Die BRD und der Wein

Weingeschichte(n)

Die Rückkehr Deutschlands auf die politische und diplomatische Weltbühne nach 1945 vollzog sich langsam, aber stetig und vor allem stringent – zumindest im Großen. Im Kleinen, genauer gesagt auf den Tafeln der Staatsempfänge und Galadiners, war die Lage wesentlich schwieriger. Nicht nur Präsidenten und Könige werden das Gesicht verzogen haben, auch Weinkennern krampft sich der Magen zusammen, wenn sie heute lesen, was damals in der Villa Hammerschmidt in die Gläser floss.

Die frühe Bundesrepublik litt an wahrlich schlechten Voraussetzungen für noble Selbstdarstellung, wie sie in Ländern wie Frankreich oder Großbritannien damals üblich war und es auch heute noch ist. Zum einen herrschte die Sorge, nach der überbordenden Prunksucht der Nazizeit besonders vor ehemaligen Kriegsgegnern negativ aufzufallen, wenn man direkt wieder Spitzenklasse auffuhr. Zum anderen herrschte in Deutschland stets eine diffuse Genussfeindlichkeit, die kulturelle oder architektonische Ausschweifungen noch stillschweigend tolerierte, bei kulinarischer Extravaganz allerdings empfindlich reagierte. In der direkten Nachkriegszeit, als an allen Ecken und Enden Mangel herrschte, durchaus eine verständliche Haltung, doch auch später wurde meist die Masse der Klasse vorgezogen. Hinzu kam die Ansiedlung der Regierung im provinziellen Bonn, das anders als Berlin so gar keine weltmännische Atmosphäre aufkommen ließ. Immerhin beginnt wenige Kilometer südlich Bonns mit dem Mittelrhein das damals nördlichste bundesdeutsche Weinbaugebiet, und auch einige der frühen Staatsmänner residierten in nächster Nähe zu den Weinbergen. Konrad Adenauer etwa, ein Anhänger süßer Rieslinge, der mit einer Steinberger Trockenbeerenauslese von 1921 einen Spitzenwein auftischen ließ, der auch im Dritten Reich schon zu großen Ereignissen ausgeschenkt worden war und sich ansonsten gern an die Rieslinge und Spätburgunder des Staatsweingutes Eltville hielt, dessen Assmannshäuser Höllenberg etwa damals einer der ganz wenigen deutschen Spitzenrotweine war. Damit bildete der erste Bundeskanzler einen ziemlichen Kontrast zu Präsident Heuss, der zwar sogar über das Thema Weinbau promoviert hatte, bei der Weinauswahl allerdings kein gutes Händchen bewies. Gern ließ er wenig ansprechenden Lemberger aus seiner württembergischen Heimat ausschenken, Haile Selassie wurde 1954 in Bonn mit Söhnlein Rheingold im Sektglas bedacht. Das Umschwenken auf jahrgangslose Kessler Hochgewächse bis in die 80er Jahre zeugt von der Uninspiriertheit der Protokollchefs in Sachen Schaumweine.

Die Auflistungen der abendlichen Menüs in Bonn sind nur in Teilen erhalten und keineswegs so feinsäuberlich archiviert worden wie etwa in Paris, wo etwa auf einer Karte zum 50. Jahrestag des Kriegsendes 1995 passenderweise ein 45er Mouton Rothschild ausgeschenkt wurde, der geschichtsträchtige Jahrgang war obendrein einer der besten des 20. Jahrhunderts. Möglicherweise war es den deutschen Verantwortlichen peinlich, was in die Gläser der Staatsgäste floss: zwar war der Vorratskeller auch mit Topweinen wie Chateau Lafite gefüllt, fast alle Weißweine wurden aufgrund der meist kopflosen Einkaufspolitik aber zu jung serviert, außerdem gab es fast nur durchwachsene oder wirklich schlechte Jahrgänge.

Die Unbeständigkeit endete erst ab Mitte der 80er Jahre, wobei zwei Faktoren eine Rolle spielten. Zum einen wurde 1984 mit Richard von Weizsäcker ein Mann Bundespräsident, der über Ahnung und Klasse verfügte und den von Walter Scheel begonnenen, damals noch von der Presse bespöttelten Weg der distinguierten Selbstdarstellung fortsetzte: wurden bis in die frühen 80er aus Höflichkeit dem jeweiligen Gast gegenüber meist Rotweine aus dessen Heimatland aufgefahren, ließ Weizsäcker immer mehr deutsche Tropfen auf die Karte setzen. Was allein schon deshalb eine weise Entscheidung war, weil sich die Verantwortlichen bei französischen Weinen regelmäßig komplett vergriffen und etwa dem König von Saudi-Arabien 1980 einen simplen Haut-Medoc aus dem Horror-Jahrgang 1977 servierten. Weizsäcker hingegen setzte auf gute Winzer wie etwa Jean Stodden, gute Lagen wie den Scharzhofberg und vor allem auf gute Jahrgänge.

