Leipzig: Quid rei est?
Als „Wessi“, der in seinem Leben bisher nicht besonders oft im heutigen Osten Deutschlands gewesen ist, und für den der Begriff „Mitteldeutschland“ eigentlich längst in der historischen Versenkung verschwunden sein sollte, kann man sich immer wieder nur wundern, welche Probleme zumindest in den Medien für diese Regionen postuliert werden.
Nehmen wir zum Beispiel die Stadt Leipzig. Wie ihr Zustand vor und nach der Wende war, entzieht sich meiner persönlichen Kenntnis. Doch wie sich Leipzig im Jahr 2025 präsentiert, ist wirklich beachtlich. Soweit es ein Neuankömmling anhand pünktlich fahrender S-Bahnen, Busse und Straßenbahnen beurteilen kann, scheint es hier keine gravierenden Probleme zu geben. Fast alles wirkt renoviert, gepflegt und aufgeräumt. Die Stimmung ist ruhig, in vielen Szenen sogar gelassen. Sogenannte Ausländer sind kaum zu sehen, und weder Dreck noch Müll oder Aufruhr sind irgendwo wahrnehmbar.
Dass in dieser Stadt ausgerechnet extreme linke und rechte Parteien die beiden stärksten Kräfte in der politischen Meinungsbildung darstellen sollen, erscheint daher kaum nachvollziehbar. An der niedrigen Arbeitslosigkeit kann es wohl nicht liegen. Auch die, für eine so große Stadt, nicht übermäßig ausgeprägte Spitzengastronomie dürfte kaum der Grund für eine solch merkwürdige und beunruhigende Radikalisierung sein. Im Gegenteil: Die Menschen hier müssten doch stolz auf den tollen Wiederaufbau sowie auf ihre schöne und pulsierende Stadt sein.
Während man sich über mehrere Tage hinweg Gedanken über die nicht sichtbaren Probleme dieser Region macht, versucht man natürlich auch, vor Ort gut zu essen und zu trinken.
Das Macis Leipzig ist so ein Ort. Ein stilvoll gestaltetes Bio-Restaurant mit angeschlossenem Biomarkt, Bäckerei, Café und Pâtisserie, alles unter einem Dach, alles bio, alles handgemacht und liebevoll umgesetzt. Auch die Weinkarte kann sich sehen lassen: Sie glänzt mit einer gewissen Jahrgangstiefe und einer großen Auswahl an Top-Magnumflaschen. Die frische Bistroküche macht Freude, schmeckt hervorragend und lässt an einem lauen Sommerabend erst recht die Frage aufkommen, welche Ängste und Probleme die Mehrheit der hier lebenden Menschen wohl haben?
Crostino alla Caponata mit Aubergine, Tomate, Kapern, Olive und Staudensellerie / Tatar vom Weiderind mit Eigelb, Kapern, Sardelle, Senf und Röstbrot / Hausgemachte Tagliatelle mit Steinpilzen / Hausgemachte Tagliatelle mit Pfifferlingen
Macis Leipzig, Markgrafenstr. 10, 04109 Leipzig, Deutschland, https://macis-leipzig.de/biorestaurant/






