Das Anbaugebiet Mittelrhein

Während der durchschnittliche Tourist begeistert Fotos für die Daheimgebliebenen anfertigt, wenn er etwa von Koblenz mit dem Ausflugsdampfer rheinaufwärts fährt, dürfte es seinem weinaffinen Mitpassagier einen Stich ins Herz versetzen angesichts der vielen verwilderten – fachsprachlich „verbuschten“ – Weinberge, die er am Flussufer erblickt. Die hohen Anforderungen der Steil- und Steilstlagen, die zusammen fast 90 Prozent der Rebfläche ausmachen, haben den Mittelrhein zum mittlerweile zweitkleinsten Weinbaugebiet Deutschlands herabsinken lassen: lag die Gesamtfläche um die vorletzte Jahrhundertwende noch bei weit über 2000 Hektar, halbierte sie sich bis in die 70er und dann innerhalb von 30 Jahren noch einmal. Immerhin scheinen die verbliebenen etwa 450 Hektar und die sie bewirtschaftenden 150 Winzer nun ein recht stabiles Plateau zu bilden – und ein Zuwachs ist nicht ausgeschlossen, denn unter den brachliegenden Flächen sind wahre Filetstücke, die nur auf einen fleißigen Jungwinzer in Goldgräberstimmung warten, der ihnen wieder Leben einhaucht.


Die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz trennt das Gebiet in den Bereich Loreley, der auf über 100 Kilometern dem Verlauf des Rheins bis nach Bingen folgt, wo er mit den Weinbaugebieten Nahe, Rheingau und Rheinhessen zusammenkommt, und den geradezu winzigen Bereich Siebengebirge. Der wirkt, als ob man aus Mitleid die kleine Fläche um Königswinter miteinbezogen habe, damit auch NRW noch irgendwie einen Anteil am deutschen Weinbau bekommt. Aber bloß kein Spott, wahrscheinlich wurde in keinem anderen Weinbaugebiet mehr jüngere Geschichte geschrieben als hier, denn durch die Nähe zu Bonn avancierten die Weinlokale zu einem beliebten Ausflugsort für Politiker, Ministerialbeamte und Diplomaten der alten Bundesrepublik. Nicht umsonst heißt die einzige Großlage im Bereich Siebengebirge Petersberg, nach jenem, auf dem das Gästehaus der BRD steht, das vom Schah von Persien über Breschnew und die Queen schon viel Politprominenz unter seinem Dach beherbergte.


Die Stadtgründungen von Bonn und insbesondere Köln durch die Römer waren denn auch die Initialzündung, den Weinbau von der Mosel weiter herauf in den Norden zu ziehen; das gesamte Potential der Region nutzten aber erst die Frankenherrscher, deren großzügige Hofhaltung es erforderte, auch rheinaufwärts südlich von Koblenz Reben zu pflanzen. Die Dutzenden Burgen und Ruinen, ob sie nun tatsächlich aus dem Hochmittelalter stammen oder spätere Fantasieprodukte reicher Anhänger der Rheinromantik sind, bezeugen eindrucksvoll, welchen enormen Status es zu allen Zeiten mit sich brachte, ein Plätzchen hoch über dem Rhein sein eigen zu nennen. Ein Spannungsfeld zwischen nobler Weltläufigkeit und düsterer Archaik war der größte deutsche Strom schon immer. Diese blitzt etwa in den uralten Lagennamen auf – wie an der Mosel auch enden hier viele mit demselben keltischen Begriff: Feuerlay, Fässerlay und Gartenlay verweisen alle auf den schroffen Fels, auf welchem die Trauben in die Sonne lächeln.


