wenig auf Produktion schielt, dann ist dies die Quelle für ordentliche bis gute Weine aus Ribeiro.

A Teixa – Städtischer Weinbau in Ribadavia.

Um es kurz zu machen: das Ostufer ist besser, selbst für Weißweine. Im Westen ist Beade in der Mitte, das ist verschärftes Palominoland. Gut, Manuel Formigó keltert mit Finca Teira und Teira X zwei wirklich ordentliche Weine, in den anderen Tanks indes schlummert Palomino. Ab und an versucht sich mal ein kleines Weingut, die Betriebsdauer indes ist überschaubar. Leiro ist ganz gut, aber vor allem auf der Ostseite. Doert werkelten bis vor kurzem Viña Mein und Emilio Rojo, einst von José Peñín als Vorzeigeribeiroaner ausgeguckt. Nun gehört das alles zu Pago de Carraovejas. Dominio do Bibei ist auch dort aktiv, ansonsten ist da niemand mehr aktiv. Weiter oben, im Norden, in Gomariz, da sieht die Welt wieder ganz anders aus. 

Gomariz, das ist eine Art großes Amphitheater, steile Hänge, wenig kompliziertes Land, selbst die Steilhänge, die den Nordhimmel anblicken sind gut. Wenn nur die Winzer nicht so kompliziert wären. Caco Carreiro, Gründer von Coto de Gomariz, und Arsenio Paz, Gründer von Adegas Vilerma, waren zumindest im Norden die ersten, die in den achtziger Jahren das alte, das klassische Ribeiro wieder aufleben ließen, weg von Palomino und Alicante Bouschet, hin zu den alten, den autochthonen Sorten, allen voran Treixadura, Loureira, Godello und Caiño. Sie hatten eigentlich ganz Ribeiro in der Hand. Nur: die Dinge begannen, schräg zu laufen. Arsenio hatte keine Lust auf modernes Zeug, lieber viel spritzen, lieber den klassischen Ribeiro-Markt bedienen. Das reichte für seine kleine Bodega völlig aus, als gut ausgelasteter Rechtsanwalt wollte er wohl auch nicht mehr. Ricardo Carreiro übernahm die Bodega seines Vaters, er war schon gut bei der Sache, Coto de Gomariz vor gut zehn Jahren, das war eine der innovativsten Bodegas in ganz Galiza. Doch dann gab es ein paar familiäre Nackenschläge und Probleme, davon hat sich die Bodega leider nie wieder richtig erholt. Eine von diesen vielen Bodegas, wo zwei oder drei anders getroffene Entscheidungen viel bewirkt hätten.

José Luis Cuerda ist einer der bekanntesten spanischen Filmemacher, vielleicht die Nummer zwei, aber Lichtjahre hinter Pedro Almodovar. Irgendwann traf er wohl ein paar berühmte Filmemacher, die auch eine Bodega haben. Und er wollte auch eine, er gründete Adega San Clodio. Gut gelegen, sechs Hektar Rebland, ordentliche Qualität. Allerdings meinte er, dass seine vielen Freunde auch seinen Wein kaufen würden. Mit dieser Idee ging schon Antonio Banderas baden. José Luis auch. Aber er, auch Eduardo Bravo, der sich in einem Kleinkrieg mit dem Weingut seiner Eltern aufreibt (Hey, wir sind in Galiza!) und noch ein paar mehr zeigen, dass Gomariz so schlecht auch nicht ist.

Gomariz, ein Meer voller Reben.

Weiter unten im Avia-Tal wieder in Ribadavia, gibt es dann noch einmal ein paar sehr gute Hänge, sie werden von Casal do Arman und Adega Sameirás beackert. Casal do Arman, mit seinen vielen, verzweigten Aktivitäten, ist die lautere der beiden Bodegas, Antonio Cajide, Chef von Sameirás ist eher der Tüftler. Ordentliche Rotweine, gute Weißweine aus dem Stahltank, besser werdende Barriqueweine. Aber auch die anderen kleinen Bodegas könnten gut sein, wenn sie keinen so guten Markt für ihre eher einfachen Weine hätten.

