Das Weinbaugebiet Jerez

Sherry – Eine Jahrtausendalte Tradition

Huch, konnte man sich hier nicht so recht entscheiden? Oder warum steht ein und derselbe Ausdruck in drei Sprachen auf jeder Flasche aus Jerez – neben ebenjenem spanischem auch noch die lokale Dialektform Xérès und das englische Sherry, das weltweit wohl am geläufigsten ist für die berühmten Likörweine aus Andalusien. Man könnte aber gut und gerne noch einige weitere Sprachen hinzufügen, wollte man all diejenigen Nationalitäten abbilden, die irgendwann in der Geschichte einmal daran mitgewirkt haben, dass hier weltweit ganz und gar unverwechselbare Tropfen erzeugt werden können. Die der Phönizier etwa – vor etwa 3000 Jahren legten die Schiffe des in der Levante beheimateten Volkes im Süden der Iberischen Halbinsel an und brachten aus ihrer Heimat die ersten Rebstöcke mit. Die Römer fanden also bereits einen ausgedehnten und gut organisierten Weinbau vor, als sie um 200 v. Chr. herum die Herrschaft übernahmen. Nicht nur die vor Ort – man taufte ihn von Xera in Ceret um – stationierten Soldaten und Beamten vermochten versorgt zu werden, es blieben auch noch große Mengen übrig, die, abgefüllt in Tonamphoren, in andere Teile des Römischen Reiches exportiert werden konnten. Selbst als der Stern der Römer im Sinken begriffen war und die Westgoten den Landstrich unter ihre Kontrolle brachten, riss der Faden nicht ab – anders als die meisten anderen germanischen und slawischen Stämme, die während der Zeit der Völkerwanderung in die römischen Provinzen einfielen, zerstörten die Goten nicht wahllos alles, was sie vorfanden, sondern pflegten den Rebenbestand dauerhaft.

Die Zäsur, die den europäischen Weinbau im frühen Mittelalter nahezu allumfassend traf, kam schließlich auf anderem Wege: nicht aus dem Norden, sondern von Süden her. Zu Anfang des achten Jahrhunderts setzten die muslimischen Mauren von Nordafrika aus zum Sprung über die Meerenge an – fortan wurde die Stadt Sherish genannt. Da der von nun an tonangebende Islam keinen Alkoholgenuss duldet, wurden Weinberge gnadenlos gerodet, allein zur Herstellung von Rosinen für die von den Mauren so geschätzten Süßspeisen gab es Ausnahmen. Mehr als ein halbes Jahrtausend verging so, und während andernorts in Europa, in Frankreich oder an Rhein und Mosel etwa, unter der Herrschaft der Klöster schon längst wieder Weinbau betrieben wurde, war die Erinnerung daran in Jerez fast vollständig getilgt. Erst im Jahr 1264 gelang einem christlichen Heer die Rückeroberung dieses Teils der Iberischen Halbinsel, und damit kehrten auch die Techniken der Weinbereitung zurück. Die ansonsten eher strukturschwache Region, die noch lange Zeit an der umkämpften Grenze zwischen muslimisch und christlich kontrollierten Gebieten liegen sollte, worauf der Beiname Jerez’, „de la frontera“, hinweist, knüpfte schon bald darauf an ihre Zeit unter römischer Herrschaft an und verlegte sich ganz auf den Export des flüssigen Gutes, was in dieser Nachkriegszeit wie ein Konjunkturprogramm wirkte. Inzwischen hatte der Sherry sein Gesicht gewandelt: aus Still- war Likörwein geworden, was ironischerweise erst die von den Mauren übernommene Technik der Destillation ermöglicht hatte. Insbesondere als Proviant auf langen Schiffsreisen empfahl er sich dadurch, da er in Zeiten vor Schwefelung und Kellerhygiene durch seinen hohen Alkoholgehalt viel länger genießbar blieb als ungespriteter Wein. Die Probe aufs Exempel unternahm Ferdinand Magellan, der aus der Sherry-Region zu seiner Weltumseglung aufbrach – die dort zuvor von ihm als Verpflegung erstandenen Weine hatten also schon ganz früh das Zeug zu echten Globetrottern. Auch in die spanischen Kolonien in Südamerika lieferte man bald darauf große Mengen, was aus kleinen Weinbauern mit wenigen Morgen Rebfläche nach und nach aufstrebende Globalisierungsgewinner machte.

