Das Weinbaugebiet Carnuntum

Carnuntum, von der Antike bis zur Moderne

Carnuntum – ein durchaus bemerkenswerter Name für ein österreichisches Weinbaugebiet, mutet er doch ziemlich nach römischer Antike an. Genau dorther stammt er auch, genauer gesagt von einer Doppelsiedlung der Römer, die hier den Pannonischen Limes nach Norden absicherten – dass Name und wahrscheinlich auch Weinbau eigentlich von den Kelten übernommen wurden, sei mal dahingestellt. Zu Hochzeiten lebten in Militärlager und Zivilstadt 50 000 Menschen – für damalige Verhältnisse eine Großstadt, begünstigt vor allem durch die Lage an der Bernsteinstraße, der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung nördlich der Alpen. Kurz nach der Zeitenwende eigentlich nur als Winterlager für die Truppen gedacht, erkannte man schnell die Vorzüge der Lage direkt am Donaulimes und ließ sich langfristig nieder. Sogar ein Amphitheater mit Platz für 13 000 Menschen hat es gegeben, direkt nebenan eine Gladiatorenschule, Tempel und Thermen. Der Philosophenkaiser Marc Aurel startete von hier aus seine Feldzüge gegen die aufmüpfigen Markomannen, ergo war Carnuntum wenige Jahre Residenzstadt, und mit der Kaiserkonferenz der vier Tetrarchen schrieb man erneut Weltgeschichte. Im fünften Jahrhundert gab man infolge eines gewaltigen Erdbebens die Stadt wie auch die gesamte Provinz Pannonien schließlich auf, die Überbleibsel wurden durch die einströmenden Germanen zerstört oder nach und nach für andere Zwecke abgetragen.

Die Römersiedlung ist damit zur Marke einer Region geworden, was sich an der Namensgebung der „Carnuntum Legionaries“, eines lokalen Footballteams, genauso zeigt wie in der Errichtung eines eigenen römischen Stadtviertels in der kleinen Gemeinde Petronell-Carnuntum, Der Fund antiker Rebmesser zeugt von den gigantischen Dimensionen, die der Weinbau bei den Römern hatte: allein 12 000 Liter täglich mussten als Teil des Solds für die Soldaten vorgehalten werden, hinzu kommt, da Wein als absolutes Grundnahrungsmittel galt, der Verbrauch der Zivilisten, sodass man von einer Jahresproduktion von mindestens acht bis zehn Millionen Litern ausgehen kann – enorm viel, hält man sich vor Augen, dass im heutigen Carnuntum insgesamt „nur noch“ 4,5 Millionen Liter pro Jahr erzeugt werden. Allerdings war reiner Genuss nur ein Aspekt des Konsums – meist mischte man Wein in Wasser, um dieses durch den Alkohol einigermaßen keimfrei zu bekommen. Winzer war damals kein eigentlicher Beruf, sondern wurde in der Regel von Veteranen betrieben, denen man nach ihrem Dienst im Heer kleine auf dem Land gelegene Güter zur Verfügung stellte, mit denen sie sich selbst und ihre Umgebung versorgen sollten. Sehr viele von ihnen verlegten sich dabei auf den Weinbau, den damals einträglichsten Zweig der Landwirtschaft. Obwohl man an der Donau über einen großen Hafen verfügte, wird Rebensaft aus dieser Region aber wohl kaum bis nach Rom gelangt sein – die sauren Weine aus dem Norden schätze man dort überhaupt nicht. Und auch lange Zeit später hatten sie es noch schwer: im 19. Jahrhundert wurden hier eher „Ungarweine“ wie Tokajer und Traminer transportiert und gehandelt, als dass die eigenen Gewächse reißenden Absatz fanden. Hauptberuflich Winzer zu sein, das können sich die meisten in Carnuntum erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit leisten – vorher war man zusätzlich auf Ackerbau und Viehhaltung angewiesen, um ein Auskommen zu haben. Auch, weil früher die eisigen Winter mit ihren Spätfrösten ein ums andere Mal die Trauben erheblich dezimierten – insofern steht man den klimatischen Veränderungen der jüngeren Zeit nicht nur skeptisch gegenüber.

