Das Weinbaugebiet Franken

Das Weinbaugebiet Franken im Wandel der Zeit

Was für ein Wandel! Das mag man sich denken, wenn man die 40 000 Hektar Rebfläche, die Franken im Mittelalter mal hatte und damit das größte Anbaugebiet im Heiligen Römischen Reich war, mit den sehr zersplittert gelegenen 6300 Hektar vergleicht, auf die es heute zusammengeschrumpft ist. Aber dass Fläche allein kein Garant für Qualität ist, wissen wir. Und es ist ja auch schwer genug, bei klimatischen Bedingungen, wie wir sie hier vorfinden, gute Weine zu machen: die Sommer sind heiß und niederschlagsarm, und was die massive Trockenheit überlebt, leidet oft unter den Spätfrösten bis zu minus 15 Grad. Infolgedessen ist man auch so erfinderisch wie sonst fast nirgends, wenn es um neue Möglichkeiten geht, Temperaturextreme abzufedern: schnitt man früher die angedorrten Blätter an den Weinstöcken einfach ab, so lässt man sie heute bewusst hängen, damit sie den Trauben von oben her Schutz vor der sengenden Sonne bieten können.

Der absolute fränkische Klassiker ist, natürlich, der Silvaner. Damit ist Franken eine ziemliche Ausnahme in Deutschland, wo sonst der Riesling Hausherr ist, der hier aber nur auf magere fünf Prozent der Fläche kommt. Seit fast 400 Jahren wird Silvaner angebaut, aber die Franken waren ihm in all den Jahren nicht immer so treu, wie er es verdient gehabt hätte. Da er unter ungünstigen Umweltbedingungen verhältnismäßig stark leidet, gab man zwischendurch immer mal wieder dem Massenträger Müller-Thurgau den Vorzug. Mittlerweile liegen beide mit jeweils einem Viertel der Gesamtfläche gleichauf, und beim Silvaner ist noch viel Luft nach oben: das wärmer werdende Klima verträgt er deutlich besser als andere weiße Rebsorten. Außerdem nimmt er auf unnachahmliche Weise die geschmacklichen Beschaffenheit der Böden auf und speichert so das berühmte goût de terroir, das erdige Aroma der fränkischen Trias aus Gipskeuper, Buntsandstein und Muschelkalk. Seine besondere Frische verdankt er dem „fränkisch-trockenen“ Ausbau, der den Weinen höchstens vier Gramm Restzucker pro Liter lässt, obwohl bis zu neun für einen trockenen Wein zulässig wären. Diese Eigenschaften qualifizieren ihn als Essenbegleiter, der mit fast allen Gerichten der deftigen fränkischen Küche harmoniert. Anders als in anderen Regionen Deutschlands und sich darin mehr am Elsass orientierend, wird hier der Wein nämlich meist nicht des Weines wegen getrunken, sondern dient als alltäglicher Schoppen zur Vesper. Auch wenn diese Sitte immer mehr schwindet und infolgedessen viele der urigen Weinstuben vornehmen Restaurants gewichen sind, ist man in Franken noch deutlich weiter davon entfernt, Wein vom Volksgetränk zum elitären Status-Anzeiger werden zu lassen als in anderen Regionen. Man schwamm ja auch immer schon ein bisschen gegen den Strom: der in den ersten Nachkriegsjahrzehnten in der restlichen Bundesrepublik beliebte, übersüße und geschmacklich flache Massenwein hatte hier nie eine Chance.

Wie um den Status als Weinregion auf ewige Zeiten zu verdeutlichen, bildet der Main hier im Herzen Deutschlands zusammen mit der Fränkischen Saale eine Art auf der Spitze stehendes, gleichschenkliges Dreieck, dass mit etwas Fantasie an die Form einer Traube erinnert. Im Osten dieser Traube lohnt besonders ein Besuch in Volkach, am besten während des Fränkischen Weinfestes im August, des größten ganz Frankens. Obwohl 60 000 Besucher heranströmen, erlebt man hier wie auch anderswo keinen Massentourismus, keine kitschigen Souvenirläden, keine durchgetakteten Bustouren. Die Franken haben anders als an Rhein und Mosel kein Interesse daran, sich bis zum Gehtnichtmehr zu vermarkten. Wenn jemand von außerhalb kommt, wird er natürlich herzlich bewirtet. Aber wenn er nicht kommt, trinkt man den Wein eben auch gern allein – einer der Gründe dafür, warum Wein von außerhalb der ganz bekannten Orte auch nur schwer zu bekommen ist. Aber wir sind ja schon vor Ort! Und ob wir nun die historische Altstadt mit ihrem Ensemble aus Türmen, Toren und zur Weinlagerung tief unterkellerten Häckerhäusern sehenswerter finden oder die Volkacher Mainschleife, man fühlt sich an beiden Plätzen mittendrin im Bereich Maindreieck.

