Das Anbaugebiet Mittelrhein

Während der durchschnittliche Tourist begeistert Fotos für die Daheimgebliebenen anfertigt, wenn er etwa von Koblenz mit dem Ausflugsdampfer rheinaufwärts fährt, dürfte es seinem weinaffinen Mitpassagier einen Stich ins Herz versetzen angesichts der vielen verwilderten – fachsprachlich „verbuschten“ – Weinberge, die er am Flussufer erblickt. Die hohen Anforderungen der Steil- und Steilstlagen, die zusammen fast 90 Prozent der Rebfläche ausmachen, haben den Mittelrhein zum mittlerweile zweitkleinsten Weinbaugebiet Deutschlands herabsinken lassen: lag die Gesamtfläche um die vorletzte Jahrhundertwende noch bei weit über 2000 Hektar, halbierte sie sich bis in die 70er und dann innerhalb von 30 Jahren noch einmal. Immerhin scheinen die verbliebenen etwa 450 Hektar und die sie bewirtschaftenden 150 Winzer nun ein recht stabiles Plateau zu bilden – und ein Zuwachs ist nicht ausgeschlossen, denn unter den brachliegenden Flächen sind wahre Filetstücke, die nur auf einen fleißigen Jungwinzer in Goldgräberstimmung warten, der ihnen wieder Leben einhaucht.


Die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz trennt das Gebiet in den Bereich Loreley, der auf über 100 Kilometern dem Verlauf des Rheins bis nach Bingen folgt, wo er mit den Weinbaugebieten Nahe, Rheingau und Rheinhessen zusammenkommt, und den geradezu winzigen Bereich Siebengebirge. Der wirkt, als ob man aus Mitleid die kleine Fläche um Königswinter miteinbezogen habe, damit auch NRW noch irgendwie einen Anteil am deutschen Weinbau bekommt. Aber bloß kein Spott, wahrscheinlich wurde in keinem anderen Weinbaugebiet mehr jüngere Geschichte geschrieben als hier, denn durch die Nähe zu Bonn avancierten die Weinlokale zu einem beliebten Ausflugsort für Politiker, Ministerialbeamte und Diplomaten der alten Bundesrepublik. Nicht umsonst heißt die einzige Großlage im Bereich Siebengebirge Petersberg, nach jenem, auf dem das Gästehaus der BRD steht, das vom Schah von Persien über Breschnew und die Queen schon viel Politprominenz unter seinem Dach beherbergte.


Die Stadtgründungen von Bonn und insbesondere Köln durch die Römer waren denn auch die Initialzündung, den Weinbau von der Mosel weiter herauf in den Norden zu ziehen; das gesamte Potential der Region nutzten aber erst die Frankenherrscher, deren großzügige Hofhaltung es erforderte, auch rheinaufwärts südlich von Koblenz Reben zu pflanzen. Die Dutzenden Burgen und Ruinen, ob sie nun tatsächlich aus dem Hochmittelalter stammen oder spätere Fantasieprodukte reicher Anhänger der Rheinromantik sind, bezeugen eindrucksvoll, welchen enormen Status es zu allen Zeiten mit sich brachte, ein Plätzchen hoch über dem Rhein sein eigen zu nennen. Ein Spannungsfeld zwischen nobler Weltläufigkeit und düsterer Archaik war der größte deutsche Strom schon immer. Diese blitzt etwa in den uralten Lagennamen auf – wie an der Mosel auch enden hier viele mit demselben keltischen Begriff: Feuerlay, Fässerlay und Gartenlay verweisen alle auf den schroffen Fels, auf welchem die Trauben in die Sonne lächeln.


