Das Weinbaugebiet Weinviertel

Die lokalen Identitäten des Weinviertels

Es ist schon ganz sinnig, dass man beim größten Weinbaugebiet Österreichs bereits an der Benennung erkennt, worum es geht – dem größten spezifischen, muss man präzisieren, denn die Österreicher unterscheiden ebensolche von den generischen, die sich lediglich an den Grenzen der Bundesländer orientieren. Das Weinviertel lässt namentechnisch tatsächlich wenig Interpretationsspielraum zu. Jener ist allerdings wesentlich älter als die Weinvermarktung nach Regionen und geht auf die vier traditionellen Viertel zurück, in die Niederösterreich lange Zeit unterteilt war und die für die regionale Identität ihrer Bewohner nach wie vor Bedeutung haben: dies sind das Most-, das Wald-, das Industrie- und eben das Weinviertel, das im Habsburgerreich offiziell als Kreis Unter dem Manhartsberg geführt wurde. Mit 14 000 Hektar nimmt es nahezu ein Drittel der gesamten österreichischen Anbauflächen ein.

Weil hier aufgrund dieser Größe eben auch viel Masse produziert wird, haben sich Anfang der 2000er 15 von insgesamt 2800 Winzern zu den PWW, den Premium Weingütern Weinviertel, zusammengeschlossen, um besonders den Hauptdarsteller auf der Rebsortenbühne, den Grünen Veltliner, auf neue Höhenflüge zu schicken. Es gibt wohl nur wenige Weinbaugebiete im Land, die so sehr mit einer bestimmten Rebe verbunden sind und nach außen mit dieser assoziiert werden. Die Hälfte des gesamten österreichischen Bestandes wächst hier auf 7000 Hektar, und im Jahr 2002 war der Weinviertler Veltliner der allererste Wein, der einen DAC-Status verliehen bekam, womit nach dem Vorbild des französischen AOP- oder des italienischen DOCG-Systems die Herkunftsbezeichnung in besonderem Maße geschützt und ein in jeder Hinsicht „gebietstypischer“ Wein garantiert wird. 2009 folgte die Stufe Reserve, 2020 dann auch die Große Reserve für die reiferen und alkoholischeren Tropfen. Das kleine Bonmot, das Weinviertel sei eben der Ort, „wo das Pfefferl wächst“, ist zwar schon oft bemüht worden, trifft aber nach wie vor den Nagel auf den Kopf, denn die charakteristische Note des typischsten aller österreichischen Weine wird hier zur Perfektion getrieben. Für sie verantwortlich ist eine chemische Verbindung namens Rotundon, derjenige Aromastoff, der Pfeffer selbst seinen typischen Geruch verleiht und beim Veltliner – aber zum Beispiel auch beim Syrah – in den Schalen enthalten ist und ebendiese Assoziation hervorruft. Kenner behaupten, die feinen Nuancen zwischen den milderen Aromen weißen und grünen Pfeffers bei leichteren und schwarzen Pfeffers bei kraftvolleren Veltlinern allein durch das veränderte Kitzeln in der Nase unterscheiden zu können. Wer mit den Winzern direkt darüber fachsimpeln möchte, ist gut beraten, sie beim uralten Brauch des „in die Grean gehen“ am Ostermontag zu begleiten. Früher in Anlehnung an den biblischen Gang der Jünger Jesu nach Emmaus die Art der Weinbauern, den Lesehelfern für ihre Arbeit im vergangenen Jahr zu danken, indem man gemeinsam an einem lauschigen Ort in der Natur einige Flaschen des Jungweins leerte, hat sich daraus mittlerweile ein wahres Happening entwickelt, welches die Wiesen und Flussufer des Weinviertels in eine riesige Picknickfläche verwandelt. Denn heutzutage ist die Teilnahme nicht mehr den Arbeitern im Weinberg vorbehalten; die Winzer freuen sich über jeden Gast, der nach dem Winter ihre Keller wieder mit Leben füllt.

