Das Weinbaugebiet Apulien

Geheimnisse und Genüsse Apuliens: Vom mystischen Castel del Monte zu den edlen Weinen der Region

Wie eine Stein gewordene Krone erhebt sich der trutzige Bau über der ausgedörrten Landschaft. Das Castel del Monte in der Nähe der Hauptstadt Bari regt seit jeher die Fantasie an: wozu diente die niemals fertiggestellte Anlage? Als komfortabler Landsitz, von dem aus man zu Jagdausflügen in die Umgebung aufbrechen konnte? Als frühes Fort Knox, in dem unvorstellbare Schätze gebunkert wurden? In jedem Fall hat Friedrich II. sich ein eindrucksvolles Denkmal setzen lassen. Der vielleicht berühmteste Bewohner Apuliens, Enkel von Friedrich Barbarossa, war zunächst König von Sizilien, bevor er im frühen Erwachsenenalter zum ersten Mal deutschen Boden betrat und – faktisch als Ausländer – erst römisch-deutscher König, dann Kaiser und nach erfolgreichem Kreuzzug auch noch König von Jerusalem wurde. Als der Stauferherrscher vor über 800 Jahren in Apulien weilte, wird er kaum geahnt haben, dass drei der vier hiesigen DOCG-Weine benannt sind nach seiner Lieblingsburg mit dem markanten achteckigen Grundriss, der wiederum von acht achteckigen Türmen gesäumt wird.

Zwei jener vier Weine bestehen aus der wohl hochwertigsten Traube der Region, der Uva di Troia. Die Legende besagt, dass die Griechen sie einst aus der sagenumwobenen Stadt Troja mit nach Italien brachten, als sie den Mittelmeerraum kolonisierten. Und obwohl die Herleitung wohl eher nicht der Realität entspricht, sondern die Rebe mit ihrer prägnanten Kräuterwürze aus dem kleinen Örtchen Troia in der Nähe von Foggia im apulischen Norden stammt, ist die Bedeutung der alten Griechen für den Weinbau und die allgemeine Entwicklung im äußersten Südosten Italiens nicht zu unterschätzen. Vor weit über 2500 Jahren pflanzten sie hier Rebstöcke an, womit Apulien als eines der ältesten noch heute kultivierten Weinbaugebiete nicht bloß Italiens, sondern der ganzen Welt gelten kann. Es ist einigermaßen erstaunlich, dass sich die spätreifende, ertragsarme Uva di Troia behaupten konnte hier unten in einer der ärmsten Regionen des Landes, wo man eigentlich eher auf Massenträger setzt oder gleich auf französische Reben wie Cabernet Sauvignon oder Merlot, die sich international besser vermarkten lassen. Immerhin blieb den apulischen Winzern der Aufstieg des sizilianischen Nero d’Avola nicht verborgen, weshalb viele von ihnen durch eine Umbenennung der Uva di Troia in Nero di Troia auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen versuchten.

Ob Friedrich II., von seinen Zeitgenossen nicht nur aufgrund seiner außergewöhnlich hohen Bildung ehrfürchtig „stupor mundi“, das Staunen der Welt genannt, auch Uva di Troia getrunken hat? Wir wissen es nicht genau. Aber man darf wohl annehmen, dass er Rebensaft aus diesen Gefilden genoss, und dieser war höchstwahrscheinlich rot. Endlich mal eine Region, die den landläufigen Erwartungen an italienischen Weinbau gerecht wird, mag man sich da denken: in Apulien sind vier von fünf erzeugten Weinen Rotweine. Dieser Umstand hängt besonders mit den klimatischen Verhältnissen vor Ort zusammen, denn anders als die meisten anderen Regionen Italiens ist Puglia, wie es die Einheimischen nennen, arm an Bergen oder Hügelketten – die das gesamte Land dominierenden Apenninen haben es schlicht links liegen gelassen. Stattdessen herrschen Hochebenen und Flachland vor, die sich sehr einfach bewirtschaften lassen. Kommt man aus den benachbarten Regionen Molise oder Basilikata mit ihren vielen schrundigen Felsformationen nach Apulien, fühlt man sich manchmal wie ein Europäer in den USA: mit offenem Mund bestaunt man die riesigen Dimensionen der Getreidefelder, Olivenhaine und Weinpflanzungen. Andererseits sind die Reben durch die Offenheit der Landschaft auch recht schutzlos der sengenden Sonne und heißen Winden ausgesetzt – mediterranes Klima in Reinform. Viele werden traditionell nah am Boden liegend in Buschform kultiviert, anstatt sie auf Drähten in Hochkultur zu ziehen, wodurch sie möglichst wenig Angriffsfläche bieten, und müssen während des Sommers künstlich bewässert werden – es sei denn, es handelt sich noch um von der Reblausplage verschonte uralte, tief in den Untergrund hinab wurzelnde Reben, von denen es hier mehr gibt als kaum sonst irgendwo in Italien und die den wahren Schatz Apuliens bilden. Immerhin halten die Nächte ein wenig Erholung bereit. Denn Apulien ist durch seine exponierte Lage wie sonst nur wenige andere Regionen Italiens den Einflüssen des Mittelmeers ausgesetzt. Im Osten, dem Sporn des italienischen Stiefels, liegt das Adriatische Meer, im Süden, wo die Halbinsel von Salento den Absatz bildet, das Ionische – auf diese Weise kommt Apulien auf ganze 350 Kilometer Küstenlinie, die oft bloß aus direkt ins Meer hineinragenden Felsen ohne vorgelagerten Strand besteht und in ihrer wilden Ursprünglichkeit wenig gemein hat mit Postkarten-Idyllen wie der Amalfiküste oder der Adria. Die von drei Seiten einströmende, eher lauwarme als wirklich kühle Brise macht es immerhin ein bisschen erträglicher in diesem Landstrich, der von den Römern scherzhaft Apluvia genannt wurde, das Land ohne Regen. Etwas vornehmer drückte es der Dichter Horaz aus, der Apulien mit seinen jährlich über 300 Sonnentagen als das „Land des ewigen Frühlings“ bezeichnete. Nachdem man es von den Griechen übernommen hatte, war Rom jedenfalls sehr bestrebt, die Via Appia von Rom nach Brindisi auszubauen, ein antiker Highway, auf dem neben anlandenden Waren und Sklaven aus dem Orient sicherlich auch große Mengen Wein in die Hauptstadt gekarrt wurden, denn jener aus der Stadt Tarent zählte dort zu den beliebtesten.

