Das Weinbaugebiet Rheingau

Rheingau, Riesling und die Geschichte mit der Spätlese

An den unteren Hängen des Taunus lässt es sich als Rebstock gut leben: der Wald sorgt für einen Regenschatten und verhindert gleichzeitig das nächtliche Hinunterwandern kalter Luftmassen in die Weinberge. Gleichzeitig spiegelt der Rhein das Sonnenlicht und hält sie damit warm. Am Rheinknie zwischen Lorch und Hochheim hat die Natur irgendwann einmal entschieden, dass der Fluss das vor ihm liegende Gebirge auf seinem Weg Richtung Nordsee lieber meiden soll und ihm deswegen eine scharfe Linkskurve verpasst – aus diesem Grund sind fast alle Rebflächen perfekt Richtung Süden ausgerichtet. Das ist durchaus eine Notwendigkeit, wenn man bedenkt, wie weit nördlich in Wein-Deutschland wir uns hier schon befinden. Auf nur 13 Kommunen verteilt sich der Weinbau, davon sind mit Frankfurt und Wiesbaden gleich zwei Großstädte dabei, die aber jeweils nur einen sehr geringen Anteil beisteuern. Beide gehören auch historisch betrachtet gar nicht zur Region Rheingau, ebenso wenig wie der völlig abseits nahe Kassel an der Eder gelegene gelegene Böddiger Berg, lange Zeit nördlichster Weinberg Deutschlands.

Hier an Rhein und Main liegt kaum ein Weinberg mehr als vier oder vielleicht fünf Kilometer vom Wasser entfernt. Dessen Mikroklima spielt für die Aromatik der Weine oftmals eine wichtigere Rolle als die Beschaffenheit der Böden. Diese sind in Ufernähe meist von Löss und Lehm geprägt und bringen durch deren Tiefgründigkeit sehr fruchtbetonte Weine hervor, während in höheren Lagen finessenreiche Vielschichtigkeit begünstigende Bodentypen wie Quarzit und Schiefer dominieren.

Ein guter Riesling aus dem Rheingau mag in seiner Jugend oft zurückhaltend erscheinen, auch wenn die hohen Durchschnittstemperaturen dafür sorgen, dass er schon früh recht körperreich daherkommt und wenig mit seinen mineralisch-schlanken Verwandten von Mosel und Nahe gemeinsam hat. Mit der Zeit – und das können ohne Weiteres mehrere Jahrzehnte sein – blüht er richtig auf: dann tritt sein saftiges Pfirsichbukett in den Vordergrund und er erreicht eine unnachahmliche Fülle, die jedoch niemals fett wirkt, sondern sich ihre aristokratische Haltung bewahrt.

Der Riesling ist mit sage und schreibe 78 Prozent der Gesamtfläche eine von lediglich zwei Rebsorten, die auf den 3200 Hektar des Rheingaus eine Rolle spielen; die paar versprengten Anteile Silvaner oder Weiß- und Grauburgunder stellen keine ernsthafte Konkurrenz dar, die König Riesling natürlich sowieso nicht dulden würde. Der sitzt wieder sehr fest im Sattel, nachdem er in den 70ern fast gestrauchelt wäre: in Nachkriegsdeutschland trank man zwar gern süß, was dem Rheingau entgegenkam, aber lieber für den schmalen Taler, wodurch das feine Gleichgewicht zwischen Süße und Säure im Wein unrentabel wurde: die vormals komplexen Weinkunstwerke verflachten zu plumpen Sauf-Süßweinen. Als dann eine Neufassung des Weingesetzes noch die künstliche Aufzuckerung erlaubte, ging das Niveau vollends in den Keller. Das änderte sich erst, als man mithilfe hundert Jahre alter Lagenkarten anhand der dort verzeichneten unterschiedlichen Steuerklassen die Parzellen qualitativ sortierte – Wein sollte nicht mehr austauschbar schmecken, sondern nach seinem Herkunftsort.

