El Oso Summer School 2019 – Galiza – Godello

Teil 1. Godello, eine galicische Wundertüte

Die Sache mit dem Godello ist so einfach nicht. Die beiden wichtigsten Weinbauregionen in Galiza, in denen Godello gedeiht, sind Valdeorras und Monterrei, in den anderen drei Anbaugebieten gibt es auch Godello, man merkt es nur kaum. Aber selbst in Monterrei und Valdeorras findet man ihn verstreut und, wenn er dann einmal auftaucht, steht er wahrscheinlich auf einem Kartoffelacker. Außerdem gibt es Verwechslungsgefahren. Und letztendlich kennt kaum ein Weintrinker diese Rebsorte. Aber der Reihe nach!

Godello.

Auch wenn das politische, das wirtschaftliche und das soziale Chaos der letzten Tage, Wochen, Monate oder Jahre etwas anderes vermitteln könnte, Spanien ist und war schon immer streng hierarchisch durchorganisiert, normal für ein Land, in dem Militär und Kirche dominier(t)en.

Im geendeten Mittelalter und in den ersten Jahrhunderten der Neuzeit konnte man zumindest in Castilla und in Galiza nicht so einfach Wein handeln. Alle größeren Marktflecken waren als Protektorate organisiert, die Altvorderen vergaben Zulassung, ohne eine solche durfte man, von außerhalb kommend, in der Stadt keinen Wein verkaufen. Oftmals war dies eine zeitlich befristete Angelegenheit. Solange der Wein, den der Ort und seine Nachbarschaft produziert hat, nicht gesoffen war, durften andere nicht verkaufen. Local first kannte man also schon damals. Arm dran waren die Weintrinker der Orte, in denen gar grausame Weine gekeltert wurden. Man darf nicht vergessen, dass aus Hygienegründen dereinst viel Wein getrunken wurde, der nur einen niedrigen Alkoholgehalt aufwies. In Mitteleuropa übernahm Bier diese Aufgabe, Wasser war oftmals voller Keime. Für O Barco de Valdeorras, für A Rúa (auch Valdeorras) sowie für Verín und Monterrei war dies wesentlich, denn auf diese Weise hielt man sich die Konkurrenz aus Bierzo, aus Manzaneda sowie, im Fall von Monterrei und Verín, aus dem Norden Portugals vom Hals.

Monterrei hatte noch eine andere Funktion, irgendwie musste der Klerus ja auch eingebunden werden. Es oblag den Äbten zu Monterrei, den Preis für den Wein festzulegen. So etwas gab es in jeder Weinbauregion, La Vid etwa war zuständig für den ganzen Osten dessen, was heute Ribera del Duero heißt, bis el Burgo de Osma. Dies war eine wichtige Aufgabe, allerdings nicht problemfrei, denn der Klerus verdiente am Weinverkauf, das Zehnt, wie eigentlich überall, wo die katholische Kirche etwas zu sagen hatte. Je höher der Preis, desto höher die Einnahmen. Nur musste man schon ein Auge drauf haben, dass das einfache Volk den Wein auch bezahlen konnte. Welches Kloster diese Aufgabe im heutigen Valdeorras übernahm, ist zumindest nicht leicht zu recherchieren, es dürfte aber auf O Barco de Valdeorras zulaufen. Wie dem auch sei, man hatte mächtige Trümpfe in der Hand. Erstaunlich ist, dass man eigentlich nichts daraus gemacht hat.

Valdeorras geriert sich heute als das Herz der Godelloweine. Nun ja. Godello gibt es dort zwar schon länger, gleichwohl waren es Sorten wie Doña Branca oder Monstruosa, die früher vornehmlich angebaut wurde. Dazu kamen Mouratón, Grao Negro, etwas Mencía schwappte aus dem benachbarten Bierzo herüber; die wichtigste Rebsorte, sie brachte der Region viel Ruhm ein, indes war Albarello, eine eher helle Rotweinsorte, die sich dennoch gut zum Verschnitt mit anderen Sorten eignete. Die Hänge des Tals des Sil waren und sind für Weinbau gut geeignet, im zentralen Bereich stand wohl viel Rotwein, im Osten, nahe Rubiá, sowie weit im Westen, in Quiroga, das heute aus welchen Gründen auch immer zu Ribeira Sacra gehört (wahrscheinlich steckt da eine Kirchensprengelgrenze dahinter), ist das Land für Weißweine besser geeignet.

Valdeorras ist, was Gestein angeht, ein bunter Kessel. Im Westen, zwischen A Rúa und Quiroga, gibt es zunächst sehr kalkhaltigen Sandstein mit dicker Lehmkrume, danach kommt grauer Granit mit Sand. Weiter gen Osten gibt es Kalksandstein mit Lehmauflage, dann Schiefer, bis hin gen Bierzo. Auf der anderen Seite des Sil gibt es erst einmal wieder Lehm, in O Bolo stehen Reben auf Granit. Der Sil mäandert von Osten gen Westen, die Hänge auf der Nordseite sind exzellente Standorte für Reben, die besten Ergebnisse erhält man, wenn die Reben jenseits der vierhundert Meter Linie kultiviert werden. Weiter unten ist es oftmals zu feucht, Rebkrankheiten sind nicht gerade selten. Auf der anderen Seite des Flusses sind die Hänge steiler, Weinberge findet man dort nur selten, die Trauben würden schlicht und ergreifend nicht reifen.

Um sich das Valdeorras der Blütezeit vorstellen zu können, muss man die Zeitbrille aufsetzen und minus zweihundert einstellen. Damals gab es noch keine Stauseen, der Sil war ein wilder Fluss, von den Kordilleren kommend stürzte er sich durch halb Galiza, um in A Peroxa in den ebenfalls wilden Miño zu münden. Heute gibt es diverse Staustufen, die Wucht des Sil ist gebändigt.

Verdello.