Sollte es einem auf einer Wandertour durch die schier endlose Region einmal zu heiß werden, hält man am besten Ausschau nach einem sich über die sanft wogenden Felder erhebenden Kraggewölbe. Bitte was? Keine Sorge, die korrekte architektonische Bezeichnung verweist lediglich auf die steinernen Dächer der sogenannten Trulli, die optisch zwar gewölbeförmig erscheinen, aber in Wahrheit nur aus stufenförmig übereinander geschichteten, unverbundenen Bruchsteinen bestehen und damit gleichsam einen Kegel ergeben. Er ruht auf einer kreisrunden, ebenfalls ohne Zuhilfenahme von Mörtel errichteten Mauer, die im Inneren nur einen einzigen Raum beherbergt und außen weiß getüncht ist. Diese primitive Bauweise, dem Menschen seit vielen tausend Jahren bekannt, ist das Grundmerkmal eines Trullos und der Grund dafür, warum die Hütten zu hunderten in der Landschaft stehen – die sehr dicken Wände mit nur wenigen, winzig kleinen Fenstern halten Hitze zuverlässig fern und dienten wohl zuerst umherziehenden Viehhirten als Wohnraum, bevor sie von Landarbeitern adaptiert wurden. Wer sich in die putzigen Häuschen schockverliebt hat, sollte der Stadt Alberobello einen Besuch abstatten. Ein ganzes Viertel besteht hier aus ihnen, teils per Durchbruch miteinander verbunden, und sogar die Kirche des Ortes orientiert sich am Stil der Kegelbauten. Grund für die ungewöhnliche Häufung ist die Cleverness eines lokalen Fürsten: dieser wollte sich Abgaben ersparen, die für jedes Haus in seinem Herrschaftsbereich an den König von Neapel zu entrichten waren. Also befahl er seinen Untertanen, ihre Häuser völlig ohne Mörtel zu errichten, damit sie im Falle eines Kontrollbesuchs königlicher Steuereintreiber schnell demontiert und später neu aufgebaut werden konnten. Ein besonders interessanter farblicher Kontrast ergibt sich dort, wo ein schneeweißer Trulllo auf dem in weiten Teilen der Region roten Boden, der „terra rossa“ steht. Seine Farbe verdanken Sandstein und Lehm dem hohen Anteil an Eisenoxid. Den Untergrund bildet Kalkstein, der den Weinen Fülle und Weichheit und auch eine in diesem heißen Landstrich so gar nicht erwartete, oft leicht salzige Mineralität verleiht. Seine wasserspeichernden Eigenschaften sind überdies unverzichtbar, wenn mal wieder wochenlang kein Regen fällt und jeder Tropfen zur kostbaren Reserve wird.

Apulien ist untrennbar mit einer Rebsorte verbunden, die sich gerade in Deutschland großer Beliebtheit erfreut: mit dem Primitivo, der vor etwa zwei Jahrzehnten über einige Münchner Restaurants schnell in die gesamte deutsche Gastroszene einsickerte. Der Name ist nicht etwa darauf zurückzuführen, dass der Primitivo ein geschmacklich besonders simpler Wein wäre, sondern leitet sich von „primativo“ her, was so viel bedeutet wie „als erste reifend“. Die allermeisten Weintrinker haben den Namen schon einmal gehört, und dennoch gehen viele apulische Winzer gern auf Nummer sicher und vermarkten ihn lieber unter der Bezeichnung Zinfandel. Die in den USA auf Platz zwei der dort meistangebauten Sorten stehende Rebe, die es sich besonders im sonnigen Kalifornien gemütlich gemacht hat, ist nämlich mit dem Primitivo identisch. Sein tatsächlicher Ursprung liegt aber weder in den Vereinigten Staaten noch in Italien, sondern in Kroatien. Aus dem dortigen Dalmatien gelangte er im 18. Jahrhundert nach Süditalien, ist also schon seit 250 Jahren hier ansässig. Zu dieser Zeit kannte man ihn auch nördlich der Alpen schon – unter dem eher mäßig attraktiven Namen „Blauer Scheuchner“, sodass er streng genommen gerade bloß eine Renaissance in Deutschland erlebt. Da die Trauben einen recht hohen Zuckergehalt aufweisen, kann der Most zu sehr alkoholstarken Weinen ausgebaut werden, was wiederum der Wahrnehmung der in ihm gespeicherten Aromen zugute kommt. Vor allem Frucht steht dabei im Vordergrund, was den Primitivo trotz seiner durchaus gehaltvollen Art zu einem unkompliziert-gefälligen Tropfen macht. Waldbeeren dominieren, auch Kirsche oder Pflaume kann zutage treten, im Hintergrund ergänzt um Noten von Zedernholz, Nelken und, ganz charakteristisch, Zimt. Die dezente Süße, die dem Primitivo von Hause aus eigen ist, wird gern durch das Doppio-Passo-Verfahren noch einmal verstärkt: man erntet zunächst vollreife Trauben und lässt sie normal vergären, startet aber drei bis vier Wochen später einen zweiten Lese-Durchgang. Die Beeren sind jetzt schon stark angetrocknet, wodurch sich Zucker und Aroma konzentriert haben. Auch diese presst man ab und lässt dann den Most aus dem ersten Durchgang auf diesem Trester ein zweites Mal gären. Das klingt im Ergebnis zwar wuchtig wie Omas Rumtopf und ist es in gewisser Hinsicht sicherlich auch, aber nichtsdestotrotz eignet sich ein Primitivo hervorragend für Einsteiger und alle, die gehaltvolle Rote schätzen, aber nicht die Herbheit eines Cabernet oder Sangiovese mögen. Qualitatives Zentrum ist die Manduria, wo die Anforderungen dank DOC-Klassifizierung strenger sind als in anderen Gebieten und mit dem Dolce Naturale sogar ein Primitivo-Süßwein im Rang einer DOCG wartet.

