El Oso Summer School 2019 – Galiza – Godello

Teil 1. Godello, eine galicische Wundertüte

Die Sache mit dem Godello ist so einfach nicht. Die beiden wichtigsten Weinbauregionen in Galiza, in denen Godello gedeiht, sind Valdeorras und Monterrei, in den anderen drei Anbaugebieten gibt es auch Godello, man merkt es nur kaum. Aber selbst in Monterrei und Valdeorras findet man ihn verstreut und, wenn er dann einmal auftaucht, steht er wahrscheinlich auf einem Kartoffelacker. Außerdem gibt es Verwechslungsgefahren. Und letztendlich kennt kaum ein Weintrinker diese Rebsorte. Aber der Reihe nach!

Godello.

Auch wenn das politische, das wirtschaftliche und das soziale Chaos der letzten Tage, Wochen, Monate oder Jahre etwas anderes vermitteln könnte, Spanien ist und war schon immer streng hierarchisch durchorganisiert, normal für ein Land, in dem Militär und Kirche dominier(t)en.

Im geendeten Mittelalter und in den ersten Jahrhunderten der Neuzeit konnte man zumindest in Castilla und in Galiza nicht so einfach Wein handeln. Alle größeren Marktflecken waren als Protektorate organisiert, die Altvorderen vergaben Zulassung, ohne eine solche durfte man, von außerhalb kommend, in der Stadt keinen Wein verkaufen. Oftmals war dies eine zeitlich befristete Angelegenheit. Solange der Wein, den der Ort und seine Nachbarschaft produziert hat, nicht gesoffen war, durften andere nicht verkaufen. Local first kannte man also schon damals. Arm dran waren die Weintrinker der Orte, in denen gar grausame Weine gekeltert wurden. Man darf nicht vergessen, dass aus Hygienegründen dereinst viel Wein getrunken wurde, der nur einen niedrigen Alkoholgehalt aufwies. In Mitteleuropa übernahm Bier diese Aufgabe, Wasser war oftmals voller Keime. Für O Barco de Valdeorras, für A Rúa (auch Valdeorras) sowie für Verín und Monterrei war dies wesentlich, denn auf diese Weise hielt man sich die Konkurrenz aus Bierzo, aus Manzaneda sowie, im Fall von Monterrei und Verín, aus dem Norden Portugals vom Hals.

Monterrei hatte noch eine andere Funktion, irgendwie musste der Klerus ja auch eingebunden werden. Es oblag den Äbten zu Monterrei, den Preis für den Wein festzulegen. So etwas gab es in jeder Weinbauregion, La Vid etwa war zuständig für den ganzen Osten dessen, was heute Ribera del Duero heißt, bis el Burgo de Osma. Dies war eine wichtige Aufgabe, allerdings nicht problemfrei, denn der Klerus verdiente am Weinverkauf, das Zehnt, wie eigentlich überall, wo die katholische Kirche etwas zu sagen hatte. Je höher der Preis, desto höher die Einnahmen. Nur musste man schon ein Auge drauf haben, dass das einfache Volk den Wein auch bezahlen konnte. Welches Kloster diese Aufgabe im heutigen Valdeorras übernahm, ist zumindest nicht leicht zu recherchieren, es dürfte aber auf O Barco de Valdeorras zulaufen. Wie dem auch sei, man hatte mächtige Trümpfe in der Hand. Erstaunlich ist, dass man eigentlich nichts daraus gemacht hat.

Valdeorras geriert sich heute als das Herz der Godelloweine. Nun ja. Godello gibt es dort zwar schon länger, gleichwohl waren es Sorten wie Doña Branca oder Monstruosa, die früher vornehmlich angebaut wurde. Dazu kamen Mouratón, Grao Negro, etwas Mencía schwappte aus dem benachbarten Bierzo herüber; die wichtigste Rebsorte, sie brachte der Region viel Ruhm ein, indes war Albarello, eine eher helle Rotweinsorte, die sich dennoch gut zum Verschnitt mit anderen Sorten eignete. Die Hänge des Tals des Sil waren und sind für Weinbau gut geeignet, im zentralen Bereich stand wohl viel Rotwein, im Osten, nahe Rubiá, sowie weit im Westen, in Quiroga, das heute aus welchen Gründen auch immer zu Ribeira Sacra gehört (wahrscheinlich steckt da eine Kirchensprengelgrenze dahinter), ist das Land für Weißweine besser geeignet.

Valdeorras ist, was Gestein angeht, ein bunter Kessel. Im Westen, zwischen A Rúa und Quiroga, gibt es zunächst sehr kalkhaltigen Sandstein mit dicker Lehmkrume, danach kommt grauer Granit mit Sand. Weiter gen Osten gibt es Kalksandstein mit Lehmauflage, dann Schiefer, bis hin gen Bierzo. Auf der anderen Seite des Sil gibt es erst einmal wieder Lehm, in O Bolo stehen Reben auf Granit. Der Sil mäandert von Osten gen Westen, die Hänge auf der Nordseite sind exzellente Standorte für Reben, die besten Ergebnisse erhält man, wenn die Reben jenseits der vierhundert Meter Linie kultiviert werden. Weiter unten ist es oftmals zu feucht, Rebkrankheiten sind nicht gerade selten. Auf der anderen Seite des Flusses sind die Hänge steiler, Weinberge findet man dort nur selten, die Trauben würden schlicht und ergreifend nicht reifen.

