Das Weinbaugebiet Rheingau

Rheingau, Riesling und die Geschichte mit der Spätlese

An den unteren Hängen des Taunus lässt es sich als Rebstock gut leben: der Wald sorgt für einen Regenschatten und verhindert gleichzeitig das nächtliche Hinunterwandern kalter Luftmassen in die Weinberge. Gleichzeitig spiegelt der Rhein das Sonnenlicht und hält sie damit warm. Am Rheinknie zwischen Lorch und Hochheim hat die Natur irgendwann einmal entschieden, dass der Fluss das vor ihm liegende Gebirge auf seinem Weg Richtung Nordsee lieber meiden soll und ihm deswegen eine scharfe Linkskurve verpasst – aus diesem Grund sind fast alle Rebflächen perfekt Richtung Süden ausgerichtet. Das ist durchaus eine Notwendigkeit, wenn man bedenkt, wie weit nördlich in Wein-Deutschland wir uns hier schon befinden. Auf nur 13 Kommunen verteilt sich der Weinbau, davon sind mit Frankfurt und Wiesbaden gleich zwei Großstädte dabei, die aber jeweils nur einen sehr geringen Anteil beisteuern. Beide gehören auch historisch betrachtet gar nicht zur Region Rheingau, ebenso wenig wie der völlig abseits nahe Kassel an der Eder gelegene gelegene Böddiger Berg, lange Zeit nördlichster Weinberg Deutschlands.

Hier an Rhein und Main liegt kaum ein Weinberg mehr als vier oder vielleicht fünf Kilometer vom Wasser entfernt. Dessen Mikroklima spielt für die Aromatik der Weine oftmals eine wichtigere Rolle als die Beschaffenheit der Böden. Diese sind in Ufernähe meist von Löss und Lehm geprägt und bringen durch deren Tiefgründigkeit sehr fruchtbetonte Weine hervor, während in höheren Lagen finessenreiche Vielschichtigkeit begünstigende Bodentypen wie Quarzit und Schiefer dominieren.

Ein guter Riesling aus dem Rheingau mag in seiner Jugend oft zurückhaltend erscheinen, auch wenn die hohen Durchschnittstemperaturen dafür sorgen, dass er schon früh recht körperreich daherkommt und wenig mit seinen mineralisch-schlanken Verwandten von Mosel und Nahe gemeinsam hat. Mit der Zeit – und das können ohne Weiteres mehrere Jahrzehnte sein – blüht er richtig auf: dann tritt sein saftiges Pfirsichbukett in den Vordergrund und er erreicht eine unnachahmliche Fülle, die jedoch niemals fett wirkt, sondern sich ihre aristokratische Haltung bewahrt.

Der Riesling ist mit sage und schreibe 78 Prozent der Gesamtfläche eine von lediglich zwei Rebsorten, die auf den 3200 Hektar des Rheingaus eine Rolle spielen; die paar versprengten Anteile Silvaner oder Weiß- und Grauburgunder stellen keine ernsthafte Konkurrenz dar, die König Riesling natürlich sowieso nicht dulden würde. Der sitzt wieder sehr fest im Sattel, nachdem er in den 70ern fast gestrauchelt wäre: in Nachkriegsdeutschland trank man zwar gern süß, was dem Rheingau entgegenkam, aber lieber für den schmalen Taler, wodurch das feine Gleichgewicht zwischen Süße und Säure im Wein unrentabel wurde: die vormals komplexen Weinkunstwerke verflachten zu plumpen Sauf-Süßweinen. Als dann eine Neufassung des Weingesetzes noch die künstliche Aufzuckerung erlaubte, ging das Niveau vollends in den Keller. Das änderte sich erst, als man mithilfe hundert Jahre alter Lagenkarten anhand der dort verzeichneten unterschiedlichen Steuerklassen die Parzellen qualitativ sortierte – Wein sollte nicht mehr austauschbar schmecken, sondern nach seinem Herkunftsort.

