Das Weinbaugebiet Apulien

Geheimnisse und Genüsse Apuliens: Vom mystischen Castel del Monte zu den edlen Weinen der Region

Wie eine Stein gewordene Krone erhebt sich der trutzige Bau über der ausgedörrten Landschaft. Das Castel del Monte in der Nähe der Hauptstadt Bari regt seit jeher die Fantasie an: wozu diente die niemals fertiggestellte Anlage? Als komfortabler Landsitz, von dem aus man zu Jagdausflügen in die Umgebung aufbrechen konnte? Als frühes Fort Knox, in dem unvorstellbare Schätze gebunkert wurden? In jedem Fall hat Friedrich II. sich ein eindrucksvolles Denkmal setzen lassen. Der vielleicht berühmteste Bewohner Apuliens, Enkel von Friedrich Barbarossa, war zunächst König von Sizilien, bevor er im frühen Erwachsenenalter zum ersten Mal deutschen Boden betrat und – faktisch als Ausländer – erst römisch-deutscher König, dann Kaiser und nach erfolgreichem Kreuzzug auch noch König von Jerusalem wurde. Als der Stauferherrscher vor über 800 Jahren in Apulien weilte, wird er kaum geahnt haben, dass drei der vier hiesigen DOCG-Weine benannt sind nach seiner Lieblingsburg mit dem markanten achteckigen Grundriss, der wiederum von acht achteckigen Türmen gesäumt wird.

Zwei jener vier Weine bestehen aus der wohl hochwertigsten Traube der Region, der Uva di Troia. Die Legende besagt, dass die Griechen sie einst aus der sagenumwobenen Stadt Troja mit nach Italien brachten, als sie den Mittelmeerraum kolonisierten. Und obwohl die Herleitung wohl eher nicht der Realität entspricht, sondern die Rebe mit ihrer prägnanten Kräuterwürze aus dem kleinen Örtchen Troia in der Nähe von Foggia im apulischen Norden stammt, ist die Bedeutung der alten Griechen für den Weinbau und die allgemeine Entwicklung im äußersten Südosten Italiens nicht zu unterschätzen. Vor weit über 2500 Jahren pflanzten sie hier Rebstöcke an, womit Apulien als eines der ältesten noch heute kultivierten Weinbaugebiete nicht bloß Italiens, sondern der ganzen Welt gelten kann. Es ist einigermaßen erstaunlich, dass sich die spätreifende, ertragsarme Uva di Troia behaupten konnte hier unten in einer der ärmsten Regionen des Landes, wo man eigentlich eher auf Massenträger setzt oder gleich auf französische Reben wie Cabernet Sauvignon oder Merlot, die sich international besser vermarkten lassen. Immerhin blieb den apulischen Winzern der Aufstieg des sizilianischen Nero d’Avola nicht verborgen, weshalb viele von ihnen durch eine Umbenennung der Uva di Troia in Nero di Troia auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen versuchten.

Ob Friedrich II., von seinen Zeitgenossen nicht nur aufgrund seiner außergewöhnlich hohen Bildung ehrfürchtig „stupor mundi“, das Staunen der Welt genannt, auch Uva di Troia getrunken hat? Wir wissen es nicht genau. Aber man darf wohl annehmen, dass er Rebensaft aus diesen Gefilden genoss, und dieser war höchstwahrscheinlich rot. Endlich mal eine Region, die den landläufigen Erwartungen an italienischen Weinbau gerecht wird, mag man sich da denken: in Apulien sind vier von fünf erzeugten Weinen Rotweine. Dieser Umstand hängt besonders mit den klimatischen Verhältnissen vor Ort zusammen, denn anders als die meisten anderen Regionen Italiens ist Puglia, wie es die Einheimischen nennen, arm an Bergen oder Hügelketten – die das gesamte Land dominierenden Apenninen haben es schlicht links liegen gelassen. Stattdessen herrschen Hochebenen und Flachland vor, die sich sehr einfach bewirtschaften lassen. Kommt man aus den benachbarten Regionen Molise oder Basilikata mit ihren vielen schrundigen Felsformationen nach Apulien, fühlt man sich manchmal wie ein Europäer in den USA: mit offenem Mund bestaunt man die riesigen Dimensionen der Getreidefelder, Olivenhaine und Weinpflanzungen. Andererseits sind die Reben durch die Offenheit der Landschaft auch recht schutzlos der sengenden Sonne und heißen Winden ausgesetzt – mediterranes Klima in Reinform. Viele werden traditionell nah am Boden liegend in Buschform kultiviert, anstatt sie auf Drähten in Hochkultur zu ziehen, wodurch sie möglichst wenig Angriffsfläche bieten, und müssen während des Sommers künstlich bewässert werden – es sei denn, es handelt sich noch um von der Reblausplage verschonte uralte, tief in den Untergrund hinab wurzelnde Reben, von denen es hier mehr gibt als kaum sonst irgendwo in Italien und die den wahren Schatz Apuliens bilden. Immerhin halten die Nächte ein wenig Erholung bereit. Denn Apulien ist durch seine exponierte Lage wie sonst nur wenige andere Regionen Italiens den Einflüssen des Mittelmeers ausgesetzt. Im Osten, dem Sporn des italienischen Stiefels, liegt das Adriatische Meer, im Süden, wo die Halbinsel von Salento den Absatz bildet, das Ionische – auf diese Weise kommt Apulien auf ganze 350 Kilometer Küstenlinie, die oft bloß aus direkt ins Meer hineinragenden Felsen ohne vorgelagerten Strand besteht und in ihrer wilden Ursprünglichkeit wenig gemein hat mit Postkarten-Idyllen wie der Amalfiküste oder der Adria. Die von drei Seiten einströmende, eher lauwarme als wirklich kühle Brise macht es immerhin ein bisschen erträglicher in diesem Landstrich, der von den Römern scherzhaft Apluvia genannt wurde, das Land ohne Regen. Etwas vornehmer drückte es der Dichter Horaz aus, der Apulien mit seinen jährlich über 300 Sonnentagen als das „Land des ewigen Frühlings“ bezeichnete. Nachdem man es von den Griechen übernommen hatte, war Rom jedenfalls sehr bestrebt, die Via Appia von Rom nach Brindisi auszubauen, ein antiker Highway, auf dem neben anlandenden Waren und Sklaven aus dem Orient sicherlich auch große Mengen Wein in die Hauptstadt gekarrt wurden, denn jener aus der Stadt Tarent zählte dort zu den beliebtesten.