„Als ich in Ribadavia zur Schule ging, mussten wir den Miño per Boot queren.“ Mit diesen Worten beschreibt Luis Ánxo Rodríguez Vázquez die Situation des Weindorfs Arnoia. Erst vor vierzig Jahren entstand eine Straße, die Arnoia mit der Welt verbindet. Vorher gab es nur eine gen Cortegada, das nächste Dorf im Süden, und von dort aus, so kein Hase oder Wildschwein im Weg stand, gen Zivilisation.

Arnoia ist eigentlich nicht wirklich Ribeiro, man ist eher mit den anderen Dörfern im Süden und im Südosten verbandelt. Arnoia ist, was Weinbau angeht, auch ganz anders gelagert als alle anderen Orte. Der, hmmm, Ort befindet sich auf nicht einmal siebzig Metern über Meeresniveau, alles ist Granit, bis auf eine kleine Parzelle purer Kalk, wo Luis Ánxo rote Sorten gepflanzt hat. Aktuell verfügt er über sechs Hektar Rebland, zersplittert in mehr als einhundert und achtzig Parzellen. Damit ist er aber nicht alleine, José Merens Merens, auch einer der guten Winzer aus dem nicht einmal eintausend Menschen beherbergenden Dorf, verfügt über knapp vier Hektar Rebland, mehr als einhundert und zwanzig Parzellen. Für Arnoia ist das ganz normal, in den anderen Orten der Weinbauregion sind die Parzellen so klein dann doch nicht. In Arnoia gibt es mit Lado eine Rebsorte, die lange Zeit nur in Arnoia kultiviert wurde, neben Luis Ánxo haben sie auch Pepe Estevez und Emilio Rojo im Programm, aber keiner bringt einen sortenreinen Lado auf den Markt. In Arnoia bestehen die guten Weißweine aus Albariño und Treixadura, komplettiert mit etwas Godello, Loureira und Torrontés. Und Lado, of course. Auch hier gibt es natürlich zwei oder drei Winzerbodegas, die betont schwache Weine keltert. Das Durchschnittsniveau ist hier aber schon betont hoch. Natürlich sagen alle, sie würden Luis Ánxo, nie, nie, niemals kopieren wollen. Sie schauen aber alle schon, was der Altmeister macht, und setzen dann das eine oder andere um. Dieses Dorf ist schon in Ordnung, und die Weine von Luis Ánxo, die weißen, aber insbesondere der rote Escolma gehören schon zum besten, was Galiza zu bieten hat.

Es mag an der langen Geschichte der Region liegen, oder an der Vielfalt der Rebsorten, oder an der Bodenständigkeit der Weinbauern, oder an was auch immer. Aber hier in O Ribeiro gibt es zumindest Jahr für Jahr fünf, sechs oder sieben neue Projekte, von denen das eine oder andere schon nicht schlecht ist. Sie müssen nur aushalten, Geduld haben und fleißig an sich und an ihren Weinen arbeiten.

Ein kleines persönliches Fazit: alle fünf Weinbauregionen in Galiza sind spannend, selbst Monterrei und Valdeorras. Wenn mich jemand dazu verdonnern würde, Adega do Oso zu gründen, ich würde mir einen Flecken in O Ribeiro suchen, die haben das beste Potential. Text: El oso alemán

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USA

Force Majeure Red Mountain Estate Viognier 2019

Weißwein · Red Mountain · Viognier

Viognier Red Mountain AVA Estate Washington State Todd Alexander 2019

Der Force Majeure Red Mountain Estate Viognier 2019 ist ein rarer, voller und ausdrucksstarker Weißwein von der berühmten Red Mountain AVA – reich, doch nie ölig, mit wunderbar balancierter Säure, strahlender Frische und Länge. Eine echte Rarität.