Die rote Seite vertritt der Spätburgunder, der immerhin noch zwölf Prozent auf sich zu vereinen vermag. Er wird allerdings fast ausschließlich in Assmannshausen kultiviert, das sich mit seinen Steilhängen eher schon dem benachbarten Gebiet Mittelrhein angleicht. Ironischerweise hat auch die erfolgreichste Neuzüchtung der Weinwelt, der Müller-Thurgau, der 1882 in der hiesigen Forschungsanstalt Geisenheim das Licht der Welt erblickte, keine Chance. Und auch der Orleans, dessen Anbau Kaiser Karl der Große im 8. Jahrhundert anordnete, nachdem er auf einer Rheinfahrt zufällig das Potential der Südhänge erkannte, auf denen der Schnee am Winterende schon deutlich früher schmolz als sonstwo in der Umgebung, wird nur noch von einer Handvoll Winzer gepflegt.

An einem Namen wird man wohl kaum vorbeikommen: Johannisberg. Und diese Begegnung kann sich erstmal sehr verwirrend gestalten, denn es ist sowohl der Name eines Ortsteils als auch eines Schlosses, einer Weinbergslage und des Bereichs des gesamten Anbaugebietes Rheingau. Kompliziert? Gut, der Reihe nach. Zwischen Oestrich-Winkel und Geisenheim liegt das zu letzterem gehörende Johannisberg, ein idyllisches Örtchen, das aus gutem Grund eine Partnerschaft mit dem Burgunder-Eldorado Puligny-Montrachet unterhält. Oberhalb davon thront auf dem genau vom 50. Breitengrad durchschnittenen Johannisberg das gleichnamige Schloss, das sich auch heute noch rühmt, das erste Riesling-Weingut der Welt gewesen zu sein. Ehedem beherbergte es ein Kloster unter der Herrschaft des Fürstabtes von Fulda. Dieser galt als Weinnarr und wollte alle wichtigen Entscheidungen den Weinbau betreffend in eigener Hand behalten, weswegen es Sitte war, dass ein berittener Bote einige Trauben nach Fulda brachte, damit der Fürstabt sich von deren voller Reife überzeugen und den Lesebeginn anordnen konnte. Im Jahr 1775 jedoch verspätete sich der Bote um ganze zwei Wochen – eine Katastrophe für die Mönche, die sich ihrem Herrn nicht zu widersetzen trauten und daher zähneknirschend dabei zusehen mussten, wie die Trauben nach und nach zusammenschrumpften und zu schimmeln begannen. Ein Vorgänger des Fürstabtes hatte es sich nämlich 60 Jahre zuvor einfallen lassen, radikal gegen bisherige Konventionen des Weinbaus aufzubegehren und Riesling nicht mehr im Verbund mit anderen weißen Rebsorten anzupflanzen; eine Technik, die man heute noch vom Gemischten Satz aus Österreich kennt. Das war sehr riskant, denn damit entfiel die natürliche Absicherung, bei schlechtem Ertrag der einen Rebe auf den der anderen ausweichen zu können.

Als der Reiter endlich eintraf, hatte man die Hoffnung auf einen guten Jahrgang schon vollkommen aufgegeben und presste das kümmerliche anzusehende Lesegut eigentlich nur noch aus Routine. Die Überraschung bei der Verkostung war dann umso größer: der Wein war vorzüglich gelungen, vor allem die noble Süße begeisterte. Dass die Mönche der Weinwelt gerade die Spätlese geschenkt hatten, wurde ihnen erst nach und nach bewusst, ein Lesebeginn erst im November damit aber zur Regel. Heute ist der sogenannte Spätlesereiter im Innenhof des Schlosses ein steinernes Zeugnis der Dankbarkeit für diesen himmlischen Zufall. Wobei Zufall vielleicht nicht ganz zutreffend ist, denn tatsächlich ist der Rheingau geradezu prädestiniert für die Erzeugung von Süßweinen: wenn der Herbst warm ist und durch den vom Fluss aufsteigenden Frühnebel gleichzeitig genug Feuchtigkeit in der Luft hängt, entwickelt sich die Edelfäule besonders gut. Was aber blieb, war das Problem von Missernten bei reinsortigem Anbau. Die Lösung dafür ist in den Grundwortschatz der Weinwelt eingegangen: in Kabinetten, also kleinen, dauerhaft verschlossenen Schatzkammern lagerte man einen Teil der sehr guten Jahrgänge ein, um sie später in schlechten Jahren zu höheren Preisen zu verkaufen und vom Gewinn die Durststrecke zu überbrücken.