Mit aktuell knapp über 900 Hektar gehört Carnuntum sozusagen zu den Größeren unter den Kleinen in Österreich; über die Jahrzehnte ist die Fläche massiv zusammengeschrumpft, was sich auf die Qualität aber förderlich auswirkte. Erst seit 1993 darf man sich hier als eigenständiges Gebiet vermarkten, vorher bildete man zusammen mit dem Wagram das Gebiet Donauland-Carnuntum, was keinem der beiden wirklich gerecht wurde. Die Rebsortenpalette ist außergewöhnlich reichhaltig, was wahrscheinlich auch an seiner Lage inmitten anderer honoriger Weinbaugebiete liegt: im Norden grenzt Carnuntum an das große Weinviertel, im Nordwesten an Wien, im Westen an die Themenregion und im Süden an Leithaberg und Neusiedlersee im Burgenland. Platzhirsch ist wie sonst in Niederösterreich auch der Grüne Veltliner, dessen Wurzeln in fetten lehmigen Böden das benötigte Wasserreservoir finden. Aber auch Burgunder erreichen beachtliche Qualitäten, Weißburgunder und Chardonnay sind sogar neben dem Veltliner zur Auszeichnung als Riedenwein, der höchsten Kategorie, zugelassen und gedeihen am besten auf den Böden aus Leithakalk im Osten. Andere Reben wie die gefälligeren Welschriesling und Gemischter Satz und auch der Gelbe Muskateller dürfen zwar statt „Carnuntum“ lediglich „Niederösterreich“ auf dem Etikett tragen, eignen sich mit ihrer verhaltenen Säure aber ebenso gut als Speisenbegleiter – in den urigen Buschenschankbetrieben der Region mit ihren fleischlastigen österreichischen Spezialitäten, aber auch zum Gemüse, für deren Anbau das nahe Marchfeld bekannt ist, insbesondere Spargel, Kraut und Schnittbohnen.

Den warmen Luftströmen aus der Pannonischen Tiefebene ist es ebenso wie den mäßigenden Einflüssen der nördlich gelegenen Donau und des Neusiedlersees zu verdanken, dass sich auch eher in südlichen Gefilden beheimatete Rebsorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon wohlfühlen.

Auch wenn die Hauptorte des Weinbaus Prellenkirchen, Göttlesbrunn und Höflein wohl (noch) nicht als die touristischen Hochburgen gelten können, hat sich Carnuntum zu einem leisen, aber einflussreichen Mitbewerber gemausert, der sowohl mit der Nähe zu den beiden Metropolen Wien und Bratislava punktet – die Gemeinde Schwechat, die den Wiener Flughafen beherbergt, bildet den westlichsten Teil Carnuntums -, als auch mit dem Archäologischen Park und den sechs Marchfeldschlössern. Die meist barocken Bauten fungierten in der Vergangenheit bedingt durch ihre Lage in der „Kornkammer Österreichs“ oft als landwirtschaftliche Verwaltungszentren und beherbergten berühmte Vorbesitzer wie Prinz Eugen von Savoyen oder den letzten Kaiser Karl nach seiner Abdankung. Mit Blick auf seine sanft gewellten grünen Hügellandschaft, gebildet aus Leithagebirge, Hainburger Bergen und Arbesthaler Hügelland mag man manchmal gar nicht recht glauben, dass die Weinberge hier auf nicht mehr als 200 Meter Höhe liegen.