Ebenfalls im Dunkel der Jahrhunderte begegnet uns die Herstellung von Feuerwein, eine mittlerweile völlig vergessene Kulturtechnik. Da der auf konventionelle Weise erzeugte Wein im Mittelalter und der Frühen Neuzeit meist sehr sauer war und erst durch Zugabe von Gewürzen genießbar wurde, entwickelte man ein Verfahren, das die Gärung massiv beschleunigte und einen hohen Anteil Restzucker im Wein beließ. Dafür platzierte man das Weinfass – einerlei, ob roten oder weißen Inhalts – in einer „Feuerkammer“, wo es, durch eine Metallplatte vor zu direkter Hitze der darunter liegenden glühenden Kohlen geschützt, derart stark erwärmt wurde, dass sich in kürzester Zeit große Mengen an Gärungskohlensäure bildeten. Etwa 72 Stunden später ließ das Brausen des kochenden Mostes nach, der Wein war völlig durchgegoren, hatte aber kaum an Süße verloren. Was wie ziemliches Hexenwerk klingt, brachte auch für heutige Verhältnisse noch sehr gute Ergebnisse hervor: zwar lieblich, aber doch mit einer feinen Säure, trotz der Jugend wunderbar intensiver Farbe, dazu noch ganz und gar frei von Heferückständen und künstlichen Zusätzen aller Art. Besonders in den Niederlanden und den Hansestädten war dieses Kunststück begehrt wie sonst nur die edelsten Südweine und machte dessen Herkunftsort, das kleine Bacharach, in aller Welt bekannt.


Der Name der Stadt ist auch wieder keltisch, eine populäre Legende sieht jedoch Anleihen beim lateinischen „Bacchi ara“, Altar des römischen Weingottes Bacchus. Diesen „Altar“ gab es anders als die Namenverwandtschaft tatsächlich, er war ein mächtiger Felsblock im Rhein, auf dem Opfer dargebracht und Orgien gefeiert worden sein sollen; Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er wie viele andere steinerne Handelshemmnisse im Fluss gesprengt. Denn so dankbar die Winzer über ihre direkte Anbindung an den Rhein sein konnten, der es ihnen ermöglichte, ihre Erzeugnisse innerhalb weniger Tage zu den großen Umschlagplätzen in Köln und Frankfurt und dann weiter nach ganz Europa zu transportieren – die Rheinschifffahrt war damals nicht ohne. Wies der Fluss im Rheingau noch 1000 Meter Breite auf, so verschmälerte er sich bald darauf auf deutlich weniger als ein Fünftel davon, was die Strömungsgeschwindigkeit massiv ansteigen ließ. Auf seinem Weg durch das Rheinische Schiefergebirge wurden darüber hinaus viele beständigere Gesteinsformationen nicht abgetragen und verblieben als tückische Barrieren. Erst das sogenannte Binger Loch etwa machte – ebenfalls mithilfe von Sprengstoff – im 17. Jahrhundert ein quer zur Fließrichtung liegendes Quarzit-Riff für größere Schiffe passierbar. Ein anderes natürliches Hindernis ist deutlich bekannter, ja geradezu zum Inbegriff der Rheinromantik geworden: die Loreley bei St. Goarshausen, ein 130 Meter hoher Schieferfelsen. Die Strudel, die sich an dieser tiefsten und engsten Stelle des Rheins bilden, haben in früheren Jahrhunderten so manches Schiff ins Verderben gezogen – oder hat, wenn man der Sage Glauben schenken möchte, die durch Brentano und Heine literarisch verarbeitet wurde, vielleicht doch eine schöne junge Zauberin die Schiffer durch ihren Gesang auf Abwege geführt? Was es auch war, gottesfürchtige Kapitäne riefen noch bis ins 20. Jahrhundert mit der Schiffsglocke ihre Matrosen zum Gebet, bevor sie die berüchtigten Untiefen passierten. Heutzutage hat Vater Rhein seine Schrecken größtenteils verloren. Auf den sieben Kilometern zwischen Oberwesel und St. Goar regelt seit 50 Jahren ein System aus Lichtsignalen den Schiffsverkehr – das ist zwar nicht mehr besonders romantisch, sorgt aber immerhin dafür, dass der Wein nun verlässlich seinen Zielort erreicht und nicht zum Labsal für die Fische wird.