Force Majeure – Estate Viognier von Red Mountain

Force Majeure ist ein Ultra-Premium-Weingut, spezialisiert auf estate-eigene Einzellagen-Weine im Stil von Bordeaux und Rhône. Die Weine entstehen unter Kellermeister Todd Alexander, der zuvor das kalifornische Kultweingut Bryant Family Vineyard verantwortete. Die Estate-Lage des Guts liegt auf der berühmten Red Mountain AVA.

Auf der Red-Mountain-Lage wächst nur eine sehr kleine Menge Viognier – direkt unterhalb einiger Syrah-Parzellen. Ein Teil davon dient der Co-Fermentation mit dem Syrah, der Rest wird zum Estate Viognier ausgebaut. Die Produktion ist so limitiert, dass der Wein eigentlich ausschließlich Mitgliedern der Mailing-List vorbehalten ist.

Jahrgang 2019 – Red Mountain

2019 war in Washington State ein gemäßigter, ausgewogener Jahrgang, der aromatische Weißweine mit klarer Frucht und lebendiger Säure hervorbrachte. Beim Viognier ergibt das einen vollen, ausdrucksstarken Wein, der seine Fülle stets mit Frische und Balance verbindet.

Ausbau

Reinsortiger Viognier aus dem Jahrgang 2019.

Gepresst und vergoren in Beton und neutralen (gebrauchten) französischen Eichenfässern. So entsteht ein voller, reicher und ausdrucksstarker Wein, der nie ölig oder breit wirkt, sondern eine wunderbar balancierte Säure mit strahlender Frische und Länge bewahrt.

Im Glas

Voll, reich und ausdrucksstark, dabei nie ölig oder breit. Typisch für diesen Wein sind Aromen von Zitrus, Litschi, weißen Blüten und Würze. Am Gaumen getragen von einer wunderbar balancierten Säure, die für strahlende Frische und Länge sorgt.

Voll, reich und ausdrucksstark – ohne je ölig zu wirken, mit strahlender Frische, Balance und Länge.

Bei 10–12 °C servieren. Hinweis: Der 2019er trägt ein gelbes Wachssiegel, keine Folie mehr über dem Korken. (Martín Apell)

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel in heller Sauce, zu mild-würziger asiatischer Küche sowie zu jungem Weichkäse.


Lage: Red Mountain AVA, Estate-Lage unterhalb der Syrah-Parzellen (Washington State, USA)
Klassifikation: Red Mountain AVA, Viognier (trocken)
Ausbau: 100 % Viognier; gepresst und vergoren in Beton und neutraler französischer Eiche; sehr limitierte Produktion

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Schaumweine

Franck Bonville Pur Avize Champagner Grand Cru Blanc de Blancs 2018

Der Franck Bonville Pur Avize 2018 zeigt ein einziges Dorf in Reinform: Chardonnay aus drei Lagen rund um Avize, über fünf Jahre unter Naturkork auf der Hefe gereift. Klar, salzig und fein wie Kristall.

Im Glas

Hellgold, sehr feine Perlen. In der Nase Zitrus, weiße Blüten, frische Mandel und nasser Stein, die sich im Glas langsam öffnen. Am Gaumen glasklar und straff, die Frucht hält sich zurück, die Mineralität übernimmt. 2018 war ein warmes Jahr, doch die Kreide von Avize hält die Spannung.

Mach was draus

Steinbutt mit Champagnersoße, Langustinen oder ein Risotto mit Zitronenabrieb und Parmesan. Als reiner Aperitif ist er fast zu schade. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Eine Viertelstunde im großen Glas, dann treten Mandel und frisches Gebäck hervor, die Zitrusfrucht rückt nach hinten. Hetz ihn nicht, er belohnt dich dafür.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Warum Naturkork statt Kronkorken? Während der Hefereife lässt Kork minimal Sauerstoff durch. Das macht die Perlage feiner und die Textur dichter, kostet aber viel Handarbeit.