Der Aufstieg der mittlerweile tonangebenden Rotweine begann in den 80ern. Angeregt durch einen putzigen bunten Vogel, der zufällig in den Weinbergen umherschwirrte, kreierte Hans Pitnauer mit seinem heute legendären „Bienenfresser“ einen Zweigelt – damals eine noch kaum etablierte und skeptisch beäugte Rebsorte -, der sowohl in seiner tiefdunkeln Farbe wie in seinem kräftig-intensiven, würzigen Aroma ein absolutes Novum war. Um dem Roten der Region aber auch in der Breite einen Schub zu geben, entschlossen sich zwei Dutzend Winzer Anfang der 90er, die Marke „Rubin Carnuntum“ ins Leben zu rufen. Unter diesem Label vermarktet man einen Zweigelt mit mindestens 12,5 Volumenprozent, der in besonderer Weise gebietstypisch sein soll, dazu mit einer ganz leichten Holznote vom Ausbau im Fass, welcher der manchmal etwas blassen Rebsorte Charakter verleiht. Bekannte Weingüter wie Grassl oder Markowitsch haben ebenso einen im Programm wie auch viele kleinere, denen der Rubin überhaupt erstmal die Möglichkeit gab, Zugang zu einer breiteren Öffentlichkeit zu finden. Erkennbar ist der mit einem Preis von um die zehn Euro attraktive Einstiegswein an der Abbildung des Heidentors auf der Flasche, eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse der historischen Stadt Carnuntum und Symbol für das römische Erbe Österreichs schlechthin. 2018 traten die Rubin-Winzer der Vereinigung Österreichische Traditionsweingüter bei, die sich, 1991 gegründet, ähnlich wie der deutsche VDP zum Ziel gesetzt hat, die jeweiligen Besonderheiten von Boden, Klima und Rebsorte im Endprodukt erfahrbar zu machen. Mittlerweile ist Carnuntum die mitgliederstärkste Regionalgruppe der ÖTW – und darüber hinaus dank der Offensive um den Rubin das einzige Gebiet Niederösterreichs, in dem mehr rote als weiße Trauben geerntet werden. Eine beachtliche Entwicklung vor dem Hintergrund, dass man um die vorletzte Jahrhundertwende nahezu ausschließlich Weißwein anbaute, darunter viele, die heute in der Region gar keine Rolle mehr spielen, wie Silvaner oder Österreichisch Weiß – ein Beweis für die Anpassungsfähigkeit der Carnuntumer Winzer.

Und ihren Wagemut. Denn keck haben sie beschlossen, den Blaufränkisch nicht dem Burgenland zu überlassen, sondern wenige Kilometer vor dessen Grenze am Spitzerberg ein kleines Mekka dieser Rebsorte errichtet. Die Erhebung – denn mehr ist es mit 300 Metern nicht, obwohl das in der flachen Pannonischen Tiefebene schon als ziemliche Landmarke heraussticht – gilt bereits als Ausläufer der Kleinen Karpaten und unterscheidet sich von den sonst vorherrschenden recht flachen Weinbergen mit Kalkmergel- und Kieselböden an Donau und Leitha durch ihre Steilheit wie auch den Untergrund aus Granitgneis und Glimmerschiefer. Die Trauben treiben hier früh aus und erreichen ihre Reife durch Sommertemperaturen von bis zu 40 Grad rund vier Wochen früher als noch vor einigen Dekaden – Entwicklungen wie diese sind Thema des Austausches, der von den regionalen Winzern seit jeher gepflegt wird. Da man jahrzehntelang eher im Schatten existierte, hat sich eine ausgeprägte Kameradschaftlichkeit gebildet; auch die bekannteren Betriebe sind frei von Starallüren und greifen Kollegen bei Problemen wie selbstverständlich unter die Arme. Die Einstellung, entweder gemeinsam erfolgreich sein zu können oder gar nicht, ist offensichtlich die richtige. Auch wenn Carnuntum nur zwei Prozent der österreichischen Gesamtfläche einnimmt, ist seine Präsenz besonders in der Gastronomie beachtlich: kaum ein besseres Wiener Lokal kommt ohne Wein aus Carnuntum auf der Karte aus. Die direkte Nachbarschaft zur Hauptstadt ist für den Absatz natürlich förderlich, aber sie ist es nicht allein. Viel eher liegt es daran, dass man die wohl interessantesten Rotweine Niederösterreichs und darüber hinaus eine enorm vielfältige Weißweinlandschaft im Portfolio hat.

Das haben viele Konsumenten zwar immer noch nicht auf dem Schirm, aber man ist zuversichtlich geduldig. In einem Gebiet, das den Glykolwein-Skandal der 80er vor allem deswegen so unbeschadet überstanden hat, weil man selbst zum Betrügen damals zu unbekannt war, ticken die Uhren eh etwas anders. Man lehnt sich entspannt zurück angesichts von weit über 2000 Jahren Weinbaugeschichte, die sich hier nachempfinden lassen wie sonst kaum irgendwo in Mitteleuropa und lächelt im Wissen, die besten Zeiten mit Sicherheit noch vor sich zu haben. Text: Dario Sellmeier

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Weine

El Rey Pasa tinto

Rotwein · Extremadura · Spanien

Der El Rey Pasa Tinto ist ein Rotwein der Bodega Coop. La Soledad aus der Extremadura – eine eigenständige Cuvée aus Tempranillo, Macabeo und den autochthonen Sorten Pardina und Cayetana. Ein Teil der Trauben wird vor der Verarbeitung rosiniert (angetrocknet), anschließend reift der Wein einige Monate im kleinen Barrique. Opulent und vielschichtig im Duft, weich und samtig am Gaumen, mit fruchtiger Süße im Abgang.


