Das Weinbaugebiet Apulien

Geheimnisse und Genüsse Apuliens: Vom mystischen Castel del Monte zu den edlen Weinen der Region

Wie eine Stein gewordene Krone erhebt sich der trutzige Bau über der ausgedörrten Landschaft. Das Castel del Monte in der Nähe der Hauptstadt Bari regt seit jeher die Fantasie an: wozu diente die niemals fertiggestellte Anlage? Als komfortabler Landsitz, von dem aus man zu Jagdausflügen in die Umgebung aufbrechen konnte? Als frühes Fort Knox, in dem unvorstellbare Schätze gebunkert wurden? In jedem Fall hat Friedrich II. sich ein eindrucksvolles Denkmal setzen lassen. Der vielleicht berühmteste Bewohner Apuliens, Enkel von Friedrich Barbarossa, war zunächst König von Sizilien, bevor er im frühen Erwachsenenalter zum ersten Mal deutschen Boden betrat und – faktisch als Ausländer – erst römisch-deutscher König, dann Kaiser und nach erfolgreichem Kreuzzug auch noch König von Jerusalem wurde. Als der Stauferherrscher vor über 800 Jahren in Apulien weilte, wird er kaum geahnt haben, dass drei der vier hiesigen DOCG-Weine benannt sind nach seiner Lieblingsburg mit dem markanten achteckigen Grundriss, der wiederum von acht achteckigen Türmen gesäumt wird.

Zwei jener vier Weine bestehen aus der wohl hochwertigsten Traube der Region, der Uva di Troia. Die Legende besagt, dass die Griechen sie einst aus der sagenumwobenen Stadt Troja mit nach Italien brachten, als sie den Mittelmeerraum kolonisierten. Und obwohl die Herleitung wohl eher nicht der Realität entspricht, sondern die Rebe mit ihrer prägnanten Kräuterwürze aus dem kleinen Örtchen Troia in der Nähe von Foggia im apulischen Norden stammt, ist die Bedeutung der alten Griechen für den Weinbau und die allgemeine Entwicklung im äußersten Südosten Italiens nicht zu unterschätzen. Vor weit über 2500 Jahren pflanzten sie hier Rebstöcke an, womit Apulien als eines der ältesten noch heute kultivierten Weinbaugebiete nicht bloß Italiens, sondern der ganzen Welt gelten kann. Es ist einigermaßen erstaunlich, dass sich die spätreifende, ertragsarme Uva di Troia behaupten konnte hier unten in einer der ärmsten Regionen des Landes, wo man eigentlich eher auf Massenträger setzt oder gleich auf französische Reben wie Cabernet Sauvignon oder Merlot, die sich international besser vermarkten lassen. Immerhin blieb den apulischen Winzern der Aufstieg des sizilianischen Nero d’Avola nicht verborgen, weshalb viele von ihnen durch eine Umbenennung der Uva di Troia in Nero di Troia auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen versuchten.

Ob Friedrich II., von seinen Zeitgenossen nicht nur aufgrund seiner außergewöhnlich hohen Bildung ehrfürchtig „stupor mundi“, das Staunen der Welt genannt, auch Uva di Troia getrunken hat? Wir wissen es nicht genau. Aber man darf wohl annehmen, dass er Rebensaft aus diesen Gefilden genoss, und dieser war höchstwahrscheinlich rot. Endlich mal eine Region, die den landläufigen Erwartungen an italienischen Weinbau gerecht wird, mag man sich da denken: in Apulien sind vier von fünf erzeugten Weinen Rotweine. Dieser Umstand hängt besonders mit den klimatischen Verhältnissen vor Ort zusammen, denn anders als die meisten anderen Regionen Italiens ist Puglia, wie es die Einheimischen nennen, arm an Bergen oder Hügelketten – die das gesamte Land dominierenden Apenninen haben es schlicht links liegen gelassen. Stattdessen herrschen Hochebenen und Flachland vor, die sich sehr einfach bewirtschaften lassen. Kommt man aus den benachbarten Regionen Molise oder Basilikata mit ihren vielen schrundigen Felsformationen nach Apulien, fühlt man sich manchmal wie ein Europäer in den USA: mit offenem Mund bestaunt man die riesigen Dimensionen der Getreidefelder, Olivenhaine und Weinpflanzungen. Andererseits sind die Reben durch die Offenheit der Landschaft auch recht schutzlos der sengenden Sonne und heißen Winden ausgesetzt – mediterranes Klima in Reinform. Viele werden traditionell nah am Boden liegend in Buschform kultiviert, anstatt sie auf Drähten in Hochkultur zu ziehen, wodurch sie möglichst wenig Angriffsfläche bieten, und müssen während des Sommers künstlich bewässert werden – es sei denn, es handelt sich noch um von der Reblausplage verschonte uralte, tief in den Untergrund hinab wurzelnde Reben, von denen es hier mehr gibt als kaum sonst irgendwo in Italien und die den wahren Schatz Apuliens bilden. Immerhin halten die Nächte ein wenig Erholung bereit. Denn Apulien ist durch seine exponierte Lage wie sonst nur wenige andere Regionen Italiens den Einflüssen des Mittelmeers ausgesetzt. Im Osten, dem Sporn des italienischen Stiefels, liegt das Adriatische Meer, im Süden, wo die Halbinsel von Salento den Absatz bildet, das Ionische – auf diese Weise kommt Apulien auf ganze 350 Kilometer Küstenlinie, die oft bloß aus direkt ins Meer hineinragenden Felsen ohne vorgelagerten Strand besteht und in ihrer wilden Ursprünglichkeit wenig gemein hat mit Postkarten-Idyllen wie der Amalfiküste oder der Adria. Die von drei Seiten einströmende, eher lauwarme als wirklich kühle Brise macht es immerhin ein bisschen erträglicher in diesem Landstrich, der von den Römern scherzhaft Apluvia genannt wurde, das Land ohne Regen. Etwas vornehmer drückte es der Dichter Horaz aus, der Apulien mit seinen jährlich über 300 Sonnentagen als das „Land des ewigen Frühlings“ bezeichnete. Nachdem man es von den Griechen übernommen hatte, war Rom jedenfalls sehr bestrebt, die Via Appia von Rom nach Brindisi auszubauen, ein antiker Highway, auf dem neben anlandenden Waren und Sklaven aus dem Orient sicherlich auch große Mengen Wein in die Hauptstadt gekarrt wurden, denn jener aus der Stadt Tarent zählte dort zu den beliebtesten.