Um sich das Valdeorras der Blütezeit vorstellen zu können, muss man die Zeitbrille aufsetzen und minus zweihundert einstellen. Damals gab es noch keine Stauseen, der Sil war ein wilder Fluss, von den Kordilleren kommend stürzte er sich durch halb Galiza, um in A Peroxa in den ebenfalls wilden Miño zu münden. Heute gibt es diverse Staustufen, die Wucht des Sil ist gebändigt.

Verdello.

Godello ist in Valdeorras erst seit weniger als zweihundert Jahren beheimatet, in alten Schriften liest man viel von Verdello. Und da beginnt dann die Konfusion. Denn viele Galegas und Galegos meinen Verdejo, wenn sie Verdello sagen. Das sind aber zwei unterschiedliche Dinge. Andere sagen, Verdello und Godello seien Synonyme. Auch nicht richtig. Verdejo ist etwas anderes. Und sowohl Godello als auch Verdello stammen aus Portugal; mag sein, dass sie Mitglieder einer etwas größeren Familie sind, indes unterscheiden sie sich deutlich: die Beeren des Verdello sind grüner und länglich, während die des Godello eher gelb und rund sind. Auch sind die Blätter des Verdello dunkler als jene des Godello. Jedoch ist es nicht einfach, alleine aufgrund der Blattfarbe Verdello von Godello zu unterscheiden. Form und Farbe der Beeren erkennt man erst am Ende der Reifeperiode. Allerdings scheint es so zu sein, dass in Valdeorras Godello dominiert, Verdello indes findet man dort selten. In Monterrei stehen beide Sorten oftmals nebeneinander in einem Weinberg, so der alt ist. In jungen Weinbergen dominieren Setzlinge aus Rebschulen, da wird nichts vermischt.

Godello-Fans sagen, dass vor der Ankunft der Reblaus in Valdeorras je ein Drittel der Rebfläche mit Godello und Mouratón bestockt war, der Rest entfiel auf andere Sorten. Nach dem Auftritt der Laus veränderte sich alles, die Weinbauern wählten, wich auch an vielen anderen Orten in Galiza, Alicante Bouschet und Palomino, vor allem Palomino, Albarello, Mouratón und Godello fanden kaum noch statt. Stabiler Ertrag, große Ernten, wenig Aufwand, kaum Rebkrankheiten, die Liste der Vorteile ist lang, Qualität indes steht da nicht. Wenn man will, kann man auf einem Hektar Rebland gut und gerne dreißigtausend Kilo Palomino ernten, und die Weinbauern wollten. Godello überlebte, aber nur an wenigen Stellen. Und dann nahm das Unheil seinen Lauf.

Mitte des letzten Jahrhunderts gab es in Valdeorras zwar noch eine Vielzahl von kleinen und kleinsten Kellereien, Hausgebrauch und ein wenig mehr, die einzigen dominanten Betriebe indes waren die drei Cooperativen: aus O Barco de Valdeorras, zuständig für den ganzen Osten der Region, aus A Rúa, zuständig für die Mitte und den Westen, sowie aus Larouco, zuständig für O Bolo, Larouco und andere Dörfer auf der anderen Seite des Sil. In den Cooperativen wurde alles mit allem vermischt, man kelterte weißen und roten Valdeorras. Und man war vor allem an Kilos interessiert, Qualität war nicht so wichtig. Weinbauern konnten mit Palomino und Alicante Bouschet wesentlich mehr Einkommen generieren als mit Godello. Wenn nun der Aufwand größer ist, der Ertrag aber geringer, dann muss man nicht lange nachdenken, um das zu verstehen, was geschah: Godello begann zu verschwinden. Er hielt sich vor allen in O Bolo, denn dort waren und sind die Parzellen klein, es war oftmals nicht rentabel, die alten Stöcke auszureißen, um Massenträgersorten zu pflanzen. Im zentralen Teil von Valdeorras hingegen war dies problemlos möglich. Die Mengen stiegen, Qualität war immer weniger ein Thema. Das Image von Valdeorras erreichte einen Tiefpunkt, von dem sich die Region bis heute noch nicht komplett erholt hat.

Im Jahr neunzehnhundert vierundsiebzig, Manuel Fraga, später Ministerpräsident in Galiza und Förderer des Weinbaus in dieser Region, war noch immer Francos Stellvertreter, begann man ein ehrgeiziges Programm: REVIVAL, ReEstructuración de VIñedos de VALdeorras. Man untersuchte und forschte, um dann mit der systematischen Bestockung mit Godello zu beginnen. Dabei traten zwei Probleme auf.

Ein Problem bestand darin, dass die Hanglagen alle bestockt waren, man hätte dort erst einmal alte Rebstöcke ausreißen müssen, um dann neu zu bestocken. Zudem hätte es einer Flurbereinigen erfordert, denn die Parzellen am Hang sind klein, eine mechanische Beackerung, wie sie in jener Zeit schon Gang und Gäbe war, kam dort nicht infrage. Unten, auf flachem Geläuf, indes war Platz, insbesondere in A Rúa, wo eine riesige Fläche nahe des Sil neu bestockt wurde. Fast alles ist Godello, ein wenig Mencía kam auch. Diese Flächen indes sind durchaus fruchtbar, die Erträge waren hoch, die Qualität nicht der Rede wert. Erstes Ergebnis: Valdeorras hatte viel Godello, der nach nichts schmeckte.