Wenn der Primitivo nicht sortenrein daherkommt, wird er meist mit dem Negroamaro verschnitten. Der wohlklingende Name bedeutet übersetzt so viel wie „schwarz und bitter“ und stammt noch aus einer Zeit, in der die Kellertechnik wenig ausgereift war und man extrem schwere, strenge Weine aus der dickschaligen und damit tanninreichen Traube erzeugte. Davon ist heute nichts mehr zu spüren: reinsortig ausgebaut besticht der Negroamaro mit einer Aromatik von schwarzen Johannisbeeren und Kirschen, im Nachhall leichte Bittermandel und eine Spur orientalischer Würzigkeit. Die nun spürbar besser eingebundenen Gerbstoffe verleihen ihm eine deutlich höhere Lagerfähigkeit als der sofort trinkbare und auch eher für baldigen Konsum gedachte Primitivo sie hat. Will man dem Negroamaro die Chance geben, sein Potential voll auszuschöpfen, greift man am besten zu einem Exemplar aus der DOC Salice Salentino, wo die Weine oft in Eichenfässern reifen und sich mit deren Hilfe eine eindrucksvolle Komplexität zulegen.

Auch für Rosés ist der Negroamaro hervorragend geeignet und wird dabei eigentlich nur von einer anderen Rebe in den Schatten gestellt: dem Bombino Nero. Im Bereich Castel del Monte wurde ihm sogar der Status einer DOCG zuerkannt: italienweit die einzige, die ausschließlich Roséweinen vorbehalten ist. Sein Name – und dafür muss man schon einiges an Fantasie aufbieten – stammt von der Ähnlichkeit, welche die pyramidenförmige Traube mit einem die Arme ausbreitenden Kind haben soll. Naja. Anders als die meisten anderen Roten der Region kommt er jedenfalls nicht purpurfarben bis schwärzlich-violett, sondern in einem eher blassen Rotton daher, was ihn als Grundlage für Rosés besonders geeignet macht, und weist auch nicht ein derart marmeladiges Mundgefühl auf – viel eher präsentiert er sich erfrischend leicht mit rassiger, die Trinkigkeit erhöhender Säure und einem blumigen Bukett von roten Johannisbeeren und Walderdbeeren, unterlegt von zarten exotischen Anklängen wie Granatapfel und Blutorange.

Weißweinliebhaber sollten die Augen offenhalten, dann entdecken sie mit viel Glück einen Verdeca. Die autochthone, wahrscheinlich ebenfalls von den Griechen ins Land gebrachte Rebe ist mittlerweile eine echte Rarität: geschmacklich eher neutral, fristete sie lange Zeit ein Dasein als „Zulieferer“ für die Wermut-Produktion. Weil der Wermut-Absatz seit Jahren im Sinkflug ist, hat auch die Verdeca keinen leichten Stand – die paar Verrückten, die ihr dennoch die Treue gehalten haben und ihr Potential auch nicht in aufgespriteter Massenware ertränkt sehen wollen, schwärmen vom Mineralisch-Harzigen und dem filigranen Mandelaroma der Traube, wenn man sie richtig zu behandeln versteht. Wirklich außergewöhnliche Weiße werden sich dennoch eher nicht finden lassen: in der Gluthitze gelingt es den Reben kaum, sich ein ausreichendes Säurepolster zu bewahren, das den hohen Alkohol geschmacklich einbinden könnte. Am ehesten sind noch tolerante Allrounder wie der Chardonnay in der Lage, das wegzustecken.

