Luis Ánxo Rodríguez Vázquez

Luis Ánxo Rodríguez Vázquez

Nähert man sich Arnoia von Down-Dorf Ribadavia, so muss man zunächst den Avia kreuzen, dann den Miño, dann eine kleine Steigung erklimmen und ein paar Kurven überwinden, um schließlich an einer Art Aussichtsplattform das Weinbaugebiet Arnoia, Teil von Ribeiro, zu überblicken. Still ruht es da, eigentlich besteht es nur aus einer langgezogenen Straße, an der sich die Dorfteile wie Perlen an einer Schnur aneinanderkuscheln: A Reza, Porqueira, San Amaro, Sendín, A Laxa, Os Chaos, Oteiro, Carnos – das alles ist aber nur der nördliche Teil des Ortes, weiter unten sind es noch einmal mindestens genausoviele Teildörfer.

Rebstöcke findet man oberhalb der Straße, am Hang, der dann und wann durchaus steil ist, aber auch weiter unten, in der hügeligen Tiefebene, die bis an den Arnoia-Bach oder an den Miño reicht, je nachdem, wo man wandert. Anders als an vielen Stellen der Weinwelt gilt hier nicht: oben hui, unten pfui; die Parzelle Goliano etwa, sie gilt als eine der besten Lagen in ganz Ribeiro, ruht nahe des Flusses, aber weder Frühtau noch Feuchtnebel können den Stöcken etwas antun. Weiter oben am Hang ändert sich die Bodenstruktur, es gibt sogar Stellen, an denen Reben auf purem Kalk stehen. Luis Ánxo Rodríguez Vázquez hat dort die blaue Sorte Ferról gepflanzt, ein eher heller Wein mit, nun ja, jede Menge Kalknoten. Den Wein kann man so indes nicht genießen, man muss schon das Glück haben, genau zu dem Zeitpunkt in der Bodega aufzuschlagen, an dem die Cuvées noch nicht erstellt sind, oder aber wenn gerade mal wieder ein Experiment ansteht und ein Fass dieser Sorte im Keller ruht.

Lagenweine aus Arnoia gibt es nicht, nicht nur in der Bodega von Luis Ánxo, sondern in keiner der zwölf kleinen und kleinsten Bodegas, die alle auf ihre Art und Weise versuchen, Arnoia in Flaschenform zu präsentieren.

Der einzige Wein dieser Bodega, der so nicht ins Konzept passt, ist der A Teixa, denn dies ist ein klassischer Lagenwein. Die Parzelle, Hanglage, gen Süden abfallend, Granitverwitterungskrume über Granit, etwa zwei Hektar groß, bestockt mit Treixadura (fünfundneunzig Prozent), Godello (drei Prozent) und Albariño (der Rest), befindet sich eben nicht in Arnoia, sondern in Hauptort der Weinbauregion Ribeiro, in Ribadavia. Der Weinbauer, der sie anlegte und in den ersten Jahren kultivierte, starb vor einiger Zeit, die Erben gaben die Parzelle in Pflege, Luis Ánxo ist dort seit dem Jahr zweitausend und zwölf der Rebendompteur.

Dass Treixadura dominiert, ist nicht gerade erstaunlich, ist dies doch, wenn man von Palomino als Massenträger einmal absieht, die klar dominante Rebsorte der Region. Sie erbringt eher ölige, dichte, stoffige Weine, die oftmals Jahrzehnte halten, aber auch erst einmal Jahre brauchen, um trinkbar zu werden. Mit den anderen Rebsorten ist das einfach: wenn man weiß, dass da Godello und Albariño sind und wenn man Godello und Albariño geschmacklich gut zuordnen kann, dann wird man irgendwann Nuancen finden, die man beiden Sorten zuschreiben kann. Weiß man es nicht, wird man diese Sorten im A Teixa sicher nicht herausschmecken.

Dieser Wein war der erste in der Kellerei von Luis Anxo, für den Gebinde angeschafft wurden, die nicht Barrique oder Stahltank heißen: zunächst ein Fuder mit einem Fassungsvermögen von zweitausend und dreihundert Litern, zwei Jahre später noch eines. Das ergibt dann immer etwa sechstausend Normalflaschen und ein paar Magnums, der Rest der Ernte wird irgendwo verwendet, in Hausweinen, in Sonderabfüllungen für die lokale Gastronomie oder für einen Händler aus Galiza. Denn mit den Weinen aus Arnoia will Luis Ánxo das Zeuch aus Ribadavia nicht mischen. Arnoia ist und bleibt eine Welt für sich.