Aus welchen Lagen kommt er? Aus Les Avats, Les Maladries und Les Chapelles im mittleren Hang von Avize, wo die Kreide nur knapp unter der Erde liegt.

100 % Chardonnay · Avize Grand Cru: Les Avats, Les Maladries, Les Chapelles · Jahrgang 2018 · Méthode Traditionnelle, Hefereife unter Naturkork · über 5 Jahre Hefelager · Extra Brut, 1,7 g/l Restzucker · Champagne Franck Bonville, Avize · Stand: Oktober 2026

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Frankreich

Jean-Marc Vincent Santenay Les Vignes Denses blanc 2021

Weißwein · Santenay · Chardonnay

Chardonnay Santenay (Village) Les Vignes Denses Côte de Beaune Jean-Marc Vincent kalk-mergeliger Boden 2021

Der Jean-Marc Vincent Santenay „Les Vignes Denses" blanc 2021 ist ein eindrucksvoller Chardonnay mit mittlerem bis vollem Körper, der Tiefe, Mineralität und eine immense Konzentration vereint – aus der südlichsten Gemeinde der Côte de Beaune.


Santenay Les Vignes Denses – Chardonnay aus dem Süden der Côte

Santenay ist die südlichste Weinbaugemeinde der Côte de Beaune, seit 1937 mit eigener Appellation, und liegt am äußersten Ende des Kalksteinrückens der Côte d'Or. Überwiegend werden hier Rotweine aus Pinot Noir erzeugt, daneben eine kleinere Menge Chardonnay. Charakteristisch ist der hohe Anteil an Mergelstein, den Santenay mit der nahen Côte Chalonnaise teilt – das prägt die feste und zugleich mineralisch geprägte Stilistik.

„Les Vignes Denses" ist eine Village-Lage von Santenay. Der kalk-mergelige Boden verleiht dem Chardonnay von Jean-Marc Vincent seine geradlinige, salzig-mineralische Präzision und feste Struktur.

Jahrgang 2021 – Côte de Beaune

2021 war an der Côte de Beaune ein kühler, anspruchsvoller Jahrgang, der bei sorgfältiger Arbeit besonders klar gezeichnete, frische Weißweine mit lebendiger Säure und kühler Eleganz hervorbrachte. Auf dem kalk-mergeligen Boden von Santenay ergibt das einen tiefen, konzentrierten und zugleich frischen Chardonnay mit ausgeprägtem Säurebogen und großer Länge.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2021, Santenay (Village), trocken.

Jean-Marc Vincent arbeitet im Weinberg von Hand, mit niedrigen Erträgen und manueller, selektiver Lese. Im Keller vergärt der Wein spontan mit den weinbergseigenen Hefen und reift anschließend auf der Feinhefe im Holzfass – ein Ausbau, der die mineralische Präzision der Lage bewahrt und ihr Tiefe und Textur verleiht.

Im Glas

Ein eindrucksvoller Chardonnay mit mittlerem bis vollem Körper, der Tiefe, Mineralität und eine immense Konzentration vereint – geprägt von Aromen wie knackigem grünem Apfel und Birne, echter Vanille, Zitrusfrüchten, Haselnuss und nassem Stein. Geradlinige, frische Frucht findet sich auch im Geschmacksprofil wieder. Ein innerer Nerv, beeindruckende Länge und ein durch den kühlen Jahrgang geprägter Säurebogen bestimmen den Nachhall am Gaumen.

Grüner Apfel, Vanille, Haselnuss und nasser Stein – tief, mineralisch und konzentriert, mit innerem Nerv und langem Säurebogen.