Extremadura – Tierra de Barros

Die Bodega Coop. La Soledad liegt in der Tierra de Barros in der Extremadura im Westen Spaniens. Die Weinberge liegen auf 300 bis 600 Metern Höhe; das atlantisch geprägte Klima sorgt für heiße Tage und kühle Nächte sowie ausreichende Niederschläge. Für ihre Selektionslinie kombiniert die Genossenschaft bewährte Sorten mit den autochthonen Reben Pardina und Cayetana.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Tempranillo, Macabeo, Pardina und Cayetana. Ein Teil der Trauben wird rosiniert (angetrocknet), was Konzentration und süße Fruchttiefe bringt. Anschließend reift der Wein einige Monate im kleinen Barrique. Enthält Sulfite.

Im Glas

Tiefdunkles Rot. In der Nase opulent und vielschichtig: weiße Schokolade, Milchcreme, Rosinen, Feigen und Mokka. Am Gaumen Rumtopf, Hagebutte, Schokolade und Rosine, weich, samtig und rund. Der Abgang ist harmonisch, mit fruchtiger Süße und guter Länge.

Am Tisch

Klassische Begleitung: kräftiges, dunkles Schmorfleisch, Wild und reifer Käse. Auch zu dunkler Schokolade und Desserts ein spannender Begleiter. Leicht gekühlt bei 14–16 °C servieren.


Lage Tierra de Barros, Extremadura (Spanien), 300–600 m
Klassifikation Vino de la Tierra de Extremadura
Ausbau Cuvée Tempranillo/Macabeo/Pardina/Cayetana, teils aus rosinierten Trauben, einige Monate im Barrique

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USA

Cayuse Impulsivo Tempranillo 2014

Rotwein · Tempranillo · Walla Walla Valley · USA

Cayuse Impulsivo Tempranillo ist ein seltener, kraftvoller Tempranillo aus dem Walla Walla Valley im Nordwesten der USA. Er stammt zu 100 % aus der Einzellage En Chamberlin des Kultweinguts Cayuse, das Christophe Baron biodynamisch im Rocks District bewirtschaftet. Impulsivo gilt als einer der besten Tempranillos der USA. Im Glas tiefdunkle Frucht, Würze und Struktur.


Walla Walla Valley

Cayuse liegt im „Rocks District of Milton-Freewater" im Walla Walla Valley – einem Gebiet mit auffälligen, runden Basaltkieseln im Boden, die den Weinen ihren würzig-erdigen Charakter geben. Die Einzellage En Chamberlin wird, wie alle Cayuse-Lagen, von Christophe Baron biodynamisch bewirtschaftet.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Tempranillo von der Lage En Chamberlin. Nach der Gärung reift er im Holzfass, überwiegend in gebrauchten Fässern, die Struktur und feine Würze beisteuern, ohne den Lagencharakter zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rubin- bis Pflaumenrot. In der Nase blutig-fleischige Noten, kalter Kamin, schwarze Kirsche, Johannisbeere und Zedernholz. Am Gaumen vollmundig, konzentriert und strukturiert, mit reifem, gut eingebundenem Tannin. Der Abgang ist lang und eindrucksvoll.

Am Tisch

Schon zugänglich, gewinnt aber durch Reife und eine längere Belüftung im Dekanter. Serviertemperatur 16–18 °C.

Klassische Begleitung: gegrilltes und geschmortes Rind, Lamm, Wild und gereifter Hartkäse.


Lage: En Chamberlin, Rocks District, Walla Walla Valley (USA)
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA – Tempranillo
Ausbau: Holzfass, überwiegend gebraucht; biodynamischer Weinbau

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Weine

Le Moine Horizon 50 ans Beaujolais Cru Moulin a Vent 2015 Magnum

Rotwein · Beaujolais Cru Moulin-à-Vent · Gamay

Gamay Beaujolais Cru Moulin-à-Vent Serie „Horizon 50 ans" Mounir Saouma (Le Moine) auf lange Reife angelegt Magnum (1,5 l) 2015

Der Le Moine Horizon 50 ans Moulin-à-Vent 2015 in der Magnum ist Mounir Saoumas ernsthafte, lagerfähige Interpretation des Beaujolais – ein Cru-Gamay aus einem Ausnahmejahrgang, bewusst für die lange Reife abgefüllt. Weine, die unsere Kinder und Enkel in 50 Jahren am optimalen Genusspunkt erleben können.


