Das Weinbaugebiet Jerez

Sherry – Eine Jahrtausendalte Tradition

Huch, konnte man sich hier nicht so recht entscheiden? Oder warum steht ein und derselbe Ausdruck in drei Sprachen auf jeder Flasche aus Jerez – neben ebenjenem spanischem auch noch die lokale Dialektform Xérès und das englische Sherry, das weltweit wohl am geläufigsten ist für die berühmten Likörweine aus Andalusien. Man könnte aber gut und gerne noch einige weitere Sprachen hinzufügen, wollte man all diejenigen Nationalitäten abbilden, die irgendwann in der Geschichte einmal daran mitgewirkt haben, dass hier weltweit ganz und gar unverwechselbare Tropfen erzeugt werden können. Die der Phönizier etwa – vor etwa 3000 Jahren legten die Schiffe des in der Levante beheimateten Volkes im Süden der Iberischen Halbinsel an und brachten aus ihrer Heimat die ersten Rebstöcke mit. Die Römer fanden also bereits einen ausgedehnten und gut organisierten Weinbau vor, als sie um 200 v. Chr. herum die Herrschaft übernahmen. Nicht nur die vor Ort – man taufte ihn von Xera in Ceret um – stationierten Soldaten und Beamten vermochten versorgt zu werden, es blieben auch noch große Mengen übrig, die, abgefüllt in Tonamphoren, in andere Teile des Römischen Reiches exportiert werden konnten. Selbst als der Stern der Römer im Sinken begriffen war und die Westgoten den Landstrich unter ihre Kontrolle brachten, riss der Faden nicht ab – anders als die meisten anderen germanischen und slawischen Stämme, die während der Zeit der Völkerwanderung in die römischen Provinzen einfielen, zerstörten die Goten nicht wahllos alles, was sie vorfanden, sondern pflegten den Rebenbestand dauerhaft.

Die Zäsur, die den europäischen Weinbau im frühen Mittelalter nahezu allumfassend traf, kam schließlich auf anderem Wege: nicht aus dem Norden, sondern von Süden her. Zu Anfang des achten Jahrhunderts setzten die muslimischen Mauren von Nordafrika aus zum Sprung über die Meerenge an – fortan wurde die Stadt Sherish genannt. Da der von nun an tonangebende Islam keinen Alkoholgenuss duldet, wurden Weinberge gnadenlos gerodet, allein zur Herstellung von Rosinen für die von den Mauren so geschätzten Süßspeisen gab es Ausnahmen. Mehr als ein halbes Jahrtausend verging so, und während andernorts in Europa, in Frankreich oder an Rhein und Mosel etwa, unter der Herrschaft der Klöster schon längst wieder Weinbau betrieben wurde, war die Erinnerung daran in Jerez fast vollständig getilgt. Erst im Jahr 1264 gelang einem christlichen Heer die Rückeroberung dieses Teils der Iberischen Halbinsel, und damit kehrten auch die Techniken der Weinbereitung zurück. Die ansonsten eher strukturschwache Region, die noch lange Zeit an der umkämpften Grenze zwischen muslimisch und christlich kontrollierten Gebieten liegen sollte, worauf der Beiname Jerez’, „de la frontera“, hinweist, knüpfte schon bald darauf an ihre Zeit unter römischer Herrschaft an und verlegte sich ganz auf den Export des flüssigen Gutes, was in dieser Nachkriegszeit wie ein Konjunkturprogramm wirkte. Inzwischen hatte der Sherry sein Gesicht gewandelt: aus Still- war Likörwein geworden, was ironischerweise erst die von den Mauren übernommene Technik der Destillation ermöglicht hatte. Insbesondere als Proviant auf langen Schiffsreisen empfahl er sich dadurch, da er in Zeiten vor Schwefelung und Kellerhygiene durch seinen hohen Alkoholgehalt viel länger genießbar blieb als ungespriteter Wein. Die Probe aufs Exempel unternahm Ferdinand Magellan, der aus der Sherry-Region zu seiner Weltumseglung aufbrach – die dort zuvor von ihm als Verpflegung erstandenen Weine hatten also schon ganz früh das Zeug zu echten Globetrottern. Auch in die spanischen Kolonien in Südamerika lieferte man bald darauf große Mengen, was aus kleinen Weinbauern mit wenigen Morgen Rebfläche nach und nach aufstrebende Globalisierungsgewinner machte.

Einen weiteren zuverlässigen Abnehmer fand man schnell in den Engländern, die mangels eigenen Weinbaus auf Importeure angewiesen waren. Sherry galt auf der Insel zunächst als Geheimtipp, der von interessierten Kreisen zwar geschätzt wurde, es aber nicht zu außerordentlicher Bekanntheit brachte. Das sollte sich jedoch schlagartig ändern, als König Heinrich VIII. die Spanierin Katharina von Aragon heiratete – die erste seiner sechs Frauen brachte die andalusischen, damals vornehmlich süßen Weine mit in die Ehe. Vollends der Durchbruch gelang dem Sherry dann mithilfe eines gewissen Francis Drake, einer Art Pirat in Diensten der Krone, der im Hafen von Cadiz einen Teil der spanischen Armada versenkte und dabei eine große Menge ebenjenes Weines erbeutete. Was für Spanien zunächst wie ein äußerst ärgerlicher Vorfall schien, erwies sich im Nachhinein als unbezahlbare Werbung für die Region um Jerez: Königshaus und Adel in London waren nämlich hellauf begeistert von den Mitbringseln des Kaperfahrers und forderten fortan regelmäßig Nachschub jenes Tropfens, der im Englischen zunächst unter der Bezeichnung „Sack“ – abgeleitet vom spanischen „saca“ für Abfüllung – firmierte. Nicht nur die Erwähnung in etlichen Shakespeare-Dramen zeugt davon, dass Sherry damit endgültig auf der Weltbühne angekommen war – auch wenn er sehr lange Zeit, bis ins 20. Jahrhundert hinein, als ausgesprochen teuer galt und ein reiner Oberschicht-Genuss blieb. In der Folge ließen sich, genau wie im portugiesischen Porto, viele englische Handelshäuser direkt vor Ort nieder: die heutzutage großen Namen Sandeman, Williams & Humbert, Osborne und Co. stammen aus ebendieser Zeit. Niederländer und Deutsche zogen mit einiger Verzögerung nach. Diese drei Länder sind es auch, die noch immer die größten Mengen abnehmen – anders als in vielen anderen Weinbaugebieten, die den Löwenanteil ihrer Erzeugnisse selbst konsumieren, gehen vier Fünftel des Sherrys in den Export.

