Petersilie

> Gastkommentar von: Bruno Freiherr von der Leber-Weg


In der Karottencremesuppe mit Kardamon und Hummer schwimmt sie, dick und hart und grün. In normalen, aber auch besseren Restaurants wie hier im Hotel Post im österreichischen Lech am Arlberg sind Teller ohne das Gartenkraut eine absolute Rarität geworden. Wie viele Essen in den letzten zwei Jahren kamen ohne Petersilie auf den Tisch? Dabei ist Petersilie nicht nur sehr penetrant im Geschmack, sie ist auch völlig unnütz. Wurde sie früher behutsam auf oder neben die Hauptsache auf dem Teller gelegt, schwimmt sie inzwischen in jeder Suppe, hängt untrennbar im Gemüse und erschlägt damit jedes noch so ausgeprägte Aroma. Verbündeter und Konkurrent zugleich im Wahn der sinnlosen Dekoration ist der Dill, der Salate, Fische, Suppen und Saucen heimsucht. Wo er fehlt, kann der Thymian-Ast oder Rosmarinzweig nicht weit sein. Manche Köche stopfen ihre Teller mit optischen Schnickschnack voll, dass es ein wahres Leid ist. „Petersilie gehört nicht auf den Teller!“, sagt der deutsche Drei-Sterne-Koch Dieter Müller.
Zu Zeiten, als der Rehrücken Baden-Baden das höchste der kulinarischen Gefühle in Deutschland war, verirrten sich allenfalls mal Spuren des lästigen Grüns auf einen Teller. Aber dann schwappte die Nouvelle Cuisine über den Rhein, und die entschlackten Saucen und winzigen Portionen wurden mit Beilagen aufgemotzt, um größer und prächtiger zu erscheinen – im Schlepptau alle möglichen Garnierungen. Noch 1987, als Deutschland bereits gastronomisch zivilisiert war, empfahl Bernhard Kaiser in seinem „Goldenen Kochbuch“ zum „Wiener Backhendl“ allenfalls: „mit Zitronenspalten und gebackenem Petersiliengrün anrichten“. Was beim Hähnchen nicht schadet, stört bei anderen Gerichten wie der „Überbackenen Languste“ doch gewaltig: Nur fürs Auge? Wie aber kann es nur fürs Auge sein, wie die meisten Köche beteuern, wenn es so unwiederbringlich einmontiert ist, dass man es nur mühselig mit spitzen Fingern oder der Gabel entfernen kann, soll es nicht in Mund gelangen? Das sehr puristische „Schulkochbuch“ von Dr. Oetker beschränkt sich in seinen Rezepten auf die bloße Zubereitung und Anrichtung. Auf den Fotos allerdings pflastern dann doch wieder Petersilie & Co. die Königsberger Klopse, die gefüllten Paprikaschoten und alle Salate. Auch die Spitzenköche schrecken in ihren zahlreichen Kochbüchern vor nichts zurück: das „G’röstl von Krebsen und Kartoffeln“ lässt Eckart Witzigmann „mit gezupftem Kerbel garnieren“, zum „Überbackenen Stubenküken auf zwei Saucen“ gesellt sich „je eine Lauchzwiebel“, und zum „Makkaroni-Soufflè auf Safransauce“ reichen nicht Trüffelstreifen, nein, es muss wieder die Petersilie sein. Auch sein Nachfolger als Deutschlands bester Koch, Harald Wohlfahrt, kann es in seinen Kochbüchern nicht lassen: Das „Carpaccio von Lachs, Wolfsbarsch und Sankt-Jakobs-Muscheln mit dreierlei Pfeffermarinaden“ bedeckt: Kerbel. Das Rehparfait im Pistaziengeleemantel mit Steinpilzsalat und Pinienvinaigrette bedeckt: Kerbel. Gottlob verschont er in „Feines aus meiner Küche“ wenigstens die Hauptgerichte aus Fisch und Fleisch von derlei Garnituren, ebenso wie die Gäste in seinem Restaurant Schwarzwaldstube. Die Teller von Wohlfahrt sind weitgehend kräuterfrei. Auch Dieter Müllers „Einfach und genial. Die Aromenküche des Meisterkochs“ kommt nicht ohne ein bisschen Estragon hier, etwas Basilikum dort und natürlich Kerbel aus. In seinem Restaurant in Bergisch Gladbach verzichtet Müller weitgehend darauf. Früher, in den Wertheimer „Schweizer Stuben“ sei das noch anders gewesen. „Wenn ein Gericht wenig Farbe hatte, wie ein Salat, haben wir eben Kräuter dazugegeben, zur Gänseleber wurden Feldsalatblättchen gezupft. Kerbel ist eigentlich nicht wichtig, er schmeckt ja nahezu neutral“. Dabei geht es auch ohne: Pierre Wynants vom Brüsseler „Comme Chez Soi“ verzichtet auf den Garnierungswahn, auch Frankreichs Küchenstar Alain Ducasse lässt Rezepte seiner Bücher wie „Der Ducasse“ und die Gerichte