Sollte es einem auf einer Wandertour durch die schier endlose Region einmal zu heiß werden, hält man am besten Ausschau nach einem sich über die sanft wogenden Felder erhebenden Kraggewölbe. Bitte was? Keine Sorge, die korrekte architektonische Bezeichnung verweist lediglich auf die steinernen Dächer der sogenannten Trulli, die optisch zwar gewölbeförmig erscheinen, aber in Wahrheit nur aus stufenförmig übereinander geschichteten, unverbundenen Bruchsteinen bestehen und damit gleichsam einen Kegel ergeben. Er ruht auf einer kreisrunden, ebenfalls ohne Zuhilfenahme von Mörtel errichteten Mauer, die im Inneren nur einen einzigen Raum beherbergt und außen weiß getüncht ist. Diese primitive Bauweise, dem Menschen seit vielen tausend Jahren bekannt, ist das Grundmerkmal eines Trullos und der Grund dafür, warum die Hütten zu hunderten in der Landschaft stehen – die sehr dicken Wände mit nur wenigen, winzig kleinen Fenstern halten Hitze zuverlässig fern und dienten wohl zuerst umherziehenden Viehhirten als Wohnraum, bevor sie von Landarbeitern adaptiert wurden. Wer sich in die putzigen Häuschen schockverliebt hat, sollte der Stadt Alberobello einen Besuch abstatten. Ein ganzes Viertel besteht hier aus ihnen, teils per Durchbruch miteinander verbunden, und sogar die Kirche des Ortes orientiert sich am Stil der Kegelbauten. Grund für die ungewöhnliche Häufung ist die Cleverness eines lokalen Fürsten: dieser wollte sich Abgaben ersparen, die für jedes Haus in seinem Herrschaftsbereich an den König von Neapel zu entrichten waren. Also befahl er seinen Untertanen, ihre Häuser völlig ohne Mörtel zu errichten, damit sie im Falle eines Kontrollbesuchs königlicher Steuereintreiber schnell demontiert und später neu aufgebaut werden konnten. Ein besonders interessanter farblicher Kontrast ergibt sich dort, wo ein schneeweißer Trulllo auf dem in weiten Teilen der Region roten Boden, der „terra rossa“ steht. Seine Farbe verdanken Sandstein und Lehm dem hohen Anteil an Eisenoxid. Den Untergrund bildet Kalkstein, der den Weinen Fülle und Weichheit und auch eine in diesem heißen Landstrich so gar nicht erwartete, oft leicht salzige Mineralität verleiht. Seine wasserspeichernden Eigenschaften sind überdies unverzichtbar, wenn mal wieder wochenlang kein Regen fällt und jeder Tropfen zur kostbaren Reserve wird.

Apulien ist untrennbar mit einer Rebsorte verbunden, die sich gerade in Deutschland großer Beliebtheit erfreut: mit dem Primitivo, der vor etwa zwei Jahrzehnten über einige Münchner Restaurants schnell in die gesamte deutsche Gastroszene einsickerte. Der Name ist nicht etwa darauf zurückzuführen, dass der Primitivo ein geschmacklich besonders simpler Wein wäre, sondern leitet sich von „primativo“ her, was so viel bedeutet wie „als erste reifend“. Die allermeisten Weintrinker haben den Namen schon einmal gehört, und dennoch gehen viele apulische Winzer gern auf Nummer sicher und vermarkten ihn lieber unter der Bezeichnung Zinfandel. Die in den USA auf Platz zwei der dort meistangebauten Sorten stehende Rebe, die es sich besonders im sonnigen Kalifornien gemütlich gemacht hat, ist nämlich mit dem Primitivo identisch. Sein tatsächlicher Ursprung liegt aber weder in den Vereinigten Staaten noch in Italien, sondern in Kroatien. Aus dem dortigen Dalmatien gelangte er im 18. Jahrhundert nach Süditalien, ist also schon seit 250 Jahren hier ansässig. Zu dieser Zeit kannte man ihn auch nördlich der Alpen schon – unter dem eher mäßig attraktiven Namen „Blauer Scheuchner“, sodass er streng genommen gerade bloß eine Renaissance in Deutschland erlebt. Da die Trauben einen recht hohen Zuckergehalt aufweisen, kann der Most zu sehr alkoholstarken Weinen ausgebaut werden, was wiederum der Wahrnehmung der in ihm gespeicherten Aromen zugute kommt. Vor allem Frucht steht dabei im Vordergrund, was den Primitivo trotz seiner durchaus gehaltvollen Art zu einem unkompliziert-gefälligen Tropfen macht. Waldbeeren dominieren, auch Kirsche oder Pflaume kann zutage treten, im Hintergrund ergänzt um Noten von Zedernholz, Nelken und, ganz charakteristisch, Zimt. Die dezente Süße, die dem Primitivo von Hause aus eigen ist, wird gern durch das Doppio-Passo-Verfahren noch einmal verstärkt: man erntet zunächst vollreife Trauben und lässt sie normal vergären, startet aber drei bis vier Wochen später einen zweiten Lese-Durchgang. Die Beeren sind jetzt schon stark angetrocknet, wodurch sich Zucker und Aroma konzentriert haben. Auch diese presst man ab und lässt dann den Most aus dem ersten Durchgang auf diesem Trester ein zweites Mal gären. Das klingt im Ergebnis zwar wuchtig wie Omas Rumtopf und ist es in gewisser Hinsicht sicherlich auch, aber nichtsdestotrotz eignet sich ein Primitivo hervorragend für Einsteiger und alle, die gehaltvolle Rote schätzen, aber nicht die Herbheit eines Cabernet oder Sangiovese mögen. Qualitatives Zentrum ist die Manduria, wo die Anforderungen dank DOC-Klassifizierung strenger sind als in anderen Gebieten und mit dem Dolce Naturale sogar ein Primitivo-Süßwein im Rang einer DOCG wartet.

