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astrein – weniger wäre mehr

astrein – Köln – Deutschland

Astrein … dieser Restaurantname zeigt bereits eine gewisse Haltung zur absoluten Perfektion. Sauber, klar und präzise sind die Gedanken, die einem bei diesen Worten durch das Hirn schießen. Das Ambiente wirkt hier im „astrein“ locker, zeitlos, jugendlich und frisch, erfüllt also schon einmal die Restaurantnamen Vorgabe vorbildlich.

Eric Werner kocht hier seit einem Jahr auf und hat neben der Résidence in Essen, dem Spatzenhof in Wermelskirchen und dem Restaurant Himmel und Äd im Hotel Wasserturm in Köln schon einige Toplokale erfolgreich geführt.

Die kulinarischen Kombinationen an diesem stürmischen und windigen Februar Abend waren sicher nicht in allen Belangen astrein. Schon der qualitativ eigentlich gut gebeizte Saibling wurde von den anderen Zutaten komplett erschlagen. Viel zu viel und alles nicht wirklich sensibel abgestimmt.

Auch die Seezunge wurde dann von jede Menge „zu viel“ komplett „flachgelegt“. Wirklich sehr nett die Trüffelzugabe, aber einen Trüffelgeschmack konnte dieser dann aber zu dem Gesamtkunstwerk leider nicht beitragen. Auch hatte die Beurre blanc ein wenig zu viel Essig abbekommen. Zu trocken und den Garpunkt leicht überschritten dann die Felsenbarbe. Das Kalbsbries wirkte auch nicht perfekt ausgebacken und wurde, wie bei den anderen Gerichten, einmal wieder von zu vielen Zutaten überlagert. Das wäre vom folgenden Gang, dem getrüffelten Wirsing, schön gewesen, aber auch hier wirkte der Trüffel blass und geschmacklos. Die Romanoff Zwiebelsauce wies auch wieder einen zu starken Essigton auf.

Schön anzusehen präsentierten sich dann noch die beiden Nachspeisen. Stimmig wirkten aber auch hier die Zutaten nicht wirklich.

In allen Belangen wäre an diesem Abend weniger mehr und grandioser gewesen. Bessere Zutaten, weniger Drumherum, und das etwas klarer herausgearbeitet, wären dann wirklich „astrein“. Wissen, Handwerk und Lust sind hier in jedem Fall vorhanden. Es lag eventuell an diesem doch recht trostlosen Winterabend, das nicht alles rein und klar auf den Tellern brillieren konnte.

Parmesan.
Radicchio.
Pampelmuse.
Mousse vom geräucherten Aal mit einer Kartoffel-Feldsalatcreme. Marinierter Jona Gold und lauwarm gebeizter Saibling in einer Wermuthsauce.
Bretonische Seezunge mit glasiertem Spitzkohl, Püree vom Knollensellerie, Beurre Blanc, Rogen und Rotwein Nage plus Trüffel.
Gebratene Felsenbarbe mit griechischer Krokusblüte, eingekochter Roter Bete, Seeigel, Messermuscheln und Sobrassada-Linsen.
Kalbsbries in brauner Butter gebraten, geröstete Blumenkohl-Parmesancréme, Wildkräutersalat, Salzzitronen-Sauce.
Geschmorter Wirsing aus Brühl gefüllt mit Schwarzbrot, schwarzem Trüffel und Püree von weißen Romanoff Zwiebeln.
Duett von Mango und Ananas mit Kokos- Mangoeis und gebackenen Kokoskrapfen.
Kaffee-Walnuss-Dacquiose mit Grand Marnier Eis.
Petit Fours.

astrein – Krefelder Str. 37 – 50670 Köln – Deutschland – Telefon: +49 221 95623990 – https://www.astrein-restaurant.de/

  • Punkte
15

*Punktesystem 0 bis 365 Punkte

Die Punkte stehen für die Tage eines ganzen Jahres. Je höher die Punktezahl ist, umso häufiger wünscht man sich an diesem Ort essen gehen zu können oder eben den beschriebenen Wein trinken zu dürfen.

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