Südlich von Bad Kissingen beginnt er, Herzstück des fränkischen Weinbaus mit der Barockmetropole Würzburg im Zentrum. Hier herrschen Muschelkalkböden vor, die den Weinen eine leicht rauchige Mineralität verleihen, oft gepaart mit einer verspielten Zitrusnote. Auf der Alten Mainbrücke mit Blick auf die Festung Marienberg kann man sich ruhig mal einen Bocksbeutel aufschrauben. Wie der Silvaner gehört die flache, bauchige Flasche mit dem kurzen Hals und dem rustikalen Namen zu Franken dazu. Die Ursprünge sowohl der Form als auch der Bezeichnung liegen weitgehend im Dunkeln; man geht davon aus, dass die militärische Feldflasche Pate stand, da sie den Vorteil besaß, sich besser im Gepäck verstauen zu lassen und auf abfallendem Gelände nicht wegzurollen. Ob der Name nun tatsächlich in derbem Landsknechts-Jargon an den Hodensack eines Ziegenbocks angelehnt ist, oder aber von einem mittelalterlichen ledernen „Buchbeutel“ herrührt – einerlei. Klar ist hingegen, dass er unter dem zunehmende Ökonomisierungsdruck leidet, denn Transport und Lagerung sind aufgrund des erhöhten Platzbedarfs teurer – so wird er mittlerweile nur noch für hochwertige Weine verwendet.

Während nicht wenige Winzer also mittlerweile zwischen Tradition und Kosten abwägen, ist es für die drei großen Würzburger Weingüter, die gleichzeitig auch die größten in Franken sind, eine Selbstverständlichkeit, daran festzuhalten. Der Staatliche Hofkeller Würzburg, datierend auf das Jahr 1128 ältestes urkundlich belegtes Weingut Deutschlands und seitdem stets im Besitz des jeweiligen Landesherrn, lockt mit dem unter dem Nordflügel der Residenz gelegenen Weinkeller, der nach schweren Bombardierungen originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Das Julius- und das Bürgerspital finanzieren als Hospitalstiftungen mit dem Weinbau bis heute karitative Aufgaben, auch bei ihnen lohnt sich eine Besichtigung der großzügigen barocken Anlagen, das Bürgerspital etwa wartet mit dem größten Holzfasskeller Deutschlands auf, in welchem sich mit dem Steinwein von 1540 auch eine Flasche des ältesten noch erhaltenen Weißweins der Welt findet.

Einig waren sich alle drei im Widerstand gegen die Einführung der Großlagen über das Deutsche Weingesetz, was das Verschneiden der früheren Einzellagen erlaubte. Der willkürlich gewählte „Marienberg“ als ganz Würzburg abdeckende Großlage findet sich daher so gut wie nirgendwo wieder, stattdessen vermarktet man nach wie vor unter den historisch-kleinteiligen Bezeichnungen wie Innere Leiste oder Würzburger Stein, der größten zusammenhängenden Einzellage Deutschlands, die von den drei Gütern zu jeweils etwa einem Drittel bewirtschaftet wird. So idyllisch es wirken mag, hier mit Blick auf die Stadt zu verweilen, so hat sich wie in vielen anderen Teilen des Maintals die ehemals geschlossene Weinregion durch menschliche Eingriffe massiv verändert: der unter dem Stein hindurchführende ICE-Tunnel ist neben dem Main-Donau-Kanal und den unzähligen Autobahnen nur der offensichtlichste Teil der Zerstörung einer jahrhundertealten Kulturlandschaft. Die Flurbereinigung tat ihr Übriges, aus der Kleinteiligkeit der alten Weinberge streng auf wirtschaftliche Nutzbarkeit getrimmte und dadurch mehr oder weniger seelenlose Flächen zu erschaffen. Ironischerweise scheint es gerade der Tourismus zu sein, der für eine Rückkehr zur Ursprünglichkeit mit ihren Feldsteinmäuerchen, urigen Holzschuppen und naturbelassenen Freiflächen sorgen könnte.