Phönizier, Römer, Mauren, Spanier und Briten – ein verworrenes Dickicht kultureller Einflüsse aus drei Jahrtausenden. Die Rebsortenvielfalt macht es uns da deutlich leichter, ist sie doch recht überschaubar – heutzutage zumindest, denn noch bis ins 19. Jahrhundert wurden im Grunde alle möglichen Sorten angebaut. Die Nummer eins, ohne die im Sherry-Land gar nichts läuft, ist der Palomino Fino – neun von zehn Rebstöcken entfallen auf diese sehr alte Traube, die der Legende nach den Namen eines der Offiziere trägt, die den Mauren Jerez wieder entrissen hatten. Ihre wahren Ursprünge liegen weitgehend im Dunkeln, allerdings kann sie mit hoher Wahrscheinlichkeit als autochthon betrachtet werden. Obwohl die Beeren einen recht intensiven Geschmack aufweisen und daher auch als Tafeltrauben geschätzt sind, gerät der Most sehr flach – er enthält kaum Zucker und ebenso wenig Säure. Gerade letzteres erweist sich allerdings im Hinblick auf das weitere Verfahren, dass aus dem normalen Stillwein erst einen Sherry macht, als sehr vorteilhaft, denn durch den niedrigen Säuregehalt neigt der Most zur Oxidation.

Ist Sauerstoffkontakt nicht nachteilig für einen Wein, mag sich nun jeder fragen, der schon mal einen seit zwei Wochen offenen, mittlerweile nah am Essig befindlichen Wein auf der Zunge hatte. Ja und nein. An dieser Stelle lohnt es sich, einmal einen Blick auf die Herstellung zu werfen – und vor allem auf die markanten Unterschiede während derselben. Sherry ist nämlich nicht gleich Sherry. Zum einen kennt man den Oloroso – hier ist der Name Programm. Der mit seiner Mahagonifarbe recht dunkle Wein duftet stark, vor allem nach Hasel- und Walnüssen oder feinem Tabak – das intensive Bukett verdankt er dem dauerhaften Sauerstoffkontakt während seiner Reifezeit in den „botas“ genannten Eichenfässern. Vom Oloroso und damit der Machart nach auch von anderen Likörweinen wie Madeira oder Port unterscheidet man den großen Bereich der Finos – eine Bezeichnung, die bereits verrät, dass es hier geschmacklich feiner zugeht als beim sehr vollmundigen Oloroso. Finos reifen nicht oxidativ, sondern reduktiv unter einer sogenannten Florschicht. Dabei handelt es sich um einen obenauf schwimmenden Teppich aus Hefe – durch das warm-feuchte Klima „erblüht“ dieser in den nicht vollständig gefüllten Fässern und hält Sauerstoff vom Wein fern. Die sich vom darin enthaltenden Zucker ernährende Hefe sieht alles andere als appetitlich aus, verleiht den strohgelben Finos aber seinen typischen Geschmack, der deutlich frischer, zitrisch-säurebetonter ist als jener des Oloroso und an Mandeln und Wiesenkräuter erinnert. Eine zusätzlich leicht salzige, herb-bittere Komponente bringt der Manzanilla mit ein – bei ihm handelt es sich faktisch ebenfalls um einen Fino, der aber ausschließlich aus Sanlúcar de Barrameda stammen darf, wo die Atlantikwinde einen ganz besonderen Einfluss auf die Reifung nehmen. Zusätzlich kennt man noch zwei Hybridformen, die der Art des Ausbaus nach als Fino beginnen, durch das plötzliche oder allmähliche Absterben der Florhefe aber in der letzten Phase ihrer Fassreife doch noch mit Sauerstoff in Kontakt kommen: den Amontillado und den Palo Cortado. Diese stehen nicht nur der Machart nach, sondern auch in Sachen Geschmack und Körper zwischen den beiden Polen: ersterer eher beim Fino, letzterer eher beim Oloroso.

Warum aber entsteht aus derselben Traube einmal ein Oloroso und ein anderes Mal ein Fino? Das Geheimnis liegt zum einen im Lesezeitpunkt der Palomino-Trauben: während man für oxidativ auszubauende Sherrys vollreife Beeren presst, nutzt man für die reduktiven noch nicht vollständig ausgereifte, was sich später auch im säurebetonteren Geschmack derselben widerspiegelt. Zum anderen liegt es in der Menge des zuvor dem Most zugegebenen Branntweines begründet: ist er beim Fino so gering, dass die Florbildung davon unbeeinträchtigt bleibt, lässt der höhere Alkoholgehalt des Olorosos kein Entstehen des Hefeteppichs mehr zu. Die Zugabe von Hochprozentigem hat sich also im Laufe der Zeit von einem rein konservierenden zu einem den Charakter des Weines bestimmenden Instrument gewandelt.

