Die reichen Nichtshaber

Aber, so rauft sich der olle oso alemán verwundert das Haupthaar, ist das nicht das Land, in dem Milch und Honig fließt? Ist das nicht die Region, in der Sternetempel neben Sternetempeln stehen, in der selbst im einfachsten Restaurant gut gekocht wird? In dem nicht nur, aber auch Flaschen von den Romanées samt Contis und anderem auf den Tischen weilen? Und dann haben die da oben doch gleich drei Weinbauregionen. Nur: wenn man genau hinsieht: dann haben sie nichts. Zumindest keine eigenen Rebsorten. Alles nur geklaut! ¿Hep?

Nun: fast alles, was man in den Regionen, deren Bezeichnung stets auf Txakolina endet, anbaut stammt aus Frankreich, mal abgesehen vom Riesling, der wurde etwas weiter östlich erfunden. Zwar haben sie für alle Sorten, die koa dSau net kennt, einen euskadinischen Namen erfunden, Mune Mahatsa etwa, für Folle blanche, und irgendwas mit Hondarrrribia für das, was die Leute dort statt Muttermilch einsaugen.

Dies war so, dies ist so, und dies wird auch so bleiben. Und zwar mit eben dieser Sorte namens Hondarrabi Zuri, etwas kultivierter spricht man von Gros Courbu. Man braucht diese sauren Bitterlinge, um das viele Fett und Öl, mit dem die Euskaner so hantieren, halbwegs zu verdauen.

Nun kann man aus diesem Zeuch in der Regel statt Weltklasse nur Waldklasse zaubern. Gut, die besten Grocous kann man schon gut trinken, die Topweine von Doniene Gorrondona zum Beispiel, aber dennoch: es gibt nichts Großes im Kleinen!

Nun ist es aber so, dass neben Cross Courbu auch noch Petit Courbu, Gros Manseng sowie Petit Manseng kultiviert werden, wenn auch in verschwindend geringem Umfang. Und genau diese drei Sorten, wobei Gros Manseng eher weniger bedeutend ist, bilden das Gerüst der neuen, großen baskischen Weißweine. 

Nun kann man auch an der Küste halbwegs ordentlichen Weinbau betreiben, siehe Doniene Gorrondona. Nur: die Nichtcrosscourbus werden da nicht reif, denn ständig regnet es oder windet es gar heftig, irgend etwas passiert immer. Deswegen muss man weg von der Küste, hin ins Landesinnere, zumindest hinter die ersten beiden Bergrücken. So bleibt die wabernde, feuchte Küstenluft an der Küste, man kann ökologischen Weinbau betreiben, auch wenn es Aufwand bereitet.

Vier Hektar sind es, die aktuell das Nonplusultra des nordbaskischen Weißweins darstellen: Los Atravesados, malerisch hübsch rechts oberhalb von Balmaseda placiert. Vier Hektar, voll mit den guten Sorten (gut, ein halber Hektar Zuri ist auch darunter, der wird aber bald neu gepfropft – mit roten Sorten!!!). Zwei Hektar etwa sind im Lyra-Stil gezogen, Ziel ist, mehr Blattfläche zu generieren, um die Photosynthese zu stärken. Diese zwei Hektar liefern die Trauben für einen Wein namens Egia Enea, einer der besten Weißweine der Region, noch dazu für kleine Münze erhältlich. Dieser Wein soll uns hier und heute aber nicht beschäftigen, denn schließlich geht es mal wieder um die zwölf spannendsten Weißweine Spaniens.

Imanol Garay ist ein Weinwandervogel, er keltert mal hier, mal dort. Irgendwann beim Txakolieren traf er wohl Alfredo Egia, ihm gehören die vier Hektar Rebland in Balmaseda, und man verabredete, gemeinsam einen Wein zu keltern. Man brauchte nur noch jemanden in einer Bodega, der die Arbeit macht. Denn Alfredo ist der mit den Rebstöcken, Imanol der mit der Philosophie und den Ideen; da traf es sich gut, dass da ja Alfredo Egia in einer Bodega in Orozko mit Gillermo Iturriondobeitia zusammenarbeitet, unter anderem entsteht der Egia Enea dort. Gile, auch er beackert in Arankundiaga drei Weinberge, ist der Bodegafuchs, er gab dem Projekt Leben.