Einen weiteren zuverlässigen Abnehmer fand man schnell in den Engländern, die mangels eigenen Weinbaus auf Importeure angewiesen waren. Sherry galt auf der Insel zunächst als Geheimtipp, der von interessierten Kreisen zwar geschätzt wurde, es aber nicht zu außerordentlicher Bekanntheit brachte. Das sollte sich jedoch schlagartig ändern, als König Heinrich VIII. die Spanierin Katharina von Aragon heiratete – die erste seiner sechs Frauen brachte die andalusischen, damals vornehmlich süßen Weine mit in die Ehe. Vollends der Durchbruch gelang dem Sherry dann mithilfe eines gewissen Francis Drake, einer Art Pirat in Diensten der Krone, der im Hafen von Cadiz einen Teil der spanischen Armada versenkte und dabei eine große Menge ebenjenes Weines erbeutete. Was für Spanien zunächst wie ein äußerst ärgerlicher Vorfall schien, erwies sich im Nachhinein als unbezahlbare Werbung für die Region um Jerez: Königshaus und Adel in London waren nämlich hellauf begeistert von den Mitbringseln des Kaperfahrers und forderten fortan regelmäßig Nachschub jenes Tropfens, der im Englischen zunächst unter der Bezeichnung „Sack“ – abgeleitet vom spanischen „saca“ für Abfüllung – firmierte. Nicht nur die Erwähnung in etlichen Shakespeare-Dramen zeugt davon, dass Sherry damit endgültig auf der Weltbühne angekommen war – auch wenn er sehr lange Zeit, bis ins 20. Jahrhundert hinein, als ausgesprochen teuer galt und ein reiner Oberschicht-Genuss blieb. In der Folge ließen sich, genau wie im portugiesischen Porto, viele englische Handelshäuser direkt vor Ort nieder: die heutzutage großen Namen Sandeman, Williams & Humbert, Osborne und Co. stammen aus ebendieser Zeit. Niederländer und Deutsche zogen mit einiger Verzögerung nach. Diese drei Länder sind es auch, die noch immer die größten Mengen abnehmen – anders als in vielen anderen Weinbaugebieten, die den Löwenanteil ihrer Erzeugnisse selbst konsumieren, gehen vier Fünftel des Sherrys in den Export.

Phönizier, Römer, Mauren, Spanier und Briten – ein verworrenes Dickicht kultureller Einflüsse aus drei Jahrtausenden. Die Rebsortenvielfalt macht es uns da deutlich leichter, ist sie doch recht überschaubar – heutzutage zumindest, denn noch bis ins 19. Jahrhundert wurden im Grunde alle möglichen Sorten angebaut. Die Nummer eins, ohne die im Sherry-Land gar nichts läuft, ist der Palomino Fino – neun von zehn Rebstöcken entfallen auf diese sehr alte Traube, die der Legende nach den Namen eines der Offiziere trägt, die den Mauren Jerez wieder entrissen hatten. Ihre wahren Ursprünge liegen weitgehend im Dunkeln, allerdings kann sie mit hoher Wahrscheinlichkeit als autochthon betrachtet werden. Obwohl die Beeren einen recht intensiven Geschmack aufweisen und daher auch als Tafeltrauben geschätzt sind, gerät der Most sehr flach – er enthält kaum Zucker und ebenso wenig Säure. Gerade letzteres erweist sich allerdings im Hinblick auf das weitere Verfahren, dass aus dem normalen Stillwein erst einen Sherry macht, als sehr vorteilhaft, denn durch den niedrigen Säuregehalt neigt der Most zur Oxidation.

Ist Sauerstoffkontakt nicht nachteilig für einen Wein, mag sich nun jeder fragen, der schon mal einen seit zwei Wochen offenen, mittlerweile nah am Essig befindlichen Wein auf der Zunge hatte. Ja und nein. An dieser Stelle lohnt es sich, einmal einen Blick auf die Herstellung zu werfen – und vor allem auf die markanten Unterschiede während derselben. Sherry ist nämlich nicht gleich Sherry. Zum einen kennt man den Oloroso – hier ist der Name Programm. Der mit seiner Mahagonifarbe recht dunkle Wein duftet stark, vor allem nach Hasel- und Walnüssen oder feinem Tabak – das intensive Bukett verdankt er dem dauerhaften Sauerstoffkontakt während seiner Reifezeit in den „botas“ genannten Eichenfässern. Vom Oloroso und damit der Machart nach auch von anderen Likörweinen wie Madeira oder Port unterscheidet man den großen Bereich der Finos – eine Bezeichnung, die bereits verrät, dass es hier geschmacklich feiner zugeht als beim sehr vollmundigen Oloroso. Finos reifen nicht oxidativ, sondern reduktiv unter einer sogenannten Florschicht. Dabei handelt es sich um einen obenauf schwimmenden Teppich aus Hefe – durch das warm-feuchte Klima „erblüht“ dieser in den nicht vollständig gefüllten Fässern und hält Sauerstoff vom Wein fern. Die sich vom darin enthaltenden Zucker ernährende Hefe sieht alles andere als appetitlich aus, verleiht den strohgelben Finos aber seinen typischen Geschmack, der deutlich frischer, zitrisch-säurebetonter ist als jener des Oloroso und an Mandeln und Wiesenkräuter erinnert. Eine zusätzlich leicht salzige, herb-bittere Komponente bringt der Manzanilla mit ein – bei ihm handelt es sich faktisch ebenfalls um einen Fino, der aber ausschließlich aus Sanlúcar de Barrameda stammen darf, wo die Atlantikwinde einen ganz besonderen Einfluss auf die Reifung nehmen. Zusätzlich kennt man noch zwei Hybridformen, die der Art des Ausbaus nach als Fino beginnen, durch das plötzliche oder allmähliche Absterben der Florhefe aber in der letzten Phase ihrer Fassreife doch noch mit Sauerstoff in Kontakt kommen: den Amontillado und den Palo Cortado. Diese stehen nicht nur der Machart nach, sondern auch in Sachen Geschmack und Körper zwischen den beiden Polen: ersterer eher beim Fino, letzterer eher beim Oloroso.