Wesentlich unverfälschter präsentiert sich der südöstlich des Maindreiecks gelegene Bereich Steigerwald. Auf den Gipskeuperböden mit ihrem hohen Potential zur Wärmespeicherung, deren Bodenschichten im Dialekt „Steigen“ genannt werden und daher der ganzen Region den Namen aufgeprägt haben, wachsen neben dem Silvaner, den ein Zisterzienserabt im 17. Jahrhundert aus Österreich mit herbrachte, insbesondere die Kreuzungen Müller-Thurgau und Bacchus. Ersterer, auch unter dem Namen Rivaner bekannt, stellt wenig Ansprüche an seinen Standort, außer, dass er sich in tiefen Tallagen nicht wohl fühlt – was aber bei Weinbergen auf fast durchgehend etwa 400 Meter über NN kein Problem darstellt. Der Bacchus, dessen einer Elternteil der Müller-Thurgau ist, reift sehr früh und kann daher recht fett werden. Oft kombiniert man seine fruchtige Aromatik mit der Säure des eher neutralen Müller-Thurgau und erreicht dadurch sehr elegante Tropfen, die aber im Lagerpotential nicht ansatzweise an den Silvaner heranreichen.

Zentrum des Weinbaus im Steigerwald ist unbestritten Iphofen mit seinen mehr als 20 Winzern, davon drei im VDP. Hier soll einer der wenigen Orte Deutschlands sein, an dem man aus einem Silvaner mehr Finesse herauskitzeln kann als aus einem Riesling. Seit dem frühen Mittelalter wird hier Wein angebaut, später dann auch in großem Stil umgeschlagen. Der Zehnthof, den es hier wie auch in vielen anderen fränkischen Dörfern noch gibt, erinnert an die alte Praxis der Abgabe einer zehnprozentigen Steuer an die geistliche Herrschaft, oft bezahlt in Naturalien. Der Wein ist damals das Lebenselixier der strukturschwachen Region, daher versteht man in diesem Punkt auch wenig Spaß: wer seinem Nachbarn Trauben klaut, wird mit Schimpf und Schande aus der Dorfgemeinschaft verbannt. Infolge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts dann der große Einschnitt: viele Rebflächen in weniger guten Lagen wurden aufgegeben, die Reblausplage tat kurz darauf ihr Übriges. Und auch die in Süddeutschland früher übliche Realteilung machte den Weinbau unwirtschaftlich: durch die vorgeschriebene Aufteilung der Erbmasse an alle Nachkommen zu gleichen Teilen wurden die Parzellen in jeder Generation kleiner. Über 100 Jahre dauerte es, bis sich, insbesondere durch Gründung von Winzergenossenschaften, der Weinbau einigermaßen erholte. Die 70er Jahre verhalfen Franken aufgrund exorbitant hoher Nachfrage und daraus resultierender Neuausweisung von Rebflächen bis hin zu Verdreifachung derselben zurück auf die große Bühne.

Und der Rotwein? Von dem haben wir noch gar nicht gesprochen. Aber es gibt ihn, fast ein Fünftel der Rebfläche macht er schon aus. Das ist einerseits den klimatischen Veränderungen geschuldet, andererseits aber auch den klaren Wünschen von Konsumenten und Gastronomie. Auf einige Erfahrung kann da der dritte fränkische Bereich, das Mainviereck zwischen Aschaffenburg und Marktheidenfeld, zurückgreifen. Hier in Churfranken gedeihen auf vielen sehr kleinen Einzellagen auf der westlichen Mainseite ausgezeichnete Spätburgunder, aber auch Kreuzungen wie der tiefdunkle Domina mit seinen weichen Tanninen. Insbesondere auf dem steinigen Boden des Centgrafenbergs bei Bürgstadt, aber auch rundherum um Klingenberg erzeugt man kräftige, sonnenverwöhnte Rote, die sich vor französischen Burgundern nicht verstecken müssen. Und wer lieber einen leichten Sommerwein schätzt, der greift am besten zum Rotling, einer (zwar nicht ausschließlich) fränkischen Spezialität, bei der rote und weiße Trauben zusammen gekeltert werden – aber Achtung, bloß nicht als Rosé bezeichnen, das ist er nämlich keineswegs!