Ebendiese finden sich in insgesamt etwa 800 Kellergassen, über die fast jede Gemeinde verfügt und die von der Ansammlung einer Handvoll schummriger Erdlöcher bis zu gigantischen Ausmaßen reichen: die europaweit längste liegt im 1800-Seelen-Dorf Hadres kurz vor der tschechischen Grenze und erstreckt sich über sage und schreibe 400 Keller auf 1,6 Kilometern. Trotz ihres archaischen Aussehens sind die Keller eine Erfindung der Neuzeit und entstanden fast alle innerhalb einer Zeitspanne von nur 300 Jahren: bis dahin lag die Weinbereitung nahezu ausschließlich in geistlicher Hand, die Verarbeitung der Trauben und die Lagerung des Weines fand in den Klöstern statt. Erst nach den Umbrüchen in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges gelangten Weinberge auch in den Besitz einfacher Bauern. Zur Straße hin präsentieren sie sich mit weißgekalktem, grüntürigen Presshaus, während weiter hinten eine Treppe hinab in die eigentliche Kellerröhre führt. Oft ging man beim Bau sehr pragmatisch vor: die Poysdorfer Gstetten, ein in seiner architektonischen Geschlossenheit einzigartiges Ensemble aus Press- und Lagerhäusern, entstand in einer zum Schluss dreieckigen Lehmgrube, deren Inhalt, zu Ziegeln gebrannt, man zum Bau von Dorfkirche, Kloster und Spital verwendet hatte. Die Gstetten ist die Herzkammer des Poysdorfer Winzerfestes im September, zu dem alljährlich Zehntausende Menschen, insbesondere auch aus den jeweils nur wenige Kilometer entfernten Nachbarstaaten Slowakei und Tschechien, in das kleine Örtchen strömen. Legendär ist das Amt des Präsidenten: 1984 etabliert, übernimmt jedes Jahr ein anderer österreichischer Prominenter. Peter Weck hatte es ebenso inne wie Richard Lugner, aktuell setzt man mit Skispringer Thomas Morgenstern und Sänger Otto Jaus auf ein junges Duo, das sich wie die Vorgänger auch seine Sporen erst dadurch verdient, dass es in wirklich jedem der über 30 Keller der Gstetten mit den Gästen ordentlich zecht.

Insbesondere wenn Kellergassen in Hohlwegen entstanden sind, erkennt man in den senfgelben bis ockerfarbenen Wänden zwischen den Gebäuden den vorherrschenden Bodentyp des Weinviertels, den Löss. Ein Besuch in Röschitz zeigt, dass der Löss nicht nur Weinen zu markantem Ausdruck verhelfen, sondern auch für bildende Kunst eine geeignete Fläche bieten kann: der Weber-Keller ist mit seinen innerhalb vieler Jahrzehnte in die Wände und Decken geschnitzten detailreichen Darstellungen aus Mythologie, Religion und Weltgeschichte wahrscheinlich eine der kuriosesten Sehenswürdigkeiten des Weinviertels.

Von der Weltgeschichte kann das Weinviertel tatsächlich einiges berichten: als sich der Eiserne Vorhang über Europa senkte, wurde es auf einen Schlag von seinen historisch etablierten wichtigen Absatzmärkten in Böhmen und Mähren abgeschnitten und geriet auf diese Weise ins geografische Abseits direkt an der Grenze zwischen Ost und West. Der berühmte Brünnersträssler, der Wein, der rechts und links der alten Handelsroute von Wien nach Brünn wuchs, hatte plötzlich nur noch symbolische Bedeutung. Als verzweifelte Reaktion darauf versuchten die Winzer, die sinkenden Einnahmen durch höhere Produktion abzufedern, was allerdings zu einem rapiden Qualitätsverlust führte: ein nicht geringer Teil der Erträge war so minderwertig, dass er lediglich versektet wurde. In Kombination mit der touristisch kaum erschlossenen Region, deren ausgestorbene Dörfer nicht gerade einladend auf Weinfreunde wirkten, und der fehlenden Vernetzung der Weinbauern untereinander ergab das ein regelrechtes Bückware-Image für die Tropfen aus dem Weinviertel. Doch ebenso wie es im Zuge der Blockbildung auf dem Kontinent bergab gegangen war, ging es nach 1990 auch wieder stetig aufwärts, insbesondere durch eine Reduzierung der Rebflächen um mehr als 5000 Hektar.

