Ein kunstvoller Abend
Enrico Bartolini ist einer der renommiertesten italienischen Köche, der für seine besonderen Fähigkeiten in der gehobenen Küche bekannt ist und in Mailand zu Recht gefeiert wird. Er wurde 1979 in Castelmartini in der Toskana geboren und wuchs in einer Familie auf, die eine leidenschaftliche Begeisterung für gutes Essen und Kochen hegt. Diese Liebe zum Essen und zur Gastfreundschaft wurde zu einem wichtigen Bestandteil seines Lebens und war die treibende Kraft hinter seiner beeindruckenden Karriere.
Nachdem er in verschiedenen renommierten Restaurants in Europa gearbeitet und zahlreiche Auszeichnungen in der Gastronomieszene erhalten hatte, begann er nach und nach, eigene Restaurantprojekte zu realisieren.
Das erstklassige Restaurant des italienischen Kochs Enrico Bartolini befindet sich im Kunstmuseum Mudec (Museo delle Culture) in Mailand. Das Museum wurde im Jahr 2016 eröffnet und widmet sich hauptsächlich der Förderung und Erforschung von Kunst und Kultur aus aller Welt. Über 7.000 Kunstwerke und Kunstobjekte sind hier in einer permanenten Sammlung untergebracht. Zudem werden in einem ehemaligen Industriegebäude im Mailänder Stadtteil Tortona aufregende temporäre Ausstellungen präsentiert.
Das Restaurant befindet sich im dritten Stockwerk und beherbergt auch in seinen Räumlichkeiten spannende zeitgenössische Kunstwerke. Dadurch entsteht eine lockere und urbane Atmosphäre, in der die Gäste stets neue Elemente entdecken können. Alteingesessene Konventionen scheinen hier konsequent vor der Tür geblieben zu sein, und die Italiener sind zudem die perfekten Gastgeber. Mit tänzerischer Leichtigkeit, Freundlichkeit, Schmeichelei und Fachkenntnis umsorgen sie die Gäste, die sich auf nur einer Hand voll Tischen im Restaurant verteilen. Aufmerksam und, um es offen zu sagen, nahezu perfekt, erfüllen sie hier ihre Aufgabe.
Die Perfektion zeigt sich nach und nach in den vielen verschiedenen kleinen Gängen aus Enrico Bartolinis Küche. Die meisten Gerichte sind eine zeitgemäße Interpretation italienischer Klassiker, jedoch lassen sich auch französische Einflüsse nicht verleugnen. Alles schmeckt ausgezeichnet und es macht Freude, dennoch fehlt persönlich ein gewisser Zugang zu den einzelnen Speisen. Es fehlt ein bisschen an Wärme und an dem besonderen Kick, die Restaurants dieser Güte normalerweise auszeichnet. Kurioserweise kann man hier absolut nichts kritisieren. Es ist ein inneres Gefühl, das einem sagt, dass man solch ein Risotto oder eine ähnliche Pastaspeise schon einmal deutlich besser gegessen hat. Selbst das vom Servicepersonal ausführlich erklärte Brot hat schon einmal besser geschmeckt, und Artischocken, Seezunge und Rindfleisch erreichten ebenfalls nicht das erwartete außergewöhnliche Niveau.
Was bleibt ist ein herrlicher, kunstvoller Abend und ein beinahe perfektes Zusammenspiel der Sinne, welches in diesem Fall nicht vollständig erfüllt werden konnte. Doch das kann mit einem Lächeln von beiden Seiten akzeptiert werden. Kunst und Genuss sind eine einzigartige persönliche Erfahrung, eine harmonische Verbindung aus menschlicher Magie und dem Einfühlungsvermögen, im richtigen Moment auf einer gemeinsamen Wellenlänge zu sein und mit einer kraftvollen Woge in den Genuss einzutauchen.

Auberginen Sphäre, Garnelen Tatar unter Kaviar in einer Krustentier Essenz mit Grapefruit.
Taco mit einer Meerrettich Creme und Kräutern.


Ausgelöste Auster unter Kaviar serviert auf einem Sardellen-, Pinienkernen-, Kräuter Teppich.
Gelbflossen Makrele.


Fluffiger Sauerteig Ballen auf wilden Kräutern.
Roche Rindfleisch und Entenleber Mousse.

Frühlingsrisotto aus Pinienkernen mit Bohnen und Erbsen.


Gebratene Seezunge mit Chicorée in Bouillabaisse-Sauce, Verjus und Bottarga.
Kabeljau, Buchweizen und Perilla (Shiso).


Bottoni gefüllt mit Olivenöl und Limette, Tintenfisch und Cacciucco-Sauce (Toskanische Fischsauce).
Hausgemachte Spaghetti mit geräuchertem Aal in Blattgold gehüllt und Baby-Tintenfisch, Bromberre und Whisky.


Rote-Bete-Risotto mit einer Gorgonzola-Käsesauce.


Artischocke und Schweinefleisch aus den Lukanischen Dolomiten.
Artischoken.


Filet von der Kuh.
Guanaja Soufflé, gesalzene Erdnuss und Rum Ananas. Kokosessig und gerösteter Sesam.

Enrico Bartolini al Mudec, Via Tortona, 56, 20144 Milano MI, Italien, Telefon: +39 02 8429 3701, https://www.enricobartolini.net/
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