Das Weinbaugebiet Weinviertel

Die lokalen Identitäten des Weinviertels

Es ist schon ganz sinnig, dass man beim größten Weinbaugebiet Österreichs bereits an der Benennung erkennt, worum es geht – dem größten spezifischen, muss man präzisieren, denn die Österreicher unterscheiden ebensolche von den generischen, die sich lediglich an den Grenzen der Bundesländer orientieren. Das Weinviertel lässt namentechnisch tatsächlich wenig Interpretationsspielraum zu. Jener ist allerdings wesentlich älter als die Weinvermarktung nach Regionen und geht auf die vier traditionellen Viertel zurück, in die Niederösterreich lange Zeit unterteilt war und die für die regionale Identität ihrer Bewohner nach wie vor Bedeutung haben: dies sind das Most-, das Wald-, das Industrie- und eben das Weinviertel, das im Habsburgerreich offiziell als Kreis Unter dem Manhartsberg geführt wurde. Mit 14 000 Hektar nimmt es nahezu ein Drittel der gesamten österreichischen Anbauflächen ein.

Weil hier aufgrund dieser Größe eben auch viel Masse produziert wird, haben sich Anfang der 2000er 15 von insgesamt 2800 Winzern zu den PWW, den Premium Weingütern Weinviertel, zusammengeschlossen, um besonders den Hauptdarsteller auf der Rebsortenbühne, den Grünen Veltliner, auf neue Höhenflüge zu schicken. Es gibt wohl nur wenige Weinbaugebiete im Land, die so sehr mit einer bestimmten Rebe verbunden sind und nach außen mit dieser assoziiert werden. Die Hälfte des gesamten österreichischen Bestandes wächst hier auf 7000 Hektar, und im Jahr 2002 war der Weinviertler Veltliner der allererste Wein, der einen DAC-Status verliehen bekam, womit nach dem Vorbild des französischen AOP- oder des italienischen DOCG-Systems die Herkunftsbezeichnung in besonderem Maße geschützt und ein in jeder Hinsicht „gebietstypischer“ Wein garantiert wird. 2009 folgte die Stufe Reserve, 2020 dann auch die Große Reserve für die reiferen und alkoholischeren Tropfen. Das kleine Bonmot, das Weinviertel sei eben der Ort, „wo das Pfefferl wächst“, ist zwar schon oft bemüht worden, trifft aber nach wie vor den Nagel auf den Kopf, denn die charakteristische Note des typischsten aller österreichischen Weine wird hier zur Perfektion getrieben. Für sie verantwortlich ist eine chemische Verbindung namens Rotundon, derjenige Aromastoff, der Pfeffer selbst seinen typischen Geruch verleiht und beim Veltliner – aber zum Beispiel auch beim Syrah – in den Schalen enthalten ist und ebendiese Assoziation hervorruft. Kenner behaupten, die feinen Nuancen zwischen den milderen Aromen weißen und grünen Pfeffers bei leichteren und schwarzen Pfeffers bei kraftvolleren Veltlinern allein durch das veränderte Kitzeln in der Nase unterscheiden zu können. Wer mit den Winzern direkt darüber fachsimpeln möchte, ist gut beraten, sie beim uralten Brauch des „in die Grean gehen“ am Ostermontag zu begleiten. Früher in Anlehnung an den biblischen Gang der Jünger Jesu nach Emmaus die Art der Weinbauern, den Lesehelfern für ihre Arbeit im vergangenen Jahr zu danken, indem man gemeinsam an einem lauschigen Ort in der Natur einige Flaschen des Jungweins leerte, hat sich daraus mittlerweile ein wahres Happening entwickelt, welches die Wiesen und Flussufer des Weinviertels in eine riesige Picknickfläche verwandelt. Denn heutzutage ist die Teilnahme nicht mehr den Arbeitern im Weinberg vorbehalten; die Winzer freuen sich über jeden Gast, der nach dem Winter ihre Keller wieder mit Leben füllt.