Die rote Seite vertritt der Spätburgunder, der immerhin noch zwölf Prozent auf sich zu vereinen vermag. Er wird allerdings fast ausschließlich in Assmannshausen kultiviert, das sich mit seinen Steilhängen eher schon dem benachbarten Gebiet Mittelrhein angleicht. Ironischerweise hat auch die erfolgreichste Neuzüchtung der Weinwelt, der Müller-Thurgau, der 1882 in der hiesigen Forschungsanstalt Geisenheim das Licht der Welt erblickte, keine Chance. Und auch der Orleans, dessen Anbau Kaiser Karl der Große im 8. Jahrhundert anordnete, nachdem er auf einer Rheinfahrt zufällig das Potential der Südhänge erkannte, auf denen der Schnee am Winterende schon deutlich früher schmolz als sonstwo in der Umgebung, wird nur noch von einer Handvoll Winzer gepflegt.

An einem Namen wird man wohl kaum vorbeikommen: Johannisberg. Und diese Begegnung kann sich erstmal sehr verwirrend gestalten, denn es ist sowohl der Name eines Ortsteils als auch eines Schlosses, einer Weinbergslage und des Bereichs des gesamten Anbaugebietes Rheingau. Kompliziert? Gut, der Reihe nach. Zwischen Oestrich-Winkel und Geisenheim liegt das zu letzterem gehörende Johannisberg, ein idyllisches Örtchen, das aus gutem Grund eine Partnerschaft mit dem Burgunder-Eldorado Puligny-Montrachet unterhält. Oberhalb davon thront auf dem genau vom 50. Breitengrad durchschnittenen Johannisberg das gleichnamige Schloss, das sich auch heute noch rühmt, das erste Riesling-Weingut der Welt gewesen zu sein. Ehedem beherbergte es ein Kloster unter der Herrschaft des Fürstabtes von Fulda. Dieser galt als Weinnarr und wollte alle wichtigen Entscheidungen den Weinbau betreffend in eigener Hand behalten, weswegen es Sitte war, dass ein berittener Bote einige Trauben nach Fulda brachte, damit der Fürstabt sich von deren voller Reife überzeugen und den Lesebeginn anordnen konnte. Im Jahr 1775 jedoch verspätete sich der Bote um ganze zwei Wochen – eine Katastrophe für die Mönche, die sich ihrem Herrn nicht zu widersetzen trauten und daher zähneknirschend dabei zusehen mussten, wie die Trauben nach und nach zusammenschrumpften und zu schimmeln begannen. Ein Vorgänger des Fürstabtes hatte es sich nämlich 60 Jahre zuvor einfallen lassen, radikal gegen bisherige Konventionen des Weinbaus aufzubegehren und Riesling nicht mehr im Verbund mit anderen weißen Rebsorten anzupflanzen; eine Technik, die man heute noch vom Gemischten Satz aus Österreich kennt. Das war sehr riskant, denn damit entfiel die natürliche Absicherung, bei schlechtem Ertrag der einen Rebe auf den der anderen ausweichen zu können.

Als der Reiter endlich eintraf, hatte man die Hoffnung auf einen guten Jahrgang schon vollkommen aufgegeben und presste das kümmerliche anzusehende Lesegut eigentlich nur noch aus Routine. Die Überraschung bei der Verkostung war dann umso größer: der Wein war vorzüglich gelungen, vor allem die noble Süße begeisterte. Dass die Mönche der Weinwelt gerade die Spätlese geschenkt hatten, wurde ihnen erst nach und nach bewusst, ein Lesebeginn erst im November damit aber zur Regel. Heute ist der sogenannte Spätlesereiter im Innenhof des Schlosses ein steinernes Zeugnis der Dankbarkeit für diesen himmlischen Zufall. Wobei Zufall vielleicht nicht ganz zutreffend ist, denn tatsächlich ist der Rheingau geradezu prädestiniert für die Erzeugung von Süßweinen: wenn der Herbst warm ist und durch den vom Fluss aufsteigenden Frühnebel gleichzeitig genug Feuchtigkeit in der Luft hängt, entwickelt sich die Edelfäule besonders gut. Was aber blieb, war das Problem von Missernten bei reinsortigem Anbau. Die Lösung dafür ist in den Grundwortschatz der Weinwelt eingegangen: in Kabinetten, also kleinen, dauerhaft verschlossenen Schatzkammern lagerte man einen Teil der sehr guten Jahrgänge ein, um sie später in schlechten Jahren zu höheren Preisen zu verkaufen und vom Gewinn die Durststrecke zu überbrücken.