Das zweite Problem bestand darin, dass in jener Zeit nicht nur, aber vor allen in Galiza Menge vor Qualität kam. Da die Genossenschaften noch immer dominierten, das hat sich in Valdeorras erst in den letzten zehn Jahren geändert, erachtete man Ertragsmengen von etwa dreizehntausend Kilo Godello pro Hektar als ordentlich. Versuchsweise wurden auch Klone gesetzt, die nur achttausend Kilo pro Hektar erbrachten, sie wurden aber dann wieder verworfen, in der Liste der Klone, die schlussendlich den Weinbauern empfohlen wurden, kamen sie nicht vor. Fazit: man wählte ertragreiche Klone, um sie dann auf betont fruchtbarem Land zu pflanzen. Und dann wunderte man sich, das das Ergebnis jenseits der Region niemand trinken wollte.

Der Großteil der Bodegas der Region, aktuell sind da fünfundvierzig Betriebe mehr oder weniger aktiv, wurde zwischen neunzehnhundert sechsundachtzig und zweitausend und vier gegründet, viele kleine Kellereien, einige Handelskellereien, aber auch die eine oder andere größere Bodega. Godeval, etwa, oder Valdesil, Don Mario in Larouco, Carballal in Petín. An der grundsätzlichen Problematik änderte dies indes nur wenig: viele Weine endeten in regionalen Supermarktketten, Gadis und Froiz, oder in den Tavernen zwischen El Barco und Ourense, wo man ob niedriger Preise Markt erobern konnte. Restspanien interessierte sich nicht für die geschmacksfreien Weißlinge vom Sil, Export fand nicht statt, bis heute hat sich das nur wenig geändert.

Wie in vielen anderen Weinbauregionen wendeten Zugereiste das Blatt, wobei hier einer wichtiger ist als andere: als Rafael Palacios begann, die Weinberge in O Bolo zu durchkämmen; gut, er arbeitet mit José Beneitez zusammen, der wichtigste Weinbauer jener Region. So entstanden plötzlich Godellos, die zuvor niemand für möglich gehalten hätte. Da Rafael auch ein wenig Kleingeld mitbrachte, konnte er einige Weinberge neu bestocken, er rückte O Bolo stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Seine Weine markieren heute den Stand der Dinge, und für Weine, auf deren Etiketten der Name Palacios steht, sind sie noch halbwegs bezahlbar.

O’Bolo, das neue Epizentrum von Valdeorras.

Der zweite der kam, warum es ihn in diese Ecke verschlagen hatte, das wissen nur die Elche, war Telmo Rodríguez. Telmo machte das, was er auch sonst gerne macht: er suchte sich eine Bodega, in der es halbwegs ordentlichen Wein gab, machte ihn etwas besser und klebte seine Etiketten auf die Flaschen: Gaba do Xil. Erst in Don Mario, dann gründete der Kellermeister von Don Mario eine neue Bodega: Ladera Sagrada, und Telmo kam mit. Der normale Gaba do Xil ist mehr oder weniger belanglos, Valdeorras in bekannter Tradition. Jedoch begann der Riojano zusammen mit José Beneitez alte Parzellen zu suchen, die noch nicht von Rafael Palacios in Beschlag genommen waren. Dort entsteht der eine oder andere Lagenwein von wirklich guter Qualität. 

Der dritte von draußen ist Jorge Ordóñez, der Malagueño. Er nistete sich bei Godeval ein, verließ, wie so oft, das Nest im Streit, um sich dann in A Rúa in einer schlichten Industriehalle anzusiedeln. Seine Weine sind etwas üppig und mächtig, aber das ist egal, denn Fans von Jorge trinken, was Jorge ihnen vorsetzt.

Drei bekannte Namen machten Valdeorras bekannt. Pepe Domínguez aus dem Süden von Rías Baixas versuchte das auch, allein es schlug fehl. Er wollte mit Adegas Día Noite und ein paar weiteren Kellereien in Castilla und Catalunya eine Gruppe schaffen, die aufgrund latentem Geldmangel aber schnell wieder verschwand.

Dann passierte erst einmal nichts, und das fast zehn Jahre lang, nicht einmal Raúl Pérez wollte in Valdeorras aktiv werden; das sollte einem zu denken geben. Vor wenigen Jahren kam dann doch etwas Bewegung in die Region: Viña Somoza stellte Javier García (4monos viticultores, Sierra de Gredos) als technischen Direktor ein, Xurxo Alba (Albamar) begann mit dem Projekt Ceibo, diverse Weinberge aus O Bolo.

Dann kamen die Großen: Pago de los Capellanes kaufte in Seadur, eine Top-Ecke in Larouco, Rebland zusammen, man richtete sich in einer stillgelegten Bodega ein, Chivite übernahm Roandi, ein anspruchsvolles Projekt, das vom ersten Tag an zum Scheitern verurteilt war. Viña Costeira, die Genossenschaft aus Ribadavia, übernahm Don Mario. Muga sucht und wenn man dem Canyonfunk Glauben schenkt, dann ist die Liste derer, die suchen, lang und fett. Das Problem: der Erwerb eine Bodega ist nur sinnvoll, wenn man auch Rebland kaufen kann. Was da steht, ist irrelevant, man kann Palomino oder Alicante Bouschet problemlos durch Godello ersetzen. Pflanzrechte zu bekommen, ist hingegen quasi ein Ding der Unmöglichkeit.

Auch wenn die Cooperativen vor sich hin sterben, Valdeorras wird überleben. Wie die Region in zehn Jahren strukturiert sein wird, das kann heute niemand vorhersagen. So große Glaskugeln gibt es nicht.

Monterrei, die zweite Godello-Region in Galiza, ist eine kleine Weinbauregion, nicht einmal sechshundert Hektar Rebland sind bestockt. Gut, wen man so will, dann ist halb Galiza klein, addiert man die Flächen von Ribeira Sacra, Valdeorras und Monterrei dann gibt das weniger als die Rebfläche von La Seca.