Wenn der Primitivo nicht sortenrein daherkommt, wird er meist mit dem Negroamaro verschnitten. Der wohlklingende Name bedeutet übersetzt so viel wie „schwarz und bitter“ und stammt noch aus einer Zeit, in der die Kellertechnik wenig ausgereift war und man extrem schwere, strenge Weine aus der dickschaligen und damit tanninreichen Traube erzeugte. Davon ist heute nichts mehr zu spüren: reinsortig ausgebaut besticht der Negroamaro mit einer Aromatik von schwarzen Johannisbeeren und Kirschen, im Nachhall leichte Bittermandel und eine Spur orientalischer Würzigkeit. Die nun spürbar besser eingebundenen Gerbstoffe verleihen ihm eine deutlich höhere Lagerfähigkeit als der sofort trinkbare und auch eher für baldigen Konsum gedachte Primitivo sie hat. Will man dem Negroamaro die Chance geben, sein Potential voll auszuschöpfen, greift man am besten zu einem Exemplar aus der DOC Salice Salentino, wo die Weine oft in Eichenfässern reifen und sich mit deren Hilfe eine eindrucksvolle Komplexität zulegen.

Auch für Rosés ist der Negroamaro hervorragend geeignet und wird dabei eigentlich nur von einer anderen Rebe in den Schatten gestellt: dem Bombino Nero. Im Bereich Castel del Monte wurde ihm sogar der Status einer DOCG zuerkannt: italienweit die einzige, die ausschließlich Roséweinen vorbehalten ist. Sein Name – und dafür muss man schon einiges an Fantasie aufbieten – stammt von der Ähnlichkeit, welche die pyramidenförmige Traube mit einem die Arme ausbreitenden Kind haben soll. Naja. Anders als die meisten anderen Roten der Region kommt er jedenfalls nicht purpurfarben bis schwärzlich-violett, sondern in einem eher blassen Rotton daher, was ihn als Grundlage für Rosés besonders geeignet macht, und weist auch nicht ein derart marmeladiges Mundgefühl auf – viel eher präsentiert er sich erfrischend leicht mit rassiger, die Trinkigkeit erhöhender Säure und einem blumigen Bukett von roten Johannisbeeren und Walderdbeeren, unterlegt von zarten exotischen Anklängen wie Granatapfel und Blutorange.

Weißweinliebhaber sollten die Augen offenhalten, dann entdecken sie mit viel Glück einen Verdeca. Die autochthone, wahrscheinlich ebenfalls von den Griechen ins Land gebrachte Rebe ist mittlerweile eine echte Rarität: geschmacklich eher neutral, fristete sie lange Zeit ein Dasein als „Zulieferer“ für die Wermut-Produktion. Weil der Wermut-Absatz seit Jahren im Sinkflug ist, hat auch die Verdeca keinen leichten Stand – die paar Verrückten, die ihr dennoch die Treue gehalten haben und ihr Potential auch nicht in aufgespriteter Massenware ertränkt sehen wollen, schwärmen vom Mineralisch-Harzigen und dem filigranen Mandelaroma der Traube, wenn man sie richtig zu behandeln versteht. Wirklich außergewöhnliche Weiße werden sich dennoch eher nicht finden lassen: in der Gluthitze gelingt es den Reben kaum, sich ein ausreichendes Säurepolster zu bewahren, das den hohen Alkohol geschmacklich einbinden könnte. Am ehesten sind noch tolerante Allrounder wie der Chardonnay in der Lage, das wegzustecken.

Kommt man am Abend von einem Ausflug zurück in eines der Dörfer, die sich in die große Stille unter einem in seiner Unendlichkeit geradezu erdrückenden Sternenhimmel kauern, nagen sicher schon Hunger und Durst an einem. Wie gut, dass die Italiener so gastfreundlich sind! Vielleicht hat man Glück und kommt in Kontakt mit einem der Bauern der Region – der neuzeitlich-technische Begriff „Landwirt“ passt zu diesen nach wie vor erdverwachsenen Typen nicht wirklich -, der einen auf seine Masseria einlädt. Diese typisch apulischen Gehöfte stammen teilweise noch aus dem Mittelalter und vereinen, vor der Außenwelt geschützt durch eine hohe, manchmal noch mit Gräben, Türmen und Wehrgängen verstärkte Mauer, die verschiedensten Wirtschaftsgebäude: neben Ställen für das Vieh und diversen Speichern auch Korn- und Ölmühlen, Schmieden oder Käsereien. Manche Masserien erreichen die Größe eines kleinen Dorfes und verfügen sogar über eine eigene Kirche. Eine unterirdische Zisterne machte sie früher von der Außenwelt vollends unabhängig und ermöglichte die Nutzung als Wehrbauernhof: bei einer feindlichen Invasion, wie sie hier unten an der Mittelmeerküste durchaus eine reale Gefahr darstellte, konnte eine Masseria den Einheimischen Schutz bieten, einer Belagerung zumindest eine Zeit lang standhalten und als Basis für Gegenangriffe dienen.