Warum aber entsteht aus derselben Traube einmal ein Oloroso und ein anderes Mal ein Fino? Das Geheimnis liegt zum einen im Lesezeitpunkt der Palomino-Trauben: während man für oxidativ auszubauende Sherrys vollreife Beeren presst, nutzt man für die reduktiven noch nicht vollständig ausgereifte, was sich später auch im säurebetonteren Geschmack derselben widerspiegelt. Zum anderen liegt es in der Menge des zuvor dem Most zugegebenen Branntweines begründet: ist er beim Fino so gering, dass die Florbildung davon unbeeinträchtigt bleibt, lässt der höhere Alkoholgehalt des Olorosos kein Entstehen des Hefeteppichs mehr zu. Die Zugabe von Hochprozentigem hat sich also im Laufe der Zeit von einem rein konservierenden zu einem den Charakter des Weines bestimmenden Instrument gewandelt.

Jeder Sherry, ganz gleich ob heller oder dunkler, komplexer oder direkter, ist im Ursprung staubtrocken – ein sogenannter Generoso mit weniger als einem Gramm Restzucker pro Liter. Ein süßer Vertreter, am bekanntesten unter der Bezeichnung „Cream“, wird hingegen durch den Verschnitt eines trockenen Sherrys mit Süßwein oder häufig auch rektifiziertem Traubenmostkonzentrat erreicht – hinter dem sehr chemisch anmutenden Begriff verbirgt sich schlicht hochkonzentrierter Zuckersirup aus Weinbeeren, denen in einem thermischen Trennverfahren das Wasser entzogen wurde -, ein in der Weinindustrie wegen seiner Preisgünstigkeit gern genutzter Stoff. Es gibt allerdings auch sogenannte Dulces Naturales, also auf natürliche Weise süße Sherrys. Hier kommen die beiden Rebsorten ins Spiel, die dem Palomino in Jerez zur Seite stehen: der Moscatel, den man im Deutschen als Muskateller kennt, und der Pedro Ximenez, was wohl als eine Verballhornung des Namens Peter Siemens gelten kann – jener soll ein deutscher Soldat gewesen sein und die Traube einst ins Land gebracht haben. Beide werden nach der Lese zunächst in der Sonne getrocknet, um den Zuckergehalt zu erhöhen, gehen danach jedoch in Sachen Aromatik recht unterschiedliche Wege: während der Moscatel mit seinem sortentypischen, blumigen Bukett aufwartet und zumindest sensorisch von eher zurückhaltender Süße ist, wirft der Pedro Ximenez äußerst intensive Rosinen- und Dattelnoten in den Ring und gehört mit gut und gern mal über 200 Gramm Restzucker pro Liter, die zumal den älteren, schwarzbraunen Versionen eine geradezu zähflüssige Konsistenz verleihen, zu den süßesten Weinen überhaupt.

Gerade im Bereich der Dulce-Vertreter ihres Fachs wurde und wird leider viel schlechte Qualität auf den Markt geworfen, was den Ruf des Sherrys ordentlich in Mitleidenschaft gezogen hat, Stichwort Kochwein. Überhaupt ist es so eine Sache mit der Reputation: entweder sie ist überragend oder völlig im Keller, dazwischen scheint es nichts zu geben. Im spätviktorianischen England, als vier von zehn importierten Weinen Sherrys waren, erreichte er den Zenit seiner Popularität, kam dann jedoch aus der Mode. Erst als man 1933 eine geschützte Ursprungsbezeichnung einführte, womit verbindliche Richtlinien hinsichtlich zugelassener Rebsorten, Ertragsgrenzen und Kellertechnik einhergingen, konsolidierte sich der Markt und die 30er und 40er Jahre wurden zu einer weiteren kurzen Blütezeit. Bis in die späten 70er wuchsen die Produktionsmengen noch an, dann ging es wieder abwärts, bis sich der Absatz auf dem im historischen Vergleich sehr niedrigen Niveau stabilisierte, auf dem er heute ist. Dieser Umstand bietet für den Konsumenten jedoch gewisse Vorteile: während bei Champagner, Bordeaux und Co. ständig an der Preisschraube gedreht wird, erhält man hier einen nicht minder aufwändig herzustellenden Wein von häufig überragender Qualität für recht kleines Geld – Sherry ist ein echter Preis-Leistungs-Hammer.

Aber egal ob man nun Oloroso, Manzanilla oder eine andere Sherry-Art trinkt, ihnen ist eines gemein: auf der Flasche findet sich kein Jahrgang. Das ist keine Verbrauchertäuschung, sondern der speziellen Art der Reifung geschuldet. Diese vollzieht sich nämlich nicht wie sonst üblich in einem einzigen Fass. Stattdessen findet man in den Kellern der Erzeuger mit ihren teils beeindruckenden Deckenhöhen mehrere Reihen von übereinander gestapelten Fässern – in ihnen reift der Wein im sogenannten Solera-Verfahren. In der untersten Reihe findet sich der älteste Sherry – entnimmt man einem solchen Fass, der eigentlichen Solera, etwas, füllt man den entstehenden Leerstand aus dem Inhalt des darüberliegenden, der ersten Criadera, wieder auf. Da in diesem nun wiederum eine Differenz entstanden ist, gleich man aus der dritten Reihe von unten aus und immer so fort, bis man an der obersten Criadera anlangt – hier gibt der extra für diesen Job ausgebildete Trasegador frischen Most neu zum System dazu. Jüngerer wird also fortwährend – meist alle drei bis vier Monate – mit älterem Sherry vermengt: Winzer sprechen hier poetisch von einer „Vermählung“, und die minimiert das Risiko schlechter Jahrgänge und sorgt für eine dauerhaft gleichbleibende Qualität. Zudem muss die wertvolle Florhefe ohnehin stetig mit neuem Wein genährt werden, um nicht abzusterben. Dass man nicht das gängige Barrique-Format für diesen Prozess nutzt, sondern Fässer mit 500 bis 600 Litern Fassungsvermögen, ist dabei keine Willkür: durch das besondere Verhältnis von Volumen zu Oberfläche bleibt der Alkoholgehalt im Wein stets gleich – in größeren oder kleineren Fässern würde er schwanken und die Florhefe infolgedessen absterben. Anders als viele andere ausgemusterte Fässer sind jene, in denen zuvor Sherry reifte, übrigens äußerst beliebt und führen oft ein zweites Leben in Schottland: die dortigen Destillerien reißen sich um die Gebinde, um in ihnen ihren Whiskys eine ganz besondere Note zu verleihen.