Und vielleicht auch durch kluge Tourismus-Offensiven. Das wohl schönstmögliche Rendezvous mit der Region und ihren Erzeugnissen kann man in den Sommermonaten genießen, wenn alljährlich „Tafeln im Weinviertel“ ansteht. In Schlosshöfen, Kellergassen, Kurparks und Weingärten, immer unter freiem Himmel, werden dann an langen, weißgedeckten Tafeln neben einem Fünf-Gänge-Menü auch ausgezeichnete Veltliner serviert, die bei der Gelegenheit unter Beweis stellen dürfen, dass sie sich für derart viele Gerichte als perfekter Speisenbegleiter anbieten wie kaum eine andere Rebsorte. Idealerweise kann das Weinviertel, die heimliche Speisekammer der angrenzenden Hauptstadt Wien, mit einer Vielzahl von Zutaten dafür auch noch selbst aufwarten: insbesondere der Marchfeldspargel genießt überregionale Bekanntheit, hinzu kommen Retzer Kürbis – dem übrigens mit dem Kürbisfest eine der größten Veranstaltungen des Weinviertels gewidmet ist -, Schweinezucht, Getreideanbau und die ausgedehntesten Marillenpflanzungen des Landes.

Früher unterschied man den Bereich Falkenstein im Osten und den Bereich Retz im Westen. Die Gegend um die namensgebende Stadt ist, da im Regenschatten des Manhartsberges gelegen, einer der heißesten und trockensten im ganzen Land mit regelmäßig unter 500 Millimetern Niederschlag und gleichzeitig den meisten Sonnenstunden. Eine klimatische Insellage im ohnehin schon pannonisch warmen Waldviertel. Hier wird mit Passion Rotwein angebaut, in erster Linie der österreichische Allrounder Zweigelt, aber ebenso Blauer Portugieser, auch wenn diese alte, hauptsächlich in Deutschland, Österreich und Ungarn noch gepflegte Rebe aufgrund seines geringen Potentials für Spitzenweine immer mehr an Boden verliert. Dafür graben die ersten Syrah-, Cabernet Sauvignon- und Merlot-Stöcke ihre Wurzeln in den warmen Untergrund. So warm es oberirdisch ist, so kühl wird es unter der Erde: 16 Kilometer misst das System aus Kellern und unteririschen Gängen unterhalb von Retz insgesamt und zeugt von der enormen Bedeutung, die der kleinen Gemeinde damals als Metropole des europaweiten Weinhandels zukam – bis an den russischen Zarenhof gelangten die Fässer aus dem Weinviertel. Südlich von Retz in der Gegend um Röschitz ist die Lössauflage dünn bis kaum vorhanden und lässt so das im Weinviertel normalerweise verborgene Urgestein durchschimmern – viel wohler als der Veltliner fühlt sich auf dem Granit der Riesling, der hier ebenso wie am nördlich der Wiener Stadtgrenze gelegenen Bisamberg eine für das Weinviertel fast schon ungewöhnliche Mineralität annehmen kann. Eine weitere Insel stellt das uns schon bekannte Poysdorf weiter im Osten dar, die Sekthauptstadt der Alpenrepublik kultiviert in ihrer Umgebung auf kalkreichen Böden Welschriesling und Weißburgunder.

Trotz seiner Größe ist das Weinviertel also recht kleinteilig: Klimainseln und Ausreißer im Bodenprofil brechen die Veltliner-Dominanz an so mancher Stelle auf und setzen interessante, unerwartete Akzente. Dazu kommen die vielen lokalen Identitäten – eines Landstrichs, dessen größte Gemeinde nicht einmal 17 000 Einwohner zählt -, die sich in unzähligen Burgruinen, Barockschlössern, liebevoll instand gehaltenen Kaiserdenkmälern und Bildstöcken und eben in den allgegenwärtigen Kellergassen niederschlägt. Und dann gibt es da auch noch die große Klammer, die das alles zusammenhält. Die besteht darin, stolz zu sein auf das, was man hat. Natürlich kann man qualitativ nicht mit der edlen Wachau wetteifern, aber das will man auch gar nicht, dafür hat man die Vielfalt auf seiner Seite und das Vermögen, die ganze große Bandbreite dessen zu zeigen, was ein Veltliner geschmacklich zu bieten hat – und damit den Menschen ein Stück Lebensfreude zu schenken. In Anspielung auf die österreichtypische Füllmenge des Glases kann man da nur sagen: Wein? Ein Viertel! Text: Dario Sellmeier