Ebendiese finden sich in insgesamt etwa 800 Kellergassen, über die fast jede Gemeinde verfügt und die von der Ansammlung einer Handvoll schummriger Erdlöcher bis zu gigantischen Ausmaßen reichen: die europaweit längste liegt im 1800-Seelen-Dorf Hadres kurz vor der tschechischen Grenze und erstreckt sich über sage und schreibe 400 Keller auf 1,6 Kilometern. Trotz ihres archaischen Aussehens sind die Keller eine Erfindung der Neuzeit und entstanden fast alle innerhalb einer Zeitspanne von nur 300 Jahren: bis dahin lag die Weinbereitung nahezu ausschließlich in geistlicher Hand, die Verarbeitung der Trauben und die Lagerung des Weines fand in den Klöstern statt. Erst nach den Umbrüchen in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges gelangten Weinberge auch in den Besitz einfacher Bauern. Zur Straße hin präsentieren sie sich mit weißgekalktem, grüntürigen Presshaus, während weiter hinten eine Treppe hinab in die eigentliche Kellerröhre führt. Oft ging man beim Bau sehr pragmatisch vor: die Poysdorfer Gstetten, ein in seiner architektonischen Geschlossenheit einzigartiges Ensemble aus Press- und Lagerhäusern, entstand in einer zum Schluss dreieckigen Lehmgrube, deren Inhalt, zu Ziegeln gebrannt, man zum Bau von Dorfkirche, Kloster und Spital verwendet hatte. Die Gstetten ist die Herzkammer des Poysdorfer Winzerfestes im September, zu dem alljährlich Zehntausende Menschen, insbesondere auch aus den jeweils nur wenige Kilometer entfernten Nachbarstaaten Slowakei und Tschechien, in das kleine Örtchen strömen. Legendär ist das Amt des Präsidenten: 1984 etabliert, übernimmt jedes Jahr ein anderer österreichischer Prominenter. Peter Weck hatte es ebenso inne wie Richard Lugner, aktuell setzt man mit Skispringer Thomas Morgenstern und Sänger Otto Jaus auf ein junges Duo, das sich wie die Vorgänger auch seine Sporen erst dadurch verdient, dass es in wirklich jedem der über 30 Keller der Gstetten mit den Gästen ordentlich zecht.

Insbesondere wenn Kellergassen in Hohlwegen entstanden sind, erkennt man in den senfgelben bis ockerfarbenen Wänden zwischen den Gebäuden den vorherrschenden Bodentyp des Weinviertels, den Löss. Ein Besuch in Röschitz zeigt, dass der Löss nicht nur Weinen zu markantem Ausdruck verhelfen, sondern auch für bildende Kunst eine geeignete Fläche bieten kann: der Weber-Keller ist mit seinen innerhalb vieler Jahrzehnte in die Wände und Decken geschnitzten detailreichen Darstellungen aus Mythologie, Religion und Weltgeschichte wahrscheinlich eine der kuriosesten Sehenswürdigkeiten des Weinviertels.

Von der Weltgeschichte kann das Weinviertel tatsächlich einiges berichten: als sich der Eiserne Vorhang über Europa senkte, wurde es auf einen Schlag von seinen historisch etablierten wichtigen Absatzmärkten in Böhmen und Mähren abgeschnitten und geriet auf diese Weise ins geografische Abseits direkt an der Grenze zwischen Ost und West. Der berühmte Brünnersträssler, der Wein, der rechts und links der alten Handelsroute von Wien nach Brünn wuchs, hatte plötzlich nur noch symbolische Bedeutung. Als verzweifelte Reaktion darauf versuchten die Winzer, die sinkenden Einnahmen durch höhere Produktion abzufedern, was allerdings zu einem rapiden Qualitätsverlust führte: ein nicht geringer Teil der Erträge war so minderwertig, dass er lediglich versektet wurde. In Kombination mit der touristisch kaum erschlossenen Region, deren ausgestorbene Dörfer nicht gerade einladend auf Weinfreunde wirkten, und der fehlenden Vernetzung der Weinbauern untereinander ergab das ein regelrechtes Bückware-Image für die Tropfen aus dem Weinviertel. Doch ebenso wie es im Zuge der Blockbildung auf dem Kontinent bergab gegangen war, ging es nach 1990 auch wieder stetig aufwärts, insbesondere durch eine Reduzierung der Rebflächen um mehr als 5000 Hektar.

Und vielleicht auch durch kluge Tourismus-Offensiven. Das wohl schönstmögliche Rendezvous mit der Region und ihren Erzeugnissen kann man in den Sommermonaten genießen, wenn alljährlich „Tafeln im Weinviertel“ ansteht. In Schlosshöfen, Kellergassen, Kurparks und Weingärten, immer unter freiem Himmel, werden dann an langen, weißgedeckten Tafeln neben einem Fünf-Gänge-Menü auch ausgezeichnete Veltliner serviert, die bei der Gelegenheit unter Beweis stellen dürfen, dass sie sich für derart viele Gerichte als perfekter Speisenbegleiter anbieten wie kaum eine andere Rebsorte. Idealerweise kann das Weinviertel, die heimliche Speisekammer der angrenzenden Hauptstadt Wien, mit einer Vielzahl von Zutaten dafür auch noch selbst aufwarten: insbesondere der Marchfeldspargel genießt überregionale Bekanntheit, hinzu kommen Retzer Kürbis – dem übrigens mit dem Kürbisfest eine der größten Veranstaltungen des Weinviertels gewidmet ist -, Schweinezucht, Getreideanbau und die ausgedehntesten Marillenpflanzungen des Landes.

