Luis Ánxo Rodríguez Vázquez

Luis Ánxo Rodríguez Vázquez

Nähert man sich Arnoia von Down-Dorf Ribadavia, so muss man zunächst den Avia kreuzen, dann den Miño, dann eine kleine Steigung erklimmen und ein paar Kurven überwinden, um schließlich an einer Art Aussichtsplattform das Weinbaugebiet Arnoia, Teil von Ribeiro, zu überblicken. Still ruht es da, eigentlich besteht es nur aus einer langgezogenen Straße, an der sich die Dorfteile wie Perlen an einer Schnur aneinanderkuscheln: A Reza, Porqueira, San Amaro, Sendín, A Laxa, Os Chaos, Oteiro, Carnos – das alles ist aber nur der nördliche Teil des Ortes, weiter unten sind es noch einmal mindestens genausoviele Teildörfer.

Rebstöcke findet man oberhalb der Straße, am Hang, der dann und wann durchaus steil ist, aber auch weiter unten, in der hügeligen Tiefebene, die bis an den Arnoia-Bach oder an den Miño reicht, je nachdem, wo man wandert. Anders als an vielen Stellen der Weinwelt gilt hier nicht: oben hui, unten pfui; die Parzelle Goliano etwa, sie gilt als eine der besten Lagen in ganz Ribeiro, ruht nahe des Flusses, aber weder Frühtau noch Feuchtnebel können den Stöcken etwas antun. Weiter oben am Hang ändert sich die Bodenstruktur, es gibt sogar Stellen, an denen Reben auf purem Kalk stehen. Luis Ánxo Rodríguez Vázquez hat dort die blaue Sorte Ferról gepflanzt, ein eher heller Wein mit, nun ja, jede Menge Kalknoten. Den Wein kann man so indes nicht genießen, man muss schon das Glück haben, genau zu dem Zeitpunkt in der Bodega aufzuschlagen, an dem die Cuvées noch nicht erstellt sind, oder aber wenn gerade mal wieder ein Experiment ansteht und ein Fass dieser Sorte im Keller ruht.

Lagenweine aus Arnoia gibt es nicht, nicht nur in der Bodega von Luis Ánxo, sondern in keiner der zwölf kleinen und kleinsten Bodegas, die alle auf ihre Art und Weise versuchen, Arnoia in Flaschenform zu präsentieren.

Der einzige Wein dieser Bodega, der so nicht ins Konzept passt, ist der A Teixa, denn dies ist ein klassischer Lagenwein. Die Parzelle, Hanglage, gen Süden abfallend, Granitverwitterungskrume über Granit, etwa zwei Hektar groß, bestockt mit Treixadura (fünfundneunzig Prozent), Godello (drei Prozent) und Albariño (der Rest), befindet sich eben nicht in Arnoia, sondern in Hauptort der Weinbauregion Ribeiro, in Ribadavia. Der Weinbauer, der sie anlegte und in den ersten Jahren kultivierte, starb vor einiger Zeit, die Erben gaben die Parzelle in Pflege, Luis Ánxo ist dort seit dem Jahr zweitausend und zwölf der Rebendompteur.

Dass Treixadura dominiert, ist nicht gerade erstaunlich, ist dies doch, wenn man von Palomino als Massenträger einmal absieht, die klar dominante Rebsorte der Region. Sie erbringt eher ölige, dichte, stoffige Weine, die oftmals Jahrzehnte halten, aber auch erst einmal Jahre brauchen, um trinkbar zu werden. Mit den anderen Rebsorten ist das einfach: wenn man weiß, dass da Godello und Albariño sind und wenn man Godello und Albariño geschmacklich gut zuordnen kann, dann wird man irgendwann Nuancen finden, die man beiden Sorten zuschreiben kann. Weiß man es nicht, wird man diese Sorten im A Teixa sicher nicht herausschmecken.

Dieser Wein war der erste in der Kellerei von Luis Anxo, für den Gebinde angeschafft wurden, die nicht Barrique oder Stahltank heißen: zunächst ein Fuder mit einem Fassungsvermögen von zweitausend und dreihundert Litern, zwei Jahre später noch eines. Das ergibt dann immer etwa sechstausend Normalflaschen und ein paar Magnums, der Rest der Ernte wird irgendwo verwendet, in Hausweinen, in Sonderabfüllungen für die lokale Gastronomie oder für einen Händler aus Galiza. Denn mit den Weinen aus Arnoia will Luis Ánxo das Zeuch aus Ribadavia nicht mischen. Arnoia ist und bleibt eine Welt für sich.