Zurück zu dem Aussichtspunkt! Was sofort ins Auge fällt, ist die extreme Parzellierung der Weinberge. Fünf Linien irgendwas, dann kommt etwas ganz anderes, ganz klar von zwei verschiedenen Weinbauern beackert, dann ein paar Stöcke blaue Sorten, dann wieder Palomino, einfach zu erkennen, da Einzelstockziehung, Riesenblätter und geschätzt zehntausend Kilo pro Rebstock. In Rías Baixas reicht die durchschnittliche Parzellengröße an dreitausend und siebenhundert Quadratmeter heran, nicht sonderlich groß, aber immerhin. In ganz Ribeiro sind es gut zweitausend Quadratmeter, wobei ein paar ernsthaft große Parzellen das Bild verfälschen. In Arnoia beträgt die durchschnittlich Parzellengröße zweihundert Quadratmeter. Zwanzig große Schritte längs und derer zehn quer!!! In einen Hektar gehen also fünfzig solcher kleinen Weinberglein, wobei das Wort „Durchschnitt“ schon vermuten lässt, dass es da auch deutlich kleinere Parzellen gibt. Luis Ánxo verfügt über sechs Hektar Rebland… Stand Sommer zwanzig neunzehn waren dies einhundert und sechsundachtzig Parzellen. Ufff… Nun gut, manche liegen nebeneinander, können also als eine größere Parzelle betrachtet werden. Oftmals jedoch befindet sich dann mitten in dieser Ansammlung eine kleine Parzelle, in der Palomino wuchert, gepflegt von einem Weinbauern, der ein intimer Freund der chemischen Industrie ist. Wenn man sich nicht an die äußersten Ränder des Ortes zurückzieht, kann man in Arnoia keine Ökoweine keltern, irgend etwas passiert immer. Aber selbst das ist keine Garantie, denn der äußerste Rand, in der Regel oben am Hang gelegen, grenzt an Wald, an dichten Wald. Dort leben zwar keine Räuber, auch keine Schmuggler, aber jede Menge Tiere, die gerne einmal Trauben als Nachtisch auf dem Speiseplan haben.

Fasst man die Parzellen zu größeren Gebilden zusammen, so kommt Luis Ánxo etwa auf derer vierzig, will sagen, bei jeder Behandlung der Stöcke, muss das Material von einer „Groß“lage in die nächste geschleppt werden. Wenn dann doch einmal Rebkrankheiten auch in seinen Parzellen zuschlagen, dann deshalb, weil man nicht hinterherkommt mit dem Behandeln. Und da arbeiten schon sechs Personen (plus Luis Ánxo), will sagen eine Person pro Hektar. Mehr geht nicht, die Kosten würden explodieren.

Dazu kommt, dass hier viele verschiedene Rebsorten kultiviert werden, eine jede treibt zu einer anderen Zeit aus, blüht zu einer anderen Zeit, ist anfällig gen Krankheiten zu einer anderen Zeit. Das alles erfordert eine durchaus ausgefeilte Koordination, man kann nicht wegen sieben Stöcken Godello mal eben durch halb Arnoia rasen.

Abgesehen von Palomino, der Massenträger, der nach der Reblauskatastrophe gesetzt wurde und sich bester Gesundheit und bester Erträge bei ausbleibender Qualität erfreut, gibt es in Arnoia vor allem Treixadura, aber auch eine durchaus stattliche Menge Albariño. Diese beiden Sorten plus Lado, eine Rebsorte, die es früher wohl nur in Arnoia und im Nachbardorf Cortegada gab, inzwischen findet man sie jedoch auch im Norden von Ribeiro, bestimmen die Weine des Ortes. Dazu kommen dann noch Godello und Loureira, Torrontés und Caiño blanco. Die blauen Sorten werden von Brancellao angeführt, wenn man auch hier den Massenträger, Alicante Bouschet, außen vor lässt. Dann folgen Caiño largo und Caiño redondo, etwas Ferról sowie ein klein wenig Sousón, aber viel weniger als etwa im Tal des Avia oder weiter Miño-abwärts, in Condado do Tea.