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Rebsorten

Chateau Rozier Saint Emilion Grand Cru

Rotwein · Saint-Émilion Grand Cru · Merlot · Bordeaux

Château Rozier Saint-Émilion Grand Cru ist ein aromatischer Bordeaux-Rotwein vom rechten Ufer der Gironde. Das Weingut liegt in der renommierten Appellation Saint-Émilion. Die Merlot-betonte Cuvée besticht mit dichter, purpurroter Farbe und viel Frucht. Im Glas vollmundig, fruchtbetont und mit seidigen Tanninen.


Saint-Émilion

Saint-Émilion ist eine der berühmtesten Appellationen am rechten Ufer der Gironde, bekannt für Merlot-dominierte Weine. Die kalk-, ton- und sandgeprägten Böden verleihen den Weinen Frucht, Fülle und Charme. Der Wein trägt die Klassifikation Saint-Émilion Grand Cru.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée ist Merlot-dominiert, ergänzt um Cabernet Franc (und einen Anteil Cabernet Sauvignon). Nach der Gärung reift der Wein im Barrique, das ihm Struktur, feine Würze und seidige Tannine verleiht.

Im Glas

Dichtes Purpurrot. Im Bukett Pflaumen, reife Beeren, süßes Fruchtkompott und feines Lakritz. Am Gaumen sehr aromatisch, mit viel Frucht und Volumen, vollmundig und mit seidigen Tanninen im Nachhall. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine kurze Belüftung tut dem Wein gut.

Klassische Begleitung: Rind, Lamm, geschmortes Fleisch und gereifter Käse.


Lage: Saint-Émilion (Bordeaux); Kalk/Ton/Sand
Klassifikation: Saint-Émilion Grand Cru AOC
Ausbau: Merlot-dominiert mit Cabernet Franc, Barriqueausbau

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Spanien

Radio Boka Monastrell rosado

Roséwein · Monastrell · Castilla · Spanien

Radio Boka Monastrell Rosado ist ein vollmundiger, halbtrockener Roséwein von Hammeken Cellars aus Spanien. Reinsortig aus der Monastrell-Traube gekeltert, zeigt er sich lachsrosa, fruchtbetont und frisch.


Castilla

Radio Boka ist die unkomplizierte Linie von Hammeken Cellars, dessen Heimat an der sonnigen Mittelmeerküste bei Valencia liegt. Der Rosado trägt die Herkunftsangabe Vino de la Tierra de Castilla; die Monastrell stammt von alten Reben.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortige Monastrell. Die früh gelesenen Trauben werden abgebeert, leicht angequetscht und rund 16 Stunden auf der Maische mazeriert. Vergoren wird temperaturkontrolliert im Edelstahl; der Wein bleibt halbtrocken.

Im Glas

Lachsrosa. In der Nase und am Gaumen ein bunter Früchtekorb aus reifen Erdbeeren und Himbeeren, dazu ein Hauch Lavendel. Frisch und saftig, mit einem mineralischen Spannungsbogen und intensivem, fruchtigem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder leichter Speisenbegleiter. Die feine Restsüße macht ihn auch zu würzigen Gerichten zugänglich.

Klassische Begleitung: Tapas, Salate, asiatische Küche und leicht Scharfes.


Lage: Castilla-La Mancha (Spanien)
Klassifikation: Vino de la Tierra de Castilla – Roséwein (halbtrocken)
Ausbau: Edelstahl, kurze Maischestandzeit

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Spanien

La Madriguera Rosé

Roséwein · D.O. Valencia · Bobal

Bobal 100 % Roséwein D.O.P. Valencia Terres dels Alforins

Der Antonio Arráez La Madriguera Rosé 2024 ist ein reinsortiger Rosé aus 100 % Bobal aus der D.O. Valencia. Blassrosa und leuchtend im Glas, bringt er valencianisches Sommergefühl an die Tafel – Sonne und Meeresluft der Costa del Azahar. Die Trauben wachsen im Hinterland westlich von Valencia auf rund 700 Metern Höhe. Tiefe Frucht trifft hier auf natürliche Frische.