Das uns noch vom Anfang bekannte, aus dem Griechischen stammende Wort Xérès bedeutet übersetzt so viel wie trocken – und genau das ist es hier im berühmten „Sherry-Dreieck“ zwischen den Städten Jerez de la Frontera, Puerto de Santa Maria und Sanlúcar de Barrameda auch. Die dem Süden Spaniens ohnehin schon eigene Hitze wird noch einmal durch die Nähe zum afrikanischen Kontinent verstärkt, der direkt auf der anderen Seite der Straße von Gibraltar beginnt – gerade einmal 100 Kilometer trennen Jerez vom marokkanischen Tanger. Im Sommer kratzt das Thermometer gern mal an den 40 Grad, Regen fällt im Schnitt nur jeden fünften Tag im Jahr. Wie können sich die Rebstöcke in diesem Backofen aufrecht halten? Das Geheimnis liegt im Untergrund verborgen und hört auf den poetischen Namen Albariza. Dahinter verbergen sich strahlend weiße Kreideböden, die Wein-Enthusiasten nicht umsonst direkt an die Côte des Blancs in der Champagne denken lässt. Durch ihre extreme Feinkörnigkeit besitzen sie eine sehr große Oberfläche, was wiederum die langfristige Speicherung großer Mengen des hauptsächlich im Winter fallenden Regens ermöglicht. Die wie Puderzucker erscheinende oberste Schicht mindert Verdunstung, zudem wirkt die helle Albariza wie ein riesiger Spiegel: sie erhitzt sich deutlich weniger als dunklere Böden, sondern wirft die Sonnenstrahlen zurück. Auf ihr gedeihen die mit Abstand besten Trauben, während auf den Arenas genannten Sandböden in Küstennähe und den als Barroso bezeichneten lehmigen Untergründen in den Talsohlen eher einfachere Qualitäten entstehen. Was der Boden den Rebstöcken an Abkühlung nicht zuliefern imstande ist, das leistet schließlich der nahegelegene Atlantik: er erhöht die Luftfeuchtigkeit und wirkt mit seinen stetig ins Landesinnere ziehenden Brisen wie ein großer Ventilator. Viele Kellereien machen sich das in besonderer Weise zunutze, indem ihre Gebäude so ausgerichtet sind, dass die vom Meer kommenden Winde durch große Tore direkt hineinwehen können.

Weit mehr als um viele andere Weine hat sich um den Sherry herum eine ganze Kultur gebildet, die dessen Einzigartigkeit unterstreicht und vom Verlangen zeugt, seinen Genuss regelrecht zu zelebrieren. Zunächst einmal wird Sherry nicht in normalen Weingläsern serviert, sondern in sogenannten Catavinos oder auch Copitas: die sind deutlich kleiner und enger, tulpenförmig und mit einem mittellangen Stiel versehen. Auf diese Weise werden die Aromen konzentriert und der Alkohol tritt nicht spritig in den Vordergrund. Warum der ohnehin schon aus der Reihe tanzende Manzanilla nochmal ein eigenes Glas, die Caña, für sich verbucht, weiß allerdings niemand. Wer Glück hat und in eine sehr traditionalistische Bar gerät oder eine Kellerführung mitmachen darf, wird vielleicht erleben, dass man sein Catavino mithilfe einer Venencia füllt. Diese lange metallene Kelle wird durch das Spundloch ins Innere des Fasses eingeführt, durchsticht die Florhefe und schöpft den edlen Tropfen quasi direkt von der Quelle. Ein geübter Kellner oder Kellermeister wird das Gerät dann über seine Kopfhöhe hinaus heben und von dort oben in weitem Bogen ins Glas strömen lassen. Der Show-Effekt, den man auch aus dem Baskenland kennt, hat einen durchaus sinnhaften Hintergrund: auf seinem langen Weg zwischen Venencia und Catavino hat der Sherry höchstmöglichen Sauerstoffkontakt und setzt infolgedessen maximale Aromenvielfalt frei. Zu dieser trägt auch die passende Trinktemperatur bei: während Finos und Manzanillas bei fünf bis sieben Grad genossen werden sollten, kommen gehaltvollere Amontillados und Olorosos bei zwölf bis 16 Grad besser zur Geltung.