Während die Mosel von vielen Touristen des Weins wegen besucht wird und die Landschaft oft ein schönes Beiwerk ist, kann man am Mittelrhein wohl eher das Gegenteil beobachten: die Menschen kommen für die UNESCO-zertifizierte Kulturlandschaft und stellen dann freudig überrascht fest, dass hier ja auch herrliche Tropfen gedeihen. Die berühmte rheinische Gastlichkeit in den Weinstuben der überwiegend eher beschaulichen Familienbetriebe – ein Drittel von ihnen betreibt nebenbei Gastronomie – tut ihr Übriges. Die ganz großen Spitzenweingüter sucht man hier zwar vergeblich, dafür ist das Mittelfeld sehr solide, denn man reguliert die Erträge auf durchschnittliche 60 Hektoliter pro Hektar, um wirklich handfeste Weine ins Glas bringen zu können. Und diese sind vergleichsweise günstig, obwohl die Bewirtschaftung der Steilhänge sehr arbeitsintensiv, ja allgemein ökonomisch herausfordernd ist, da der Terrassenweinbau durch die notwendigen Böschungen über ein Drittel Fläche verliert im Vergleich zum Anbau auf ebenem Gelände. Allerdings gibt es auch Vorteile: die kalte Nachtluft fließt am Morgen schnell zum Fluss hin ab, was die Vegetationsperiode verlängert und es insbesondere spät reifenden Rebsorten überhaupt erst ermöglicht, derart weit im Norden noch gute Ergebnisse zu erzielen. Am Bopparder Hamm kann man das gut beobachten, der größten Rheinschleife, an deren linker Seite auf nur fünf Kilometern die größte zusammenhängende Rebfläche des Mittelrheins liegt. Vor allem Riesling wird hier angebaut, 70 Prozent des Gesamtertrages entfallen auf diese Rebsorte, die mehr als alle anderen von den Grauwacke- und Schiefer-Verwitterungsböden profitiert, die Wärmespeicher und Mineralienlieferant zugleich sind. Häufig werden sie feinherb ausgebaut, damit die knackige Säure nicht zu sehr in den Vordergrund tritt. Oder man keltert direkt einen Sekt, eine Spezialität der Region, denn eigentlich gibt es nichts, was es vom Mittelrhein nicht gibt: blumige Weiß- und Grauburgunder, saftiger Müller-Thurgau, fein muskatwürziger Kerner und auch sehr beachtlicher Spätburgunder, der es auf vulkanischem Untergrund zu in diesen Gefilden unerwarteter Finesse bringt. All das ist ehrlich und bodenständig, man schmeckt die Handarbeit hinter diesen perfekten Essensbegleitern. Experimentieren sollen andere, sagt man sich hier, wir machen, was wir können. Oder doch nicht? Das ist schwer zu sagen, denn der Investitionsstau der vergangenen Jahrzehnte lässt ehrgeizige Zukunftsprojekte für viele noch in weite Ferne rücken.


Die geografische wie geschmackliche Kompromissposition zwischen der Mosel mit ihrer herzhaften Säure und dem blumig-schmelzigen Rheingau ist zwar an sich eine komfortable. Also auf die Sicherheit der Tradition setzen oder doch wie etwa Pfalz und Rheinhessen zu neuen Ufern aufbrechen? Schwierig. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland gerade kein anderes Weinbaugebiet, das sich derart im Umbruch und auf der Suche nach sich selbst befindet wie der Mittelrhein. Wohin auch immer der Weg führen mag, eins steht fest: dieses gesegnete Fleckchen Erde möchte sich niemand ohne Weinbau vorstellen, der seit anderthalb Jahrtausenden das wirtschaftliche wie kulturelle Rückgrat der Region ist.

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Weine

Dönnhoff Höllenpfad im Mühlenberg Riesling GG 2021

Weißwein · Roxheim (Nahe) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Höllenpfad im Mühlenberg VDP.Großes Gewächs Dönnhoff Roxheim · Nahe roter Sandstein (Rotliegendes) · Fels älteste Reben · ~30–40 hl/ha trocken · 2021

Der Dönnhoff Höllenpfad im Mühlenberg Riesling GG 2021 stammt aus dem felsigen Kernstück der Roxheimer Steillage Höllenpfad – von den ältesten Rieslingreben des Guts. Ein tiefgründiger, feinwürziger Riesling von großer Eleganz.


Höllenpfad im Mühlenberg – rotes Gestein in Roxheim

Das Weingut Dönnhoff in Oberhausen zählt zu den weltweit renommiertesten Rieslingerzeugern der Nahe. Der Höllenpfad liegt in Roxheim, in einem kühlen Seitental hinter Bad Kreuznach – anders als die Schiefer- und Vulkanlagen an der mittleren Nahe.

