Das Weinbaugebiet Franken

Das Weinbaugebiet Franken im Wandel der Zeit

Was für ein Wandel! Das mag man sich denken, wenn man die 40 000 Hektar Rebfläche, die Franken im Mittelalter mal hatte und damit das größte Anbaugebiet im Heiligen Römischen Reich war, mit den sehr zersplittert gelegenen 6300 Hektar vergleicht, auf die es heute zusammengeschrumpft ist. Aber dass Fläche allein kein Garant für Qualität ist, wissen wir. Und es ist ja auch schwer genug, bei klimatischen Bedingungen, wie wir sie hier vorfinden, gute Weine zu machen: die Sommer sind heiß und niederschlagsarm, und was die massive Trockenheit überlebt, leidet oft unter den Spätfrösten bis zu minus 15 Grad. Infolgedessen ist man auch so erfinderisch wie sonst fast nirgends, wenn es um neue Möglichkeiten geht, Temperaturextreme abzufedern: schnitt man früher die angedorrten Blätter an den Weinstöcken einfach ab, so lässt man sie heute bewusst hängen, damit sie den Trauben von oben her Schutz vor der sengenden Sonne bieten können.

Der absolute fränkische Klassiker ist, natürlich, der Silvaner. Damit ist Franken eine ziemliche Ausnahme in Deutschland, wo sonst der Riesling Hausherr ist, der hier aber nur auf magere fünf Prozent der Fläche kommt. Seit fast 400 Jahren wird Silvaner angebaut, aber die Franken waren ihm in all den Jahren nicht immer so treu, wie er es verdient gehabt hätte. Da er unter ungünstigen Umweltbedingungen verhältnismäßig stark leidet, gab man zwischendurch immer mal wieder dem Massenträger Müller-Thurgau den Vorzug. Mittlerweile liegen beide mit jeweils einem Viertel der Gesamtfläche gleichauf, und beim Silvaner ist noch viel Luft nach oben: das wärmer werdende Klima verträgt er deutlich besser als andere weiße Rebsorten. Außerdem nimmt er auf unnachahmliche Weise die geschmacklichen Beschaffenheit der Böden auf und speichert so das berühmte goût de terroir, das erdige Aroma der fränkischen Trias aus Gipskeuper, Buntsandstein und Muschelkalk. Seine besondere Frische verdankt er dem „fränkisch-trockenen“ Ausbau, der den Weinen höchstens vier Gramm Restzucker pro Liter lässt, obwohl bis zu neun für einen trockenen Wein zulässig wären. Diese Eigenschaften qualifizieren ihn als Essenbegleiter, der mit fast allen Gerichten der deftigen fränkischen Küche harmoniert. Anders als in anderen Regionen Deutschlands und sich darin mehr am Elsass orientierend, wird hier der Wein nämlich meist nicht des Weines wegen getrunken, sondern dient als alltäglicher Schoppen zur Vesper. Auch wenn diese Sitte immer mehr schwindet und infolgedessen viele der urigen Weinstuben vornehmen Restaurants gewichen sind, ist man in Franken noch deutlich weiter davon entfernt, Wein vom Volksgetränk zum elitären Status-Anzeiger werden zu lassen als in anderen Regionen. Man schwamm ja auch immer schon ein bisschen gegen den Strom: der in den ersten Nachkriegsjahrzehnten in der restlichen Bundesrepublik beliebte, übersüße und geschmacklich flache Massenwein hatte hier nie eine Chance.