seiner Pariser und monegassischen Restaurants ohne das Grünzeug auskommen. Was er an Kräutern für notwendig und nützlich erachtet, ist würzender Bestandteil des Gerichts und nicht verfälschende Zugabe. „Die Franzosen sind längst klarer und schlichter“, sagt Müller. In Deutschland sei es immer noch so, „wenn da nur ein Stück Fisch, sei er noch so gut gebraten, auf dem Teller liegt, fragt sich mancher: Da ist ja fast nichts drauf“, berichtet Müller. Also werde fleißig dekoriert. „Lieber ein gutes Gemüse dazu als unnnütze Beilagen wie irgendetwas Fritiertes“. In Deutschland verfährt zum Beispiel auch Joachim Wissler vom Bensberger „Vendome“ so und lässt das weg, „was man weglassen sollte“, auch Hans Haas vom Münchener Tantris verzichtet auf Schnörkel, ebenso wie Altmeister Paul Haeberlin von der Auberge d L’Ill im Elsaß. „Was man nicht in Sauce hineintut, das kommt auch nicht heraus“, sagt er.
Alfred Bercher, Cheftester des deutschen Michelin, schmecken die Dreingaben nicht. „Wenn es Teil des Ganzen ist, ok. Aber was sollen die störenden Kräuter und Blätter?“
Neben den wohl rein aus optischen Gründen vorgesehenen Beigaben ist es aber mehr und mehr die Komposition und Aufbereitung des Gerichtes selbst, die verwirrt. Muß man im Restaurant statt drei oder vier oft bis zu acht verschiedene Dinge auf einem Teller finden? Da wird zum Lammrücken neben einer Miniportion Ratatouille noch etwas Kartoffelgratin, ein Stück Grieskuchen, Karotten und Bohnen, ein Auberginenragout und geschmortes Lammfleisch mit einer eigenen Sauce serviert. Jedes ist unterschiedlich gewürzt, einiges sehr mediterran mit Kräutern und Olivenöl, anderes asiatisch mit Zitronengras und Curry. Warum? Weil die Gäste es wollen, sagen viele Köche. „Das gaube ich nicht“, sagt Michelinchef Bercher. Warum reicht nicht eine Reduktion auf das Wesentliche? Es ist kein Zeichen großer Kochkunst, es jedem, und allen Recht machen zu wollen, um mit der Zusammenwürfelung möglichst vieler und unterschiedlicher Zutaten zu punkten.
Besonders unbarmherzig sind die Patisseure dieser Welt: Nicht nur, daß man in guten Restaurants statt wie früher einem Dessert nun drei serviert bekommt, obwohl nach einem Menü und meist mehreren guten , selten leichten Weinen kaum noch jemand geradeaus gucken kann. Jedes besteht auch noch aus optisch und geschmacklich völlig überfrachteten Einzelkomponenten samt Kakao- oder Puderzuckerstaub, der beim Einatmen sofortige Luftröhrenschnitte nötig macht. Nach dem Vordessert, viel zu oft einer allzu mächtigen Crème brulée, kommt dann ein Soufflè in einer Größe, die jeden Magen verschließt. Das Hauptdessert besteht dann in der Regel aus ein oder zwei verschiedenen Arten Mousse, meist aus heller und dunkler Schokolade, dazu Eis oder Sorbet diverser Herkunft, alles umringt von der unvermeidlichen, meist nicht reifen und daher viel zu sauren Physalis, gerne ergänzt von der ebenso sauren wie sinnlosen Sternfrucht. „Besonders störend sind die sinnlosen Obstgarnituren bei Nachspeisen“, findet Michelinchef Bercher: „Vor allem die Sternfrucht. Sie liegt immer unmotiviert auf dem Teller rum, schmeckt nach nichts und verteuert auch noch das Gericht. Was soll das?“ Manchmal unterliegt sie im Duell der Säuregiganten aber noch den Johannis- und Preiselbeeren, mit denen mancher Patissier unserer Magenscheidewand nach dem Leben trachtet. Meistens wird das Ganze begleitet durch eine Orgie aus glashart gewordenen, Zunge und Gaumen aufspießenden und sich in sämtliche Zahnzwischenräume eingrabenden netzartigen Gebilden aus karamellisiertem und dann erkaltetem Zucker. Dazu werden Blätterteigtaschen gefüllt mit Schäumen und Cremes aus Früchten, gekrönt von stopfenden Scholokadenkuchen. Alles wird gewollt und getan, aber nichts auf den Punkt gebracht.
Anschließend rückt noch ein Kellner mit einem drohenden Wagen voll riesiger Pralinen an. Selbst die sind vor Garnituren nicht länger sicher. Neuester Clou: Blattgold. Was soll man da noch sagen? Hilfe, aber immer noch besser als Petersilie!