Monterrei ist so etwas wie ein riesiger Kessel mit Verín in der Mitte, das Dorf Monterrei gleich daneben. Weinberge findet man vor allem im Kessel, die besseren Weingüter, allen voran Jose Luis Mateo, das einzige überregional und international bekannte Gesicht der Weinbauregion Monterrei, verfügen auch über Weinberge am Hang, bis hoch gen As Duas Casas, weit über achthundert Höhenmeter, wo dereinst Quinta do Buble sehr gute Weine kelterte. 

Von Mateo und Buble in seinen besten Zeiten und vielleicht Vía Arxéntea einmal abgesehen, ist das alles ein gewaltiges Missverständnis. Niemand sonst keltert wirklich spannende Weine, diverse größere Bodegas haben schon des Öfteren den Eigentümer gewechselt, Gargalo überlebt alles, weil der Modedesigner Roberto Verino sich die Bodega als besseres Hobby leistet. Den Ton geben in dieser Weinbauregion Pazo do Mar (Ribeiro), Martín Códax und Manuel Jove an. Und Cregu e Monaguillo, aktuell die größte Bodega der Region, Lieblingsbodega der Xunta do Galiza, Herr Alberto Núñez Feijoo nimmt dort gerne ein Mittagsmahl ein, so er denn in dieser Wildnis weilt. Die Weine dieser Bodega, allen voran deren Weißweine, sind nachgerade belanglos, sie reihen sich gut in das gesamte Spektrum ein.

Godello gibt es hier nur selten sortenrein, die Winzer pflegen, ihn mit Treixadura zu mischen. Das erbringt etwas mehr Stoff und Dichte, die Weine wirken komplexer, vor allem aber unterscheiden sie sich dadurch von jenen aus Valdeorras, man kämpft schließlich um die gleichen regionalen Märkte.

Ähnlich wie in Valdeorras pflanzte man auch hier Godello an Stellen, die nicht für Godello geeignet sind, Mais wäre eine sinnstiftende Alternative. In den letzten Jahren hat man die Denominación de Origen Monterrei um zwei Dörfer erweitert, dort findet man ein paar alte Weinberge.

Richtig angreifen mag hier niemand, daher ist José Luis Mateo nach wie vor der einzige Vorzeigebetrieb. Antonio, Exinhaber von Quinta do Buble und heutiger Chef von Sol y Vento, könnte, die passenden Weinberge hätte er. Nur, er mag lieber gefällige Weine für die nähere Umgebung, bereitet von einem Önologen, der für gefällige Weine bekannt ist.

Manuel von Vía Arxéntea keltert seit Jahren einen mehr als ordentlichen klassischen Monterrei aus Godello und Treixadura, höhere Qualitäten darf man hier aber nicht erwarten. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch fast alle Bodegas. Es gibt immer einen Wein, den man mehr oder weniger problemfrei trinken kann, auch wenn an das Niveau des Vía Arxéntea nur wenige herankommen, mehr ist da aber nicht.

Wenn schon die Zukunft von Valdeorras ungeklärt ist, was soll man dann erst über Monterrei sagen?

Und sonst? Nun Godello gibt es auch in Ribeira Sacra, aber vor allem am nordöstlichen Rand der Region, in Quiroga und seinem Hinterland. Gefühlt neunzig Prozent aller Godellos der Region stammen von dort, oftmals kaufen Bodegas, die an ganz anderen Stellen beheimatet sind, hier Trauben oder Fasswein. Die Gegebenheiten sind gut, allerdings ist Val de Quiroga, der Platzhirsch dieser Ecke, eher nicht für Qualität bekannt. Man keltert viel spanischen Tafelwein und manchen bedenklichen weißen Ribeira Sacra. Guímaro und Algueira haben in Sober und in Cortezada etwas Godello stehen, sie keltern den einen oder anderen durchaus guten Weißwein. Ansonsten findet man da nicht viel.

In Ribeiro gibt es Godello, aber nur in geringer Auflage, die wichtigste weiße Sorte dieser Region ist Treixadura. Abgesehen von Viña Costeira, die ab und an einen sortenreinen Godello auf den Markt bringen, findet man Godello eher selten, Verdello eigentlich gar nicht. Da der Consejo Regulador keine Zahlen herausrückt, kann man nur (über)schätzen: vier Prozent der gesamte Rebfläche käme schon fast einer Sensation gleich.

Im Jahr zwanzig sechzehn wurden in Rías Baixas fünfundsechzigtausend sechshundert siebenundsechzig Kilo Godello geerntet, siebenundachtzig Prozent davon in O Rosal. Alles verschwindet in Cuvées aus Albariño, Caiño, Godello und Treixadura, O Rosal Regionalweine, Terras Gauda ist der bekannteste von ihnen. Im gleichen Jahr wurden im Val do Salnés eintausend neunhundert siebenundneunzig Kilo Godello gelesen. Eine detaillierte Untersuchung der Verwendung dieser Trauben unterblieb.

Letztendlich ist das alles aber fast egal, denn wer, von den Einheimischen einmal abgesehen, hat schon mehr als drei Godellos in seinem Laben getrunken? Man findet die Weine kaum, jenseits der spanischen Grenzen schon gar nicht. Der Konsument kann sich kein Bild von Godello machen, alles bleibt im Ungefähren. Sollte man dennoch einmal auf Weine von Rafael Palacios oder Viña Somoza treffen, oder auf die Cuvées mit Godello, die José Luis Mateo keltert, man kann guten Gewissens einen Korkenzieher ansetzen. Text: El oso alemán

Teil 2. Albariño, denn auch Galegos wollen gute Geschäfte machen erscheint auf diesem Blog am 14.08.2019 um 11.00 Uhr.