Zurück zu dem Aussichtspunkt! Was sofort ins Auge fällt, ist die extreme Parzellierung der Weinberge. Fünf Linien irgendwas, dann kommt etwas ganz anderes, ganz klar von zwei verschiedenen Weinbauern beackert, dann ein paar Stöcke blaue Sorten, dann wieder Palomino, einfach zu erkennen, da Einzelstockziehung, Riesenblätter und geschätzt zehntausend Kilo pro Rebstock. In Rías Baixas reicht die durchschnittliche Parzellengröße an dreitausend und siebenhundert Quadratmeter heran, nicht sonderlich groß, aber immerhin. In ganz Ribeiro sind es gut zweitausend Quadratmeter, wobei ein paar ernsthaft große Parzellen das Bild verfälschen. In Arnoia beträgt die durchschnittlich Parzellengröße zweihundert Quadratmeter. Zwanzig große Schritte längs und derer zehn quer!!! In einen Hektar gehen also fünfzig solcher kleinen Weinberglein, wobei das Wort „Durchschnitt“ schon vermuten lässt, dass es da auch deutlich kleinere Parzellen gibt. Luis Ánxo verfügt über sechs Hektar Rebland… Stand Sommer zwanzig neunzehn waren dies einhundert und sechsundachtzig Parzellen. Ufff… Nun gut, manche liegen nebeneinander, können also als eine größere Parzelle betrachtet werden. Oftmals jedoch befindet sich dann mitten in dieser Ansammlung eine kleine Parzelle, in der Palomino wuchert, gepflegt von einem Weinbauern, der ein intimer Freund der chemischen Industrie ist. Wenn man sich nicht an die äußersten Ränder des Ortes zurückzieht, kann man in Arnoia keine Ökoweine keltern, irgend etwas passiert immer. Aber selbst das ist keine Garantie, denn der äußerste Rand, in der Regel oben am Hang gelegen, grenzt an Wald, an dichten Wald. Dort leben zwar keine Räuber, auch keine Schmuggler, aber jede Menge Tiere, die gerne einmal Trauben als Nachtisch auf dem Speiseplan haben.

Fasst man die Parzellen zu größeren Gebilden zusammen, so kommt Luis Ánxo etwa auf derer vierzig, will sagen, bei jeder Behandlung der Stöcke, muss das Material von einer „Groß“lage in die nächste geschleppt werden. Wenn dann doch einmal Rebkrankheiten auch in seinen Parzellen zuschlagen, dann deshalb, weil man nicht hinterherkommt mit dem Behandeln. Und da arbeiten schon sechs Personen (plus Luis Ánxo), will sagen eine Person pro Hektar. Mehr geht nicht, die Kosten würden explodieren.

Dazu kommt, dass hier viele verschiedene Rebsorten kultiviert werden, eine jede treibt zu einer anderen Zeit aus, blüht zu einer anderen Zeit, ist anfällig gen Krankheiten zu einer anderen Zeit. Das alles erfordert eine durchaus ausgefeilte Koordination, man kann nicht wegen sieben Stöcken Godello mal eben durch halb Arnoia rasen.

Abgesehen von Palomino, der Massenträger, der nach der Reblauskatastrophe gesetzt wurde und sich bester Gesundheit und bester Erträge bei ausbleibender Qualität erfreut, gibt es in Arnoia vor allem Treixadura, aber auch eine durchaus stattliche Menge Albariño. Diese beiden Sorten plus Lado, eine Rebsorte, die es früher wohl nur in Arnoia und im Nachbardorf Cortegada gab, inzwischen findet man sie jedoch auch im Norden von Ribeiro, bestimmen die Weine des Ortes. Dazu kommen dann noch Godello und Loureira, Torrontés und Caiño blanco. Die blauen Sorten werden von Brancellao angeführt, wenn man auch hier den Massenträger, Alicante Bouschet, außen vor lässt. Dann folgen Caiño largo und Caiño redondo, etwas Ferról sowie ein klein wenig Sousón, aber viel weniger als etwa im Tal des Avia oder weiter Miño-abwärts, in Condado do Tea.

Sowohl weiß als auch rot gibt es bei Luis Ánxo in drei Kategorien: Escolma (galego für Gipfel), die normale Qualitätsstufe, sowie ein Einstiegswein, genannt Eidos Ermos, in dem alles landet, was aus Arnoia stammt, aber sonst zu nicht viel zu gebrauchen ist. Aber auch so gibt es den einen oder anderen erstaunlich guten Eidos Ermos. Manche Weingüter der Region wären froh, wenn ihr Top-Wein dieses Level erreichen würde.