Ebenfalls im Dunkel der Jahrhunderte begegnet uns die Herstellung von Feuerwein, eine mittlerweile völlig vergessene Kulturtechnik. Da der auf konventionelle Weise erzeugte Wein im Mittelalter und der Frühen Neuzeit meist sehr sauer war und erst durch Zugabe von Gewürzen genießbar wurde, entwickelte man ein Verfahren, das die Gärung massiv beschleunigte und einen hohen Anteil Restzucker im Wein beließ. Dafür platzierte man das Weinfass – einerlei, ob roten oder weißen Inhalts – in einer „Feuerkammer“, wo es, durch eine Metallplatte vor zu direkter Hitze der darunter liegenden glühenden Kohlen geschützt, derart stark erwärmt wurde, dass sich in kürzester Zeit große Mengen an Gärungskohlensäure bildeten. Etwa 72 Stunden später ließ das Brausen des kochenden Mostes nach, der Wein war völlig durchgegoren, hatte aber kaum an Süße verloren. Was wie ziemliches Hexenwerk klingt, brachte auch für heutige Verhältnisse noch sehr gute Ergebnisse hervor: zwar lieblich, aber doch mit einer feinen Säure, trotz der Jugend wunderbar intensiver Farbe, dazu noch ganz und gar frei von Heferückständen und künstlichen Zusätzen aller Art. Besonders in den Niederlanden und den Hansestädten war dieses Kunststück begehrt wie sonst nur die edelsten Südweine und machte dessen Herkunftsort, das kleine Bacharach, in aller Welt bekannt.


Der Name der Stadt ist auch wieder keltisch, eine populäre Legende sieht jedoch Anleihen beim lateinischen „Bacchi ara“, Altar des römischen Weingottes Bacchus. Diesen „Altar“ gab es anders als die Namenverwandtschaft tatsächlich, er war ein mächtiger Felsblock im Rhein, auf dem Opfer dargebracht und Orgien gefeiert worden sein sollen; Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er wie viele andere steinerne Handelshemmnisse im Fluss gesprengt. Denn so dankbar die Winzer über ihre direkte Anbindung an den Rhein sein konnten, der es ihnen ermöglichte, ihre Erzeugnisse innerhalb weniger Tage zu den großen Umschlagplätzen in Köln und Frankfurt und dann weiter nach ganz Europa zu transportieren – die Rheinschifffahrt war damals nicht ohne. Wies der Fluss im Rheingau noch 1000 Meter Breite auf, so verschmälerte er sich bald darauf auf deutlich weniger als ein Fünftel davon, was die Strömungsgeschwindigkeit massiv ansteigen ließ. Auf seinem Weg durch das Rheinische Schiefergebirge wurden darüber hinaus viele beständigere Gesteinsformationen nicht abgetragen und verblieben als tückische Barrieren. Erst das sogenannte Binger Loch etwa machte – ebenfalls mithilfe von Sprengstoff – im 17. Jahrhundert ein quer zur Fließrichtung liegendes Quarzit-Riff für größere Schiffe passierbar. Ein anderes natürliches Hindernis ist deutlich bekannter, ja geradezu zum Inbegriff der Rheinromantik geworden: die Loreley bei St. Goarshausen, ein 130 Meter hoher Schieferfelsen. Die Strudel, die sich an dieser tiefsten und engsten Stelle des Rheins bilden, haben in früheren Jahrhunderten so manches Schiff ins Verderben gezogen – oder hat, wenn man der Sage Glauben schenken möchte, die durch Brentano und Heine literarisch verarbeitet wurde, vielleicht doch eine schöne junge Zauberin die Schiffer durch ihren Gesang auf Abwege geführt? Was es auch war, gottesfürchtige Kapitäne riefen noch bis ins 20. Jahrhundert mit der Schiffsglocke ihre Matrosen zum Gebet, bevor sie die berüchtigten Untiefen passierten. Heutzutage hat Vater Rhein seine Schrecken größtenteils verloren. Auf den sieben Kilometern zwischen Oberwesel und St. Goar regelt seit 50 Jahren ein System aus Lichtsignalen den Schiffsverkehr – das ist zwar nicht mehr besonders romantisch, sorgt aber immerhin dafür, dass der Wein nun verlässlich seinen Zielort erreicht und nicht zum Labsal für die Fische wird.