Zum anderen stieg das Qualitätsniveau der deutschen Weinproduktion sukzessive an. Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau reformierte als Präsident des VDP die Politik des Verbandes und etablierte gemeinsam mit einer Generation ambitionierter Jungwinzer, die experimentierfreudig war und es sich zum Ziel gesetzt hatte, deutschen Wein wieder auf die internationale Bühne zu bringen. Ihnen mag es zu verdanken sein, dass seit den 90er Jahren wieder vermehrt auch auf deutsche Rotweine zurückgegriffen wurde: Cuvée Anna hieß der Tropfen aus dem Hause Seeger, fein komponiert aus Lemberger, Schwarzriesling, Spätburgunder und Portugieser und einer der ersten deutschen Cuvées, die durch Eichenfasslagerung zu einer gewissen Schwere gekommen waren.

Einen weiteren Glücksgriff stellte Gerhard Schröder dar, der zwar wie die meisten seiner Vorgänger eher wenig Kennerschaft vermuten ließ, aber als bekennender Barolo-Trinker und Havanna-Raucher wenigstens zu seinem Hang zu exquisiten Genussmitteln stand und dies auch immer wieder gegen den puritanischen Johannes Rau vertrat, der lieber beim Bier blieb. Schröder wäre es wohl kaum eingefallen, in der konstituierenden Sitzung des Bundestags Prosecco servieren zu lassen wie dessen damaliger Präsident Wolfgang Thierse.

Und heute? Queen Elizabeth jedenfalls war von der Auswahl während eines Staatsbesuchs 2015 nicht begeistert und frotzelte gegen den Chardonnay Reserve von Thörle als Jedermannswein. Im Verkauf ab Hof kam die Flasche auf 21 Euro, was im internationalen Vergleich sicherlich nicht auf einen Spitzenwein schließen lassen würde, aber die deutschen Rebensäfte sind ja bekanntlich ohnehin sehr preisgünstig.

Über schlechtes Personal kann sich das Präsidialamt indes nicht beschweren: mit Hilton-Ausbildung und gerade einmal 22 Jahren wurde 2000 Jan-Göran Barth dort Chefkoch, hat unter Rau, Köhler, Wulff, Gauck und Steinmeier auftragen lassen. Und sich als kulinarischer Patriot von Importen freigemacht: Champagner ist handgerütteltem Mosel-Sekt gewichen, der Portwein stammt aus der Pfalz und der Whisky aus Bayern. Auf sein Konto ging anlässlich des Jubiläums der Römischen Verträge 2007 in Bellevue auch die Cuvée „X“ von Knipser, mit über 40 Euro einer der teuersten Tropfen der jüngeren Bankettgeschichte und mit den verwendeten Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc einem dreistelligen Franzosen absolut ebenbürtig. Sogar an eigenen Abfüllungen versucht man sich mittlerweile, das badische Weingut Huber füllte bereits 2001 einen sehr passablen Spätburgunder „Schloss Bellevue“ ab.

Neben dem altbekannten Understatement ist also auch ein gewisses Quäntchen Selbstbewusstsein Kennzeichen der kulinarischen Repräsentation Deutschlands im 21. Jahrhundert. Einziges großes Manko in der Spirituosendiplomatie der zusammengewachsenen Bundesrepublik: Weine aus Sachsen sucht man immer noch vergeblich auf der Karte. Text: Dario Sellmeier

Dieser Text beruht auf dem Buch von Knut Bergmann „Mit Wein Staat machen. Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“, erschienen im Insel Verlag. https://www.suhrkamp.de/buch/knut-bergmann-mit-wein-staat-machen-t-9783458681229

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USA

Sine Qua Non Distenta V Syrah 2023

Rotwein · Central Coast · Syrah

Syrah-Cuvée Central Coast Kalifornien (USA) 2023

Der Sine Qua Non Distenta V Syrah 2023 ist ein kalifornischer Kult-Syrah von Manfred und Elaine Krankl – jeder Jahrgang ein eigenständiger Wein mit eigenem Namen und eigenem Etikett. Dicht und kraftvoll, zugleich erstaunlich zugänglich, mit dunkler Frucht, schwarzem Pfeffer und rauchig-würziger Tiefe.


Central Coast – die Lagen von Sine Qua Non

Sine Qua Non keltert seine Weine im eigenen Keller in Ventura nördlich von Los Angeles, mit Trauben von den estate-eigenen Rhône-Weinbergen an der kalifornischen Central Coast. Der Distenta V 2023 stammt aus den Lagen The Third Twin, Cumulus und Eleven Confessions; rund die Hälfte der Ernte kam 2023 vom Third Twin Vineyard, was dem Wein Spannung und Frische verleiht.

Manfred und Elaine Krankl gründeten das Weingut 1994 und zählen heute zu den meistgesuchten Erzeugern Kaliforniens – kompromisslose Handarbeit, winzige Mengen, kaum Schönung oder Filtration.