Der weiße „Normalwein“ nennt sich Viña de Martín Os Pasás (Pasás sind Schritte oder Stufen), lange Zeit war dies der mit Abstand wichtigste Wein der Bodega. Eine der vielen festen Regeln in dieser Bodega besagt, dass alle jungen Parzellen erst einmal für den Os Pasás genutzt werden, um Escolma-Trauben liefern zu können, muss schon zumindest knapp ein Jahrzehnt ins Land gehen. Solange das Etikett die Rebsorten noch auflistete, stand dort „Treixadura, Lado und Albariño“, die Minimengen Torrontés und Loureira tauchten nicht auf. Die Trauben werden sowohl unten als auch oben gelesen, wobei unten dominiert, denn weiter oben am Hang hat Luis Ánxo vor allem blaue Sorten stehen, die halten Feuchtigkeit weniger gut aus als die weißen. Drei Viertel entfällt auf Treixadura, in der Restmenge ist Lado die wichtigste Sorte. Gelesen wird alles auf einmal: sobald der Treixadura reif ist, wird eingesammelt. Albariño ist dann schon gut reif, während der dann meist noch etwas grüne Lado etwas mehr Säure mitbringt. Ausgebaut wird der Wein nur in kleinen Stahltanks, die Moste vergären ohne Zusatz von kommerzieller Hefe, eine malolaktische Säureumwandlung findet nicht statt. Etwa zehn Monate nach der Lese wird abgefüllt. Bis einschließlich Jahrgang zwanzig achtzehn kam dieser Wein ein Jahr nach der Ernte auf den Markt. Beginnend mit Jahrgang zwanzig neunzehn sollen da noch zwölf Monate Flaschenlage eingeschoben werden, der Wein soll trinkfertiger auf den Markt kommen.

Die Menge des Viña de Martín Escolma war lange Zeit auf zwischen eintausend und fünfzehnhundert Flaschen limitiert, ein Großteil der Ernte kam aus der „Groß“lage Goliano, im Jahr zweitausend und drei kelterte Luis Ánxo sogar einmal einen „Groß“lagen-Lagenwein dieser Parzelle. Inzwischen ist die Produktion auf etwa sechstausend Flaschen angestiegen. ¿Hep? Nun, alles, was Luis Ánxo seit dem Jahr zweitausend neu bestockte, sollte der Produktion des Escolma dienen. Da aber erst einmal zehn Jahre ins Land gehen mussten, um die Trauben für diesen Wein nutzen zu können, plus drei Jahre, bis es überhaupt erst einmal ordentliche Trauben gibt, stieg zunächst einmal die Produktion des Os Pasás an. Seit dem Jahrgang zwanzig fünfzehn gibt es immer mehr Trauben für den Escolma, wobei die sechstausend Flaschen schon eine Art Obergrenze bilden Denn für mehr bräuchte man auch mehr Personal. Im Escolma ist der Anteil des Treixadura etwas geringer als im Os Pasás, etwa zwei Drittel entfallen auf diese Sorte. Außerdem ist Albariño hier wichtiger als Lado, die andren weißen Sorten spielen keine Rolle. Der weiße Escolma wird komplett in großen Barricas ausgebaut, in ihnen vergärt der Most, in ihnen reift der Wein ein Jahr lang. Dies bedeutet aber auch, dass etwaige schlecht gereifte Fässer nicht für den Os Pasás genutzt werden können, denn zum einen ist der dann schon komplett abgefüllt und zum anderen wird der Os Pasás nicht in Barricas ausgebaut. Mit Fässern, die nicht optimal reifen, passiert dann halt irgend etwas.

Klar verändert hat sich die Reifedauer. Anfangs reifte der weiße Escolma, wie auch sein roter Bruder, ein Jahr in Barricas und ein weiteres Jahr in der Flasche, ehe er auf den Markt kam. Daraus wurden nach ein paar Jahren zwei Jahre Flaschenreife, etwa weitere fünf Jahre später sogar drei Jahre Flaschenreife. Auch so ist der Wein, sobald er auf den Markt kommt, noch immer extrem jugendlich. Erntejahr plus zehn, das ist eine gute Hausnummer, nur: wer lagert solche Weine schon so lange? Fazit: geschätzt neunzig Prozent des Viña de Martín Escolma wird latent zu früh getrunken.