Früher unterschied man den Bereich Falkenstein im Osten und den Bereich Retz im Westen. Die Gegend um die namensgebende Stadt ist, da im Regenschatten des Manhartsberges gelegen, einer der heißesten und trockensten im ganzen Land mit regelmäßig unter 500 Millimetern Niederschlag und gleichzeitig den meisten Sonnenstunden. Eine klimatische Insellage im ohnehin schon pannonisch warmen Waldviertel. Hier wird mit Passion Rotwein angebaut, in erster Linie der österreichische Allrounder Zweigelt, aber ebenso Blauer Portugieser, auch wenn diese alte, hauptsächlich in Deutschland, Österreich und Ungarn noch gepflegte Rebe aufgrund seines geringen Potentials für Spitzenweine immer mehr an Boden verliert. Dafür graben die ersten Syrah-, Cabernet Sauvignon- und Merlot-Stöcke ihre Wurzeln in den warmen Untergrund. So warm es oberirdisch ist, so kühl wird es unter der Erde: 16 Kilometer misst das System aus Kellern und unteririschen Gängen unterhalb von Retz insgesamt und zeugt von der enormen Bedeutung, die der kleinen Gemeinde damals als Metropole des europaweiten Weinhandels zukam – bis an den russischen Zarenhof gelangten die Fässer aus dem Weinviertel. Südlich von Retz in der Gegend um Röschitz ist die Lössauflage dünn bis kaum vorhanden und lässt so das im Weinviertel normalerweise verborgene Urgestein durchschimmern – viel wohler als der Veltliner fühlt sich auf dem Granit der Riesling, der hier ebenso wie am nördlich der Wiener Stadtgrenze gelegenen Bisamberg eine für das Weinviertel fast schon ungewöhnliche Mineralität annehmen kann. Eine weitere Insel stellt das uns schon bekannte Poysdorf weiter im Osten dar, die Sekthauptstadt der Alpenrepublik kultiviert in ihrer Umgebung auf kalkreichen Böden Welschriesling und Weißburgunder.

Trotz seiner Größe ist das Weinviertel also recht kleinteilig: Klimainseln und Ausreißer im Bodenprofil brechen die Veltliner-Dominanz an so mancher Stelle auf und setzen interessante, unerwartete Akzente. Dazu kommen die vielen lokalen Identitäten – eines Landstrichs, dessen größte Gemeinde nicht einmal 17 000 Einwohner zählt -, die sich in unzähligen Burgruinen, Barockschlössern, liebevoll instand gehaltenen Kaiserdenkmälern und Bildstöcken und eben in den allgegenwärtigen Kellergassen niederschlägt. Und dann gibt es da auch noch die große Klammer, die das alles zusammenhält. Die besteht darin, stolz zu sein auf das, was man hat. Natürlich kann man qualitativ nicht mit der edlen Wachau wetteifern, aber das will man auch gar nicht, dafür hat man die Vielfalt auf seiner Seite und das Vermögen, die ganze große Bandbreite dessen zu zeigen, was ein Veltliner geschmacklich zu bieten hat – und damit den Menschen ein Stück Lebensfreude zu schenken. In Anspielung auf die österreichtypische Füllmenge des Glases kann man da nur sagen: Wein? Ein Viertel! Text: Dario Sellmeier

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Spirituosen

Faude feine Brände Blutorangen aus Sizilien / Geist

Spirituose · Geist · Baden · Deutschland

Faude Blutorange aus Sizilien ist ein vollaromatischer Blutorangengeist aus der Hausbrennerei Faude am Kaiserstuhl. Aus der ohne Herbizide angebauten Sorte Tarocco di Catania – die Blutorange im Glas, umspielt von floralen Noten und einer Ahnung von Vanille.


Herkunft

Hergestellt von Florian Faude in seiner Hausbrennerei in Bötzingen am Kaiserstuhl (Baden). Die Blutorangen der Sorte Tarocco di Catania stammen aus Anbau ohne Herbizide in Sizilien, von Florians Erzeuger Giancarlo – vollreif und intensiv im Aroma.

Mazeration und Destillation

Als Geist hergestellt: Die vollreifen Blutorangen werden in reinem Getreidealkohol mazeriert und nach kurzer Zeit abdestilliert, sodass nur die feinsten, klarsten Zitrusaromen ins Destillat gelangen. Ohne Zusatz von Aromen, Zucker oder Farbstoff.

Im Glas

Klar und kristallrein. In der Nase vollfruchtig nach reifer Blutorange, mit feinen floralen Noten und einer Ahnung von Vanille. Am Gaumen saftig-fruchtig und duftig-fein, mit klarer Zitrusfrucht und langem, aromatischem Nachhall.