Auch, wenn man sich in den mainfränkischen Wirtschaften mittlerweile ein Bier bestellen könnte, was vor noch gar nicht so langer Zeit völlig außerhalb alles Möglichen lag: damit würde man so Einiges verpassen. Wer wie die Winzer hier fast alttestamentarischen Wetterextremen von sintflutartigen Regenfällen über klirrende Frosteinbrüche bis hin zu sengender Dürre stoisch erträgt und wie 2020 mit der geringsten Ernte seit 35 Jahren immer noch Spitzenweine erzeugt, muss schon wahre Liebe zur Rebe haben. Text: Dario Sellmeier

Bilder Weingut Horst Sauer

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Frankreich

Joblot Givry 1er Cru En Veau blanc 2023

Weißwein · Givry Premier Cru · Chardonnay

Chardonnay Givry · 1er Cru En Veau (Vaux) Côte Chalonnaise nahe Cellier aux Moines 2023

Der Givry En Veau 1er Cru Blanc 2023 der Domaine Joblot ist ein Chardonnay aus einer Premier-Cru-Lage der Côte Chalonnaise. Mineralisch, fein und frisch – aus der Hand einer der führenden Adressen von Givry.


En Veau (Vaux) – Premier Cru in Givry

Vaux (auch „En Veau") ist eine von 38 Premier-Cru-Bezeichnungen in Givry in der Côte Chalonnaise; die Lage bringt sowohl Rotweine aus Pinot Noir als auch Weißweine aus Chardonnay hervor. Der Weinberg liegt nordöstlich der Stadt Givry in Richtung der Gemeindegrenze zu Mellecey und unmittelbar westlich des Premier Cru Cellier aux Moines – auf vielen Weinbergkarten taucht er gar nicht auf.

Die Domaine Joblot zählt zu den führenden Erzeugern von Givry und gilt als Maßstab der Appellation.

Jahrgang 2023 – Côte Chalonnaise

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück.

Für die weißen Burgunder steht 2023 für reife, aromatische Frucht bei klarer Säure – die Grundlage für die mineralische Frische dieses Givry.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – der maßvolle Holzeinsatz gibt Struktur und cremige Textur, ohne die mineralische Frische zu überdecken.

Im Glas

Zitrus, weiße Blüten und helle Obstfrucht über feiner Mineralität. Am Gaumen mit cremiger Textur, klarer Säure und einem langen, frischen Abgang.

Zitrus und weiße Blüten über feiner Mineralität, getragen von cremiger Textur – ein frischer, eleganter Givry blanc.

Jung schon zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 11–12 °C servieren.

Am Tisch

Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel in heller Sauce, Kalb, dazu milder Weichkäse – oder solo als Aperitif. Ein vielseitiger Begleiter.


Lage: En Veau / Vaux (1er Cru), Givry (Côte Chalonnaise); nordöstlich von Givry, westlich des Cellier aux Moines
Klassifikation: Givry Premier Cru
Ausbau: Chardonnay; Holzfassausbau

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Weine

Marguet Ambonnay Rosé 2020 Brut Nature BIO

Champagner · Rosé · Ambonnay Grand Cru · Brut Nature · Bio

Marguet Ambonnay Rosé Brut Nature ist ein Bio-Rosé-Champagner aus dem Grand-Cru-Dorf Ambonnay. Benoît Marguet keltert ihn biodynamisch und baut ihn im Holz aus; der Verzicht auf Dosage sorgt für Klarheit und Spannung. Ein Rosé mit Ecken und Kanten. Im Glas ein faszinierender Rosé-Pfirsichton mit lachsfarbenen Reflexen.


Ambonnay Grand Cru

Ambonnay ist eine als Grand Cru klassifizierte Gemeinde der Montagne de Reims. Die kalkreichen Böden geben dem Rosé Tiefe, Würze und Spannung. Benoît Marguet arbeitet biodynamisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Assemblage und Ausbau

Der Rosé vereint Pinot Noir und Chardonnay aus Ambonnay; die Roséfarbe entsteht durch die Assemblage. Der Ausbau erfolgt im Holz, was ihm zusätzliche Tiefe verleiht. Abgefüllt ohne Dosage als Brut Nature – für Klarheit und Spannung.