Godello ist in Valdeorras erst seit weniger als zweihundert Jahren beheimatet, in alten Schriften liest man viel von Verdello. Und da beginnt dann die Konfusion. Denn viele Galegas und Galegos meinen Verdejo, wenn sie Verdello sagen. Das sind aber zwei unterschiedliche Dinge. Andere sagen, Verdello und Godello seien Synonyme. Auch nicht richtig. Verdejo ist etwas anderes. Und sowohl Godello als auch Verdello stammen aus Portugal; mag sein, dass sie Mitglieder einer etwas größeren Familie sind, indes unterscheiden sie sich deutlich: die Beeren des Verdello sind grüner und länglich, während die des Godello eher gelb und rund sind. Auch sind die Blätter des Verdello dunkler als jene des Godello. Jedoch ist es nicht einfach, alleine aufgrund der Blattfarbe Verdello von Godello zu unterscheiden. Form und Farbe der Beeren erkennt man erst am Ende der Reifeperiode. Allerdings scheint es so zu sein, dass in Valdeorras Godello dominiert, Verdello indes findet man dort selten. In Monterrei stehen beide Sorten oftmals nebeneinander in einem Weinberg, so der alt ist. In jungen Weinbergen dominieren Setzlinge aus Rebschulen, da wird nichts vermischt.

Godello-Fans sagen, dass vor der Ankunft der Reblaus in Valdeorras je ein Drittel der Rebfläche mit Godello und Mouratón bestockt war, der Rest entfiel auf andere Sorten. Nach dem Auftritt der Laus veränderte sich alles, die Weinbauern wählten, wich auch an vielen anderen Orten in Galiza, Alicante Bouschet und Palomino, vor allem Palomino, Albarello, Mouratón und Godello fanden kaum noch statt. Stabiler Ertrag, große Ernten, wenig Aufwand, kaum Rebkrankheiten, die Liste der Vorteile ist lang, Qualität indes steht da nicht. Wenn man will, kann man auf einem Hektar Rebland gut und gerne dreißigtausend Kilo Palomino ernten, und die Weinbauern wollten. Godello überlebte, aber nur an wenigen Stellen. Und dann nahm das Unheil seinen Lauf.

Mitte des letzten Jahrhunderts gab es in Valdeorras zwar noch eine Vielzahl von kleinen und kleinsten Kellereien, Hausgebrauch und ein wenig mehr, die einzigen dominanten Betriebe indes waren die drei Cooperativen: aus O Barco de Valdeorras, zuständig für den ganzen Osten der Region, aus A Rúa, zuständig für die Mitte und den Westen, sowie aus Larouco, zuständig für O Bolo, Larouco und andere Dörfer auf der anderen Seite des Sil. In den Cooperativen wurde alles mit allem vermischt, man kelterte weißen und roten Valdeorras. Und man war vor allem an Kilos interessiert, Qualität war nicht so wichtig. Weinbauern konnten mit Palomino und Alicante Bouschet wesentlich mehr Einkommen generieren als mit Godello. Wenn nun der Aufwand größer ist, der Ertrag aber geringer, dann muss man nicht lange nachdenken, um das zu verstehen, was geschah: Godello begann zu verschwinden. Er hielt sich vor allen in O Bolo, denn dort waren und sind die Parzellen klein, es war oftmals nicht rentabel, die alten Stöcke auszureißen, um Massenträgersorten zu pflanzen. Im zentralen Teil von Valdeorras hingegen war dies problemlos möglich. Die Mengen stiegen, Qualität war immer weniger ein Thema. Das Image von Valdeorras erreichte einen Tiefpunkt, von dem sich die Region bis heute noch nicht komplett erholt hat.

Im Jahr neunzehnhundert vierundsiebzig, Manuel Fraga, später Ministerpräsident in Galiza und Förderer des Weinbaus in dieser Region, war noch immer Francos Stellvertreter, begann man ein ehrgeiziges Programm: REVIVAL, ReEstructuración de VIñedos de VALdeorras. Man untersuchte und forschte, um dann mit der systematischen Bestockung mit Godello zu beginnen. Dabei traten zwei Probleme auf.

Ein Problem bestand darin, dass die Hanglagen alle bestockt waren, man hätte dort erst einmal alte Rebstöcke ausreißen müssen, um dann neu zu bestocken. Zudem hätte es einer Flurbereinigen erfordert, denn die Parzellen am Hang sind klein, eine mechanische Beackerung, wie sie in jener Zeit schon Gang und Gäbe war, kam dort nicht infrage. Unten, auf flachem Geläuf, indes war Platz, insbesondere in A Rúa, wo eine riesige Fläche nahe des Sil neu bestockt wurde. Fast alles ist Godello, ein wenig Mencía kam auch. Diese Flächen indes sind durchaus fruchtbar, die Erträge waren hoch, die Qualität nicht der Rede wert. Erstes Ergebnis: Valdeorras hatte viel Godello, der nach nichts schmeckte.

Das zweite Problem bestand darin, dass in jener Zeit nicht nur, aber vor allen in Galiza Menge vor Qualität kam. Da die Genossenschaften noch immer dominierten, das hat sich in Valdeorras erst in den letzten zehn Jahren geändert, erachtete man Ertragsmengen von etwa dreizehntausend Kilo Godello pro Hektar als ordentlich. Versuchsweise wurden auch Klone gesetzt, die nur achttausend Kilo pro Hektar erbrachten, sie wurden aber dann wieder verworfen, in der Liste der Klone, die schlussendlich den Weinbauern empfohlen wurden, kamen sie nicht vor. Fazit: man wählte ertragreiche Klone, um sie dann auf betont fruchtbarem Land zu pflanzen. Und dann wunderte man sich, das das Ergebnis jenseits der Region niemand trinken wollte.