Jahrgang 2023 – Kalifornien

2023 gilt an der kalifornischen Central Coast als kühler, später und langer Jahrgang.

Das Ergebnis sind frischere, fokussierte Weine mit klarer Kontur und lebendiger Spannung – Eigenschaften, die sich auch im Distenta V wiederfinden.

Cuvée und Ausbau

Der Distenta V 2023 ist eine Syrah-dominierte Cuvée: 85,8 % Syrah, 5,5 % Grenache, 3,7 % Petite Sirah, 3,3 % Mourvèdre sowie kleine Anteile Petit Manseng und Muscat.

Vergoren mit 11 % Ganztrauben, ausgebaut über 23 Monate in französischer Eiche, davon 63 % neu.

Im Glas

Dunkle Frucht, schwarzer Pfeffer und eine rauchige, würzige Tiefe. Am Gaumen opulent, geschmeidig und mit großer Intensität, ohne je überladen zu wirken – ein Syrah mit Druck, Struktur und beeindruckender Länge, modern, aber mit klassischer Seele. (Verkostungsnotiz: Manfred Krankl.)

Dicht und kraftvoll, zugleich erstaunlich zugänglich – modern, aber mit klassischer Seele.

Am Tisch

Zu Lammkeule, geschmortem Short Rib, gegrilltem Rind, Wild oder herzhaften mediterranen Gerichten. Ein intensiver Begleiter für kräftige, würzige Küche.


Lage: Estate-Weinberge The Third Twin, Cumulus und Eleven Confessions, Central Coast, Kalifornien (USA)
Klassifikation: California (USA), Syrah-basierte Cuvée (trocken)
Ausbau: Syrah-Cuvée; 11 % Ganztrauben; 23 Monate französische Eiche (63 % neu)

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Spanien

Envinate Palo Blanco VdM Tenerife 2024

Weißwein · Teneriffa · Valle de la Orotava · Listán Blanco

100 % Listán Blanco Teneriffa · Valle de la Orotava Envínate Vulkanboden · ~600 m wurzelechte 100-J.-Reben (Cordón trenzado) große Ovalfuder 2024

Der Envínate Palo Blanco 2024 ist ein äußerst spannender Vulkan-Weißwein aus dem Norden Teneriffas – nicht von der Frucht, sondern von Erde und Mineralität geprägt. Spontan, wild und herzhaft, karg und meeresfrisch. Kein Gaumenschmeichler, sondern ein Wein, der seine Heimat intensiv und spektakulär zum Ausdruck bringt.


Palo Blanco – Vulkanweiß aus dem Valle de la Orotava

Envínate („wine yourself") ist das Kultprojekt von vier befreundeten Önologen – Roberto Santana, Alfonso Torrente, Laura Ramos und José Martínez –, die Atlantik-geprägte Terroirs in der Ribeira Sacra, auf den Kanaren und in Almansa erkunden. Ihre Philosophie: jede Parzelle möglichst pur zum Ausdruck bringen – ohne Chemie im Weinberg, mit Handlese, Wildhefen und minimalem Eingriff.

Der Palo Blanco stammt aus dem gleichnamigen Quartier bei Los Realejos im Valle de la Orotava, am Nordhang des Teide. Auf rund 600 Metern fußen über 100 Jahre alte, wurzelechte Listán-Blanco-Reben (die Reblaus erreichte die Kanaren nie) auf reinem schwarzem Vulkangestein und Basalt, erzogen im traditionellen, geflochtenen „Cordón trenzado". Der Duft ist entsprechend nicht von der Frucht, sondern von der Erde und der Mineralität des Bodens geprägt.

Jahrgang 2024 – Teneriffa

Das subtropische Atlantikklima und die Vulkanböden des Valle de la Orotava prägen auch 2024 einen vertikalen, mineralisch-salzigen Weißwein von großer Frische und Spannung. Die alten Reben und der schonende Ausbau betonen die kargige, herkunftsgenaue Stilistik – ein Wein für Liebhaber kompromissloser Terroirweine.

Ausbau

Reinsortiger Listán Blanco (Palomino) aus dem Jahrgang 2024, Teneriffa / Valle de la Orotava, trocken.

Handlese, Ganztraubenpressung ohne Schalenkontakt, Spontangärung mit Wildhefen im Betontank; anschließend Ausbau über rund zehn Monate in zwei großen 2.500-Liter-Ovalfudern aus Friaul. Unfiltriert, mit nur minimalem Schwefel abgefüllt.

Im Glas

Der Duft des Palo Blanco ist nicht von der Frucht, sondern von Erde und Mineralität geprägt: spontan, wild und herzhaft. Am Gaumen nasses Gestein, leicht nussige und oxidative Aromatik, karg und staubig im Abgang. Säure und Meeresfrische fügen sich formidabel ins Gesamtbild. Kein Gaumenschmeichler, eher ein Essensbegleiter – ein Wein, der seine Heimat intensiv und spektakulär zum Ausdruck bringt.