Während die Mosel von vielen Touristen des Weins wegen besucht wird und die Landschaft oft ein schönes Beiwerk ist, kann man am Mittelrhein wohl eher das Gegenteil beobachten: die Menschen kommen für die UNESCO-zertifizierte Kulturlandschaft und stellen dann freudig überrascht fest, dass hier ja auch herrliche Tropfen gedeihen. Die berühmte rheinische Gastlichkeit in den Weinstuben der überwiegend eher beschaulichen Familienbetriebe – ein Drittel von ihnen betreibt nebenbei Gastronomie – tut ihr Übriges. Die ganz großen Spitzenweingüter sucht man hier zwar vergeblich, dafür ist das Mittelfeld sehr solide, denn man reguliert die Erträge auf durchschnittliche 60 Hektoliter pro Hektar, um wirklich handfeste Weine ins Glas bringen zu können. Und diese sind vergleichsweise günstig, obwohl die Bewirtschaftung der Steilhänge sehr arbeitsintensiv, ja allgemein ökonomisch herausfordernd ist, da der Terrassenweinbau durch die notwendigen Böschungen über ein Drittel Fläche verliert im Vergleich zum Anbau auf ebenem Gelände. Allerdings gibt es auch Vorteile: die kalte Nachtluft fließt am Morgen schnell zum Fluss hin ab, was die Vegetationsperiode verlängert und es insbesondere spät reifenden Rebsorten überhaupt erst ermöglicht, derart weit im Norden noch gute Ergebnisse zu erzielen. Am Bopparder Hamm kann man das gut beobachten, der größten Rheinschleife, an deren linker Seite auf nur fünf Kilometern die größte zusammenhängende Rebfläche des Mittelrheins liegt. Vor allem Riesling wird hier angebaut, 70 Prozent des Gesamtertrages entfallen auf diese Rebsorte, die mehr als alle anderen von den Grauwacke- und Schiefer-Verwitterungsböden profitiert, die Wärmespeicher und Mineralienlieferant zugleich sind. Häufig werden sie feinherb ausgebaut, damit die knackige Säure nicht zu sehr in den Vordergrund tritt. Oder man keltert direkt einen Sekt, eine Spezialität der Region, denn eigentlich gibt es nichts, was es vom Mittelrhein nicht gibt: blumige Weiß- und Grauburgunder, saftiger Müller-Thurgau, fein muskatwürziger Kerner und auch sehr beachtlicher Spätburgunder, der es auf vulkanischem Untergrund zu in diesen Gefilden unerwarteter Finesse bringt. All das ist ehrlich und bodenständig, man schmeckt die Handarbeit hinter diesen perfekten Essensbegleitern. Experimentieren sollen andere, sagt man sich hier, wir machen, was wir können. Oder doch nicht? Das ist schwer zu sagen, denn der Investitionsstau der vergangenen Jahrzehnte lässt ehrgeizige Zukunftsprojekte für viele noch in weite Ferne rücken.


Die geografische wie geschmackliche Kompromissposition zwischen der Mosel mit ihrer herzhaften Säure und dem blumig-schmelzigen Rheingau ist zwar an sich eine komfortable. Also auf die Sicherheit der Tradition setzen oder doch wie etwa Pfalz und Rheinhessen zu neuen Ufern aufbrechen? Schwierig. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland gerade kein anderes Weinbaugebiet, das sich derart im Umbruch und auf der Suche nach sich selbst befindet wie der Mittelrhein. Wohin auch immer der Weg führen mag, eins steht fest: dieses gesegnete Fleckchen Erde möchte sich niemand ohne Weinbau vorstellen, der seit anderthalb Jahrtausenden das wirtschaftliche wie kulturelle Rückgrat der Region ist.

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Weine

Domaine Saint-Lannes rosé

Dieser vollmundige Rosé wurde aus sonnengereiften Trauben der Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon gekeltert. Er duftet nach Sommer und roten Früchten wie Himbeere und Kirsche.

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Spanien

Contino Vina del Olivo 2020

Rotwein · Rioja · Tempranillo & Graciano · Einzellage

Contino Viña del Olivo ist ein Einzellagen-Spitzenrotwein aus der Rioja vom renommierten Gut Contino. Kraft, Eleganz, Finesse, Vielschichtigkeit und eine beeindruckende Länge zeichnen ihn aus – in puncto Eleganz und Ausgewogenheit zählt er zu den besten Weinen der Rioja. Im Glas tief und komplex.