Und so entstand der Hegan Egin, einer der beiden Topweine diese Projekts. Hälfte klein Manseng, Hälfte klein Courbu, ökologischer Weinbau, dementsprechend mickrige Erträge. Und dann alles in Gebinde, die in einer Bodega halt so herumliegen: Amphoren, kleine Barricas, größere Barricas, ein kleiner Stahltank, um Wein zu haben, um die anderen Gebinde nachfüllen zu können. Wobei sich Imanols zusammenphilosophiert hat, dass die Gebinde vielleicht dann doch nicht ganz voll sein sollten denn so gibt es einen Touch „Orange Wine“, ohne ins Trübe abzudriften.

Man kann nun trefflich diskutieren, ob der Hegan Egin zu den großen Weißweinen der Welt gehört (vielleicht dann doch nicht), zu den großen, speziellen und einzigartigen Weißweinen Spaniens gehört er ohne jeden Hauch von Zweifel. Komplexität und Eleganz dieser Art findet man sonst nur in Ausnahmefällen.

Aber hinter den sieben Bergen, in dem Land der sieben Zwerge – kwatsch, die Parzelle liegt ja gleich daneben. Denn Alfredo kultiviert auch eine Parzelle der vier Hektar strikt biodynamisch, mit Kuhhörnern, Stierkohl, Salbei und Veilchen. Oder so. Und aus dieser Parzelle stammen die Trauben für einen Wein, der gegen das Establishment rebelliert. Deswegen heißt er Rebel Rebel, doppelt rebelliert hält besser. Von Erträgen brauchen wir hier gar nicht erst zu reden: ein halber Hektar, keine fünfzehnhundert Flaschen. Der Unterschied zum Hegan Egin: achtzig Prozent Petit Courbu, der Rest Petit Manseng. Und: der Most reift ein paar Stunden Tage, Wochen auf den Schalen, das macht den Wein etwas ungestüm, leicht roh, rebellisch halt.

Welcher ist besser? Gute Frage! Der Hegan Egin ist schon feiner, eleganter, der Rebel² ist ein Rohling, den man auch erst erkunden muss. Wer nur wenig Erfahrung mit solchen Weinen hat, wird wohl eher zum Hegan Egin greifen (sooo viel teurer ist der dann auch wieder nicht), wer abseits bekannter Pfade wandeln will, eher zum Rebel Rebel.

Nebenbei bemerkt: kürzlich hat Alfredo festgestellt, dass es da in dem Teil, der für den Egia Enea ist, einen Teilteil gibt, in dem die Trauben gelber sind als im Rest. Und schwupps: in diesem Jahr wird es dann den ersten Gelbrebellen geben. Ganz schön rebellisch, diese Basken. Text: el oso alemán

Alfredo Egia Cruz: 2018 Rebel Rebel
80% Petit Courbu, 20% Petit Manseng
720 Flaschen gefüllt
El Oso Alemán Ranking Spanische Top-Weißweine 2021: Platz 6

Alfredo Egia Cruz: 2018 Hegan Egin
50% Petit Courbu, 50% Petit Manseng
1.890 Flaschen gefüllt
El Oso Alemán Ranking Spanische Top-Weißweine 2021: Platz 8

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Rebsorten

Huber Malterdingen Chardonnay 2023

Weißwein · Malterdingen (Baden) · Chardonnay

Chardonnay Malterdingen (Ortswein) Bernhard Huber Baden · Breisgau Löss über Muschelkalk Ganztraubenpressung · Spontangärung 100 % Barrique · ~30 % neu 2023

Der Bernhard Huber Malterdinger Chardonnay 2023 ist ein reinsortiger Ortswein auf Village-Niveau. Auf Löss über Muschelkalk gewachsen und komplett im Barrique ausgebaut, zeigt er sich burgundisch: rauchig, frisch und präzise.


Malterdinger Chardonnay – badisches Burgunderterroir

Das VDP-Weingut Bernhard Huber in Malterdingen (Breisgau, Baden) zählt zu den besten Burgunder-Erzeugern Deutschlands; nach dem frühen Tod Bernhard Hubers 2014 führt Sohn Julian mit seiner Mutter Barbara das Gut. Malterdingen gilt als eine der renommiertesten Chardonnay-Adressen außerhalb des Burgunds – auf demselben verwitterten Muschelkalk, den schon die Zisterziensermönche vor über 700 Jahren dem Burgund gleichsetzten.