Viele setzen nach wie vor auf die Rheingauer Flöte als Distinktionsmerkmal. Die Schlegelflasche mit dem sehr schlanken, kantigen Hals im Facettenschliff macht optisch richtig was her, passt aber mit ihren 35 cm Höhe nicht in die meisten standardisierten Supermarktregale. Dort findet man Rheingau-Wein allerdings generell kaum, denn der ist im niedrigen Preissegment eher selten zu finden. Eine Ausnahme bilden dabei die Weine des Klosters Eberbach. Etwa 150 Jahre nachdem Kaiser Otto II. den Großteil des Rheingaus der Kirche geschenkt und damit in sehr fähige Hände gegeben hatte, wurde hier der erste Wein angebaut – zunächst allerdings nur zur Verwendung in der Heiligen Messe. Aber wie die meisten Mönche waren auch die Eberbacher Zisterzienser sehr geschäftstüchtig und erkannten, da sie durch ihr im Burgund liegendes Mutterkloster über einige Expertise verfügten, das Potential ihres Weinberges. Zunächst drängte man die Bewaldung des Taunus zurück und vervielfältigte damit die Anbaufläche, dann tauschte man nach und nach rote gegen weiße Reben aus, um sich von der französischen Konkurrenz abzusetzen. Mit 240 Hektar Anbaufläche ist das dem Land Hessen gehörte Weingut heute das größte Deutschlands und produziert sowohl sehr preisgünstige Alltagsweine als auch Spitzenerzeugnisse, etwas aus der bekannten Lage Erbacher Marcobrunn mit ihrer genialen Art der natürlichen unterirdischen Bewässerung.

Dorther stammte schon der Tropfen, mit dem Kaiser Wilhelm I. die Einweihung des Niederwalddenkmals begoss. Die oberhalb der Weinberge thronende Germania schaut wohlwollend auf eines der Zentren der Rheinromantik, das malerische Rüdesheim, und vielleicht bis hinein in dessen Herzkammer, die Drosselgasse. Die nicht mal 150 Meter lange Abzweigung der Rheinuferpromenade lockt mit ihrem Charme aus Kopfsteinpflaster, Fachwerk und sehr vielen Schenken, und auch wenn die Souvenirläden mit ihrem Kitsch und die mehreren Millionen Besucher, die sich jährlich von den Ausflugsschiffen hinunter- und durch die Weinlokale hindurchschieben, das romantische Bild etwas stören, trifft nach wie vor der von Peter Alexander gesungene Marketing-Schlager „Zu Rüdesheim in der Drosselgaß’“ den Nagel auf den Kopf: „Das Gäßlein, gottseidank, ist schmal, wenn man nach Hause geht!“

Die Noblesse des Rheingauer Weines wird dort natürlich optisch nicht so sehr greifbar in den vielen Adelsrelikten in der Region. Feine Herrschaften investierten im 19. Jahrhundert, als königliche Tafeln in ganz Europa mit den Erzeugnissen aus Eltville und Kiedrich bestückt wurden, gern ihr überschüssiges Vermögen in eine Parzelle, um finanziell vom Boom zu profitieren und ihren Namen bekannt zu machen. Graf von Kanitz, Prinz von Hessen, Baron Knyphausen leben auf den Etiketten fort, auch wenn die ursprünglichen Träger längst vergangen sind. Und auch Schlossweingüter wie Schloss Schönborn oder Schloss Reinhartshausen wecken nicht umsonst Assoziationen mit dem Chateau-System Frankreichs. Tradition und Perfektion sind hier absolute Selbstverpflichtung, manchmal bis zur letzten Konsequenz: auf sehr tragische Weise dokumentierte das der Weinfunktionär Erwin Graf Matuschka-Greiffenclau, der sich das Leben nahm, als sein Weingut Schloss Vollrads 1997 nach 23 Generationen in Familienbesitz Konkurs anmelden musste.