Normale Stillweine, unaufgespritet und nur dem Ausbau her nach Sherry-Art, wie man sie etwa aus Montilla-Moriles kennt, werden in Jerez bisher nur in geringen Mengen erzeugt – unter 15 Prozent steigt man in anderen Worten nicht ein. Nach oben hin ist allerdings ordentlich Luft, denn neben Sherry wird auch im großen Stil Hochprozentiges auf Flasche gezogen – der Brandy de Jerez. Zwar sind die Dimensionen heute ganz andere als vor tausend Jahren, die kupfernen Brennblasen funktionieren aber im Grunde genauso wie die der Mauren, welche die Technik der Destillation ursprünglich zur Herstellung von Duftessenzen ins Land brachten. Ihr Brandy ist den heimischen Erzeugern so lieb, dass sie nicht auf die Idee kommen würden, ihn zur Aufspritung des Sherrys zu benutzen – dafür nimmt man einfachen Branntwein aus der Mancha. Man unterscheidet zwischen Solera, Reserva und Gran Reserva, wobei ersterer mindestens sechs, zweiterer mindestens zwölf und letzterer mindestens 36 Monate Fasslagerung hinter sich haben müssen. Diese Werte gelten allerdings nur auf dem Papier und werden in allen Klassen in der Regel weit überschritten: manche Gran Reservas haben mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel und offenbaren einen wahre Aromensinfonie aus Noten wie Karamell, Vanille, Kakao, Zedernholz und getrockneten Früchten.

Ja, die Region hat viele Trümpfe in der Hand: neben dem einzigartigen Terroir vor allem eine Historie, die ihresgleichen sucht. Lange bevor Rioja, Toro oder das Priorat irgendeine Rolle spielten, verankerte der Sherry sein spanisches Mutterland im kollektiven Weingedächtnis. Von dieser Zeit zehrt man – und ohne sie wäre es wohl auch kaum denkbar, dass ein mit 7000 Hektar weniger als ein Prozent der spanischen Rebfläche einnehmendes Weinbaugebiet sich international derart behaupten könnte. Ob sich der aktuelle Trend hin zu leichten, frischen Weinen mit wenig Umdrehungen negativ auf das Geschäft mit den Likör- und Branntweinen auswirken wird, muss sich erst noch zeigen. Immer mehr Winzer haben immerhin verstanden, dass statt des als Aperitif oder Digestif glänzenden Solisten Weine gefragt sind, die das Zeug zum flexiblen Speisebegleiter haben. Und da muss sich der Sherry mit seiner beeindruckenden Bandbreite von knochentrocken bis zuckersüß, von gertenschlank bis richtig füllig, definitiv nicht verstecken: Finos sind die perfekte Wahl zu kleinen Tapas wie Oliven, Muscheln und Schinken, während ein Amontillado optimal mit Geflügel oder Kalb harmoniert. Amontillado verträgt sich gut mit scharfer Asia-Küche, Oloroso schmeichelt herzhaften Gerichten wie Wild und Lamm, und ein Pedro Ximenez steht einer Vielzahl von Desserts ebenso gut zu Gesicht wie kräftigem Käse. Es ist also ohne weiteres möglich, einem Sechs- oder Sieben-Gänge-Menü ausschließlich Sherry als Begleitung zur Seite zu stellen. Selbst als Bestandteil kreativer Cocktails macht er eine gute Figur und beweist, dass er alles andere als angestaubt, sondern im Gegenteil ein wahres Multitalent ist. Manche seiner Eigenschaften erweisen sich in unserer schnelllebigen, auf unmittelbaren Genuss getrimmten Zeit sogar als unerwarteter Pluspunkt, denn jahrelang warten muss man nicht, wenn man eine Flasche Sherry kauft: die Reife ist abgeschlossen, der Wein direkt auf seinem Höhepunkt. Viva Solera!

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Schaumweine

De Sousas Champagne Blanc de Noirs Grand Cru Edition Limitée

Der De Sousa Blanc de Noirs Grand Cru Édition Limitée ist der Pinot-Noir-Ausflug eines Chardonnay-Hauses: reiner Pinot Noir aus Ambonnay, zehn Monate im Eichenfass, ganz ohne Dosage.

Im Glas

Gold mit kupferfarbenem Schimmer, feine Perlen. Rote Beeren, Trockenaprikose, gerösteter Nusskern und Hefegebäck. Im Mund kraftvoll, aber seidig, mit Frische und leiser Würze. Der Nachklang ist lang und mineralisch. Die kupferne Farbe verrät den Pinot Noir, der Geschmack bleibt trotzdem klar und frisch.

Mach was draus

Perlhuhn mit Trüffel, Lachs vom Grill oder ein reifer Saint-Nectaire. Auch zu Pilzgerichten im Herbst macht er eine gute Figur. Ein Blanc de Noirs, der zeigt, dass De Sousa nicht nur Chardonnay kann. Stell ihn auf den Tisch, wenn es kräftig wird: Ente, Wildgeflügel oder ein Risotto mit Steinpilzen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Großes Glas, und dann zu Geflügel. Da merkst du, wie viel Kraft der Pinot Noir aus Ambonnay mitbringt.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie trocken ist er? Brut Nature laut Steckbrief: 0 g/l Restzucker, also keine Dosage.

Was bringt das Eichenfass? Zehn Monate im Holz geben dem Grundwein Textur und eine sanfte Würze, ohne die Frucht zu überdecken.

100 % Pinot Noir · Ambonnay Grand Cru · langes Hefelager · 10 Monate Eichenfass · Brut Nature, 0 g/l Restzucker · Champagne De Sousa, Avize · Stand: Oktober 2026

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Whisky

The Alrik the Woodsmoked Hercynlan Single Malt Whisky Edition 1912 Samhain

Spirituose · Single Malt Whisky · Harz · Deutschland

The Alrik Edition 1912 Samhain ist ein kräftiger, holzrauchiger Single Malt Whisky der Hercynian Distilling Co. (Hammerschmiede) aus dem Harz. Aus 100 % holzgeräuchertem Gerstenmalz gebrannt und in PX-Sherryfässern gereift – wuchtig, aromatisch und auf 666 Flaschen limitiert.