Was im großen Innenhof vor dem alles dominierenden, mit seinen gotischen, barocken oder klassizistischen Verzierungen durchaus herrschaftlichen Haupthaus zur „cena“, dem Abendessen, serviert werden könnte? Die einen umgebende Masseria gibt darauf einen Vorgeschmack: wie sie ist die apulische Küche nicht extrem ausgefeilt, sondern eher rustikal, dafür aber sehr reichhaltig und basierend auf frischen, lokalen Produkten echtes Soul Food. Wie alle Italiener lieben auch die Apulier Pasta, haben aber mit den – im besten Falle natürlich handgefertigten – Orecchiette eine ganz eigene Variante davon: die Nudeln sind rund und in der Mitte leicht gewölbt, als hätte jemand mit seinem Daumen in das Teigplättchen hinein gedrückt, und tragen ihren Namen aufgrund optischer Ähnlichkeit mit einer Ohrmuschel. Mit dieser Form nehmen sie perfekt Saucen auf, zum Beispiel eine gehaltvolle Mischung aus Ricotta und Tomaten. Überhaupt werden sie gern mit Gemüse kombiniert, vor allem dem omnipräsenten Stängelkohl. Die Pflanze, die an eine Mischung aus Staudensellerie und Brokkoli erinnert, gilt in Apulien als klassisches Wintergemüse. Geschmacklich weist er durchaus Ähnlichkeit mit Kohl auf, ist dabei aber deutlich bitterer und mit seinem extrem intensiven, mit zunehmender Reife sogar leicht scharfen Geschmack sicher nicht jedermanns Sache. Zugänglicher als dieses heimliche Nationalgericht Apuliens sind da schon die vielen Gerichte mit Aubergine als Grundlage: ob als mit Pecorino-Käse gefüllte Röllchen oder ausgehöhlt und mit einer cremigen Paste aus Olivenöl, Tomaten und Semmelbröseln überbacken – in jedem Haushalt existieren eigene Variationen der Melanzane-Zubereitung. Allen ist aber gemein, dass sie stets mit Mengenangaben arbeiten, die eine ganze Familie satt zu kriegen imstande sind. Als kleiner Snack vorweg oder zwischendurch eignen sich hingegen Friselle. Das Gebäck erinnert optisch an einen Bagel, ist aber deutlich trockener und deswegen wochen- oder sogar monatelang haltbar – mag man es nicht so knusprig, darf man sie gern in Salzwasser tauchen und damit weicher machen. Ähnlich der bekannteren Bruschetta werden sie mit Olivenöl und Tomaten gegessen, verfeinert mit Oregano, dem hier omnipräsenten Gewürz, ohne das kaum ein herzhaftes Gericht auskommt. Neben den Gemüseplantagen ist es vor allem das Meer, welches zahlreiche Zutaten beisteuert: seien es Sardellen als vielseitiges Würzmittel, Miesmuscheln, die zusammen mit Reis und Kartoffeln die beliebte Tiella barese ergeben, oder das aus Gallipoli stammende Scapece, für das frittierte kleine Fettfische in mit Essig und Safran getränktem Paniermehl mariniert werden.

Obwohl Apulien mit seinen etwa 90 000 Hektar nach Sizilien das größte Weinbaugebiet Italiens ist, – Tendenz zum Vorteil der Qualität glücklicherweise abnehmend -, lässt seine Bekanntheit im Ausland noch immer zu wünschen übrig. Zu lange verramschte man den heimischen Most im Tanklaster in andere Teile Europas, um per Verschnitt den dortigen Weinen mehr Alkohol und Farbe zu verleihen – ernsthaftes Interesse am apulischen Terroir und seinen heimischen Rebsorten ist eigentlich erst seit der Jahrtausendwende zu beobachten. Und auch aktuell liegt der Anteil der Qualitätsweine an der Gesamtproduktion bei gerade einmal zehn Prozent. Man keltert eben nicht die herben, intellektuell herausfordernden Tropfen des italienischen Nordens, sondern sich vor allem durch ihre fast überbordende Frucht auszeichnende und preiswerte Alltagsweine, die sich im Umfeld einer entspannten sommerlichen Grillparty besser machen als in jenem eines anspruchsvollen Fünf-Gänge-Menüs. Das aufkeimende Selbstbewusstsein ist darum immer noch etwas fragil in dieser Region, die sich leider oft kleiner macht, als sie ist, und hinter den vermeintlich bekannteren Namen anderer Weinbaugebiete versteckt. Dabei müsste sie das keineswegs, denn das Potential ist schier endlos – und vor allem noch lang nicht ausgeschöpft. Während woanders in Italien, im Piemont, Venetien und der Toskana etwa, der gesamte Weinbau-Kuchen seit Langem verteilt ist, gibt es in Apulien, das über die größte Rebsortenvielfalt in ganz Süditalien verfügt, noch genug Investitionsmöglichkeiten – hoffentlich nicht nur das hinlänglich bekannte internationale Portfolio aus Merlot und Co. Ganz ohne wird es zwar nicht gehen, sollen die teils in die Jahre gekommenen Weingüter fit gemacht werden für die Zukunft – neue Kellertechnik kostet Geld, das sich nicht nur mit Liebhabertrauben verdienen lässt. Aber geben wir Apulien wie einem vielversprechenden Wein einfach noch zwei oder drei Jahrzehnte Zeit für seine Entwicklung, dann kommen neben dem aktuellen Dreiklang aus Uva di Troia, Negroamaro und Primitivo (die es sich übrigens mal gegeneinander zu verkosten lohnt…) vielleicht irgendwann auch fast vergessene Sorten wie Falanghina, Susumaniello oder Bombino Bianco wieder zu verdienten Ehren. Text: Dario Sellmeier

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USA

Saxum The Hexe 2018

Rotwein · Paso Robles · Grenache-Cuvée

Grenache-dominierte Cuvée The Hexe Multi-Vineyard · James Berry & G2 Paso Robles · Kalifornien Saxum (Justin Smith) kalkreicher Boden lange Reife · Amphore & Puncheon 2018

Der Saxum The Hexe 2018 ist eine rare, um Grenache gebaute Cuvée des Kult-Erzeugers Saxum aus den Spitzenlagen James Berry und G2 in Paso Robles. Vollgewichtig, konzentriert und von großer Reinheit, mit dunkler Beerenfrucht, Lakritz, würzigen Kräutern und einer beeindruckenden Mineralität – im Stil eines großen Châteauneuf-du-Pape.


The Hexe – die „Hexe" unter den Grenaches

Saxum wurde 2000 von Justin Smith gegründet und zählt heute zu den gefragtesten Rhône-Erzeugern Kaliforniens. Der Name „The Hexe" (deutsch für Hexe) ist Programm: Für diese Cuvée wählt Justin Smith die dunkelsten, kraftvollsten und „teuflischsten" Grenache-Lots aus – jene mit der meisten Struktur und Tiefe. Der 2018er entstammt zu 60 % dem James Berry Vineyard und zu 40 % dem G2 Vineyard.