Sollte es einem auf einer Wandertour durch die schier endlose Region einmal zu heiß werden, hält man am besten Ausschau nach einem sich über die sanft wogenden Felder erhebenden Kraggewölbe. Bitte was? Keine Sorge, die korrekte architektonische Bezeichnung verweist lediglich auf die steinernen Dächer der sogenannten Trulli, die optisch zwar gewölbeförmig erscheinen, aber in Wahrheit nur aus stufenförmig übereinander geschichteten, unverbundenen Bruchsteinen bestehen und damit gleichsam einen Kegel ergeben. Er ruht auf einer kreisrunden, ebenfalls ohne Zuhilfenahme von Mörtel errichteten Mauer, die im Inneren nur einen einzigen Raum beherbergt und außen weiß getüncht ist. Diese primitive Bauweise, dem Menschen seit vielen tausend Jahren bekannt, ist das Grundmerkmal eines Trullos und der Grund dafür, warum die Hütten zu hunderten in der Landschaft stehen – die sehr dicken Wände mit nur wenigen, winzig kleinen Fenstern halten Hitze zuverlässig fern und dienten wohl zuerst umherziehenden Viehhirten als Wohnraum, bevor sie von Landarbeitern adaptiert wurden. Wer sich in die putzigen Häuschen schockverliebt hat, sollte der Stadt Alberobello einen Besuch abstatten. Ein ganzes Viertel besteht hier aus ihnen, teils per Durchbruch miteinander verbunden, und sogar die Kirche des Ortes orientiert sich am Stil der Kegelbauten. Grund für die ungewöhnliche Häufung ist die Cleverness eines lokalen Fürsten: dieser wollte sich Abgaben ersparen, die für jedes Haus in seinem Herrschaftsbereich an den König von Neapel zu entrichten waren. Also befahl er seinen Untertanen, ihre Häuser völlig ohne Mörtel zu errichten, damit sie im Falle eines Kontrollbesuchs königlicher Steuereintreiber schnell demontiert und später neu aufgebaut werden konnten. Ein besonders interessanter farblicher Kontrast ergibt sich dort, wo ein schneeweißer Trulllo auf dem in weiten Teilen der Region roten Boden, der „terra rossa“ steht. Seine Farbe verdanken Sandstein und Lehm dem hohen Anteil an Eisenoxid. Den Untergrund bildet Kalkstein, der den Weinen Fülle und Weichheit und auch eine in diesem heißen Landstrich so gar nicht erwartete, oft leicht salzige Mineralität verleiht. Seine wasserspeichernden Eigenschaften sind überdies unverzichtbar, wenn mal wieder wochenlang kein Regen fällt und jeder Tropfen zur kostbaren Reserve wird.

Apulien ist untrennbar mit einer Rebsorte verbunden, die sich gerade in Deutschland großer Beliebtheit erfreut: mit dem Primitivo, der vor etwa zwei Jahrzehnten über einige Münchner Restaurants schnell in die gesamte deutsche Gastroszene einsickerte. Der Name ist nicht etwa darauf zurückzuführen, dass der Primitivo ein geschmacklich besonders simpler Wein wäre, sondern leitet sich von „primativo“ her, was so viel bedeutet wie „als erste reifend“. Die allermeisten Weintrinker haben den Namen schon einmal gehört, und dennoch gehen viele apulische Winzer gern auf Nummer sicher und vermarkten ihn lieber unter der Bezeichnung Zinfandel. Die in den USA auf Platz zwei der dort meistangebauten Sorten stehende Rebe, die es sich besonders im sonnigen Kalifornien gemütlich gemacht hat, ist nämlich mit dem Primitivo identisch. Sein tatsächlicher Ursprung liegt aber weder in den Vereinigten Staaten noch in Italien, sondern in Kroatien. Aus dem dortigen Dalmatien gelangte er im 18. Jahrhundert nach Süditalien, ist also schon seit 250 Jahren hier ansässig. Zu dieser Zeit kannte man ihn auch nördlich der Alpen schon – unter dem eher mäßig attraktiven Namen „Blauer Scheuchner“, sodass er streng genommen gerade bloß eine Renaissance in Deutschland erlebt. Da die Trauben einen recht hohen Zuckergehalt aufweisen, kann der Most zu sehr alkoholstarken Weinen ausgebaut werden, was wiederum der Wahrnehmung der in ihm gespeicherten Aromen zugute kommt. Vor allem Frucht steht dabei im Vordergrund, was den Primitivo trotz seiner durchaus gehaltvollen Art zu einem unkompliziert-gefälligen Tropfen macht. Waldbeeren dominieren, auch Kirsche oder Pflaume kann zutage treten, im Hintergrund ergänzt um Noten von Zedernholz, Nelken und, ganz charakteristisch, Zimt. Die dezente Süße, die dem Primitivo von Hause aus eigen ist, wird gern durch das Doppio-Passo-Verfahren noch einmal verstärkt: man erntet zunächst vollreife Trauben und lässt sie normal vergären, startet aber drei bis vier Wochen später einen zweiten Lese-Durchgang. Die Beeren sind jetzt schon stark angetrocknet, wodurch sich Zucker und Aroma konzentriert haben. Auch diese presst man ab und lässt dann den Most aus dem ersten Durchgang auf diesem Trester ein zweites Mal gären. Das klingt im Ergebnis zwar wuchtig wie Omas Rumtopf und ist es in gewisser Hinsicht sicherlich auch, aber nichtsdestotrotz eignet sich ein Primitivo hervorragend für Einsteiger und alle, die gehaltvolle Rote schätzen, aber nicht die Herbheit eines Cabernet oder Sangiovese mögen. Qualitatives Zentrum ist die Manduria, wo die Anforderungen dank DOC-Klassifizierung strenger sind als in anderen Gebieten und mit dem Dolce Naturale sogar ein Primitivo-Süßwein im Rang einer DOCG wartet.