Für die beiden Rotweine werden Brancellao, Ferról, Caiño largo sowie Caiño redondo genutzt, Brancellao dominiert immer, der Anteil der anderen drei Sorten hängt vom Reifeverhalten in den Weinbergen ab. Den A Torna dos Pasás Escolma gibt es nur in ausgezeichneten Jahren, die Jahrgänge zwanzig dreizehn und zwanzig vierzehn entfielen komplett. So es nahe der Lese kräftig regnet, ist Gefahr im Verzug, die Trauben schimmeln schnell. Sousón, die „Wunderwaffe“ des Nordens, funktioniert in Arnoia nicht. Brancellao ist sowohl für Frucht als auch für Eleganz zuständig; Ferról bringt Säure, Caiño erneut eher Frucht, insbesondere Blaubeeren. Auch hier werden alle Trauben gemeinsam gelesen, Brancellao bestimmt den Erntezeitpunkt.

Der Ausbau dieses Weines hat sich im Laufe der Jahre ebenfalls verändert. Anfangs reifte der Wein nur in kleinen Barricas, doch da geriet das Holzaroma zu intensiv. Größere Barricas waren unpraktisch, sie passten nicht ins Lager. Daher kaufte Luis Ánxo einen dreitausend Liter fassenden Holztank, in dem der Wein seit dem Jahrgang zwanzig siebzehn ausgebaut wird. So es denn genug Trauben für diesen Wein gibt, das Tankvolumen ist schon etwas großzügig kalkuliert. Im Jahr zwanzig achtzehn war die Ernte zu knapp, die alten Barricas kamen wieder zum Einsatz. Die Fassreifedauer war früher auf ein Jahr begrenzt, inzwischen ist diese Ziffer variabel, sie hängt vor allem von dem Ernteverlauf des Folgejahres ab: so die Menge zu gering ausfällt, bleibt der Vorgänger etwas länger im Holztank, um diesen nicht zu lange leerstehen zu lassen. Auf die Gesamtreifezeit wirkt sich dies nicht aus, da der rote Escolma auch erst vier Jahre nach der Lese auf den Markt kommt. Auch dieser Wein braucht Zeit zum Reifen.

Der A Torna dos Pasás hängt immer ein wenig von dem ab, was in Sachen Escolma geschieht. In den Jahren, in denen es keinen Escolma gab, landeten viele Trauben im A Torna dos Pasás, die sonst dort nicht landen. So die Ernte knapp ist, wird erst einmal all das, was wirklich gut ist, für den Escolma genutzt, und all das, was eher wenig taugt, für den roten Eidos Ermos. Das, was nicht nach oben gehoben und nicht nach unten verschoben wird, bildet die Basis des A Torna dos Pasás. Eine grobe Hausnummer: fünfzig Prozent Brancellao, zwanzig Prozent Ferról, der Rest entfällt auf die beiden Caiño-Sorten. Dieser Wein reift nach wie vor etwa ein Jahr in kleinen, gebrauchten Barricas, danach wird abgefüllt, dann folgt ein Jahr Flaschenreife. Interessanterweise hält sich dieser Wein ziemlich gut, zehn oder zwölf Jahre machen ihm gar nichts aus. In normalen Jahrgängen gibt es von diesem Wein immer so um die achttausend Flaschen. Text: el oso alemán

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Spirituosen

Andres Himbeergeist

Spirituose · Pfalz · Geist (Himbeere)

Himbeergeist aus heimischen Himbeeren Pfalz Weingut Andres · Deidesheim klar destilliert intensiv fruchtig

Der Andres Himbeergeist ist ein edler Geist aus heimischen Himbeeren – ein klarer, intensiv fruchtiger Obstgeist von den Gebrüdern Andres aus der Pfalz.


Andres Himbeergeist – edler Geist aus der Pfalz

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt. Neben ihren Weinen und Sekten stammt aus ihrem Hause auch dieser feine Himbeergeist – gewonnen aus heimischen Himbeeren.

Herstellung

Ein Geist entsteht, indem aromatische Früchte – hier Himbeeren – in neutralem Alkohol angesetzt (mazeriert) und anschließend destilliert werden. Anders als beim Brand werden die Früchte nicht vergoren; so bleibt das reine, intensive Fruchtaroma erhalten, das für Himbeergeist charakteristisch ist.

Im Glas

Klar und intensiv fruchtig, mit dem reinen, unverfälschten Duft und Geschmack reifer Himbeeren. Am Gaumen fein und aromatisch, mit einem sauberen, langen Nachhall.

Klar und intensiv fruchtig – der reine, unverfälschte Duft und Geschmack reifer Himbeeren, fein und aromatisch mit sauberem, langem Nachhall.

Am besten gut gekühlt bei 6–10 °C aus dem Tulpenglas genießen.