Beide Lagen liegen im Willow Creek District westlich von Paso Robles auf kargen, kalkreichen Böden, die in der Region selten sind und den Weinen Mineralität, Frische und Tiefe geben. Kühle Brisen vom nahen Pazifik mildern die sonnigen Tage und bewahren Säure und Aromatik. Bewirtschaftet wird organisch, von Hand gelesen und im Keller minimalistisch gearbeitet. Der Name Saxum ist lateinisch für „Stein".

Jahrgang 2018 – Paso Robles

2018 gilt an der kalifornischen Central Coast als herausragender Jahrgang, der einen besonders reinen, frischen und zugleich konzentrierten Stil hervorbrachte. Auf dem kalkreichen Terroir von James Berry und G2 ergibt das einen vollmundigen, tiefgründigen Grenache von großer Klarheit, dessen Fülle von einer markanten mineralischen Frische getragen wird.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 57 % Grenache, 15 % Mataro (Mourvèdre), 13 % Graciano, 10 % Syrah und 5 % Petite Sirah, Jahrgang 2018, trocken.

Grenache gibt dem Wein das rotfruchtige, parfümierte Rückgrat und seine schwerelose Großzügigkeit; Mataro Struktur, Erdigkeit und herzhafte Tiefe; Graciano Farbe, florale Frische und lebendige Säure; Syrah dunkle Frucht und Pfeffer; Petite Sirah Farbe und festes Tannin. Der Hexe reift charakteristisch besonders lange in verschiedenen großen Gebinden – großen Puncheons und Beton-Amphoren –, die die Frucht und die kalkige Mineralität in den Vordergrund stellen, ohne sie mit Holznoten zu überlagern. Der Wein wird nie von der Hefe abgezogen und unfiltriert sowie ungeschönt gefüllt.

Im Glas

Aus der um Grenache gebauten Cuvée und dem kalkreichen Terroir lebt dieser Wein von Parfüm und Tiefe: leuchtendes, nicht ganz undurchdringliches Purpur im Glas, dazu reichlich dunkle Beerenfrucht und schwarze Kirsche, kandierte Orange, Lakritz, pfeffrige Kräuter und florale Anklänge, untermalt von einer ausgeprägten kalkigen Mineralität. Am Gaumen vollgewichtig, konzentriert und von großer Reinheit, mit seidigem Tannin ohne harte Kanten und einer mineralischen Frische, die in einen langen, parfümierten Nachhall mündet.

Dunkle Beere und schwarze Kirsche, kandierte Orange, Lakritz und pfeffrige Kräuter über kalkiger Mineralität – konzentriert, rein und seidig, sehr lang.

Profitiert von kurzer Kellerreife; in der Jugend großzügig dekantieren. Mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu gegrilltem und geschmortem Rind, zu kräftig gewürzten mediterranen Schmorgerichten sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Multi-Vineyard-Cuvée aus James Berry (60 %) und G2 (40 %), Willow Creek District, Paso Robles (Kalifornien, USA); karge, kalkreiche Böden; organisch bewirtschaftet
Klassifikation: Paso Robles Willow Creek District; Cuvée aus 57 % Grenache, 15 % Mataro, 13 % Graciano, 10 % Syrah, 5 % Petite Sirah (trocken)
Ausbau: besonders lange Reife in verschiedenen großen Gebinden (große Puncheons und Beton-Amphoren); nie von der Hefe abgezogen, ungeschönt und unfiltriert

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Frankreich

Rotem & Mounir Saouma Châteauneuf-du-Pape Magis blanc 2023

Weißwein · Châteauneuf-du-Pape · Grenache Blanc

Grenache Blanc · Clairette · Roussanne · Bourboulenc AOC Châteauneuf-du-Pape Pierredon · Bédarrides Kalkstein neue 500-l-Fässer ca. 2 Jahre auf der Vollhefe 2023

Der Rotem & Mounir Saouma Châteauneuf-du-Pape Magis blanc 2023 ist ein weißer Châteauneuf hauptsächlich aus Grenache Blanc, ergänzt um kleine Anteile Clairette, Roussanne und Bourboulenc. Die Trauben stammen im Kern aus der kalksteinreichen Lage Pierredon in Bédarrides. Rund zwei Jahre auf der Vollhefe in neuen 500-Liter-Fässern gereift, ist er kraftvoll und geschmeidig zugleich – mit cremigem Schmelz und feiner, salziger Spannung.


Pierredon – weißer Châteauneuf von Kalkstein in Bédarrides

Rotem und Mounir Saouma sind mit ihrem Micro-Négoce Lucien Le Moine in Beaune bekannt geworden, der für seine großen weißen Burgunder geschätzt wird. In Châteauneuf-du-Pape begannen sie mit rund zwei Hektar in Pignan und bewirtschaften heute Weinberge in allen fünf Gemeinden der Appellation. Weißwein spielt in Châteauneuf nur eine kleine Rolle, und die meisten Weißen werden jung abgefüllt. Der Magis geht bewusst den anderen Weg.

Die Trauben stammten ursprünglich vollständig aus der Lage Pierredon in Bédarrides, deren Boden von Kalkstein geprägt ist. Inzwischen haben die Saoumas zusätzlich Parzellen in Courthézon mit weißen Sorten bepflanzt. Der Kalk gibt dem Wein seine salzig-mineralische Spannung, Frische und Länge – Eigenschaften, für die Magis bereits mit großen weißen Burgundern verglichen wurde.

„Magis“ ist lateinisch für „mehr“. Der Name steht für den Anspruch, weißem Châteauneuf mit langem Ausbau mehr Tiefe und Lagerfähigkeit zu geben, als in der Appellation üblich ist.

Jahrgang 2023 – Châteauneuf-du-Pape

2023 begann in der südlichen Rhône mit einem historisch trockenen Winter: Zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar fiel an 32 Tagen in Folge kein Regen, die längste Trockenperiode seit 1959. Es folgten ein frisches Frühjahr und ein bis in den August mäßig warmer Sommer. Bis Ende August fielen in der Region nur 200 bis 350 Millimeter Niederschlag.