Viele setzen nach wie vor auf die Rheingauer Flöte als Distinktionsmerkmal. Die Schlegelflasche mit dem sehr schlanken, kantigen Hals im Facettenschliff macht optisch richtig was her, passt aber mit ihren 35 cm Höhe nicht in die meisten standardisierten Supermarktregale. Dort findet man Rheingau-Wein allerdings generell kaum, denn der ist im niedrigen Preissegment eher selten zu finden. Eine Ausnahme bilden dabei die Weine des Klosters Eberbach. Etwa 150 Jahre nachdem Kaiser Otto II. den Großteil des Rheingaus der Kirche geschenkt und damit in sehr fähige Hände gegeben hatte, wurde hier der erste Wein angebaut – zunächst allerdings nur zur Verwendung in der Heiligen Messe. Aber wie die meisten Mönche waren auch die Eberbacher Zisterzienser sehr geschäftstüchtig und erkannten, da sie durch ihr im Burgund liegendes Mutterkloster über einige Expertise verfügten, das Potential ihres Weinberges. Zunächst drängte man die Bewaldung des Taunus zurück und vervielfältigte damit die Anbaufläche, dann tauschte man nach und nach rote gegen weiße Reben aus, um sich von der französischen Konkurrenz abzusetzen. Mit 240 Hektar Anbaufläche ist das dem Land Hessen gehörte Weingut heute das größte Deutschlands und produziert sowohl sehr preisgünstige Alltagsweine als auch Spitzenerzeugnisse, etwas aus der bekannten Lage Erbacher Marcobrunn mit ihrer genialen Art der natürlichen unterirdischen Bewässerung.

Dorther stammte schon der Tropfen, mit dem Kaiser Wilhelm I. die Einweihung des Niederwalddenkmals begoss. Die oberhalb der Weinberge thronende Germania schaut wohlwollend auf eines der Zentren der Rheinromantik, das malerische Rüdesheim, und vielleicht bis hinein in dessen Herzkammer, die Drosselgasse. Die nicht mal 150 Meter lange Abzweigung der Rheinuferpromenade lockt mit ihrem Charme aus Kopfsteinpflaster, Fachwerk und sehr vielen Schenken, und auch wenn die Souvenirläden mit ihrem Kitsch und die mehreren Millionen Besucher, die sich jährlich von den Ausflugsschiffen hinunter- und durch die Weinlokale hindurchschieben, das romantische Bild etwas stören, trifft nach wie vor der von Peter Alexander gesungene Marketing-Schlager „Zu Rüdesheim in der Drosselgaß’“ den Nagel auf den Kopf: „Das Gäßlein, gottseidank, ist schmal, wenn man nach Hause geht!“