Jeder Sherry, ganz gleich ob heller oder dunkler, komplexer oder direkter, ist im Ursprung staubtrocken – ein sogenannter Generoso mit weniger als einem Gramm Restzucker pro Liter. Ein süßer Vertreter, am bekanntesten unter der Bezeichnung „Cream“, wird hingegen durch den Verschnitt eines trockenen Sherrys mit Süßwein oder häufig auch rektifiziertem Traubenmostkonzentrat erreicht – hinter dem sehr chemisch anmutenden Begriff verbirgt sich schlicht hochkonzentrierter Zuckersirup aus Weinbeeren, denen in einem thermischen Trennverfahren das Wasser entzogen wurde -, ein in der Weinindustrie wegen seiner Preisgünstigkeit gern genutzter Stoff. Es gibt allerdings auch sogenannte Dulces Naturales, also auf natürliche Weise süße Sherrys. Hier kommen die beiden Rebsorten ins Spiel, die dem Palomino in Jerez zur Seite stehen: der Moscatel, den man im Deutschen als Muskateller kennt, und der Pedro Ximenez, was wohl als eine Verballhornung des Namens Peter Siemens gelten kann – jener soll ein deutscher Soldat gewesen sein und die Traube einst ins Land gebracht haben. Beide werden nach der Lese zunächst in der Sonne getrocknet, um den Zuckergehalt zu erhöhen, gehen danach jedoch in Sachen Aromatik recht unterschiedliche Wege: während der Moscatel mit seinem sortentypischen, blumigen Bukett aufwartet und zumindest sensorisch von eher zurückhaltender Süße ist, wirft der Pedro Ximenez äußerst intensive Rosinen- und Dattelnoten in den Ring und gehört mit gut und gern mal über 200 Gramm Restzucker pro Liter, die zumal den älteren, schwarzbraunen Versionen eine geradezu zähflüssige Konsistenz verleihen, zu den süßesten Weinen überhaupt.

Gerade im Bereich der Dulce-Vertreter ihres Fachs wurde und wird leider viel schlechte Qualität auf den Markt geworfen, was den Ruf des Sherrys ordentlich in Mitleidenschaft gezogen hat, Stichwort Kochwein. Überhaupt ist es so eine Sache mit der Reputation: entweder sie ist überragend oder völlig im Keller, dazwischen scheint es nichts zu geben. Im spätviktorianischen England, als vier von zehn importierten Weinen Sherrys waren, erreichte er den Zenit seiner Popularität, kam dann jedoch aus der Mode. Erst als man 1933 eine geschützte Ursprungsbezeichnung einführte, womit verbindliche Richtlinien hinsichtlich zugelassener Rebsorten, Ertragsgrenzen und Kellertechnik einhergingen, konsolidierte sich der Markt und die 30er und 40er Jahre wurden zu einer weiteren kurzen Blütezeit. Bis in die späten 70er wuchsen die Produktionsmengen noch an, dann ging es wieder abwärts, bis sich der Absatz auf dem im historischen Vergleich sehr niedrigen Niveau stabilisierte, auf dem er heute ist. Dieser Umstand bietet für den Konsumenten jedoch gewisse Vorteile: während bei Champagner, Bordeaux und Co. ständig an der Preisschraube gedreht wird, erhält man hier einen nicht minder aufwändig herzustellenden Wein von häufig überragender Qualität für recht kleines Geld – Sherry ist ein echter Preis-Leistungs-Hammer.

Aber egal ob man nun Oloroso, Manzanilla oder eine andere Sherry-Art trinkt, ihnen ist eines gemein: auf der Flasche findet sich kein Jahrgang. Das ist keine Verbrauchertäuschung, sondern der speziellen Art der Reifung geschuldet. Diese vollzieht sich nämlich nicht wie sonst üblich in einem einzigen Fass. Stattdessen findet man in den Kellern der Erzeuger mit ihren teils beeindruckenden Deckenhöhen mehrere Reihen von übereinander gestapelten Fässern – in ihnen reift der Wein im sogenannten Solera-Verfahren. In der untersten Reihe findet sich der älteste Sherry – entnimmt man einem solchen Fass, der eigentlichen Solera, etwas, füllt man den entstehenden Leerstand aus dem Inhalt des darüberliegenden, der ersten Criadera, wieder auf. Da in diesem nun wiederum eine Differenz entstanden ist, gleich man aus der dritten Reihe von unten aus und immer so fort, bis man an der obersten Criadera anlangt – hier gibt der extra für diesen Job ausgebildete Trasegador frischen Most neu zum System dazu. Jüngerer wird also fortwährend – meist alle drei bis vier Monate – mit älterem Sherry vermengt: Winzer sprechen hier poetisch von einer „Vermählung“, und die minimiert das Risiko schlechter Jahrgänge und sorgt für eine dauerhaft gleichbleibende Qualität. Zudem muss die wertvolle Florhefe ohnehin stetig mit neuem Wein genährt werden, um nicht abzusterben. Dass man nicht das gängige Barrique-Format für diesen Prozess nutzt, sondern Fässer mit 500 bis 600 Litern Fassungsvermögen, ist dabei keine Willkür: durch das besondere Verhältnis von Volumen zu Oberfläche bleibt der Alkoholgehalt im Wein stets gleich – in größeren oder kleineren Fässern würde er schwanken und die Florhefe infolgedessen absterben. Anders als viele andere ausgemusterte Fässer sind jene, in denen zuvor Sherry reifte, übrigens äußerst beliebt und führen oft ein zweites Leben in Schottland: die dortigen Destillerien reißen sich um die Gebinde, um in ihnen ihren Whiskys eine ganz besondere Note zu verleihen.