Vom 20. bis 24. August erreichte eine Hitzewelle das Rhônetal, im nahen Orange wurden am 22. August 42,7 °C gemessen. Die früher reifenden weißen Sorten waren zu diesem Zeitpunkt meist schon reif und litten kaum. Die Lese zog sich bis Anfang Oktober. 2023 ergibt in Châteauneuf dichte, ausgewogene Weine, die besten Weißen mit reifer Frucht, klarer Struktur und guter Frische.

Ganztraubenpressung und zwei Jahre Vollhefe

Cuvée hauptsächlich aus Grenache Blanc, ergänzt um kleine Anteile Clairette, Roussanne und Bourboulenc, Jahrgang 2023, trocken. Die Trauben werden von Hand gelesen und als ganze Trauben kräftig gepresst. Der Most kommt direkt mit der Vollhefe in neue 500-Liter-Fässer, wo er langsam vergärt.

Anschließend reift der Wein rund zwei Jahre auf der Hefe, ohne Abstich, mit gelegentlicher Bâtonnage. Der lange, kühle Ausbau folgt der Arbeitsweise, die Mounir Saouma bei Lucien Le Moine entwickelt hat. Das 500-Liter-Format hält den Holzeinfluss geringer als eine Barrique und gibt Fülle und Textur, ohne die Frische zu überdecken.

Im Glas

Im Duft ein intensives Aromenspiel von reifer Mandarine, Limettenschale und feinen orientalischen Gewürznoten, begleitet von Anklängen an Toffee, Vanille und geröstete Nüsse. Am Gaumen kraftvoll und geschmeidig, mit cremigem Schmelz und feiner, salziger Spannung. Zitrusfrüchte, weiße Blüten und eine zarte Meeresbrise geben Energie und Präzision. Das lange, mineralisch-frische Finale zeigt die Klasse dieses Weißweins aus der Rhône.

Grenache Blanc vom Kalkstein in Bédarrides, zwei Jahre ungestört auf der Vollhefe: Mandarine, Toffee und salzige Spannung.

Mit großem Reifepotenzial, jung wie gereift ein Genuss. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Edler Fisch und Krustentiere, Geflügel und Kalb in heller Sahnesauce, cremige Pasta- und Risottogerichte sowie würzige asiatische Küche und gereifter Hartkäse.


Produzent Rotem & Mounir Saouma, Châteauneuf-du-Pape
Rebsorte hauptsächlich Grenache Blanc · Clairette, Roussanne, Bourboulenc
Lage Pierredon, Bédarrides (Kalkstein) · ergänzend Parzellen in Courthézon · südliche Rhône
Klassifikation AOC Châteauneuf-du-Pape
Jahrgang 2023
Vinifikation Handlese · Ganztraubenpressung · Gärung auf der Vollhefe in neuen 500-l-Fässern
Ausbau ca. 2 Jahre auf der Vollhefe · ohne Abstich · gelegentliche Bâtonnage

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Rebsorten

Van Volxem Wiltinger Gottesfuß Alte Reben Riesling Grosses Gewächs 2020

Weißwein · Wiltinger Gottesfuß (Saar) · Riesling

Riesling Wiltinger Gottesfuß Wiltingen · Saar Van Volxem roter & grauer Devonschiefer extrem steil · wurzelecht über 120 Jahre alte Reben Großes Gewächs · trocken · 2020

Der Van Volxem Wiltinger Gottesfuß Alte Reben Riesling Großes Gewächs 2020 stammt von einer der steilsten und renommiertesten Lagen der Saar – von über 120 Jahre alten, wurzelechten Reben. Ein positiver Extremfall: ein vielschichtiger, würzig-salziger Riesling, dessen Bodenmineralität sich mit jedem Schluck in flüssiger Form erkunden lässt.


Wiltinger Gottesfuß – ein Terroir der Extreme

Van Volxem in Wiltingen an der Saar wurde im Jahr 2000 von Roman Niewodniczanski übernommen, der zahlreiche in Vergessenheit geratene Spitzenlagen der Saar wiederbelebte – darunter den Wiltinger Gottesfuß. Dieser spektakuläre Weinberg zwischen Wiltingen und Kanzem liegt unmittelbar an der Saar: ein einem Amphitheater gleichender, extrem steiler Prachthang in südöstlicher Ausrichtung, gesegnet von der warmen Thermik des Flusses an seinem Fuß.

Über 120 Jahre alt sind die wurzelechten Riesling-Reben, die auf diesem extrem steilen Wingert ihre Heimat gefunden und gottlob auch bewahrt haben. Sie wurzeln in skelettreichen, eisenhaltigen roten und grauen Devonschiefer-Verwitterungsböden. Die extreme Pflanzdichte von über 11.000 Stöcken pro Hektar setzt die Reben starker Konkurrenz aus und zwingt sie, ihre Wurzeln tief in den Schiefer zu versenken – die Grundlage für die sagenhafte Mineralität und Komplexität dieses Weins.

Jahrgang 2020 – Saar

2020 brachte an der Saar einen ausgewogenen Jahrgang mit reifer, kerngesunder Frucht und zugleich frischer, präziser Säure. Auf dem kargen, eisenhaltigen Schiefer des Gottesfuß ergibt das einen besonders kraftvollen, vielschichtigen Riesling, dessen reife Statur von der salzig-mineralischen Tiefe und der präzisen Säure der Lage getragen wird.

Ausbau

Trockenes Riesling Großes Gewächs aus dem Wiltinger Gottesfuß, Jahrgang 2020; 100 % Riesling von über 120 Jahre alten, wurzelechten Reben.

Aus spät gelesenen, geschmacksintensiven Minitrauben entsteht ein Wein von großer Konzentration. Wie alle Van-Volxem-Weine wird auch der Gottesfuß spontan mit den eigenen Hefen vergoren und über eine lange Reifezeit im großen Holzfass ausgebaut – handwerklich und ohne Schönung. Diese reduktive, hefebetonte Reife verleiht dem Wein Tiefe, Schmelz und eine bemerkenswerte Haltbarkeit.