Die Noblesse des Rheingauer Weines wird dort natürlich optisch nicht so sehr greifbar in den vielen Adelsrelikten in der Region. Feine Herrschaften investierten im 19. Jahrhundert, als königliche Tafeln in ganz Europa mit den Erzeugnissen aus Eltville und Kiedrich bestückt wurden, gern ihr überschüssiges Vermögen in eine Parzelle, um finanziell vom Boom zu profitieren und ihren Namen bekannt zu machen. Graf von Kanitz, Prinz von Hessen, Baron Knyphausen leben auf den Etiketten fort, auch wenn die ursprünglichen Träger längst vergangen sind. Und auch Schlossweingüter wie Schloss Schönborn oder Schloss Reinhartshausen wecken nicht umsonst Assoziationen mit dem Chateau-System Frankreichs. Tradition und Perfektion sind hier absolute Selbstverpflichtung, manchmal bis zur letzten Konsequenz: auf sehr tragische Weise dokumentierte das der Weinfunktionär Erwin Graf Matuschka-Greiffenclau, der sich das Leben nahm, als sein Weingut Schloss Vollrads 1997 nach 23 Generationen in Familienbesitz Konkurs anmelden musste.

Der unterschwellig omnipräsente Luxus verleitet Winzer und Händler oft zu Marketing-Aktionen, die in anderen Regionen ganz und gar undenkbar wären und oft nicht eines gewissen Quäntchens Dekadenz entbehren: die jährliche Auktion von Kloster Eberbach und VDP Rheingau – der übrigens mit 31 Mitgliedern mehr als jedes andere deutsche Gebiet aufbietet – findet als „nasse Versteigerung“ statt, man kann mit Ausnahme der Unikate folglich jeden Wein im Vorfeld kosten. Die internationale Anerkennung ist also unbestritten – zum allergrößten Teil jedenfalls. Denn im britischen Sprachgebrauch hält sich hartnäckig der Slangausdruck „hock“. Er ist die Kurzform für die als Exklave des sonst kompakten Rheingaus südöstlich von Wiesbaden gelegenen Gemeinde Hochheim am Main, die 1845 hohen Besuch in Form von Queen Victoria begrüßen durfte. Sie schätzte deutschen Riesling sehr und so etablierte sich der Ausdruck schnell bei Hofe. Ob es nun an den Weltkriegen lag oder an der rheinhessischen Billigwein-Schwemme der 70er und 80er Jahre – denn die Briten unterschieden nicht nach Anbaugebiet, sondern verorteten jeden Weißwein vom Rhein unter „hock“ -, jedenfalls erfuhr die anfangs in höchstem Maße anerkennende Bezeichnung einen ziemlichen Bedeutungswandel und meint heutzutage hauptsächlich sehr minderwertige deutsche Exportweine. Aber das ist natürlich nur eine ganz kleine Fußnote, deren frecher Beigeschmack von einem Schluck Trockenbeerenauslese sofort getilgt werden würde. Und auch wenn überzeugte Puristen deren manchmal schwülstig-barocken Stil nicht mögen, geschichtsträchtig ist er allemal. Text: Dario Sellmeier

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Spanien

Abel Mendoza Jarrarte blanco

Weißwein · Rioja · Spanien

überwiegend Viura (~85 %) D.O.Ca. Rioja San Vicente de la Sonsierra Edelstahltank · ohne Holz trocken 

Der Abel Mendoza Jarrarte Blanco ist der frische Weißwein von Abel Mendoza und Maite Fernández aus San Vicente de la Sonsierra in der Rioja. Der Wein entsteht überwiegend aus Viura, ergänzt durch Garnacha Blanca, Tempranillo Blanco und Torrontés, und wird im Edelstahltank ohne Holz ausgebaut. Blüten, Apfel, Kräuter und reifer Pfirsich prägen Duft und Geschmack. Ein eigenständiger Rioja-Weißwein mit packender Säurestruktur und stilvollem Abgang – aus sehr kleiner Produktion.


San Vicente de la Sonsierra – Rioja Alta

Die Bodega Abel Mendoza liegt in San Vicente de la Sonsierra am Fuße der Sierra de Cantabria in der Rioja Alta. Abel Mendoza und Maite Fernández, von Tim Atkin 2015 zu „Winemakers of the Year" gekürt, bewirtschaften ihre über 35 Jahre alten Reben organisch und von Hand. Die Böden bestehen aus Lehm, Mergel und feinem Sandstein. Jarrarte ist die ursprüngliche Marke des Guts, heute den jungen Weinen vorbehalten.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée besteht überwiegend aus Viura (rund 85 %), ergänzt durch Garnacha Blanca, Tempranillo Blanco und Torrontés. Die handgelesenen Trauben werden im Edelstahltank temperaturkontrolliert vergoren; der Wein bleibt auf der Feinhefe mit sanfter Bâtonnage, was Textur und Tiefe gibt – ganz ohne Holzeinsatz. 