Rioja

Contino ist ein renommiertes Einzellagen-Gut in der Rioja Alavesa. Die Lage Viña del Olivo – benannt nach einem jahrhundertealten Olivenbaum – steht für besondere Qualität. Kalk- und tonhaltige Böden sowie das ausgewogene Klima verleihen dem Wein Eleganz und Tiefe.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée wird von Tempranillo dominiert, ergänzt um Graciano. Nach der Gärung reift der Wein im französischen Barrique mit hohem Anteil neuer Eiche, was ihm Struktur, Finesse und großes Reifepotenzial verleiht.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase vielschichtig: reife dunkle Frucht, feine Würze, Zedernholz und florale Noten. Am Gaumen kraftvoll und zugleich elegant, mit großer Ausgewogenheit, feinem Tannin und atemberaubender Länge. Der Abgang ist anhaltend und finessenreich.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Mit großem Reifepotenzial über viele Jahre.

Klassische Begleitung: Lamm, Rind, Wild und gereifter Hartkäse.


Lage: Viña del Olivo, Rioja Alavesa (Spanien); Kalk/Ton
Klassifikation: Rioja DOCa – Einzellage
Ausbau: Tempranillo/Graciano, französisches Barrique (hoher Neuholzanteil)

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Portugal

Feuerheerds Colheita 2011

Portwein · Douro (Portugal) · Colheita

Colheita Port (jahrgangsrein) Douro / Porto (Portugal) fassgereift (mind. 7 Jahre) süß · aufgespritet · 0,5 l 2011

Der Feuerheerd's Colheita 2011 von Barão de Vilar ist ein jahrgangsreiner, im Fass gereifter Tawny-Port aus dem Douro. Ein süßer, aufgespriteter Wein mit verschwenderischem Bukett, intensivem Gaumen und ewig langem Nachhall – in der 0,5-Liter-Flasche.


Colheita – jahrgangsreiner Tawny aus dem Douro

Colheita ist das portugiesische Wort für „Jahrgang"; Colheita-Portweine sind aufgespritete Rotweine aus einem einzigen Jahrgang. Von Gesetz wegen müssen sie mindestens sieben Jahre im Holzfass reifen, bevor sie gefüllt werden – viele Häuser lassen ihre besten Partien jedoch deutlich länger in alten, großen Fässern, bis sie ihre ideale Trinkreife erreicht haben.

So schlummern in den ehrwürdigen Kellern in Porto bemerkenswerte Schätze. Barão de Vilar führt diese Tradition mit der Marke Feuerheerd's fort.

Jahrgang 2011 – Douro

Herbst- und Winterregen des Vorjahres hatten die Bodenwasserspeicher gut auf den heißen, trockenen Sommer vorbereitet; die Wachstumsperiode verlief weitgehend problemlos. Der Hochsommer brachte jedoch sehr hohe Temperaturen bis nahe an einen Dürrezustand; einige Trauben gingen durch Sonnenbrand oder Rosinenbildung verloren. Erleichternde Regenfälle kamen Ende August bis Anfang September.

Ein fantastischer Altweibersommer brachte die Trauben zur vollen phenolischen Reife. Trotz reduzierter Erntemenge war die Qualität herausragend: hohe Fruchtkonzentration, ausgefeilte Tannine und eine grandiose Struktur prägen den 2011er.

Assemblage und Ausbau

Aufgespriteter Portwein aus traditionellen Douro-Rebsorten, Jahrgang 2011.

Die lange Reife in alten, großen Holzfässern verleiht dem Wein die typische Tawny-Aromatik und eine seidige Textur, bevor er gefüllt wird.

Im Glas

Bernsteinfarben mit Reife. In der Nase getrocknete Feigen, Datteln und Rosinen, Karamell und Toffee, Walnuss und Mandel, Orangenzeste und feine Gewürze. Am Gaumen süß und seidig, mit intensivem Geschmacksbild und einem ewig langen, delikaten Nachhall.

Getrocknete Früchte, Karamell und Walnuss über seidiger Süße – ein verschwenderisches Bukett mit ewig langem Nachhall.

Bei 14–16 °C servieren; nach dem Öffnen über Wochen haltbar. Für besondere Momente.