Seit 2021 ist der weiße Malterdinger ein reinsortiger Chardonnay, ausschließlich aus Lagen innerhalb der Gemeinde Malterdingen. Die Reben wurzeln auf Löss über Muschelkalk-Verwitterung – die Grundlage für einen mineralisch geprägten, präzisen Wein, den Julian Huber auf Village-Niveau sieht.

Jahrgang 2023 – Baden

2023 war in Baden ein Jahrgang, der Präzision im Weinberg belohnte: ein warmer Sommer, gebremst durch Regenschauer im Spätsommer, die Frische und Balance sicherten. Mit sorgfältiger Lese physiologisch reifen Materials entstand ein heller, frischer und präziser Chardonnay – kraftvoll, aber nie üppig.

Ausbau

Trockener Chardonnay (VDP.Ortswein) aus Malterdingen, Jahrgang 2023; 100 % Chardonnay von Löss über Muschelkalk.

Die Trauben werden als Ganztrauben auf der Spindelpresse gepresst, was dem Wein eine feine phenolische Struktur verleiht. Die Gärung setzt spontan und warm im Holz ein; der Ausbau erfolgt vollständig im Barrique auf der Vollhefe, mit rund 30 % neuem Holz. Die feine Reduktion ist ein Markenzeichen der Chardonnays von Julian Huber.

Im Glas

Ein burgundisch geprägter Chardonnay: weißer Pfirsich und grüne Birne, dazu reife Limette, helle Haselnuss und eine feine, rauchig-reduktive Note über kalkig-salziger Mineralität. Am Gaumen seidig und cremig, zugleich straff, mit lebendiger, zupackender Säure, feiner Würze aus dem Fass und einem langen, salzig-mineralischen Nachhall.

Weißer Pfirsich, grüne Birne und reife Limette über heller Haselnuss und rauchig-reduktiver Mineralität – seidig und cremig, zugleich straff, mit zupackender Säure und langem, salzigem Nachhall.

Ein präziser, langlebiger Chardonnay mit gutem Reifepotenzial; jung gern karaffieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Pasta- und Risottogerichten sowie zu gereiftem Hartkäse.


Herkunft: Malterdingen, Breisgau (Baden); Löss über Muschelkalk-Verwitterung
Klassifikation: Chardonnay, VDP.Ortswein (trocken); 100 % Chardonnay
Ausbau: Ganztraubenpressung (Spindelpresse), Spontangärung, kompletter Barrique-Ausbau auf der Vollhefe, ~30 % neues Holz

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Spirituosen

Cardenal Mendoza Angelus Likör

Spirituose · Likör · Jerez de la Frontera · Spanien

Cardenal Mendoza Angêlus ist ein origineller Likör auf Basis des bekannten Cardenal-Mendoza-Brandys. Ihm werden Orangenschalen, Bitterorangen und Kardamom beigemischt; in alten Sherryfässern reift er zu einem ausbalancierten, zitrus-würzigen Likör.


Herkunft

Die familiengeführte Bodega Sánchez Romate Hnos. (gegr. 1781) in Jerez de la Frontera ist vor allem für ihren Brandy Cardenal Mendoza und ihre Sherrys bekannt. Angêlus entstand als jüngste Kreation des Hauses, inspiriert vom Duft der Orangenblüte, der im Frühjahr den Bodega-Patio erfüllt.

Zutaten und Reifung

Auf Basis des klassischen Cardenal-Mendoza-Brandys werden natürliche Zutaten mazeriert – vor allem Bitterorangen und Orangenschalen (Sevilla-Orangen) sowie Kardamom, dazu Zitrone und Nelke. Anschließend reift die Cuvée in alten, mit Sherry belegten Fässern, bis sie ihre ausgewogene Balance erreicht.

Im Glas

Helles Mahagoni mit bernsteinfarbenen Reflexen. In der Nase frische, vielschichtige Zitrus- und Gewürznoten mit Anklängen von Dörrfrucht. Am Gaumen eine Explosion von Zitrustönen mit der Bitterkeit der Bitterorange, feiner Würze und einem leichten Röstton – getragen von dezenter Süße. Sehr langer Abgang.