Horizon 50 ans – Beaujolais, ernst genommen

Hinter dem Beaujolais steckt weit mehr als der leichte, fruchtige Beaujolais Nouveau: Vor vielen Jahrzehnten waren die besten Lagen ebenso hoch angesehen wie die großen Weine des nördlichen Burgunds. Die qualitative Spitze der Gamay-Weine wächst im Norden der Appellation – unter den Cru-Namen Brouilly, Chénas, Chiroubles, Côte de Brouilly, Fleurie, Juliénas, Morgon, Moulin-à-Vent, Saint-Amour und Régnié.

Für die Serie „Horizon 50 ans" hat Mounir Saouma – der Mann hinter Lucien Le Moine – Cru-Gamay aus Top-Lagen vinifiziert und in zwei Formaten abgefüllt: 0,75-Liter-Flaschen für den früheren Genuss sowie Magnum und Doppelmagnum für die ganz lange Lagerung. Der Name ist Programm: Weine mit einem Reifehorizont von einem halben Jahrhundert. Moulin-à-Vent gilt als der kraftvollste, langlebigste und „burgundischste" der Beaujolais-Crus; seine Granitböden mit hohem Mangananteil verleihen dem Gamay Tiefe, Struktur und festes Tannin.

Jahrgang 2015 – Beaujolais

2015 gilt im Burgund und besonders im Beaujolais als Ausnahmejahrgang – vielfach als Jahrhundertjahrgang bezeichnet. Warm und reif, brachte er Gamay-Weine von seltener Konzentration, Dichte und Tiefe bei gutem Reifepotenzial. In der Magnum und im langen Ausbau ergibt das einen Wein, der auf Jahrzehnte angelegt ist.

Ausbau

Reinsortiger Gamay aus dem Jahrgang 2015, Beaujolais Cru Moulin-à-Vent, trocken; abgefüllt in der Magnum (1,5 l).

Im Stil von Mounir Saouma: langer Ausbau im Holzfass und auf der Hefe, mit minimalem Schwefel und behutsamer Kellerarbeit – ganz auf Tiefe, Textur und Langlebigkeit ausgerichtet. Das große Magnum-Format begünstigt eine besonders langsame, harmonische Reife.

Im Glas

Vom mangan­reichen Granitboden von Moulin-à-Vent und aus dem reifen Jahrgang 2015 lebt dieser Cru-Gamay: dunkle Kirsche und Brombeere, florale Anklänge und eine tiefe, würzig-steinige Mineralität. Der lange Ausbau bindet eine seidige, dichte Textur ein und verleiht dem Wein mehr Tiefe und Ernst, als man dem Beaujolais gemeinhin zutraut. Am Gaumen kraftvoll und konzentriert, mit festem, feinkörnigem Tannin, lebendiger Säure und langem, mineralischem Nachhall – ein „burgundischer" Gamay mit großem Reifepotenzial.

Dunkle Frucht und tiefe, würzig-steinige Mineralität – kraftvoll und konzentriert, mit festem Tannin und langer Länge.

Schon jetzt zugänglich, doch auf Jahrzehnte angelegt; in der Jugend großzügig dekantieren. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu gegrilltem und geschmortem Fleisch, zu Geflügel und Ente, zu Wild sowie zu mittelreifem Käse.


Lage: Beaujolais Cru Moulin-à-Vent (Frankreich); Granitböden mit hohem Mangananteil; gilt als kraftvollster und langlebigster der Crus
Klassifikation: Beaujolais Cru, Gamay (trocken); Serie „Horizon 50 ans", Magnum (1,5 l)
Ausbau: Gamay; langer Ausbau im Holzfass und auf der Hefe, minimaler Schwefel; auf lange Reife angelegt

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Länder/Regionen

Domaine Sylvain Cathiard Gevrey Chambertin 2023

Rotwein · Gevrey-Chambertin · Pinot Noir

Pinot Noir Gevrey-Chambertin (Village) Côte de Nuits 2023 Champ Franc · 0,33 ha

Der Gevrey-Chambertin 2023 der Domaine Sylvain Cathiard et Fils ist ein feiner, fruchtbetonter Pinot Noir aus dem Lieu-dit Champ Franc – mit ungewöhnlich feinkörnigen Tanninen und einer hellen, floralen Frucht. Eine kleine Rarität der berühmten Vosne-Mikro-Domaine außerhalb ihrer Heimat-Appellation.