Der unterschwellig omnipräsente Luxus verleitet Winzer und Händler oft zu Marketing-Aktionen, die in anderen Regionen ganz und gar undenkbar wären und oft nicht eines gewissen Quäntchens Dekadenz entbehren: die jährliche Auktion von Kloster Eberbach und VDP Rheingau – der übrigens mit 31 Mitgliedern mehr als jedes andere deutsche Gebiet aufbietet – findet als „nasse Versteigerung“ statt, man kann mit Ausnahme der Unikate folglich jeden Wein im Vorfeld kosten. Die internationale Anerkennung ist also unbestritten – zum allergrößten Teil jedenfalls. Denn im britischen Sprachgebrauch hält sich hartnäckig der Slangausdruck „hock“. Er ist die Kurzform für die als Exklave des sonst kompakten Rheingaus südöstlich von Wiesbaden gelegenen Gemeinde Hochheim am Main, die 1845 hohen Besuch in Form von Queen Victoria begrüßen durfte. Sie schätzte deutschen Riesling sehr und so etablierte sich der Ausdruck schnell bei Hofe. Ob es nun an den Weltkriegen lag oder an der rheinhessischen Billigwein-Schwemme der 70er und 80er Jahre – denn die Briten unterschieden nicht nach Anbaugebiet, sondern verorteten jeden Weißwein vom Rhein unter „hock“ -, jedenfalls erfuhr die anfangs in höchstem Maße anerkennende Bezeichnung einen ziemlichen Bedeutungswandel und meint heutzutage hauptsächlich sehr minderwertige deutsche Exportweine. Aber das ist natürlich nur eine ganz kleine Fußnote, deren frecher Beigeschmack von einem Schluck Trockenbeerenauslese sofort getilgt werden würde. Und auch wenn überzeugte Puristen deren manchmal schwülstig-barocken Stil nicht mögen, geschichtsträchtig ist er allemal. Text: Dario Sellmeier

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Weine

Von Winning Ozyetra Riesling 2021

Weißwein · Forst (Pfalz) · Riesling

Riesling Ozyetra (Fassselektion) Forster Pechstein von Winning · Deidesheim Basalt trocken langer Barrique-Ausbau 2021

Der von Winning Ozyetra Riesling 2021 entsteht ausschließlich aus den erlesensten Fässern des Pechstein-Weinbergs. Ein Riesling von faszinierender Komplexität und beeindruckender Konzentration – mit innerer Spannung und eleganter Feinheit.


Ozyetra – Fassselektion aus dem Forster Pechstein

Das Weingut von Winning in Deidesheim wurde 2007 unter Betriebsleiter Stephan Attmann neu ausgerichtet und zählt heute zu den meistdiskutierten Gütern der Pfalz. Prägend ist Attmanns Stilistik, trockene Rieslinge im Holzfass zu vergären und lange auf der Feinhefe reifen zu lassen. Der Ozyetra ist – als Pendant zum Marmar aus dem Ungeheuer – die Selektion der allerbesten Fässer aus dem Pechstein.

Der Forster Pechstein ist eine der berühmtesten Basaltlagen der Pfalz. Das dunkle vulkanische Gestein speichert Wärme und verleiht dem Riesling eine markante, rauchig-mineralische Prägung, verbunden mit Kraft, Würze und Tiefe.

Jahrgang 2021 – Pfalz

2021 war an der Mittelhaardt ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht – ideale Bedingungen für einen konzentrierten, zugleich rassigen Riesling. Der wärmespeichernde Basalt des Pechsteins und der lange Barrique-Ausbau bewahrten Kraft, Spannung und Feinheit im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, Fassselektion aus dem Forster Pechstein, Jahrgang 2021; 100 % Riesling vom Basalt.

Für den Ozyetra werden die erlesensten Fässer selektiert; der lange Ausbau im Barrique verleiht dem Wein eine subtile, stützende Holznote, Schmelz und Tiefe, ohne die Frucht zu überlagern. Naturnahe Bewirtschaftung.