Nasses Gestein, nussig-oxidative Aromatik, karg und staubig – Säure und Meeresfrische formidabel im Gesamtbild.

Sollte vorher dekantiert werden. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gegrilltem Fisch und Meeresfrüchten, zu Tapas und Reisgerichten, zu Geflügel sowie zu gereiftem Hartkäse – ausgesprochen vielseitig am Tisch.


Lage: Teneriffa, Valle de la Orotava (Quartier Palo Blanco, Los Realejos; Kanaren, Spanien); ~600 m, schwarzer Vulkanboden/Basalt; über 100 Jahre alte, wurzelechte Cordón-trenzado-Reben
Klassifikation: Weißwein, Teneriffa; 100 % Listán Blanco (trocken)
Ausbau: Ganztraubenpressung, Spontangärung im Beton, ~10 Monate in 2.500-l-Ovalfudern (Friaul), unfiltriert; organischer Anbau

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Spanien

Matsu La Jefa blanco 2022

Weißwein · D.O. Toro · Malvasía castellana

D.O. Toro Malvasía castellana Reben 50–150 Jahre Handlese Spontangärung 14 Monate 600-l-Fass

Matsu La Jefa 2022 ist der einzige Weißwein von Bodega Matsu, dem Toro-Projekt der Vintae-Gruppe. Er stammt von weißen Einzelstöcken, die verstreut zwischen alten Tinta-de-Toro-Reben stehen. Die ältesten sind bis zu 150 Jahre alt und wurzeln in Sand. Der Most gärt mit eigenen Hefen im neuen 600-Liter-Fass und bleibt dort 14 Monate auf der Feinhefe.


Weiße Altreben im Rotweinland Toro

Toro am Duero, zwischen Zamora und Valladolid, gilt als Rotweingebiet. Die Tinta de Toro dominiert mit großem Abstand. Bei der Lese 2023 kamen über 20 Millionen Kilo Tinta de Toro in die Keller, von der Malvasía castellana nur rund 699.000 Kilo. Reine Weißweinparzellen gibt es kaum. Deshalb sammelt Matsu für La Jefa einzelne weiße Stöcke, die in alten Rotweinweinbergen mitgepflanzt wurden. Das Alter dieser Reben liegt zwischen 50 und 150 Jahren. Ein Teil davon ist wurzelecht und stammt aus der Zeit vor der Reblaus.

Dass es solche Stöcke noch gibt, liegt am Boden. Die Weinberge liegen auf 600 bis 750 Metern Höhe auf kargen, sandigen Böden mit hohem Anteil an Granitgeröll. Im lockeren Sand kann sich die Reblaus schlecht ausbreiten. Die Reben stehen traditionell als freistehende Buschreben (en vaso) ohne Drahtrahmen. Das Klima ist streng kontinental. Es fallen nur 350 bis 400 mm Regen im Jahr, die Winter sind frostig, die Sommer heiß, und die Nächte kühlen stark ab. Pilzdruck ist in dieser Trockenheit gering. Behandlungen im Weinberg bleiben deshalb die Ausnahme, gearbeitet wird von Hand nach toresanischer Tradition.

Die Malvasía castellana ist mit der Malvasía aus dem Mittelmeerraum nicht verwandt. Ampelographisch entspricht sie der nordwestspanischen Doña Blanca. Die Sorte bringt wenig Primäraroma, aber Körper und Extrakt mit. Ihre Stärke zeigt sie im Holzausbau und bei langem Hefekontakt.

Jahrgang 2022 – Toro

2022 war in Spanien ein Extremjahr mit sechs Hitzewellen und anhaltender Dürre. In Toro unterbrachen die Reben im Hochsommer kurz ihr Wachstum. Der Kontrollrat rechnete zunächst mit einem Mengenverlust von rund 20 Prozent. Im September kam die Wende: Regen und fallende Temperaturen ließen die Trauben gleichmäßig ausreifen. Das Lesegut war völlig gesund.

Matsu las die Trauben für La Jefa vom 12. bis 14. September 2022 von Hand. Die D.O. Toro schloss den Jahrgang mit 24.648.572 Kilo Trauben ab. Das ist ein Rekord, 5,35 Prozent über 2021 und deutlich über dem Mittel der Vorjahre von 19,1 Millionen Kilo. Bei der offiziellen Jahrgangsbewertung auf der Feria del Vino de Toro 2023 stuften mehr als 50 Verkoster 2022 als „Excelente" ein.