Kommt man am Abend von einem Ausflug zurück in eines der Dörfer, die sich in die große Stille unter einem in seiner Unendlichkeit geradezu erdrückenden Sternenhimmel kauern, nagen sicher schon Hunger und Durst an einem. Wie gut, dass die Italiener so gastfreundlich sind! Vielleicht hat man Glück und kommt in Kontakt mit einem der Bauern der Region – der neuzeitlich-technische Begriff „Landwirt“ passt zu diesen nach wie vor erdverwachsenen Typen nicht wirklich -, der einen auf seine Masseria einlädt. Diese typisch apulischen Gehöfte stammen teilweise noch aus dem Mittelalter und vereinen, vor der Außenwelt geschützt durch eine hohe, manchmal noch mit Gräben, Türmen und Wehrgängen verstärkte Mauer, die verschiedensten Wirtschaftsgebäude: neben Ställen für das Vieh und diversen Speichern auch Korn- und Ölmühlen, Schmieden oder Käsereien. Manche Masserien erreichen die Größe eines kleinen Dorfes und verfügen sogar über eine eigene Kirche. Eine unterirdische Zisterne machte sie früher von der Außenwelt vollends unabhängig und ermöglichte die Nutzung als Wehrbauernhof: bei einer feindlichen Invasion, wie sie hier unten an der Mittelmeerküste durchaus eine reale Gefahr darstellte, konnte eine Masseria den Einheimischen Schutz bieten, einer Belagerung zumindest eine Zeit lang standhalten und als Basis für Gegenangriffe dienen.

Was im großen Innenhof vor dem alles dominierenden, mit seinen gotischen, barocken oder klassizistischen Verzierungen durchaus herrschaftlichen Haupthaus zur „cena“, dem Abendessen, serviert werden könnte? Die einen umgebende Masseria gibt darauf einen Vorgeschmack: wie sie ist die apulische Küche nicht extrem ausgefeilt, sondern eher rustikal, dafür aber sehr reichhaltig und basierend auf frischen, lokalen Produkten echtes Soul Food. Wie alle Italiener lieben auch die Apulier Pasta, haben aber mit den – im besten Falle natürlich handgefertigten – Orecchiette eine ganz eigene Variante davon: die Nudeln sind rund und in der Mitte leicht gewölbt, als hätte jemand mit seinem Daumen in das Teigplättchen hinein gedrückt, und tragen ihren Namen aufgrund optischer Ähnlichkeit mit einer Ohrmuschel. Mit dieser Form nehmen sie perfekt Saucen auf, zum Beispiel eine gehaltvolle Mischung aus Ricotta und Tomaten. Überhaupt werden sie gern mit Gemüse kombiniert, vor allem dem omnipräsenten Stängelkohl. Die Pflanze, die an eine Mischung aus Staudensellerie und Brokkoli erinnert, gilt in Apulien als klassisches Wintergemüse. Geschmacklich weist er durchaus Ähnlichkeit mit Kohl auf, ist dabei aber deutlich bitterer und mit seinem extrem intensiven, mit zunehmender Reife sogar leicht scharfen Geschmack sicher nicht jedermanns Sache. Zugänglicher als dieses heimliche Nationalgericht Apuliens sind da schon die vielen Gerichte mit Aubergine als Grundlage: ob als mit Pecorino-Käse gefüllte Röllchen oder ausgehöhlt und mit einer cremigen Paste aus Olivenöl, Tomaten und Semmelbröseln überbacken – in jedem Haushalt existieren eigene Variationen der Melanzane-Zubereitung. Allen ist aber gemein, dass sie stets mit Mengenangaben arbeiten, die eine ganze Familie satt zu kriegen imstande sind. Als kleiner Snack vorweg oder zwischendurch eignen sich hingegen Friselle. Das Gebäck erinnert optisch an einen Bagel, ist aber deutlich trockener und deswegen wochen- oder sogar monatelang haltbar – mag man es nicht so knusprig, darf man sie gern in Salzwasser tauchen und damit weicher machen. Ähnlich der bekannteren Bruschetta werden sie mit Olivenöl und Tomaten gegessen, verfeinert mit Oregano, dem hier omnipräsenten Gewürz, ohne das kaum ein herzhaftes Gericht auskommt. Neben den Gemüseplantagen ist es vor allem das Meer, welches zahlreiche Zutaten beisteuert: seien es Sardellen als vielseitiges Würzmittel, Miesmuscheln, die zusammen mit Reis und Kartoffeln die beliebte Tiella barese ergeben, oder das aus Gallipoli stammende Scapece, für das frittierte kleine Fettfische in mit Essig und Safran getränktem Paniermehl mariniert werden.