Champ Franc – Gevrey-Village unter dem Dorf

Die Domaine Sylvain Cathiard ist in Vosne-Romanée beheimatet; der Gevrey-Chambertin stammt aus dem Lieu-dit Champ Franc direkt unterhalb des Dorfes Gevrey, eine von Sébastien Cathiard seit 2019 gepachtete Parzelle. Am unteren Hang ist der Tonanteil über dem Kalksteinsockel ausgeprägter – ein gut drainierter Boden, der dem Wein eine frische, transparente Stilistik gibt.

Die Parzelle umfasst 0,33 Hektar mit Reben aus dem Jahr 1978. Bewirtschaftet wird sie nach biologischen Prinzipien (ohne Zertifizierung).

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

2023 brachte im Burgund eine gesunde und großzügige Ernte. Ein warmer Sommer wurde durch Septemberregen ausbalanciert, sodass die Trauben reif, aber nicht überreif gelesen wurden.

Sébastien Cathiard beschreibt 2023 als vollen, zugleich balancierten und frischen Jahrgang in zugänglichem, fruchtbetontem Stil; die Weine kamen natürlich auf 12–13 % Alkohol. Ein Jahr für saftige, transparente Pinots mit feinem Tannin.

Vinifikation und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023.

Vollständig entrappt, gefolgt von einer Kaltmazeration und spontaner Gärung mit Naturhefen; 2023 mit langer Maischestandzeit von rund 23–27 Tagen. Der Ausbau dauert 15–18 Monate im Fass, mit moderatem Anteil neuen Holzes (Village-Niveau 2023 etwa 33–40 %). Abgefüllt wird ungeschönt und unfiltriert; Schwefel erst nach der malolaktischen Gärung.

Im Glas

Helle, frische rote Frucht – Erdbeere und Johannisbeere – mit floralen Kirsch- und Himbeernoten und mittlerer Tiefe. Am Gaumen saftig und stilvoll, mit guter Frucht-Säure-Balance und auffallend feinkörnigen Tanninen; ein zugänglicher, harmonischer Gevrey-Chambertin mit ordentlicher Länge.

Helle, florale Frucht und ungewöhnlich feines Tannin – ein zugänglicher Gevrey mit Cathiard-Handschrift.

Bereits jung zugänglich; Trinkfenster etwa 2028–2032. Bei 15–16 °C servieren.

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Spanien

Tentenublo Escondite del Ardacho Abundillano 2019

Rotwein · Rioja Alavesa · Garnacha (Single Parcel)

Garnacha · Tempranillo · Malvasía Escondite del Ardacho · Abundillano Single Parcel DOCa Rioja (Alavesa) Tentenublo (Roberto Oliván) sandiger Kalk · 90–105 J. Reben ungeschönt & unfiltriert nur 1.398 Flaschen · 2019

Der Tentenublo Escondite del Ardacho „El Abundillano" 2019 ist ein Rotwein, wie ihn die spanische Weinwelt so noch nicht im Glas hatte: Garnacha-dominiert, aus einer einzigen Parzelle mit rund 100 Jahre alten Reben. Er hat die Kraft eines wilden Priorat, ohne rosiniert oder überkonzentriert zu sein – ungeschminktes Terroir, intensivste Frucht und grandioses Finale.


El Abundillano – eine einzige alte Parzelle

Tentenublo ist das Projekt von Roberto Oliván aus der Rioja Alavesa, dem baskischen Teil der Region. Die Escondite-del-Ardacho-Reihe versammelt seine Single-Parcel-Weine, die das jeweilige Mikroterroir mit größter Detailtreue übersetzen.

Der Abundillano stammt aus der sandigen, stark kalkhaltigen Parzelle gleichen Namens, bestockt mit 90 bis 105 Jahre alten Reben. Aus diesem kargen, alten Weinberg entsteht ein Wein von der Eleganz eines Garnacha aus Méntrida oder von Madrid – dabei aber farbintensiver, frischer und vollmundiger.