Maischestandzeit, Spontangärung, Bocoy

Die ganzen Trauben liegen vier Stunden mit den Schalen im Most. So gehen Phenole und Gerbstoffe über, die dem Wein später Griff geben. Danach wird schonend gepresst. Der Most klärt ohne Schönungsmittel über statisches Absetzen. Die Gärung startet spontan mit den Hefen aus Weinberg und Keller. Sie läuft in neuen, leicht getoasteten Fässern aus französischer Eiche mit 600 Litern Inhalt, in Spanien „Bocoy" genannt.

Im Verhältnis zum Volumen hat ein 600-Liter-Fass deutlich weniger Holzfläche als eine Barrique mit 225 Litern. Der Wein nimmt dadurch Textur und Würze auf, ohne dass die Eiche den Charakter übernimmt. Im selben Fass reift La Jefa 14 Monate auf der Feinhefe. Der Name der Bodega kommt aus dem Japanischen: Matsu heißt „warten". Vintae gründete das Projekt 2005 mit den Rotweinen El Pícaro, El Recio und El Viejo, die für Jugend, Reife und Alter stehen. La Jefa kam mit dem Jahrgang 2018 hinzu. Der Wein ist den Frauen gewidmet, die in Toro seit Generationen die Weinberge bewirtschaften. Das Etikettenfoto stammt von der Modefotografin Bèla Adler.

Im Glas

Die Bodega beschreibt La Jefa als strohgelb mit grauem Schimmer. In der Nase zeigen sich reifes Kernobst, Vanille aus dem Fass, cremige Noten und ein Hauch Anis. Am Gaumen ist der Wein dicht und glyzerinreich, die Säure hält ihn im Gleichgewicht. (Verkostungsnotiz: Bodega Matsu.)

Sandboden und Altreben geben Dichte, die kühlen Septembernächte 2022 die Frische, 14 Monate Feinhefe den Schmelz.

Die vier Stunden Schalenkontakt bringen einen feinen Gerbstoffzug, der den breiten Körper strafft. Das Granitgeröll zeigt sich als leicht herbe, steinige Note im Abgang. Der späte Septemberregen hat die Säure bewahrt, die in Hitzejahren oft verloren geht. So ist La Jefa üppig, aber nicht schwer.

Am Tisch

La Jefa braucht Speisen mit Fett und Röstaromen. In Toro passt gereifter Queso Zamorano aus Schafmilch. Außerdem gut: Kalbsbries in brauner Butter, Stubenküken aus dem Ofen, Seeteufel mit Beurre blanc oder ein Pilzrisotto mit Parmesan. Auch zu Bacalao al pil-pil hält er mit. Am besten bei 10 bis 12 °C in einem großen Burgunderglas servieren. Eine halbe Stunde Luft vorab öffnet Frucht und Holz.


Erzeuger: Bodega Matsu (Vintae), Toro, Zamora
Lage: Einzelstöcke weißer Sorten in alten Rotweinweinbergen der D.O. Toro, 50–150 Jahre, teils wurzelecht
Jahrgang: 2022, Handlese 12.–14. September
Vinifikation: 4 Stunden Maischestandzeit, schonende Pressung, statische Vorklärung, Spontangärung mit eigenen Hefen im neuen 600-l-Fass
Ausbau: 14 Monate auf der Feinhefe in neuen 600-l-Bocoyes aus französischer Eiche, leicht getoastet; Handarbeit im Weinberg, minimale Intervention
Boden: Karger Sand mit hohem Anteil an Granitgeröll

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Rebsorten

Josef Dockner Grüner Veltliner Göttweiger Berg

Wein · Weißwein · Kremstal · Österreich

Josef Dockner Grüner Veltliner Göttweiger Berg ist ein typischer, fruchtintensiver Grüner Veltliner aus der Großlage Göttweiger Berg. In der Nase eleganter Duft nach grünem Apfel, unterlegt mit feinen Zitrusnoten und einem Hauch Wiesenkräuter. Am Gaumen leicht pfeffrig und zart würzig – ein frischer Veltliner für viele Anlässe.


Kremstal / Göttweiger Berg

Der Winzerhof Familie Dockner liegt in Theiß im Kremstal (Niederösterreich). Die Trauben für diesen Wein stammen aus der Großlage Göttweiger Berg rund um das Stift Göttweig, deren Löss- und Verwitterungsböden dem Grünen Veltliner Fülle und feine Würze verleihen. Grüner Veltliner ist die Leitsorte Österreichs.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grünem Veltliner. Der Ausbau erfolgt fruchtbetont im Edelstahltank, um die klare Frucht, die Frische und das sortentypische Pfefferl zu bewahren. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Grüngelb. In der Nase eleganter Duft nach grünem Apfel mit feinen Zitrusnoten und einem Hauch Wiesenkräuter. Am Gaumen saftig und fruchtig, leicht pfeffrig und zart würzig, mit klarer Frische und sauberem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder vielseitiger Speisebegleiter.

Passt zu: Wiener Schnitzel, Fisch, Spargel, Gemüsegerichten und leichter Küche.