Obwohl Apulien mit seinen etwa 90 000 Hektar nach Sizilien das größte Weinbaugebiet Italiens ist, – Tendenz zum Vorteil der Qualität glücklicherweise abnehmend -, lässt seine Bekanntheit im Ausland noch immer zu wünschen übrig. Zu lange verramschte man den heimischen Most im Tanklaster in andere Teile Europas, um per Verschnitt den dortigen Weinen mehr Alkohol und Farbe zu verleihen – ernsthaftes Interesse am apulischen Terroir und seinen heimischen Rebsorten ist eigentlich erst seit der Jahrtausendwende zu beobachten. Und auch aktuell liegt der Anteil der Qualitätsweine an der Gesamtproduktion bei gerade einmal zehn Prozent. Man keltert eben nicht die herben, intellektuell herausfordernden Tropfen des italienischen Nordens, sondern sich vor allem durch ihre fast überbordende Frucht auszeichnende und preiswerte Alltagsweine, die sich im Umfeld einer entspannten sommerlichen Grillparty besser machen als in jenem eines anspruchsvollen Fünf-Gänge-Menüs. Das aufkeimende Selbstbewusstsein ist darum immer noch etwas fragil in dieser Region, die sich leider oft kleiner macht, als sie ist, und hinter den vermeintlich bekannteren Namen anderer Weinbaugebiete versteckt. Dabei müsste sie das keineswegs, denn das Potential ist schier endlos – und vor allem noch lang nicht ausgeschöpft. Während woanders in Italien, im Piemont, Venetien und der Toskana etwa, der gesamte Weinbau-Kuchen seit Langem verteilt ist, gibt es in Apulien, das über die größte Rebsortenvielfalt in ganz Süditalien verfügt, noch genug Investitionsmöglichkeiten – hoffentlich nicht nur das hinlänglich bekannte internationale Portfolio aus Merlot und Co. Ganz ohne wird es zwar nicht gehen, sollen die teils in die Jahre gekommenen Weingüter fit gemacht werden für die Zukunft – neue Kellertechnik kostet Geld, das sich nicht nur mit Liebhabertrauben verdienen lässt. Aber geben wir Apulien wie einem vielversprechenden Wein einfach noch zwei oder drei Jahrzehnte Zeit für seine Entwicklung, dann kommen neben dem aktuellen Dreiklang aus Uva di Troia, Negroamaro und Primitivo (die es sich übrigens mal gegeneinander zu verkosten lohnt…) vielleicht irgendwann auch fast vergessene Sorten wie Falanghina, Susumaniello oder Bombino Bianco wieder zu verdienten Ehren. Text: Dario Sellmeier

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Rebsorten

Etienne Sauzet Puligny Montrachet Sous Le Puits 1er Cru 2024

Weißwein · Puligny-Montrachet Premier Cru · Chardonnay

Chardonnay Sous le Puits · 1er Cru Puligny-Montrachet 400 m · Steillage 2024 · Bio (FR-BIO-01)

Der Puligny-Montrachet Sous le Puits 1er Cru 2024 der Domaine Etienne Sauzet ist ein Chardonnay aus einer der steilsten und höchsten Premier-Cru-Lagen von Puligny-Montrachet. Mineralisch, dicht und lagerfähig – im kühlen Jahrgang 2024 besonders frisch, knackig und präzise.


Sous le Puits – exponierte Höhenlage

Sous le Puits („unter dem Brunnen") liegt auf 400 Metern Höhe und umfasst 6,80 Hektar. Es ist einer der steilsten Weinberge von Puligny-Montrachet; die Höhe und Steilheit bringen besonders mineralische, dichte und lagerfähige Chardonnays hervor.

Puligny-Montrachet an der Côte de Beaune beherbergt vier Grand Crus und 17 Premier Crus. Die kalksteinreichen Böden geben feine Mineralität und feste Struktur. Die Domaine Etienne Sauzet, 1903 gegründet und in Puligny-Montrachet ansässig, zählt zu den großen Weißwein-Adressen des Burgunds.

Jahrgang 2024 – Côte de Beaune

2024 war im Burgund ein Jahr der Geduld: ein ungewöhnlich milder, sehr niederschlagsreicher Winter, ein früher Austrieb, dann ein feucht-kühles Frühjahr mit Frostnächten, regionalem Hagel und hohem Krankheitsdruck. Die Blüte verlief uneinheitlich; erst der stabilere, trockenere Sommer brachte eine langsame Reife, bevor sich zur Lese eine freundlichere Wetterphase einstellte.

Die Lese begann spät, mit strenger Selektion; die Erträge waren teils um bis zu 60 % reduziert. Bei moderaten Mostgewichten entstanden balancierte, leichtere Weine. Die Weißweine 2024 wirken klar, fein strukturiert und von pikanter Frische mit kühler Eleganz – ideal zur straffen, mineralischen Art des Sous le Puits.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2024, biologisch (FR-BIO-01).

Die Gärung erfolgt im Stil des Guts spontan in großen Eichenfässern, temperaturreguliert; der gesamte Ausbau bis zur Feinhefelagerung dauert bis zu 18 Monate und gibt dem Wein Tiefe und Textur.

Im Glas

Ein straffer, mineralischer Chardonnay: Zitrus und weiße Blüten treffen auf steinige Mineralität. Am Gaumen dicht und präzise, im kühlen 2024er mit klarer Säure, fester Struktur und langem, salzigem Abgang.

Zitrus und weiße Blüten über steiniger Mineralität – dicht, präzise und im kühlen 2024er besonders knackig.

Jung schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Fisch und Krustentiere, Geflügel in heller Sauce, Kalbsbries, dazu reifer Weichkäse. Ein Wein für die große weiße Küche.


Lage: Sous le Puits (1er Cru), Puligny-Montrachet (Côte de Beaune); 400 m, eine der steilsten Lagen, 6,80 ha
Klassifikation: Puligny-Montrachet Premier Cru; Bio (FR-BIO-01)
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung im großen Eichenfass, bis 18 Monate inkl. Feinhefe

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Südafrika

Steenberg Catharina

Wein · Rotwein · Constantia · Südafrika

Steenberg Catharina ist die Bordeaux-Cuvée des Hauses, benannt nach der Gründerin Catharina Ras. Sie besticht mit Aromen von Pflaume, schwarzer Johannisbeere und dunkler Schokolade, getragen von dichten, samtigen Tanninen.