Sowohl weiß als auch rot gibt es bei Luis Ánxo in drei Kategorien: Escolma (galego für Gipfel), die normale Qualitätsstufe, sowie ein Einstiegswein, genannt Eidos Ermos, in dem alles landet, was aus Arnoia stammt, aber sonst zu nicht viel zu gebrauchen ist. Aber auch so gibt es den einen oder anderen erstaunlich guten Eidos Ermos. Manche Weingüter der Region wären froh, wenn ihr Top-Wein dieses Level erreichen würde.

Der weiße „Normalwein“ nennt sich Viña de Martín Os Pasás (Pasás sind Schritte oder Stufen), lange Zeit war dies der mit Abstand wichtigste Wein der Bodega. Eine der vielen festen Regeln in dieser Bodega besagt, dass alle jungen Parzellen erst einmal für den Os Pasás genutzt werden, um Escolma-Trauben liefern zu können, muss schon zumindest knapp ein Jahrzehnt ins Land gehen. Solange das Etikett die Rebsorten noch auflistete, stand dort „Treixadura, Lado und Albariño“, die Minimengen Torrontés und Loureira tauchten nicht auf. Die Trauben werden sowohl unten als auch oben gelesen, wobei unten dominiert, denn weiter oben am Hang hat Luis Ánxo vor allem blaue Sorten stehen, die halten Feuchtigkeit weniger gut aus als die weißen. Drei Viertel entfällt auf Treixadura, in der Restmenge ist Lado die wichtigste Sorte. Gelesen wird alles auf einmal: sobald der Treixadura reif ist, wird eingesammelt. Albariño ist dann schon gut reif, während der dann meist noch etwas grüne Lado etwas mehr Säure mitbringt. Ausgebaut wird der Wein nur in kleinen Stahltanks, die Moste vergären ohne Zusatz von kommerzieller Hefe, eine malolaktische Säureumwandlung findet nicht statt. Etwa zehn Monate nach der Lese wird abgefüllt. Bis einschließlich Jahrgang zwanzig achtzehn kam dieser Wein ein Jahr nach der Ernte auf den Markt. Beginnend mit Jahrgang zwanzig neunzehn sollen da noch zwölf Monate Flaschenlage eingeschoben werden, der Wein soll trinkfertiger auf den Markt kommen.

Die Menge des Viña de Martín Escolma war lange Zeit auf zwischen eintausend und fünfzehnhundert Flaschen limitiert, ein Großteil der Ernte kam aus der „Groß“lage Goliano, im Jahr zweitausend und drei kelterte Luis Ánxo sogar einmal einen „Groß“lagen-Lagenwein dieser Parzelle. Inzwischen ist die Produktion auf etwa sechstausend Flaschen angestiegen. ¿Hep? Nun, alles, was Luis Ánxo seit dem Jahr zweitausend neu bestockte, sollte der Produktion des Escolma dienen. Da aber erst einmal zehn Jahre ins Land gehen mussten, um die Trauben für diesen Wein nutzen zu können, plus drei Jahre, bis es überhaupt erst einmal ordentliche Trauben gibt, stieg zunächst einmal die Produktion des Os Pasás an. Seit dem Jahrgang zwanzig fünfzehn gibt es immer mehr Trauben für den Escolma, wobei die sechstausend Flaschen schon eine Art Obergrenze bilden Denn für mehr bräuchte man auch mehr Personal. Im Escolma ist der Anteil des Treixadura etwas geringer als im Os Pasás, etwa zwei Drittel entfallen auf diese Sorte. Außerdem ist Albariño hier wichtiger als Lado, die andren weißen Sorten spielen keine Rolle. Der weiße Escolma wird komplett in großen Barricas ausgebaut, in ihnen vergärt der Most, in ihnen reift der Wein ein Jahr lang. Dies bedeutet aber auch, dass etwaige schlecht gereifte Fässer nicht für den Os Pasás genutzt werden können, denn zum einen ist der dann schon komplett abgefüllt und zum anderen wird der Os Pasás nicht in Barricas ausgebaut. Mit Fässern, die nicht optimal reifen, passiert dann halt irgend etwas.