Im Glas

Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase frisch und klar, mit Blüten und Frühlingsblumen, einem Hauch Kamille, viel Apfel, Kräutern und reifem Pfirsich. Am Gaumen finden sich diese Noten wieder, getragen von einer packenden Säurestruktur und viel Nerv. Der Abgang bleibt frisch, klar und stilvoll.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Tapas, Fisch und Meeresfrüchte, Reisgerichte, Geflügel und frische Käse. Auch solo ein frischer Aperitif. Jung und gut gekühlt genießen, bei 8–10 °C. Am besten in den nächsten ein bis zwei Jahren trinken.


Lage San Vicente de la Sonsierra · Rioja Alta (Spanien)
Klassifikation D.O.Ca. Rioja
Ausbau Edelstahltank, auf der Feinhefe mit Bâtonnage, ohne Holz

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Rebsorten

Dietrich Weißer Burgunder Oaked

Weißwein · Pfalz · Weißer Burgunder

Großkarlbach, Pfalz Südhang Tiefgründiger Kalkboden Amerikanische Eiche, erstbelegt Trocken

Dietrich Weißer Burgunder Oaked ist ein holzausgebauter Weißburgunder aus der nördlichen Pfalz, gewachsen an einem Südhang bei Großkarlbach. Die Brüder Dietrich legen den Wein für einige Monate in erstbelegte amerikanische Eichenfässer – ein Ausbau, der die Frucht nicht überdeckt, sondern ihr Struktur und Textur gibt. Das Ergebnis liegt zwischen klassischem Pfälzer Burgunder und einem Weißwein neuweltlicher Machart.


Großkarlbach: Südhang auf Kalk

Großkarlbach liegt im Leiningerland am nördlichen Rand der Pfälzer Weinbauregion, zwischen Haardtrand und Rheinebene. Die Parzelle ist nach Süden ausgerichtet und steht auf tiefgründigem, kalkreichem Boden – die Kombination sorgt für vollreife Trauben ohne Säureverlust.

Der hohe Kalkanteil ist der Grund, warum dieser Weißburgunder trotz Fassausbau nicht breit wird: Er liefert das Rückgrat, das die Cremigkeit trägt.

Rebsorte und Ausbau

Sortenrein Weißer Burgunder, trocken ausgebaut. Nach der Gärung reift der Wein einige Monate in erstbelegten amerikanischen Eichenfässern. Erstbelegung bedeutet maximale Holzabgabe – hier bewusst kurz gehalten, damit Vanille und Röstnote dosiert bleiben.

Amerikanische Eiche bringt ein anderes Aromenspektrum als französische: süßere Vanille, Kokos- und Gebäcknoten statt trockener Würze. Der Hefekontakt im Fass verstärkt zusätzlich den Schmelz.

Im Glas

In der Nase erdige Birne und Quitte, dahinter frisches Gebäck und dezente Vanille. Am Gaumen cremig und breit angelegt, mit feiner Würze und seidigem Körper. Der Abgang bleibt trocken und wird vom Kalkboden getragen, das Holz klingt im Hintergrund nach.

Birne und Quitte treffen auf amerikanische Eiche: Schmelz und Würze, ohne dass der Wein seine Frucht verliert.

Bei 10 bis 12 °C servieren – zu kalt verschließt sich das Holz. Ein großes Glas hilft, der Wein öffnet sich über zwanzig Minuten deutlich. Trinkreif, mit Reservepotenzial von zwei bis drei Jahren.