Wie um den Status als Weinregion auf ewige Zeiten zu verdeutlichen, bildet der Main hier im Herzen Deutschlands zusammen mit der Fränkischen Saale eine Art auf der Spitze stehendes, gleichschenkliges Dreieck, dass mit etwas Fantasie an die Form einer Traube erinnert. Im Osten dieser Traube lohnt besonders ein Besuch in Volkach, am besten während des Fränkischen Weinfestes im August, des größten ganz Frankens. Obwohl 60 000 Besucher heranströmen, erlebt man hier wie auch anderswo keinen Massentourismus, keine kitschigen Souvenirläden, keine durchgetakteten Bustouren. Die Franken haben anders als an Rhein und Mosel kein Interesse daran, sich bis zum Gehtnichtmehr zu vermarkten. Wenn jemand von außerhalb kommt, wird er natürlich herzlich bewirtet. Aber wenn er nicht kommt, trinkt man den Wein eben auch gern allein – einer der Gründe dafür, warum Wein von außerhalb der ganz bekannten Orte auch nur schwer zu bekommen ist. Aber wir sind ja schon vor Ort! Und ob wir nun die historische Altstadt mit ihrem Ensemble aus Türmen, Toren und zur Weinlagerung tief unterkellerten Häckerhäusern sehenswerter finden oder die Volkacher Mainschleife, man fühlt sich an beiden Plätzen mittendrin im Bereich Maindreieck.

Südlich von Bad Kissingen beginnt er, Herzstück des fränkischen Weinbaus mit der Barockmetropole Würzburg im Zentrum. Hier herrschen Muschelkalkböden vor, die den Weinen eine leicht rauchige Mineralität verleihen, oft gepaart mit einer verspielten Zitrusnote. Auf der Alten Mainbrücke mit Blick auf die Festung Marienberg kann man sich ruhig mal einen Bocksbeutel aufschrauben. Wie der Silvaner gehört die flache, bauchige Flasche mit dem kurzen Hals und dem rustikalen Namen zu Franken dazu. Die Ursprünge sowohl der Form als auch der Bezeichnung liegen weitgehend im Dunkeln; man geht davon aus, dass die militärische Feldflasche Pate stand, da sie den Vorteil besaß, sich besser im Gepäck verstauen zu lassen und auf abfallendem Gelände nicht wegzurollen. Ob der Name nun tatsächlich in derbem Landsknechts-Jargon an den Hodensack eines Ziegenbocks angelehnt ist, oder aber von einem mittelalterlichen ledernen „Buchbeutel“ herrührt – einerlei. Klar ist hingegen, dass er unter dem zunehmende Ökonomisierungsdruck leidet, denn Transport und Lagerung sind aufgrund des erhöhten Platzbedarfs teurer – so wird er mittlerweile nur noch für hochwertige Weine verwendet.

Während nicht wenige Winzer also mittlerweile zwischen Tradition und Kosten abwägen, ist es für die drei großen Würzburger Weingüter, die gleichzeitig auch die größten in Franken sind, eine Selbstverständlichkeit, daran festzuhalten. Der Staatliche Hofkeller Würzburg, datierend auf das Jahr 1128 ältestes urkundlich belegtes Weingut Deutschlands und seitdem stets im Besitz des jeweiligen Landesherrn, lockt mit dem unter dem Nordflügel der Residenz gelegenen Weinkeller, der nach schweren Bombardierungen originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Das Julius- und das Bürgerspital finanzieren als Hospitalstiftungen mit dem Weinbau bis heute karitative Aufgaben, auch bei ihnen lohnt sich eine Besichtigung der großzügigen barocken Anlagen, das Bürgerspital etwa wartet mit dem größten Holzfasskeller Deutschlands auf, in welchem sich mit dem Steinwein von 1540 auch eine Flasche des ältesten noch erhaltenen Weißweins der Welt findet.