Die steile Lage ist von rotem Sandstein des Rotliegenden geprägt; die rötliche Erde speichert Wärme und gab dem „Höllenpfad" seinen Namen. Das GG stammt aus dem felsigen Kernstück „im Mühlenberg", wo die ältesten Rieslingreben des Guts stehen. Der karge, eisenhaltige Fels bringt kleine, dickschalige Beeren mit intensiver, feinwürziger Aromatik hervor; die Erträge liegen bei rund 30–40 hl/ha.

Jahrgang 2021 – Nahe

2021 war an der Nahe ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht. Der wärmespeichernde rote Sandstein und die alten Reben bewahrten Reife und Fülle, während das kühle Jahr für Frische, Würze und Spannung sorgte.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Höllenpfad im Mühlenberg (Roxheim), Jahrgang 2021; 100 % Riesling von rotem Sandstein (Rotliegendes) mit viel Fels.

Nach 100 % selektiver Handlese wird der Wein schonend verarbeitet und reift teils im Edelstahltank, teils in großen Holzfässern. Das Große Gewächs kommt erst im September des Folgejahres in den Verkauf.

Im Glas

Ein tiefgründiger, feinwürziger Riesling: rote und gelbe Frucht nach Erdbeere, Johannisbeere und saftigem Pfirsich, dazu Quitte, ein Hauch Rosmarin und eine warme, eisig-steinige Mineralität. Am Gaumen mit salzigem Grip, druckvoll und spannungsgeladen, mit weicher Textur, lebendiger Säure und einem langen, mineralischen Nachhall.

Erdbeere, Johannisbeere und saftiger Pfirsich über Quitte, Rosmarin und warmer, steiniger Mineralität – mit salzigem Grip, druckvoll und spannungsgeladen, weicher Textur und langem, mineralischem Nachhall.

Ein tiefgründiger, langlebiger Nahe-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in Rahmsauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Höllenpfad im Mühlenberg (VDP.Große Lage), Roxheim, Nahe; steile Südlage; roter Sandstein (Rotliegendes) mit viel Fels, eisenhaltig; älteste Reben des Guts, ~30–40 hl/ha
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Nahe (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: 100 % selektive Handlese, schonende Verarbeitung, Reife teils im Edelstahltank, teils im großen Holzfass

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Rebsorten

Weingut Andres Deidesheimer Kieselberg Riesling 2021

Weißwein · Deidesheim (Pfalz) · Riesling

Riesling Deidesheimer Kieselberg (Einzellage) Deidesheim · Pfalz (Mittelhaardt) Weingut Andres kalkreicher Löss · Buntsandstein trocken · 30 hl/ha 100 % großes Holzfass BIO · 2021

Der Weingut Andres Deidesheimer Kieselberg Riesling trocken 2021 stammt vom Plateau des Kieselbergs über Deidesheim. Der kalkige, poröse Boden und die kühlen Luftströme des Pfälzerwaldes bringen einen sehr eleganten, feinen und salzigen Riesling hervor.


Deidesheimer Kieselberg – Riesling vom Plateau

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Mittelhaardt ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Für diesen Riesling füllen sie die Einzellage Deidesheimer Kieselberg separat ab.

Über Deidesheim liegt das Plateau des Kieselbergs – eine Ebene, die durch eiszeitliche, kalkreiche Lössablagerungen geschaffen wurde. Die Kombination mit dem zusätzlich vorliegenden Buntsandstein prägt die Lage. Dieser kalkige, poröse Boden und die kühlen Luftströme des Pfälzerwaldes bringen sehr elegante, feine und salzige Weine hervor.

Jahrgang 2021 – Pfalz

2021 war an der Mittelhaardt ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht. Der kalkreiche, poröse Boden des Kieselbergs und der minimalistische, herkunftsbetonte Stil des Weinguts bewahrten Frische, Salzigkeit und Eleganz – Feinheit und Spannung im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Lagen-Riesling aus der Einzellage Deidesheimer Kieselberg, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von kalkreichem Löss und Buntsandstein, Ertrag 30 hl/ha.