Im Glas

Faszinierender Rosé-Pfirsichton mit leicht lachsfarbenen Reflexen. In der Nase Walderdbeeren, rote Äpfel, Blutorange und zitrische Würze, dazu Zimt, Nelke und eine deutliche Zedernnote. Am Gaumen druckvoll, würzig und texturiert, mit fast cremig-glänzender Art, Erdbeere, Apfel, Orangenzeste und feinen herben Anklängen. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, Krustentiere und würzige Gerichte.


Lage: Ambonnay Grand Cru, Montagne de Reims (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Rosé Brut Nature
Ausbau: Pinot Noir/Chardonnay, Holzausbau, ohne Dosage

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Spanien

Lopez de Haro Reserva

Rotwein · Rioja · Spanien

Der Hacienda López de Haro Reserva ist ein klassischer Rioja-Rotwein der Bodega Classica aus San Vicente de la Sonsierra. Die Cuvée besteht hauptsächlich aus Tempranillo mit etwas Graciano und reift zwanzig Monate in kleinen Eichenfässern aus amerikanischem und französischem Holz. Das Bukett ist erdig, mit zarten Noten von Kokosnuss und frischer Vanille. Am Gaumen frische Brotkruste und reife Beeren, in reifer, runder Art.


Rioja Alta – San Vicente de la Sonsierra

Die Bodega Classica liegt in San Vicente de la Sonsierra in der Rioja Alta, oberhalb des Ebro. Das 2003 gegründete Gut arbeitet mit alten Reben aus verschiedenen Lagen der Rioja, viele auf kargen Böden der Ebro-Terrassen. Das Klima der Rioja Alta verbindet kontinentale, mediterrane und atlantische Einflüsse und sorgt für eine ausgewogene Reife der Trauben.

Assemblage und Ausbau

Cuvée hauptsächlich aus Tempranillo mit etwas Graciano. Der Ausbau erfolgt über zwanzig Monate in kleinen Eichenfässern aus amerikanischem und französischem Holz, gefolgt von weiterer Flaschenreife. Enthält Sulfite.

Im Glas

Tiefes Kirschrot mit Reifetönen. In der Nase erdig, mit zarter Kokosnuss, frischer Vanille und frischer Brotkruste. Am Gaumen reife Beeren, rund und harmonisch, mit feinen Tanninen aus der langen Fassreife. Der Abgang bleibt lang.

Am Tisch

Klassische Begleitung: kräftige Speisen wie Lamm, Rind, Wild und Schmorgerichte, ebenso gereifter Käse. Durch seine runde Reife auch solo zu genießen. Serviertemperatur 16–18 °C.


Lage San Vicente de la Sonsierra, Rioja Alta (Spanien), alte Reben auf Ebro-Terrassen
Klassifikation DOCa Rioja (Reserva)
Ausbau Cuvée Tempranillo/Graciano, 20 Monate in kleinen Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche, anschließend Flaschenreife

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Weine

Peter Jakob Kühn Riesling Sankt Nikolaus 2021 GG BIO

Weißwein · Mittelheim (Rheingau) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Mittelheimer Sankt Nikolaus VDP.Großes Gewächs Peter Jakob Kühn direkt am Rhein · Süd über 60 J. Reben Ganztraubenpressung · 18 Mon. Vollhefe BIO/Demeter (DE-ÖKO-003) · 2021

Der Peter Jakob Kühn Sankt Nikolaus Riesling GG 2021 ist ein Großes Gewächs aus einer sanft nach Süden geneigten Parzelle direkt am Rhein. Über 60 Jahre alte Reben bringen wenige, kleinbeerige Trauben mit komplexem, intensivem Aroma hervor – ein tiefer, mineralischer Riesling von Weltklasse.


Mittelheimer Sankt Nikolaus – Großes Gewächs am Rhein

Das Weingut Peter Jakob Kühn in Oestrich zählt zu den herausragenden Adressen des Rheingaus und arbeitet seit 2004 als zertifiziertes Demeter-Mitglied biologisch-dynamisch (DE-ÖKO-003). Prägend ist der entschleunigte Ausbau in traditionellen Holzfässern mit langem Hefelager, der den Weinen Tiefe und Anmut verleiht.