Im jugendlichen Stadium bei 11–12 °C servieren; bei guter Lagerung gewinnt der Wein über mehrere Jahre.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Jakobsmuscheln und Krustentieren, zu Geflügel in heller Sauce sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Santenay, Village-Lage Les Vignes Denses (Côte de Beaune, Burgund, Frankreich); südlichste Gemeinde der Côte de Beaune, kalk-mergeliger Boden
Klassifikation: AOC Santenay (Village), Chardonnay (trocken)
Ausbau: Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen, Reifung auf der Feinhefe im Holzfass; handwerklicher Weinbau

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Rebsorten

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg Rheingau Riesling 2022

Weißwein · Rheingau · Riesling

100 % Riesling Rüdesheim Berg Schlossberg Terrassen-Steillage über dem Rhein Schiefer & Quarzit traditionelles Holzfass trocken 2022

Der Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling 2022 stammt aus der bekanntesten Lage Rüdesheims, einer extrem steilen Terrassenlage über dem Rhein. Die schiefer- und quarzithaltigen Böden ergeben einen trockenen Riesling mit großer Präzision, in dem zarte Pfirsich- und Nusstöne hervortreten. Die Auflage liegt bei 4.242 Flaschen.


Berg Schlossberg – Terrassen unter der Burg Ehrenfels

Der Rüdesheimer Berg ist das westliche Ende des Rheingaus: Hier biegt der Rhein nach Norden ab und tritt bei Bingen in das enge Tal des Mittelrheins ein. Der Berg Schlossberg liegt direkt an diesem Knick, unterhalb der Burgruine Ehrenfels, der die Lage ihren Namen verdankt. Die Terrassen sind nach Süden und Südwesten ausgerichtet und fallen so steil zum Fluss ab, dass die Arbeit fast ausschließlich von Hand erfolgt.

Der Boden besteht aus Schiefer und Quarzit des Taunus – hartes, steiniges Gestein mit wenig Feinerde. Die Reben müssen tief wurzeln, um an Wasser zu kommen, und liefern kleine, konzentrierte Erträge. Der Rhein wirkt dabei als Wärmespeicher und reflektiert das Licht auf die Hänge. Das Ergebnis ist ein Riesling, der Reife und Kraft aus der Wärme bezieht und seine Präzision, Würze und salzige Kontur aus dem kargen Gestein.

Das Weingut Georg Breuer in Rüdesheim gehört zu den prägenden Gütern des Rheingaus und hat den trockenen Lagen-Riesling früh zur Maxime gemacht. Heute führt Theresa Breuer das Gut; der Stil setzt auf Handarbeit in den Steillagen und einen herkunftsbetonten, trockenen Ausbau im traditionellen Holzfass.

Jahrgang 2022 – Rheingau

Der Jahrgang 2022 war im Rheingau von Hitze und Trockenheit geprägt. Nach einem frühen Austrieb blieb der Sommer lange ohne nennenswerten Regen, und in den flachgründigen Steillagen gerieten junge Reben unter Wasserstress. Alte Anlagen mit tiefen Wurzeln kamen besser durch – gerade in einer Lage wie dem Berg Schlossberg entscheidet das Rebalter in solchen Jahren über die Qualität.

Regenfälle zum Ende des Sommers entspannten die Lage kurz vor der Lese, kühlere Nächte im September hielten die Säure. Gelesen wurde gesundes, reifes Lesegut. Die Rieslinge des Jahrgangs zeigen reife Frucht und Fülle; wo die Lagen kühl genug blieben, auch Spannung und Präzision.

Trockener Ausbau im Holzfass

Trockener Lagen-Riesling aus dem Rüdesheimer Berg Schlossberg, Jahrgang 2022, 100 % Riesling von Schiefer und Quarzit.

Ausgebaut wird im traditionellen Holzfass. Bei den großen Fassformaten des Rheingaus gibt das Holz praktisch kein Aroma ab, sondern nur einen langsamen Sauerstoffkontakt, der die Säure rundet und die Textur öffnet. Im Keller wird bewusst wenig eingegriffen – im Vordergrund soll die Lage stehen, nicht die Technik. Die Auflage liegt bei 4.242 Flaschen.