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Feinkost

Il Caruggiu Pesto Genovese

Feinkost · Pesto Genovese · Sauce · Ligurien

Il Caruggiu Pesto Genovese ist die wohl bekannteste ligurische Sauce – ein klassisches Basilikumpesto vom Familienbetrieb Il Caruggiu. Es wird traditionell aus frischem Basilikum, extra nativem Olivenöl, Grana Padano, Pinienkernen und Knoblauch hergestellt. Hervorragend für Nudelgerichte, als Aufstrich zu Weißbrot und zum Aperitif.


Herkunft

Il Caruggiu ist ein kleiner Familienbetrieb im Hinterland der ligurischen Provinz Imperia. Ligurien rund um Genua ist die Heimat des Pesto Genovese; das DOP-Basilikum der Region gibt dem Pesto seine hellgrüne Farbe und das feine, süßliche Aroma.

Anbau und Verarbeitung

Für das Pesto werden frischer Basilikum, extra natives Olivenöl, Cashew- und Pinienkerne, Grana Padano, Knoblauch und Salz verarbeitet. So entsteht eine cremige, hellgrüne Sauce nach traditioneller ligurischer Art.

Geschmack

Hellgrünes, cremiges Pesto. Im Geschmack frisch und aromatisch nach Basilikum, mit der nussigen Note der Kerne und der Würze des Grana Padano. Mediterran und ausgewogen.

Am Tisch

Klassisch zu Pasta wie Trofie oder Trenette, gern mit Kartoffeln und Bohnen, ebenso als Aufstrich zu Weißbrot oder zum Aperitif. Vor dem Servieren mit etwas Olivenöl, Brühe oder Nudelwasser verdünnen und nicht mitkochen.


Hersteller: Il Caruggiu (Civezza, Imperia, Ligurien)
Produkt: Pesto Genovese (Basilikumpesto)
Zutaten: Basilikum (30 %), extra natives Olivenöl (30 %), Cashewkerne (12 %), Grana Padano, Molkepulver, Käse, Knoblauch, Salz, Pinienkerne, Säuerungsmittel: Zitronensäure
Herkunft: Ligurien, Italien
Verarbeitung: cremig gemahlen, im Glas
Mindesthaltbarkeit (MHD): 29.01.2028

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Länder/Regionen

Morillon blanc by Jeff Carrel

Wein · Weißwein · Limoux · Frankreich

Jeff Carrel Morillon Blanc ist ein einzigartiger, reinsortiger Chardonnay aus dem Limoux – „Morillon" ist ein Synonym für Chardonnay. Goldgelb in der Farbe, mit einem Duft zwischen getrockneten Früchten wie Quitte, Datteln und Rosinen sowie frischen Aromen von Orange und Tropenfrucht.


Limoux / Südfrankreich

Das Limoux im westlichen Languedoc ist für seine kühleren, höher gelegenen Lagen und sein Talent für Chardonnay bekannt. Die Reben für den Morillon stehen auf kalksteinhaltigem Untergrund. Vinifiziert wird der Wein vom renommierten Winzer Jeff Carrel.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Chardonnay, gewonnen aus bewusst botrytisbefallenen Trauben. Der Wein reift zunächst acht Monate auf der Feinhefe und anschließend weitere sechs Monate in stark getoasteten Barriques. Trotz reif-süßlichem Eindruck ist er komplett durchgegoren und trocken.

Im Glas

Goldgelb. In der Nase getrocknete Früchte wie Quitte, Datteln und Rosinen, dazu frische Orange und Tropenfrucht. Am Gaumen breit und sehr vollmundig, fast süßlich-reif wirkend, dabei trocken – ein vielschichtiges, ausdrucksstarkes Geschmacksparadoxon mit langem Abgang.