Klar verändert hat sich die Reifedauer. Anfangs reifte der weiße Escolma, wie auch sein roter Bruder, ein Jahr in Barricas und ein weiteres Jahr in der Flasche, ehe er auf den Markt kam. Daraus wurden nach ein paar Jahren zwei Jahre Flaschenreife, etwa weitere fünf Jahre später sogar drei Jahre Flaschenreife. Auch so ist der Wein, sobald er auf den Markt kommt, noch immer extrem jugendlich. Erntejahr plus zehn, das ist eine gute Hausnummer, nur: wer lagert solche Weine schon so lange? Fazit: geschätzt neunzig Prozent des Viña de Martín Escolma wird latent zu früh getrunken.

Für die beiden Rotweine werden Brancellao, Ferról, Caiño largo sowie Caiño redondo genutzt, Brancellao dominiert immer, der Anteil der anderen drei Sorten hängt vom Reifeverhalten in den Weinbergen ab. Den A Torna dos Pasás Escolma gibt es nur in ausgezeichneten Jahren, die Jahrgänge zwanzig dreizehn und zwanzig vierzehn entfielen komplett. So es nahe der Lese kräftig regnet, ist Gefahr im Verzug, die Trauben schimmeln schnell. Sousón, die „Wunderwaffe“ des Nordens, funktioniert in Arnoia nicht. Brancellao ist sowohl für Frucht als auch für Eleganz zuständig; Ferról bringt Säure, Caiño erneut eher Frucht, insbesondere Blaubeeren. Auch hier werden alle Trauben gemeinsam gelesen, Brancellao bestimmt den Erntezeitpunkt.

Der Ausbau dieses Weines hat sich im Laufe der Jahre ebenfalls verändert. Anfangs reifte der Wein nur in kleinen Barricas, doch da geriet das Holzaroma zu intensiv. Größere Barricas waren unpraktisch, sie passten nicht ins Lager. Daher kaufte Luis Ánxo einen dreitausend Liter fassenden Holztank, in dem der Wein seit dem Jahrgang zwanzig siebzehn ausgebaut wird. So es denn genug Trauben für diesen Wein gibt, das Tankvolumen ist schon etwas großzügig kalkuliert. Im Jahr zwanzig achtzehn war die Ernte zu knapp, die alten Barricas kamen wieder zum Einsatz. Die Fassreifedauer war früher auf ein Jahr begrenzt, inzwischen ist diese Ziffer variabel, sie hängt vor allem von dem Ernteverlauf des Folgejahres ab: so die Menge zu gering ausfällt, bleibt der Vorgänger etwas länger im Holztank, um diesen nicht zu lange leerstehen zu lassen. Auf die Gesamtreifezeit wirkt sich dies nicht aus, da der rote Escolma auch erst vier Jahre nach der Lese auf den Markt kommt. Auch dieser Wein braucht Zeit zum Reifen.

Der A Torna dos Pasás hängt immer ein wenig von dem ab, was in Sachen Escolma geschieht. In den Jahren, in denen es keinen Escolma gab, landeten viele Trauben im A Torna dos Pasás, die sonst dort nicht landen. So die Ernte knapp ist, wird erst einmal all das, was wirklich gut ist, für den Escolma genutzt, und all das, was eher wenig taugt, für den roten Eidos Ermos. Das, was nicht nach oben gehoben und nicht nach unten verschoben wird, bildet die Basis des A Torna dos Pasás. Eine grobe Hausnummer: fünfzig Prozent Brancellao, zwanzig Prozent Ferról, der Rest entfällt auf die beiden Caiño-Sorten. Dieser Wein reift nach wie vor etwa ein Jahr in kleinen, gebrauchten Barricas, danach wird abgefüllt, dann folgt ein Jahr Flaschenreife. Interessanterweise hält sich dieser Wein ziemlich gut, zehn oder zwölf Jahre machen ihm gar nichts aus. In normalen Jahrgängen gibt es von diesem Wein immer so um die achttausend Flaschen. Text: el oso alemán

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Schaumweine

Étienne Calsac Champagne Les Revenants Extra Brut

Der Étienne Calsac Les Revenants Extra Brut ist Champagner, wie ihn kaum jemand kennt: aus Pinot Blanc, Petit Meslier und Arbanne, drei Sorten, die in der Champagne fast verschwunden waren. Gesprächsstoff für jeden Weinabend.

Im Glas

Helles Gold, feine Bläschen. Blüten und würzige Kräuter in der Nase, ganz anders als ein klassischer Chardonnay. Am Gaumen elegant und puristisch, getragen von salziger, mineralischer Frische und langem Nachhall. Die großen 600-Liter-Fässer geben Textur, ohne laut zu werden.