Der Wein wird mit natürlichen Hefen vergoren und zu 100 % im großen Holzfass ausgebaut. Diese schonende Machart bewahrt die elegante, salzige Herkunftsprägung und verleiht dem Riesling Struktur und Tiefe, ohne die Frucht zu überdecken. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Ein Riesling von feiner Eleganz: kühle Aromen von Steinobst und Zitrus, dazu florale Anklänge und eine salzig-mineralische Note aus kalkreichem Löss und Buntsandstein. Am Gaumen fein, klar und präzise, mit lebendiger, gut eingebundener Säure und einer salzigen Frische, die in einen langen, mineralischen Nachhall mündet.

Kühles Steinobst und Zitrus über floralen Anklängen und salziger Kalkmineralität – fein, klar und präzise, mit lebendiger Säure und langem, salzigem Nachhall.

Ein eleganter, salzig-mineralischer Lagen-Riesling mit gutem Reifepotenzial. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und mildem Hartkäse.


Lage: Deidesheimer Kieselberg, Deidesheim, Pfalz (Mittelhaardt); Plateaulage, kalkreicher Löss über Buntsandstein; kühle Luftströme des Pfälzerwaldes
Klassifikation: Lagen-Riesling, Pfalz (trocken); 100 % Riesling; 30 hl/ha
Ausbau: Vergärung mit natürlichen Hefen, Ausbau zu 100 % im großen Holzfass; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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Rebsorten

Dietrich Riesling trocken 1,00 Liter

Weißwein · Riesling · Pfalz · Deutschland

Dietrich Riesling trocken ist ein saftiger Weißwein aus 100 % Riesling vom Weinhof Dietrich in Großkarlbach in der Pfalz. Abgefüllt in der 1-Liter-Flasche, ist er der unkomplizierte Typ für jeden Tag – auch als Schorle. Geführt wird das Familienweingut von den Brüdern Arnd und Gerrit Dietrich, die 25 Hektar Rebfläche rund um Großkarlbach, Weisenheim am Sand und Laumersheim bewirtschaften.


Herkunft

Die Trauben wachsen im Norden der Pfalz rund um Großkarlbach, geschützt durch den Haardtrand. Über 1.800 Sonnenstunden im Jahr sorgen für reife, aromatische Trauben. Der Wein ist als Qualitätswein (QbA) aus der Pfalz eingestuft.

Assemblage und Ausbau

Reinsortig aus 100 % Riesling, trocken ausgebaut. Der Ausbau stellt die klare Sortenfrucht und die typische Rieslingsäure in den Vordergrund; ein zarter Schmelz und eine feine Fruchtsüße runden den Wein ab. Als klassischer Literwein ist er auf unkomplizierten, geselligen Genuss angelegt.

Im Glas

Intensiver Duft nach reifem Apfel, Quitte, Weinbergpfirsich und Aprikose. Am Gaumen setzt sich die Frucht fort, getragen von einer frischen Mineralität und saftiger Säure. Der Abgang bleibt fein, mit zartem Schmelz.

Am Tisch

Ein Wein für den Alltag: solo als Schoppen, als Riesling-Schorle oder zu leichten Gerichten wie Salaten, hellem Fleisch und Gemüseküche. Gut gekühlt bei 8 bis 10 °C servieren.


Herkunft: Pfalz, Großkarlbach
Klassifikation: Qualitätswein (QbA), trocken
Ausbau: trocken, klassischer Literwein

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Weine

Van Volxem Altenberg Alte Reben Riesling Großes Gewächs 2020

Weißwein · Kanzemer Altenberg (Saar) · Riesling

Riesling Kanzemer Altenberg Saar · Mosel Van Volxem Devonschiefer & Rhyolith bis 70 % Steillage · alte Reben Großes Gewächs · trocken 2020

Der Van Volxem Altenberg Alte Reben Riesling Großes Gewächs 2020 stammt aus dem Kanzemer Altenberg – einer der steilsten Schieferlagen der Saar. Von uralten, teils wurzelechten Reben: ein unheimlich mächtiger, kraftvoller und würziger Riesling, der wie ein ganz großer weißer Burgunder schmeckt, gesegnet mit den Schiefertönen der Saar.