Am Tisch

Bei 11–13 °C servieren – ein kraftvoller Weißwein, der auch kräftigere Gerichte begleitet.

Passt zu: gebratenem Fisch, Geflügel, hellem Fleisch in cremigen Saucen, reifem Käse und Gerichten mit etwas Süße.


Lage: Limoux (Languedoc, Frankreich); Jeff Carrel
Klassifikation: Limoux – 100 % Chardonnay (Morillon), trocken
Ausbau: 8 Monate auf der Feinhefe, anschließend 6 Monate in stark getoasteten Barriques

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USA

Epiphany Rodney´s Vineyard Petite Sirah 2017

Rotwein · Santa Barbara County · Petite Sirah

Petite Sirah Santa Barbara County Rodney's Vineyard Santa Ynez Valley Kalifornien 2017

Der Epiphany Rodney's Vineyard Petite Sirah 2017 ist ein tiefdunkler, kraftvoller Kalifornier von der „beautiful earth" Santa Barbaras – Waldbeeren, Cassis, Rauch und Teer über stoffigen, mürben Tanninen. Einer jener Weine, die fast alles schlagen, was es in Europa für unter 50 Euro gibt.


Epiphany Cellars – Rhône-Spezialist aus Santa Barbara

Epiphany Cellars wurde im Jahr 2000 von Eli Parker gegründet, dem Sohn der kalifornischen Schauspieler- und Winzerlegende Fess Parker – als Spielwiese für seine Leidenschaft für Rhône-Sorten wie Syrah, Viognier und Petite Sirah. Seit 2007 zeichnet Kellermeister Blair Fox für die Weine verantwortlich. Epiphany gilt heute als eine der führenden Adressen der Region für rhônegeprägte und „esoterische" Rebsorten.

Die Trauben stammen zu 100 % aus Rodney's Vineyard auf der Fess-Parker-Home-Ranch im Santa Ynez Valley (Santa Barbara County). Es ist eine der wenigen Petite-Sirah-Lagen der Region: Sie greift kühle Einflüsse der nahen Küste auf, behält aber genug Wärme, um vollreif zu werden – genau die Kombination, die diesem Wein Tiefe und Frische zugleich gibt. Der Weinberg ist SIP-zertifiziert (Sustainability in Practice).

Jahrgang 2017 – Santa Barbara County

2017 war an der kalifornischen Central Coast ein warmer Jahrgang, der vollreife, konzentrierte Rotweine hervorbrachte. Bei der ohnehin tieffarbigen, kraftvollen Petite Sirah ergibt das einen Wein von intensiver, dunkler Frucht und satter Struktur – im Stadium der jugendlichen Fruchtdominanz, aber bereits mit weichen, zugänglichen Tanninen.

Ausbau

Reinsortige Petite Sirah aus dem Jahrgang 2017.

Reife über rund 21 Monate in französischer Eiche, davon etwa 17 % neu. Petite Sirah – ursprünglich als Durif aus der Rhône stammend – ist für ihre tintige Farbe, feste Tannine und kraftvolle Frucht bekannt und ein fester Bestandteil des Epiphany-Sortiments.

Im Glas

Waldbeeren, Cassis, Rauch und Teer, stoffige Tannine und eine süßliche Blaubeer-Vanillenote erinnern zusammen mit einer ganz dezenten Rauchigkeit an die ganz großen Weine im Stadium der jugendlichen Fruchtdominanz. Mit fast fünf Jahren ist der Wein noch jung genug, um einen damit zu flashen – und reif genug, dass die Tannine schon surfbar sind, sprich: weich und mürbe. Hier liegt null Schotter auf der Piste.

„Probieren und schwelgen. Wahnsinn, wie der läuft. Genau wegen solcher Weine von der ‚beautiful earth' Kaliforniens habe ich mal mit dem Import begonnen." — Martín Apell

Muss man probiert haben – und schlägt immer noch fast alles, was man für unter 50 Euro in Europa bekommt. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftigem Schmorfleisch und Short Ribs, zu Burgern und Grillgerichten mit dunkler Würze, zu Chili con Carne sowie zu gereiftem Gouda oder Blauschimmelkäse.