Herkunft

Die Hercynian Distilling Co. / Hammerschmiede in Zorge im Harz brennt seit 2002 Single Malt Whisky – im klassischen Pot-Still-Verfahren, stets in kleinen Stückzahlen, ohne Kühlfiltrierung und ohne Farbstoff. The Alrik ist die holzrauchig-kräftige Reihe des Hauses, die 2007 als private Spielerei des Brennmeisters begann.

Destillation und Reifung

Gebrannt aus 100 % holzgeräuchertem Gerstenmalz, geräuchert über Buchen- und Erlenholz – kein Torf wie in Schottland, sondern echter Holzrauch. Die Edition 1912 Samhain reifte in ausgewählten PX-Sherry-Hogsheads und wurde zum Abschluss in einem PX-Sherry-Butt vermählt. Abgefüllt am 13.11.2020.

Im Glas

Bernsteinfarben. In der Nase kräftiger, teils aschiger Holzrauch, dazu honigglasierter Räucherspeck, Keksteig und süße Sherrynoten. Am Gaumen wuchtig und ölig, mit Toffee, Karamell, dunkler Frucht aus dem PX-Fass und langem, rauchig-würzigem Abgang.

Pur genießen

Pur aus dem Tumbler oder Nosing-Glas, bei Bedarf mit ein paar Tropfen Wasser, das die Aromen öffnet. Ein intensiver Whisky für Liebhaber rauchiger, sherryfassgereifter Malts – ideal als Digestif.

Klassisch solo: pur, mit etwas Wasser, als Digestif.


Herkunft: Zorge, Harz (Deutschland)
Art: Hercynian Single Malt Whisky – The Alrik (woodsmoked, Buchen- & Erlenrauch)
Reifung: PX-Sherry-Hogsheads, Final Touch im PX-Sherry-Butt
Edition: Edition 1912 Samhain, abgefüllt 13.11.2020, 666 Flaschen

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Weine

François Bertheau Chambolle Musigny Les Amoureuses 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Amoureuses · 1er Cru Chambolle-Musigny unterhalb Le Musigny · SO-Lage 2021

Der Chambolle-Musigny Les Amoureuses 1er Cru 2021 der Domaine François Bertheau stammt aus der berühmtesten Premier-Cru-Lage von Chambolle – einem Weinberg auf Grand-Cru-Niveau. In der Jugend verschlossen, läuft Bertheaus Amoureuses über die Jahre zur Hochform auf: Samt und Seide, kernige Himbeerfrucht und ein unendlich sanfter Nachhall.


Les Amoureuses – der berühmteste Premier Cru von Chambolle

Les Amoureuses („die Liebenden") gilt als bester Premier Cru der Gemeinde und als einer der großen Weinberge der Welt – bei einer Neuklassifizierung wäre ein Grand-Cru-Status kaum fraglich. Die Lage liegt am südlichen Ende von Chambolle-Musigny, direkt oberhalb des Dorfes Vougeot und unterhalb des Grand Cru Le Musigny; im Norden grenzt Les Charmes, südlich Les Petits Vougeots.

Der kalkhaltige Boden ist hier leichter: eine dünne Schicht felsigen Oberbodens über hartem Kalksteinunterboden, der frei entwässert und die Wurzeln in Felsspalten zwingt. Das begrenzt Wuchskraft und Ertrag und führt zu kleinen, konzentrierten Beeren. Die meist südöstliche Ausrichtung und das kühle Klima sichern Reife bei erhaltener Säure. Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen Erzeugern von Chambolle-Musigny.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – wie geschaffen für die feine, balancierte Art der Amoureuses.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

In der Jugend verschlossen und subtil. Mit Reife entfalten sich Samt und Seide, reinste, kernige Himbeerfrucht, ein erdiger Charakter und feste, zugleich seidige Tannine. Der Abgang ist unendlich sanft und lang.

Samt und Seide, kernige Himbeerfrucht und feste, seidige Tannine – ein Kult-Premier-Cru mit unendlich sanftem Nachhall.

In der Jugend noch verschlossen; sein volles Potenzial entfaltet der Wein über viele Jahre, oft Jahrzehnte. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen oder Trüffel, dazu mittelreifer bis gereifter Käse. Ein eleganter Wein für den besonderen Anlass.


Lage: Les Amoureuses (1er Cru), Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); unterhalb Le Musigny, dünner Felsboden über hartem Kalkstein, SO-Lage
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Frankreich

Jean-Philippe Fichet Meursault Le Tesson 2021

Weißwein · Meursault · Chardonnay

Chardonnay Meursault Lieu-dit · Le Tesson Côte de Beaune 2021 Premier-Cru-Niveau

Der Meursault Le Tesson 2021 der Domaine Jean-Philippe Fichet ist ein laserpräziser, mineralischer Chardonnay aus einem der besten Village-Lieux-dits Meursaults – fern jedes butterig-holzigen Klischees, fokussiert und auf Premier-Cru-Niveau.


Le Tesson – Lieu-dit auf Premier-Cru-Niveau

Der prestigeträchtige Lieu-dit Le Tesson verdankt seinen Namen den „tessons" – Kalksteinsplittern, die den Boden prägen. Die ost-exponierte Parzelle liegt auf einem ausgewogenen Boden zwischen Ton und Kalk über einem Untergrund aus Kalkmergel, auf denselben Höhenlinien wie die besten Crus von Meursault, in direkter Fortsetzung der Premiers Crus.