Constantia / Südafrika

Das Weingut Steenberg liegt im Constantia-Tal bei Kapstadt und ist das älteste Weingut der Region (1682 von Catharina Ras gegründet, der diese Cuvée ihren Namen verdankt). Das kühle, maritim geprägte Klima sorgt für langsame Reife und elegante, strukturierte Rotweine.

Assemblage und Ausbau

Eine Bordeaux-Cuvée auf Basis von Merlot und Cabernet Sauvignon, je nach Jahrgang ergänzt durch weitere Bordeaux-Sorten wie Cabernet Franc oder Malbec – eine Fassselektion der besten Partien. 19 Monate Reife in französischer Eiche verleihen Noten von Rauch, mediterranen Gewürzen und Zeder. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase Pflaume, schwarze Johannisbeere und dunkle Schokolade, dazu Brombeere, Rauch, mediterrane Gewürze und Zeder aus dem Holzausbau. Am Gaumen elegante Frucht mit dichten, samtigen Tanninen – reif und harmonisch, auf den Punkt gereift.

Am Tisch

Bei rund 18 °C servieren, jung am besten karaffieren – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten.

Passt zu: rotem Fleisch, Lamm, Wild, Schmorgerichten und gereiftem Käse.


Lage: Constantia, Kapstadt (Südafrika)
Klassifikation: Wine of Origin Constantia – Bordeaux-Cuvée (überwiegend Merlot & Cabernet Sauvignon), trocken
Ausbau: 19 Monate Reife in französischer Eiche

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Feinkost

Casata Bertoni Fragranza Balsamico Creme Classica

Feinkost · Balsamico-Creme · Emilia-Romagna

Die Bertoni Casata Fragranza Balsamico Creme Classica ist eine schwarze Balsamico-Creme der Acetaia del Casato Bertoni auf Basis von Aceto Balsamico di Modena I.G.P. Die dichte, cremige Konsistenz lässt sich exakt dosieren und bleibt auf dem Teller stehen. Geschmacklich süß-säuerlich mit der typischen Balsamico-Note. Ideal zum Würzen feiner Speisen und zum Dekorieren – besonders von Eis und anderen Süßspeisen.


Herkunft

Die Acetaia del Casato Bertoni liegt in Casalgrande in der Provinz Reggio Emilia, im Herzen der Emilia-Romagna. Seit 1936 stellt die Familie Bertoni hier in drei Generationen Balsamico-Essige, Condimenti und Cremes her, heute geführt von Lelio Bertoni mit seinen Söhnen Milo und Roberto. Grundlage dieser Creme ist Aceto Balsamico di Modena I.G.P., der in der Emilia-Romagna eine jahrhundertelange Tradition hat.

Anbau und Verarbeitung

Die Creme entsteht auf Basis von Aceto Balsamico di Modena I.G.P., der zu einer dichten, streichfähigen Konsistenz eingedickt wird. So lässt sie sich präzise dosieren und zum Dekorieren einsetzen. Enthält Sulfite.

Geschmack

Tiefschwarz und glänzend, von dichter, cremiger Textur. Im Geschmack süß-säuerlich mit der typischen Balsamico-Note und reifer Fruchtsüße. Der Nachgeschmack bleibt intensiv.

Am Tisch

Zum Würzen feiner Speisen und zum Dekorieren von Tellern. Besonders schön über Eis, Panna Cotta und anderen Süßspeisen, aber auch zu Käse, Carpaccio, gegrilltem Gemüse und Erdbeeren. Kühl und dunkel lagern.


Hersteller Acetaia del Casato Bertoni, Casalgrande (Reggio Emilia, Italien)
Produkt Balsamico-Creme „Classica" (Crema di Balsamico)
Basis Aceto Balsamico di Modena I.G.P. (enthält Sulfite)
Herkunft Emilia-Romagna (Italien)
Verarbeitung eingedickte Creme auf Balsamico-Basis
Mindesthaltbarkeit (MHD) 10.2027

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Schaumweine

Adrien Renoir Coteaux Champenois Verzy Rouge Grand Cru 2022

Rotwein · Coteaux Champenois · Pinot Noir · Grand Cru

Adrien Renoir Coteaux Champenois Verzy Rouge Grand Cru ist ein stiller Rotwein aus 100 % Pinot Noir aus der Champagne. Anders als der bekannte Schaumwein ist Coteaux Champenois die stille Variante der Region. Dieser Wein stammt von der Domaine Adrien Renoir aus dem Grand-Cru-Dorf Verzy, von den beiden Kleinstparzellen „Le Chemin de Vez" und „Les Champs Brûlés". Ein individueller, großer Pinot – fast wie ein burgundischer Lagenwein.


Verzy

Verzy ist eine als Grand Cru klassifizierte Gemeinde der Montagne de Reims in der Champagne. Die tonhaltigen Kalkböden prägen die kühle, mineralische Stilistik dieses Pinot Noir. Die Trauben stammen von zwei winzigen Parzellen, „Le Chemin de Vez" und „Les Champs Brûlés".

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Pinot Noir aus exponierten Einzellagen. Er wird als stiller Coteaux Champenois ausgebaut – die Vinifikation stellt Frucht, Mineralität und Säurespiel in den Vordergrund. Die Produktion ist sehr klein.

Im Glas

Kühle, zurückhaltende Nase: unreife rote Frucht, viel Stein, etwas Florales und mediterrane Würze. Am Gaumen fein und säurebetont, mit Sauerkirscharomatik und einem extravaganten Mundgefühl, das an tonhaltige Kalkböden denken lässt. Straff und druckvoll im eindrucksvollen Finish.