Zum Genuss

Als Digestif nach dem Essen, als fruchtige Begleitung zu Schokoladen- und Beerendesserts oder zum Verfeinern in der feinen Küche und Patisserie.


Produkt: Himbeergeist (Obstgeist aus Himbeeren)
Herkunft: Pfalz; Weingut Andres, Deidesheim
Genuss: als Digestif; gut gekühlt servieren

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Spanien

Fernandez de Pierola Crianza

Wein · Rotwein · Rioja · Spanien

Fernández de Piérola Crianza ist ein klassischer Rioja aus Tempranillo. Das Farbspiel ist eher hell und nicht überkonzentriert; Duft und Geschmack wirken zunächst reif und faszinierend zugleich. Ein Wein mit Eleganz und enormer Vielschichtigkeit, der nach dem nächsten Glas verlangt.


Rioja Alavesa / Sierra Cantabria

Die Tempranillo-Trauben wachsen auf sehr kalkhaltigen Höhenlagen in der Nähe der Sierra Cantabria, in der Rioja Alavesa. Die Ernte erfolgt stets von Hand und selektiv. Bodega Fernández de Piérola setzt bewusst auf einen klassischen, eleganten Rioja-Stil statt auf überextrahierte Konzentration.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Tempranillo. Als Crianza reift der Wein 18 Monate im Barrique – heute eher selten und Ausdruck der klassischen Stilistik des Hauses. Das verleiht ihm feine Würze, Reife und Vielschichtigkeit, ohne ihn schwer zu machen. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Eher helles, klassisches Kirschrot mit ersten Reifetönen. In der Nase reife rote Frucht, Vanille, Leder und feine Würze. Am Gaumen elegant und vielschichtig, mit seidiger Textur, feinen Tanninen, frischer Säure und langem, fein nachhallendem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein klassischer Begleiter der spanischen Küche.

Passt zu: Lamm, gegrilltem und geschmortem Fleisch, Tapas, Eintöpfen und mittelreifem Käse.


Lage: Rioja Alavesa, Höhenlagen an der Sierra Cantabria (Spanien); Bodega Fernández de Piérola
Klassifikation: Rioja Crianza – 100 % Tempranillo, trocken
Ausbau: 18 Monate im Barrique

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Weine

Occhipinti PT Vino di Contrada Frappato 2019 BIO

Rotwein · Frappato · Sizilien

Frappato 100 % Terre Siciliane IGT Contrada Pettineo (Vittoria) alte Reben (60+ Jahre) biodynamisch · Bio (IT-BIO-014) Ausbau im Holzfass, ~22 Monate

Der Occhipinti PT Vino di Contrada 2019 ist ein reinsortiger Frappato aus der sizilianischen Contrada Pettineo bei Vittoria. „PT" steht für Pettineo – die älteste der drei Einzellagen von Arianna Occhipinti, mit über 60 Jahre alten Reben. Da Lagennamen auf sizilianischen Etiketten nicht zugelassen sind, kürzt sie die Contrada zu „PT" ab. Der Wein wächst auf tiefem Sand über Kalk, wird biodynamisch bewirtschaftet und in gebrauchten Holzfässern ausgebaut. 2.700 Flaschen.


Contrada Pettineo

Pettineo liegt hinter dem Höhenzug Serra San Bartolo und gilt als eine der historischsten Lagen rund um Vittoria. Auf einer tiefen Schicht aus feinem Meeressand über porösem Kalkstein (Tufo) wurzeln über 60 Jahre alte Frappato-Reben, teils als Alberello (Buschreben) erzogen. Sand und darunterliegender Kalk treiben die Wurzeln in die Tiefe und prägen einen fruchtbetonten Stil mit präsenter Säurestruktur. Der Wein trägt die Klassifikation Terre Siciliane IGT.

Assemblage und Ausbau

Der Wein ist reinsortiger Frappato. Frappato ist eine autochthone, spätreifende sizilianische Rebsorte mit dünner Schale; entsprechend fällt die Tanninstruktur eher elegant als dicht aus. Sie gilt zudem als mit dem toskanischen Sangiovese verwandt. Nach der Handlese vergärt der Most spontan mit eigenen Hefen. Arianna Occhipinti baut ihre Lagenweine biodynamisch aus, rund 22 Monate in gebrauchten Holzfässern, anschließend ohne Schönung und Filtration auf die Flasche. Ihr Ziel: Rebsortentypizität und Terroir herauszuarbeiten.