Am Tisch

Zu kräftigem und blauem Käse, dunkler Schokolade, Desserts und Nüssen – oder solo als Digestif. Ein Gaumenschmeichler für besondere Anlässe.


Lage: Douro / Porto (Portugal)
Klassifikation: Porto DOP – Colheita (jahrgangsreiner Tawny)
Ausbau: aufgespritet; jahrgangsrein, lange Reife im großen Holzfass

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Frankreich

Groffier Chambolle Musigny Hauts Doix 1er Cru 2020

Rotwein · Chambolle-Musigny 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Hauts Doix Chambolle-Musigny 1er Cru (Frankreich) 2020

Der Robert Groffier Chambolle-Musigny Les Hauts Doix 1er Cru 2020 stammt von rund 70 Jahre alten Reben aus einer der kleinsten und begehrtesten Lagen der Domaine – ein rassiger, seidiger Pinot Noir von Feinheit und Spannung.


Les Hauts Doix – die Lage

Les Hauts Doix liegt eingebettet zwischen den Premiers Crus Les Amoureuses und Les Charmes am Südende von Chambolle-Musigny. Der sandige, kalk- und tonhaltige Boden entwässert frei und erhält nur am Morgen direkte Sonne – kühl, aber trocken. Das ergibt rassige, tief gefärbte Chambolles von Eleganz und Präzision.

Groffier zählt zu den führenden Erzeugern der Côte de Nuits; unter Nicolas Groffier wird der Neuholzeinsatz reduziert und nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen. Les Hauts Doix gehört wegen der winzigen Menge zu den gesuchtesten Cuvées des Hauses.

Jahrgang 2020 – Côte de Nuits

2020 gilt in der Côte de Nuits als großer Rotweinjahrgang: warm und trocken, mit vollreifen, gesunden Trauben bei zugleich bemerkenswerter Frische und Säurespannung.

Ein Jahr für tief konzentrierte, dennoch frische und langlebige Pinot Noirs.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020.

Vergoren mit 50 % Ganztrauben, ausgebaut in 25 % neuem Holz, auf der Hefe gereift, unfiltriert. Im Stil der Domaine wird der Wein nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen.

Im Glas

Ein reifes, recht großzügiges Bouquet aus prallen roten Kirschen und zerdrückter Erdbeere, mit der Zeit ein Hauch Unterholz. Am Gaumen mittelgewichtig, mit geschmeidigen Tanninen, feiner Säure, straff und frisch, zum Abgang etwas zurückhaltender als in der Nase. Rassig und energiegeladen, mit steiniger Mineralität.

Rassig, seidig und energiegeladen – eine der raren, begehrtesten Cuvées der Domaine.

Jung noch verschlossen: profitiert von Luft und Kellerzeit. Bei 16–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Entenbrust, Kalb, Taube, Reh, Gerichten mit Trüffel oder Pilzen sowie mittelreifem Weichkäse. Ein eleganter Begleiter für feine Küche.


Lage: Les Hauts Doix, Chambolle-Musigny 1er Cru, Côte de Nuits, Bourgogne (Frankreich); sandig-kalkhaltiger Boden, ca. 70 Jahre alte Reben
Klassifikation: Chambolle-Musigny 1er Cru AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; 50 % Ganztrauben; 25 % Neuholz; Ausbau auf der Hefe; ein Abstich

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Weine

Galon roble 4 meses tinto

Rotwein · DO Toro · Roble

100 % Tinta de Toro DO Toro · Kastilien-León Reben über 20 Jahre steinige Sandböden Malo bei 26 °C im Fass 4 Monate französische Eiche

Galón Roble ist der jüngere Toro aus dem Galón-Sortiment: 100 % Tinta de Toro von über 20 Jahre alten Reben, malolaktische Gärung im Fass und nur vier Monate in französischer Eiche. Fruchtbetont und würzig, mit dunkler Frucht und einer dezenten Holznote – ein Toro für den Alltag, jung zugänglich.