Einig waren sich alle drei im Widerstand gegen die Einführung der Großlagen über das Deutsche Weingesetz, was das Verschneiden der früheren Einzellagen erlaubte. Der willkürlich gewählte „Marienberg“ als ganz Würzburg abdeckende Großlage findet sich daher so gut wie nirgendwo wieder, stattdessen vermarktet man nach wie vor unter den historisch-kleinteiligen Bezeichnungen wie Innere Leiste oder Würzburger Stein, der größten zusammenhängenden Einzellage Deutschlands, die von den drei Gütern zu jeweils etwa einem Drittel bewirtschaftet wird. So idyllisch es wirken mag, hier mit Blick auf die Stadt zu verweilen, so hat sich wie in vielen anderen Teilen des Maintals die ehemals geschlossene Weinregion durch menschliche Eingriffe massiv verändert: der unter dem Stein hindurchführende ICE-Tunnel ist neben dem Main-Donau-Kanal und den unzähligen Autobahnen nur der offensichtlichste Teil der Zerstörung einer jahrhundertealten Kulturlandschaft. Die Flurbereinigung tat ihr Übriges, aus der Kleinteiligkeit der alten Weinberge streng auf wirtschaftliche Nutzbarkeit getrimmte und dadurch mehr oder weniger seelenlose Flächen zu erschaffen. Ironischerweise scheint es gerade der Tourismus zu sein, der für eine Rückkehr zur Ursprünglichkeit mit ihren Feldsteinmäuerchen, urigen Holzschuppen und naturbelassenen Freiflächen sorgen könnte.

Wesentlich unverfälschter präsentiert sich der südöstlich des Maindreiecks gelegene Bereich Steigerwald. Auf den Gipskeuperböden mit ihrem hohen Potential zur Wärmespeicherung, deren Bodenschichten im Dialekt „Steigen“ genannt werden und daher der ganzen Region den Namen aufgeprägt haben, wachsen neben dem Silvaner, den ein Zisterzienserabt im 17. Jahrhundert aus Österreich mit herbrachte, insbesondere die Kreuzungen Müller-Thurgau und Bacchus. Ersterer, auch unter dem Namen Rivaner bekannt, stellt wenig Ansprüche an seinen Standort, außer, dass er sich in tiefen Tallagen nicht wohl fühlt – was aber bei Weinbergen auf fast durchgehend etwa 400 Meter über NN kein Problem darstellt. Der Bacchus, dessen einer Elternteil der Müller-Thurgau ist, reift sehr früh und kann daher recht fett werden. Oft kombiniert man seine fruchtige Aromatik mit der Säure des eher neutralen Müller-Thurgau und erreicht dadurch sehr elegante Tropfen, die aber im Lagerpotential nicht ansatzweise an den Silvaner heranreichen.

Zentrum des Weinbaus im Steigerwald ist unbestritten Iphofen mit seinen mehr als 20 Winzern, davon drei im VDP. Hier soll einer der wenigen Orte Deutschlands sein, an dem man aus einem Silvaner mehr Finesse herauskitzeln kann als aus einem Riesling. Seit dem frühen Mittelalter wird hier Wein angebaut, später dann auch in großem Stil umgeschlagen. Der Zehnthof, den es hier wie auch in vielen anderen fränkischen Dörfern noch gibt, erinnert an die alte Praxis der Abgabe einer zehnprozentigen Steuer an die geistliche Herrschaft, oft bezahlt in Naturalien. Der Wein ist damals das Lebenselixier der strukturschwachen Region, daher versteht man in diesem Punkt auch wenig Spaß: wer seinem Nachbarn Trauben klaut, wird mit Schimpf und Schande aus der Dorfgemeinschaft verbannt. Infolge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts dann der große Einschnitt: viele Rebflächen in weniger guten Lagen wurden aufgegeben, die Reblausplage tat kurz darauf ihr Übriges. Und auch die in Süddeutschland früher übliche Realteilung machte den Weinbau unwirtschaftlich: durch die vorgeschriebene Aufteilung der Erbmasse an alle Nachkommen zu gleichen Teilen wurden die Parzellen in jeder Generation kleiner. Über 100 Jahre dauerte es, bis sich, insbesondere durch Gründung von Winzergenossenschaften, der Weinbau einigermaßen erholte. Die 70er Jahre verhalfen Franken aufgrund exorbitant hoher Nachfrage und daraus resultierender Neuausweisung von Rebflächen bis hin zu Verdreifachung derselben zurück auf die große Bühne.