Im Glas

Helles Goldgelb. In der Nase zarte Pfirsich- und Nusstöne, dazu Zitrus, gelbe Frucht und ein schiefrig-rauchiger Ton. Am Gaumen präzise und klar gebaut, mit der Reife des warmen Jahrgangs, getragen von einer straffen Säure und einer salzigen, steinigen Mineralität. Der Nachhall ist lang und klar.

Schiefer und Quarzit unter den Terrassen, der Rhein als Wärmespeicher davor: Kraft aus der Wärme, Präzision aus dem Gestein.

Jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren, nicht kälter. Ein langlebiger Steillagen-Riesling, der in den kommenden Jahren an Tiefe gewinnt.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und gereiftem Hartkäse. Besonders gut zu Hecht in Rieslingsauce, Lachsforelle und Kalbsrücken mit Pfifferlingen.


Produzent Weingut Georg Breuer, Rüdesheim
Rebsorte 100 % Riesling
Lage Rüdesheim Berg Schlossberg, Rheingau · Terrassen-Steillage über dem Rhein · Schiefer und Quarzit
Klassifikation Lagen-Riesling · Rheingau · trocken
Jahrgang 2022
Ausbau traditionelles Holzfass
Trinkempfehlung jetzt bis 2040
Auflage 4.242 Flaschen

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Rebsorten

Markus Schneider Chardonnay

Saftiger, runder und leicht nussiger Chardonnay Typ. Wenig Säure, reintönig und klar. Das Burgund bekommt ein Zuhause in der Pfalz!

 

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Länder/Regionen

Hensel Aufwind Cuvée rot

Rotwein · Cuvée · Pfalz · Deutschland

Hensel Aufwind Cuvée Rot ist ein trockener Rotwein vom Weingut Thomas Hensel aus der Pfalz. Die Komposition aus 70 % Cabernet Sauvignon und 30 % St. Laurent reifte kurze Zeit in gebrauchten Barriques – dunkelrot, mit Aromen von Paprika, Cassis und schwarzem Pfeffer.


Pfalz

Thomas Hensel führt das Familienweingut in Bad Dürkheim (Pfalz) seit 1990 und zählt heute zu den besten Rotweinerzeugern Deutschlands. Die „Aufwind"-Linie – benannt nach Hensels Leidenschaft fürs Fliegen – ist die zugängliche Hausmarke. Die Reben stehen auf Böden aus Lehm, Sand und Mergel.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 70 % Cabernet Sauvignon und 30 % St. Laurent. Die handgelesenen Trauben stehen lange auf der Maische für intensive Farb- und Aromaextraktion. Ein Teil des Weins reift kurze Zeit in gebrauchten Barriques, was ihm sanfte Holznoten verleiht, ohne die Frucht zu überlagern.

Im Glas

Dichtes Purpurrot. In der Nase die typische Cabernet-Aromatik mit Cassis und roter Paprika, unterlegt von feiner Pfefferwürze, dazu dunkle Kirsche und ein Hauch Räucherspeck. Am Gaumen kraftvoll und geschmeidig, fruchtbetont und gut ausbalanciert, mit langem Nachhall.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren, etwas Luft im Glas tut dem Wein gut. Ein unkomplizierter, kraftvoller Begleiter für herzhafte Küche.

Klassische Begleitung: Steak, Lamm, BBQ, Pasta mit Fleischsauce und Hartkäse.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Qualitätswein – Rotwein-Cuvée (trocken)
Ausbau: lange Maischestandzeit, teils in gebrauchten Barriques

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Rebsorten

Von Winning Sauvignon Blanc II

Weißwein · Pfalz · Sauvignon Blanc

100 % Sauvignon Blanc Pfalz, Mittelhaardt von Winning, Deidesheim Buntsandstein · Kalk · Lösslehm trocken 2025

Der von Winning Sauvignon Blanc II 2025 ist der Einstieg in die Sauvignon-Blanc-Reihe des Deidesheimer Guts: sortentypische Stachelbeere und Limette, grasige Nuancen und eine kernige Mineralität aus den Böden der Mittelhaardt. Ein trockener Weißwein, der Frucht und Frische in der Balance hält.