Lage: Kremstal, Großlage Göttweiger Berg (Niederösterreich); Winzerhof Familie Dockner
Klassifikation: Kremstal – 100 % Grüner Veltliner, trocken
Ausbau: Edelstahltank (fruchtbewahrend)

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Rebsorten

Lafarge Volnay Village 2023

Rotwein · Volnay · Pinot Noir

Pinot Noir Volnay AOC (Village) mehrere Parzellen · 2,62 ha · Reben Ø 50 J. Handarbeit im Weinberg · überwiegend entrappt · max. 25% neu 2023

Der Volnay Village 2023 der Domaine Michel Lafarge ist ein echter Charmeur von einer der Top-Adressen des Burgunds. Reife Kirschen, saftige Pflaumen und feine Beerenfrucht treffen auf lebhafte Frische, seidige Textur und eine feingliedrige Struktur – Finesse, Klarheit und Eleganz wie aus dem Bilderbuch des klassischen Volnay.


Volnay – Archetyp des eleganten Burgunders

Volnay an der Côte de Beaune ist berühmt für die elegantesten, duftigsten Pinot Noirs der Region. Die Domaine Michel Lafarge gilt als Archetyp des klassischen Volnay – raffiniert, duftend und feminin, mit Präzision und Konturenschärfe. Der Volnay Village stammt aus mehreren Parzellen mit zusammen 2,62 Hektar und durchschnittlich 50 Jahre alten Reben.

Die Lafarges sind seit dem frühen 19. Jahrhundert Winzer; heute führen Frédéric und Chantal Lafarge die Domaine. Gearbeitet wird mit Kompost und Pflanzenpräparaten, mit Pflanzungen überwiegend aus „sélection massale".

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare Frucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, von rund 50 Jahre alten Reben aus mehreren Parzellen.

Traditionell und zurückhaltend vinifiziert: überwiegend (80–100 %) entrappt, mit sehr maßvollem Einsatz neuen Holzes (max. 25 %), Ausbau im mehrere Jahrhunderte alten Keller. Das Gut ist seit 2000 Ecovert-zertifiziert.

Im Glas

Vielschichtig: rote und dunkle Beerenfrucht, Veilchen und Gewürze. Am Gaumen klare Frische, seidige Textur und feine, reife Tannine, getragen von einer feingliedrigen Struktur – die Handschrift des Guts.

Rote und dunkle Beere, Veilchen und Würze über seidiger Textur und feinem Tannin – Finesse, Klarheit und Eleganz.

Schon jung viel Freude, mit Potenzial für einige Jahre Reife. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Volnay (Côte de Beaune); mehrere Parzellen, 2,62 ha, Reben Ø 50 Jahre
Klassifikation: Volnay AOC
Ausbau: Pinot Noir, überwiegend entrappt; max. 25% neues Holz; Ecovert-zertifiziert

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Ungarn

Oremus Tokaji Eszencia 2010

Edelsüßer Weißwein · Tokaji Eszencia · Furmint-Cuvée

Furmint-Cuvée Tokaji Eszencia Tokaj-Hegyalja · Ungarn Oremus (Vega Sicilia) freilaufender Saft (jus de goutte) über 500 g/l Restzucker jahrelange Gärung 2010

Die Oremus Tokaji Eszencia 2010 gilt als einer der besten und lagerfähigsten Süßweine der Welt – der freilaufende Saft edelfauler Aszú-Beeren, von sagenhafter Konzentration. Bernstein bis Rotgold im Glas, mit Aromen von Rumtopf, getrockneter Aprikose und Rosine, klar und konzentriert nach Karamell, Honig und Gewürzen.


Eszencia – die Seele des Tokaj

Die Eszencia des Tokaji gilt als einer der besten und lagerfähigsten Süßweine der Welt. Sie entsteht nur in herausragenden Jahren, in denen die Edelfäule (Botrytis cinerea) besonders reichlich auftritt. Tokaj-Hegyalja im Nordosten Ungarns – seit 2002 UNESCO-Weltkulturerbe – bietet am Zusammenfluss von Bodrog und Tisza mit herbstlichem Nebel und sonnigen Nachmittagen die idealen Bedingungen dafür.

Das Weingut Tokaj-Oremus wurde 1993 von der Familie Álvarez, Eigentümerin der spanischen Ikone Vega Sicilia, gegründet und trägt den Namen der historischen Lage Oremus – jener Wiege des Tokaji Aszú. Die Eszencia entsteht aus den edelsten, am stärksten von Botrytis konzentrierten Beeren der Sorten Furmint, Hárslevelű, Zéta und Sárga Muskotály.

Jahrgang 2010 – Tokaj-Hegyalja

Eine Eszencia wird nur dann erzeugt, wenn die Ernte an edelfaulen Beeren außergewöhnlich reich ausfällt – sie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern hängt ganz vom Wohlwollen der Natur ab. Der Jahrgang 2010 brachte die Voraussetzungen für diesen legendären Nektar, der seine Tiefe und Konzentration über viele Jahre langsamer Gärung und Reife gewinnt.