Pur und im Drink

Pur auf Eis mit einer Orangenscheibe, als Long Drink mit Tonic oder Soda – oder pur mit etwas Honig als wärmender Digestif. Vielseitig in Cocktails wie Margarita, Cosmopolitan oder Sidecar.

Ideal: auf Eis, als Digestif oder in Zitrus-Cocktails.


Herkunft: Jerez de la Frontera (Spanien); Bodega Sánchez Romate Hnos.
Art: Likör auf Basis von Brandy de Jerez
Zutaten: Cardenal-Mendoza-Brandy, Bitterorange & Orangenschale, Kardamom, Zitrone, Nelke
Reifung: Mazeration der Zutaten, anschließend Reifung in alten Sherryfässern

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Rebsorten

Weingut Metzger Kallstadt Saumagen Riesling Lagenwein 2023

Weißwein · Riesling · Lagenwein · Kallstadt · Pfalz

Weingut Metzger Kallstadt Saumagen Riesling Lagenwein stammt aus der berühmten Lage Saumagen in Kallstadt in der Pfalz. In der Nase elegante Aromen von frischen Kräutern und nassem Waldboden mit feiner Erdigkeit, ergänzt um Mandarine. Ein mineralischer, komplexer Riesling mit Herkunft.


Kallstadt Saumagen

Der Saumagen in Kallstadt zählt zu den bekanntesten Lagen der Pfalz, geprägt von kalkreichen Böden (Muschelkalk). Diese verleihen dem Riesling seine ausgeprägte Mineralität und seinen unverwechselbaren Charakter. Die Lese erfolgt mit größter Sorgfalt und selektiver Handarbeit.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Riesling. Der Ausbau stellt die kalkgeprägte Mineralität und die Komplexität der Lage in den Vordergrund und bewahrt die feine Frucht.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase elegante Aromen von frischen Kräutern und nassem Waldboden mit feiner Erdigkeit, dazu Mandarine. Am Gaumen ausgeprägte Mineralität, komplex und harmonisch ausgewogen. Der Abgang ist lang und fokussiert.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren; ein größeres Glas betont die Aromatik.

Klassische Begleitung: Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, Spargel und kräftigere Vorspeisen.


Lage: Kallstadt Saumagen, Pfalz (Deutschland); Muschelkalk
Klassifikation: Pfalz – Lagenwein (Riesling)
Ausbau: 100 % Riesling, mineralisch-komplexer Ausbau

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USA

Vineyards High Contrast Vineyard Syrah 2017

Rotwein · Walla Walla Valley · Syrah

Syrah The Rocks District Walla Walla Valley (USA) 2017 Biodynamie · 14,00 % vol

Der Horsepower Vineyards High Contrast Vineyard Syrah 2017 ist ein biodynamischer Kult-Syrah von Christophe Baron (Cayuse) – rauchig, elegant und kraftvoll, mit samtiger Festigkeit und einem langen, an Komplexität gewinnenden Finale aus einer Lage, in der Basaltkies und Lehmböden aufeinandertreffen.


High Contrast Vineyard – Kies trifft Lehm

Der 2013 gepflanzte Weinberg liegt am Rand des Rocks District of Milton-Freewater, dort wo das Basalt-Kiesbett ausläuft und in siltige Lehm- und Lössböden übergeht. Aus diesem Kontrast – große, alte Basalt-Gerölle wie im Châteauneuf-du-Pape neben fruchtbareren Feinböden – leitet sich der Name „High Contrast" ab, und er prägt den zugleich würzig-mineralischen und geschmeidigen Charakter des Weins.

Gepflanzt ist die Lage ultra-dicht im „sur echalas"-Stil – eine Rebe pro Pfahl, rund 3.555 Stöcke pro Acre. Die Enge zwingt die Reben zu intensivem Wettbewerb und schafft bemerkenswerte Spannung und Konzentration.

Jahrgang 2017 – Walla Walla Valley

2017 gilt nach drei Hitzejahren als klassischer, eleganter Jahrgang im Walla Walla Valley: ein kühler Start mit später Knospe und verzögerter Blüte, ein heißer Sommer, der die Reife wieder einholte, und ideale Erntebedingungen mit warmen Tagen und kühlen Nächten.