Kanzemer Altenberg – Grauschiefer in extremer Steillage

Van Volxem in Wiltingen an der Saar wurde von Roman Niewodniczanski aus einem traditionsreichen, einst verfallenen Gut zu neuem Weltruhm geführt. Das Weingut bewirtschaftet ausschließlich Schiefersteillagen der Saar – Hänge, die in ihren Ursprüngen bis in die Römerzeit zurückreichen und zu den ältesten Steillagen der Welt zählen.

Der Kanzemer Altenberg gegenüber dem Ort Kanzem ist eine Welt für sich: ein majestätischer, bis zu mehr als 70 % steiler Hang in idealer süd-südöstlicher Ausrichtung, dessen Nähe zur Saar für Wärme, Lichtverstärkung und kühle Nächte sorgt. Der Boden besteht aus verwittertem Devon-Grauschiefer und Rotliegendem (Rhyolith); darin stehen viele Jahrzehnte alte, teils wurzelechte Reben, die tief in den Schiefer wurzeln. Niedrige Erträge und dieses karge, dramatische Terroir geben dem Wein seine rauchig-mineralische Tiefe.

Jahrgang 2020 – Saar

2020 brachte an der Saar einen ausgewogenen Jahrgang mit reifer, kerngesunder Frucht und zugleich frischer, präziser Säure. Auf dem warmen, kargen Schiefer des Altenbergs ergibt das einen besonders kraftvollen und konzentrierten Riesling, dessen mächtige Statur von einer klaren, mineralischen Säure getragen und im Gleichgewicht gehalten wird.

Ausbau

Trockenes Riesling Großes Gewächs aus dem Kanzemer Altenberg, Jahrgang 2020; 100 % Riesling von alten, teils wurzelechten Reben.

Wie alle Van-Volxem-Weine wird auch der Altenberg spontan mit den eigenen Hefen vergoren und über eine lange Reifezeit im traditionellen Fuderfass ausgebaut – handwerklich und ohne Schönung. Diese reduktive, hefebetonte Reife verleiht dem Wein Tiefe, Schmelz und eine bemerkenswerte Haltbarkeit.

Im Glas

Das von Grauschiefer geprägte Terroir verschmilzt hier mit der Riesling-Rebe zu einer fantastischen Symbiose, wie sie die Welt lange nicht mehr getrunken hat. Unheimlich mächtig, voller Kraft, Würze, reifer südländischer Frucht und von einem minutenlangen Abgang geprägt. Er schmeckt wie ein ganz großer Chardonnay aus dem Burgund, gesegnet mit den Schiefertönen der Saar und der expressiven Frucht der Riesling-Traube.

Unheimlich mächtig, voller Kraft und Würze – wie ein ganz großer Chardonnay aus dem Burgund, gesegnet mit den Schiefertönen der Saar.

Unbedingt dekantieren! Ein großer Riesling mit jahrzehntelangem Reifepotenzial. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Hummer, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Gerichten sowie zu gereiftem Hartkäse. Dank seiner Kraft auch ein Begleiter für würzige asiatische Küche.


Lage: Kanzemer Altenberg, Kanzem an der Saar (Mosel); verwitterter Devon-Grauschiefer mit Rotliegendem/Rhyolith, süd-südöstlich, bis über 70 % Steillage; alte, teils wurzelechte Reben
Klassifikation: VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken); 100 % Riesling; „Alte Reben"
Ausbau: Spontangärung mit eigenen Hefen, lange Reife im traditionellen Fuderfass, handwerklich und ohne Schönung

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Rebsorten

Zolla Primitivo di Manduria Vigneti del Salento

Rotwein · Primitivo · Manduria · Italien

Zolla Primitivo di Manduria ist ein kraftvoller Rotwein von Vigneti del Salento (Fantini Group) aus Apulien. Reinsortiger Primitivo aus dem DOP-Gebiet Manduria – kräftiges Purpurrot, mit Cassis, vollreifer Brombeere und feinen Edelholznoten.


Manduria

Die Reben für den Zolla stehen zwischen Manduria und Sava im Herzen des Salento, nahe dem Ionischen Meer. Es handelt sich um über 30 Jahre alte Buschreben (Alberello) mit geringem Ertrag, auf eisenhaltigem, kalkhaltigem Lehmboden. Hinter dem Wein steht Vigneti del Salento (Fantini Group).