Terres dels Alforins

Die Bobal-Reben stehen in den Terres dels Alforins westlich von Valencia, rund 90 Kilometer vom Mittelmeer entfernt und auf etwa 700 Metern Höhe. Die Böden sind lehmig und karg, das Klima ist kontinental mit mediterranem Einfluss – kalte Winter, trockene Sommer. Die großen Tag-Nacht-Unterschiede erhalten Frucht und Säure. Der Wein trägt die Klassifikation D.O.P. Valencia.

Assemblage und Ausbau

Der Jahrgang 2024 besteht zu 100 % aus Bobal, einer autochthonen Rebsorte des spanischen Levante. Für den Rosé wird das Lesegut schonend und mit kurzer Maischestandzeit im Edelstahl verarbeitet, sodass die blassrosa Farbe und die klare Frucht erhalten bleiben. Hinter dem Wein steht die seit 1950 tätige Familie Arráez, die heimische Sorten modern interpretiert.

Im Glas

Blassrosa und leuchtend. In der Nase intensive Aromen von Himbeere und Erdbeere, untermalt von zarten Blütennoten. Am Gaumen frisch, klar und ausgewogen, mit saftiger Frucht und einer geradlinigen Säure. Der Abgang bleibt frisch.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren. Klassische Begleitung: Tapas, gegrillter Fisch, Meeresfrüchte und leichte Sommergerichte. Ebenso gut solo, wenn der Sommer ruft. Der 2024 ist jung und frisch und sollte in den nächsten ein bis zwei Jahren getrunken werden.



Lage: Terres dels Alforins, Valencia (~700 m)
Klassifikation: D.O.P. Valencia
Ausbau: schonende Rosé-Bereitung im Edelstahl

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Spanien

Envinate Benje blanco 2024

Weißwein · Teneriffa · D.O. Ycoden-Daute-Isora · Listán Blanco

100 % Listán Blanco D.O. Ycoden-Daute-Isora Santiago del Teide Envínate Vulkanboden · ~1.000–1.100 m wurzelechte Altreben Beton & Barrique · 8 Mon. Hefe 2024

Der Envínate Benje Blanco 2024 ist ein salzig-mineralischer Listán Blanco aus rund 1.000 Metern Vulkanhöhe bei Santiago del Teide – frisch, vertikal und herkunftsgenau. „Benje" bedeutet in der Sprache der Guanchen „Krater". Vulkanweiß von großer Spannung.


Benje – Vulkanweiß aus Santiago del Teide

Envínate („wine yourself") ist das Kultprojekt von vier befreundeten Önologen – Roberto Santana, Alfonso Torrente, Laura Ramos und José Martínez –, die Atlantik-geprägte Terroirs in der Ribeira Sacra, auf den Kanaren und in Almansa erkunden. Ihre Philosophie: jede Parzelle möglichst pur zum Ausdruck bringen – ohne Chemie im Weinberg, mit Handlese, Wildhefen und minimalem Eingriff. Roberto Santana lebt auf Teneriffa und bewirtschaftet die Benje-Parzellen gemeinsam mit lokalen Winzerfamilien.

Die D.O. Ycoden-Daute-Isora liegt im Nordwesten Teneriffas; die Böden sind vulkanischen Ursprungs. Die mit wurzelechten Reben bepflanzten Weinterrassen liegen spektakulär bis rund 1.100 Meter über dem Meeresspiegel, werden täglich von straffen Atlantikwinden umweht und wurzeln auf steinigem Vulkangeröll. Der Benje stammt aus solchen alten, ungezogenen Buschreben rund um Santiago del Teide – „Benje" ist das Guanchen-Wort für den nahen Krater.

Jahrgang 2024 – Teneriffa

Das subtropische Atlantikklima und die hohen Vulkanlagen prägen auch 2024 einen frischen, vertikalen Weißwein mit klarer Frucht, lebendiger Säure und salziger Mineralität. Die kühle Höhe hält den Alkohol moderat und betont die spannungsreiche, herkunftsgenaue Stilistik.

Ausbau

Reinsortiger Listán Blanco (Palomino) aus dem Jahrgang 2024, D.O. Ycoden-Daute-Isora, trocken.