Der Großteil der Bodegas der Region, aktuell sind da fünfundvierzig Betriebe mehr oder weniger aktiv, wurde zwischen neunzehnhundert sechsundachtzig und zweitausend und vier gegründet, viele kleine Kellereien, einige Handelskellereien, aber auch die eine oder andere größere Bodega. Godeval, etwa, oder Valdesil, Don Mario in Larouco, Carballal in Petín. An der grundsätzlichen Problematik änderte dies indes nur wenig: viele Weine endeten in regionalen Supermarktketten, Gadis und Froiz, oder in den Tavernen zwischen El Barco und Ourense, wo man ob niedriger Preise Markt erobern konnte. Restspanien interessierte sich nicht für die geschmacksfreien Weißlinge vom Sil, Export fand nicht statt, bis heute hat sich das nur wenig geändert.

Wie in vielen anderen Weinbauregionen wendeten Zugereiste das Blatt, wobei hier einer wichtiger ist als andere: als Rafael Palacios begann, die Weinberge in O Bolo zu durchkämmen; gut, er arbeitet mit José Beneitez zusammen, der wichtigste Weinbauer jener Region. So entstanden plötzlich Godellos, die zuvor niemand für möglich gehalten hätte. Da Rafael auch ein wenig Kleingeld mitbrachte, konnte er einige Weinberge neu bestocken, er rückte O Bolo stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Seine Weine markieren heute den Stand der Dinge, und für Weine, auf deren Etiketten der Name Palacios steht, sind sie noch halbwegs bezahlbar.

O’Bolo, das neue Epizentrum von Valdeorras.

Der zweite der kam, warum es ihn in diese Ecke verschlagen hatte, das wissen nur die Elche, war Telmo Rodríguez. Telmo machte das, was er auch sonst gerne macht: er suchte sich eine Bodega, in der es halbwegs ordentlichen Wein gab, machte ihn etwas besser und klebte seine Etiketten auf die Flaschen: Gaba do Xil. Erst in Don Mario, dann gründete der Kellermeister von Don Mario eine neue Bodega: Ladera Sagrada, und Telmo kam mit. Der normale Gaba do Xil ist mehr oder weniger belanglos, Valdeorras in bekannter Tradition. Jedoch begann der Riojano zusammen mit José Beneitez alte Parzellen zu suchen, die noch nicht von Rafael Palacios in Beschlag genommen waren. Dort entsteht der eine oder andere Lagenwein von wirklich guter Qualität. 

Der dritte von draußen ist Jorge Ordóñez, der Malagueño. Er nistete sich bei Godeval ein, verließ, wie so oft, das Nest im Streit, um sich dann in A Rúa in einer schlichten Industriehalle anzusiedeln. Seine Weine sind etwas üppig und mächtig, aber das ist egal, denn Fans von Jorge trinken, was Jorge ihnen vorsetzt.

Drei bekannte Namen machten Valdeorras bekannt. Pepe Domínguez aus dem Süden von Rías Baixas versuchte das auch, allein es schlug fehl. Er wollte mit Adegas Día Noite und ein paar weiteren Kellereien in Castilla und Catalunya eine Gruppe schaffen, die aufgrund latentem Geldmangel aber schnell wieder verschwand.

Dann passierte erst einmal nichts, und das fast zehn Jahre lang, nicht einmal Raúl Pérez wollte in Valdeorras aktiv werden; das sollte einem zu denken geben. Vor wenigen Jahren kam dann doch etwas Bewegung in die Region: Viña Somoza stellte Javier García (4monos viticultores, Sierra de Gredos) als technischen Direktor ein, Xurxo Alba (Albamar) begann mit dem Projekt Ceibo, diverse Weinberge aus O Bolo.

Dann kamen die Großen: Pago de los Capellanes kaufte in Seadur, eine Top-Ecke in Larouco, Rebland zusammen, man richtete sich in einer stillgelegten Bodega ein, Chivite übernahm Roandi, ein anspruchsvolles Projekt, das vom ersten Tag an zum Scheitern verurteilt war. Viña Costeira, die Genossenschaft aus Ribadavia, übernahm Don Mario. Muga sucht und wenn man dem Canyonfunk Glauben schenkt, dann ist die Liste derer, die suchen, lang und fett. Das Problem: der Erwerb eine Bodega ist nur sinnvoll, wenn man auch Rebland kaufen kann. Was da steht, ist irrelevant, man kann Palomino oder Alicante Bouschet problemlos durch Godello ersetzen. Pflanzrechte zu bekommen, ist hingegen quasi ein Ding der Unmöglichkeit.

Auch wenn die Cooperativen vor sich hin sterben, Valdeorras wird überleben. Wie die Region in zehn Jahren strukturiert sein wird, das kann heute niemand vorhersagen. So große Glaskugeln gibt es nicht.

Monterrei, die zweite Godello-Region in Galiza, ist eine kleine Weinbauregion, nicht einmal sechshundert Hektar Rebland sind bestockt. Gut, wen man so will, dann ist halb Galiza klein, addiert man die Flächen von Ribeira Sacra, Valdeorras und Monterrei dann gibt das weniger als die Rebfläche von La Seca.

Monterrei ist so etwas wie ein riesiger Kessel mit Verín in der Mitte, das Dorf Monterrei gleich daneben. Weinberge findet man vor allem im Kessel, die besseren Weingüter, allen voran Jose Luis Mateo, das einzige überregional und international bekannte Gesicht der Weinbauregion Monterrei, verfügen auch über Weinberge am Hang, bis hoch gen As Duas Casas, weit über achthundert Höhenmeter, wo dereinst Quinta do Buble sehr gute Weine kelterte. 

Von Mateo und Buble in seinen besten Zeiten und vielleicht Vía Arxéntea einmal abgesehen, ist das alles ein gewaltiges Missverständnis. Niemand sonst keltert wirklich spannende Weine, diverse größere Bodegas haben schon des Öfteren den Eigentümer gewechselt, Gargalo überlebt alles, weil der Modedesigner Roberto Verino sich die Bodega als besseres Hobby leistet. Den Ton geben in dieser Weinbauregion Pazo do Mar (Ribeiro), Martín Códax und Manuel Jove an. Und Cregu e Monaguillo, aktuell die größte Bodega der Region, Lieblingsbodega der Xunta do Galiza, Herr Alberto Núñez Feijoo nimmt dort gerne ein Mittagsmahl ein, so er denn in dieser Wildnis weilt. Die Weine dieser Bodega, allen voran deren Weißweine, sind nachgerade belanglos, sie reihen sich gut in das gesamte Spektrum ein.