Das Ergebnis sind Syrahs mit mehr Anmut, Frische und Finesse als die wärmeren Vorjahre – ein idealer Jahrgang für vielschichtige, balancierte Weine mit langem Reifepotenzial.

Anbau und Ausbau

Reinsortiger Syrah aus dem Jahrgang 2017, 14,00 % vol. Ausbau über 15 Monate in ausschließlich neutralen französischen Eichenfässern. Nur 386 Kisten wurden erzeugt.

Christophe Baron war ab 2002 Pionier der biodynamischen Bewirtschaftung in Walla Walla. Horsepower wird nach einem astrologischen Kalender und vollständig ohne Herbizide, synthetische Dünger oder chemische Pflanzenschutzmittel bearbeitet. Namensgebend sind die Zugpferde, die die eng gepflanzten Reihen kultivieren – Handarbeit im Stil des 19. Jahrhunderts.

Im Glas

Tiefes Rubin mit purpurnem Rand. Ein ausgeprägt rauchiges Bouquet mit feinen Noten von dunkler Schokolade über Brombeere, dazu gerösteter Kaffee, Petrichor, gebackene Erde und getrocknete Kräuter. Am Gaumen mittel- bis vollmundig, elegant und zugleich kraftvoll, mit einem balancierten Gerüst noch jugendlicher Tannine und einer samtigen Festigkeit am Mittelgaumen. Das lange Finale gewinnt mit Luft an Komplexität und Druck.

Rauchig, elegant und kraftvoll – ein Syrah von der Bruchstelle zwischen Basaltkies und Lehm.

Jung noch verschlossen: vor dem Genuss großzügig dekantieren. Mit ein paar Jahren Flaschenreife gewinnt er deutlich und hat Potenzial bis etwa 2032. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lammkeule, gegrilltem Rind, Wild, kräftigem BBQ oder gereiftem Hartkäse. Ein intensiver Begleiter für herzhafte, würzige Gerichte.


Lage: High Contrast Vineyard, Rand des Rocks District of Milton-Freewater, Walla Walla Valley (USA); Basalt-Gerölle und siltiger Lehm, ultra-dichte Pflanzung
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA, Syrah (trocken)
Ausbau: Syrah; biodynamischer Anbau (Zugpferde, sur echalas); 15 Monate neutrale französische Eiche; 14,00 % vol

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Länder/Regionen

Ghislaine Barthod Chambolle Musigny Les Veroilles 1er Cru 2022

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Véroilles · 1er Cru (Monopol) Chambolle-Musigny höchster 1er Cru · 0,6 ha · Bajocium-Kalk 2022

Der Chambolle-Musigny Les Véroilles 1er Cru 2022 der Domaine Ghislaine Barthod stammt aus dem höchstgelegenen Premier Cru von Chambolle – einer Monopol-Lage des Guts oberhalb von Bonnes-Mares. Ein straffer, präziser und aromatischer Pinot Noir mit feiner Mineralität und großer Eleganz.


Les Véroilles – Monopol-Premier-Cru oberhalb von Bonnes-Mares

Les Véroilles ist ein 5,7 Hektar großer Weinberg nördlich des Dorfes Chambolle, oberhalb des Grand Cru Bonnes-Mares. Nur ein kleiner Teil von 0,6 Hektar im südöstlichen Winkel – mit etwas tieferer Bodenschicht – genießt seit der Klassifikationsüberprüfung 1987 Premier-Cru-Status; diese Fläche ist eine Monopol-Lage der Domaine Ghislaine Barthod.

Als höchstgelegener Premier Cru von Chambolle herrscht hier ein kühleres Mikroklima mit starken Tag-Nacht-Schwankungen, was einen eleganten, schlanken Stil fördert. Die Osthänge erhalten reichlich Morgensonne; der Boden besteht fast ausschließlich aus Bajocium-Kalkstein unter lockerem, steinigem Geröll. Die gute Drainage führt zu Wasserstress und damit zu kleinen, konzentrierten Trauben. Der hohe Kalkanteil prägt die präzise Mineralität – eine Tiefe, die an den Nachbarn Bonnes-Mares erinnert.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der die schlanke Eleganz von Les Véroilles mit Substanz unterlegt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und präzisen Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Elegant, fein geschliffen und beinahe feminin. Zarte Fruchtaromen und eine präzise, kalkgeprägte Mineralität führen über ein subtiles Spiel am Gaumen in einen sehr langen Nachhall.