Teil 3. Galiza in Rot: noch immer eine Herausforderung erscheint auf diesem Blog am 21.08.2019 um 11.00 Uhr.

Teil 4. Galiza, ein Land der Cuvées? Vor allem um Ribeiro geht es hier, aber auch um die komplizierte Nachbarschaft mit Portugiesen erscheint auf diesem Blog am 28.08.2019 um 11.00 Uhr.

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Weine

Jörg Geiger Alkoholfrei Prickelnd Weißduftig

Alkoholfrei · Prickelnd · Streuobstwiese · Deutschland

Jörg Geiger Prickelnd Weißduftig ist ein alkoholfreies, prickelndes Getränk mit heller Frucht und feiner Kräuterwürze – hergestellt mit frischer Zitronenverbene, Eberraute, Bergbohnenkraut, Ananassalbei und Rosmarin.


Schwäbische Streuobstwiesen

Die Manufaktur Jörg Geiger aus Schlat in Baden-Württemberg ist bekannt für ihre kunstvollen alkoholfreien Cuvées von der Streuobstwiese – Frucht, Kräuter und Handwerk vereint in jeder Kreation.

Zutaten und Herstellung

Eine alkoholfreie Cuvée aus heller Frucht, verfeinert mit frischen Kräutern: Zitronenverbene, Eberraute, Bergbohnenkraut, Ananassalbei und Rosmarin. Die feine Kohlensäure macht das Getränk fein prickelnd.

Im Glas

In der Nase intensiv nach reifen Äpfeln und Holunderblüten, im Hintergrund leicht würzige Noten von Thymian und weiteren Kräutern. Am Gaumen tragen Apfel-, Trauben- und Pfirsichfrucht eine feine Süße, die einen spannenden Bogen zur kräuterwürzigen Apfelsäure spannt und in einem langen Holundernachhall endet.

Zum Genießen

Ein kräftiger, duftiger Apéro – gut gekühlt oder gern auf Eis serviert.

Passt zu: Desserts mit Holunderblüten oder exotischen Früchten sowie Ziegenfrischkäse mit Rosmarin.


Hersteller: Manufaktur Jörg Geiger GmbH (Schlat, Deutschland)
Produkt: alkoholfreies, prickelndes Fruchtgetränk (weißduftig)
Zutaten: helle Frucht (Apfel, Traube, Pfirsich), Zitronenverbene, Eberraute, Bergbohnenkraut, Ananassalbei, Rosmarin
Herkunft: Schwäbische Streuobstwiesen (Deutschland)
Mindesthaltbarkeit (MHD): 16.08.2028

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Weine

Domaine Trapet Kientzheim Riesling 2023 BIO

Weißwein · Alsace · Riesling

Riesling Alsace AOC Lieu-dit Kientzheim Biodynamie (Demeter) 2023 13,00 % vol

Der Domaine Trapet Kientzheim Riesling 2023 ist ein trockener, mineralischer Elsässer Riesling von biodynamischer Handarbeit – zitrusfrisch, präzise und exemplarisch im Sortenausdruck.


Kientzheim – Elsässer Terroir unter dem Schlossberg

Andrée Trapet, Elsässerin und Winzerin, führt seit 2002 das Familiengut im Elsass weiter und bewirtschaftet die Reben konsequent biodynamisch (Demeter-zertifiziert). Zum Gut gehören neben renommierten Grands Crus zahlreiche Lieux-dits auf den Gemarkungen von Kientzheim, Ammerschwihr, Riquewihr und Beblenheim.

Dieser Riesling stammt aus dem Lieu-dit Kientzheim, südlich von Riquewihr am Fuße des Grand Cru Schlossberg. Die kalkgeprägten Böden verleihen dem Wein seine florale, zitrusbetonte Art und eine ausgeprägte Mineralität – ein klassisch trockener Stil, ganz auf Reinheit und Terroir ausgerichtet.

Jahrgang 2023 – Elsass

Der Jahrgang 2023 brachte im Elsass reife, aromatische Weißweine mit guter Frische. Die feine Spannung des Jahrgangs prägt diesen Riesling spürbar und verbindet aromatische Reife mit präziser, eleganter Balance.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2023, trocken, 13,00 % vol.

Sorgfältige Parzellen-Selektion, langsame Spontangärung mit indigenen Hefen ohne Zusätze, Reife in alten Foudres auf der Feinhefe. Reduzierter Schwefeleinsatz für einen möglichst reinen Ausdruck von Rebsorte und Terroir. Biodynamie (Demeter), FR-BIO-01.

Im Glas

Leuchtendes Zitronengelb mit intensiven Lichtreflexen. In der Nase ein perfekter Riesling-Sortenausdruck mit Terroir-Anklang: kandierte Zitrusfrüchte, gelbe Zitrone und Zitronat, mit Belüftung dazu weiße Blüten, edle Kräuter und Gewürze – insbesondere Ingwer. Am Gaumen ein fast fleischiger Auftakt, getragen von einer vollen, harmonischen Struktur; die mineralische, prickelnde Textur verleiht dynamische Spannung. Geschmacklich spiegeln sich die Duftaromen wider, ergänzt durch eine dezente, charakteristische Rauchigkeit im Hintergrund.

Ein Elsässer Riesling von exemplarischer Qualität, wie er im Bilderbuch steht.