Godello gibt es hier nur selten sortenrein, die Winzer pflegen, ihn mit Treixadura zu mischen. Das erbringt etwas mehr Stoff und Dichte, die Weine wirken komplexer, vor allem aber unterscheiden sie sich dadurch von jenen aus Valdeorras, man kämpft schließlich um die gleichen regionalen Märkte.

Ähnlich wie in Valdeorras pflanzte man auch hier Godello an Stellen, die nicht für Godello geeignet sind, Mais wäre eine sinnstiftende Alternative. In den letzten Jahren hat man die Denominación de Origen Monterrei um zwei Dörfer erweitert, dort findet man ein paar alte Weinberge.

Richtig angreifen mag hier niemand, daher ist José Luis Mateo nach wie vor der einzige Vorzeigebetrieb. Antonio, Exinhaber von Quinta do Buble und heutiger Chef von Sol y Vento, könnte, die passenden Weinberge hätte er. Nur, er mag lieber gefällige Weine für die nähere Umgebung, bereitet von einem Önologen, der für gefällige Weine bekannt ist.

Manuel von Vía Arxéntea keltert seit Jahren einen mehr als ordentlichen klassischen Monterrei aus Godello und Treixadura, höhere Qualitäten darf man hier aber nicht erwarten. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch fast alle Bodegas. Es gibt immer einen Wein, den man mehr oder weniger problemfrei trinken kann, auch wenn an das Niveau des Vía Arxéntea nur wenige herankommen, mehr ist da aber nicht.

Wenn schon die Zukunft von Valdeorras ungeklärt ist, was soll man dann erst über Monterrei sagen?

Und sonst? Nun Godello gibt es auch in Ribeira Sacra, aber vor allem am nordöstlichen Rand der Region, in Quiroga und seinem Hinterland. Gefühlt neunzig Prozent aller Godellos der Region stammen von dort, oftmals kaufen Bodegas, die an ganz anderen Stellen beheimatet sind, hier Trauben oder Fasswein. Die Gegebenheiten sind gut, allerdings ist Val de Quiroga, der Platzhirsch dieser Ecke, eher nicht für Qualität bekannt. Man keltert viel spanischen Tafelwein und manchen bedenklichen weißen Ribeira Sacra. Guímaro und Algueira haben in Sober und in Cortezada etwas Godello stehen, sie keltern den einen oder anderen durchaus guten Weißwein. Ansonsten findet man da nicht viel.

In Ribeiro gibt es Godello, aber nur in geringer Auflage, die wichtigste weiße Sorte dieser Region ist Treixadura. Abgesehen von Viña Costeira, die ab und an einen sortenreinen Godello auf den Markt bringen, findet man Godello eher selten, Verdello eigentlich gar nicht. Da der Consejo Regulador keine Zahlen herausrückt, kann man nur (über)schätzen: vier Prozent der gesamte Rebfläche käme schon fast einer Sensation gleich.

Im Jahr zwanzig sechzehn wurden in Rías Baixas fünfundsechzigtausend sechshundert siebenundsechzig Kilo Godello geerntet, siebenundachtzig Prozent davon in O Rosal. Alles verschwindet in Cuvées aus Albariño, Caiño, Godello und Treixadura, O Rosal Regionalweine, Terras Gauda ist der bekannteste von ihnen. Im gleichen Jahr wurden im Val do Salnés eintausend neunhundert siebenundneunzig Kilo Godello gelesen. Eine detaillierte Untersuchung der Verwendung dieser Trauben unterblieb.

Letztendlich ist das alles aber fast egal, denn wer, von den Einheimischen einmal abgesehen, hat schon mehr als drei Godellos in seinem Laben getrunken? Man findet die Weine kaum, jenseits der spanischen Grenzen schon gar nicht. Der Konsument kann sich kein Bild von Godello machen, alles bleibt im Ungefähren. Sollte man dennoch einmal auf Weine von Rafael Palacios oder Viña Somoza treffen, oder auf die Cuvées mit Godello, die José Luis Mateo keltert, man kann guten Gewissens einen Korkenzieher ansetzen. Text: El oso alemán

Teil 2. Albariño, denn auch Galegos wollen gute Geschäfte machen erscheint auf diesem Blog am 14.08.2019 um 11.00 Uhr.

Teil 3. Galiza in Rot: noch immer eine Herausforderung erscheint auf diesem Blog am 21.08.2019 um 11.00 Uhr.

Teil 4. Galiza, ein Land der Cuvées? Vor allem um Ribeiro geht es hier, aber auch um die komplizierte Nachbarschaft mit Portugiesen erscheint auf diesem Blog am 28.08.2019 um 11.00 Uhr.

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Weine

Dönnhoff Schloßböckelheimer Felsenberg Riesling GG 2021

Weißwein · Schloßböckelheim (Nahe) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Schloßböckelheimer Felsenberg VDP.Großes Gewächs Dönnhoff Nahe Vulkangestein · Porphyr/Melaphyr steiler Südhang trocken · 2021

Der Dönnhoff Schloßböckelheimer Felsenberg Riesling GG 2021 stammt von einem steilen Südhang auf vulkanischem Verwitterungsboden. Ein ausdrucksstarker, kraftvoller und tiefmineralischer Riesling.


Schloßböckelheimer Felsenberg – Riesling auf Vulkangestein

Das Weingut Dönnhoff in Oberhausen zählt zu den weltweit renommiertesten Rieslingerzeugern der Nahe. Der Felsenberg gehört zu den Weltklasselagen des Guts – ein steiler Südhang mit dem markanten Felsentürmchen.