Am Tisch

Bei rund 15–16 °C in einem großen Burgunderglas servieren; eine kurze Belüftung tut ihm gut.

Klassische Begleitung: Geflügel, Ente, helles Fleisch, Pilzgerichte und gereifter Käse.


Lage: Verzy Grand Cru, Montagne de Reims (Champagne); Ton/Kalk
Klassifikation: Coteaux Champenois AOC – Rouge (Grand Cru)
Ausbau: stiller Rotwein, Pinot Noir; kleine Produktion

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Rebsorten

Il Messo Governo Rosso Toscana

Rotwein · Governo · Toscana · Italien

EGT Il Messo Governo Rosso Toscana ist eine toskanische Cuvée aus den klassischen Rebsorten Sangiovese und Canaiolo, vinifiziert nach der Governo-Methode. Ein Teil der Trauben wird getrocknet und dem bereits vergorenen Wein zugegeben – ähnlich dem Ripasso-Verfahren in Venetien. Kräftige Fruchtaromen nach Pflaume, Veilchen und mediterranen Kräutern prägen den Wein. Ausbalanciert von weichen, frischen Tanninen.


Toscana

Die Toskana in Mittelitalien ist die Heimat des Sangiovese. Hügelige Lagen, kalk- und tonhaltige Böden und ein warmes, mediterranes Klima bringen kraftvolle, fruchtbetonte Rotweine mit feiner Würze hervor.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Sangiovese und Canaiolo, vinifiziert nach der Governo-Methode: Ein Teil der Trauben wird getrocknet und dem bereits vergorenen Wein zugegeben. Das löst eine zweite Gärung aus und verleiht dem Wein Fülle, weiche Tannine und Frucht – ähnlich dem Ripasso in Venetien.

Im Glas

Dichtes Rubinrot. In der Nase kräftige Fruchtaromen nach Pflaume und Veilchen, dazu mediterrane Kräuter. Am Gaumen kraftvoll und ausbalanciert, mit weichen, frischen Tanninen und langem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Pasta mit Ragù, gegrilltes Fleisch, Wild, Bistecca und gereifter Pecorino.


Lage: Toscana (Italien)
Klassifikation: Toscana IGT – Rotwein (Governo)
Ausbau: Sangiovese & Canaiolo, Governo-Methode

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Weine

Kühling-Gillot Nackenheim Riesling 2022 BIO

Weißwein · Nackenheim (Rheinhessen) · Riesling (Erste Lagen)

Riesling Nackenheim VDP.Aus Ersten Lagen Kühling-Gillot Roter Hang · Nackenheim roter Tonschiefer (Rotliegendes) große alte Stückfässer · langes Hefelager BIO (DE-ÖKO-006) · 2022

Der Kühling-Gillot Nackenheim Riesling 2022 ist ein Prototyp des Rieslings vom Roten Schiefer. Von der Tonschieferbank, die in Nackenheim an die Oberfläche tritt – kristallklar, würzig und tief.


Nackenheim – wo die Tonschieferbank an die Oberfläche tritt

Das biologisch arbeitende Weingut Kühling-Gillot von Carolin Spanier-Gillot und H. O. Spanier in Bodenheim zählt zu den führenden Adressen am Roten Hang (DE-ÖKO-006). Der Rote Hang ist von der namensgebenden Tonschieferbank geprägt, die in Nackenheim an die Oberfläche tritt, bevor sie südlich von Nierstein wieder verschwindet.

In diesem kurzen Abschnitt wachsen nicht nur die berühmten Rieslinge der historischen Großen Lagen, sondern auch der Riesling der Ersten Lage Nackenheim: auf 90 bis 140 Metern, mit einer Neigung von 75 bis 120 % und einem Boden aus rotem Tonschiefer. Der Wein ist ein Prototyp für diese einzigartige Gesteinsformation, die den Roten Hang zu internationaler Größe führte.

Jahrgang 2022 – Roter Hang (Rheinhessen)

2022 war in Rheinhessen ein warmer, sonnenreicher Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht. Der rote Tonschiefer bewahrte steinige Würze, Klarheit und salzige Spannung – Reife und Frische im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Aus Ersten Lagen aus Nackenheim, Jahrgang 2022; 100 % Riesling von rotem Tonschiefer des Roten Hangs.

Nach der Handlese wird der Wein in großen, alten Stückfässern mit langem Hefelager ausgebaut, was ihm Fülle und elegante Cremigkeit verleiht. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).

Im Glas

Ein kristallklarer Riesling vom Roten Schiefer: gelbe Frucht und Zitrus, dazu Sommerkräuter, tabakige Anklänge und eine ausgeprägte, rauchig-steinige Würze. Am Gaumen klar und tiefgründig, mit lebendiger Säure, feiner Cremigkeit aus dem langen Hefelager und einem langen, würzig-mineralischen Nachhall.

Gelbe Frucht und Zitrus über Sommerkräutern, tabakigen Anklängen und rauchig-steiniger Würze – klar und tiefgründig, mit lebendiger Säure, feiner Cremigkeit und langem, würzig-mineralischem Nachhall.

Ein kristallklarer, langlebiger Rotliegend-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Kräutern und Pilzen sowie zu gereiftem Hartkäse.