Namensgeber der Lage ist eine historische Sandsteinfigur des Heiligen Nikolaus, die segnend am Wegesrand steht. Die Parzelle neigt sich sanft nach Süden, nur rund 50 Meter vom Rhein entfernt; der Fluss fungiert als Wärmespeicher und Sonnenreflektor und bewirkt einen früheren Austrieb sowie eine besonders lange Wachstums- und Reifezeit. Über 60 Jahre alte Reben bringen hier nur wenige, kleinbeerige Trauben mit komplexem, intensivem Aroma hervor.

Jahrgang 2021 – Rheingau

2021 war im Rheingau ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht. Die früh reifende Lage am Rhein und der lange Ausbau auf der Vollhefe bewahrten Tiefe, salzige Mineralität und Spannung – Kraft und Feinheit im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Mittelheimer Sankt Nikolaus, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von über 60-jährigen Reben.

100 % Handlese, schonende Ganztraubenpressung, spontane Gärung mit den natürlichen Hefen und 18 Monate Ausbau auf der Vollhefe im großen Holzfass. Dieser lange Hefeausbau verleiht dem Wein Schmelz, Tiefe und komplexe Struktur, ohne die Frucht zu überlagern. Biologisch-dynamischer Anbau (Demeter, DE-ÖKO-003).

Im Glas

Ein tiefgründiges Großes Gewächs von großer Klarheit: reife gelbe Frucht, dazu getrocknete Kamille und Kräuter, Zitrusöl und feine, steinig-mineralische Anklänge. Am Gaumen saftig, vielschichtig und druckvoll, luftig-schwebend und zugleich erdig-steinig, mit einem salzig-mineralischen Säurenerv und einem sehr langen Nachhall.

Reife gelbe Frucht, getrocknete Kamille und Zitrusöl über steinig-mineralischer Tiefe – saftig, vielschichtig und druckvoll, luftig-schwebend und erdig-steinig zugleich, mit salzigem Säurenerv.

Ein großes, sehr langlebiges GG; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Butter- und Rahmsaucen sowie zu gereiftem Hartkäse wie Comté oder Beaufort.


Lage: Mittelheimer Sankt Nikolaus (VDP.Große Lage), Rheingau; direkt am Rhein, sanfter Südhang; über 60 Jahre alte Reben
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Rheingau (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: 100 % Handlese, Ganztraubenpressung, Spontangärung, 18 Monate auf der Vollhefe im großen Holzfass; biologisch-dynamisch, Demeter, DE-ÖKO-003

Fotos: A. Durst

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Feinkost

Deortegas Aceite de Oliva Virgen Extra Olivenöl Arbequina BIO

Feinkost · Olivenöl · Arbequina · Murcia · Bio

Deortegas Aceite de Oliva Virgen Extra Arbequina ist ein natives Bio-Olivenöl extra aus 100 % Arbequina-Oliven aus Murcia in Spanien. Es duftet nach Artischocken und reifen Strauchtomaten und bietet viel Frucht im Geschmack – klar und saftig im Ausdruck. Ein feiner Hochgenuss.


Herkunft

Das Olivenöl stammt aus Murcia im Südosten Spaniens, einer für hochwertige Olivenöle bekannten Region. Es wird aus biologisch angebauten Oliven gewonnen und ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle ES-ECO-024-MU).

Anbau und Verarbeitung

Das Öl wird zu 100 % aus der Arbequina-Olive gewonnen. Als natives Olivenöl extra wird es schonend kalt gepresst, was seine fruchtige, klare Aromatik bewahrt.

Geschmack

Goldgelb-grünlich. In der Nase Artischocken und reife Strauchtomaten. Im Geschmack viel Frucht, dabei stets klar und saftig im Ausdruck, mit einer feinen Balance.

Am Tisch

Am besten roh und kalt verwenden, um die Aromatik voll zur Geltung zu bringen.

Klassische Verwendung: zum Verfeinern von Salaten und Fischgerichten, zu Gemüse und über Brot.