Le Tesson wird daher qualitativ oft mit einem Premier Cru verglichen; Fichets Version übertrifft regelmäßig die Premier-Cru-Abfüllungen anderer Erzeuger – fokussiert wie ein Laserstrahl, mit Gewicht und Länge am Mittelgaumen.

Jahrgang 2021 – Côte de Beaune

2021 war im Burgund ein klassischer, kühler Jahrgang. Ein verheerender Aprilfrost und feuchte Witterung reduzierten die Mengen drastisch und verlangten höchste Sorgfalt im Weinberg; gelesen wurde spät.

Das Ergebnis sind präzise, spannungsreiche Weißweine mit moderaten Alkoholen, lebendiger Säure und klarer Herkunft – eine Rückkehr zum „klassischen" Burgunder-Stil nach den warmen Vorjahren.

Vinifikation und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2021.

Fichet arbeitet kompromisslos auf Transparenz: niedrige Erträge durch strengen Winterschnitt, lange sanfte Pressung, eine kühl gestartete Gärung. Der Ausbau dauert insgesamt rund 18 Monate – etwa 12 Monate im Fass (überwiegend gebraucht, mit geringem Neuholzanteil) bzw. in österreichischen Foudres, gefolgt von sechs Monaten im Tank. Auf aggressives Bâtonnage wird bewusst verzichtet.

Im Glas

Im lagen- und haustypischen Profil: Zitronenöl und Zitruszeste, Birne, geröstete Haselnuss und weiße Blüten über einem Grund aus zerstoßener Kreide. Am Gaumen konzentriert und satiniert, mit klarem Schnitt und viel Energie; eine salzig-mineralische Spannung trägt den Wein zu einem langen, präzisen Abgang.

Fokussiert wie ein Laserstrahl – salzige Mineralität, klarer Schnitt und große Länge.

Profitiert von Reife; Trinkfenster etwa 2025–2032. Bei 12–13 °C servieren.

Am Tisch

Gegrillter Hummer, Steinbutt, Cèpes-Risotto oder Edelfisch in Buttersauce. Nach einigen Jahren Reife auch ein großer Begleiter zu gereiftem Käse.


Lage: Meursault „Le Tesson" (Côte de Beaune); ost-exponierter Lieu-dit, ton-kalkiger Boden über Kalkmergel, auf Premier-Cru-Höhenlinien
Klassifikation: Meursault (Village-Lieu-dit)
Ausbau: Chardonnay; lange Pressung, ~18 Monate (12 Monate Fass/Foudre, wenig neues Holz, +6 Monate Tank), wenig Bâtonnage

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Rebsorten

La Baume Chardonnay les Vignes de Madame

Weißwein · Chardonnay · Languedoc · Frankreich

Domaine de la Baume Les Vignes de Madame Chardonnay ist ein Weißwein aus dem Languedoc in Südfrankreich. Mit feinem, leuchtend goldgelbem Farbspiel zeigt er sich frisch und harmonisch, mit viel Volumen und eleganten Vanillenoten. Im Glas exotische Frucht und feine Tiefe.


Languedoc

Die Domaine de la Baume liegt im Languedoc in Südfrankreich. Das warme, mediterrane Klima und die vielfältigen Böden bringen reife, aromatische Weißweine hervor. Der Wein trägt die Bezeichnung Pays d'Oc.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Chardonnay. Der Ausbau im Holzfass verleiht ihm elegante Vanillenoten, Volumen und eine cremige Struktur.

Im Glas

Feines, leuchtendes Goldgelb. In der Nase rosa Grapefruit, Litschi und Passionsfrucht, mit einer Spur von Nüssen und Artischocken. Am Gaumen frisch und harmonisch, mit viel Volumen und eleganten Vanillenoten. Weich und kräftig im Nachhall.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren; ein größeres Glas betont die Aromatik.

Klassische Begleitung: Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel und cremige Gerichte.


Lage: Languedoc (Frankreich)
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – Chardonnay
Ausbau: Chardonnay, Holzfassreife

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Rebsorten

Passo Grande Appassimento rosso

Wein · Rotwein · Apulien · Italien

Passo Grande Appassimento Rosso ist hergestellt aus ausgesuchten Negroamaro-, Primitivo- und Malvasia-Trauben. Ein charmanter, fruchtbetonter Wein mit intensivem Aroma von sonnenverwöhnten Himbeeren, Pflaumen und Kräutern.


Apulien / Salento

Apulien, der Stiefelabsatz Italiens, und besonders der Salento stehen für kraftvolle, sonnengereifte Rotweine. Das heiße mediterrane Klima mit viel Sonne bringt üppige, reife Frucht hervor. Negroamaro und Primitivo sind die prägenden Rebsorten der Region.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Negroamaro, Primitivo und Malvasia. Kennzeichnend ist die Appassimento-Methode: Ein Teil der Trauben wird nach der Lese angetrocknet, wodurch Zucker, Aromen und Extrakt konzentriert werden. So entsteht ein dichter, samtiger Wein mit reifer, fruchtsüßer Art.

Im Glas

Tiefes Rubinrot. In der Nase reife Himbeere, Pflaume und dunkle Beeren, dazu Kräuter und ein Hauch Dörrobst und Schokolade. Am Gaumen vollmundig, weich und samtig, mit reifer Frucht, milden Tanninen und langem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein kraftvoller Begleiter oder Wein für sich.