Das uns noch vom Anfang bekannte, aus dem Griechischen stammende Wort Xérès bedeutet übersetzt so viel wie trocken – und genau das ist es hier im berühmten „Sherry-Dreieck“ zwischen den Städten Jerez de la Frontera, Puerto de Santa Maria und Sanlúcar de Barrameda auch. Die dem Süden Spaniens ohnehin schon eigene Hitze wird noch einmal durch die Nähe zum afrikanischen Kontinent verstärkt, der direkt auf der anderen Seite der Straße von Gibraltar beginnt – gerade einmal 100 Kilometer trennen Jerez vom marokkanischen Tanger. Im Sommer kratzt das Thermometer gern mal an den 40 Grad, Regen fällt im Schnitt nur jeden fünften Tag im Jahr. Wie können sich die Rebstöcke in diesem Backofen aufrecht halten? Das Geheimnis liegt im Untergrund verborgen und hört auf den poetischen Namen Albariza. Dahinter verbergen sich strahlend weiße Kreideböden, die Wein-Enthusiasten nicht umsonst direkt an die Côte des Blancs in der Champagne denken lässt. Durch ihre extreme Feinkörnigkeit besitzen sie eine sehr große Oberfläche, was wiederum die langfristige Speicherung großer Mengen des hauptsächlich im Winter fallenden Regens ermöglicht. Die wie Puderzucker erscheinende oberste Schicht mindert Verdunstung, zudem wirkt die helle Albariza wie ein riesiger Spiegel: sie erhitzt sich deutlich weniger als dunklere Böden, sondern wirft die Sonnenstrahlen zurück. Auf ihr gedeihen die mit Abstand besten Trauben, während auf den Arenas genannten Sandböden in Küstennähe und den als Barroso bezeichneten lehmigen Untergründen in den Talsohlen eher einfachere Qualitäten entstehen. Was der Boden den Rebstöcken an Abkühlung nicht zuliefern imstande ist, das leistet schließlich der nahegelegene Atlantik: er erhöht die Luftfeuchtigkeit und wirkt mit seinen stetig ins Landesinnere ziehenden Brisen wie ein großer Ventilator. Viele Kellereien machen sich das in besonderer Weise zunutze, indem ihre Gebäude so ausgerichtet sind, dass die vom Meer kommenden Winde durch große Tore direkt hineinwehen können.

Weit mehr als um viele andere Weine hat sich um den Sherry herum eine ganze Kultur gebildet, die dessen Einzigartigkeit unterstreicht und vom Verlangen zeugt, seinen Genuss regelrecht zu zelebrieren. Zunächst einmal wird Sherry nicht in normalen Weingläsern serviert, sondern in sogenannten Catavinos oder auch Copitas: die sind deutlich kleiner und enger, tulpenförmig und mit einem mittellangen Stiel versehen. Auf diese Weise werden die Aromen konzentriert und der Alkohol tritt nicht spritig in den Vordergrund. Warum der ohnehin schon aus der Reihe tanzende Manzanilla nochmal ein eigenes Glas, die Caña, für sich verbucht, weiß allerdings niemand. Wer Glück hat und in eine sehr traditionalistische Bar gerät oder eine Kellerführung mitmachen darf, wird vielleicht erleben, dass man sein Catavino mithilfe einer Venencia füllt. Diese lange metallene Kelle wird durch das Spundloch ins Innere des Fasses eingeführt, durchsticht die Florhefe und schöpft den edlen Tropfen quasi direkt von der Quelle. Ein geübter Kellner oder Kellermeister wird das Gerät dann über seine Kopfhöhe hinaus heben und von dort oben in weitem Bogen ins Glas strömen lassen. Der Show-Effekt, den man auch aus dem Baskenland kennt, hat einen durchaus sinnhaften Hintergrund: auf seinem langen Weg zwischen Venencia und Catavino hat der Sherry höchstmöglichen Sauerstoffkontakt und setzt infolgedessen maximale Aromenvielfalt frei. Zu dieser trägt auch die passende Trinktemperatur bei: während Finos und Manzanillas bei fünf bis sieben Grad genossen werden sollten, kommen gehaltvollere Amontillados und Olorosos bei zwölf bis 16 Grad besser zur Geltung.

Normale Stillweine, unaufgespritet und nur dem Ausbau her nach Sherry-Art, wie man sie etwa aus Montilla-Moriles kennt, werden in Jerez bisher nur in geringen Mengen erzeugt – unter 15 Prozent steigt man in anderen Worten nicht ein. Nach oben hin ist allerdings ordentlich Luft, denn neben Sherry wird auch im großen Stil Hochprozentiges auf Flasche gezogen – der Brandy de Jerez. Zwar sind die Dimensionen heute ganz andere als vor tausend Jahren, die kupfernen Brennblasen funktionieren aber im Grunde genauso wie die der Mauren, welche die Technik der Destillation ursprünglich zur Herstellung von Duftessenzen ins Land brachten. Ihr Brandy ist den heimischen Erzeugern so lieb, dass sie nicht auf die Idee kommen würden, ihn zur Aufspritung des Sherrys zu benutzen – dafür nimmt man einfachen Branntwein aus der Mancha. Man unterscheidet zwischen Solera, Reserva und Gran Reserva, wobei ersterer mindestens sechs, zweiterer mindestens zwölf und letzterer mindestens 36 Monate Fasslagerung hinter sich haben müssen. Diese Werte gelten allerdings nur auf dem Papier und werden in allen Klassen in der Regel weit überschritten: manche Gran Reservas haben mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel und offenbaren einen wahre Aromensinfonie aus Noten wie Karamell, Vanille, Kakao, Zedernholz und getrockneten Früchten.