Herstellung und Ausbau

Edelsüßer Tokaji Eszencia aus dem Jahrgang 2010 – eine Cuvée aus Furmint, Hárslevelű, Zéta und Sárga Muskotály.

An jedem Erntetag werden die edelsten, von Botrytis durchdrungenen Beeren Stück für Stück gesammelt. Allein durch ihr Eigengewicht tritt der dickflüssige, hochkonzentrierte Saft – die „jus de goutte" – aus, ganz ohne Pressung. Dieser Most gärt extrem langsam, zunächst über Monate in 50-Liter-Glasballons; aufgrund der enormen Zuckerkonzentration (oft über 500 g/l) vergärt nur ein winziger Teil, sodass der Wein nur sehr wenig Alkohol entwickelt. Nach rund einem Jahr reift die Eszencia in kleinen 68-Liter-Átalag-Fässern weiter, ehe sie eine jahrzehntelange Flaschenreife antritt. Aufgrund ihrer Konzentration und ihres Extraktreichtums wurden diesem Nektar früher gar medizinische Wunderdinge zugesagt.

Im Glas

Es ist in jedem Fall ein einmaliges Erlebnis, so einen bombastischen Edelsüßwein einmal im Glas gehabt zu haben: in der Farbe Bernstein und Rotgold; er duftet nach Rumtopf und getrockneten Früchten wie Aprikose und Rosinen. Im Mund scheint sich ein Sirup auszubreiten, jedoch schmeckt die Essenz klar und konzentriert nach Karamell, Honig und Gewürzen – mit Anklängen von Fichtenhonig, Schwarzbrot und gedörrtem Obst. Im filigranen Abgang wirkt er noch lange und intensiv nach.

Bernstein und Rotgold, Rumtopf, Aprikose und Rosine – klar und konzentriert nach Karamell, Honig und Gewürzen, mit endlos langem Nachhall.

Ein Wein für besondere Anlässe und mit jahrzehntelangem, ja jahrhundertelangem Reifepotenzial. In winzigen Mengen gut gekühlt bei rund 8 °C genießen.

Am Tisch

Vor allem solo als meditativer Nektar im Glas – löffel- oder schluckweise. Daneben zu Foie gras, zu kräftigem Blauschimmelkäse sowie zu Desserts mit getrockneten Früchten, Karamell oder Honig.


Lage: Tokaj-Oremus, Tolcsva, Tokaj-Hegyalja (Ungarn); vulkanische Böden am Zusammenfluss von Bodrog und Tisza; UNESCO-Weltkulturerbe
Klassifikation: Tokaji Eszencia (edelsüß); freilaufender Saft edelfauler Aszú-Beeren; Cuvée aus Furmint, Hárslevelű, Zéta und Sárga Muskotály; über 500 g/l Restzucker
Ausbau: spontane, jahrelange Langsamgärung in 50-l-Glasballons, Reife im 68-l-Átalag-Fass, anschließend lange Flaschenreife

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Weine

Dönnhoff Schloßböckelheimer Felsenberg Riesling GG 2022

Weißwein · Schloßböckelheim (Nahe) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Schloßböckelheimer Felsenberg VDP.Großes Gewächs Dönnhoff Nahe roter Vulkanhartstein · Porphyr/Melaphyr steiler Südhang trocken · 2022

Der Dönnhoff Schloßböckelheimer Felsenberg Riesling GG 2022 stammt von den besten steilen Parzellen rund um das berühmte Felsentürmchen. Ein ausdrucksstarker, kraftvoller und tiefmineralischer Riesling auf rotem Vulkangestein.


Schloßböckelheimer Felsenberg – Riesling auf rotem Vulkangestein

Das Weingut Dönnhoff in Oberhausen zählt zu den weltweit renommiertesten Rieslingerzeugern der Nahe. Der Felsenberg gehört zu den Weltklasselagen des Guts – ein steiler Südhang mit dem markanten Felsentürmchen.

Das GG stammt aus den besten steilen Parzellen mitten im Felsenberg. Der Boden besteht aus rotem vulkanischem Hartstein, Porphyr und Melaphyr – ein hervorragendes Rieslingterroir, das ausdrucksstarke, kraftvolle und tiefmineralische Weine hervorbringt.

Jahrgang 2022 – Nahe

2022 war an der Nahe ein warmer, sonnenreicher Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht. Der vulkanische Boden und die Steillage bewahrten Kraft, Mineralität und Spannung – Reife und Frische im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Schloßböckelheimer Felsenberg, Jahrgang 2022; 100 % Riesling von rotem vulkanischem Hartstein (Porphyr/Melaphyr).

Nach selektiver Handlese wird der Wein herkunftsbetont im Stil des Guts vergoren und ausgebaut, ganz auf die vulkanisch geprägte Mineralität, Kraft und Präzision ausgerichtet.