Jahrgang 2019 – Rioja

2019 war an der Rioja ein trockener, hochwertiger Jahrgang, der konzentrierte, zugleich frische und fein strukturierte Weine hervorbrachte. Die Höhenlage mit ihren kühlen Nächten und der kompromisslos handwerkliche Stil von Roberto Oliván bewahrten Frische und die mineralische Prägung des sandigen Kalkbodens – reife Frucht und Spannung im Gleichgewicht. Mit einigen Jahren Flaschenreife zeigt sich der Wein heute in einer schönen, zugänglichen Phase.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus hauptsächlich Garnacha mit ein wenig Tempranillo und Malvasía, Jahrgang 2019, trocken; von 90 bis 105 Jahre alten Reben aus der Einzelparzelle Abundillano.

Der Wein wird kompromisslos natürlich vinifiziert und ungeschönt sowie unfiltriert abgefüllt. So bleibt das ungeschminkte Terroir der alten Parzelle unverfälscht erhalten. Gesamtproduktion: nur 1.398 Flaschen.

Im Glas

Farblich undurchdringlich, im Geschmack ein Korb voller reifer Früchte, insbesondere Himbeeren und Brombeeren. Laktische Noten gesellen sich dazu (Joghurt), sowie Lakritze, dunkle Schokolade und ein mineralischer Touch runden die Geschmacksfacetten ab. Er hat die Kraft wie ein wilder Wein aus dem Priorat, ohne dass er rosiniert, überreif oder zu konzentriert wäre. Ein minutenlanger Nachhall setzt diesem Rotwein noch die Königskrone auf!

Ein Korb voller reifer Himbeeren und Brombeeren, dazu laktische Noten, Lakritze, dunkle Schokolade und ein mineralischer Touch – Priorat-Kraft ohne Überreife, mit minutenlangem Nachhall.

Braucht noch viel Luft und sollte vor dem Genuss großzügig dekantiert werden. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem und gegrilltem Rind, zu kräftigen Schmorgerichten sowie zu Pilzgerichten und gereiftem Käse.


Lage: Einzelparzelle Abundillano, Rioja Alavesa (Spanien); sandige, stark kalkhaltige Böden; 90 bis 105 Jahre alte Reben
Klassifikation: DOCa Rioja; Single-Parcel-Cuvée aus hauptsächlich Garnacha mit Tempranillo und Malvasía (trocken)
Ausbau: kompromisslos natürliche Vinifikation, ungeschönt und unfiltriert abgefüllt; 1.398 Flaschen

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Weine

Domaine des Sénons Fracta Corda Pinot Noir 2022 BIO

Rotwein · Yonne · Pinot Noir

Pinot Noir IGP Yonne Lage Fracta Corda Kalk & Feuerstein 2022 · Bio (FR-BIO-01)

Der Fracta Corda Pinot Noir 2022 der Domaine des Sénons stammt aus einer Einzellage im Sénonais bei Sens (IGP Yonne). Rote Beeren, Gewürze und ein Hauch Lakritz treffen auf eine salzig-kalkige Mineralität; am Gaumen verbindet er Cremigkeit und Frische – ein wahrer Charmeur aus biologischem Anbau.


Fracta Corda – Kalk und Feuerstein im Sénonais

Die Domaine des Sénons liegt im Sénonais rund um Sens im äußersten Norden Burgunds (Yonne) und belebt das historische Weinland der Region neu. Die Einzellage Fracta Corda besteht aus Kalkstein, durchzogen von Feuerstein-Formationen; ein sandig-lehmiger Obergrund sorgt für eine ausgewogene Balance dieses besonderen Bodens.

Diese Bodenmischung prägt die salzig-kalkige, leicht rauchige Mineralität des Weins. Gearbeitet wird biologisch zertifiziert (FR-BIO-01).

Jahrgang 2022 – Yonne

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – passend zum charmanten, zugleich frischen Stil dieses Pinot Noir.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, aus biologischem Anbau (FR-BIO-01), mit minimalem Kellereingriff.

Ein Teil reift im Holzfass, der Rest im Tank; anschließend werden beide harmonisch miteinander verschnitten. Das verbindet Cremigkeit und Frische.

Im Glas

In der Nase rote Beeren, Gewürze, ein Hauch Lakritz, unreife Erdbeeren und Veilchenpastillen. Am Gaumen Kalk, Salz und Frische, eine leichte Rauchigkeit, dezente Himbeerfrucht und etwas Speck. Subtil und fein der lange Nachhall.