Ja, die Region hat viele Trümpfe in der Hand: neben dem einzigartigen Terroir vor allem eine Historie, die ihresgleichen sucht. Lange bevor Rioja, Toro oder das Priorat irgendeine Rolle spielten, verankerte der Sherry sein spanisches Mutterland im kollektiven Weingedächtnis. Von dieser Zeit zehrt man – und ohne sie wäre es wohl auch kaum denkbar, dass ein mit 7000 Hektar weniger als ein Prozent der spanischen Rebfläche einnehmendes Weinbaugebiet sich international derart behaupten könnte. Ob sich der aktuelle Trend hin zu leichten, frischen Weinen mit wenig Umdrehungen negativ auf das Geschäft mit den Likör- und Branntweinen auswirken wird, muss sich erst noch zeigen. Immer mehr Winzer haben immerhin verstanden, dass statt des als Aperitif oder Digestif glänzenden Solisten Weine gefragt sind, die das Zeug zum flexiblen Speisebegleiter haben. Und da muss sich der Sherry mit seiner beeindruckenden Bandbreite von knochentrocken bis zuckersüß, von gertenschlank bis richtig füllig, definitiv nicht verstecken: Finos sind die perfekte Wahl zu kleinen Tapas wie Oliven, Muscheln und Schinken, während ein Amontillado optimal mit Geflügel oder Kalb harmoniert. Amontillado verträgt sich gut mit scharfer Asia-Küche, Oloroso schmeichelt herzhaften Gerichten wie Wild und Lamm, und ein Pedro Ximenez steht einer Vielzahl von Desserts ebenso gut zu Gesicht wie kräftigem Käse. Es ist also ohne weiteres möglich, einem Sechs- oder Sieben-Gänge-Menü ausschließlich Sherry als Begleitung zur Seite zu stellen. Selbst als Bestandteil kreativer Cocktails macht er eine gute Figur und beweist, dass er alles andere als angestaubt, sondern im Gegenteil ein wahres Multitalent ist. Manche seiner Eigenschaften erweisen sich in unserer schnelllebigen, auf unmittelbaren Genuss getrimmten Zeit sogar als unerwarteter Pluspunkt, denn jahrelang warten muss man nicht, wenn man eine Flasche Sherry kauft: die Reife ist abgeschlossen, der Wein direkt auf seinem Höhepunkt. Viva Solera!

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Rebsorten

Le Moine Volnay Clos des Chênes 1er Cru 2020

Rotwein · Volnay 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Volnay 1er Cru Clos des Chênes Côte de Beaune Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz · unfiltriert 2020

Der Lucien Le Moine Volnay Clos des Chênes 1er Cru 2020 stammt aus einem der bekanntesten Crus von Volnay – ein eleganter, fein strukturierter Pinot Noir mit heller Frucht, feinen Tanninen und lebendiger Säure. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Volnay Clos des Chênes – Eleganz am Mittelhang

Volnay bringt die elegantesten Rotweine der Côte de Beaune hervor – reine Pinot Noirs von kalkreichen Hängen zwischen Pommard und Meursault, bekannt für Finesse statt Kraft. Clos des Chênes zählt zu den bekanntesten und besten Premiers Crus der Appellation: helle Fruchtcharakteristik, feine Tannine, gute Säure und sehr viel Eleganz.

Die Lage liegt südlich des Dorfes Volnay an der Grenze zu Monthélie, benannt nach den Eichen („Chênes") an ihrem westlichen Rand. Am höheren Teil des Hangs Richtung Monthélie ist die Ausrichtung etwas südlicher – das gibt den Trauben Sonne und reiferen, sortentypischen Charakter, während kühle Brisen und Nächte die Reife verlangsamen und die Säure bewahren. Die Böden aus Kalkmergel und Ton mit felsigen Stellen und geringer Wasserversorgung sorgen für niedrige Erträge und konzentrierte Beeren.

Jahrgang 2020 – Côte de Beaune

2020 brachte an der Côte de Beaune reife, konzentrierte und zugleich frische Rotweine mit tiefer Frucht, feiner Säure und großer Energie. In einer strukturierten Lage wie Clos des Chênes ergibt das einen dichten, jugendlich-kraftvollen und zugleich eleganten Volnay mit großem Reifepotenzial – im texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, Volnay Clos des Chênes 1er Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Sehr kleine Stückzahl.

Im Glas

Vom höher gelegenen, kalkmergeligen Clos-des-Chênes-Hang lebt dieser Volnay: helle rote Frucht wie Himbeere und Kirsche, florale Nuancen und eine steinig-mineralische Würze. Aus dem reifen Jahrgang 2020 gewinnt er Dichte und Substanz, die das lange Vollhefelager und das neue Holz in eine seidige, vielschichtige Textur und feine Röstwürze einbinden. Am Gaumen kraftvoll und doch fein gezeichnet, mit feinem Tannin, lebendiger Säure und einer langen, mineralischen Linie.

Helle rote Frucht, florale und steinige Würze – seidig und elegant, mit feinem Tannin und langer, mineralischer Länge.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente und Geflügel, zu Reh und Lamm in feiner Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Weichkäse.


Lage: Volnay Clos des Chênes 1er Cru, Côte de Beaune (Burgund, Frankreich); höherer Mittelhang Richtung Monthélie, süd-/südöstliche Ausrichtung; Kalkmergel und Ton mit felsigen Stellen
Klassifikation: Premier Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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USA

Saxum James Berry Vineyard White 2017

Weißwein · James Berry Vineyard · Rhône-Cuvée

Grenache Blanc · Roussanne · Chenin Blanc · Petit Manseng James Berry Vineyard Willow Creek District Paso Robles · Kalifornien Saxum (Justin Smith) Kalkstein-Steillage Fassgärung · Vollhefe 2017

Der Saxum James Berry Vineyard White 2017 ist der erste Jahrgang dieses raren Weißweins des Kult-Erzeugers Saxum – eine ernsthaft strukturierte, zugleich komplex aromatische Rhône-Cuvée aus der Heimatlage. Im Stil eines klassischen Weißburgunders, aber mit kalifornischem Twist: konzentriert, reich und doch wunderbar balanciert.


James Berry Vineyard White – ein lang gehegter Traum

Saxum wurde 2000 von Justin Smith gegründet und zählt heute zu den gefragtesten Rhône-Erzeugern Kaliforniens. Das James Berry Vineyard ist die Heimatlage der Familie Smith im Willow Creek District westlich von Paso Robles – eine karge Lage auf Kalkstein und Kalkschiefer über einem uralten Meeresboden. Der Name Saxum ist lateinisch für „Stein".