Mach was draus

Ein Champagner für Neugierige: zu Kräuterrisotto, Saibling mit grüner Soße oder Ziegenkäse mit Thymian. Bei einer Blindprobe sorgt er garantiert für Diskussionen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Ich serviere ihn gern zu feinen Vorspeisen. Mit Kräutern und hellem Fisch spielt er seine würzige Seite richtig aus.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Was ist Petit Meslier? Eine alte, säurebetonte Rebsorte der Champagne, die heute nur noch selten angebaut wird. Hier macht sie 43 % der Cuvée aus.

Warum diese alten Sorten? Sie bringen florale und würzige Töne, die man von Chardonnay und Pinot Noir nicht kennt – und zeigen, wie vielfältig die Champagne einmal war.

50 % Pinot Blanc, 43 % Petit Meslier, 7 % Arbanne · Côte de Sézanne (Einzellage), Ton und Sand über Kreide · unfiltriert und ungeschönt · Spontangärung in 600-l-Demi-Muids · Méthode Traditionnelle, Naturkork · Extra Brut, 4 g/l Restzucker · Étienne Calsac, Avize · Stand: Oktober 2026

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Australien

Noon Reserve Cabernet Sauvignon 2014

Rotwein · Langhorne Creek · Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon Langhorne Creek Reserve Main Road · Fruit Trees Block Drew Noon MW franz. Barrique 2014

Der Noon Reserve Cabernet Sauvignon 2014 ist die kultige Cabernet-Spitze des Hauses – ein reinsortiger Cabernet aus Langhorne Creek im reiferen Stil, vollmundig und doch nicht überladen, mit reifer Cassis, feinen Zedernoten und samtigen Tanninen.


Noon – Kult aus McLaren Vale

Noon ist ein winziges Kult-Weingut in McLaren Vale, das Drew Noon – einer der wenigen Masters of Wine Australiens – 1996 von seinen Eltern übernahm. Sein Ansatz ist konsequent old school: Handlese, Gärung in offenen Bottichen mit manueller Stampfung, Korbpresse und minimaler Eingriff im Keller, ungeschönt und ungefiltert.

Während der Eclipse von den estate-eigenen Grenache-Reben in McLaren Vale stammt, kommen die Trauben für die Reserve-Weine aus dem etwas südlicher gelegenen Langhorne Creek – seit dem ersten Reserve Cabernet 1996 stets aus den Blocks Main Road und Fruit Trees des Borrett-Vineyards. Die Reben (gepflanzt 1972) wachsen auf tiefen, alluvialen Lehmböden der Bremer-River-Flutebene, deren gute Wasserspeicherung eine langsame, vollständige Reife ermöglicht.

Jahrgang 2014 – Langhorne Creek

Der Reserve Cabernet ist bewusst ein reiferer Cabernet-Stil, der die Brombeer- und Cassisfrucht über kräutrige Noten stellt. Der 2014er zeigt diese Handschrift mustergültig: vollmundig und reich, dabei mit der typischen Cabernet-Zurückhaltung und Balance – kein überladener, sondern ein geschliffener, langlebiger Wein.

Ausbau

Reinsortiger Cabernet Sauvignon aus dem Jahrgang 2014, trocken.

Handlese, Gärung in kleinen offenen Bottichen mit ständigem Handstampfen zur schonenden Farb- und Tanninextraktion, anschließend Pressung von Hand in der Korbpresse. Reife rund 16 bis 18 Monate in französischen Barriques (225 l), bei einem moderaten Anteil neuer Fässer. Crushen, Gären, Reifen und Abfüllen erfolgen auf dem Gut; ungeschönt und ungefiltert.

Im Glas

In der Nase ein Hauch Minze bzw. Eukalyptus, dazu Schichten überreifer Cassisfrucht und dezente Zedernoten. Am Gaumen vollmundig, aber nicht überladen, mit der typischen Cabernet-Zurückhaltung trotz aller Fülle und Wucht. Die Tannine hinterlassen einen samtigen Eindruck und geben dem langen Abgang eine herzhafte Kante und eine gewisse Eleganz.

Vollmundig, ohne überladen zu sein – reife Cassis, Zeder und samtige Tannine.