Der Abgang ist langanhaltend und bewahrt seine frische Leichtigkeit – präzise und elegant, geprägt vom Stil der Region und der feinen Spannung des Jahrgangs. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Flusskrebsen und Meeresfrüchten, zu gebratenem Fisch, zur Elsässer Tarte flambée, zu Geflügel mit Pilzen sowie zu jungem Munster.


Lage: Lieu-dit Kientzheim, Alsace (Frankreich); südlich von Riquewihr am Fuße des Schlossberg, kalkgeprägte Böden
Klassifikation: Alsace AOC, Riesling (trocken)
Ausbau: Riesling; Spontangärung mit indigenen Hefen, alte Foudres, Feinhefe, reduzierter Schwefel; Biodynamie (Demeter)

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Rebsorten

Markus Schneider Grauburgunder

Wein · Weißwein · Pfalz · Deutschland

Markus Schneider Grauburgunder ist ein sehr sortentypischer Grauburgunder aus der Pfalz – saftig, gehaltvoll und zugänglich.


Pfalz

Das Weingut Markus Schneider ist in Ellerstadt in der Pfalz beheimatet. Das warme Klima und die vielfältigen Böden der Region bringen gehaltvolle, fruchtbetonte Burgunderweine hervor.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder. Der Ausbau stellt die sortentypische, fruchtbetonte und gehaltvolle Stilistik in den Vordergrund. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase sortentypische Aromen von reifer Birne und Melone. Am Gaumen saftig und gehaltvoll, mit klarer Frucht, weicher Säure und einem runden, feinen Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Geflügel, hellem Fleisch, Pasta und mildem Käse.


Lage: Pfalz, Ellerstadt (Deutschland); Weingut Markus Schneider
Klassifikation: Gutswein – 100 % Grauburgunder, trocken
Ausbau: fruchtbetont und gehaltvoll

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Länder/Regionen

Michel Sarrazin Givry 1er Cru Blanc Champs Lalot 2024

Weißwein · Givry 1er Cru · Chardonnay

Chardonnay Givry 1er Cru Champs Lalot Côte Chalonnaise Ostlage 2024

Der Michel Sarrazin Givry 1er Cru Blanc „Champs Lalot" 2024 stammt aus einer besonders hochwertigen Parzelle der Côte Chalonnaise – elegant und mineralisch, getragen von einer formidablen Frische und einer feinen, harmonischen Länge.


Givry 1er Cru „Champs Lalot"

Das Domaine Michel Sarrazin et Fils in Jambles zählt zu den großen Referenzen der Appellation Givry in der Côte Chalonnaise – ein Familiengut mit Wurzeln im 17. Jahrhundert, heute geführt von den Brüdern Guy und Jean-Yves Sarrazin, naturnah und kontrolliert bewirtschaftet (Lutte raisonnée).

Der Givry Premier Cru „Champs Lalot" stammt aus einer besonders hochwertigen Parzelle der gleichnamigen Lage; ein Teil des Weinbergs wurde erst Anfang der 2010er-Jahre aufgrund seiner Qualität in den Rang eines Premier Cru erhoben. Die Reben der Domaine befinden sich im höher gelegenen, nach Osten ausgerichteten Abschnitt der Lage. Die Böden sind von tonreichen Kalksteinstrukturen geprägt, die Wasser gut speichern und selbst in trockenen Jahren eine stabile Versorgung der Reben gewährleisten.

Jahrgang 2024 – Burgund

Das Weinjahr 2024 im Burgund war ein Jahr der Geduld: ein ungewöhnlich milder, sehr niederschlagsreicher Winter und ein früher Austrieb, gefolgt von einem feucht-kühlen Frühjahr mit vereinzelten Frostnächten und regionalem Hagel. Der hohe Krankheitsdruck verlangte intensive Weinbergsarbeit, die Erträge sanken teils um bis zu 60 %. Ein trockenerer Sommer brachte eine langsame Reife, die Lese fiel später aus als in den warmen Vorjahren und erforderte strenge Selektion.

Die Mostgewichte blieben im gemäßigten Bereich, sodass balancierte, eher leichtere Weine entstanden. Die Weißweine zeigen sich klar, fein strukturiert und von pikanter Frische, mit präziser Linienführung und kühler, herkunftstypischer Eleganz – 2024 ist ein Jahr des Winzers, in dem sorgfältige Arbeit den Unterschied machte.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2024, trocken.

Die Trauben werden schonend verarbeitet und sorgfältig vinifiziert; der Ausbau erfolgt behutsam. Die Abfüllung geschieht mit minimaler Klärung, um möglichst viel Ausdruck und Substanz zu erhalten – ein leichter Bodensatz kann daher ganz natürlich auftreten.

Im Glas

Klar und brillant mit goldenen Reflexen. Die Nase öffnet sich mit feinen floralen Noten, begleitet von Zitrusfrüchten, weißen Blüten und einem Hauch von Steinobst. Am Gaumen elegant und mineralisch, getragen von einer formidablen Frische und einer feinen, harmonischen Länge.

Elegant und mineralisch, getragen von formidabler Frische und harmonischer Länge.

Schon jetzt mit viel Trinkfreude, mit Reifepotenzial über einige Jahre. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Pilzgerichten sowie zu jungem Hartkäse.