Roble – der kurze Weg durchs Holz

Spanische Rotweine werden oft nach ihrer Reifezeit eingeteilt. Ein Crianza muss in Toro mindestens zwei Jahre reifen, davon mindestens sechs Monate im Fass. Roble – wörtlich „Eiche" – ist die Bezeichnung für Weine, die kürzer mit Holz in Berührung kamen, meist wenige Monate. Das Ziel ist ein anderes: nicht Tiefe durch lange Reife, sondern Frucht mit etwas Struktur. Der Galón Roble steht damit neben dem Galón Crianza desselben Hauses – dieselbe Rebsorte, dieselbe Herkunft, aber ein jüngerer, offenerer Stil.

Die DO Toro liegt am Duero in der Provinz Zamora, auf einer Hochebene um 700 Meter. Das Klima ist kontinental, mit atlantischem Einfluss aus dem Westen: heiße Tage, kühle Nächte, wenig Regen. Die Böden sind steinig, sandig und nährstoffarm. Sie halten die Erträge gering, und die großen Temperaturunterschiede lassen die Trauben reifen, ohne dass sie ihre Säure verlieren.

Die Rebsorte ist Tinta de Toro, der lokale Klon des Tempranillo – mit kleineren, dickschaligeren Beeren als in der Rioja und entsprechend mehr Farbe und Gerbstoff. Die Reben für den Roble sind über 20 Jahre alt; jünger als beim Crianza, was eine offenere, fruchtigere Art unterstützt.

Handlese, Malo im Fass, vier Monate Holz

Der Wein besteht zu 100 % aus Tinta de Toro. Gelesen wird von Hand im Oktober, in kleinen 15-kg-Kisten, damit die Trauben unversehrt in den Keller kommen.

Die malolaktische Gärung läuft bei konstant 26 °C im Fass. Dabei wird die kantige Apfelsäure in weichere Milchsäure umgewandelt, und Wein und Holz verbinden sich früh – das gibt dem Roble trotz kurzer Fasszeit eine runde Struktur. Anschließend reift er vier Monate in französischer Eiche, gerade genug, um die kräftigen Gerbstoffe der Tinta de Toro abzurunden, ohne die Frucht zu überdecken. Vor der Füllung wird nur leicht filtriert.

Im Glas

Kräftiges Purpurrot. In der Nase dunkle Frucht, Brombeere und Kirsche, dazu eine dezente Holznote, die die Frucht einbindet statt sie zu überlagern. Am Gaumen würzig und ungezähmt, mit authentischer, dunkler Frucht und festen, aber runden Gerbstoffen. Der Abgang ist lang.

Vier Monate Holz statt zwei Jahre Reife: Toro, bei dem die Frucht vorn steht.

Bei 16–17 °C servieren, eine kurze Belüftung im Glas genügt. Jung trinken.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gegrilltes Fleisch, Tapas, Schmorgerichte und mittelkräftiger Käse. Ebenso zu Burgern, Chorizo, Albóndigas und Pizza – ein unkomplizierter Begleiter für kräftige Alltagsküche.


Rebsorte 100 % Tinta de Toro
Lage DO Toro, Kastilien-León · steinige, sandige, nährstoffarme Böden
Klassifikation DO Toro · Roble · trocken
Vinifikation Handlese im Oktober in 15-kg-Kisten · malolaktische Gärung bei 26 °C im Fass
Ausbau 4 Monate in französischer Eiche · leicht filtriert
Trinkempfehlung jung trinken
Rebenalter über 20 Jahre

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Ungarn

Oremus Tokaji 3 Puttonyos 2015

Edelsüßer Weißwein · Tokaji Aszú · Furmint-Cuvée

Furmint-Cuvée Tokaji Aszú 3 Puttonyos Tokaj-Hegyalja · Ungarn Oremus (Vega Sicilia) vulkanischer Boden edelsüß · Botrytis 2015

Der Oremus Tokaji Aszú 3 Puttonyos 2015 ist der Einstiegs-Aszú des Weinguts Tokaj-Oremus der Familie Álvarez (Vega Sicilia) – die feinste, am wenigsten süße Stufe der Aszú-Palette. Strahlendes Gelb, vollreife Frucht und süßer Honig, von moderater, zugänglicher Süße und feinem Finale.