Im Glas

Transparentes, dunkles Kirschrot. In der Nase ein Korb roter Früchte, dominiert von Brombeere und Schwarzkirsche. Am Gaumen elegant und vollmundig, begleitet von würzigen Noten nach Süßholz, Nelke und hellem Tabak. Weiche Tannine runden das Geschmacksbild ab, getragen von frischer Säure.

Am Tisch

Leicht gekühlt bei 14–16 °C servieren. Klassische Begleitung: sizilianische Pasta, gegrilltes Gemüse, Geflügel, gebratener Fisch und süß-saure Gerichte wie Coniglio in agrodolce. Schon jetzt mit viel Trinkfluss, kann aber noch einige Jahre reifen.



Lage: Contrada Pettineo, Vittoria (Sizilien)
Klassifikation: Terre Siciliane IGT
Ausbau: rund 22 Monate im gebrauchten Holzfass, ohne Schönung/Filtration


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Rebsorten

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg Rheingau Riesling 2022

Weißwein · Rüdesheim (Rheingau) · Riesling

Riesling Rüdesheim Berg Schlossberg Georg Breuer · Rüdesheim Spitzenlage Rüdesheims Schiefer & Quarzit trocken nur 4.242 Flaschen 2022

Der Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling 2022 stammt aus der unbestrittenen Spitzenlage Rüdesheims. Die schiefer- und quarzhaltigen Böden ergeben einen finessenreichen, trockenen Wein mit einem Bukett reichhaltiger Aromen, aus denen zarte Pfirsich- und Nusstöne besonders hervorstechen.


Rüdesheim Berg Schlossberg – die Spitzenlage

Das Weingut Georg Breuer in Rüdesheim zählt zu den bekanntesten Gütern des Rheingaus. Heute von Theresa Breuer geführt, steht das Gut für kompromisslose Handarbeit in den Steillagen, naturnahe Bewirtschaftung und einen herkunftsbetonten, trockenen Ausbau im traditionellen Holzfass.

Der Berg Schlossberg ist unbestritten die Spitzenlage Rüdesheims – eine extrem steile Terrassenlage über dem Rhein. Die hier vorherrschenden schiefer- und quarzhaltigen Böden ergeben einen finessenreichen, mineralischen Riesling von großer Präzision und Tiefe.

Jahrgang 2022 – Rheingau

2022 war im Rheingau ein warmer, trockener Jahrgang, in dem alte Reben in den Steillagen ihre tiefe Verwurzelung ausspielten. Ein später Wetterumschwung mit kühlen Nächten bewahrte Frische und Säure – die Grundlage für einen reifen, zugleich rassigen und finessenreichen Berg Schlossberg.

Ausbau

Trockener Lagen-Riesling aus der Spitzenlage Rüdesheim Berg Schlossberg, Jahrgang 2022; 100 % Riesling von Schiefer und Quarzit.

Der Wein wird im herkunftsbetonten Stil des Guts ausgebaut, ganz auf Finesse, Mineralität und Präzision ausgerichtet, sodass das Terroir der Steillage unverfälscht zur Geltung kommt. Nur 4.242 Flaschen.

Im Glas

Ein finessenreicher, trockener Riesling mit einem Bukett reichhaltiger Aromen: zarte Pfirsich- und Nusstöne stechen besonders hervor, ergänzt um Zitrus, gelbe Frucht und eine feine, schiefrig-salzige Mineralität. Am Gaumen präzise und mineralisch, mit lebendiger Säure, feiner Struktur und einem langen, klaren Nachhall.

Finessenreich und trocken, mit reichhaltigem Bukett – zarte Pfirsich- und Nusstöne über schiefrig-salziger Mineralität, präzise und mineralisch, mit langem, klarem Nachhall.

Ein finessenreicher, langlebiger Steillagen-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und gereiftem Hartkäse.


Lage: Rüdesheim Berg Schlossberg, Rheingau; extrem steile Terrassenlage über dem Rhein; schiefer- und quarzhaltige Böden
Klassifikation: Lagen-Riesling, Rheingau (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: herkunftsbetonter Ausbau im Stil des Guts; 4.242 Flaschen

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Spanien

Envinate Migan Teneriffa tinto 2023

Rotwein · Teneriffa · Valle de la Orotava · Listán Negro

100 % Listán Negro Teneriffa · Valle de la Orotava Migan (La Perdoma) Envínate Vulkanboden · bis 120-J.-Reben neutrales Holz & Beton 2023

Der Envínate Migan 2023 ist ein reinsortiger Listán Negro von bis zu 120-jährigen Rebstöcken auf den Vulkanböden Teneriffas – geprägt von sehr feiner, fast kühler Frucht nach Himbeeren und Rosen, mit dezenter Würze. Ein smarter, eleganter Vertreter aus Spanien, der das Terroir der Vulkaninseln perfekt widerspiegelt.