Pur und im Drink

Gut gekühlt pur aus dem Glas, als Digestif – oder als aromatische Basis für Longdrinks und Cocktails.

Klassisch: pur, als Digestif, im Longdrink oder Cocktail.


Herkunft: Bötzingen am Kaiserstuhl, Baden (Deutschland)
Art: Blutorangengeist (Zitrus-Geist), -Blutorange Sorte Tarocco di Catania aus Sizilien (Italien)
Herstellung: Mazeration in Getreidealkohol, kurze Destillation; ohne Zucker oder Farbstoff

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Rebsorten

Georg Breuer Pfaffenwies Lorch Riesling 2019

Weißwein · Lorch (Rheingau) · Riesling

Riesling Lorch Pfaffenwies Georg Breuer · Rüdesheim Steillage · Südwest Hunsrückschiefer · Taunusquarzit bis 55 J. Reben trocken · nur 2.586 Flaschen 2019

Der Georg Breuer Lorch Pfaffenwies Riesling 2019 stammt aus einer der Spitzenlagen von Lorch. Die Rieslinge der Pfaffenwies tragen eine fast salzige Mineralität in sich und werden von feinen Fruchtaromen heimischer Früchte bestimmt.


Lorch Pfaffenwies – Steillage über dem Rhein

Das Weingut Georg Breuer in Rüdesheim zählt zu den ikonischen Gütern des Rheingaus. Heute von Theresa Breuer geführt, steht es für kompromisslose Handarbeit in den Steillagen, Handarbeit im Weinberg, frühe Lese und einen kühlen, herkunftsbetonten Ausbau.

Die Pfaffenwies erstreckt sich über die gesamte Höhe der Lorcher Weinbergslagen, vom Rhein bis zum Fuße des Waldes. An steilen, südwestlich ausgerichteten Hängen wachsen bis zu 55 Jahre alte Rebstöcke auf von Hunsrückschiefer und Taunusquarzit geprägten Böden – die Grundlage für die fast salzige Mineralität dieser Lage.

Jahrgang 2019 – Rheingau

2019 gilt im Rheingau als sehr guter Jahrgang mit reifer, konzentrierter Frucht und markanter, präziser Säure. Die frühe Lese, die alten Reben und der kühle, schonende Ausbau des Guts bewahrten Finesse, Mineralität und Spannung – Konzentration und lebendige Säure im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Lagen-Riesling aus der Steillage Lorch Pfaffenwies, Jahrgang 2019; 100 % Riesling von Hunsrückschiefer und Taunusquarzit, bis 55 Jahre alte Reben.

Nach selektiver Handlese wird der Wein spontan vergoren und lange im großen Holzfass ausgebaut – im bewusst zurückhaltenden Stil des Guts, ohne unnötige Eingriffe. So bewahrt er die salzige Mineralität, Finesse und ein enormes Reifepotenzial. Handarbeit im Weinberg. Nur 2.586 Flaschen.

Im Glas

Ein Riesling von fast salziger Mineralität: feine Fruchtaromen heimischer Früchte – Apfel, Birne und Steinobst – dazu Zitrus und ein Hauch Kräuter über einer schiefrig-salzigen, mineralischen Prägung. Am Gaumen geradlinig und präzise, mit lebendiger Säure, feiner Struktur und einem langen, salzig-mineralischen Nachhall.

Fast salzige Mineralität, dazu feine Aromen heimischer Früchte – Apfel, Birne und Steinobst über schiefriger Prägung: geradlinig, präzise, mit langem, salzig-mineralischem Nachhall.

Ein finessenreicher, langlebiger Steillagen-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und mildem Hartkäse.


Lage: Lorch Pfaffenwies, Rheingau; steile, südwestlich ausgerichtete Hänge vom Rhein bis zum Waldrand; Hunsrückschiefer und Taunusquarzit; bis 55 Jahre alte Reben
Klassifikation: Lagen-Riesling, Rheingau (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, Spontangärung, langer Ausbau im großen Holzfass; Handarbeit im Weinberg; 2.586 Flaschen

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Weine

Billecart-Salmon Le Rosé Extra Brut MAGNUM

Die Billecart-Salmon Le Rosé Extra Brut Magnum ist der Rosé-Klassiker im Partyformat. Blass, fein und mit Walderdbeere in der Nase – nur eben in 1,5 Litern, die auf jedem Fest Eindruck machen.

Im Glas

Helles Rosé mit goldenen Reflexen, ausdauernde Perlage. Walderdbeere und Himbeere, dazu Zitrusschale und ein Hauch Blüten. Am Gaumen seidig, präzise und frisch, mit lebendiger Säure im Abgang. Das große Format lässt ihn langsamer reifen und hält ihn länger frisch.