Dieser Weißwein war lange im Werden: Roussanne steht hier bereits seit 1997, doch um die Frische zu ergänzen, die der Roussanne mitunter fehlt, pflanzte Saxum Grenache Blanc auf einem ostexponierten Abschnitt des Rocket-Block-Hügels. Das Ziel war ein Weißwein mit Struktur und Reifepotenzial wie ein klassischer Weißburgunder, aber mit kalifornischem Charakter. Im 2017er gesellen sich zum Kern aus Grenache Blanc und Roussanne noch Chenin Blanc und Petit Manseng.

Jahrgang 2017 – Paso Robles

2017 war an der kalifornischen Central Coast ein warmer, reifer Jahrgang, der diesem ersten James Berry White einen konzentrierten, reicheren Stil verlieh. Auf dem kühlen Kalksteinterroir ergibt das einen vollmundigen, dicht texturierten Weißwein, dessen Fülle von einer lebendigen Säure und mineralischen Spannung getragen und im Gleichgewicht gehalten wird.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 55 % Grenache Blanc, 32 % Roussanne, 8 % Chenin Blanc und 5 % Petit Manseng, Jahrgang 2017, trocken.

Grenache Blanc gibt dem Wein Frische und florale Klarheit, Roussanne Fülle, Schmelz und honigwürzige Tiefe, Chenin Blanc Spannung und lebendige Säure, Petit Manseng zusätzliche Intensität und Aromatik. Der Most wurde direkt ins Fass gepresst und dort vergoren – in einer Kombination aus 320-Liter-Hogsheads und 600-Liter-Demi-muids, fast ausschließlich neue französische Eiche (mit einem einzigen gebrauchten 600-l-Fass, das niemand Geringerem als Didier Dagueneau gehörte). Über die gesamten 20 Monate reifte der Wein auf der Vollhefe mit gelegentlichem Aufrühren. Bis zur Umfüllung in den Tank zur Abfüllung sah er keinerlei Schwefel; gefüllt wird ungeschönt und unfiltriert.

Im Glas

Aus dem kalkreichen Terroir und der Rhône-Cuvée lebt dieser Weißwein von Konzentration und Spannung: goldgelb im Glas, mit Aromen von karamellisierter Mandarine, Quitte, gebackenem Apfel und reifer Birne, dazu Orangenblüte, Honig, geröstete Gewürze, Brioche und ein Hauch salzige Mandel. Untermalt wird das von einer feuersteinig-kalkigen Mineralität, die man von einem kalifornischen Weißwein so nicht erwartet. Am Gaumen vollgewichtig, reich und konzentriert, mit dichter, seidiger Textur, getragen von einer lebendigen Säure und salzigem Zug – fokussiert und balanciert zugleich, mit langem, mineralischem Finale.

Karamellisierte Mandarine, Quitte und Birne über Orangenblüte, Brioche und feuersteiniger Mineralität – reich und konzentriert, doch fokussiert und lang.

Schon jetzt ein Genuss, gewinnt aber wie die Saxum-Rotweine mit einigen Jahren Reife. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu edlem Fisch und Krustentieren, zu cremigen Pasta- und Risottogerichten sowie zu gereiftem Hart- und Weichkäse.


Lage: James Berry Vineyard, Willow Creek District, Paso Robles (Kalifornien, USA); steile Kalkstein-/Kalkschiefer-Hänge über fossilem Meeresboden; Roussanne seit 1997, Grenache Blanc am ostexponierten Rocket-Block-Hügel; organisch bewirtschaftet
Klassifikation: Paso Robles Willow Creek District; Cuvée aus 55 % Grenache Blanc, 32 % Roussanne, 8 % Chenin Blanc, 5 % Petit Manseng (trocken)
Ausbau: Fassgärung, 20 Monate auf der Vollhefe mit Bâtonnage in 320-l-Hogsheads und 600-l-Demi-muids (fast ausschließlich neue französische Eiche); kein SO₂ bis zur Füllung, ungeschönt und unfiltriert

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Rebsorten

Winkler Grauer Burgunder trocken

Wein · Weißwein · Pfalz · Deutschland

Weingut Winkler Grauer Burgunder zeigt sich in schönem Goldgelb im Glas. Ein frischer, fruchtiger Duft mit erdig-mineralischen Noten leitet über zu Aromen von Äpfeln und Kornblumen – leicht, ausgewogen und spritzig ist dieser Grauburgunder ein herrlich süffiger Weißwein.


Pfalz / Südpfalz

Das Weingut Winkler liegt in der Südpfalz – einer der wärmsten und sonnenreichsten Weinregionen Deutschlands, bekannt für fruchtbetonte, zugängliche Burgunderweine.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder. Der Ausbau betont die leichte, frische und fruchtbetonte Stilistik mit klarer Apfelfrucht und feinem mineralischem Spiel. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Schönes Goldgelb. In der Nase frisch und fruchtig, mit erdig-mineralischen Noten. Am Gaumen Aromen von Äpfeln und Kornblumen, leicht, ausgewogen und spritzig – herrlich süffig, mit sauberem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Geflügel, hellem Fleisch, Spargel und mildem Käse – oder einfach solo.


Lage: Südpfalz (Deutschland); Weingut Winkler
Klassifikation: 100 % Grauburgunder, trocken
Ausbau: leicht und fruchtbetont

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Weine

Marguet Les Bermonts 2020 Grand Cru Brut Nature BIO

Champagner · Ambonnay Grand Cru · Chardonnay · Brut Nature · Bio

Marguet Les Bermonts Grand Cru Brut Nature ist ein Einzellagen-Bio-Champagner aus 100 % Chardonnay aus einer nur 0,47 Hektar großen Parzelle in Ambonnay, bepflanzt 1952. Er zeigt, dass Ambonnay nicht nur mit Pinot Noir, sondern auch mit Chardonnay große Champagner hervorbringt. Im Glas kraftvoll, dicht und präzise.