Oremus und Tokaj-Hegyalja

Tokaj-Hegyalja im Nordosten Ungarns ist die klassische Heimat des Tokaji Aszú – des „Weins der Könige", seit 2002 UNESCO-Weltkulturerbe. Am Zusammenfluss von Bodrog und Tisza sorgt herbstlicher Morgennebel zuverlässig für die Edelfäule (Botrytis cinerea), während sonnige Nachmittage die Beeren eintrocknen lassen. Die vulkanischen Böden und das kontinentale Klima geben den Trauben Würze und eine markante Säure.

Das Weingut Tokaj-Oremus wurde 1993 von der Familie Álvarez, Eigentümerin der spanischen Ikone Vega Sicilia, gegründet und trägt den Namen der historischen Lage Oremus – jener Wiege des Tokaji Aszú. Die Reben stehen auf vulkanischem Boden. Die Cuvée vereint Furmint als Rückgrat (rund drei Viertel) mit Hárslevelű, Zéta und Sárga Muskotály.

Jahrgang 2015 – Tokaj-Hegyalja

Der 3-Puttonyos-Aszú ist die leichteste, zugänglichste Stufe der Oremus-Aszú-Palette: Die moderate Süße lässt die reife Frucht und die lebendige Säure des Furmint klar in den Vordergrund treten. Das Ergebnis ist ein heller, frischer und delikater Dessertwein mit feinem Süße-Säure-Spiel.

Aszú 3 Puttonyos – Herstellung und Ausbau

Edelsüßer Tokaji Aszú aus dem Jahrgang 2015, Stufe 3 Puttonyos – eine Cuvée aus Furmint, Hárslevelű, Zéta und Sárga Muskotály.

Für den Aszú werden die einzeln verlesenen, edelfaulen Beeren – gemessen in „Puttonyos", den traditionellen 25-kg-Hotten – zum Grundmost gegeben: drei Puttonyos auf ein 136-Liter-Gönci-Fass ergeben die moderate, zugängliche Süße dieser Stufe (historisch die leichteste Aszú-Kategorie). Nach kühler Maische von rund einem bis zwei Tagen werden die Beeren sanft gepresst; die Gärung in neuen ungarischen Eichenfässern (Gönci-Fass aus dem Zemplén-Wald) verläuft langsam über Wochen. Anschließend reift der Wein zwei bis drei Jahre im Fass und danach in der Flasche.

Im Glas

In der Farbe ein strahlendes Gelb; im Duft vollreife Früchte wie Pfirsich, Quitte und Birne. Im Mund gesellen sich süßer Honig, Vanille, Orangenschalen und reife Früchte hinzu. Das Finale des delikaten Dessertweins ist sehr fein.

Strahlendes Gelb, Pfirsich, Quitte und Birne – süßer Honig, Vanille und Orangenschale, mit sehr feinem Finale.

Schon jetzt ein Genuss, bei idealer Lagerung über viele Jahre haltbar. Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif, zu Foie gras und Geflügelleber, zu Blauschimmel- und gereiftem Hartkäse sowie zu Desserts mit Pfirsich, Quitte oder Crème brûlée.


Lage: Tokaj-Oremus, Tolcsva, Tokaj-Hegyalja (Ungarn); vulkanische Böden am Zusammenfluss von Bodrog und Tisza; UNESCO-Weltkulturerbe
Klassifikation: Tokaji Aszú 3 Puttonyos (edelsüß); Cuvée aus Furmint, Hárslevelű, Zéta und Sárga Muskotály
Ausbau: ~1–2 Tage Maischestand, langsame Gärung in neuer ungarischer Eiche (Gönci-Fass 136 l), 2–3 Jahre Fassreife, anschließend Flaschenreife

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Weine

Domaine Bretaudeau La Justice blanc 2023 BIO

Weißwein · Loire · Chardonnay & Savagnin

80% Chardonnay · 20% Savagnin Loire (Vin de France) Granit & Quarz 2023 · Bio (FR-BIO-01) Beton · Amphore · Holz

Der La Justice blanc 2023 Bio von Jérôme Bretaudeau ist eine ausdrucksstarke Cuvée aus 80 % Chardonnay und 20 % Savagnin von mineralreichen Granitböden an der Loire. Rauchig, salzig-mineralisch und präzise – Bretaudeaus Antwort auf die besten Jura-Weine.