Wenn der Primitivo nicht sortenrein daherkommt, wird er meist mit dem Negroamaro verschnitten. Der wohlklingende Name bedeutet übersetzt so viel wie „schwarz und bitter“ und stammt noch aus einer Zeit, in der die Kellertechnik wenig ausgereift war und man extrem schwere, strenge Weine aus der dickschaligen und damit tanninreichen Traube erzeugte. Davon ist heute nichts mehr zu spüren: reinsortig ausgebaut besticht der Negroamaro mit einer Aromatik von schwarzen Johannisbeeren und Kirschen, im Nachhall leichte Bittermandel und eine Spur orientalischer Würzigkeit. Die nun spürbar besser eingebundenen Gerbstoffe verleihen ihm eine deutlich höhere Lagerfähigkeit als der sofort trinkbare und auch eher für baldigen Konsum gedachte Primitivo sie hat. Will man dem Negroamaro die Chance geben, sein Potential voll auszuschöpfen, greift man am besten zu einem Exemplar aus der DOC Salice Salentino, wo die Weine oft in Eichenfässern reifen und sich mit deren Hilfe eine eindrucksvolle Komplexität zulegen.

Auch für Rosés ist der Negroamaro hervorragend geeignet und wird dabei eigentlich nur von einer anderen Rebe in den Schatten gestellt: dem Bombino Nero. Im Bereich Castel del Monte wurde ihm sogar der Status einer DOCG zuerkannt: italienweit die einzige, die ausschließlich Roséweinen vorbehalten ist. Sein Name – und dafür muss man schon einiges an Fantasie aufbieten – stammt von der Ähnlichkeit, welche die pyramidenförmige Traube mit einem die Arme ausbreitenden Kind haben soll. Naja. Anders als die meisten anderen Roten der Region kommt er jedenfalls nicht purpurfarben bis schwärzlich-violett, sondern in einem eher blassen Rotton daher, was ihn als Grundlage für Rosés besonders geeignet macht, und weist auch nicht ein derart marmeladiges Mundgefühl auf – viel eher präsentiert er sich erfrischend leicht mit rassiger, die Trinkigkeit erhöhender Säure und einem blumigen Bukett von roten Johannisbeeren und Walderdbeeren, unterlegt von zarten exotischen Anklängen wie Granatapfel und Blutorange.

Weißweinliebhaber sollten die Augen offenhalten, dann entdecken sie mit viel Glück einen Verdeca. Die autochthone, wahrscheinlich ebenfalls von den Griechen ins Land gebrachte Rebe ist mittlerweile eine echte Rarität: geschmacklich eher neutral, fristete sie lange Zeit ein Dasein als „Zulieferer“ für die Wermut-Produktion. Weil der Wermut-Absatz seit Jahren im Sinkflug ist, hat auch die Verdeca keinen leichten Stand – die paar Verrückten, die ihr dennoch die Treue gehalten haben und ihr Potential auch nicht in aufgespriteter Massenware ertränkt sehen wollen, schwärmen vom Mineralisch-Harzigen und dem filigranen Mandelaroma der Traube, wenn man sie richtig zu behandeln versteht. Wirklich außergewöhnliche Weiße werden sich dennoch eher nicht finden lassen: in der Gluthitze gelingt es den Reben kaum, sich ein ausreichendes Säurepolster zu bewahren, das den hohen Alkohol geschmacklich einbinden könnte. Am ehesten sind noch tolerante Allrounder wie der Chardonnay in der Lage, das wegzustecken.

Kommt man am Abend von einem Ausflug zurück in eines der Dörfer, die sich in die große Stille unter einem in seiner Unendlichkeit geradezu erdrückenden Sternenhimmel kauern, nagen sicher schon Hunger und Durst an einem. Wie gut, dass die Italiener so gastfreundlich sind! Vielleicht hat man Glück und kommt in Kontakt mit einem der Bauern der Region – der neuzeitlich-technische Begriff „Landwirt“ passt zu diesen nach wie vor erdverwachsenen Typen nicht wirklich -, der einen auf seine Masseria einlädt. Diese typisch apulischen Gehöfte stammen teilweise noch aus dem Mittelalter und vereinen, vor der Außenwelt geschützt durch eine hohe, manchmal noch mit Gräben, Türmen und Wehrgängen verstärkte Mauer, die verschiedensten Wirtschaftsgebäude: neben Ställen für das Vieh und diversen Speichern auch Korn- und Ölmühlen, Schmieden oder Käsereien. Manche Masserien erreichen die Größe eines kleinen Dorfes und verfügen sogar über eine eigene Kirche. Eine unterirdische Zisterne machte sie früher von der Außenwelt vollends unabhängig und ermöglichte die Nutzung als Wehrbauernhof: bei einer feindlichen Invasion, wie sie hier unten an der Mittelmeerküste durchaus eine reale Gefahr darstellte, konnte eine Masseria den Einheimischen Schutz bieten, einer Belagerung zumindest eine Zeit lang standhalten und als Basis für Gegenangriffe dienen.