Mittelhaardt – Buntsandstein, Kalk und Lösslehm

Die Trauben stammen von Lagen der Mittelhaardt rund um Deidesheim, wo Buntsandstein, Kalk und Lösslehm aufeinandertreffen. Der Haardtrand schirmt die Weinberge nach Westen ab, die Sommer sind warm und trocken – Bedingungen, unter denen Sauvignon Blanc reift, ohne seine Säure zu verlieren. Der Sandstein liefert die kernige, mineralische Prägung, der Kalk die Frische, der Lösslehm die Wasserversorgung in trockenen Phasen.

Für Sauvignon Blanc ist dieses Zusammenspiel entscheidend. Die Sorte verliert in zu warmen Lagen schnell ihre grüne, frische Aromatik und kippt ins Tropische; zu kühl gepflanzt, bleibt sie grün und kantig. Die Mittelhaardt liegt dazwischen: genug Wärme für reife Frucht, genug kühle Nächte am Haardtrand für Säure und Duft.

Das Weingut von Winning wurde 2007 unter Betriebsleiter Stephan Attmann neu ausgerichtet und zählt heute zu den meistdiskutierten Gütern der Pfalz. Neben den Rieslingen ist das Haus für seine im Holzfass vinifizierten Sauvignon Blancs bekannt – in der Pfalz eine Seltenheit. Der Sauvignon Blanc II ist der Gutswein dieser Reihe.

Jahrgang 2025 – Pfalz

Auf einen milden Winter folgte in der Pfalz ein trockenes Frühjahr, das den Austrieb verzögerte. Frostschäden blieben aus, der Krankheitsdruck war das ganze Jahr über niedrig. Der Sommer verlief heiß und trocken; die Trockenphase während der Zellteilung ließ die Beeren klein bleiben. Regen Mitte Juli brachte den Reben Wasser zurück, die Augusthitze beschleunigte die Reife so stark, dass die Sorten nahezu gleichzeitig reif wurden. Regenfälle ab Mitte September erforderten dann zügiges Lesen.

Die Lese begann Mitte August und war um den 23. September abgeschlossen – einer der frühesten Lese-Abschlüsse überhaupt. Die Erntemenge lag mit rund 1,85 Millionen Hektoliter etwa 17 % unter dem Vorjahr und deutlich unter dem Zehnjahresmittel; deutschlandweit ist 2025 der kleinste Jahrgang seit 2010. Die kleinen Beeren brachten hohe Mostgewichte bei ausgewogener Säure und gesundes Lesegut – ein Jahrgang mit Struktur, Konzentration und aromatischer Dichte.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Sauvignon Blanc aus dem Jahrgang 2025, trocken ausgebaut. Bei einem warmen Jahr mit kleinen Beeren liegt die Aufgabe im Keller darin, die sortentypische Frische zu erhalten statt die Konzentration weiter zu steigern.

Vinifiziert wird schonend und herkunftsbetont im Stil des Guts – ausgerichtet auf sortentypische Frucht, grasige Frische und mineralische Struktur statt auf aromatische Überzeichnung. Das unterscheidet den Wein von vielen Sauvignon Blancs, die auf maximale Stachelbeer- und Paprikanoten zielen.

Im Glas

Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase Stachelbeere und Limette, dazu ein Hauch Zitrusschale und Holunderblüte. Am Gaumen frisch und knackig, mit grasigen Nuancen, straffer Säure und kernig-mineralischem Nachhall; die kleinen Beeren des Jahrgangs zeigen sich in der aromatischen Dichte.