Am Tisch

Passt zu gebratenem Kalbfleisch, Poularde mit Rahmsauce, gegrilltem Kabeljau und Risotto mit Pilzen. Auch zu gereiftem Hartkäse und Kürbisgerichten. Der Fassausbau verträgt Röstaromen – Wein und Grillgericht funktionieren hier besser als Wein und Salat.


Lage Südhang bei Großkarlbach, Pfalz
Klassifikation Qualitätswein trocken
Boden Tiefgründig, kalkreich
Ausbau Einige Monate in erstbelegten amerikanischen Eichenfässern
Trinktemperatur 10–12 °C

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Länder/Regionen

Caliterra Carmenere Reserva

Rotwein · Colchagua Valley · Carménère · Chile

Caliterra Reserva Carménère ist ein fruchtbetonter, süffiger Rotwein aus dem Colchagua Valley in Chile. Carménère stammt ursprünglich aus dem Bordeaux und wurde in Chile jahrzehntelang mit Merlot verwechselt, bis sie als eigene Sorte erkannt wurde. Heute gibt sie chilenischen Rotweinen ein unverwechselbares Gesicht. Im Glas ein klarer, charaktervoller Carménère mit reifer Frucht.


Colchagua Valley

Das Colchagua Valley liegt rund zwei Autostunden südlich von Santiago im chilenischen Valle Central. Granit- und Tonböden, viel Sonne und kühlende Brisen sorgen für reife, ausgewogene Trauben. Hier reift Carménère spät und gleichmäßig aus, was ihr den typischen, würzig-fruchtigen Charakter gibt.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht überwiegend aus Carménère. Nach der Gärung reift er mehrere Monate in Eichenfässern aus amerikanischer und französischer Eiche, die ihm dezente Würze und Struktur geben, ohne die saftige Frucht zu überdecken.

Im Glas

Klares Purpurrot. In der Nase reife dunkle Frucht wie Pflaume und Brombeere, dazu eine würzige, leicht pfeffrige Note. Am Gaumen saftig und süffig, mit weichem Tannin und runder Frucht. Der Abgang ist weich und unkompliziert.

Am Tisch

Bei 15–18 °C servieren; jung und unkompliziert zu genießen.

Klassische Begleitung: gegrilltes Fleisch, würzige Gerichte, Eintöpfe und mittelkräftiger Käse.


Lage: Colchagua Valley (Valle Central), Chile
Klassifikation: DO Valle de Colchagua – Reserva
Ausbau: mehrere Monate Eichenfass (amerikanische/französische Eiche)

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Deutschland

Paul Schumacher Alegria Frühburgunder

Wein · Rotwein · Ahr · Deutschland

Paul Schumacher Alegría Frühburgunder ist ein sortentypischer Frühburgunder von der Ahr. Im Duft Veilchen- und Brombeeraromen, am Gaumen frisch und saftig mit dezentem Tannin – eine wahre „Freude", wie der Name verspricht.


Ahr

Das Weingut Paul Schumacher liegt an der Ahr – einem der nördlichsten und renommiertesten Rotweingebiete Deutschlands, das vor allem für Spät- und Frühburgunder bekannt ist. Das geschützte Klima des Ahrtals und die Schieferböden bringen elegante, fruchtbetonte Burgunderweine hervor.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Frühburgunder – einer früh reifenden, fein strukturierten Spielart des Spätburgunders. Der Ausbau bewahrt die sortentypische, fruchtbetonte Stilistik mit feinem, dezentem Tannin. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles bis mittleres Rubinrot. In der Nase Veilchen und Brombeere. Am Gaumen frisch und saftig, mit klarer Frucht, dezentem Tannin und einem animierenden, sauberen Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren, gern auch leicht gekühlt – ein eleganter, vielseitiger Speisebegleiter.

Passt zu: Geflügel, gebratenem Fisch, hellem Fleisch, Pilzgerichten und mittelreifem Käse.