Mach was draus

Sommerfest im Garten, Hochzeit, Geburtstag: Dazu Lachs vom Grill, Vitello tonnato oder eine große Schale Erdbeeren. Auch zu einer Antipasti-Platte macht er eine gute Figur. Leg die Flasche früh in den Eiskübel. Servier sie bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Eine Magnum Rosé auf dem Tisch hebt jede Stimmung. Ich serviere sie zum Aperitif und lasse sie dann einfach zum Lachs weiterlaufen.“

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Kurz gefragt

Warum Rosé aus der Magnum? Er reift langsamer, bleibt länger frisch, und eine Flasche reicht für rund zwölf Gläser.

Passt er auch zum Dessert? Zu roten Früchten ja, etwa Erdbeertarte oder Panna cotta mit Himbeeren. Zu sehr süßen Desserts eher nicht.

ca. 45 % Chardonnay, 35 % Pinot Noir, 20 % Meunier · Rosé d’Assemblage · Ausbau im Edelstahl · ca. 36 Monate Hefelager · Extra Brut · Magnum 1,5 l · Billecart-Salmon, Mareuil-sur-Aÿ · Stand: Oktober 2026

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Schaumweine

Cielo Prosecco Frizzante Piccolo

Der Cielo Prosecco DOC Frizzante Piccolo kommt in der kleinen 0,2-Liter-Flasche – genau richtig für ein, zwei Gläser. Reiner Glera aus dem Prosecco-Gebiet, im Edelstahltank vergoren und sanft perlend abgefüllt. Ideal, wenn man keine ganze Flasche öffnen möchte.

Im Glas

Helles Strohgelb, feine Perlen. Der Duft erinnert an grünen Apfel, Birne und weiße Blüten. Im Mund fruchtig und leicht, mit einem sauberen, frischen Nachklang. Unkompliziert und angenehm prickelnd.

Mach was draus

Zum schnellen Anstoßen, zum Picknick, für die Hotelbar oder als kleine Aufmerksamkeit im Geschenkkorb. Dazu passen Antipasti, Fingerfood, Salate oder leichte Vorspeisen. Serviere ihn gut gekühlt, bei 6 bis 8 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Der Piccolo ist mein Lieblingsmitbringsel. Klein, fein und immer willkommen.“

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Kurz gefragt

Was ist der Unterschied zwischen Frizzante und Spumante? Frizzante hat weniger Kohlensäure und prickelt sanfter. Spumante perlt kräftiger.

Wer steht dahinter? Das Weinhaus Cielo e Terra, 1908 von Giovanni Cielo gegründet und bis heute ein Familienbetrieb. Sitz ist Montorso Vicentino; zahlreiche Partnerwinzer in Venetien und Apulien liefern zu.

Warum 0,2 Liter? Die Piccolo-Flasche reicht für etwa zwei Gläser. So bleibt nichts übrig und der Prosecco ist immer frisch.

100 % Glera · Prosecco DOC, Venetien · Tankgärung im Edelstahl · Frizzante · halbtrocken · 0,2 l Piccolo · Cielo e Terra, Montorso Vicentino · Stand: Oktober 2026

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Weine

Marguet Les Bermonts 2020 Grand Cru Brut Nature BIO

Der Marguet Les Bermonts 2020 Grand Cru Brut Nature kommt aus einem einzigen kleinen Weinberg in Ambonnay: reiner Chardonnay von Reben, die 1952 gepflanzt wurden. Ein Champagner für den Austern-Abend, an dem du genau hinschmeckst.

Im Glas

Hellgold, feinperlig. Anfangs etwas verhalten, dann Limette, Orangenzeste, ein Hauch kandierte Zitrone und Mandel. Am Gaumen dicht und kraftvoll, aber nie schwer. Die Salzigkeit zieht sich bis in das sehr lange Finale. Kein Wunder: Die Kreide liegt hier nur etwa 75 Zentimeter unter der Oberfläche.

Mach was draus

Fines de Claire, Seezunge Müllerin oder ein Zitronenrisotto mit Jakobsmuscheln. Er funktioniert auch solo, wenn ihr in kleiner Runde probieren wollt. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Nimm ein großes Glas. Les Bermonts ist am Anfang zurückhaltend und öffnet sich mit jeder Minute ein Stück mehr.“

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Kurz gefragt

Wie selten ist er? Sehr: Die Parzelle misst nur 0,47 Hektar, Marguet gibt die Produktion mit 1.972 Flaschen an.

Was unterscheidet ihn von Shaman? Shaman ist eine Assemblage aus Pinot Noir und Chardonnay mehrerer Parzellen. Les Bermonts ist reiner Chardonnay aus einer einzigen Lage und einem Jahrgang.