Im Glas

Noten von frischen Limetten, Bergamotte und Apfel prägen den Auftakt, ergänzt um eine rauchig-basaltige Mineralität. Im Geschmack zeigt er sich wild, würzig und äußerst kraftvoll, mit deutlichem Druck und einer subtilen, stützenden Präsenz von feinem Holz aus dem langen Barrique-Ausbau. Das verleiht ihm eine sagenhafte Länge und ein riesiges Potenzial.

Limette, Bergamotte und Apfel über rauchig-basaltiger Mineralität – wild, würzig und kraftvoll, mit deutlichem Druck, feinem Holz und sagenhafter Länge.

Ein kraftvoller, sehr langlebiger Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Butter- und Rahmsaucen sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Forster Pechstein, Forst, Pfalz; Basalt; Selektion der besten Fässer
Klassifikation: Riesling, Pfalz (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Fassselektion, langer Ausbau im Barrique; naturnahe Bewirtschaftung

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Länder/Regionen

Tenuta Sant´Antonio Amarone della Valpolicella

Wein · Rotwein · Amarone · Italien

Tenuta Sant'Antonio Amarone della Valpolicella überrascht schon im Duft: neben den typischen Rosinenaromen zeigt er reife, rote Frucht- und Würznoten. Auch der Geschmack überrascht, denn eine feine Frische verleiht diesem mächtigen Wein eine gewisse „Leichtigkeit". Ein Wein, der seine Zukunft noch vor sich hat und dennoch jetzt schon ein Geschmackserlebnis ist.


Valpolicella / Veneto

Die Tenuta Sant'Antonio wurde von den vier Brüdern Castagnedi gegründet und liegt auf den Höhen von Monti Garbi im östlichen Valpolicella (Veneto). Die kalkreichen Böden dieser Zone verleihen den Weinen Frische und klare Kirschfrucht. Der Amarone ist der prestigeträchtigste Rotwein der Region.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Corvina (und Corvinone), Rondinella und Croatina – häufig um etwas Oseleta ergänzt. Kennzeichnend ist die Appassimento: Die Trauben trocknen rund drei Monate und schrumpfen zu Rosinen, wobei Zucker, Aromen und Extrakt konzentriert werden. Nach der Gärung im Stahl reift der Wein etwa 24 Monate in neuen 500-Liter-Fässern aus französischer Eiche, gefolgt von einer Flaschenreife. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Granatrot. In der Nase Rosinen und getrocknete rote Frucht, dazu Pflaume, Tabak, Lakritz, Gewürze und ein Hauch Schokolade. Am Gaumen mächtig, vollmundig und warm, doch mit überraschender Frische und Eleganz; samtige Tannine und ein langer, nachhallender Abgang. Mit Reifepotenzial.

Am Tisch

Bei 17–18 °C servieren und vor dem Genuss dekantieren – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten oder als Meditationswein.

Passt zu: Wild, Schmorgerichten, Braten, Trüffelgerichten, reifem Hartkäse und dunkler Schokolade.


Lage: Amarone della Valpolicella DOCG, Monti Garbi (Veneto, Italien); Tenuta Sant'Antonio
Klassifikation: Amarone della Valpolicella DOCG – Corvina/Corvinone, Rondinella, Croatina (ggf. Oseleta), trocken
Ausbau: Appassimento (~3 Monate Trocknung); ~24 Monate in 500-l-Fässern aus französischer Eiche, anschließend Flaschenreife

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Frankreich

Domaine Pierre Vincent Monthelie Les Sous Roches 2023

Weißwein · Monthélie · Chardonnay

Chardonnay Les Sous Roches Monthélie (Frankreich) 2023 Biodynamie · 12,50 % vol

Der Pierre Vincent Monthélie Les Sous Roches 2023 ist ein Weißwein mit klarer Handschrift: aus einer kleinen, kargen Kalkparzelle oberhalb des Dorfes – ein Terroir, das Klarheit, Struktur und Mineralität in den Vordergrund stellt.


Monthélie Les Sous Roches – die Lage

Les Sous Roches liegt an einem steilen Hang unter dem Felsband oberhalb von Monthélie, auf kargem, kalkreichem Boden. Diese Position bringt straffe, mineralische Chardonnays mit Spannung und Präzision hervor.