Schon jetzt ein Genuss, klassisch zu gegrilltem Lamm, lässt sich aber gut zehn Jahre und länger lagern; profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu char-gegrilltem Lamm, zu rotem Fleisch und Steak, zu Wild sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Langhorne Creek (South Australia, Australien); Borrett-Vineyard, Blocks Main Road und Fruit Trees, tiefe alluviale Lehmböden (Bremer-River-Flutebene), Reben seit 1972
Klassifikation: Langhorne Creek, Cabernet Sauvignon (Reserve), trocken
Ausbau: 100 % Cabernet Sauvignon; Handlese, Gärung in offenen Bottichen mit Handstampfen, Korbpresse, ~16–18 Monate franz. Barrique; ungeschönt, ungefiltert

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Feinkost

Crostino Paté di Cinghiale Wildschweinpastete Toskana

Feinkost · Pastete · Toskana · Italien

Crostino Paté di Cinghiale ist eine herzhafte Wildschweinpastete aus der Toskana – die klassische Grundlage für die berühmten Crostini toscani.


Herkunft / Toskana

Das Wildschwein (cinghiale) ist fest in der toskanischen Küche verankert – besonders im Hinterland von Maremma und Chianti. Crostini mit Wildschwein- oder Leberpastete zählen zu den klassischen Vorspeisen der Region. Hier von Viani.

Zutaten und Herstellung

Hergestellt aus Wildschweinfleisch, verfeinert mit Gewürzen, und zu einer streichfähigen Pastete verarbeitet. Die genaue Zutatenliste entnehmen Sie bitte dem Etikett.

Geschmack

Kräftig und würzig, mit dem typisch herzhaften, leicht wildigen Aroma des Wildschweins. Streichzarte Textur und vollmundiger, rustikaler Charakter.

In der Küche

Klassisch auf geröstetem Weißbrot servieren.

Ideal: als Crostini toscani auf geröstetem Brot, als Antipasto und zu kräftigem Rotwein.


Hersteller: Viani (Italien)
Produkt: Crostino Paté di Cinghiale – Wildschweinpastete
Zutaten: Wildschweinfleisch, Gewürze (genaue Liste laut Etikett)
Herkunft: Toskana (Italien)
Mindesthaltbarkeit (MHD): 31.07.2028

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Weine

Weingut Andres Sauvignon Blanc BIO

Weißwein · Pfalz · Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc Gutswein Mittelhaardt · Pfalz Weingut Andres trocken · fruchtbetont Maracuja · Stachelbeere BIO (DE-ÖKO-039) 2025

Der Weingut Andres Sauvignon Blanc 2025 setzt gezielt auf Frucht: Neben grünen Noten schmeckt man auch reife Früchte wie Maracuja und Stachelbeere. So entsteht ein komplexer Sauvignon Blanc mit viel Druck – ein ausdrucksstarker, trockener Pfälzer aus biologischem Anbau.


Weingut Andres – Sauvignon Blanc aus der Pfalz

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Pfälzer Mittelhaardt ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Der Sauvignon Blanc ergänzt das burgunder- und rieslinggeprägte Sortiment um eine bewusst fruchtbetonte, ausdrucksstarke Rebsorte.

Die Böden der Mittelhaardt – von Buntsandstein bis Kalkmergel – und das minimalistische, herkunftsbetonte Arbeiten im Weinberg bilden die Grundlage für einen Sauvignon Blanc, der reife Fruchtfülle mit Spannung und Druck verbindet.

Jahrgang 2025 – Pfalz

Der Sauvignon Blanc 2025 zeigt eine reife, ausdrucksstarke Frucht bei lebendiger Frische. Der auf Frucht ausgerichtete Stil und die schonende Arbeit im Keller bewahren die aromatische Vielfalt der Rebsorte – Fülle und Spannung im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Sauvignon Blanc aus der Pfalz, Jahrgang 2025; 100 % Sauvignon Blanc, gezielt auf Frucht ausgerichtet.

Der Wein wird schonend und herkunftsbetont ausgebaut, ganz auf die Bewahrung der reifen, vielschichtigen Frucht und der druckvollen Struktur ausgerichtet. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Ein komplexer, fruchtbetonter Sauvignon Blanc: neben grünen Noten zeigen sich reife Früchte wie Maracuja und Stachelbeere, ergänzt um Anklänge von Zitrus und frischen Kräutern. Am Gaumen saftig und druckvoll, mit lebendiger Frische und guter Länge – aromatische Fülle und Spannung in Balance.