Passt zu: kräftiger Pasta, gegrilltem und geschmortem Fleisch, Lamm und reifem Käse.


Lage: Apulien / Salento (Italien); Passo Grande (Globus Wine)
Klassifikation: Apulien IGT – Cuvée aus Negroamaro, Primitivo & Malvasia (Appassimento)
Ausbau: Appassimento (Antrocknen eines Teils der Trauben)

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Spanien

Conde Pinel Tempranillo tinto

Rotwein · Tempranillo · Castilla · Spanien

Conde Pinel Tempranillo Tinto ist ein trockener Rotwein von Hammeken Cellars aus dem Herzen Spaniens. Reinsortig aus Tempranillo gekeltert, gehört er zur modernen Conde-Pinel-Linie – fruchtbetont, klar und trocken.


Castilla

Die Conde-Pinel-Linie stammt vom Önologenteam um David Tofterup bei Hammeken Cellars (Jávea/Alicante) und umfasst einen Weiß-, einen Rosé- und einen Rotwein. Der Tinto trägt die Herkunftsangabe Vino de la Tierra de Castilla.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo. Nach der temperaturkontrollierten Gärung im Edelstahl reift ein Teil des Weins rund drei Monate in französischer Eiche. Die kurze Holzreife gibt feine Würze, ohne die Frucht zu überdecken.

Im Glas

Leuchtendes Rubinrot. In der Nase rote Frucht – Beeren, wilde Erdbeere und Kirsche – dazu ein Hauch geröstetes Brot und Vanille aus der Holzreife. Am Gaumen fruchtbetont, weich und zugänglich, trocken mit rundem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein unkomplizierter, fruchtbetonter Tempranillo für viele Gelegenheiten.

Klassische Begleitung: Gegrilltes, Geflügel, Pasta und Hartkäse.


Lage: Castilla-La Mancha (Spanien)
Klassifikation: Vino de la Tierra de Castilla – Rotwein (trocken)
Ausbau: Edelstahl, teils ~3 Monate in französischer Eiche

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Rebsorten

Le Moine Chambolle Musigny Les Hauts Doix 1er Cru 2020

Rotwein · Chambolle-Musigny 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny 1er Cru Les Hauts Doix Côte de Nuits Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz · unfiltriert 2020

Der Lucien Le Moine Chambolle-Musigny Les Hauts Doix 1er Cru 2020 stammt aus einem winzigen Premier Cru direkt neben dem legendären Les Amoureuses – der „kleine Bruder" der berühmten Lage. Ein feiner, parfümierter und mineralischer Pinot Noir. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Les Hauts Doix – der Nachbar von Les Amoureuses

Les Hauts Doix ist ein winziger, nur rund 1,7 Hektar großer Premier Cru am südlichen Hang von Chambolle-Musigny – ein schmaler Streifen direkt zwischen den beiden berühmtesten Lagen der Gemeinde, Les Amoureuses und Les Charmes. Sein Terroir ist dem der Amoureuses sehr ähnlich: kiesig-kalkige Böden mit wenig Ton über hartem Jura-Kalk, frei dränierend und karg, was die Erträge natürlich begrenzt und kleine, konzentrierte Beeren ergibt. Der Name „Doix" verweist auf die Quellen am Fuß des Hangs.

Wo Les Hauts Doix sich leicht von Les Amoureuses unterscheidet, ist die etwas nordöstlichere Ausrichtung – das ergibt einen Wein mit etwas weniger Körper, dafür von großer Feinheit, Parfüm und mineralischer Eleganz. Le Moine ist einer der wenigen Erzeuger dieser raren Lage.

Jahrgang 2020 – Côte de Nuits

2020 gilt an der Côte de Nuits als herausragender Rotwein-Jahrgang: warm und reif, brachte er besonders konzentrierte, dichte und zugleich balancierte Pinot Noirs mit tiefer Frucht, samtigem Tannin und großem Reifepotenzial. In einer feinen, parfümierten Lage wie Les Hauts Doix ergibt das einen besonders eleganten, vielschichtigen Wein mit Tiefe und Frische – im reinen, texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, Chambolle-Musigny Les Hauts Doix 1er Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Die Mengen sind winzig: oft nur ein einziges Fass je Cru.

Im Glas

Vom leichten, kies-kalkigen Boden neben Les Amoureuses lebt dieser Chambolle von Parfüm und Finesse: helle rote Frucht wie Himbeere und Kirsche, florale Anklänge von Rose und Veilchen und eine feine, kalkige Mineralität mit zitrischer Frische. Aus dem reifen Jahrgang 2020 gewinnt er Dichte und samtiges Tannin, die das lange Vollhefelager und das neue Holz in eine seidige, vielschichtige Textur und feine Röstwürze einbinden. Am Gaumen elegant und fein gezeichnet, mit feinem, seidigem Tannin, lebendiger Säure und langem, mineralischem Nachhall.

Parfümiert und fein – helle rote Frucht, Rose und Veilchen, kalkige Mineralität, seidig und elegant mit langer Frische.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente und Wildgeflügel, zu Reh und Lamm in feiner Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Weichkäse.


Lage: Chambolle-Musigny Les Hauts Doix 1er Cru, Côte de Nuits (Burgund, Frankreich); winziger Streifen (~1,7 ha) zwischen Les Amoureuses und Les Charmes; kies-kalkiger Boden über Jura-Kalk, nordöstliche Ausrichtung
Klassifikation: Premier Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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