Hersteller: Deortegas
Produkt: Aceite de Oliva Virgen Extra (natives Olivenöl extra)
Sorte: 100 % Arbequina
Herkunft: Murcia (Spanien)
Verarbeitung: kalt gepresst, nativ extra
Mindesthaltbarkeit (MHD): 09.2027

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Deutschland

Vollenweider Goldgrube Aurum 2017 ausgegoren

Weißwein · Mosel · Riesling

Riesling Mosel · Traben-Trarbach Wolfer Goldgrube (Grand Cru) Aurum · ausgegoren wurzelechte Reben bis 100 J. grauer Schiefer ~2 Jahre Vollhefe 2017

Der Vollenweider Goldgrube Aurum 2017 ist die trockene Grand-Cru-Selektion aus den besten Parzellen und ältesten Reben (bis 100 Jahre) der Wolfer Goldgrube – die Quintessenz dieses Hanges. Intensive, verspielt-würzige Frucht und substanzielle Mineralität, die Zeit braucht, um sich voll zu öffnen.


Goldgrube Aurum – Quintessenz eines großen Hanges

Das Weingut Vollenweider in Traben-Trarbach zählt zu den Kultadressen der Mosel. 1999 legte der Schweizer Daniel Vollenweider den Grundstein mit nur einem Hektar in der Wolfer Goldgrube – seiner Paradelage, gewissermaßen seinem Scharzhofberg. Bio-zertifiziert, mit alten, wurzelechten Reben am Einzelpfahl, Spontangärung und langem Hefelager entstehen mineralisch geprägte Rieslinge, die sich weniger über die Frucht als über Salzigkeit und Struktur definieren. Seit 2022 führt Moritz Hoffmann das Gut weiter.

Die ›Goldgrube‹ stammt aus den besten Parzellen und von den ältesten (bis zu 100 Jahren) Rebstöcken der Wolfer Goldgrube. Sie ist sozusagen die Quintessenz dieses Hanges; die Goldgrube liefert Weine mit intensiver, verspielt-würziger Frucht, die gelegentlich fast tropische Anklänge zeigt, und einer substanziellen Mineralität. Sie brauchen oft einige Zeit, um sich voll zu öffnen. Die Böden bestehen weitestgehend aus grauem Schiefer, mit einigen Adern einer eher rötlichen Varietät. Die Ausrichtung des Hanges von Süd nach West ermöglicht eine lange Reifeperiode, was der Aromenbildung immensen Vorschub leistet. Felsnasen, Steilwände und Trockenmauern bilden dabei zusätzliche Wärmespeicher.

Jahrgang 2017 – Mosel

2017 gilt an der Mosel als sehr guter, klassisch-frischer Riesling-Jahrgang mit reifer Frucht und lebendiger Säure. In der Goldgrube und in der langen Aurum-Reife ergibt das einen besonders dichten, tiefgründigen und langlebigen Wein, der Zeit braucht, um seine ganze Vielschichtigkeit zu entfalten.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2017, ausgegoren (trocken). „Ausgegoren" bedeutet bei Vollenweider, dass die Gärung natürlich endet – je nach Jahrgang kann eine feine Restsüße verbleiben, die der steinig-salzigen Art jedoch nie anzumerken ist.

Nach spontaner Gärung mit weingutseigenen Hefen reift der Aurum rund zwei Jahre auf der Vollhefe – schonend im großen Holzfass bzw. Stahl, im puristischen, minimal-invasiven Stil des Hauses. Biologischer Anbau; sehr kleine Menge.

Im Glas

Ein kraftvoller, tiefgründiger Grand-Cru-Riesling: intensive, verspielt-würzige Frucht mit fast tropischen Anklängen, dazu rauchiger Schiefer, Kräuter und eine feine Hefewürze aus dem langen Vollhefelager. Am Gaumen dicht und vielschichtig, mit kraftvollem Rückgrat, steinig-herber, geradezu extremer Mineralität und feiner Frucht – mächtig im Körper und doch präzise proportioniert, mit langem, salzigem Abgang.

Die Quintessenz der Goldgrube – dicht und vielschichtig, mit steinig-herber Mineralität und feiner, würziger Frucht.

Braucht Luft und Zeit, um sich voll zu öffnen; mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zur würzig-asiatischen Küche sowie zu reiferem Hartkäse.