Lage: Givry 1er Cru „Champs Lalot", Jambles, Côte Chalonnaise (Frankreich); höher gelegener, ostexponierter Abschnitt, tonreiche Kalksteinböden
Klassifikation: Givry 1er Cru AOC, Chardonnay (trocken)
Ausbau: Chardonnay; schonende Vinifikation, behutsamer Ausbau, minimale Klärung (leichter Bodensatz möglich); Lutte raisonnée

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Spirituosen

Suntory Roku Gin

Spirituose · Gin · Japan

Suntory Roku Gin – Select Edition ist ein japanischer Craft Gin mit sechs typisch japanischen Botanicals: Sakura-Blüte, Sakura-Blatt, Yuzu-Schale, Sencha-Tee, Gyokuro-Tee und Sansho-Pfeffer. Die Select Edition ist die höher eingestellte Variante für Bar und Cocktail.


Herkunft

Suntory ist eines der renommiertesten Spirituosenhäuser Japans. Roku (japanisch für „sechs") wird in der Liquor-Atelier-Craftdestillerie am Standort Osaka hergestellt. Der Name verweist auf die sechs japanischen Botanicals, die über die vier Jahreszeiten jeweils zur optimalen Erntezeit (shun) geerntet werden.

Botanicals und Destillation

Roku vereint sechs japanische Botanicals – Sakura-Blüte, Sakura-Blatt, Yuzu-Schale, Sencha-Tee, Gyokuro-Tee und Sansho-Pfeffer – mit acht klassischen Gin-Botanicals (u. a. Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Kardamom, Zitrusschalen). In einem für Roku einzigartigen Verfahren werden die Botanicals in vier verschiedenen Brennblasentypen getrennt destilliert: die zarte Sakura-Blüte schonend per Vakuumdestillation, die Yuzu-Schale in Kupferblasen. Die Select Edition ist die höher eingestellte Variante für Bar und Cocktail.

Im Glas

Klar. In der Nase floral und süßlich mit Kirschblüte und grünem Tee, dazu spritzige Yuzu-Zitrusnote. Am Gaumen vielschichtig und harmonisch: klassische Wacholder-Basis, darüber die japanischen Botanicals mit Yuzu in der Spitze, seidige Textur. Im Abgang bringt der Sansho-Pfeffer eine feine, würzige Schärfe.

Pur und im Drink

Pur auf Eis oder als Gin & Tonic – klassisch mit Yuzu oder Ingwer garniert. Die höhere Trinkstärke macht die Select Edition besonders durchsetzungsstark im Cocktail.

Ideal für: Gin & Tonic, Gin Fizz, Martini und japanisch inspirierte Cocktails.


Herkunft: Japan; Suntory, Liquor Atelier (Osaka)
Art: Japanese Craft Gin (Roku Select Edition) – 14 Botanicals, davon 6 japanische
Destillation: getrennte Destillation der Botanicals in vier Brennblasentypen (u. a. Vakuum- und Kupferdestillation)

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Weine

Wittmann Westhofen Morstein Riesling Großes Gewächs 2023 Magnum BIO

Weißwein · Rheinhessen · Riesling

Riesling Rheinhessen Westhofen Morstein VDP.Grosses Gewächs Bio (Demeter) Tonmergel · Kalkstein Magnum 1,5 l 2023

Das Wittmann Westhofen Morstein Riesling Großes Gewächs 2023 stammt aus der ältesten und berühmtesten Einzellage Westhofens – ein großer, tiefgründiger Bio-Riesling mit elegantem, frischem Aroma nach gelben Früchten und einer klaren, leicht salzigen Mineralität. In der Magnum der ideale Wein für die große Reife.


Morstein – die historische Grosse Lage Westhofens

Das Weingut Wittmann in Westhofen zählt zu den führenden Adressen Rheinhessens und arbeitet seit Langem konsequent biodynamisch (Demeter). Die VDP.Grosse Lage zeichnet die hochwertigsten Weinberge Rheinhessens aus – parzellengenau abgegrenzt; hier reifen die besten Weine mit expressivem Lagencharakter und besonderem Reifepotenzial.

Der reine Südhang des Morstein zieht sich bis auf ein Hochplateau auf 280 Meter über NN hoch und ist die älteste in Westhofen erwähnte Einzellage (1282). Im Mittelstück des Hanges, zwischen 180 und 240 Metern über NN, liegt die VDP.Grosse Lage Morstein mit einer Hangneigung von 20 %. Hier findet man schwere Tonmergelböden mit Kalksteineinlagerungen in der oberen Schicht; der Untergrund wird von wasserführenden Kalksteinfelsschichten dominiert, die eine optimale Nähr- und Mineralstoffversorgung garantieren.

Jahrgang 2023 – Rheinhessen

2023 brachte in Rheinhessen aromatische, reife Rieslinge mit guter Substanz und präziser Säure. Auf den schweren Tonmergel-Kalkstein-Böden des Morstein ergibt das einen besonders tiefgründigen, dichten Wein mit lebendiger Säure, klarer gelber Frucht und feiner, salziger Mineralität – Größe und Spannung statt bloßer Opulenz. Die Magnum bietet dabei ideale Bedingungen für eine besonders langsame, harmonische Entwicklung.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2023, trocken, VDP.Grosses Gewächs. Abgefüllt in der Magnum (1,5 l).

Handlese, Ganztraubenpressung, Spontangärung mit eigenen Hefen und langer Ausbau auf der Vollhefe – überwiegend im traditionellen großen Holzfass und Edelstahl. Der zurückhaltende Ausbau lässt Frucht und die kalksteingeprägte Mineralität der Lage unverfälscht in den Mittelpunkt treten. Biodynamisch (Demeter), DE-ÖKO-022.