Und der Rotwein? Von dem haben wir noch gar nicht gesprochen. Aber es gibt ihn, fast ein Fünftel der Rebfläche macht er schon aus. Das ist einerseits den klimatischen Veränderungen geschuldet, andererseits aber auch den klaren Wünschen von Konsumenten und Gastronomie. Auf einige Erfahrung kann da der dritte fränkische Bereich, das Mainviereck zwischen Aschaffenburg und Marktheidenfeld, zurückgreifen. Hier in Churfranken gedeihen auf vielen sehr kleinen Einzellagen auf der westlichen Mainseite ausgezeichnete Spätburgunder, aber auch Kreuzungen wie der tiefdunkle Domina mit seinen weichen Tanninen. Insbesondere auf dem steinigen Boden des Centgrafenbergs bei Bürgstadt, aber auch rundherum um Klingenberg erzeugt man kräftige, sonnenverwöhnte Rote, die sich vor französischen Burgundern nicht verstecken müssen. Und wer lieber einen leichten Sommerwein schätzt, der greift am besten zum Rotling, einer (zwar nicht ausschließlich) fränkischen Spezialität, bei der rote und weiße Trauben zusammen gekeltert werden – aber Achtung, bloß nicht als Rosé bezeichnen, das ist er nämlich keineswegs!

Auch, wenn man sich in den mainfränkischen Wirtschaften mittlerweile ein Bier bestellen könnte, was vor noch gar nicht so langer Zeit völlig außerhalb alles Möglichen lag: damit würde man so Einiges verpassen. Wer wie die Winzer hier fast alttestamentarischen Wetterextremen von sintflutartigen Regenfällen über klirrende Frosteinbrüche bis hin zu sengender Dürre stoisch erträgt und wie 2020 mit der geringsten Ernte seit 35 Jahren immer noch Spitzenweine erzeugt, muss schon wahre Liebe zur Rebe haben. Text: Dario Sellmeier

Bilder Weingut Horst Sauer

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Weine

Etienne Sauzet Bienvenues-Batard-Montrachet Grand Cru 2023 BIO

Weißwein · Bienvenues-Bâtard-Montrachet Grand Cru · Chardonnay

Chardonnay Bienvenues-Bâtard-Montrachet · Grand Cru Puligny-Montrachet · 245 m Sauzet-Parzelle 0,12 ha 2023 · Bio (FR-BIO-01)

Der Bienvenues-Bâtard-Montrachet Grand Cru 2023 der Domaine Etienne Sauzet ist ein Chardonnay aus einer der kleinsten Grand-Cru-Appellationen Frankreichs in Puligny-Montrachet. Delikat und fein, mit Zitrus, Haselnuss und einem Hauch Honig – Sauzet bewirtschaftet hier nur 0,12 Hektar.


Bienvenues-Bâtard-Montrachet – Grand Cru in Puligny

Bienvenues-Bâtard-Montrachet ist mit 3,68 Hektar eine der kleineren Appellationen Frankreichs, gelegen in Puligny-Montrachet an der Côte de Beaune. Im Norden und Osten grenzt der Grand Cru Bâtard-Montrachet, im Norden der 1er Cru Les Pucelles, im Osten die Village-Lagen Les Enseignères und Rue Rousseau.

Die Lage liegt auf einem sanften Hang in 245 Metern Höhe, südöstlich ausgerichtet und vor Spätfrösten geschützt; das burgundische Übergangsklima mit kontinentalem Einfluss kommt dem Chardonnay zugute. Die Domaine Etienne Sauzet (gegründet 1903) besitzt hier 0,12 Hektar und macht daraus jährlich einen der besten trockenen Weißweine der Welt.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein. Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück.

Für die weißen Burgunder steht 2023 für reife, aromatische Frucht bei klarer Säure – ein harmonischer, klassischer Jahrgang, der die Finesse dieses Grand Cru trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023, biologisch (FR-BIO-01).

Die Gärung erfolgt im Stil des Guts spontan in großen Eichenfässern, temperaturreguliert; der gesamte Ausbau bis zur Feinhefelagerung dauert bis zu 18 Monate und gibt dem Wein Tiefe und Textur.