Loire – Granit mit Quarzadern

La Justice wächst an der Loire auf mineralreichen Granitböden, die von weißen und rosafarbenen Quarzadern durchzogen sind. Diese Unterlage gibt dem Wein seine salzige Mineralität und Spannung. Die Chardonnay-Reben sind rund 30 Jahre alt, der Savagnin stammt aus jüngeren, etwa sechsjährigen Reben.

Mit der Jura-Sorte Savagnin und dem ungewöhnlichen Ausbau ist La Justice eine vinophile Antwort auf den Jura-Stil. Jérôme Bretaudeau arbeitet biodynamisch und biologisch zertifiziert (FR-BIO-01); der Wein wird als Vin de France geführt.

Jahrgang 2023 – Loire

2023 brachte an der Loire einen gesunden, großzügigen Jahrgang. Ein feuchteres Frühjahr sorgte für vitale Reben, ein trockener, sonniger Sommer für reife Trauben.

Für die Weißweine steht 2023 für reife Frucht bei klarer, frischer Säure – die Grundlage für die mineralische Spannung dieser Cuvée.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 80 % Chardonnay und 20 % Savagnin, Jahrgang 2023, von Hand gelesen und ohne Eingriffe des Winzers vinifiziert (FR-BIO-01).

Die Reife erfolgt in einer Kombination aus ovalen Betonzisternen, 800-Liter-Amphoren und doppelwandigen Holzfässern. Diese Staffelung gibt dem Wein Struktur, Tiefe und vielschichtige Aromen.

Im Glas

In der Nase rauchige, mineralische und florale Aromatik mit großer Ausdruckskraft. Am Gaumen eine knackige, präzise Säure, elegante Länge und eine markante salzige Mineralität, die für Spannung und Finesse sorgt.

Rauchig, salzig-mineralisch und präzise – die vinophile Antwort an die besten Jura-Weine, von der Loire.

Jung schon zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Fisch und Krustentiere, Geflügel in heller oder Sahnesauce, Pilzgerichte, dazu gereifter Hartkäse wie Comté. Ein Wein für würzige, herzhafte Gerichte.


Lage: Loire; mineralreicher Granitboden mit weißen und rosa Quarzadern
Klassifikation: Vin de France (Loire); Bio (FR-BIO-01)
Ausbau: 80 % Chardonnay, 20 % Savagnin; Beton, 800-l-Amphore, doppelwandiges Holzfass; ohne Eingriffe

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Spanien

Vina Ardanza Reserva 2019

Rotwein · Reserva · Rioja · Spanien

Viña Ardanza Reserva ist ein klassischer Rotwein der Bodega La Rioja Alta aus dem Rioja. Die trockene Cuvée aus Tempranillo und Garnacha reift lange in amerikanischer Eiche und zeigt balsamische, feinwürzige und komplexe Aromen.


Rioja Alta

Die Bodega La Rioja Alta wurde 1890 in Haro gegründet und zählt zu den traditionsreichen Häusern der Region. Der Tempranillo stammt von rund 30 Jahre alten Reben in Cenicero und Fuenmayor (Rioja Alta), die Garnacha aus Tudelilla in Rioja Oriental.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint 80 % Tempranillo und 20 % Garnacha. Nach der Gärung im Edelstahl reift der Tempranillo 36 Monate, die Garnacha 30 Monate in amerikanischer Eiche aus der hauseigenen Böttcherei (20 % neue Fässer).

Im Glas

Kirschrot mit granatfarbenem Rand. In der Nase reife dunkle Frucht von schwarzer Kirsche, Pflaume und Cassis, dazu balsamische und würzige Noten von Vanille, Nelke und Pfeffer. Am Gaumen vollmundig und komplex, mit feinkörnigen Tanninen und langem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren, vor dem Genuss dekantieren. Mit seiner Struktur eignet er sich auch für weitere Flaschenreifung.

Klassische Begleitung: Lammbraten, gegrilltes und geschmortes Fleisch, Wild und gereifter Käse.


Lage: Rioja Alta / Rioja Oriental (Spanien)
Klassifikation: Rioja DOCa – Reserva
Ausbau: 36/30 Monate amerikanische Eiche

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