Rote Beeren, Lakritz und Veilchenpastillen über salzig-kalkiger Mineralität – cremig, frisch und ein wahrer Charmeur.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Charcuterie und Gerichte mit Speck, Pilze, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter, vielseitiger Begleiter.


Lage: Fracta Corda, Sénonais bei Sens (Yonne); Kalkstein mit Feuerstein, sandig-lehmiger Obergrund
Klassifikation: IGP Yonne; Bio (FR-BIO-01)
Ausbau: Pinot Noir; teils Holzfass, teils Tank, anschließend verschnitten; minimaler Kellereingriff

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Rebsorten

Dietrich Weißer Burgunder Oaked

Dieser charmante Weißburgunder Oaked von den Dietrich Brüdern aus der Nordpfalz reift einige Monate in erstbelegten amerikanischen Eichenfässern. Dies´ spiegelt sich auch im Geschmacksprofil wider. Die erdige Birnen-Quittenfrucht harmoniert perfekt mit einem Touch Schmelz und Cremigkeit sowie den dezenten Vanille Aromen.

 

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Italien

Montevertine 2020

Rotwein · Toscana IGT · Sangiovese

Sangiovese mit Canaiolo Toscana IGT Radda in Chianti Montevertine 24 Monate slawonische Eiche 2020

Der Montevertine 2020 ist der gleichnamige Flaggschiff-Wein einer Kult-Adresse aus Radda in Chianti – ein Sangiovese, verschnitten mit Canaiolo, der durch Eleganz und Vielschichtigkeit besticht. Filigran und saftig zugleich. Ein Wein mit Schliff.


Montevertine – Kult-Sangiovese aus Radda

Montevertine liegt rund 3 km südlich von Radda in Chianti, auf einem 425 Meter hohen Hügel mit steinigen, kalk- und mergelreichen Böden (Galestro, Alberese) – ein Terroir, das dem Sangiovese ein besonders frisches, feines Profil verleiht. Sergio Manetti verließ 1981 das Chianti-Classico-Konsortium, weil er keinen Trebbiano in den Verschnitt geben wollte; seither etikettiert das Gut konsequent als Toscana IGT. Heute führt Martino Manetti das Weingut im traditionellen, kompromisslosen Stil weiter.

Der gleichnamige Wein „Montevertine" ist das Aushängeschild des Guts. Die Trauben stammen vor allem aus einer 2,5 Hektar großen, südost- bis südexponierten Parzelle mit überwiegend 1982 gepflanzten Reben unterhalb des Hauses.

Jahrgang 2020 – Toscana

2020 brachte in der Toskana einen ausgewogenen, eher klassisch gefärbten Sangiovese-Jahrgang mit reifer Frucht und feiner Frische. Im Montevertine ergibt das einen eleganten, vielschichtigen Wein mit geschliffener Struktur und harmonischer Balance.

Assemblage und Ausbau

Sangiovese, verschnitten mit Canaiolo, aus dem Jahrgang 2020, Toscana IGT, trocken.

Spontane Gärung mit anschließender Maischestandzeit im Betontank (rund drei Wochen), danach reift der Wein 24 Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Abfüllung traditionell, ungefiltert.

Im Glas

Er besticht durch seine Eleganz und die Vielschichtigkeit der Aromen – rote Kirsche und Himbeere, dazu Kräuter, balsamische Anklänge und feine Lakritznoten. Am Gaumen mundet er filigran und saftig zugleich, mit feinkörnigen, gut eingebundenen Tanninen und vibrierender Frische im langen Abgang. Ein Wein mit Schliff.

Elegant und vielschichtig, filigran und saftig zugleich – ein Wein mit Schliff.

Schon jetzt zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre; profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu toskanischen Klassikern wie Bistecca und geschmortem Rind, zu Wild und Lamm, zu Pasta mit Fleischsugo sowie zu gereiftem Pecorino.


Lage: Toscana IGT, Radda in Chianti (Toskana, Italien); ~425 m, steinige Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese); Hauptparzelle 2,5 ha, Reben überwiegend 1982
Klassifikation: Toscana IGT, Sangiovese mit Canaiolo (und Colorino) (trocken)
Ausbau: Gärung im Betontank, 24 Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche, ungefiltert

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