100 % Chardonnay · Lieu-dit Les Bermonts, Ambonnay Grand Cru, 0,47 ha, Reben von 1952 · Méthode Traditionnelle · Brut Nature, 0 g/l Restzucker · Champagne Marguet, Ambonnay · Bio, FR-BIO-01 · Stand: Oktober 2026

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Rebsorten

Florent Garaudet Meursault Vieilles Vignes 2022

Weißwein · Meursault · Chardonnay

Chardonnay Meursault AOC Côte de Beaune 2022 Reben ~50 Jahre

Der Meursault Vieilles Vignes 2022 von Florent Garaudet ist ein exzellenter Chardonnay von den ältesten Reben des Guts – kraftvoll und zugleich karg, mit cremiger Textur und viel mineralischer Tiefe. Burgund und Chardonnay, wie es leibt und lebt.


Meursault Vieilles Vignes – alte Reben rund ums Dorf

Meursault ist die berühmteste Weißwein-Gemeinde der Côte de Beaune, bekannt für cremige, nussige Chardonnays von großer Fülle. Garaudets Vieilles Vignes vereint Frucht von mehreren Lagen rund um den Ort – darunter En Gargouillot, Les Forges, Limozin und Sous la Velle – mit im Schnitt rund fünfzig Jahre alten Reben.

Die Böden aus kalkreichem Ton mit Kreideanteil und das geringe Ertragsniveau alter Stöcke liefern Konzentration, Salz und Tiefe – das Fundament dieses Weins.

Jahrgang 2022 – Côte de Beaune

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die weißen Burgunder steht 2022 für reife Frucht bei überraschender Frische und Energie – ein gesunder, gehaltvoller Jahrgang, der zur kraftvoll-kargen Art dieses Meursault passt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, manuell gelesen und selektioniert.

Der Ausbau erfolgte 18 Monate auf der Feinhefe in neuen und gebrauchten französischen Barriques. Die malolaktische Gärung und die Holzreife geben dem Wein seine leichtfüßig-cremige Textur.

Im Glas

Leicht goldgelb im Glas. Das Bouquet zeigt weiße Blüten, Birne, grünen Apfel, Haselnuss und eine ganz leichte Vanillenote. Am Gaumen eine gute Säurestruktur und cremige Textur, getragen von Zitrusfrüchten, exotischen gelben Früchten, viel salziger Mineralität und einer sehr dezenten Holznote.

Kraftvoll und dennoch karg – Burgund und Chardonnay, wie es leibt und lebt.

Schon zugänglich, über mehrere Jahre gut lagerfähig. Bei 12–13 °C servieren.

Am Tisch

Fisch und Krustentiere, Geflügel in heller Sauce, Kalb oder reifer Weichkäse. Ein Wein für die große weiße Küche.


Lage: Meursault (Côte de Beaune); kalkreicher Ton mit Kreide, Reben ~50 Jahre
Klassifikation: Meursault AOC
Ausbau: Chardonnay; 18 Monate Feinhefe in neuen und gebrauchten Barriques · reduzierter Pflanzenschutz

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Weine

Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling GG 2021

Weißwein · Niederberg Helden (Mosel) · Riesling

Riesling Niederberg Helden Lieser · Mittelmosel Schloss Lieser (Thomas Haag) 100 % blauer Schiefer Steillage bis 80 % · wurzelecht Großes Gewächs · trocken 2021

Der Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling Großes Gewächs 2021 stammt aus der Hauslage des Guts – bestockt mit bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben auf 100 % blauem Schiefer, bei Steigungen bis 80 %. Ein trockener Riesling von expressivem Charakter, enormer Mineralität und lebhafter Säure bei moderatem Alkoholgehalt.


Niederberg Helden – die Hauslage auf Blauschiefer

Thomas Haag – ältester Sohn von Wilhelm Haag (Weingut Fritz Haag) – führte Schloss Lieser an der Mittelmosel in die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Das VDP.Große Gewächs präsentiert die trockene Spitze des Portfolios: Aus acht Großen Lagen der Mittelmosel entstehen – nur wenige Kilometer voneinander entfernt – einzigartige Weine mit der eigenen Persönlichkeit des jeweiligen Terroirs. Die Bearbeitung der Weinberge von Hand und die spontane Vergärung sind seit jeher das Markenzeichen des Guts.

Der Lieser Niederberg Helden ist mit bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben bestockt und wird durch 100 % blauen Schiefer und eindrucksvolle Steigungen von bis zu 80 % charakterisiert. Diese lange vernachlässigte Lage gilt seit einigen Jahren als eine der facettenreichsten und interessantesten der Mosel und bringt Jahr für Jahr spektakuläre Spitzenrieslinge von expressivem Charakter und außergewöhnlichem Reifepotenzial hervor.