Monthélie liegt eingebettet zwischen Volnay und Meursault – ein Geheimtipp mit hervorragender Qualität zu attraktiveren Preisen. Pierre Vincent, langjähriger Leiter von Vougeraie und Leflaive, keltert hier seit 2023 unter eigenem Namen, biodynamisch und minimalistisch.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

2023 brachte an der Côte de Beaune sehr gelungene Weißweine.

Reife Trauben bei erhaltener Frische – ein idealer Rahmen für einen saftigen, zugleich straff gebauten Monthélie.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023, 12,50 % vol. Nur 1.764 Flaschen.

Handwerklich und zurückhaltend ausgebaut im Stil der Domaine, mit geringem Neuholzanteil, um Terroir und Frucht in Reinform abzubilden.

Im Glas

In der Nase Orangenzeste, reife Birne, weiße Blüten und ein Hauch frisch gebackenes Sauerteigbrot. Am Gaumen Frische und Saftigkeit, stets elegant, feingliedrig und straff gebaut. Die salzig-kalkige Mineralität zieht sich bis ins lange, präzise Finale, das an nassen Stein erinnert.

Subtil, klar und voller Spannung – das unterschätzte Terroir von Monthélie auf eindrucksvolle Weise.

Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch, Meeresfrüchten, Geflügel, Kalb in heller Sauce oder mittelreifem Hartkäse. Ein präziser, frischer Begleiter.


Lage: Les Sous Roches, Monthélie, Côte de Beaune, Bourgogne (Frankreich); karger, kalkreicher Boden, Steilhang unter dem Felsband
Klassifikation: Monthélie AOC, Chardonnay (trocken)
Ausbau: Chardonnay; handwerklicher Ausbau mit geringem Neuholzanteil; biodynamisch; 12,50 % vol

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Feinkost

Il Caruggiu Olive Snocciolate Taggiasca Oliven

Feinkost · Oliven · Taggiasca · Ligurien

Il Caruggiu Olive Snocciolate sind kleine, entkernte Taggiasca-Oliven vom ligurischen Familienbetrieb Il Caruggiu. Die Taggiasca ist die typische, sehr milde Olivensorte Liguriens. Eine leckere Vorspeise – oder man gibt Nudelsaucen mit ihnen eine ganz besondere Note.


Herkunft

Die Taggiasca-Olive stammt aus dem ligurischen Ort Taggia, dem sie ihren Namen verdankt, und wird nur in Ligurien angebaut. Das milde, sonnige Mikroklima der Region gibt ihr ihren feinen, milden und fruchtigen Geschmack. Abgefüllt werden die Oliven vom Familienbetrieb Il Caruggiu im Hinterland von Imperia.

Anbau und Verarbeitung

Die handverlesenen Taggiasca-Oliven werden über längere Zeit in eine mit Kräutern verfeinerte Salzlake eingelegt, anschließend entkernt und mit extra nativem Olivenöl abgefüllt.

Geschmack

Kleine, zarte Oliven mit mildem, fruchtigem und nur wenig bitterem Geschmack, fein abgerundet durch Kräuter und Olivenöl.

Am Tisch

Klassisch als Antipasto oder zum Aperitif, ebenso zum Verfeinern von Nudelsaucen, Fisch- und Fleischgerichten (etwa ligurisches Kaninchen), in Salaten oder auf der Pizza. Nach dem Öffnen kühl lagern und mit Öl bedeckt halten.


Hersteller: Il Caruggiu (Civezza, Imperia, Ligurien)
Produkt: Olive Snocciolate (entkernte Taggiasca-Oliven in Öl)
Zutaten: entkernte Taggiasca-Oliven in Salzlake (60 %), extra natives Olivenöl (39 %), Salz, aromatische Kräuter, natürliche Aromastoffe
Herkunft: Ligurien, Italien
Verarbeitung: in Kräuter-Salzlake eingelegt, entkernt, in Olivenöl
Mindesthaltbarkeit (MHD): 01.06.2028

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Weine

Battenfeld Spanier Riesling Kirchenstück GG 2024 BIO

Weißwein · Hohen-Sülzen (Rheinhessen) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Kirchenstück VDP.Großes Gewächs Battenfeld-Spanier Hohen-Sülzen · Rheinhessen Kalk und Lehm Reben Ø ~35 Jahre BIO (DE-ÖKO-006) · 2024

Der Battenfeld-Spanier Kirchenstück Riesling GG 2024 stammt aus H. O. Spaniers Heimatlage in Hohen-Sülzen. Ein fruchtbetonter, tiefgründiger Riesling von kräftigen Kalk- und Lehmböden.