Im Glas

Ein elegantes, frisches Bukett von gelben Früchten – reifer Apfel, Birne, gelbe Zitrus –, ergänzt um weiße Blüten, feine Kräuter und einen tiefen, kalkig-mineralischen Zug. Am Gaumen tiefgründig und dicht, mit straffer, animierender Säure und der für den Morstein typischen klaren, leicht salzigen Mineralität – kraftvoll und zugleich elegant, mit großer Länge und Nachhall.

Elegantes, frisches Aroma nach gelben Früchten – mit klarer, leicht salziger Mineralität.

Schon jetzt zugänglich, entfaltet seine ganze Größe aber erst mit einigen Jahren Kellerreife – in der Magnum umso mehr; profitiert vom Dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Spargel sowie zu kräftigerem Hartkäse. Die Magnum ist der ideale Begleiter für die große Tafel.


Lage: Rheinhessen, Westhofen Morstein (Deutschland); reiner Südhang, 180–240 m (Plateau bis 280 m), 20 % Neigung, schwerer Tonmergel mit Kalksteineinlagerungen über wasserführendem Kalksteinfels; älteste Einzellage Westhofens (1282); VDP.Grosse Lage
Klassifikation: Rheinhessen, Riesling VDP.Grosses Gewächs (trocken); Magnum 1,5 l
Ausbau: Riesling; Ganztraubenpressung, Spontangärung, Reife auf der Vollhefe (großes Holzfass/Edelstahl); biodynamisch (Demeter), DE-ÖKO-022

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Frankreich

Duroche Charmes Chambertin Grand Cru 2023

Rotwein · Charmes-Chambertin Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Charmes-Chambertin · Grand Cru Gevrey-Chambertin Côte de Nuits 2023

Der Charmes-Chambertin Grand Cru 2023 von Pierre Duroché ist ein reinsortiger Pinot Noir in besonders dichter, kompakter Form. Extrakt und Frucht prägen den Wein, der sich erst mit viel Luft langsam öffnet – ein Grand Cru, der noch Zeit zur vollen Entfaltung braucht.


Charmes-Chambertin – Grand Cru in Gevrey-Chambertin

Charmes-Chambertin ist einer der Grand Crus von Gevrey-Chambertin und mit rund 30 Hektar (inklusive Mazoyères) einer der größeren der Chambertin-Familie. Er liegt am Mittelhang unterhalb von Chambertin auf Kalk- und Mergelböden mit Tonanteil und gilt als der zugängliche, charmante unter den Chambertin-Lagen.

Pierre Duroché zählt zu den gesuchten Adressen von Gevrey-Chambertin; seine Handschrift zielt auf Finesse, Präzision und einen klaren Terroir-Ausdruck.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – ganz auf Extrakt, Dichte und einen klaren Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Pinot Noir in kompakter, dichter Form – Extrakt und Frucht öffnen sich erst mit viel Luft. Unreife Himbeeren, Veilchen und Frühlingswiese treffen auf Graphit, nasse Steine und ätherische Anklänge. Ein Wein, der noch Zeit braucht.

Unreife Himbeere, Veilchen und Graphit über nassen Steinen – dicht, extraktreich und mit großer Zukunft.

In der Jugend noch verschlossen; sein volles Potenzial entfaltet der Wein über viele Jahre Flaschenreife. Vor dem Genuss großzügig dekantieren; bei 16 °C servieren.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Charmes-Chambertin, Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); Kalk/Mergel mit Ton, Mittelhang
Klassifikation: Charmes-Chambertin Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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Schaumweine

Bouvet-Ladubay Saumur Tresor blanc brut

Schaumwein · Saumur · Chenin Blanc · Brut

Bouvet Ladubay Trésor Blanc Saumur Brut ist ein Schaumwein aus dem Loiretal, gekeltert zu 100 % aus Chenin Blanc. Der Name verweist auf die Legende des Hauses Bouvet-Ladubay, dessen Gründer Étienne Bouvet im Tuffstein der Keller der Abtei Saint-Florent einen Schatz entdeckt haben soll. 1987 schuf Patrice Monmousseau mit dem Trésor die erste im Fass gereifte Cuvée des Hauses. Im Glas ein feiner, tiefer Schaumwein mit zarter Perlage.


Saumur

Bouvet-Ladubay sitzt in Saint-Hilaire-Saint-Florent bei Saumur an der Loire, mit kilometerlangen Kellern im Tuffeau-Kalkstein. Die kalkhaltigen Böden und das milde Klima geben dem Chenin Blanc Frische und Mineralität. Auf diesem Terroir entstehen die Grundweine für die Trésor-Cuvée.

Rebsorte und Ausbau

Der Schaumwein besteht zu 100 % aus Chenin Blanc. Der Grundwein reift in Barriques von Seguin-Moreau aus dem Wald von Tronçais, bevor die zweite Gärung in der Flasche nach traditioneller Methode erfolgt. Das Holz unterlegt die Feinheit der Rebsorte mit charakteristischen Aromen.

Im Glas

Helles Gold mit zarter Perlage. In der Nase Nuancen von Zitrusfrüchten und Brioche, getragen von feinen Holznoten. Am Gaumen zeigt er Tiefe und Substanz, fein strukturiert und ausgewogen. Der Abgang ist lang mit schönem Nachhall.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter. Ein großzügiges Glas betont die Holz- und Briochenoten.

Klassische Begleitung: Meeresfrüchte, Fisch, Geflügel und milder Käse.


Lage: Saumur, Loiretal (Tuffeau-Kalkstein)
Klassifikation: Saumur AOP – Brut, Méthode traditionnelle
Ausbau: Barrique (Seguin-Moreau, Tronçais), Flaschengärung, Hefelager

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