Ein heißes, kleines Jahr, aber Sandstein und Kalk am Haardtrand: Sauvignon Blanc mit Dichte, der trotzdem frisch bleibt.

Bei 9–11 °C servieren. Der Wein zeigt sich jung am präzisesten; die Konzentration des Jahrgangs 2025 trägt ihn zwei bis drei Jahre.

Am Tisch

Als Aperitif, zu Ziegenkäse und Salaten, zu Spargel und Gemüsegerichten, zu Fisch und Meeresfrüchten sowie zu würziger asiatischer Küche. Besonders gut zu Gerichten mit frischen Kräutern und Zitrus, wo die grasige Seite der Sorte aufgegriffen wird.


Produzent Weingut von Winning, Deidesheim
Rebsorte 100 % Sauvignon Blanc
Lage Pfalz, Mittelhaardt · Buntsandstein, Kalk, Lösslehm
Klassifikation Gutswein · trocken
Jahrgang 2025
Ausbau schonende, herkunftsbetonte Vinifikation
Trinkempfehlung jetzt bis 2028

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Frankreich

Groffier Chambolle Musigny Hauts Doix 1er Cru 2020

Rotwein · Chambolle-Musigny 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Hauts Doix Chambolle-Musigny 1er Cru (Frankreich) 2020

Der Robert Groffier Chambolle-Musigny Les Hauts Doix 1er Cru 2020 stammt von rund 70 Jahre alten Reben aus einer der kleinsten und begehrtesten Lagen der Domaine – ein rassiger, seidiger Pinot Noir von Feinheit und Spannung.


Les Hauts Doix – die Lage

Les Hauts Doix liegt eingebettet zwischen den Premiers Crus Les Amoureuses und Les Charmes am Südende von Chambolle-Musigny. Der sandige, kalk- und tonhaltige Boden entwässert frei und erhält nur am Morgen direkte Sonne – kühl, aber trocken. Das ergibt rassige, tief gefärbte Chambolles von Eleganz und Präzision.

Groffier zählt zu den führenden Erzeugern der Côte de Nuits; unter Nicolas Groffier wird der Neuholzeinsatz reduziert und nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen. Les Hauts Doix gehört wegen der winzigen Menge zu den gesuchtesten Cuvées des Hauses.

Jahrgang 2020 – Côte de Nuits

2020 gilt in der Côte de Nuits als großer Rotweinjahrgang: warm und trocken, mit vollreifen, gesunden Trauben bei zugleich bemerkenswerter Frische und Säurespannung.

Ein Jahr für tief konzentrierte, dennoch frische und langlebige Pinot Noirs.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020.

Vergoren mit 50 % Ganztrauben, ausgebaut in 25 % neuem Holz, auf der Hefe gereift, unfiltriert. Im Stil der Domaine wird der Wein nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen.

Im Glas

Ein reifes, recht großzügiges Bouquet aus prallen roten Kirschen und zerdrückter Erdbeere, mit der Zeit ein Hauch Unterholz. Am Gaumen mittelgewichtig, mit geschmeidigen Tanninen, feiner Säure, straff und frisch, zum Abgang etwas zurückhaltender als in der Nase. Rassig und energiegeladen, mit steiniger Mineralität.

Rassig, seidig und energiegeladen – eine der raren, begehrtesten Cuvées der Domaine.

Jung noch verschlossen: profitiert von Luft und Kellerzeit. Bei 16–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Entenbrust, Kalb, Taube, Reh, Gerichten mit Trüffel oder Pilzen sowie mittelreifem Weichkäse. Ein eleganter Begleiter für feine Küche.


Lage: Les Hauts Doix, Chambolle-Musigny 1er Cru, Côte de Nuits, Bourgogne (Frankreich); sandig-kalkhaltiger Boden, ca. 70 Jahre alte Reben
Klassifikation: Chambolle-Musigny 1er Cru AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; 50 % Ganztrauben; 25 % Neuholz; Ausbau auf der Hefe; ein Abstich

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