Lage: Mosel, Wolfer Goldgrube (Traben-Trarbach, Deutschland); grauer Schiefer mit rötlichen Adern, Süd-West-Ausrichtung; beste Parzellen, wurzelechte Reben bis 100 Jahre
Klassifikation: Mosel, Riesling, ausgegoren (trocken); Grand-Cru-Selektion „Aurum"; sehr kleine Menge
Ausbau: Riesling; Spontangärung, ~2 Jahre auf der Vollhefe, schonend in Holz/Stahl; biologischer Anbau

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Weine

Jasci & Marchesani Cerasuolo d´Abruzzo rosato BIO

Wein · Roséwein · Abruzzen · Italien

Jasci & Marchesani Cerasuolo d'Abruzzo Rosato ist ein biozertifizierter Rosé aus der Rebsorte Montepulciano – kräftig kirschrot, wie es der Name „Cerasuolo" verspricht. Fruchtig, frisch und saftig, mit gutem Körper und einem feinen Mandelklang im Finale.


Abruzzen / Vasto

Das Weingut Jasci & Marchesani liegt in Vasto in den Abruzzen und zählt zu den Bio-Pionieren Italiens: bereits 1960 ökologisch, 1978 als einer der ersten Betriebe Italiens zertifiziert. Die Montepulciano-Reben stehen auf den Hügeln des mittleren Vastese; das Mikroklima zwischen Meer und Bergen prägt den frischen, fruchtbetonten Stil. Der Wein ist biozertifiziert. IT-BIO-004

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Montepulciano, von Hand gelesen. Der Cerasuolo entsteht durch Weißkelterung mit nur kurzem Schalenkontakt, was ihm die kräftige kirschrote Farbe und die fruchtige Frische verleiht. Ausbau über rund sechs Monate in Edelstahl und Flasche. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Kräftiges Kirschrot mit violetten Reflexen. In der Nase fruchtig und delikat, mit Kirsche und Erdbeere sowie feinen kräutrig-erdigen Noten. Am Gaumen frisch und saftig, mit gutem Körper, weicher Struktur und einem angenehmen Nachklang von bitterer Mandel.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – ein vielseitiger Sommer- und Speisebegleiter.

Passt zu: Meeres-Antipasti, Fischsuppen, Pasta mit Tomate, hellem Fleisch und Pizza.


Lage: Abruzzen, Vasto (Provinz Chieti, Italien); Jasci & Marchesani
Klassifikation: Cerasuolo d'Abruzzo DOC – 100 % Montepulciano, Rosato, trocken
Ausbau: Weißkelterung mit kurzem Schalenkontakt, ca. 6 Monate Edelstahl und Flasche

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Schaumweine

Sekthaus Krack Blanc de Blancs Brut Nature

Wein · Sekt · Pfalz · Deutschland

Sekthaus Krack Blanc de Blancs Brut Nature macht keine Umwege: kein Zucker, kein Polster, kein doppelter Boden. Ein reinsortiger Weißburgunder, der einfach machen darf – im Glas zunächst zurückhaltend, beim genaueren Hinschauen und Schmecken aber straff, klar und fokussiert.


Pfalz / Laumersheim

Das Sekthaus Krack ist in der Pfalz beheimatet und hat sich auf handwerklich erzeugte Winzersekte spezialisiert. Der Weißburgunder als Basis steht für klare, mineralisch geprägte Sekte mit Struktur und Reifepotenzial.

Rebsorte und Herstellung

Reinsortig aus Weißburgunder (Blanc de Blancs). Der Sekt wird spontan vergoren, in klassischer Flaschengärung hergestellt, reift über zwei Jahre auf der Hefe und wird ohne Dosage als Brut Nature abgefüllt – pur, ohne weichzeichnenden Zucker.

Im Glas

Helles Gelb mit feiner, wacher Perlage. In der Nase kein Feuerwerk, sondern ein leises Aufziehen klarer Linien: heller Stein, frische Birne, ein Hauch Zitrus und geröstete Mandeln. Am Gaumen übernimmt die Struktur: straff, klar und durchgezogen, nie streng, eher fokussiert und ruhig – mit langem, trockenem Nachhall.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 6–8 °C servieren – als präziser Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Austern und Meeresfrüchten, Fisch, Sushi, Geflügel und feinem Fingerfood.


Lage: Pfalz (Deutschland); Sekthaus Krack
Klassifikation: Winzersekt – Blanc de Blancs, 100 % Weißburgunder, Brut Nature (naturherb)
Herstellung: Spontangärung, klassische Flaschengärung, über 2 Jahre Hefelager, ohne Dosage
Jahrgang: 2022

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