Der Boden ist reiner vulkanischer Verwitterungsboden aus Porphyr und Melaphyr. Diese Gesteinsmassen sind im Wein förmlich schmeckbar und bringen ausdrucksstarke, kraftvolle und tiefmineralische Rieslinge hervor.

Jahrgang 2021 – Nahe

2021 war an der Nahe ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht. Der vulkanische Boden und die Steillage bewahrten Kraft, Mineralität und Spannung – Reife und Frische im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Schloßböckelheimer Felsenberg, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von vulkanischem Verwitterungsboden (Porphyr/Melaphyr).

Nach selektiver Handlese wird der Wein herkunftsbetont im Stil des Guts vergoren und ausgebaut, ganz auf die vulkanisch geprägte Mineralität, Kraft und Präzision ausgerichtet.

Im Glas

Ein kraftvoller, ausdrucksstarker Riesling: gelbe Frucht und Zitrus, dazu weißer Pfirsich, feine Kräuterwürze und eine markante, rauchig-salzige Vulkanmineralität. Am Gaumen dicht und straff, mit lebendiger Säure, kühler Präzision und einem langen, mineralisch-salzigen Nachhall.

Gelbe Frucht, Zitrus und weißer Pfirsich über feiner Würze und rauchig-salziger Vulkanmineralität – dicht und straff, mit lebendiger Säure, kühler Präzision und langem, salzigem Nachhall.

Ein großer, langlebiger Nahe-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in Rahmsauce sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Schloßböckelheimer Felsenberg (VDP.Große Lage), Nahe; steiler Südhang; vulkanischer Verwitterungsboden aus Porphyr und Melaphyr
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Nahe (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, herkunftsbetonte Vergärung und Ausbau im Stil des Guts

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Spirituosen

Cardenal Mendoza Angelus Likör

Spirituose · Likör · Jerez de la Frontera · Spanien

Cardenal Mendoza Angêlus ist ein origineller Likör auf Basis des bekannten Cardenal-Mendoza-Brandys. Ihm werden Orangenschalen, Bitterorangen und Kardamom beigemischt; in alten Sherryfässern reift er zu einem ausbalancierten, zitrus-würzigen Likör.


Herkunft

Die familiengeführte Bodega Sánchez Romate Hnos. (gegr. 1781) in Jerez de la Frontera ist vor allem für ihren Brandy Cardenal Mendoza und ihre Sherrys bekannt. Angêlus entstand als jüngste Kreation des Hauses, inspiriert vom Duft der Orangenblüte, der im Frühjahr den Bodega-Patio erfüllt.

Zutaten und Reifung

Auf Basis des klassischen Cardenal-Mendoza-Brandys werden natürliche Zutaten mazeriert – vor allem Bitterorangen und Orangenschalen (Sevilla-Orangen) sowie Kardamom, dazu Zitrone und Nelke. Anschließend reift die Cuvée in alten, mit Sherry belegten Fässern, bis sie ihre ausgewogene Balance erreicht.

Im Glas

Helles Mahagoni mit bernsteinfarbenen Reflexen. In der Nase frische, vielschichtige Zitrus- und Gewürznoten mit Anklängen von Dörrfrucht. Am Gaumen eine Explosion von Zitrustönen mit der Bitterkeit der Bitterorange, feiner Würze und einem leichten Röstton – getragen von dezenter Süße. Sehr langer Abgang.

Pur und im Drink

Pur auf Eis mit einer Orangenscheibe, als Long Drink mit Tonic oder Soda – oder pur mit etwas Honig als wärmender Digestif. Vielseitig in Cocktails wie Margarita, Cosmopolitan oder Sidecar.

Ideal: auf Eis, als Digestif oder in Zitrus-Cocktails.


Herkunft: Jerez de la Frontera (Spanien); Bodega Sánchez Romate Hnos.
Art: Likör auf Basis von Brandy de Jerez
Zutaten: Cardenal-Mendoza-Brandy, Bitterorange & Orangenschale, Kardamom, Zitrone, Nelke
Reifung: Mazeration der Zutaten, anschließend Reifung in alten Sherryfässern

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Rebsorten

Weinreich Basis Grauburgunder

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Weinreich Basis Grauburgunder ist ein typischer, harmonischer Grauburgunder. Goldgelb im Glas mit leicht grünlichen Reflexen, mit leicht nussigem und exotischem Duft, erdig-mineralischen Noten, etwas kandierten Früchten und frischem Spiel am Gaumen.


Rheinhessen / Bechtheim

Die Gutsweine des Weinguts Weinreich reifen in den Weinbergslagen von Bechtheim im Wonnegau, Rheinhessen. Die Reben wachsen auf Löss-Lehm-Verwitterungsböden, geprägt von Kalkmergel.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder. Eine schonende Behandlung der reifen Trauben vom Weinberg bis in den Keller ist Grundvoraussetzung. Der Saft wurde mit den traubeneigenen Hefen über mehrere Wochen vergoren, gefolgt von einem Hefelager bis zur Flaschenfüllung. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Goldgelb mit leicht grünlichen Reflexen. In der Nase leicht nussig und exotisch, mit erdig-mineralischen Noten. Am Gaumen frisch, mit etwas kandierten Früchten, feinem Schmelz und harmonischem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Geflügel, hellem Fleisch, Spargel und mildem Käse.


Lage: Rheinhessen, Bechtheim (Wonnegau, Deutschland); Weingut Weinreich
Klassifikation: Gutswein – 100 % Grauburgunder, trocken
Ausbau: Spontangärung über mehrere Wochen, Hefelager bis zur Flaschenfüllung; Löss-Lehm-/Kalkmergelböden

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Frankreich

Etienne Sauzet Corton Charlemagne Grand Cru 2022

Weißwein · Corton-Charlemagne Grand Cru · Chardonnay

Chardonnay Corton-Charlemagne · Grand Cru Pernand- & Ladoix-Seite Côte de Beaune 2022

Der Corton-Charlemagne Grand Cru 2022 der Domaine Etienne Sauzet ist seit diesem Jahrgang neu im Portfolio. Ein reinsortiger Chardonnay aus zwei kleinen Parzellen – eine auf der Pernand-, eine auf der Ladoix-Seite – mit großer Tiefe, Vielschichtigkeit und Länge: kraftvoll, flintig und zitrisch.