Grüne Noten treffen auf reife Maracuja und Stachelbeere – ein komplexer Sauvignon Blanc mit saftiger Frucht, lebendiger Frische und viel Druck.

Ein ausdrucksstarker, animierender Weißwein. Bei 9–11 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif, zu Ziegenkäse und Salaten, zu Spargel und Gemüsegerichten, zu Fisch und Meeresfrüchten sowie zu würziger asiatischer Küche.


Lage: Pfalz (Mittelhaardt); Weingut Andres, Deidesheim
Klassifikation: Sauvignon Blanc, Pfalz (trocken); 100 % Sauvignon Blanc
Ausbau: schonende, herkunftsbetonte Vinifikation; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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Weine

Martin Waßmer Markgräflerland Grauer Burgunder SW

Wein · Weißwein · Baden · Deutschland

Martin Waßmer Markgräflerland Grauer Burgunder SW ist ein aromareicher, im Barrique ausgebauter Grauburgunder aus Baden. Saubere, saftige Frucht paart sich mit feiner Säure, cremigem Schmelz und gut eingebundener Holzwürze.


Baden / Markgräflerland

Das Weingut Martin Waßmer ist im Markgräflerland in Baden beheimatet und zählt zu den führenden Erzeugern der Region. Das milde Klima und die kalk- und lössgeprägten Böden bringen gehaltvolle, ausdrucksstarke Burgunderweine hervor.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder. Der Barriqueausbau verleiht dem Wein eine kraftvolle Note mit gut eingebundenen Holzaromen und feiner Würze, getragen von einem cremigen Schmelz. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Mitteldichtes Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase Vanille, Karamell und weiße Schokolade, Williamsbirne und frisch gebackenes Birnenbrot, dazu kandierte Ananas, Orangenzeste, Orangenblüten und florale Muskatnoten. Am Gaumen sehr sauber und saftig, mit frischer Frucht, feiner Säure, cremigem Schmelz und gut eingebundener Holzwürze.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 11–13 °C servieren – ein kraftvoller Speisebegleiter.

Passt zu: kraftvollen Fisch- und Krustentiergerichten, Geflügel, dunklem Fleisch in nicht zu konzentrierten Saucen und Thai-Curry.


Lage: Baden, Markgräflerland (Deutschland); Weingut Martin Waßmer
Klassifikation: 100 % Grauburgunder, trocken
Ausbau: Barriqueausbau, mit cremigem Schmelz und feiner Holzwürze

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Spirituosen

Mono Anis seco

Spirituose · Anislikör · Badalona · Spanien

Anís del Mono Seco ist ein trockener Anislikör aus Spanien, nach traditionellem Rezept hergestellt. Nach dem Essen pur zu genießen – oder man „veredelt" einen Kamillentee mit ein paar Tropfen Anis.


Herkunft / Badalona

Die Marke Anís del Mono wurde 1870 von den Brüdern Bosch in Badalona bei Barcelona gegründet und gehört seit 1975 zur Osborne-Gruppe. Die modernistische Fabrik am Meer und das berühmte Affen-Etikett – dessen Gesicht an Charles Darwin erinnert – machen den Anislikör zu einem Klassiker der spanischen Trinkkultur.

Zutaten und Destillation

Hergestellt nach der Originalrezeptur: natürlicher Anis und weitere aromatische Pflanzen werden in den historischen Kupferbrennblasen aus dem 19. Jahrhundert destilliert, um die ätherischen Öle zu gewinnen. Diese werden mit neutralem Alkohol und Wasser vermählt, leicht gerührt, filtriert und abgefüllt. Die Seco-Variante (grünes Etikett) ist die trockene Version mit geringem Zuckeranteil.

Im Glas

Klar und kristallin. In der Nase intensives Anis- und Lakritzaroma. Am Gaumen trocken und würzig mit feiner Kräuternote. Mit Wasser oder Eis wird der Likör milchig-trüb und milder im Geschmack.

Pur und im Drink

Pur als Digestif nach dem Essen oder gekühlt mit Wasser und Eis als Aperitif. Ein paar Tropfen veredeln einen Kamillentee; klassisch auch als Carajillo mit Kaffee.

Ideal: pur als Digestif, mit Wasser/Eis oder im Carajillo.