Im Glas

Ein kraftvoller, ausdrucksstarker Riesling: gelbe Frucht und Zitrus, dazu weißer Pfirsich, feine Kräuterwürze und eine markante, rauchig-salzige Vulkanmineralität. Am Gaumen dicht und straff, mit lebendiger Säure, kühler Präzision und einem langen, mineralisch-salzigen Nachhall.

Gelbe Frucht, Zitrus und weißer Pfirsich über feiner Würze und rauchig-salziger Vulkanmineralität – dicht und straff, mit lebendiger Säure, kühler Präzision und langem, salzigem Nachhall.

Ein großer, langlebiger Nahe-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in Rahmsauce sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Schloßböckelheimer Felsenberg (VDP.Große Lage), Nahe; steiler Südhang um das Felsentürmchen; roter vulkanischer Hartstein, Porphyr und Melaphyr
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Nahe (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, herkunftsbetonte Vergärung und Ausbau im Stil des Guts

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Weine

Jade Gross Moon Rocket Magnum tinto 2024

Rotwein · Rioja · Tempranillo / Garnacha Tinta / Viura

48 % Tempranillo · 48 % Garnacha Tinta · 2 % Viura DOCa Rioja San Vicente · Labastida Jade Gross 12 Monate franz. Eiche Magnum 1,5 l nur 150 Magnums 2024

Der Jade Gross Moon Rocket Tinto 2024 ist die zweite Ausgabe dieses besonderen Projekts und zugleich die erste Cuvée in dieser Zusammensetzung – ein Rioja abseits der Konvention: kraftvoll, doch präzise, mit seidigen Tanninen, saftiger Frucht und markanter Frische. Große Flasche, großes Kino.


Moon Rocket – Rioja abseits der Konvention

Jade Gross, in Hongkong geborene chinesisch-amerikanische Quereinsteigerin aus der Spitzengastronomie, begann ihr Rioja-Projekt 2019 unter der Mentorschaft von Abel Mendoza. Ihre Weine entstehen handwerklich, mit minimaler Intervention und klarem Fokus auf den Ausdruck von Rebsorte und Terroir.

Der Moon Rocket Tinto vereint 48 % Tempranillo, 48 % Garnacha Tinta und 2 % Viura aus mehreren Weinbergen rund um San Vicente de la Sonsierra und Labastida. Die Reben wachsen in unterschiedlichen Höhenlagen zwischen 450 und 650 Metern, auf einer vielfältigen Mischung aus sandigen Böden, kalkhaltigem Ton und Sandstein. Diese Kombination verschiedener Terroirs verleiht dem Wein sowohl Struktur als auch Frische und aromatische Komplexität.

Jahrgang 2024 – Rioja

Der Jahrgang 2024 zeigt den Moon Rocket Tinto kraftvoll und zugleich präzise, mit saftiger Frucht und markanter Frische. Die Vielfalt der Höhenlagen und Böden gibt dem Wein Spannung und Tiefe – ein Rioja, der schon jung fasziniert und zugleich großes Reifepotenzial besitzt.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 48 % Tempranillo, 48 % Garnacha Tinta und 2 % Viura, Jahrgang 2024, trocken. Abgefüllt in der Magnum (1,5 l).

Die Trauben werden separat gelesen und anschließend in offenen Gärbehältern vergoren. Danach reift der Wein 12 Monate in französischen Eichenfässern, wodurch er zusätzliche Tiefe, feine Würze und eine harmonische Textur erhält. Limitierte Auflage: nur 150 Magnums.

Im Glas

Tief rubinrot mit leichten violetten Reflexen. In der Nase treffen dunkle Waldbeeren auf knackige Kirschen, begleitet von Anklängen an Lakritz, Graphit und zarten Röstaromen. Am Gaumen kraftvoll, doch präzise, mit seidig gewobenen Tanninen, saftiger Frucht und einer markanten Frische, die dem Wein Struktur und Spannung verleiht. Der Abgang ist lang, würzig und mineralisch.

Ein Rioja abseits der Konvention – große Flasche, großes Kino.

Faszinierend schon jung, mit großem Reifepotenzial; profitiert von etwas Luft. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu gegrilltem und geschmortem rotem Fleisch, zu Lamm und Ibérico-Schwein, zu kräftigen Eintöpfen sowie zu gereiftem Käse – ideal für die große Tafel.


Lage: DOCa Rioja (Spanien); mehrere Weinberge rund um San Vicente de la Sonsierra und Labastida, 450–650 m; sandige Böden, kalkhaltiger Ton und Sandstein
Klassifikation: DOCa Rioja (trocken); Magnum 1,5 l, nur 150 Magnums
Ausbau: 48 % Tempranillo, 48 % Garnacha Tinta, 2 % Viura; separate Lese, Gärung in offenen Behältern; 12 Monate französische Eiche; handwerklich

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