Migan – Listán Negro aus dem Valle de la Orotava

Envínate („wine yourself") ist das Kultprojekt von vier befreundeten Önologen – Roberto Santana, Alfonso Torrente, Laura Ramos und José Martínez –, die Atlantik-geprägte Terroirs auf den Kanaren, in der Ribeira Sacra und in Almansa erkunden. Ihre Philosophie: jede Parzelle möglichst pur zum Ausdruck bringen – ohne Chemie im Weinberg, mit Handlese, Wildhefen und minimalem Eingriff.

Migan ist der alte Name des Orts La Perdoma im Valle de la Orotava (Nordhang des Teide), woher dieser Rotwein stammt. Bis zu 120 Jahre alte, wurzelechte Listán-Negro-Reben – traditionell im geflochtenen „Cordón trenzado" erzogen – gedeihen hier auf Vulkanböden aus Ton, Sand und Basalt. Anders als die steilen Anaga-Lagen ist das Terrain etwas flacher, was die feine, fast kühle Frucht des Migan begünstigt.

Jahrgang 2023 – Teneriffa

Das atlantische Klima und die Vulkanböden des Valle de la Orotava prägen auch 2023 einen frischen, hochtonigen und vibrierenden Listán Negro mit klarer roter Frucht, feiner Würze und lebendiger Säure. Migan wird bewusst ein Jahr später freigegeben, damit der Wein zugänglicher und harmonischer in die Flasche kommt.

Ausbau

Reinsortiger Listán Negro aus dem Jahrgang 2023, Teneriffa / Valle de la Orotava, trocken.

Handlese aus mehreren alten Parzellen, Gärung im Betontank mit (teils ganzen) Trauben, anschließend rund ein Jahr Ausbau in neutralem französischem Holz (228/600 l) und Beton. Unfiltriert, mit nur minimalem Schwefel abgefüllt.

Im Glas

Geprägt von einer sehr feinen, fast kühlen Frucht nach Himbeeren und Rosen, bei der zugleich eine gewisse Würze schmeckbar ist. Im Nachhall wirken dezente ätherische Aromen wie Minze sowie weiche Tannine, die den Tinto wunderbar ausbalancieren. Ein smarter, eleganter Vertreter aus Spanien, der das Terroir der Vulkaninseln perfekt widerspiegelt.

Feine, fast kühle Frucht nach Himbeeren und Rosen – würzig, mit ätherischer Minze und weichen, balancierten Tanninen.

Leicht gekühlt servieren; profitiert von etwas Luft im Glas. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fleisch und Geflügel, zu kräftigen Fischgerichten, zur würzig-mediterranen Küche sowie zu mittelreifem Käse.


Lage: Teneriffa, Valle de la Orotava (Gegend La Perdoma; Kanaren, Spanien); Vulkanböden mit Ton, Sand und Basalt; wurzelechte Reben bis ~120 Jahre (Cordón trenzado)
Klassifikation: Rotwein, Teneriffa / Valle de la Orotava; 100 % Listán Negro (trocken)
Ausbau: Handlese, Gärung im Beton mit teils ganzen Trauben, ~1 Jahr in neutralem franz. Holz (228/600 l) und Beton, unfiltriert; organischer Anbau

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Spanien

Abel Mendoza Jarrarte Maceracion Carbonica tinto

Rotwein · Rioja · Spanien

Tempranillo D.O.Ca. Rioja San Vicente de la Sonsierra Kohlensäuremaischegärung leichte Perlage

Der Abel Mendoza Jarrarte Maceración Carbónica ist ein junger, fruchtbetonter Tempranillo aus San Vicente de la Sonsierra in der Rioja. Die handgelesenen Trauben vergären per Kohlensäuremaischegärung – jene traditionelle Methode, die auch junge Beaujolais prägt und die klare Frucht der Traube unverfälscht herausstellt. Expressive Himbeerfrucht, eine ganz leichte, gewollte Perlage und eine gut eingebundene Säure machen den Wein aus. Leicht gekühlt zu trinken


San Vicente de la Sonsierra – Rioja Alta

Die Bodega Abel Mendoza liegt in San Vicente de la Sonsierra am Fuße der Sierra de Cantabria in der Rioja Alta. Abel Mendoza und Maite Fernández bewirtschaften ihre Reben von Hand und mit großer Sorgfalt. Solche jungen, per Kohlensäuremaischegärung erzeugten Rotweine haben in der Rioja eine lange Tradition – die „cosecheros", die die Winzer bevorzugt selbst in den Bars der Region trinken. Jarrarte ist die ursprüngliche Marke des Guts, den jungen Weinen vorbehalten.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo. Die von Hand selektierten und gelesenen Trauben vergären in der Kohlensäuremaischegärung (Maceración Carbónica), bei der ganze Beeren unter CO₂-Atmosphäre vergoren werden – das betont die klare, sensible Fruchtaromatik. Eine ganz leichte, kaum wahrnehmbare Perlage ist gewollt. Ausgebaut ohne Holz.