Lage: Ahr (Deutschland); Weingut Paul Schumacher
Klassifikation: 100 % Frühburgunder, trocken
Ausbau: fruchtbetont, mit dezentem Tannin

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Spanien

Bodega K5 Kilima Ancestral

Kilima heißt auf Baskisch „Kitzeln“ – und genau das tut dieser Wein. Die Bodega K5 hat damit ihren allerersten Schaumwein gefüllt: einen Pét-Nat, nur aus Hondarrabi Zuri, gewachsen auf einer einzigen Parzelle in Aia, rund 300 Meter über dem Meer. Spontan vergoren, unfiltriert, ohne Dosage. Die Auflage: gerade einmal 3.500 Flaschen, mehr gibt es nicht.

Im Glas

Gelb mit grünem Schimmer, leicht trüb, mit sehr feinen Bläschen. Im Duft grüner Apfel, frisches Heu, Limette und Zitrone, außerdem etwas Stein und nasse Erde. Im Mund breit, aber ebenso straff; die kräftige Säure wird von natürlicher Fülle abgefedert. Langer, salziger Nachhall.

Mach was draus

Ideal zu Austern, Anchoas, eingelegtem Gemüse, Frischkäse oder asiatischer Küche – und als Aperitif. Serviere ihn richtig kalt, also zwischen 6 und 8 °C, und lass die Flasche vorher ruhig stehen.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Kilima ist Baskenland pur: Säure, Salz und Meerluft in jeder Perle.“

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Kurz gefragt

Wie wird er gemacht? Nach der Méthode ancestrale: Es gibt nur eine Gärung mit Hefen aus dem Weinberg. Sie beginnt im Tank und endet in der Flasche. Degorgiert wird von Hand, verschlossen mit Kronkorken.

Warum ist er trüb? Er wird weder gefiltert noch geschönt. Die leichte Trübung gehört zum Stil.

Wer steht dahinter? Karlos Arguiñanos Bodega K5 in Aia, mit Kellermeister Lauren Rosillo, für den Kilima ein lang gehegtes Ziel war.

100 % Hondarrabi Zuri · Einzelparzelle, Aia (Gipuzkoa) · ca. 300 m · Granit mit Schiefer · Drahtrahmen · 1,5–2 kg je Stock · Méthode ancestrale · Spontangärung · unfiltriert, ungeschönt · Handdegorgement · ohne Dosage · Kronkorken · 3.500 Flaschen · Espumoso ancestral, nicht D.O. Getariako Txakolina · Bodega K5, Aia (Gipuzkoa, Baskenland) · Stand: Oktober 2026

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Spirituosen

Hochstrasser Haselnussschnaps

Edelbrand · Haselnuss · Tirol · Österreich

Hochstrasser Haselnussschnaps ist ein Haselnussbrand der Destillerie Hochstrasser aus Tirol. Geröstete Haselnüsse werden in Kornbrand angesetzt und anschließend destilliert. Das Ergebnis ist eine sehr intensive Nusswürze. Ein aromatischer Spezialitätenbrand.


Tirol

Die Destillerie Hochstrasser ist ein traditionsreicher Brennereibetrieb aus Tirol in Österreich, bekannt für hochwertige Edelbrände und Spezialitäten.

Herstellung und Reifung

Für den Haselnussschnaps werden geröstete Haselnüsse in Kornbrand angesetzt (mazeriert) und anschließend destilliert. So gehen die intensiven Röst- und Nussaromen in den Brand über.

Im Glas

In der Nase und am Gaumen eine sehr intensive Nusswürze, dazu Nougat, Karamell, Schokolade und Anklänge, die an eine Manner-Schnitte erinnern. Aromatisch, dicht und lang im Abgang.

Zum Genuss

Gut gekühlt oder bei Zimmertemperatur pur als Digestif genießen. Auch ein Highlight zu Desserts und Kaffee.

Klassische Begleitung: Schokoladendesserts, Gebäck, Eis und Kaffee.