Herkunft: Badalona, Katalonien (Spanien); Anís del Mono (Osborne)
Art: Anislikör, trocken (Seco, grünes Etikett)
Zutaten: natürlicher Anis und aromatische Pflanzen, neutraler Alkohol, Wasser
Destillation: Destillation in historischen Kupferbrennblasen (19. Jahrhundert)

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Weine

Frank John Riesling Buntsandstein 2023 BIO

Weißwein · Riesling · Pfalz · Deutschland

Frank John Riesling Buntsandstein ist ein biodynamischer, trockener Riesling aus der Pfalz. Das Traubengut wächst ausschließlich auf Buntsandstein; spontane Gärung im Holzfass und ein Jahr auf der Vollhefe ergeben einen charaktervollen, mineralischen Wein mit großem Reifepotenzial.


Buntsandstein

Frank John – Das Hirschhorner Weinkontor in Neustadt-Königsbach (Pfalz) arbeitet biodynamisch (Demeter, Kontrollstelle DE-ÖKO-003). Das Traubengut stammt ausschließlich vom Buntsandstein, der für diese Weinbauregion typisch ist. Die Rebe durchwurzelt diesen Boden in großer Tiefe und prägt so die mineralische Art des Rieslings.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Riesling. Kurze Maischestandzeiten, lange Presszeiten und Spontanvergärung in 1200- und 2400-l-Holzfässern – teils mit ganzen Trauben – sorgen für Charakter und Reifepotenzial. Dazu trägt der einjährige Ausbau auf der Vollhefe bis zur Selbstklärung bei; abgefüllt wird nur leicht filtriert.

Im Glas

Helles Gelb. In der Nase gelbe Frucht – Aprikose, Pfirsich – mit Kräuterwürze, Bergamotte und einem feinen Hefeton. Am Gaumen kühl und mineralisch, mit seidiger Textur, gut eingebundener Säure und großer Saftigkeit. Langer, salzig-würziger Abgang.

Am Tisch

Bei rund 10–12 °C servieren. Ein eleganter, mineralischer Speisenwein mit Reifepotenzial, der etwas Luft schätzt.

Klassische Begleitung: Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, asiatische Küche und gereifter Käse.


Lage: Neustadt-Königsbach, Pfalz (Deutschland); Buntsandstein
Klassifikation: Riesling – Weißwein (trocken), biodynamisch (Demeter)
Ausbau: Spontangärung in 1200- und 2400-l-Holzfässern, teils Ganztrauben; ein Jahr auf der Vollhefe

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Südafrika

Bon Courage Shiraz The Pepper Tree

Rotwein · Robertson · Shiraz · Südafrika

Bon Courage The Pepper Tree Shiraz ist ein Rotwein aus 100 % Shiraz aus dem Robertson Valley in Südafrika. Das Familienweingut Bon Courage wird seit 1927 von der Familie Bruwer geführt, heute in dritter Generation. Der Name verweist auf die markante Pfeffernote des Weins. Im Glas ein dunkler, kühl und frisch wirkender Shiraz, der Kraft und Eleganz verbindet.


Robertson

Das Robertson Valley liegt im Breede River Valley rund 150 Kilometer östlich von Kapstadt. Kalkhaltige, mineralreiche Böden und ein Klima mit warmen Tagen und kühlen Nächten geben den Rotweinen Tiefe und Frische zugleich. Drei Flüsse durchziehen das Tal und haben unterschiedliche Bodentypen abgelagert.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Shiraz. Nach der Gärung reift er über zwölf Monate in Barriquefässern aus amerikanischer und französischer Eiche. Das Holz steuert Würze, Zedernoten und Struktur bei, ohne die kühle, frische Frucht zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase viel Schokolade, Zedernholz und schwarzer Pfeffer, dazu ein markanter Espresso-Duft. Am Gaumen kühl und frisch, mit einem gelungenen Spannungsbogen zwischen Kraft und Eleganz. Der Abgang ist ausgewogen und lang.

Am Tisch

Schon zugänglich; eine kurze Belüftung im Dekanter rundet ihn ab. Serviertemperatur 16–18 °C.

Klassische Begleitung: gegrilltes Fleisch, herzhafte Schmorgerichte, Wild und kräftiger Käse.


Lage: Robertson Valley (Breede River Valley), Südafrika
Klassifikation: W.O. Robertson
Ausbau: über 12 Monate Barrique, amerikanische/französische Eiche

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