Im Glas

Ein delikater, feiner Chardonnay mit Aromen von Zitrus, Haselnuss und einem Hauch Honig. Am Gaumen mineralisch und präzise, mit feinem Schmelz aus dem Hefelager und langem Abgang.

Zitrus, Haselnuss und ein Hauch Honig über feiner Mineralität – delikate Grand-Cru-Finesse aus Puligny.

Schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 12–14 °C servieren.

Am Tisch

Hummer und Krustentiere, edler Fisch in heller Sauce, Bresse-Geflügel, Kalbsbries, dazu reifer Weichkäse. Ein Wein für den ganz großen Anlass.


Lage: Bienvenues-Bâtard-Montrachet, Puligny-Montrachet (Côte de Beaune); sanfter Hang, 245 m, SO-Lage; Sauzet 0,12 ha
Klassifikation: Bienvenues-Bâtard-Montrachet Grand Cru; Bio (FR-BIO-01)
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung im großen Eichenfass, bis 18 Monate inkl. Feinhefe

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Frankreich

Le Moine Nuits St. Georges Vaucrains 1er Cru 2021

Rotwein · Nuits-Saint-Georges 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Nuits-Saint-Georges 1er Cru Les Vaucrains Côte de Nuits Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz · unfiltriert 2021

Der Lucien Le Moine Nuits-Saint-Georges Les Vaucrains 1er Cru 2021 stammt aus einer der renommiertesten Lagen der Appellation – oberhalb des legendären Les Saint-Georges. Ein kraftvoller, strukturreicher Pinot Noir von großer Substanz. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Nuits-Saint-Georges Les Vaucrains – Kraft und Struktur

Les Vaucrains zählt zu den renommiertesten Premier-Cru-Lagen von Nuits-Saint-Georges. Der 6,2 Hektar große Weinberg liegt am steilen Oberhang der Côte d'Or, direkt oberhalb des legendären Les Saint-Georges, das als Spitzenlage der Appellation gilt; nördlich und südlich grenzen Les Chaboeufs und Chaines Carteaux an. Dieser Abschnitt der Côte beheimatet einige der besten Pinot-Noir-Terroirs der ganzen Gemeinde.

Der kalkhaltige, steinige Boden ist wasserdurchlässig und sorgt für konzentrierten Beerensaft, während ein gewisser Tonanteil dem Wein zusätzliche Substanz verleiht. Das Climat liegt am Rand eines sanften Tals; die überwiegend nach Osten ausgerichteten Hangteile haben eine kühlere Note. Das ergibt einen besonders kraftvollen, strukturreichen und langlebigen Stil.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war an der Côte de Nuits ein klassischer, kühler Jahrgang mit feiner, klar definierter Frucht, lebendiger Säure und großer aromatischer Präzision. In einer strukturreichen Lage wie Vaucrains ergibt das einen kraftvollen, zugleich fein gezeichneten Pinot Noir mit kühler Frische und festem, feinkörnigem Tannin – im reinen, texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, Nuits-Saint-Georges Les Vaucrains 1er Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Sehr kleine Stückzahl.

Im Glas

Vom kalkig-steinigen Boden mit etwas Ton lebt dieser Nuits-Saint-Georges: dunkle und rote Frucht wie Kirsche und Brombeere, florale Anklänge und eine würzige Tiefe von Unterholz und Gewürz. Der kühle Jahrgang 2021 hält ihn fein und frisch, während das lange Vollhefelager und das neue Holz eine seidige, dichte Textur und feine Röstwürze einbinden. Am Gaumen kraftvoll und substanzreich, mit festem, feinkörnigem Tannin, lebendiger Säure und langem, mineralischem Nachhall – ein Wein für die lange Reife.

Kraftvoll und substanzreich – dunkle Frucht, würzige Tiefe und festes, feinkörniges Tannin mit langer, mineralischer Länge.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Wild und Wildgeflügel, zu Rind und Lamm in kräftiger Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Käse.