Handlese mit Selektion im Weinberg; Spontangärung mit Wildhefen in Betontanks und kleinen offenen Bottichen. Anschließend reift der Wein rund acht Monate auf der Feinhefe – etwa zu 60 % in Beton und zu 40 % in gebrauchten 228-Liter-Fässern aus französischer Eiche. Unfiltriert, mit minimalem Schwefel abgefüllt.

Im Glas

Ein frischer, saftiger und zugleich mineralisch geprägter Vulkanweiß: Aromen von frischem Apfel und knackiger Birne, dazu florale und kräutrige Noten, feine Zitrusanklänge und ein deutlicher mineralischer, salziger Hintergrund. Am Gaumen vertikal und spannungsreich, mit prägnanter Säure und einem leicht herb-mandeligen, langen Abgang – ein Wein, der nach Essen verlangt.

Frisch, saftig und vertikal – Apfel und Birne, salzige Mineralität und ein langer, herb-mandeliger Abgang.

Schon jung mit viel Spannung, gewinnt aber über einige Jahre; profitiert von etwas Luft. Bei 10–12 °C im größeren Glas servieren.

Am Tisch

Hervorragend zu Fisch und Meeresfrüchten (besonders Sardinen, Austern, Ceviche), zu Reisgerichten sowie zu weißem Fleisch und Geflügel.


Lage: Teneriffa, D.O. Ycoden-Daute-Isora, Santiago del Teide (Kanaren, Spanien); ~1.000–1.100 m, steiniges Vulkangeröll; wurzelechte, ungezogene Altreben (~70–120 J.)
Klassifikation: D.O. Ycoden-Daute-Isora, 100 % Listán Blanco (trocken)
Ausbau: Handlese, Spontangärung in Beton und offenen Bottichen, ~8 Monate auf der Feinhefe (ca. 60 % Beton / 40 % gebrauchte 228-l-Barriques), unfiltriert; organischer Anbau

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Weine

Kühling- Gillot Hipping Riesling Großes Gewächs 2024 BIO

Weißwein · Nierstein (Rheinhessen) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Niersteiner Hipping VDP.Großes Gewächs Kühling-Gillot Roter Hang · Nierstein Rotliegendes (Urgestein) Spontangärung · 1.200-l-Stückfass BIO (DE-ÖKO-006) · 2024

Der Kühling-Gillot Niersteiner Hipping Riesling GG 2024 stammt aus einem der einzigartigsten Terroirs am Roten Hang. Ein vielschichtiger, finessenreicher Riesling, der saftige Frucht mit markanter Würze und der Schiefermineralik des Rotliegenden verbindet.


Niersteiner Hipping – Amphitheater am Roten Hang

Das biologisch arbeitende Weingut Kühling-Gillot von Carolin Spanier-Gillot und H. O. Spanier in Bodenheim zählt zu den führenden Adressen am Roten Hang bei Nierstein (DE-ÖKO-006). Der Hipping wurde um 1550 erstmals als „Hupbuhl" urkundlich erwähnt – mundartlich „Ziegenhügel".

Wie ein Parabolspiegel vereinen sich die beiden Parzellen des Guts im höchsten Punkt des Hipping und erinnern mit Nord-Ost- und Süd-West-Hang an ein kleines, natürliches Amphitheater. Gelegen auf 80–170 Metern mit bis zu 60 % Hangneigung genießt die Lage volle Sonneneinstrahlung. Die rund 280 Millionen Jahre alten, kargen Urgesteinsböden des Rotliegenden speichern die Tageswärme, während die kühlen Nachtwinde des Seitentals die Säure erhalten.

Jahrgang 2024 – Roter Hang (Rheinhessen)

2024 war in Rheinhessen ein kühlerer, anspruchsvoller Jahrgang, der Präzision im Weinberg belohnte. Die strenge Handselektion und die wärmespeichernden Rotliegend-Böden sicherten reifes Lesegut, während die kühlen Nachtwinde für Frische und Säurespannung sorgten – Kraft und Eleganz im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Niersteiner Hipping, Jahrgang 2024; 100 % Riesling von Urgestein des Rotliegenden.