Im Glas

Man kann diesen Wein eigentlich gar nicht in Worte kleiden, da er ein positiver Extremfall ist. Die Mineralität des Bodens ist mit jedem Schluck in flüssiger Form zu erkunden. Das Würzige und auch sehr Salzige verbindet sich wie bei einer Kettenreaktion mit Aromen von Aprikosen und Weinbergspfirsichen. Hier stellt sich nicht der eleganteste, aber sicherlich einer der vielschichtigsten Rieslinge vor. Kein Hundertmeterläufer, sondern ein Triathlet.

Würzig und sehr salzig, wie eine Kettenreaktion verwoben mit Aprikose und Weinbergspfirsich – kein Hundertmeterläufer, sondern ein Triathlet.

In diesem Trinkstadium unbedingt dekantieren! Ein großer Riesling mit jahrzehntelangem Reifepotenzial. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Forelle und edlem Fisch, zu Meeresfrüchten und Krustentieren, zu Kalbsfilet mit Steinpilzen, Geflügel sowie zu Risotto und Vitello tonnato.


Lage: Wiltinger Gottesfuß, Wiltingen an der Saar (Mosel); amphitheatralische, extrem steile Steillage in Südostausrichtung; skelettreicher, eisenhaltiger roter und grauer Devonschiefer; über 120 Jahre alte, wurzelechte Reben; VDP.GROSSE LAGE
Klassifikation: VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken); 100 % Riesling; „Alte Reben"
Ausbau: späte Handlese, Spontangärung mit eigenen Hefen, lange Reife im großen Holzfass, handwerklich und ohne Schönung

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Deutschland

Paul Schumacher Alegria Frühburgunder

Wein · Rotwein · Ahr · Deutschland

Paul Schumacher Alegría Frühburgunder ist ein sortentypischer Frühburgunder von der Ahr. Im Duft Veilchen- und Brombeeraromen, am Gaumen frisch und saftig mit dezentem Tannin – eine wahre „Freude", wie der Name verspricht.


Ahr

Das Weingut Paul Schumacher liegt an der Ahr – einem der nördlichsten und renommiertesten Rotweingebiete Deutschlands, das vor allem für Spät- und Frühburgunder bekannt ist. Das geschützte Klima des Ahrtals und die Schieferböden bringen elegante, fruchtbetonte Burgunderweine hervor.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Frühburgunder – einer früh reifenden, fein strukturierten Spielart des Spätburgunders. Der Ausbau bewahrt die sortentypische, fruchtbetonte Stilistik mit feinem, dezentem Tannin. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles bis mittleres Rubinrot. In der Nase Veilchen und Brombeere. Am Gaumen frisch und saftig, mit klarer Frucht, dezentem Tannin und einem animierenden, sauberen Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren, gern auch leicht gekühlt – ein eleganter, vielseitiger Speisebegleiter.

Passt zu: Geflügel, gebratenem Fisch, hellem Fleisch, Pilzgerichten und mittelreifem Käse.


Lage: Ahr (Deutschland); Weingut Paul Schumacher
Klassifikation: 100 % Frühburgunder, trocken
Ausbau: fruchtbetont, mit dezentem Tannin

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Feinkost

Giuliano Tartufi Creme aus Trüffel und Oliven

Feinkost · Trüffelcreme · Italien

Giuliano Tartufi Creme aus Trüffel und Oliven (Crema di Olive e Tartufo) verbindet schwarze Oliven und Sommertrüffel mit Champignons, Kapern und Sardellen zu einer würzigen, streichfähigen Creme – in Sekunden zubereitet und vielseitig einsetzbar.


Herkunft

Giuliano Tartufi ist ein italienischer Trüffelspezialist mit Sitz in Pietralunga (Umbrien), einer Region mit langer Trüffeltradition. Das Familienunternehmen verarbeitet frische Trüffel zu Saucen, Cremes und Spezialitäten.

Zutaten

Champignons (Agaricus bisporus), natives Olivenöl extra, schwarze Oliven (18,5 %), Sonnenblumenöl, Sommertrüffel (3 %, Tuber aestivum Vitt.), Sardellenpaste, Kapern, Salz, Aroma.

Allergene: enthält Sardellen (Fisch).

Geschmack

Würzig und herzhaft: Die kräftige Note der schwarzen Oliven, die salzige Tiefe von Kapern und Sardelle und das erdige Aroma des Sommertrüffels ergeben eine ausgewogene, mediterrane Creme.

In der Küche

Gebrauchsfertig: etwa 15–20 g pro Person. Kalt auf geröstetem Brot, Crostini oder Bruschetta – oder kurz in der Pfanne erwärmt als Sauce zu Pasta, Risotto und Polenta. Nach dem Öffnen im Kühlschrank (+2 bis +4 °C) lagern und innerhalb von 7 Tagen verbrauchen.

Passt zu: Pasta, Risotto, Polenta, Bruschetta, gegrilltem Fleisch und Gemüse, Omelett und Pizza.


Hersteller: Giuliano Tartufi (Pietralunga, Umbrien)
Produkt: Trüffelcreme mit Oliven (Crema di Olive e Tartufo)
Sorte: Schwarze Oliven und Sommertrüffel (Tuber aestivum)
Herkunft: Italien (Umbrien)
Allergene: Sardellen (Fisch)
Mindesthaltbarkeit (MHD) 04.12.2028

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Whisky

Ardbeg Islay Single Malt 25 years old Whisky

Single Malt Whisky · Islay · Schottland

Single Malt Scotch Islay 25 Jahre Ex-Bourbon-Fässer (1990er) non chill-filtered ältester Core-Range-Ardbeg

Der Ardbeg 25 Jahre ist der älteste Whisky im festen Kernsortiment der Islay-Destillerie Ardbeg, erstmals 2022 vorgestellt. Das Destillat stammt aus den 1990er-Jahren – einer schwierigen Zeit der Brennerei – und reifte 25 Jahre in seltenen ehemaligen Bourbon-Fässern. Trotz des langen Alters bleibt der charakteristische Ardbeg-Rauch erhalten, ergänzt um ausgeprägte Eleganz und Komplexität. Non chill-filtered und mit natürlicher Farbe.