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Primitivo di Manduria. Nach mehrtägiger Maischegärung reift der Wein sechs bis acht Monate in Barriques aus amerikanischer und französischer Eiche, was ihm die feinen Edelholz- und Röstnoten verleiht.

Im Glas

Kräftiges Purpurrot. In der Nase Cassis und vollreife Brombeeren, dahinter Edelholz. Eine warme Primitivo-Aromatik mit viel schwarzer Beerenfrucht, Heidelbeere, einer feinen Anisnote und Anklängen von Pralinen. Am Gaumen dicht und vollmundig, warm und samtig, mit feinen Tanninen und langem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein kraftvoller, samtiger Primitivo zu herzhafter Küche – gehaltvoll genug, um auch solo zu überzeugen.

Klassische Begleitung: rotes Fleisch, Schmorgerichte, gewürzter Braten und gereifter Käse.


Lage: Manduria, Salento/Apulien (Italien)
Klassifikation: Primitivo di Manduria DOP – Rotwein (trocken)
Ausbau: 6–8 Monate in amerikanischer und französischer Eiche

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Weine

Sogno del Sud Grillo BIO

Weißwein · Sizilien · Bio

Der Baglio Gibellina Sogno del Sud Grillo ist ein reinsortiger Bio-Weißwein aus dem Westen Siziliens, erzeugt rund um den befestigten Gutshof Baglio Gibellina bei Gibellina in der Provinz Trapani. Grillo zählt zu den meistangebauten Rebsorten der Insel und lieferte früher die Basis für den Likörwein Marsala. Die Trauben stammen aus Hügellagen auf ton- und vulkanhaltigen Böden und werden von Hand gelesen. Der Ausbau erfolgt im Edelstahltank mit anschließender Reifung auf der Feinhefe. Im Glas ein strohgelber, fruchtbetonter Weißwein mit exotischer Frucht und mediterraner Würze.


Gibellina – Trapani, Sizilien

Baglio Gibellina liegt im westsizilianischen Hinterland, eingebettet zwischen den Hügeln von Salemi und Santa Ninfa. Die Weinberge erstrecken sich in Hügellagen zwischen rund 300 und 600 Metern über dem Meer, auf einer Mischung aus Ton und vulkanischen Böden. Erzogen werden die Reben im Guyot-System. Eingestuft ist der Wein als Terre Siciliane IGT; er ist biologisch zertifiziert (Öko-Kontrollnummer IT-BIO-007).

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Grillo aus biologischem Anbau. Die Trauben werden Ende August bis Anfang September von Hand gelesen und bei kontrollierter Temperatur im Edelstahltank vergoren. Anschließend reift der Wein einige Monate auf der Feinhefe, im ersten Monat mit regelmäßiger Bâtonnage. Der Wein enthält Sulfite.

Im Glas

Im Glas ein helles Strohgelb. In der Nase exotische Frucht – Mango, Melone und Ananas – ergänzt um Anklänge mediterraner Gewürze. Am Gaumen frisch und geschmeidig, mit dichter Textur und fruchtbetontem Kern. Der Abgang bleibt trocken und nachhaltig.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gegrillter Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel und Ziegenkäse. Auch zu Gemüsegerichten und als Aperitif eine gute Wahl. Serviertemperatur 8–10 °C.


Lage Gibellina, Trapani (Sizilien), Hügellagen 300–600 m, ton- und vulkanhaltige Böden, Guyot
Klassifikation Terre Siciliane IGT
Ausbau Reinsortiger Grillo, handgelesen, Edelstahltank, Reifung auf der Feinhefe mit Bâtonnage

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Feinkost

Pimentón Picante Ahumado

Feinkost · Gewürz · Spanien

El Avión Pimentón Picante Ahumado ist ein scharfes, geräuchertes Paprikapulver aus Spanien. Seine Besonderheit ist die leicht rauchige Note, die durch ein traditionelles Räucherverfahren über Eichenholz entsteht – ein Gewürz für alle, die es würzig und pikant mögen.


Herkunft

Hinter El Avión steht ein spanisches Familienunternehmen aus Aspe (Alicante), das seit 1918 Safran und Gewürze verarbeitet. Pimentón gehört zu den meistverwendeten Gewürzen der spanischen Küche.