Die Trauben werden streng selektiert von Hand gelesen, der Most spontan vergoren und behutsam im 1.200-Liter-Stückfass ausgebaut. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).

Im Glas

In sattem Gelb strahlend, duftet er nach Steinobst mit würzigen Akzenten, die an Sesam und grünen Tee erinnern. Die extraktreich reduzierte Frucht ist sofort präsent, die markante Säure agiert im Hintergrund. Am Gaumen baut er rasch enormen Druck auf und verbindet mit viskoser Haptik saftige Frucht und markante Würze: gelbe und rote Früchte sowie Orangennoten, engmaschig verwoben mit langem rotem Kampot-Pfeffer, Kräutern und der typischen Schiefermineralik des Rotliegenden. Ein vielschichtiger Typ mit kühlem Finish und frappanter Länge.

Steinobst mit Sesam und grünem Tee, gelbe und rote Früchte und Orangennoten, verwoben mit rotem Kampot-Pfeffer, Kräutern und Rotliegend-Mineralik – druckvoll und viskos, mit kühlem Finish und frappanter Länge.

Ein vielschichtiger, langlebiger Rotliegend-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Leitmotiv des Hipping ist die Verbindung von Frucht und Würze: zu würziger asiatischer Küche, zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Niersteiner Hipping (VDP.Große Lage), Roter Hang, Rheinhessen; 80–170 m, bis 60 % Hangneigung; Urgestein des Rotliegenden
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Rheinhessen (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: strenge Handlese, Spontangärung, behutsamer Ausbau im 1.200-l-Stückfass; biologisch, DE-ÖKO-006

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Spanien

Vega Sicilia Unico 2012

Rotwein · Ribera del Duero · Tinto Fino & Cabernet Sauvignon

95% Tinto Fino · 5% Cabernet Sauvignon Ribera del Duero 2012 ~10 Jahre Holz & Flasche 88.188 Flaschen

Der Vega Sicilia Único 2012 ist der Spitzenwein des gleichnamigen Guts in der Ribera del Duero – eine spanische Weinlegende. Eine Cuvée aus 95% Tinto Fino (Tempranillo) und 5% Cabernet Sauvignon, gereift rund zehn Jahre in Holz und Flasche. Der Jahrgang 2012 zeigt sich konzentriert, saftig und seidig gezeichnet.


Finca Vega Sicilia – Ribera del Duero

Das Gut Vega Sicilia erstreckt sich über fast 1.000 Hektar, von denen 210 Hektar dem Weinbau gewidmet sind. Die Reben stehen auf 700 bis 900 Metern Höhe, in einem Mosaik aus 19 Bodenarten und 64 kleinteiligen Parzellen, geformt vom Fluss Duero. Das Durchschnittsalter der Reben liegt 2012 bei rund 36 Jahren, bei einer Pflanzdichte von 2.222 Stöcken pro Hektar.

Für den Único werden rund 40 Hektar genutzt. Der Ertrag bleibt mit etwa 24,5–25,9 Hektoliter pro Hektar streng begrenzt, was Konzentration und Tiefe der Trauben sichert.

Jahrgang 2012 – Ribera del Duero

Auf einen eher trockenen Winter folgte ein Frühjahr mit moderaten Temperaturen und reichlich Niederschlag – rund 71 Liter fielen im April während des Austriebs, bis in den frühen Mai. Danach stiegen die Temperaturen deutlich und erreichten Ende Juni bis zu 42 °C. Spätfröste blieben aus, sodass sich die Reben regelmäßig entwickeln konnten.

Der Sommer war sehr trocken: im Juli kein Regen, im August nur 0,5 Liter, bei durchgehend hohen Temperaturen. Erst Niederschläge Ende September sicherten eine gelungene Reife. Gelesen wurde von 19. September bis 10. Oktober. Das Ergebnis: gesunde Trauben, dichte Farbe und sehr reife, lagerfähige Tannine – ein exzellenter Jahrgang.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 95% Tinto Fino und 5% Cabernet Sauvignon, Jahrgang 2012, mit 14,5 % vol.