Was im großen Innenhof vor dem alles dominierenden, mit seinen gotischen, barocken oder klassizistischen Verzierungen durchaus herrschaftlichen Haupthaus zur „cena“, dem Abendessen, serviert werden könnte? Die einen umgebende Masseria gibt darauf einen Vorgeschmack: wie sie ist die apulische Küche nicht extrem ausgefeilt, sondern eher rustikal, dafür aber sehr reichhaltig und basierend auf frischen, lokalen Produkten echtes Soul Food. Wie alle Italiener lieben auch die Apulier Pasta, haben aber mit den – im besten Falle natürlich handgefertigten – Orecchiette eine ganz eigene Variante davon: die Nudeln sind rund und in der Mitte leicht gewölbt, als hätte jemand mit seinem Daumen in das Teigplättchen hinein gedrückt, und tragen ihren Namen aufgrund optischer Ähnlichkeit mit einer Ohrmuschel. Mit dieser Form nehmen sie perfekt Saucen auf, zum Beispiel eine gehaltvolle Mischung aus Ricotta und Tomaten. Überhaupt werden sie gern mit Gemüse kombiniert, vor allem dem omnipräsenten Stängelkohl. Die Pflanze, die an eine Mischung aus Staudensellerie und Brokkoli erinnert, gilt in Apulien als klassisches Wintergemüse. Geschmacklich weist er durchaus Ähnlichkeit mit Kohl auf, ist dabei aber deutlich bitterer und mit seinem extrem intensiven, mit zunehmender Reife sogar leicht scharfen Geschmack sicher nicht jedermanns Sache. Zugänglicher als dieses heimliche Nationalgericht Apuliens sind da schon die vielen Gerichte mit Aubergine als Grundlage: ob als mit Pecorino-Käse gefüllte Röllchen oder ausgehöhlt und mit einer cremigen Paste aus Olivenöl, Tomaten und Semmelbröseln überbacken – in jedem Haushalt existieren eigene Variationen der Melanzane-Zubereitung. Allen ist aber gemein, dass sie stets mit Mengenangaben arbeiten, die eine ganze Familie satt zu kriegen imstande sind. Als kleiner Snack vorweg oder zwischendurch eignen sich hingegen Friselle. Das Gebäck erinnert optisch an einen Bagel, ist aber deutlich trockener und deswegen wochen- oder sogar monatelang haltbar – mag man es nicht so knusprig, darf man sie gern in Salzwasser tauchen und damit weicher machen. Ähnlich der bekannteren Bruschetta werden sie mit Olivenöl und Tomaten gegessen, verfeinert mit Oregano, dem hier omnipräsenten Gewürz, ohne das kaum ein herzhaftes Gericht auskommt. Neben den Gemüseplantagen ist es vor allem das Meer, welches zahlreiche Zutaten beisteuert: seien es Sardellen als vielseitiges Würzmittel, Miesmuscheln, die zusammen mit Reis und Kartoffeln die beliebte Tiella barese ergeben, oder das aus Gallipoli stammende Scapece, für das frittierte kleine Fettfische in mit Essig und Safran getränktem Paniermehl mariniert werden.

Obwohl Apulien mit seinen etwa 90 000 Hektar nach Sizilien das größte Weinbaugebiet Italiens ist, – Tendenz zum Vorteil der Qualität glücklicherweise abnehmend -, lässt seine Bekanntheit im Ausland noch immer zu wünschen übrig. Zu lange verramschte man den heimischen Most im Tanklaster in andere Teile Europas, um per Verschnitt den dortigen Weinen mehr Alkohol und Farbe zu verleihen – ernsthaftes Interesse am apulischen Terroir und seinen heimischen Rebsorten ist eigentlich erst seit der Jahrtausendwende zu beobachten. Und auch aktuell liegt der Anteil der Qualitätsweine an der Gesamtproduktion bei gerade einmal zehn Prozent. Man keltert eben nicht die herben, intellektuell herausfordernden Tropfen des italienischen Nordens, sondern sich vor allem durch ihre fast überbordende Frucht auszeichnende und preiswerte Alltagsweine, die sich im Umfeld einer entspannten sommerlichen Grillparty besser machen als in jenem eines anspruchsvollen Fünf-Gänge-Menüs. Das aufkeimende Selbstbewusstsein ist darum immer noch etwas fragil in dieser Region, die sich leider oft kleiner macht, als sie ist, und hinter den vermeintlich bekannteren Namen anderer Weinbaugebiete versteckt. Dabei müsste sie das keineswegs, denn das Potential ist schier endlos – und vor allem noch lang nicht ausgeschöpft. Während woanders in Italien, im Piemont, Venetien und der Toskana etwa, der gesamte Weinbau-Kuchen seit Langem verteilt ist, gibt es in Apulien, das über die größte Rebsortenvielfalt in ganz Süditalien verfügt, noch genug Investitionsmöglichkeiten – hoffentlich nicht nur das hinlänglich bekannte internationale Portfolio aus Merlot und Co. Ganz ohne wird es zwar nicht gehen, sollen die teils in die Jahre gekommenen Weingüter fit gemacht werden für die Zukunft – neue Kellertechnik kostet Geld, das sich nicht nur mit Liebhabertrauben verdienen lässt. Aber geben wir Apulien wie einem vielversprechenden Wein einfach noch zwei oder drei Jahrzehnte Zeit für seine Entwicklung, dann kommen neben dem aktuellen Dreiklang aus Uva di Troia, Negroamaro und Primitivo (die es sich übrigens mal gegeneinander zu verkosten lohnt…) vielleicht irgendwann auch fast vergessene Sorten wie Falanghina, Susumaniello oder Bombino Bianco wieder zu verdienten Ehren. Text: Dario Sellmeier

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Weine

Vouette & Sorbée Blanc d’Argile Brut Nature BIO

Champagner · Côte des Bar · Chardonnay (Blanc de Blancs)

100 % Chardonnay Blanc d'Argile · Brut Nature ohne Dosage Côte des Bar · Aube Vouette & Sorbée (Gautherot) Kimmeridgium · Ton & Kalk biodynamisch · Demeter Basis R20 (2020)

Der Vouette & Sorbée Blanc d'Argile Brut Nature (R20) ist ein reinsortiger Chardonnay aus biodynamischem Anbau in Buxières-sur-Arce an der Côte des Bar. Spontan vergoren, im gebrauchten Holz ausgebaut und ohne Dosage abgefüllt, zeigt er sich kompromisslos puristisch und präzise – ein Champagner von großer Reinheit und Ausdruckskraft.


Vouette & Sorbée – Kimmeridgium an der Côte des Bar

Seit der Champagnerwinzer Bertrand Gautherot, der bei Anselme Selosse gelernt hat, die Weinberge von seinem Vater übernommen hat, vermarktet er seine Champagner selbst. Sein rund fünf Hektar großes, seit 1998 biodynamisch (Demeter) bewirtschaftetes Gut in Buxières-sur-Arce zählt zu den Stars der Winzerchampagner-Szene.