Lage: Nuits-Saint-Georges Les Vaucrains 1er Cru, Côte de Nuits (Burgund, Frankreich); ~6,2 ha am steilen Oberhang oberhalb Les Saint-Georges; kalkhaltiger, steiniger Boden mit etwas Ton, überwiegend Ostausrichtung
Klassifikation: Premier Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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Weine

Laurent Truffer Muscat weiss entalkoholisierter Schaumwein

Alkoholfrei · Schaumwein · Muskat

Laurent Truffer Muscat ist ein entalkoholisierter Schaumwein mit aromatischem Bukett nach Muskat, weißen Blüten und reifen Pfirsichen. Fruchtig-süß im Geschmack und herrlich prickelnd.


Herkunft

Grundlage ist die Muskat-Traube – eine der ältesten Rebsorten, die für ihr unverwechselbar blumig-traubiges Aroma bekannt ist. Genau dieser ausdrucksstarke Duft macht sie zur idealen Basis für einen aromatischen, alkoholfreien Schaumwein.

Zutaten und Herstellung

Auf Basis von Muskat. Der Wein wird zunächst vinifiziert und anschließend schonend entalkoholisiert, sodass die typische Muskataromatik und die feine Perlage erhalten bleiben. Das Ergebnis ist ein alkoholfreier, prickelnder Genuss mit fruchtsüßem Charakter.

Im Glas

Helles Gelb mit feiner Perlage. In der Nase aromatischer Muskat, weiße Blüten und reifer Pfirsich. Am Gaumen fruchtig-süß und herrlich prickelnd, mit klarer Muskatfrucht und animierendem Abgang.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 6–8 °C servieren – als festlicher, alkoholfreier Aperitif oder zum Anstoßen.

Ideal: als Aperitif, zu Obst und Desserts oder zum Anstoßen bei jedem Anlass – und für alle, die bewusst auf Alkohol verzichten.


Marke: Laurent Truffer
Art: entalkoholisierter Schaumwein (alkoholfrei) aus Muskat
Herstellung: Vinifikation, anschließend schonende Entalkoholisierung
Mindesthaltbarkeit (MHD): 03/2027

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Frankreich

Ghislaine Barthod Chambolle Musigny Les Cras 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Cras · 1er Cru Chambolle-Musigny über dem Dorf · Combe Ambin · 3,45 ha 2021

Der Chambolle-Musigny Les Cras 1er Cru 2021 der Domaine Ghislaine Barthod stammt aus einer Top-Lage direkt über dem Dorf. Elegant, feingliedrig und fest strukturiert, floral und sehr fruchtig – Barthods Les Cras zählt zu den intensivsten und langlebigsten Weinen dieser noch unterschätzten Lage.


Les Cras – Top-Premier-Cru über Chambolle

Les Cras liegt direkt über dem Dorf Chambolle-Musigny und umfasst 3,45 Hektar – südlich des Premier Cru Les Fuées, jenseits dessen der Grand Cru Bonnes-Mares beginnt; im Westen grenzt das Lieu-dit Le Village. Der Hang neigt sich leicht nach Westen in die Combe Ambin, ein kleines Tal in der Steilwand der Côte d'Or.

Die Combe prägt ein besonderes Terroir: Die Reben sind nach Südosten ausgerichtet und erhalten viel Sonne, die durch kühlende Westwinde aus dem Tal gemildert wird – so gewinnen die Beeren an Geschmack und behalten ihre Säure (ein Effekt wie in der Combe de Lavaux in Gevrey). Die Kalk-Mergel-Böden ähneln Bonnes-Mares, mit höherem Tonanteil als Musigny, was den Weinen etwas mehr Kraft gibt. Die Domaine Ghislaine Barthod zählt zu den gesuchten Erzeugern von Chambolle.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – wie geschaffen für die feingliedrige, spannungsvolle Art von Les Cras.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Floral und sehr fruchtig, mit kleinen Waldbeeren und einem Hauch Veilchen. Am Gaumen elegant, feingliedrig und fest strukturiert, mit großer Länge – der Wein tanzt und vibriert auf der Zunge.