Ambonnay Grand Cru

Die Lage Les Bermonts liegt im Grand-Cru-Dorf Ambonnay (Montagne de Reims) auf rund 110 Metern Höhe, von Nordost bis West exponiert. Beigefarbener Ton und Kalk über weißer Santonien-Kreide ab rund 75 Zentimetern Tiefe prägen die salzige Mineralität. Benoît Marguet arbeitet biodynamisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay (Blanc de Blancs) aus der Einzellage Les Bermonts. Der Ausbau folgt der naturnahen Handschrift des Hauses; abgefüllt ohne Dosage als Brut Nature.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase vielschichtig und noch jugendlich zurückhaltend: Limette, Orange, leicht kandierte Zitrusfrüchte, Mandeln und geröstete Nüsse. Am Gaumen kraftvoll und dicht, zugleich strukturiert und präzise, mit feiner Salzigkeit. Das Finale ist bemerkenswert lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; ein großzügiges Glas betont die Aromatik. Als Apéritif oder als anspruchsvoller Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Austern, edler Fisch, Meeresfrüchte und Geflügel.


Lage: Les Bermonts, Ambonnay Grand Cru, Montagne de Reims (Champagne); Ton/Kalk über Santonien-Kreide, 110 m
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Brut Nature, Blanc de Blancs (Einzellage)
Ausbau: 100 % Chardonnay, naturnaher Ausbau, ohne Dosage

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Länder/Regionen

Dietrich Schwebebahn rosé

Wein · Roséwein · Pfalz · Deutschland

Dietrich Schwebebahn Rosé ist Teil einer Sonderedition zum 125. Jubiläum der Wuppertaler Schwebebahn – das blau-orange Etikett erinnert an die Gelenktriebwagen der 1970er Jahre. Die Edelrebsorte Pinot Noir steht Pate für diesen Roséwein: Frucht und Eleganz sind seine herausragenden Eigenschaften.


Pfalz

Das Partnerweingut Familie Dietrich umfasst 25 Hektar Rebfläche von Großkarlbach bis Weisenheim am Sand und Laumersheim in der Pfalz. Über 1.800 Sonnenstunden im Jahr sorgen für ein fast mediterranes Klima – die Grundlage für ausdrucksstarke, trocken ausgebaute Weine. Geführt wird das Gut von den Brüdern Arnd und Gerrit Dietrich.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Pinot Noir (Spätburgunder), gewonnen aus mehrmaliger Traubenselektion im Weinberg. Nach kurzem Schalenkontakt zur Gewinnung der zarten Farbe wird der Most schonend vergoren, was Frucht, Frische und Eleganz bewahrt. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Zartes Lachsrosa. In der Nase rote Beerenfrucht mit klarer Frische. Am Gaumen fruchtig und elegant, mit roter Beere, seidigem Säurebogen und einem feinen, eleganten Finish.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif, Sommer- und Terrassenwein oder zum Essen.

Passt zu: Salaten, Antipasti, Fisch, hellem Fleisch und mediterraner Küche.


Lage: Pfalz, Großkarlbach/Weisenheim am Sand/Laumersheim (Deutschland); Weingut Familie Dietrich
Klassifikation: Pfalz – 100 % Pinot Noir Rosé, trocken
Ausbau: kurzer Schalenkontakt, schonende Gärung (fruchtbewahrend)
Edition: Sonderedition „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn"

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Rebsorten

Quattro Conti Tre Forte Rosso Puglia

Rotwein · Cuvée · Puglia · Italien

Conti Zecca Tre Forte Rosso Puglia ist eine fruchtbetonte Rotwein-Cuvée aus dem sonnenverwöhnten Apulien im Süden Italiens. Sie vereint Primitivo, Negroamaro und Cabernet Sauvignon. Saftig, fruchtig und klar zeigt sich der Wein, trocken in seinen Aromen. Ein zugänglicher, vollmundiger Rotwein aus dem Salento.


Puglia

Apulien (Puglia) bildet den „Stiefelabsatz" Italiens. Das warme, sonnenreiche Mittelmeerklima und die Nähe zum Meer bringen reife, fruchtbetonte Rotweine hervor – allen voran aus den heimischen Sorten Primitivo und Negroamaro.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Primitivo, Negroamaro und Cabernet Sauvignon. Primitivo gibt Frucht und Fülle, Negroamaro Würze und Struktur, Cabernet Sauvignon Halt und Tiefe. Der Ausbau bewahrt die klare, fruchtbetonte Art.

Im Glas

Tiefes Rubinrot. In der Nase reife dunkle Beeren, Kirsche und Pflaume, dazu mediterrane Würze. Am Gaumen saftig, fruchtig und trocken, mit weichem Tannin, klarer Frucht und rundem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Pasta mit kräftigen Saucen, gegrilltes Fleisch, Lamm, Pizza und mittelalter Käse.


Lage: Puglia / Salento (Italien)
Klassifikation: Puglia IGT – Rotwein-Cuvée
Ausbau: Primitivo, Negroamaro & Cabernet Sauvignon

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Frankreich

Groffier Bonnes Mares Grand Cru 2020

Rotwein · Bonnes Mares Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Bonnes Mares Grand Cru (Frankreich) 2020 13,50 % vol

Der Robert Groffier Bonnes Mares Grand Cru 2020 stammt von 80 Jahre alten Reben aus einer der großen Grand-Cru-Lagen der Côte de Nuits – kraftvoll und zugleich seidig-elegant, von Neal Martin als womöglich raffiniertester Bonnes Mares aus Nicolas Groffiers Hand gefeiert.


Bonnes Mares – die Lage

Bonnes Mares ist ein Grand Cru der Côte de Nuits, der größtenteils in Chambolle-Musigny und mit einem kleineren Teil in Morey-Saint-Denis liegt. Die rund 15 Hektar bringen ausschließlich Pinot Noirs hervor, die schwerer und robuster sind als die aus Musigny und über viele Jahre reifen.