Corton-Charlemagne – der große weiße Hügel

Corton-Charlemagne liegt auf dem Corton-Hügel, einem großen Kalksteinausläufer am nördlichen Ende der Côte de Beaune, und umfasst rund 52 Hektar (Appellation seit 1937). Das Gebiet verteilt sich über Aloxe-Corton, den nordwestlich ausgerichteten Abschnitt En Charlemagne in Pernand-Vergelesses und die östlichen Climats in Ladoix. Der von der bewaldeten Hügelkuppe erodierte Boden hinterließ eine Kalkstein-Mergel-Mischung, die sich hervorragend für Chardonnay eignet.

Sauzet bezieht den Wein aus zwei kleinen Parzellen auf der Pernand- und der Ladoix-Seite. Die Domaine Etienne Sauzet (gegründet 1903) zählt zu den großen Weißwein-Adressen des Burgunds; Corton-Charlemagne ist seit dem Jahrgang 2022 neu im Sortiment.

Jahrgang 2022 – Côte de Beaune

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die weißen Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Energie – ein gehaltvoller Jahrgang, der die Tiefe dieses Grand Cru trägt.

Assemblage und Ausbau

Zu 100 % Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, aus zwei kleinen Parzellen.

Die Gärung erfolgt im Stil des Guts spontan in großen Eichenfässern, temperaturreguliert; der gesamte Ausbau bis zur Feinhefelagerung dauert bis zu 18 Monate und gibt dem Wein Tiefe und Textur.

Im Glas

Große Tiefe, Vielschichtigkeit und Länge. Die feine Reduktion lässt feuersteinhaltige Gesteinsnoten, Artischocke, Anis, reife Orange, Apfel und saftige Birne aufblitzen. Kraftvoll, flintig und zitrisch, von einem Brioche-Mantel und zischender Säure umhüllt, mündet der Wein in ein fulminantes Finale.

Feuerstein, reife Orange und Brioche, umhüllt von zischender Säure – kraftvoll, flintig und von großer Länge.

Schon jetzt groß, in einigen Jahren noch größer; mit langem Reifepotenzial. Bei 12–14 °C servieren.

Am Tisch

Hummer und Langustinen, edler Fisch in heller Sauce, Bresse-Geflügel, Kalbsbries, dazu gereifter Comté. Ein Wein für den ganz großen Anlass.


Lage: Corton-Charlemagne, Corton-Hügel (Pernand-Vergelesses- & Ladoix-Seite, Côte de Beaune); Kalkstein-Mergel
Klassifikation: Corton-Charlemagne Grand Cru
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung im großen Eichenfass, bis 18 Monate inkl. Feinhefe

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Frankreich

Rotem & Mounir Saouma Chateauneuf-du-Pape Arioso 2014

Rotwein · Châteauneuf-du-Pape · Grenache

100 % Grenache Lieu-dit Pignan Rotem & Mounir Saouma Pflanzung 1930er-Jahre Ganztraubengärung 36 Monate auf der Feinhefe 2014

Der Rotem & Mounir Saouma Châteauneuf-du-Pape Arioso 2014 ist ein reinsortiger Grenache aus dem Lieu-dit Pignan, von Reben aus den 1930er-Jahren. Mit ganzen Trauben vergoren und drei Jahre ohne Abstich auf der Feinhefe gereift – in einem kühlen, schwierigen Jahrgang, der dem Wein eine für Châteauneuf ungewöhnlich schlanke, transparente Gestalt gibt.


Arioso – alte Grenache aus Pignan

Rotem und Mounir Saouma haben ihren Ruf mit dem Micro-Négoce Lucien Le Moine in Beaune aufgebaut. Ihr Einstieg in Châteauneuf-du-Pape war eine kleine Parzelle im Lieu-dit Pignan, unmittelbar neben den Lagen von Château Rayas. Dort steht reiner Grenache aus den 1930er-Jahren, der von Natur aus nur winzige Erträge bringt – das Ausgangsmaterial des Arioso.

Pignan liegt im Nordosten der Appellation, mit Blick auf den Mont Ventoux, und hat mit dem gängigen Bild von Châteauneuf wenig gemein. Statt großer galets roulés prägen Sand und Stein den Boden. Sand speichert kaum Wärme, entwässert schnell und hält den Wuchs knapp; der Grenache reift darauf langsamer und bringt hellere Frucht und feinkörnigere Gerbstoffe hervor als auf den warmen Kieselböden im Zentrum der Appellation.

Das Rebalter verstärkt diesen Effekt. Achtzigjährige Stöcke setzen von sich aus wenig Trauben an, wurzeln tief und reifen gleichmäßig – die Konzentration entsteht im Weinberg, nicht durch Extraktion im Keller.

Jahrgang 2014 – Châteauneuf-du-Pape

2014 war in der südlichen Rhône das Gegenteil eines typischen Mittelmeerjahres. Auf einen milden, feuchten Winter folgte ein früher Austrieb und ein warmes Frühjahr; dann schlug das Wetter um. Juli und August blieben kühl und regnerisch, die Reife verlief schleppend, und der Fäulnisdruck stieg. Grenache mit seinen kompakten Trauben und dünnen Schalen traf das härter als Syrah oder Mourvèdre.

Im September brachten Unwetter weiteren Regen in die Lese; wer Qualität wollte, musste scharf selektieren und Partien zurücklassen. Das Ergebnis sind leichtere, frischere Weine mit moderatem Alkohol und klarer Säure – ein klassisches Profil, das sich deutlich von den warmen Nachbarjahrgängen abhebt. Auf dem Sand von Pignan, der ohnehin auf Finesse statt Wucht ausgelegt ist, passt ein solches Jahr zum Charakter der Lage.