Kleine Waldbeeren und Veilchen über feingliedriger, fester Struktur – intensiv, langlebig und voller Spannung.

In der Jugend zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 15–16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Les Cras (1er Cru), Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); über dem Dorf, Kalk-Mergel mit höherem Tonanteil, SO-Lage an der Combe Ambin, 3,45 ha
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Whisky

Port Charlotte PC7 Sin An Doigh Ileach

Whisky · Single Malt · Islay · Port Charlotte

Port Charlotte PC7 Sin An Doigh Ileach ist ein stark getorfter Islay Single Malt der Bruichladdich Distillery und die dritte Abfüllung der Port-Charlotte-Reihe, sieben Jahre gereift. Der gälische Name bedeutet „It's the Islay way" und ist eine Hommage an die Menschen von Islay, die zur Wiedereröffnung von Bruichladdich beitrugen. Port Charlotte erinnert an die alte Lochindaal-Brennerei, die für ihren rauchigen Stil bekannt war. Abgefüllt in Fassstärke, ist er ein wuchtiger Islay-Dram.


Islay

Die Bruichladdich Distillery steht auf den Rhinns of Islay an der schottischen Westküste, nur wenige Kilometer von Port Charlotte. Die ehemalige Lochindaal-Brennerei dort war zwischen 1829 und 1929 für stark getorfte Whiskys bekannt – ein Stil, den Bruichladdich mit der Port-Charlotte-Reihe wiederbelebt. Küstennähe und Torf prägen den maritimen, rauchigen Charakter.

Herstellung und Reifung

Der stark getorfte Single Malt (rund 40 ppm) reifte sieben Jahre in Bourbon- und Sherry-(Oloroso-)Fässern. Abgefüllt wurde er ungefärbt und nicht kühlgefiltert in Fassstärke (61 % vol.) als limitierte Auflage.

Im Glas

Tiefes Kupfergold. In der Nase rauchiger, medizinischer Torf, Seetang und Salz, dazu fruchtige Süße und ein grasig-kräutriger Ton. Am Gaumen kraftvoll mit Torf und Rauch, dunklem Karamell, Melasse und Steinfrucht. Der Abgang ist lang, rauchig und malzig-süß. Ein Schuss Wasser bringt zusätzliche Frucht hervor.

Zum Genuss

Pur in einem Nosing-Glas genießen; einige Tropfen Wasser mildern die Fassstärke und öffnen die Aromatik. Ein kraftvoller Dram für Freunde rauchiger Islay-Whiskys.

Passt außerdem zu geräuchertem Fisch, kräftigem Hartkäse und dunkler Schokolade.


Herkunft: Islay, Schottland (Bruichladdich Distillery)
Art: Stark getorfter Islay Single Malt, Fassstärke
Reifung: 7 Jahre in Bourbon- und Sherryfässern (Oloroso)

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Rebsorten

Seehof Westhofener Grauer Burgunder vom Kalkstein

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Seehof Westhofener Grauer Burgunder vom Kalkstein ist ein ausdrucksstarker Burgunder mit dezentem Orangenduft und opulenter Fülle, gepaart mit feiner Würze. Ein Wein, der Kraft und Eleganz verbindet.


Rheinhessen / Westhofen – Kalkstein

Das Weingut Seehof der Familie Fauth liegt in Westhofen im Wonnegau, einem der besten Weinorte Rheinhessens. Die Kalksteinböden verleihen dem Grauburgunder seine mineralische Tiefe, Würze und Struktur und halten die opulente Fülle in Balance.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder. Der Ausbau betont die opulente Fülle und feine Würze, getragen von der kalkgeprägten Mineralität der Westhofener Lagen. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Sattes Gelb. In der Nase ein dezenter Orangenduft mit feiner Würze. Am Gaumen ausdrucksstark und opulent, mit reicher Fülle, feinem Schmelz und einer kalkigen Mineralität, die für Frische und Länge sorgt.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 11–12 °C servieren – als gehobener Speisebegleiter.