Herkunft: Tirol (Österreich)
Art: Haselnussbrand / Spezialitätenbrand
Herstellung: geröstete Haselnüsse in Kornbrand angesetzt, destilliert

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Schaumweine

Franck Bonville Pur Oger Champagner Grand Cru Blanc de Blancs 2018

Der Franck Bonville Pur Oger 2018 ist der feinere Bruder des Pur Avize: Chardonnay aus zwei Parzellen in Oger, mit mehr als fünf Jahren Hefereife. Präzise, seidig und mit einer leisen Salzigkeit, die nach dem nächsten Schluck ruft.

Im Glas

Hellgold, feine Perlage. In der Nase Zitrus, weiße Blüten und ein wenig geröstete Haselnuss, sanft cremig unterlegt. Am Gaumen geradlinig und fein gezeichnet, seidig und doch straff, mit klarer Frische. Das Finale bleibt lang und sauber.

Mach was draus

Austern-Abend mit Freunden, Krustentiere vom Grill oder Saibling mit Beurre blanc. Stell ihn neben den Pur Avize 2018 und probier beide im Wechsel. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Schenk ihn in große Gläser. Er ist ein toller Aperitif, aber zu feinem Fisch zeigt er erst richtig, was in Oger steckt.“

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Kurz gefragt

Aus welchen Parzellen kommt er? Les Noyerots liegt mitten im Ort, Les Rumigny weiter unten am Hang. Zusammen ergeben sie ein rundes Bild des Dorfes.

Was unterscheidet Oger von Avize? Oger gilt als blumiger und runder, Avize als kraftvoller und kreidiger. Im direkten Vergleich der beiden Pur-Cuvées schmeckst du das gut.

100 % Chardonnay · Oger Grand Cru: Les Noyerots, Les Rumigny · Jahrgang 2018 · Méthode Traditionnelle · über 5 Jahre Hefelager · Extra Brut, 2,5 g/l Restzucker · Champagne Franck Bonville, Avize · Stand: Oktober 2026

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Weine

Martin Waßmer Pinot Rosé brut Magnum

Der Martin Waßmer Pinot Rosé brut in der Magnum ist der Rosé-Sekt des Hauses im großen Format. Reiner Spätburgunder aus Baden, Jahrgang 2022, nach der traditionellen Methode in der Flasche vergoren und auf der Hefe gereift. Ideal für Feste und große Runden.

Im Glas

Leuchtendes Rosé, mittelfeine Perlage. Im Duft kleine Walderdbeeren und ein Hauch Puderzucker. Im Mund sehr frisch, mit feiner Erdbeerfrucht. Zum Schluss klingt er lang und fein aus.

Mach was draus

Für Hochzeiten, Geburtstage oder ein Sommerfest im Garten. Dazu Lachs, Sushi, helles Fleisch oder ein Dessert mit roten Früchten. Serviere ihn bei 7 bis 9 °C – die Magnum braucht etwas länger im Kühlschrank.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Eine Magnum Rosé macht jedes Fest besser. Hier bekommst du Qualität im großen Format.“

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Kurz gefragt

Wie viele Gläser hat eine Magnum? Eine Magnum mit 1,5 Litern reicht für rund zehn bis zwölf Gläser.

Wer steht dahinter? Das Weingut Martin Waßmer in Schlatt im Markgräflerland. Seit 1997 baut die Familie eigene Weine aus, heute arbeiten zwei Generationen zusammen. Bekannt ist das Haus vor allem für seine Burgundersorten.

Warum Magnum? Im größeren Volumen reift Sekt langsamer und gleichmäßiger. Außerdem sieht eine große Flasche auf jedem Tisch toll aus.

100 % Spätburgunder · Baden, Markgräflerland · Rosé · traditionelle Flaschengärung · Jahrgang 2022 · brut · Magnum 1,5 l · Weingut Martin Waßmer, Bad Krozingen-Schlatt · Stand: Oktober 2026

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