Die Reben des Blanc d'Argile wachsen auf ton- und kalkhaltigen Kimmeridgium-Böden – demselben Muschelkalk-Mergel, der auch das nahe Chablis prägt. Dieser Untergrund verleiht dem Champagner seine feine Kreidigkeit und salzige Spannung. „Argile" ist das französische Wort für Ton und benennt damit direkt das Terroir dieser Cuvée.

Basis R20 – Côte des Bar

Gautherot deklariert seine Champagner nicht als Jahrgang, vermerkt aber Basisjahr und Dégorgement auf dem Etikett: „R20" steht für den Basisjahrgang 2020. Das kühle, klar strukturierte Profil dieses Jahrgangs unterstreicht die puristische, mineralische Ausrichtung der Cuvée.

Herstellung und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay (Blanc de Blancs), Brut Nature (ohne Dosage); Basis R20 (2020).

Der Most wird spontan mit den eigenen Hefen vergoren und im gebrauchten Holzfass ausgebaut; die malolaktische Gärung läuft natürlich ab. Bis zur Füllung wird auf Schwefel weitgehend verzichtet, und der Champagner wird gänzlich ohne Dosage abgefüllt. Diese kompromisslos natürliche, handwerkliche Machart aus biodynamischem Anbau (Demeter) stellt das Terroir in den Vordergrund – ohne jede kosmetische Korrektur.

Im Glas

In der Nase feine Zitrusnoten, grüner Apfel, weißer Pfirsich und Anklänge von nassem Kalkstein. Am Gaumen straff, klar und energiegeladen, mit vibrierender Mineralität und langem, kühlem Nachhall. Ein Champagner von großer Reinheit und Ausdruckskraft – charaktervoll, tief und unverfälscht.

Zitrus, grüner Apfel und weißer Pfirsich über nassem Kalkstein – straff, klar und energiegeladen, mit vibrierender Mineralität und langem, kühlem Nachhall.

Nicht zu kalt servieren (10–12 °C), damit sich die Tiefe voll entfaltet.

Am Tisch

Als kompromissloser Aperitif, zu Austern und Meeresfrüchten, zu edlem Fisch und Sushi sowie zu jungem Comté und anderen mild-nussigen Hartkäsen.


Lage: Buxières-sur-Arce, Côte des Bar (Aube, Champagne); ton- und kalkhaltige Kimmeridgium-Böden
Klassifikation: Champagne AOC; Blanc de Blancs, 100 % Chardonnay; Brut Nature (ohne Dosage); Basis R20 (2020)
Ausbau: Spontangärung, Ausbau im gebrauchten Holzfass, natürliche Malo, ohne Dosage, schwefelarm; biodynamisch (Demeter), FR-BIO-01

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Rebsorten

Conte di Campiano Sangiovese del Conte

Rotwein · Sangiovese · Emilia-Romagna · Italien

Conte di Campiano Sangiovese del Conte ist ein rubinrot funkelnder Rotwein aus der Emilia-Romagna, der drei Monate in kleinen Barriques reifte. In allen Facetten duftet und schmeckt er nach reifer Kirschfrucht. Für einen Sangiovese ist er ungemein reif und vollmundig – mit geschmeidigem Abgang.


Emilia-Romagna

Die Emilia-Romagna in Norditalien ist für ihre fruchtbetonten, zugänglichen Rotweine bekannt. Sangiovese, die klassische Rotweinsorte Mittelitaliens, bringt hier einen reifen, vollmundigen Stil hervor.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Sangiovese. Er reift drei Monate in kleinen Barriques, bevor er auf die Flasche gezogen wird – das gibt ihm Struktur und einen geschmeidigen Charakter.

Im Glas

Rubinrot funkelnd. In Nase und Geschmack durchgehend reife Kirschfrucht. Am Gaumen für einen Sangiovese ungemein reif und vollmundig, mit großer Konzentration und einem geschmeidigen, weichen Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Pasta mit Tomatensugo, Grillfleisch, Pizza und mittelreifer Käse.


Lage: Emilia-Romagna (Italien)
Klassifikation: Sangiovese (Emilia-Romagna)
Ausbau: Sangiovese, 3 Monate Barrique

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Weine

Rémi Jobard Meursault 1er Cru Les Charmes blanc 2022 BIO

Weißwein · Meursault 1er Cru · Chardonnay

Chardonnay Meursault 1er Cru Côte de Beaune 2022 Les Charmes · Bio (Ecocert)

Der Meursault 1er Cru Les Charmes 2022 der Domaine Rémi Jobard ist ein mineralischer, kraftvoll-eleganter Bio-Chardonnay – eine der schönsten Ausdrucksformen des weißen Burgunders, mit großem Spannungsbogen zwischen Frische, Fülle und Komplexität.


Les Charmes – Südhang unter Genevrières und Perrières

Der 1er Cru Les Charmes gehört zu den größten und bekanntesten Premier-Cru-Lagen Meursaults und steht sinnbildlich für die kraftvolle Eleganz, die die Weine weltberühmt gemacht hat. Die Parzelle liegt am sanften Südhang unterhalb der Toplagen Genevrières und Perrières. Die kalkhaltigen, teils steinigen und gut durchlässigen Böden zwingen die Reben zu tiefem Wurzelwachstum – ideal für Tiefe, Struktur und mineralische Finesse.

Viel Morgensonne und kühlere Nachmittage sorgen für eine langsame, gleichmäßige Reife. Besonders begehrt ist der höher gelegene Teil (Les Charmes-Dessus), der zu den feinsten Premier Crus Meursaults zählt – ein Wein mit großem Lagerpotenzial.

Jahrgang 2022 – Côte de Beaune

2022 war im Burgund ein warmer, sonnenreicher und trockener Jahrgang. Dank Wasserreserven aus dem Frühjahr kamen die Reben gut durch den heißen Sommer, sodass eine gesunde und großzügige Ernte eingebracht wurde.