Im Glas

Helles, leuchtendes Rot. In der Nase expressive Himbeerfrucht, klar und frisch. Am Gaumen saftig und unkompliziert, mit einer ganz feinen, kaum spürbaren Perlage und einer gut eingebundenen Säure. Ein sensibler, fruchtbetonter Rotwein mit viel Trinkfluss.

Am Tisch

Leicht gekühlt servieren, bei rund 12–14 °C. Klassische Begleitung: Tapas, Charcuterie, gegrilltes Gemüse, helles Fleisch und herzhafte Snacks – ein geselliger Wein für die Bar wie für den Tisch. Jung trinken, am besten in den nächsten ein bis zwei Jahren. Salud!


Lage San Vicente de la Sonsierra · Rioja Alta (Spanien)
Klassifikation D.O.Ca. Rioja
Ausbau Kohlensäuremaischegärung (Maceración Carbónica), ohne Holz

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Whisky

J & A Mitchell & Co Campbeltown Loch Blended Malt Scotch Whisky 46%

Spirituose · Blended Malt Whisky · Campbeltown · Schottland

Campbeltown Loch Blended Malt Scotch Whisky ist ein preisgekrönter Blended Malt von J & A Mitchell & Co, verschnitten und abgefüllt in der Springbank-Destillerie. Die Besonderheit: Er vereint alle fünf Malts der drei Campbeltown-Destillerien – maritim, malzig und ausgewogen, mit feinem Torfrauch.


Herkunft

Campbeltown auf der Kintyre-Halbinsel war einst die „Whisky-Hauptstadt der Welt"; heute ist es die kleinste Whisky-Region Schottlands. J & A Mitchell & Co, Eigentümer der traditionsreichen Springbank-Destillerie, komponiert und füllt diesen Blended Malt vor Ort ab. Benannt ist er nach dem Sea Loch von Campbeltown.

Verschnitt und Reifung

Als Blended Malt enthält Campbeltown Loch ausschließlich Single Malts – keinen Grain Whisky. Verschnitten werden alle fünf Malts der Region: Springbank, Longrow und Hazelburn (Springbank), Kilkerran (Glengyle) und Glen Scotia. Die Reifung erfolgt in einer Kombination aus Bourbon- und Sherryfässern.

Im Glas

Golden. In der Nase Butter, Meersalz, Honig und Gebäcknoten mit Pekannuss. Am Gaumen cremig, mit Karamell, Kaffee, dunklem Zucker und maritimer Würze. Im Abgang baut sich ein feiner Torfrauch auf, begleitet von einer nussig-ledrigen Note. Typischer Campbeltown-Charakter.

Pur genießen

Pur aus dem Nosing-Glas, bei Bedarf mit wenigen Tropfen Wasser. Ein vielseitiger, zugänglicher Campbeltown-Malt – ideal als Einstieg in die Region und als Alltags-Dram.

Klassisch solo: pur, mit etwas Wasser, als Digestif.


Herkunft: Campbeltown (Schottland)
Art: Blended Malt Scotch Whisky (ohne Grain); verschnitten und abgefüllt bei Springbank
Verschnitt: alle fünf Campbeltown-Malts – Springbank, Longrow, Hazelburn, Kilkerran, Glen Scotia
Reifung: Bourbon- und Sherryfässer

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Rebsorten

Domtalhof Riesling Pettenthal Lagenwein trocken 2006

Wie gut ein Lagenwein aus dem Niersteiner Pettenthal reifen kann, beweist dieser spannende 2006er vom Weingut Eimermann. Das Farbspiel hat inzwischen eine goldige Farbe angenommen. Im Duft breiten sich frische Vanille, Dörrobst und reifer Apfel aus. Spannung kommt dann im Geschmack auf, wo die elegante Säurestruktur für Frische und Klarheit sorgt. Mundfüllend, perfekt gereift und ein spannender Genussmoment für Liebhaber gereifterer Rieslinge!

 

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