Die Lage ist stark fragmentiert und von sichtbaren Bodenunterschieden geprägt: tiefere, reichere Böden am Morey-Ende für strengere, gehaltvollere Weine, feinere, kalkreichere Böden am Chambolle-Ende für seidigere Stilistik. Groffier bewirtschaftet rund einen Hektar, überwiegend auf den eisenreichen terres rouges.

Jahrgang 2020 – Côte de Nuits

2020 gilt in der Côte de Nuits als großer Rotweinjahrgang: warm und trocken, mit vollreifen, gesunden Trauben bei zugleich bemerkenswerter Frische und Säurespannung.

Ein Jahr für tief konzentrierte, dennoch frische und langlebige Pinot Noirs.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, 13,50 % vol.

Vergoren mit 100 % Ganztrauben, ausgebaut in rund einem Drittel neuem Holz. Im Stil der Domaine wird der Wein nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen.

Im Glas

Die Aromatik braucht Zeit, entfaltet dann leicht tertiäre schwarze Frucht, Tabak und zerstoßenen Kalkstein bis hin zu fast feuersteinartigen Noten. Am Gaumen mittelgewichtig, mit filigranen Tanninen, seidiger Textur und ausbalancierter Säure – ein ungewöhnlich eleganter, raffinierter Bonnes Mares.

Seidig, filigran und raffiniert – womöglich der eleganteste Bonnes Mares aus Groffiers Hand.

Jung noch verschlossen: profitiert von Luft und langer Kellerzeit. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Reh, Taube, Ente, Rind, Gerichten mit Trüffel oder Pilzen sowie gereiftem Weichkäse. Ein großer Begleiter für festliche Küche.


Lage: Bonnes Mares Grand Cru, Côte de Nuits, Bourgogne (Frankreich); eisenreiche terres rouges, 80 Jahre alte Reben, ca. 1 ha
Klassifikation: Bonnes Mares Grand Cru AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; 100 % Ganztrauben; ca. 33 % Neuholz; ein Abstich; 13,50 % vol

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Weine

Etienne Sauzet Puligny Montrachet Champ-Canet 1er Cru 2024 BIO

Weißwein · Puligny-Montrachet Premier Cru · Chardonnay

Chardonnay Champ Canet · 1er Cru Puligny-Montrachet Sauzet-Parzelle 1 ha (1959) 2024 · Bio (FR-BIO-01)

Der Puligny-Montrachet Champ Canet 1er Cru 2024 der Domaine Etienne Sauzet ist ein dichter, satter und facettenreicher Chardonnay aus einer 1959 bepflanzten Parzelle. Champ Canet bringt spannungsgeladene, mineralische Weine hervor – im kühlen Jahrgang 2024 besonders frisch und knackig.


Champ Canet – Premier Cru im Norden von Puligny

Die Einzellage Champ Canet umfasst 5,6 Hektar im nördlichen Teil der Puligny-Montrachet-Appellation und liegt auf gleicher Höhenlinie wie das Perrières-Climat von Meursault. Der exponierte Premier-Cru-Weinberg bietet bröckeligen Kalkstein als Untergrund, bedeckt von einer dünnen Schicht steinigen Mergels – beste Voraussetzungen für spannungsgeladene, frische und mineralische Weine.

Die Familie Sauzet bepflanzte hier 1959 ein rund 1 Hektar großes Teilstück mit Chardonnay. Die Domaine Etienne Sauzet (gegründet 1903) zählt zu den großen Weißwein-Adressen des Burgunds.

Jahrgang 2024 – Côte de Beaune

2024 war im Burgund ein Jahr der Geduld: ein ungewöhnlich milder, sehr niederschlagsreicher Winter, ein früher Austrieb, dann ein feucht-kühles Frühjahr mit Frostnächten, regionalem Hagel und hohem Krankheitsdruck. Die Blüte verlief uneinheitlich; erst der stabilere, trockenere Sommer brachte eine langsame Reife, bevor sich zur Lese eine freundlichere Wetterphase einstellte.

Die Lese begann spät, mit strenger Selektion; die Erträge waren teils um bis zu 60 % reduziert. Bei moderaten Mostgewichten entstanden balancierte, leichtere Weine. Die Weißweine 2024 wirken klar, fein strukturiert und von pikanter Frische mit kühler Eleganz – das unterstreicht die dichte, mineralische Art des Champ Canet.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2024, biologisch (FR-BIO-01).

Die Gärung erfolgt im Stil des Guts spontan in großen Eichenfässern, temperaturreguliert; der gesamte Ausbau bis zur Feinhefelagerung dauert bis zu 18 Monate und gibt dem Wein Tiefe und Textur.

Im Glas

Dicht, satt und facettenreich: Zitrus, weiße Blüten und Haselnuss treffen auf steinige Mineralität und feinen Schmelz aus dem Hefelager. Am Gaumen spannungsgeladen, im kühlen 2024er mit besonders frischer, knackiger Säure und langem Abgang.

Zitrus, weiße Blüten und Haselnuss über steiniger Mineralität – dicht, spannungsgeladen und im kühlen 2024er besonders frisch.

Jung schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 12–13 °C servieren.

Am Tisch

Fisch und Krustentiere, Geflügel in heller Sauce, Kalbsbries, dazu reifer Weichkäse. Ein Wein für die große weiße Küche.


Lage: Champ Canet (1er Cru), Puligny-Montrachet (Côte de Beaune); bröckeliger Kalkstein unter steinigem Mergel, Höhe wie Meursault Perrières; Sauzet 1 ha (1959), 5,6 ha gesamt
Klassifikation: Puligny-Montrachet Premier Cru; Bio (FR-BIO-01)
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung im großen Eichenfass, bis 18 Monate inkl. Feinhefe

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