Trotz der Wärme bewahren die Weißweine ihre Rasse: reife, großzügige Frucht, getragen von erhaltener Spannung und Frische.

Vinifikation und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, biodynamisch erzeugt (Ecocert, FR-BIO-01).

Handlese bei kontrollierten Erträgen, Spontangärung mit Naturhefen. Der Ausbau erfolgt rund zwölf Monate in großen Stockinger-Demi-Muids (600 l, österreichische Eiche) und gebrauchten Pièces – maximal 20 % neues Holz –, gefolgt von etwa sechs Monaten im Edelstahltank. Abgefüllt wird unfiltriert, mit minimalem Schwefel.

Im Glas

Ein großzügiges Bouquet aus gelbem Apfel, Zitronenblüte und Mandarine über einer salzigen Mineralität, dazu Brioche, gesalzene Butter, geröstete Haselnuss und feine Kräuternoten. Am Gaumen reich und vollmundig, zugleich sehnig und straff strukturiert; eine vertikale Säure und ein mineralisches Gerüst geben präzise Definition, der Abgang ist lang und salzig. Kraftvoll und agil zugleich.

Spannung zwischen Opulenz und Präzision – kraftvoll und agil, mit langer, salziger Länge.

Profitiert von Reife; Trinkfenster etwa 2026–2035. Bei 12–13 °C servieren.

Am Tisch

Hummer in Buttersauce, gebratene Jakobsmuscheln, Steinbutt, Kalb in Rahm oder gereifter Comté. Ein großer Weißwein für die festliche Küche.


Lage: Meursault „Les Charmes" (Côte de Beaune); Südhang unter Genevrières und Perrières, kalkhaltig-steinige Böden
Klassifikation: Meursault 1er Cru
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung, ~12 Monate in Stockinger-Demi-Muids (600 l) und gebrauchten Pièces, max. 20 % neues Holz, +6 Monate Edelstahl, unfiltriert · biodynamisch (Ecocert, FR-BIO-01)

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Frankreich

Groffier Chambolle Musigny Sentiers 1er Cru 2019

Rotwein · Chambolle-Musigny 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny 1er Cru Les Sentiers 2019 13,50 % vol

Der Robert Groffier Chambolle-Musigny Les Sentiers 1er Cru 2019 stammt von rund 80 Jahre alten Reben am nördlichen Rand von Chambolle, direkt an der Grenze zu Morey – im reifen Jahrgang 2019 der opulenteste der Groffier-Crus, dicht und würzig, mit der Finesse von Chambolle.


Les Sentiers – die Lage

Les Sentiers ist der nördlichste Premier Cru von Chambolle-Musigny, rund 500 Meter nordöstlich des Dorfes gelegen, unterhalb des Grand Cru Bonnes-Mares und unmittelbar an der Grenze zu Morey-Saint-Denis (Les Ruchots). Auf 4,9 Hektar zeigt sich das Terroir eher mit Morey verwandt und ergibt eine kräftigere Stilistik als die feingliedrigen Chambolle-Lagen.

Wo Chambolle sonst für leichte, steinige Böden bekannt ist, liegt hier ein höherer Tonanteil über dem Kalkstein, was dem Boden seine braune Färbung und dem Wein Dichte und Kraft gibt. Groffier bewirtschaftet rund 80 Jahre alte Reben, erzogen im seltenen Cordon-Royat-System für niedrige Erträge und konzentrierte Trauben.

Jahrgang 2019 – Côte de Nuits

2019 war in der Côte de Nuits ein warmer, trockener Jahrgang mit kleinen Erträgen und hoher Konzentration.

Trotz der Reife blieb eine bemerkenswerte Frische erhalten – die Weine zeigen dichte, reife Frucht, festes Tannin und gutes Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2019, 13,50 % vol.

Vergoren mit hohem Ganztrauben-Anteil (rund 80–90 %), ausgebaut in etwa 20–25 % neuem Holz. Ganztrauben- und Neuholzanteil werden jahrgangsweise angepasst – die Stilistik zielt auf Konzentration aus der Traube, nicht aus dem Keller.

Im Glas

Sattes Purpur. In der Nase Kirsch und Orangenzeste über reifer roter Beerenfrucht. Am Gaumen mittelgewichtig und sehr saftig, mit gutem Gewicht und – für einen Chambolle – muskulöser Statur; reichlich schwarzer Pfeffer hebt das Finale, während die Ganztrauben dem Abgang Frische verleihen.

Opulent und reif, würzig und muskulös – der dichteste der Groffier-Crus, getragen von frischer Ganztrauben-Würze.

Jung noch etwas stämmig: profitiert von Luft und langer Kellerzeit. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Reh, Taube, Ente und Rind, zu Gerichten mit Pilzen oder Trüffel sowie zu gereiftem Weichkäse. Ein eleganter Begleiter für festliche Küche.


Lage: Chambolle-Musigny 1er Cru Les Sentiers, Côte de Nuits, Bourgogne (Frankreich); eisenreicher Ton über Kalkstein, alte Reben (~80 J.), 4,9 ha (Cru gesamt)
Klassifikation: Chambolle-Musigny 1er Cru AOC (Les Sentiers), Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; ~80–90 % Ganztrauben; ~20–25 % Neuholz

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Whisky

Glenfarclas 40 Jahre

Single Malt Scotch Whisky · Highland (Speyside) · Sherryfass-Reifung

Single Malt Scotch Whisky Highland (Speyside) Glenfarclas 40 Jahre Oloroso-Sherryfass 43 % vol 0,7 l

Der Glenfarclas 40 Jahre Highland Single Malt ist ein Klassiker der Familienbrennerei: vier Jahrzehnte Reife in Sherryfässern schenken ihm jene generöse Sherry-Prägung, für die Glenfarclas berühmt ist – dunkle Schokolade, Trockenfrüchte, Leder und eine cognacartige Rancio-Tiefe.