Islay

Islay ist die südlichste Insel der Inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands und steht für rauchige, torfgeprägte Single Malts. Die Destillerie Ardbeg liegt seit über 200 Jahren an der Südküste der Insel und zählt zu den am stärksten getorften Brennereien Schottlands. Atlantische Lage, Torf und Meeresluft prägen den maritim-rauchigen Charakter ihrer Whiskys.

Assemblage und Ausbau

Der 25 Jahre alte Ardbeg reift ausschließlich in seltenen ehemaligen Bourbon-Fässern aus amerikanischer Eiche, die in den 1990er-Jahren befüllt wurden. Diese Reifung ohne Sherry- oder Wein-Einfluss stellt den reinen Ardbeg-Charakter in den Vordergrund. Über ein Vierteljahrhundert gewinnt der Whisky an Tiefe, ohne seinen Rauch zu verlieren. Abgefüllt wird er non chill-filtered und ohne künstliche Färbung. Als ältester Core-Range-Ardbeg ist die Verfügbarkeit naturgemäß begrenzt.

Im Glas

Warmes Bernstein im Glas. In der Nase geräucherte Sahne, Pfefferminz und Toffee, dazu Fenchel, Pinienharz, ferne Lagerfeuernoten sowie Banane und tropische Frucht. Am Gaumen kräftig und pfeffrig, zugleich mit Zitronen-Brause-Süße, kandiertem Apfel und Birne, Teer, cremigem Toffee und Anis. Der Nachhall ist lang und mild, mit Sahne, Fudge und einer dezenten medizinischen Note.

Am Tisch

Pur bei Zimmertemperatur genießen; einige Tropfen Wasser öffnen die vielschichtigen Aromen. Passt zu geräuchertem Fisch, gereiftem Hartkäse, dunkler Schokolade und feinen Karamell-Desserts. Ein eleganter, reifer Islay-Malt für besondere Anlässe.



Lage: Islay, Schottland
Klassifikation: Single Malt Scotch Whisky, 25 Jahre
Ausbau: ehemalige Bourbon-Fässer (in den 1990ern befüllt), 25 Jahre

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Schaumweine

Le Manzane Ròseo brut Spumante

Der Le Manzane Ròseo Brut ist ein Rosé-Spumante aus dem Hügelland um Conegliano und Valdobbiadene. Die Basis ist Glera; dazu kommen Merlot, der die zarte Farbe gibt, und ein wenig heimische Sorten. Die Reben stehen auf eiszeitlichen Moränen bei Tarzo und Conegliano.

Im Glas

Zartes Lachsrosa, feine und ausdauernde Perlen. Im Duft Erdbeere, Himbeere und Rosenblüten. Am Gaumen trocken, frisch und saftig; die Frucht ist klar, der Schmelz fein. Ein langer, eleganter Abgang.

Mach was draus

Ein Aperitif für Sommerabende. Auch zu Antipasti, Fisch, Meeresfrüchten oder leichten Vorspeisen. Serviere ihn gut gekühlt bei 5 bis 7 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Ròseo ist Sommer im Glas. Frische Beeren, ein bisschen Rose – mehr braucht es nicht.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Woraus besteht er? Vor allem aus Glera, dazu Merlot – er bringt die rosa Farbe – und etwas heimische Sorten.

Wer steht dahinter? Die Familie Balbinot aus San Pietro di Feletto. Mit ihrem Weingut Le Manzane ist sie vor allem für Prosecco Superiore bekannt.

Ist er ein Prosecco? Nein. Er ist ein Vino Spumante Rosé Brut, kein Prosecco DOC oder DOCG.

Wie wird er gemacht? Sanft gepresst, zweite Gärung im Drucktank nach Charmat-Martinotti, danach liegt er eine Weile auf der Feinhefe und ruht kurz in der Flasche. Gelesen wird von Hand, Ende August bis Anfang September.

Glera, Merlot, heimische Sorten · Moränen bei Tarzo und Conegliano · Handlese · Vino Spumante Rosé · Charmat-Martinotti · Feinhefe · Brut, 11–12 g/l · Le Manzane, San Pietro di Feletto · Stand: Oktober 2026

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Weine

Laurent Truffer Muscat weiss entalkoholisierter Schaumwein

Prickeln ohne Promille: Bei diesem Laurent Truffer handelt es sich um weißen Schaumwein aus der Muskat-Traube, dem nach der Weinbereitung schonend der Alkohol entzogen wurde. Was bleibt, ist der typische, blumig-traubige Duft des Muskats und eine feine, lebendige Perlage.

Im Glas

Hellgelb mit feinen Bläschen. In der Nase sofort Muskat, dazu helle Blüten und saftiger, reifer Pfirsich. Im Mund fruchtig-süß, frisch und prickelnd, die Traubenfrucht klar und direkt. Der Abgang macht Lust auf den nächsten Schluck.

Mach was draus

Ein schöner Aperitif ohne Alkohol, zum Anstoßen bei Feiern oder einfach zwischendurch. Er passt gut zu Obstsalat, Erdbeeren, Pfirsich-Desserts oder leichtem Gebäck. Serviere ihn gut gekühlt bei 6 bis 8 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Wer heute keinen Alkohol trinkt, muss nicht auf Bläschen verzichten. Der Muscat zeigt, wie das geht.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie entsteht ein entalkoholisierter Schaumwein? Zuerst wird ganz normal Wein gemacht. Danach wird ihm der Alkohol schonend entzogen, so dass Aroma und Perlage möglichst erhalten bleiben.

Warum Muskat? Muskat gehört zu den ältesten Rebsorten und hat ein sehr intensives, blumig-traubiges Aroma. Das trägt auch ohne Alkohol viel Geschmack.

Wie süß ist er? Er ist halbtrocken bis fruchtig-süß. Die Süße ist deutlich spürbar und wird von der Muskatfrucht getragen.

Muskat · alkoholfrei (entalkoholisiert) · weiß · Schaumwein · halbtrocken, fruchtig-süß · Serviertemperatur 6–8 °C · Laurent Truffer, Provence · Stand: Oktober 2026

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