Zarte Frucht und präzise, kalkgeprägte Mineralität über fein geschliffener Struktur – ein Pinot Noir von großer Klasse.

In der Jugend zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 15–16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Les Véroilles (1er Cru, Monopol Ghislaine Barthod), Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); höchster 1er Cru, Bajocium-Kalkstein mit steinigem Geröll, Ostlage, 0,6 ha
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru (Monopol)
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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USA

Cayuse En Chamberlin Syrah 2019

Rotwein · Syrah · Walla Walla Valley · USA

Cayuse En Chamberlin Syrah ist ein Kult-Syrah aus dem Walla Walla Valley im pazifischen Nordwesten der USA. Das von Christophe Baron gegründete Weingut Cayuse arbeitet biodynamisch auf den von Flusskieseln durchsetzten Böden des Rocks District. Die Einzellage En Chamberlin liefert einen mittelkräftigen bis kräftigen, seidigen Syrah. Im Glas dunkle Frucht, Würze und große Balance.


Walla Walla Valley

Cayuse liegt im Walla Walla Valley, genauer im „Rocks District of Milton-Freewater" – einem Gebiet mit auffälligen, runden Basaltkieseln im Boden, die den Syrahs ihren unverwechselbaren, würzig-erdigen Charakter geben. Christophe Baron, ursprünglich aus der Champagne, bewirtschaftet die Lagen biodynamisch. En Chamberlin ist eine seiner Einzellagen.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein ist ein Syrah aus der Einzellage En Chamberlin. Nach der Gärung reift er im Holzfass, überwiegend in gebrauchten Fässern, die die Frucht und den unverwechselbaren „Rocks"-Charakter unterstreichen, ohne ihn zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase Bing-Kirsche und Blaubeere, dazu Tabak, pfeffrige Kräuter, Eisen und ein erdiger Pilzton – der klassische Rocks-Stil. Am Gaumen mittelkräftig bis kräftig, nahtlos und perfekt balanciert, mit feinen Tanninen. Der Abgang ist lang und ausdrucksstark.

Am Tisch

Schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über zwei Jahrzehnte; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Serviertemperatur 16–18 °C.

Klassische Begleitung: gegrilltes und geschmortes Fleisch, Lamm, Wild und Pilzgerichte.


Lage: En Chamberlin, Rocks District, Walla Walla Valley (USA)
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA – Syrah
Ausbau: Holzfass, überwiegend gebraucht; biodynamischer Weinbau

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USA

Horsepower Vineyards The Tribe Vineyard Syrah 2013

Rotwein · Walla Walla Valley · Syrah

Syrah The Rocks District Walla Walla Valley (USA) 2013 Biodynamie · 14,00 % vol

Der Horsepower Vineyards The Tribe Vineyard Syrah 2013 ist ein biodynamischer Kult-Syrah von Christophe Baron (Cayuse) – konzentriert, vollmundig und salzig, mit Hermitage-artiger „scorched earth"-Würze von den Basaltsteinen des Rocks District und zwei Jahrzehnten Reifepotenzial.


The Tribe Vineyard – Basalt im Rocks District

Der drei Acre kleine Syrah-Weinberg liegt direkt neben Christophe Barons En-Chamberlin-Lage im Rocks District of Milton-Freewater – der einzigen US-Appellation, deren Grenzen allein über den Bodentyp definiert sind. Große, alte Basalt-Gerölle wie im Châteauneuf-du-Pape speichern die Sonnenwärme und strahlen sie an die Trauben zurück, was den unverwechselbar würzig-umamihaften Charakter dieser Syrahs prägt.

Gepflanzt ist The Tribe ultra-dicht im „sur echalas"-Stil – eine Rebe pro Pfahl, rund 3.555 Stöcke pro Acre. Die Enge zwingt die Reben zu intensivem Wettbewerb und schafft bemerkenswerte Spannung und Konzentration.