Jahrgang 2021 – Mosel

Das Jahr 2021 hat ein klassisches, moseltypisches Rieslingjahr beschert. Nach einem kühlen, langgezogenen Frühjahr und wechselhaftem Sommer war der September von viel Sonne geprägt und förderte mit seinen kühlen Nächten eine tolle Aromenentwicklung. Die hoch selektive Ernte startete Mitte Oktober in vielen Durchgängen und belohnte die intensive Handarbeit mit perfekt gesundem Lesegut bei geringen Erträgen. Die Rieslinge zeichnen sich in 2021 durch enorme Mineralität mit einem tollen Frucht-Säure-Spiel bei moderatem Alkoholgehalt aus.

Ausbau

Trockenes Riesling Großes Gewächs aus der Lage Niederberg Helden, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben.

Nach strengster, selektiver Handlese gelangen nur vollreife, gesunde Trauben in den Keller. Der Wein wird spontan mit den eigenen Hefen vergoren und schonend auf der Feinhefe ausgebaut, um das Terroir der Lage unverfälscht zur Geltung zu bringen. So entsteht ein präziser, glasklarer und tiefgründiger Riesling mit ausgeprägter Schiefermineralität.

Im Glas

Aus dem blauen Schiefer der Steillage lebt dieser Riesling von Präzision und Ausdruck: gelbe Steinfrucht wie Pfirsich und Aprikose, dazu Zitrus, Apfel und Quitte, untermalt von floraler Würze und einer rauchig-feuersteinigen, salzigen Schiefermineralität. Am Gaumen trocken, tiefgründig und expressiv, mit moderatem Alkohol und einer lebhaften, präzisen Säure, die dem Wein Spannung verleiht – mit langem, glasklarem und salzig-mineralischem Nachhall.

Gelbe Steinfrucht, Zitrus und Quitte über rauchig-salziger Blauschiefer-Mineralität – trocken und expressiv, mit lebhafter, präziser Säure und langem Nachhall.

Ein großer Mosel-Riesling mit jahrzehntelangem Reifepotenzial; in der Jugend gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Gerichten sowie zu würziger asiatischer Küche und gereiftem Hartkäse.


Lage: Lieser Niederberg Helden, Mittelmosel; 100 % blauer Devonschiefer, Steillage bis 80 % Neigung; bis zu 120 Jahre alte, wurzelechte Reben; VDP.GROSSE LAGE
Klassifikation: VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: strengste selektive Handlese, Spontangärung mit eigenen Hefen, schonender Ausbau auf der Feinhefe

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Spanien

Raúl Moreno El Proposito 2023

Weißwein · Vino de Pasto · Palomino

100 % Palomino (Clon 84) Pago Miraflores Alto, Sanlúcar Albariza · Nordlage Reben über 100 Jahre 7 Tage Maischegärung mit ganzen Trauben 8 Monate unter Flor 2023

Der Raúl Moreno El Propósito 2023 ist ein Vino de Pasto aus Palomino von über hundertjährigen Reben im Pago Miraflores Alto in Sanlúcar de Barrameda. Mit den Füßen getreten, sieben Tage mit ganzen Trauben auf der Maische vergoren und acht Monate unter dem Flor gereift: ein unaufgespriteter Weißwein aus dem Sherry-Land, frisch und geradlinig, mit salziger Mineralität und knackiger Säure.


Pago Miraflores Alto – alte Reben auf Albariza

Der Pago Miraflores gehört zu den bekanntesten Lagen von Sanlúcar de Barrameda, nur wenige Kilometer von der Atlantikküste und der Mündung des Guadalquivir entfernt. Die Reben stehen auf Albariza, dem weißen Kalkmergel des Marco de Jerez mit rund 30 bis 40 Prozent Kalkanteil. Der Boden speichert die Winterfeuchte unter einer verkrusteten Oberfläche und gibt sie über den regenlosen Sommer an die Wurzeln ab; die helle Farbe reflektiert die Sonne und hält die Rebzone kühler.

Die Parzelle für El Propósito liegt im höheren Teil der Lage, Miraflores Alto, und ist nach Norden ausgerichtet – im heißen Andalusien die kühlste denkbare Exposition. Dazu kommt der feuchte Westwind Poniente vom Atlantik, der die Nächte abkühlt. Die Reben sind über hundert Jahre alt, tragen wenig und wurzeln tief genug, um auch in Trockenjahren an Wasser zu kommen.