Herkunft: Nackenheim (VDP.Aus Ersten Lagen), Roter Hang, Rheinhessen; 90–140 m, 75–120 % Neigung; roter Tonschiefer (Rotliegendes) an der Oberfläche
Klassifikation: Riesling, VDP.Aus Ersten Lagen, Rheinhessen (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Handlese, Ausbau in großen alten Stückfässern mit langem Hefelager; biologisch, DE-ÖKO-006

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Schaumweine

Cielo Prosecco Frizzante Piccolo

Schaumwein · Prosecco DOC Frizzante · 0,2 l Piccolo · Italien

Cielo Prosecco Frizzante Piccolo ist ein Prosecco DOC Frizzante in der praktischen 0,2-Liter-Piccolo-Flasche – die ideale Einzelportion zum Anstoßen.


Venetien / Italien

Der Wein stammt von Cielo e Terra, einem traditionsreichen Weinhaus aus dem Veneto mit Sitz in Montorso Vicentino. Die Glera-Trauben gedeihen auf den sonnigen Hügeln Norditaliens im milden Klima des Prosecco-DOC-Gebiets – die Grundlage für einen unkomplizierten, fruchtigen Perlwein.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Glera. Die Vergärung erfolgt im Edelstahltank; als Frizzante hat der Wein einen geringeren Kohlensäuredruck als ein Spumante und prickelt dadurch nur leicht. Abgefüllt in der 0,2-Liter-Piccolo-Flasche – perfekt für den Einzelgenuss.

Im Glas

Helles Strohgelb mit feiner Perlage. In der Nase Noten von grünem Apfel, Birne und weißen Blüten. Am Gaumen fruchtig und unkompliziert, mit feiner Frucht und sauberem Nachhall.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 6–8 °C servieren – als Aperitif, zum Anstoßen oder für unterwegs. Die Piccolo-Flasche ist die ideale Einzelportion.

Passt zu: Antipasti, Fingerfood, Vorspeisen und Salaten.


Lage: Venetien (Italien); Cielo e Terra (Montorso Vicentino)
Klassifikation: Prosecco DOC Frizzante – 100 % Glera; 0,2 l Piccolo
Ausbau: Tankgärung im Edelstahl (Frizzante)

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Weine

Dönnhoff Höllenpfad im Mühlenberg Riesling GG 2021

Weißwein · Roxheim (Nahe) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Höllenpfad im Mühlenberg VDP.Großes Gewächs Dönnhoff Roxheim · Nahe roter Sandstein (Rotliegendes) · Fels älteste Reben · ~30–40 hl/ha trocken · 2021

Der Dönnhoff Höllenpfad im Mühlenberg Riesling GG 2021 stammt aus dem felsigen Kernstück der Roxheimer Steillage Höllenpfad – von den ältesten Rieslingreben des Guts. Ein tiefgründiger, feinwürziger Riesling von großer Eleganz.


Höllenpfad im Mühlenberg – rotes Gestein in Roxheim

Das Weingut Dönnhoff in Oberhausen zählt zu den weltweit renommiertesten Rieslingerzeugern der Nahe. Der Höllenpfad liegt in Roxheim, in einem kühlen Seitental hinter Bad Kreuznach – anders als die Schiefer- und Vulkanlagen an der mittleren Nahe.

Die steile Lage ist von rotem Sandstein des Rotliegenden geprägt; die rötliche Erde speichert Wärme und gab dem „Höllenpfad" seinen Namen. Das GG stammt aus dem felsigen Kernstück „im Mühlenberg", wo die ältesten Rieslingreben des Guts stehen. Der karge, eisenhaltige Fels bringt kleine, dickschalige Beeren mit intensiver, feinwürziger Aromatik hervor; die Erträge liegen bei rund 30–40 hl/ha.

Jahrgang 2021 – Nahe

2021 war an der Nahe ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht. Der wärmespeichernde rote Sandstein und die alten Reben bewahrten Reife und Fülle, während das kühle Jahr für Frische, Würze und Spannung sorgte.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Höllenpfad im Mühlenberg (Roxheim), Jahrgang 2021; 100 % Riesling von rotem Sandstein (Rotliegendes) mit viel Fels.

Nach 100 % selektiver Handlese wird der Wein schonend verarbeitet und reift teils im Edelstahltank, teils in großen Holzfässern. Das Große Gewächs kommt erst im September des Folgejahres in den Verkauf.

Im Glas

Ein tiefgründiger, feinwürziger Riesling: rote und gelbe Frucht nach Erdbeere, Johannisbeere und saftigem Pfirsich, dazu Quitte, ein Hauch Rosmarin und eine warme, eisig-steinige Mineralität. Am Gaumen mit salzigem Grip, druckvoll und spannungsgeladen, mit weicher Textur, lebendiger Säure und einem langen, mineralischen Nachhall.

Erdbeere, Johannisbeere und saftiger Pfirsich über Quitte, Rosmarin und warmer, steiniger Mineralität – mit salzigem Grip, druckvoll und spannungsgeladen, weicher Textur und langem, mineralischem Nachhall.

Ein tiefgründiger, langlebiger Nahe-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in Rahmsauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Höllenpfad im Mühlenberg (VDP.Große Lage), Roxheim, Nahe; steile Südlage; roter Sandstein (Rotliegendes) mit viel Fels, eisenhaltig; älteste Reben des Guts, ~30–40 hl/ha
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Nahe (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: 100 % selektive Handlese, schonende Verarbeitung, Reife teils im Edelstahltank, teils im großen Holzfass

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