Ganztraubengärung und drei Jahre auf der Feinhefe

Reinsortiger Grenache, Jahrgang 2014. Die Trauben gehen samt Stielen in die Gärung, nach rund elf Tagen kühler Mazeration; Mounir Saouma wendet die Ganztraubengärung nach eigener Aussage nur beim alten Grenache von Châteauneuf an. Die Stiele liefern Struktur und eine würzige Frische – in einem kühlen Jahr ein Beitrag zur Kontur, nicht zur Härte.

Danach liegt der Wein rund 36 Monate auf der Feinhefe in Fässern zu 228 und 500 Litern, ohne Abstich und ohne Schwefel bis kurz vor der Füllung. Die Hefe zehrt den eindringenden Sauerstoff auf und polstert über ihre Mannoproteine die Textur. Das gebrauchte Holz dieser Größe steuert kaum Aroma bei – die seidige Geschmeidigkeit kommt aus der Zeit auf der Hefe.

Im Glas

Hellrubin mit deutlichem Ziegelrand – mehr Transparenz, als man von Châteauneuf erwartet. In der Nase Himbeere, rote Johannisbeere, Süßholz und Lakritz, dazu getrocknete Kräuter, Rosenblätter und ein steiniger Ton.

Am Gaumen schlank, seidig und fein gezeichnet, mit zarten Gerbstoffen und einer Säure, die den kühlen Jahrgang verrät. Die Textur aus der langen Hefezeit trägt den Wein, ohne ihn schwer zu machen. Der Abgang ist würzig, salzig und lang.

Ein kühles Jahr auf Sand, dazu drei Jahre Hefe statt neuem Holz: Châteauneuf in seiner leichtesten Form.

Eine Stunde vor dem Servieren dekantieren; ein Depot ist nach dieser Zeit normal. Bei 16–18 °C servieren. Jetzt in einer schönen Trinkphase, mit Reserve für die kommenden Jahre.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem Rind und Ente, zu kräuterwürzigen mediterranen Schmorgerichten sowie zu Trüffelgerichten und gereiftem Käse. Das schlanke Profil des Jahrgangs empfiehlt ihn besonders für feinere Gerichte: Taube, Perlhuhn, Kalb mit Morcheln, Pilzrisotto.


Produzent Rotem & Mounir Saouma, Orange, südliche Rhône
Rebsorte 100 % Grenache
Lage Lieu-dit Pignan, Châteauneuf-du-Pape · sandig-steinige Böden · Nachbarlage von Château Rayas
Klassifikation AOC Châteauneuf-du-Pape · trocken
Jahrgang 2014
Vinifikation Ganztraubengärung mit Stielen · rund 11 Tage kühle Mazeration · ohne Abstich · Schwefelgabe erst kurz vor der Füllung
Ausbau rund 36 Monate auf der Feinhefe in Fässern zu 228 und 500 l
Rebenalter Pflanzung in den 1930er-Jahren
Trinkempfehlung jetzt bis 2032

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Weine

Metzger Pink rose

Roséwein · Pfalz · Deutschland

Metzger Pink Rosé ist ein fruchtig-frischer Roséwein vom Weingut Uli Metzger aus der Pfalz. Ein Topf voller Beeren und Früchte steigt aus dem Glas, wenn man ihn eisgekühlt genießt. Hiervon trinkt man auch gern mal eine Flasche mehr – die Gartenparty kann kommen!


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Das warme Klima bringt reife, fruchtbetonte Trauben hervor – Grundlage für diesen unkomplizierten, sommerlichen Rosé.

Assemblage und Ausbau

Der Rosé wird fruchtbetont ausgebaut. Das stellt die saftige Beeren- und Fruchtaromatik in den Vordergrund und sorgt für einen leichten, süffigen Stil.

Im Glas

Rosé-Ton. In der Nase und am Gaumen ein Topf voller Beeren und Früchte. Fruchtig, saftig und frisch, mit gutem Trinkfluss. Der Abgang ist saftig.

Am Tisch

Eisgekühlt bei 6–8 °C servieren – der ideale Wein für Gartenpartys und warme Sommertage.

Klassische Begleitung: Salate, Grillgerichte, Fingerfood oder solo.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Pfalz – Roséwein
Ausbau: Rosé, fruchtbetont

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Weine

Tentenublo Escondite del Ardacho Veriquete Magnum 2016

Rotwein · Rioja Alavesa · gemischter Satz (Single Parcel · Magnum)

Tempranillo · Garnacha · Viura · Malvasía u. a. Escondite del Ardacho · Veriquete gemischter Satz · Single Parcel DOCa Rioja (Alavesa) Tentenublo (Roberto Oliván) Sandstein & Mergel · 595 m · 50+ J. Magnum 1,5 l · nur 25 Flaschen 2016

Der Tentenublo Escondite del Ardacho „Veriquete" 2016 in der 1,5-Liter-Magnum ist eine echte Rarität – nur 25 Flaschen dieses Großformats wurden gefüllt. Ein reiner Einzellagenwein von einer nur 0,40 Hektar großen Parzelle auf 595 Metern Höhe über Viñaspre: ein gemischter Satz aus allen im Weinberg stehenden Sorten, facettenreich und sehr mineralisch.


Veriquete – 0,40 Hektar auf 595 Metern

Tentenublo ist das Projekt von Roberto Oliván aus dem Dorf Viñaspre in der Rioja Alavesa, dem baskischen Teil der Region. Die Escondite-del-Ardacho-Reihe versammelt seine Single-Parcel-Weine, die das jeweilige Mikroterroir mit größter Detailtreue übersetzen.