Kirchenstück – Heimatlage in Hohen-Sülzen

Das biologisch arbeitende Weingut Battenfeld-Spanier von H. O. Spanier zählt zu den führenden Adressen im rheinhessischen Wonnegau und ist für seine kalkgeprägten, präzisen Rieslinge bekannt (DE-ÖKO-006). Das Kirchenstück ist eine VDP.Große Lage auf rund 150 Metern, mit etwa 15 % Neigung und einem Boden aus Kalk und Lehm; die klassifizierte Fläche misst 6,71 Hektar.

Das Kirchenstück liegt auf einer Ebene zwischen zwei Kirchen und überblickt H. O. Spaniers Heimatort Hohen-Sülzen. Hier liegt sein ältester, in den 1960er Jahren gepflanzter Weingarten. Ausgehend von diesem Herzstück stammen die Weine heute aus den besten Parzellen des gesamten Kirchenstücks mit seinen kräftigen Böden; die Reben haben ein Durchschnittsalter von rund 35 Jahren.

Jahrgang 2024 – Rheinhessen

2024 war in Rheinhessen ein kühlerer, anspruchsvoller Jahrgang, der Präzision im Weinberg belohnte. Die kräftigen Kalk- und Lehmböden und die alten Reben sicherten reifes, fruchtbetontes Lesegut, während das kühle Jahr für Frische und Säurespannung sorgte – Tiefe und Balance zugleich.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus der Lage Kirchenstück, Jahrgang 2024; 100 % Riesling von Kalk und Lehm.

Nach selektiver Handlese wird der Wein herkunftsbetont im Stil des Guts vergoren und ausgebaut, ganz auf Frucht, Tiefe und die kräftige Kalk-Lehm-Prägung ausgerichtet. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).

Im Glas

Ein fruchtbetonter, tiefgründiger Riesling: reife gelbe Frucht und weißer Pfirsich, dazu Zitrus, feine Kräuterwürze und eine kalkig-mineralische Ader. Am Gaumen saftig und gehaltvoll, mit lebendiger Säure, klarer Struktur und einem langen, mineralischen Nachhall.

Reife gelbe Frucht und weißer Pfirsich über Zitrus, feiner Kräuterwürze und kalkig-mineralischer Ader – saftig und gehaltvoll, mit lebendiger Säure, klarer Struktur und langem, mineralischem Nachhall.

Ein fruchtbetonter, langlebiger Kalk-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu asiatischer Küche sowie zu mildem bis mittelkräftigem Käse.


Lage: Kirchenstück (VDP.Große Lage), Hohen-Sülzen, Rheinhessen; ~150 m, ~15 % Neigung; Kalk und Lehm; Reben Ø ~35 Jahre; klassifizierte Fläche 6,71 ha
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Rheinhessen (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, herkunftsbetonte Vergärung und Ausbau im Stil des Guts; biologisch, DE-ÖKO-006

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Feinkost

Vigilante Sardinas den aceite vegetal - Sardinen in Pflanzenöl

Feinkost · Sardinen · Spanien

Vigilante Sardinas en Aceite Vegetal sind Sardinen in Pflanzenöl – ein herzhafter, unkomplizierter Klassiker der Vorratskammer.


Herkunft / Spanien

Konservierte Sardinen gehören zu den beliebten Meereskonserven Spaniens. In Pflanzenöl eingelegt, bleiben sie saftig und sind vielseitig einsetzbar. Hier von der Marke Vigilante.

Zutaten und Herstellung

Hergestellt aus Sardinen, eingelegt in Pflanzenöl. Das Öl hält den Fisch saftig und bewahrt sein kräftiges, meeriges Aroma. (Genaue Zutatenliste laut Etikett.)