Glenfarclas – Highland-Brennerei der Familie Grant

Glenfarclas liegt in Ballindalloch im Herzen der Speyside und wird seit 1865 ununterbrochen von der Familie Grant geführt – heute in sechster Generation und damit eine der wenigen wirklich unabhängigen Brennereien Schottlands. Der Name bedeutet „Tal des grünen Grases".

Die Brennblasen von Glenfarclas sind die größten der Speyside und werden – eine Seltenheit – noch direkt mit Gasflammen befeuert. Aus diesem kraftvollen, öligen Destillat entsteht ein traditioneller Highland-Malt mit ausgeprägter Sherry-Prägung. Auf dem Gelände lagern rund 68.000 Fässer in klassischen Dunnage-Warehouses, mit Beständen aus jedem Jahrgang seit 1953.

Sherry-Stil aus dem Dunnage-Warehouse

Der Charakter von Glenfarclas entsteht im Fass: Gereift wird vorrangig in Sherryfässern (Oloroso), in feuchten, kühlen Dunnage-Lagerhäusern, in denen die Fässer nur wenige Lagen hoch gestapelt liegen. Diese langsame, gleichmäßige Reife über vier Jahrzehnte verleiht dem 40-Jährigen seine dichte, vielschichtige Sherry-Würze, ohne dass die Eiche je übermäßig hervortritt.

Reifung – 40 Jahre im Sherryfass

Single Malt Scotch Whisky, mindestens 40 Jahre gereift, 43 % vol, 0,7 l.

Vermählung sorgfältig ausgewählter, über 40 Jahre alter Sherryfässer aus den Lagerhäusern der Brennerei. Abgefüllt mit 43 % vol in der schlichten Ausstattung der Standardrange, präsentiert in einer Box, deren Gestaltung an die ikonischen Türen der Glenfarclas-Lagerhäuser erinnert.

Im Glas

In der Nase dichte dunkle Schokolade, Zigarrenkiste und Rosinen, dazu mit der Zeit Anklänge von altem Eichenholz und Leder sowie eine cognacartige Rancio-Note. Am Gaumen Christmas Cake und ein Hauch Tabak, Schokoladen-Orangen-Brownies, Kaffeebohnen und saftige Trockenfrüchte; im Hintergrund Funken von Zimt und schwarzem Pfeffer, die eine wohlige Wärme spenden.

Generöse Sherry-Fülle, wie sie nur vier Jahrzehnte im Fass schenken – komplex, rund und von großer Tiefe.

Der lange Abgang trägt dichte Noten von Sherry und Butterscotch; später entwickeln sich Bitterorangen-Marmelade und Ingwer.

Zum Genuss

Pur bei Raumtemperatur in einem tulpenförmigen Nosing-Glas genießen, ohne Eis. Ein paar Tropfen stilles Wasser können die Aromatik zusätzlich öffnen. Ein Whisky für den besonderen Moment – als Digestif oder zur Zigarre.


Brennerei / Region: Glenfarclas, Ballindalloch, Highland (Speyside), Schottland; familiengeführt seit 1865
Kategorie: Single Malt Scotch Whisky, 40 Jahre; 43 % vol, 0,7 l
Reifung: über 40 Jahre in Oloroso-Sherryfässern, Dunnage-Warehouse; direkt befeuerte Brennblasen

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Weine

Domaine Trapet Kientzheim Riesling 2023 BIO

Weißwein · Alsace · Riesling

Riesling Alsace AOC Lieu-dit Kientzheim Biodynamie (Demeter) 2023 13,00 % vol

Der Domaine Trapet Kientzheim Riesling 2023 ist ein trockener, mineralischer Elsässer Riesling von biodynamischer Handarbeit – zitrusfrisch, präzise und exemplarisch im Sortenausdruck.


Kientzheim – Elsässer Terroir unter dem Schlossberg

Andrée Trapet, Elsässerin und Winzerin, führt seit 2002 das Familiengut im Elsass weiter und bewirtschaftet die Reben konsequent biodynamisch (Demeter-zertifiziert). Zum Gut gehören neben renommierten Grands Crus zahlreiche Lieux-dits auf den Gemarkungen von Kientzheim, Ammerschwihr, Riquewihr und Beblenheim.

Dieser Riesling stammt aus dem Lieu-dit Kientzheim, südlich von Riquewihr am Fuße des Grand Cru Schlossberg. Die kalkgeprägten Böden verleihen dem Wein seine florale, zitrusbetonte Art und eine ausgeprägte Mineralität – ein klassisch trockener Stil, ganz auf Reinheit und Terroir ausgerichtet.

Jahrgang 2023 – Elsass

Der Jahrgang 2023 brachte im Elsass reife, aromatische Weißweine mit guter Frische. Die feine Spannung des Jahrgangs prägt diesen Riesling spürbar und verbindet aromatische Reife mit präziser, eleganter Balance.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2023, trocken, 13,00 % vol.

Sorgfältige Parzellen-Selektion, langsame Spontangärung mit indigenen Hefen ohne Zusätze, Reife in alten Foudres auf der Feinhefe. Reduzierter Schwefeleinsatz für einen möglichst reinen Ausdruck von Rebsorte und Terroir. Biodynamie (Demeter), FR-BIO-01.

Im Glas

Leuchtendes Zitronengelb mit intensiven Lichtreflexen. In der Nase ein perfekter Riesling-Sortenausdruck mit Terroir-Anklang: kandierte Zitrusfrüchte, gelbe Zitrone und Zitronat, mit Belüftung dazu weiße Blüten, edle Kräuter und Gewürze – insbesondere Ingwer. Am Gaumen ein fast fleischiger Auftakt, getragen von einer vollen, harmonischen Struktur; die mineralische, prickelnde Textur verleiht dynamische Spannung. Geschmacklich spiegeln sich die Duftaromen wider, ergänzt durch eine dezente, charakteristische Rauchigkeit im Hintergrund.

Ein Elsässer Riesling von exemplarischer Qualität, wie er im Bilderbuch steht.