Herstellung und Räucherung

Verarbeitet werden reife rote Paprikaschoten der scharfen Sorte. Nach dem Trocknen und Mahlen wird das Pulver leicht über Eichenholz angeräuchert. So entsteht die typische rauchige Note, die sich mit der Schärfe der Paprika verbindet.

Geschmack

Tiefrotes Pulver mit kräftigem Paprikageschmack, deutlicher Schärfe und einer fein rauchigen Komponente. Verleiht Gerichten zugleich Farbe, Würze und Pikanz.

In der Küche

Zum Würzen und Färben vieler Gerichte – sparsam einsetzen, Schärfe und Aroma sind intensiv. Klassisch in der Paella, ebenso zu Fleisch, Fisch und Eintöpfen.

Passt zu: Paella, Schmorgerichten, Fleisch, Fisch und Eintöpfen.


Hersteller: El Avión (seit 1918, Aspe/Alicante)
Produkt: Pimentón (Paprikapulver)
Sorte: Picante Ahumado (scharf, geräuchert)
Herkunft: Spanien
Verarbeitung: über Eichenholz geräuchert, gemahlen
Mindesthaltbarkeit (MHD): 27.05.2028

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Italien

Montevertine 2020

Rotwein · Toscana IGT · Sangiovese

Sangiovese mit Canaiolo Toscana IGT Radda in Chianti Montevertine 24 Monate slawonische Eiche 2020

Der Montevertine 2020 ist der gleichnamige Flaggschiff-Wein einer Kult-Adresse aus Radda in Chianti – ein Sangiovese, verschnitten mit Canaiolo, der durch Eleganz und Vielschichtigkeit besticht. Filigran und saftig zugleich. Ein Wein mit Schliff.


Montevertine – Kult-Sangiovese aus Radda

Montevertine liegt rund 3 km südlich von Radda in Chianti, auf einem 425 Meter hohen Hügel mit steinigen, kalk- und mergelreichen Böden (Galestro, Alberese) – ein Terroir, das dem Sangiovese ein besonders frisches, feines Profil verleiht. Sergio Manetti verließ 1981 das Chianti-Classico-Konsortium, weil er keinen Trebbiano in den Verschnitt geben wollte; seither etikettiert das Gut konsequent als Toscana IGT. Heute führt Martino Manetti das Weingut im traditionellen, kompromisslosen Stil weiter.

Der gleichnamige Wein „Montevertine" ist das Aushängeschild des Guts. Die Trauben stammen vor allem aus einer 2,5 Hektar großen, südost- bis südexponierten Parzelle mit überwiegend 1982 gepflanzten Reben unterhalb des Hauses.

Jahrgang 2020 – Toscana

2020 brachte in der Toskana einen ausgewogenen, eher klassisch gefärbten Sangiovese-Jahrgang mit reifer Frucht und feiner Frische. Im Montevertine ergibt das einen eleganten, vielschichtigen Wein mit geschliffener Struktur und harmonischer Balance.

Assemblage und Ausbau

Sangiovese, verschnitten mit Canaiolo, aus dem Jahrgang 2020, Toscana IGT, trocken.

Spontane Gärung mit anschließender Maischestandzeit im Betontank (rund drei Wochen), danach reift der Wein 24 Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Abfüllung traditionell, ungefiltert.

Im Glas

Er besticht durch seine Eleganz und die Vielschichtigkeit der Aromen – rote Kirsche und Himbeere, dazu Kräuter, balsamische Anklänge und feine Lakritznoten. Am Gaumen mundet er filigran und saftig zugleich, mit feinkörnigen, gut eingebundenen Tanninen und vibrierender Frische im langen Abgang. Ein Wein mit Schliff.

Elegant und vielschichtig, filigran und saftig zugleich – ein Wein mit Schliff.

Schon jetzt zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre; profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu toskanischen Klassikern wie Bistecca und geschmortem Rind, zu Wild und Lamm, zu Pasta mit Fleischsugo sowie zu gereiftem Pecorino.


Lage: Toscana IGT, Radda in Chianti (Toskana, Italien); ~425 m, steinige Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese); Hauptparzelle 2,5 ha, Reben überwiegend 1982
Klassifikation: Toscana IGT, Sangiovese mit Canaiolo (und Colorino) (trocken)
Ausbau: Gärung im Betontank, 24 Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche, ungefiltert

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