Geschmack

Herzhaft und vollmundig, mit dem typisch kräftigen Sardinenaroma. Saftige, zarte Textur, abgerundet vom Öl.

In der Küche

Direkt aus der Dose oder kurz erwärmt genießen.

Ideal: auf geröstetem Brot, in Salaten, zu Reis und Kartoffeln, in Pasta oder als herzhafte Tapa.


Hersteller: Vigilante (Spanien)
Produkt: Sardinas en Aceite Vegetal – Sardinen in Pflanzenöl
Zutaten: Sardinen, Pflanzenöl, Salz (genaue Liste laut Etikett)
Herkunft: Spanien
Mindesthaltbarkeit (MHD): 01.01.2028

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Frankreich

Chateau Mazeris Canon Fronsac 1998

Chateau Mazeris Canon Fronsac aus dem Jahre 1998.

 

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Frankreich

Jean-Marie Fourrier Chambertin Clos de Beze Grand Cru 2015

Rotwein · Chambertin Clos de Bèze Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambertin Clos de Bèze · Grand Cru Gevrey-Chambertin Jean-Marie Fourrier (Négoce) · ~20% neues Holz 2015

Der Chambertin Clos de Bèze Grand Cru 2015 von Jean-Marie Fourrier ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einem der größten Grand Crus des Burgunds. Tief, kraftvoll und zugleich elegant, mit reifer dunkler Frucht und samtigem, festem Tannin – aus dem großen, sonnenreichen Jahrgang 2015.


Chambertin Clos de Bèze – Spitze von Gevrey

Chambertin-Clos de Bèze erstreckt sich über rund 15 Hektar am oberen Mittelhang von Gevrey-Chambertin und steht – gemeinsam mit Le Chambertin – an der Spitze der Chambertin-Familie. Kalkstein und fossilreicher Ostrea-acuminata-Mergel prägen den Boden; die Lage bringt tiefe, kraftvolle und zugleich elegante, sehr lagerfähige Weine hervor und zählt zu den größten Grands Crus Burgunds.

Dieser Wein stammt aus dem Négociant-Label von Jean-Marie Fourrier (gegründet 2011), bei dem er Trauben aus erlesenen Lagen nach derselben Philosophie wie auf der Domaine ausbaut. Fourrier – geprägt von Henri Jayer und Domaine Drouhin – gilt als Maßstab für puristischen, terroirtreuen Gevrey.

Jahrgang 2015 – Côte de Nuits

2015 war ein warmer, trockener und sonnenreicher Jahrgang. Die Reben lieferten kleine, konzentrierte Beeren mit tiefer Farbe und reifem, samtigem Tannin.

Für die roten Burgunder steht 2015 für Tiefe, Fülle und reife Frucht bei guter Balance – ein großer, lagerfähiger Jahrgang, der die Kraft des Clos de Bèze prachtvoll trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2015.

Im Stil von Fourrier überwiegend entrappt (je nach Jahrgang mit etwas Ganztraube), mit Spontangärung und sanfter Extraktion. Der Ausbau erfolgt im Holzfass mit höchstens rund 20 % neuem Holz, ohne Abstich und oft mit Füllung direkt vom Fass – daher kann der Wein in der Jugend eine natürliche Kohlensäure zeigen und sollte dann dekantiert werden.

Im Glas

Tiefe, reife dunkle Frucht, ergänzt um florale Noten, feine Würze und eine erdig-mineralische Tiefe. Am Gaumen kraftvoll und vielschichtig, mit samtigem, zugleich festem Tannin und sehr langem Abgang.

Reife dunkle Frucht, florale Würze und erdige Tiefe über samtig-festem Tannin – ein großer Grand Cru für die lange Reife.

In der Jugend großzügig dekantieren; das Potenzial reicht über viele Jahre, oft Jahrzehnte. Bei 16 °C servieren.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den ganz großen Anlass.


Lage: Chambertin Clos de Bèze, Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); ~15 ha am oberen Mittelhang, Kalkstein/Ostrea-acuminata-Mergel
Klassifikation: Chambertin-Clos de Bèze Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir, überwiegend entrappt; ~20% neues Holz, ohne Abstich, natürliche Füllung (in der Jugend dekantieren)

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