Der Abgang ist langanhaltend und bewahrt seine frische Leichtigkeit – präzise und elegant, geprägt vom Stil der Region und der feinen Spannung des Jahrgangs. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Flusskrebsen und Meeresfrüchten, zu gebratenem Fisch, zur Elsässer Tarte flambée, zu Geflügel mit Pilzen sowie zu jungem Munster.


Lage: Lieu-dit Kientzheim, Alsace (Frankreich); südlich von Riquewihr am Fuße des Schlossberg, kalkgeprägte Böden
Klassifikation: Alsace AOC, Riesling (trocken)
Ausbau: Riesling; Spontangärung mit indigenen Hefen, alte Foudres, Feinhefe, reduzierter Schwefel; Biodynamie (Demeter)

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Spirituosen

Milenario Brandy de Jerez Luis Caballero

Spirituose · Brandy de Jerez · El Puerto de Santa María · Spanien

Milenario Brandy de Jerez von Luis Caballero ist ein edler Brandy aus El Puerto de Santa María, der in ehemaligen Sherry-Eichenfässern reifte. Ein unkomplizierter, geschmeidiger Brandy mit reichem Aroma und angenehmer Bernsteinfarbe.


Herkunft

Die familiengeführte Bodega Luis Caballero (gegründet 1830) hat ihren Sitz in El Puerto de Santa María im Marco de Jerez und zählt zu den traditionsreichsten Häusern der Region. Den Namen verdankt der Brandy dem „Drago Milenario", einem uralten Drachenbaum im Patio der Bodega.

Destillation und Reifung

Hergestellt aus Weindestillaten und gereift im traditionellen Solera- und Criaderas-System in alten amerikanischen Eichenfässern, die zuvor Sherry (Oloroso) enthielten. Als Brandy de Jerez der Kategorie „Solera" – der zugänglichen Einstiegsstufe – erhält er durch die Fassreife seine Bernsteinfarbe und sein weiches Aroma.

Im Glas

Angenehme Bernsteinfarbe. In der Nase Noten von Vanille, Nuss und Eichenholz mit einem Hauch Schokolade. Am Gaumen weich und geschmeidig, mit fruchtig-nussigem Charakter und harmonischem Abgang.

Pur und im Drink

Pur bei Raumtemperatur oder auf Eis genießen – ebenso geeignet als Basis für Longdrinks und Cocktails.

Ideal: pur, auf Eis oder im Longdrink.


Herkunft: El Puerto de Santa María (Spanien); Bodega Luis Caballero
Art: Brandy de Jerez (Kategorie Solera)
Destillation: holandas aus Jerez-Weinen
Reifung: Solera-/Criaderas-System in alten amerikanischen Sherry-(Oloroso-)Eichenfässern

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Spanien

Mauro 2022

Rotwein · Vino de la Tierra de Castilla y León · Tempranillo-Cuvée

Tempranillo-Cuvée VT Castilla y León Tudela de Duero · Traspinedo 16 Monate Eiche 2022 14,50 % vol

Der Mauro 2022 ist die klassische Cuvée des Guts von Mariano García – überwiegend Tempranillo, geprägt von reifen Früchten und zarten floralen Primärnoten. Gut strukturiert, weich und voll im Mund, mit langem, präzisem Abgang.


Mauro – Mariano García in Tudela de Duero

Bodegas Mauro ist das persönliche Projekt von Mariano García, der 30 Jahre lang technischer Leiter von Vega Sicilia war. Seit 1978 entstehen hier in Tudela de Duero bei Valladolid kleine Mengen großer, lagerfähiger Rotweine, getragen von der Identität des Terroirs und einem präzisen Ausbau. Der namensgebende Mauro ist die Visitenkarte des Guts – ein Wein, der seinen unverwechselbaren Stil über die Jahrgänge geprägt hat.

Da der Ort knapp außerhalb der DO Ribera del Duero liegt, führt Mauro die Klassifikation Vino de la Tierra de Castilla y León – ein reines Etiketten-Detail, keine Frage der Qualität. Die Trauben stammen aus Tudela de Duero und Traspinedo, von tonig-kalkigen Böden im rauen Kontinentalklima des Duero-Tals; bewirtschaftet wird ökologisch, ohne Herbizide.

Jahrgang 2022 – Castilla y León

2022 war im Duero-Tal ein herausfordernder, sehr trockener und heißer Jahrgang mit ausgeprägter Sommerhitze. Das zeigt sich in der reifen, ausdrucksvollen Frucht des Weins. Sorgfältige Weinbergsarbeit und perfekte Lese bewahren dennoch Balance und Frische – ein konzentrierter, aber zugänglicher und harmonischer Mauro.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus rund 85 % Tempranillo sowie Syrah und Cabernet Sauvignon, Jahrgang 2022, 14,50 % vol.

Reife über 16 Monate in Foudres und Barriques aus französischer und amerikanischer Eiche, neu und gebraucht; Abfüllung im April 2024. Ein Tinto modernen Zuschnitts, der dennoch die Identität des Terroirs und die Tradition des Hauses widerspiegelt. Ökologisch bewirtschaftet.

Im Glas

Geprägt von reifen Früchten und zarten floralen Primärnoten. Gut strukturiert, weich und voll im Mund, spiegelt der Mauro wieder einmal die Eigenheiten der Bodega wider. Lang anhaltender Abgang mit frischen, präzisen Tanninen.

Opulent, weich und ausdrucksstark – ein Tinto, der die Handschrift von Mauro über die Jahrgänge trägt.

Schon jetzt zugänglich, mit gutem Reifepotenzial; profitiert von einer Karaffe. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu kastilischen Braten, zu rotem Fleisch und Lamm vom Grill, zu Ibérico-Schwein sowie zu gereiften Hartkäsen.


Lage: Vino de la Tierra de Castilla y León, Tudela de Duero und Traspinedo (Spanien); tonig-kalkige Böden, raues Kontinentalklima
Klassifikation: VT Castilla y León, Tempranillo-Cuvée (trocken)
Ausbau: Tempranillo-Cuvée (85 % Tempranillo, Syrah, Cabernet Sauvignon); 16 Monate Foudres/Barriques franz. und amerik. Eiche; ökologisch bewirtschaftet

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