Vino de Pasto bezeichnet die historische Form des Weins aus dieser Region: Palomino, der nicht aufgespritet wird, sondern als Tischwein getrunken – bevor sich im 19. Jahrhundert der Sherry als Exportprodukt durchsetzte. Raúl Moreno gehört zu der kleinen Gruppe von Winzern, die diese Tradition wiederbeleben und zeigen, was die Albariza jenseits der Solera kann.

Jahrgang 2023 – Sanlúcar de Barrameda

Das Weinjahr 2023 war im Marco de Jerez erneut von Trockenheit geprägt. In den Lagen fielen zwischen 425 und 480 Litern je Quadratmeter, deutlich unter den rund 600 Litern eines normalen Jahres. Der Regen kam vor allem im Dezember und Januar; im Juni fielen noch einmal 40 bis 50 Liter, die die Wasserreserven im Boden auffrischten. Hier zeigte die Albariza ihren Wert: Sie hält Niederschlag über Monate fest. Hagel traf im Juni einzelne Lagen im Norden der Denominación, bei Trebujena und Lebrija, nicht aber Sanlúcar.

Die Lese lief vom 3. August bis zum 15. September. Insgesamt wurden im Marco de Jerez 49,9 Millionen Kilo Trauben verarbeitet, rund zwölf Prozent mehr als im besonders kleinen Vorjahr, aber weiter unter dem langjährigen Mittel. Das Lesegut war gesund. Für einen Wein aus Nordlage und alten Reben bedeutet das: moderate Mengen, erhaltene Säure – genau die Voraussetzung für einen Palomino, der ohne Aufspritung auskommen soll.

Fußtreten, ganze Trauben und acht Monate unter Flor

Reinsortiger Palomino (Clon 84) aus dem Jahrgang 2023, trocken. Die Trauben werden zwei bis drei Stunden mit den Füßen getreten – schonender als jede Presse, weil Kerne und Stiele dabei nicht zerbrechen. Es folgt eine siebentägige Maischegärung mit ganzen Trauben, ohne Entrappen und mit sehr sanfter Extraktion. Die Gärung startet spontan in offenen Behältern; gepresst wird noch vor ihrem Ende, damit der Schalenkontakt nicht zu viel Gerbstoff einbringt.

Danach reift der Wein acht Monate unter dem Flor, der Hefedecke, die auch Manzanilla und Fino prägt – in einer gebrauchten Manzanilla-Bota aus Eiche und in einem alten Bocoy aus Kastanienholz zu 600 Litern, in dem früher Amontillado lag. Die Hefe schirmt den Wein vom Sauerstoff ab und gibt ihm die salzig-hefige Note; die alten Fässer bringen eine leichte oxidative Tiefe mit, ohne die Frische zu überdecken. Aufgespritet wird nicht – das unterscheidet El Propósito von jedem Sherry.

Im Glas

Helles Gold mit leichtem Schimmer aus dem Schalenkontakt. In der Nase Kamille, Mandel und ein hefig-salziger Ton aus der Florzeit, dahinter gelber Apfel und Zitrusschale.

Am Gaumen geradlinig und schlank gebaut, mit knackiger Säure und einer salzigen Ader, die bis in den Abgang trägt. Die Maischegärung gibt eine feine Griffigkeit, die alten Fässer einen Hauch Würze und Tiefe. Frische und Herkunft stehen im Vordergrund, nicht die Kraft.

Palomino unter Flor, aber ohne Aufspritung: So schmeckte Sanlúcar, bevor es Sherry gab.

Bei 11–13 °C servieren, nicht kälter, in einem Weißweinglas. Nach einer Viertelstunde öffnet sich der Wein deutlich. Trinkreif, mit Reserve für einige Jahre.

Am Tisch

Zu Meeresfrüchten und gebratenem Fisch, zu Jamón und Mandeln, zu Tortilla und Tapas sowie zu eingelegtem Gemüse und Oliven. Die salzige Ader und die Griffigkeit aus der Maischegärung tragen auch Schwierigeres: Artischocken, Spargel, Eintöpfe mit Kichererbsen – Gerichte, an denen die meisten Weißweine scheitern.


Produzent Raúl Moreno, Sanlúcar de Barrameda
Rebsorte 100 % Palomino (Clon 84)
Lage Pago Miraflores Alto, Sanlúcar de Barrameda · Albariza · Nordausrichtung
Klassifikation Vino de Pasto (Stilbezeichnung) · trocken, nicht aufgespritet
Jahrgang 2023
Vinifikation Fußtreten · 7 Tage Maischegärung mit ganzen Trauben, ohne Entrappen · Spontangärung in offenen Behältern · Pressung vor Gärende
Ausbau 8 Monate unter Flor in gebrauchter Manzanilla-Bota (Eiche) und Bocoy aus Kastanienholz (600 l)
Rebenalter über 100 Jahre
Trinkempfehlung jetzt bis 2029

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