Lucien Le Moine Meursault 1er Cru Porusot 2010 – Burgund – Frankreich
Eine gewisse Reife kann man diesem aus der Chardonnay aus dem Burgund nicht absprechen. Bereits die Farbe deutet schon an, dass bei diesem Gewächs der Oxidationsprozess im vollem Gange ist. Auch der erste Duftkontakt zeigt allen Fruchtweintrinkern sofort die rote Karte. Hier ist das Terroir des Weines der große Trumpf. Wie ein nasser Kalkfelsen duftet es aus dem Glas. Auch unreife, ganz junge Walnüsse, gegrilltes Stockbrot und Feuerstein entsteigen breitschultrig dem dünnwandigen Trinkgefäss.
Erst einmal im Mundbereich angekommen weckt dieser Meursault Erinnerungen an einem Manzanilla Sherry aus Sanlúcar de Barrameda. Jede Menge Salz, noch mehr Kalk und eine für Magengeschädigte durchaus Besorgnis erregende Säurestruktur machen sich zunächst im Mund und dann auch im ganzen Körper breit. Es wird dann Schluck um Schluck auch immer klarer, dass es sich hier um einen richtig „fetten“ Weißwein handelt. Einen richtigen „Killer“, der tatsächlich nach und nach jede Geschmacksknospe im Mundbereich ummantelt, diese mit einer straffen Mineralität befeuert und dann von der vorhandenen unsagbar knackigen Säure wieder freigespült wird.
Geschmacklich rappeltrocken, aber genau aus diesem Grund auch spektakulär „Speichelfluss anregend“ gut, kann man von diesem Premier Cru gar nicht genug bekommen. Da trifft es sich auch ganz gut, dass diese Art von Weinstil nicht jedermanns Sache ist und der eine oder andere Zusatztropfen so noch schnell zur großartigen Goldforelle ins eigene Glas nachgeschenkt werden kann. Bravo!
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