Der Veriquete wird aus einer lediglich 0,40 Hektar großen Parzelle gewonnen. Die Reben sind hier über fünfzig Jahre alt, ihr Ertrag ist entsprechend niedrig. Der Wingert liegt auf 595 Metern auf den Anhöhen von Viñaspre und ist im Vegetationszyklus dem atlantischen Klima ausgesetzt. Anders als bei den meisten Rotweinen stehen hier auch Weißweinreben – Roberto Oliván macht aus der Not eine Tugend und verwendet alle auf dem Weinfeld stehenden Sorten: Tempranillo, Garnacha, Viura, Malvasía und weitere. Die kargen Sandstein-Mergel-Böden ergeben einen facettenreichen, sehr mineralischen Wein.

Jahrgang 2016 – Rioja

2016 war an der Rioja ein ausgewogener Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und lebendiger Säure. Die Höhenlage mit ihrem stark atlantischen Einfluss und der kompromisslos handwerkliche Stil von Roberto Oliván bewahrten Frische und die mineralische Prägung der Sandstein-Mergel-Böden. Im Magnumformat, das langsamer und gleichmäßiger reift, zeigt sich der Wein besonders frisch und langlebig.

Assemblage und Ausbau

Gemischter Satz aus Tempranillo, Garnacha, Viura, Malvasía und weiteren Sorten, Jahrgang 2016, trocken; von über 50 Jahre alten Reben aus der Einzelparzelle Veriquete (0,40 ha). Abgefüllt in der 1,5-Liter-Magnum.

Alle im Weinberg stehenden Rebsorten – rote wie weiße – werden gemeinsam vinifiziert, ganz im Sinne des historischen gemischten Satzes. Der Wein wird kompromisslos handwerklich und terroirgetreu ausgebaut. Gesamtproduktion: nur 25 Magnums.

Im Glas

Noch mostig und tintig, dann Teer, dunkle Schokolade, Mokka, Graphit, Sauerkirschen, Süßholz, eine reife, aber dennoch knackige Säure und ein formvollendeter Abgang lassen sich in diesem mustergültigen Rioja in Duft und Geschmack wiederfinden. Großes Genusskino für alle, die den besonderen Geschmack suchen und finden wollen.

Teer, dunkle Schokolade, Mokka, Graphit, Sauerkirsche und Süßholz, dazu eine reife, aber dennoch knackige Säure und ein formvollendeter Abgang – großes Genusskino.

Sollte vor dem Genuss mindestens drei Stunden dekantiert werden; im Magnumformat mit großem Reifepotenzial. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem und gegrilltem Rind, zu kräftigen Schmorgerichten sowie zu Pilzgerichten und gereiftem Käse – ein Großformat für die festliche Tafel.


Lage: Einzelparzelle Veriquete (0,40 ha), Anhöhen von Viñaspre, Rioja Alavesa (Spanien); karge Sandstein-Mergel-Böden, 595 m, atlantisches Klima; über 50 Jahre alte Reben
Klassifikation: DOCa Rioja; gemischter Satz aus Tempranillo, Garnacha, Viura, Malvasía u. a. (trocken); Magnum 1,5 l
Ausbau: gemeinsame Vinifikation aller Sorten, kompromisslos handwerklich und terroirgetreu; nur 25 Magnums

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Rebsorten

Lafarge Beaune Clos des Aigrots 1er Cru 2022

Rotwein · Beaune 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Clos des Aigrots Beaune 1er Cru (Frankreich) 2022

Der Michel Lafarge Beaune Clos des Aigrots 1er Cru 2022 ist ein zarter Pinot Noir mit großer Tiefe – duftig, filigran und zugleich vielschichtig, ein Premier Cru, der Finesse und Ausdruck auf eindrucksvolle Weise vereint.


Beaune Clos des Aigrots – die Lage

Der Clos des Aigrots ist eine Premier-Cru-Lage am Hang von Beaune in der Côte de Beaune. Kalkstein- und Tonböden prägen hier filigrane, aromatisch vielschichtige Pinot Noirs mit feiner Struktur.

Die Domaine Michel Lafarge zählt zu den großen Adressen Volnays. Frédéric und Chantal Lafarge bewirtschaften die rund zwölf Hektar seit dem Jahr 2000 von Hand, mit Kompost und Pflanzenpräparaten – ein Wegbereiter dieser Bewegung an der Côte de Beaune.

Jahrgang 2022 – Burgund

2022 zählt im Burgund zu den heißesten und trockensten Jahrgängen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – und ist dennoch ein bemerkenswerter, großer Jahrgang. Trotz extremer Bedingungen gelangen elegante, frische und tiefgründige Weine, die an große warme Jahrgänge des 20. Jahrhunderts erinnern.

Die Lese begann ungewöhnlich früh im August. Die Trauben kamen gesund, aromatisch und mit ausgewogener Balance zwischen Zucker und Säure in den Keller.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022.

Wie bei Lafarge üblich wurden die Trauben vollständig entrappt, teils von Hand. Der Ausbau erfolgt in überwiegend gebrauchten Fässern mit nur geringem Neuholzanteil, mit dem domänentypischen Abstich unter Luft, ohne Schönung oder Filtration.

Im Glas

Ein feines Spiel aus Veilchen, Kirschen, Blüten, Orangenzeste und einem Hauch Kakao und dunkler Schokolade – immer verspielt und subtil. Am Gaumen elegant strukturiert, mittel bis vollmundig, mit reifem Tanningerüst und präziser Textur.

Ein Premier Cru, der Finesse und Ausdruck auf eindrucksvolle Weise vereint.

Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel, Kalb, Ente, gegrilltem Lamm, Gerichten mit Pilzen oder mittelreifem Weichkäse. Ein eleganter Begleiter für feine Küche.


Lage: Clos des Aigrots, Beaune 1er Cru, Côte de Beaune, Bourgogne (Frankreich); Kalkstein und Ton
Klassifikation: Beaune 1er Cru AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; vollständig entrappt; überwiegend gebrauchte Fässer; Handarbeit im Weinberg

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