Passt zu: Geflügel, Kalb, edlem Fisch, Pasta in cremigen Saucen und gereiftem Käse.


Lage: Rheinhessen, Westhofen (Wonnegau, Deutschland); Weingut Seehof
Klassifikation: Ortswein – 100 % Grauburgunder, trocken
Ausbau: fülle- und würzebetont (Kalksteinböden)

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Spirituosen

Eden Mill Love Gin

Gin · Botanicals · Schottland

Eden Mill Love Gin ist ein schottischer Gin der Eden Mill Distillery in St Andrews. Neben Wacholder prägen rote Rosenblätter, Eibisch, Goji-Beeren und ganze Hibiskusblüten den Charakter. Das Ergebnis ist ein fruchtig-florales Profil mit Noten von roten Früchten und Zitrus. Im Glas zeigt sich ein zarter rosa Schimmer.


Herkunft

Die Eden Mill Distillery liegt in St Andrews an der schottischen Ostküste und vereint Brennerei und Brauerei unter einem Dach. Der Love Gin zählt zu den bekanntesten Abfüllungen des Hauses.

Botanicals und Destillation

Kernbotanicals sind Wacholder, rote Rosenblätter, Eibisch, Goji-Beeren und ganze Hibiskusblüten. Die Hibiskusblüten geben dem Gin seinen zart-rosa Ton. Abgefüllt mit 42 % vol.

Im Glas

In der Nase rote Früchte, Rosenblüte und ein Hauch Zitrus über klarer Wacholderbasis. Am Gaumen fruchtig und blumig, mit Beerennoten und feiner Zitrusfrische. Der Abgang ist weich und floral.

Im Drink

Spirituose ohne Flaschenreifung – kühl und dunkel gelagert über Jahre stabil. Gut gekühlt servieren, pur auf Eis oder im Gin & Tonic; mit hellem Tonic und einer Erdbeere oder Rosenblüte kommt der florale Charakter zur Geltung.

Klassische Begleitung: Tonic Water, rote Beeren, Rosé-Aperitifs und leichte Sommerküche. Auch als Basis fruchtiger Cocktails.


Herkunft: St Andrews, Schottland
Art: Gin
Botanicals: Wacholder, Rosenblätter, Eibisch, Goji-Beeren, Hibiskus
Alkohol: 42 % vol.

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Rebsorten

Eimermann Riesling Roter Hang

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Eimermann Riesling Roter Hang zeigt deutlich, was den Roten Hang besonders macht: aromatisch sehr dicht und druckvoll. Zitronentarte, Limetten, Minze und Mirabellen – bei jedem Schluck entdeckt man eine neue Nuance.


Rheinhessen / Roter Hang

Das Weingut Eimermann (Familie Werner und Thore Eimermann) liegt in Nierstein-Schwabsburg am berühmten Roten Hang in Rheinhessen, direkt am Rhein. Der charakteristische rote Tonschiefer (Rotliegendes) dieser steilen Rheinfront-Lagen prägt Rieslinge von besonderer Mineralität, Dichte und Ausdruckskraft. Alle Weine des Guts sind vegan.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Riesling von Lagen des Roten Hangs. Der Ausbau betont die dichte, druckvolle und vielschichtige Stilistik mit klarer Frucht und mineralischem Zug. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Grüngelb. In der Nase Zitronentarte, Limette, Minze und Mirabelle. Am Gaumen dicht und druckvoll, aromatisch vielschichtig, mit klarer Frucht, animierender Säure und mineralischem, langem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, hellem Fleisch, Spargel und asiatischer Küche.


Lage: Rheinhessen, Nierstein / Roter Hang (Deutschland); Weingut Eimermann
Klassifikation: Gutswein – 100 % Riesling, trocken (vegan)
Ausbau: dicht und druckvoll, mineralitätsbetont (roter Tonschiefer)

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