Jahrgang 2013 – Walla Walla Valley

2013 gilt in Washington als warmer, reifer Jahrgang, der vollreife, gesunde Trauben hervorbrachte.

Ein idealer Jahrgang für tief konzentrierte, kraftvolle und zugleich balancierte Syrahs mit langem Reifepotenzial.

Anbau und Ausbau

Reinsortiger Syrah aus dem Jahrgang 2013, 14,00 % vol.

Christophe Baron war ab 2002 Pionier der biodynamischen Bewirtschaftung in Walla Walla. Horsepower wird nach einem astrologischen Kalender und vollständig ohne Herbizide, synthetische Dünger oder chemische Pflanzenschutzmittel bearbeitet. Namensgebend sind die Zugpferde, die die eng gepflanzten Reihen kultivieren – Handarbeit im Stil des 19. Jahrhunderts. Die Erzeugungsmengen sind winzig, der Wein ist streng allokiert.

Im Glas

Ein dunkles, brütend-präzises Bouquet: schwarze Kirsche, Cassis und Brombeere über schwarzer Olive, geräuchertem Schinken, Steak Tartar und Schießpulver, dazu zerdrückte Veilchen, Lagerfeuer, nasser Stein, Funk und Torf. Am Gaumen konzentriert, vollmundig und geschichtet, mit Hermitage-artiger „scorched earth"-Würze, salziger Mineralität und großer Tiefe – ein klar im Côte-Brune-Stil gehaltener Syrah.

Konzentriert, salzig und tief – ein Hermitage-naher Côte-Brune-Syrah von den Basaltsteinen des Rocks District.

Noch jung und straff: braucht Kellerzeit und profitiert vom Dekantieren. Potenzial bis etwa 2033. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lammkeule, gegrilltem Rind, Wild, kräftigem BBQ oder gereiftem Hartkäse. Ein intensiver Begleiter für herzhafte, würzige Gerichte.


Lage: The Tribe Vineyard, Rocks District of Milton-Freewater, Walla Walla Valley (USA); Basalt-Gerölle, ultra-dichte Pflanzung
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA, Syrah (trocken)
Ausbau: Syrah; biodynamischer Anbau (Zugpferde, sur echalas), 14,00 % vol

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Deutschland

Ellermann Spiegel Pinot Noir GOLDKAPSEL trocken 2023

Rotwein · Spätburgunder · Pfalz · Goldkapsel

Ellermann-Spiegel Pinot Noir Goldkapsel ist ein trockener Spätburgunder aus der Spitzenlinie des Weinguts Ellermann-Spiegel in der Pfalz. Aus selektierten Burgunder-Klonen, über zwei Jahre im Barrique ausgebaut und unfiltriert abgefüllt – puristisch, facettenreich und klar.


Pfalz

Die Familie Spiegel liebt Pinots aus dem Burgund. Für den Goldkapsel-Spätburgunder wurden die besten Pinot-Klone selektiert und in die Pfälzer Weinberge bei Kleinfischlingen gepflanzt. Die Goldkapsel kennzeichnet die Spitzenweine des Hauses, aus selektiver Lese.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Spätburgunder (Pinot Noir). Nach selektiver Handlese reift der Wein über zwei Jahre in kleinen Barriquefässern. Die Abfüllung erfolgt schonend und unfiltriert, was Tiefe und Textur bewahrt.

Im Glas

Puristisch und klar. In der Nase zarte Holzaromen, etwas Fichte und Brioche, dazu Veilchen, Brombeere und Himbeere. Am Gaumen wilde Beerenfrucht mit knackiger Säurestruktur und erdigen Noten von Tabak, Leder, Erde und Pilz. Das Finale ist lang, filigran und vibrierend.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; etwas Luft oder eine Karaffe öffnen den Wein. Ein feiner, ausdrucksstarker Pinot für anspruchsvolle Begleitung.

Klassische Begleitung: Wild, Ente, Lamm, Pilzgerichte und gereifter Käse.


Lage: Pfalz – Südliche Weinstraße (Deutschland)
Klassifikation: Qualitätswein (Goldkapsel) – Rotwein (trocken)
Ausbau: über 2 Jahre im Barrique, unfiltriert

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