Der Ausbau folgt dem Vega-Sicilia-Prinzip: insgesamt rund zehn Jahre in Holz und Flasche – einer der längsten Reifeprozesse der Weinwelt. Verwendet werden neue und gebrauchte 225-Liter-Barriques aus französischer und amerikanischer Eiche sowie 22.000-Liter-Holztanks, gefolgt von langer Flaschenreife. Abgefüllt im Juni 2018. Die Auflage umfasst 88.188 Bordeaux-Flaschen, dazu 3.537 Magnum, 328 Doppelmagnum, 55 Imperial und 5 Salmanazar.

Im Glas

Ein Wein, der Zeit und Luft braucht: nach dem Öffnen wirkt er zunächst verschlossen, daher dekantieren. Aus einem anfangs subtilen Kellerton entwickelt sich eine feingliedrige Frucht nach dunklen Waldbeeren, unterlegt von Erd-, Würz- und Barriquetönen. Am Gaumen wie flüssige Seide, mit langem, druckvollem Abgang.

Am Gaumen wie flüssige Seide, der Abgang lang und voller Druck – ein gereifter Ribera der absoluten Spitze.

Schon jetzt zugänglich, bei optimaler Lagerung (12–14 °C) aber über Jahrzehnte haltbar. Vor dem Servieren großzügig dekantieren; bei rund 18 °C ausschenken.

Am Tisch

Lamm, Rind und Wild, Schmorgerichte und Edelstücke vom Grill, dazu gereifter Hartkäse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Finca Vega Sicilia, Ribera del Duero (Spanien); 700–900 m, 19 Bodenarten / 64 Parzellen
Klassifikation: Ribera del Duero DO
Ausbau: 95% Tinto Fino, 5% Cabernet Sauvignon; ~10 Jahre Holz (225-l-Barrique + 22.000-l-Holztank) und Flasche, abgefüllt Juni 2018

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Spirituosen

Cassissée Creme de Cassis de Dijon

Spirituose · Likör · Burgund · Frankreich

L'Héritier-Guyot Cassissée ist ein original französischer schwarzer Johannisbeerlikör. Frische schwarze Johannisbeeren der Sorte Noir de Bourgogne prägen den natürlich-fruchtigen Geschmack dieser Crème de Cassis de Dijon.


Herkunft / Dijon

L'Héritier-Guyot ist ein traditionsreiches Haus aus Dijon im Burgund und einer der Spezialisten für Crème de Cassis. „Crème de Cassis de Dijon" ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung, die für höchste Qualität und einen besonders hohen Fruchtanteil steht.

Zutaten und Herstellung

Hergestellt aus frischen schwarzen Johannisbeeren der Burgunder Spitzensorte Noir de Bourgogne, die für ihr intensives Aroma bekannt ist. Die Beeren werden mazeriert, um ihren natürlich-fruchtigen Geschmack und die tiefdunkle Farbe zu gewinnen.

Im Glas

Tiefes Dunkelviolett. In der Nase intensive, frische schwarze Johannisbeere. Am Gaumen vollmundig und fruchtig, mit der typischen Süße und Säurefrische der Cassisbeere und einem lang anhaltenden Beerenaroma.

Pur und im Drink

Klassisch im Kir (mit Weißwein) oder Kir Royal (mit Champagner oder Crémant) – oder über Desserts.

Ideal: für Kir und Kir Royal, in Cocktails, über Eis und Desserts oder zum Verfeinern.


Herkunft: Dijon, Burgund (Frankreich); L'Héritier-Guyot
Art: Crème de Cassis de Dijon (schwarzer Johannisbeerlikör), geschützte Herkunftsbezeichnung
Zutaten: schwarze Johannisbeeren der Sorte Noir de Bourgogne

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Rebsorten

Domtalhof Riesling Pettenthal Lagenwein trocken 2006

Wie gut ein Lagenwein aus dem Niersteiner Pettenthal reifen kann, beweist dieser spannende 2006er vom Weingut Eimermann. Das Farbspiel hat inzwischen eine goldige Farbe angenommen. Im Duft breiten sich frische Vanille, Dörrobst und reifer Apfel aus. Spannung kommt dann im Geschmack auf, wo die elegante Säurestruktur für Frische und Klarheit sorgt. Mundfüllend, perfekt gereift und ein spannender Genussmoment für Liebhaber gereifterer Rieslinge!

 

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