Lage: Santa Barbara County, Rodney's Vineyard, Fess-Parker-Home-Ranch, Santa Ynez Valley (Kalifornien, USA); SIP-zertifiziert
Klassifikation: Santa Barbara County AVA, Petite Sirah (trocken)
Ausbau: 100 % Petite Sirah; ~21 Monate französische Eiche (~17 % neu); SIP Certified

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Spanien

Bimbache El Hierro blanco 2022

Weißwein · El Hierro · Kanaren

Der Bimbache El Hierro Blanco ist ein Weißwein von der Kanareninsel El Hierro, gekeltert aus einer Cuvée autochthoner Rebsorten auf vulkanischen Böden. Bimbache wurde 2018 von Rayco Fernández und Pablo Matallana gegründet, um den alten Rebbestand der kleinsten und jüngsten Kanareninsel zu bewahren. Leitsorte ist Vijariego Blanco, ergänzt um Listán Blanco, Gual, Baboso Blanco und Forastera. Ein straffer, salzig-mineralischer Wein mit kühlem, langem Abgang.


El Hierro – Kanaren

El Hierro ist die kleinste und jüngste der Kanarischen Inseln und vollständig als Biosphärenreservat geschützt. Die alten Reben – teils 50 bis 100 Jahre – stehen in Lagen zwischen rund 500 und 800 Metern Höhe auf vulkanischem Sandboden mit etwas Ton. Das maritime, vom Atlantik gekühlte Klima und die ständigen Passatwinde prägen die straffe, salzige Stilistik. Die Weinberge werden ohne Herbizide bewirtschaftet und von Hand gelesen.

Assemblage und Ausbau

Cuvée autochthoner Rebsorten mit Leitsorte Vijariego Blanco (Listán Blanco, Gual, Baboso Blanco, Forastera u. a.). Die Trauben werden als ganze Trauben gepresst und spontan vergoren, mit minimalem Eingriff im Keller. Der Ausbau erfolgt im Holzfass. Enthält Sulfite.

Im Glas

In der Nase eine markante Bergamottnote, dazu nasser Stein, weißer Tee, eine leicht oxidative Manzanilla-Sherry-Note, unreife Quitte und Felsenbirne. Am Gaumen straff, mit gerader Säure, Meersalz und dezentem Apfel. Der Abgang ist kühl und vibrierend, lang und anhaltend. Ein Wein, der sich in Duft und Geschmack fortwährend verändert.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gegrillter Fisch, Meeresfrüchte, Ceviche und Ziegenkäse. Auch zu hellem Geflügel und Gemüsegerichten. Vor dem Servieren leicht dekantieren; Serviertemperatur 10–12 °C.


Lage El Hierro (Kanaren), vulkanischer Sandboden, alte Reben, 500–800 m
Klassifikation DO El Hierro
Ausbau Cuvée autochthoner Rebsorten, Ganztraubenpressung, Spontangärung, Ausbau im Holzfass

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Schaumweine

Étienne Calsac Champagne Les Revenants Extra Brut

Der Étienne Calsac Les Revenants Extra Brut ist Champagner, wie ihn kaum jemand kennt: aus Pinot Blanc, Petit Meslier und Arbanne, drei Sorten, die in der Champagne fast verschwunden waren. Gesprächsstoff für jeden Weinabend.

Im Glas

Helles Gold, feine Bläschen. Blüten und würzige Kräuter in der Nase, ganz anders als ein klassischer Chardonnay. Am Gaumen elegant und puristisch, getragen von salziger, mineralischer Frische und langem Nachhall. Die großen 600-Liter-Fässer geben Textur, ohne laut zu werden.

Mach was draus

Ein Champagner für Neugierige: zu Kräuterrisotto, Saibling mit grüner Soße oder Ziegenkäse mit Thymian. Bei einer Blindprobe sorgt er garantiert für Diskussionen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Ich serviere ihn gern zu feinen Vorspeisen. Mit Kräutern und hellem Fisch spielt er seine würzige Seite richtig aus.“

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Kurz gefragt

Was ist Petit Meslier? Eine alte, säurebetonte Rebsorte der Champagne, die heute nur noch selten angebaut wird. Hier macht sie 43 % der Cuvée aus.

Warum diese alten Sorten? Sie bringen florale und würzige Töne, die man von Chardonnay und Pinot Noir nicht kennt – und zeigen, wie vielfältig die Champagne einmal war.

50 % Pinot Blanc, 43 % Petit Meslier, 7 % Arbanne · Côte de Sézanne (Einzellage), Ton und Sand über Kreide · unfiltriert und ungeschönt · Spontangärung in 600-l-Demi-Muids · Méthode Traditionnelle, Naturkork · Extra Brut, 4 g/l Restzucker · Étienne Calsac, Avize · Stand: Oktober 2026

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Weine

De Sousa Champagne Mycorhize Grand Cru Extra Brut BIO

Der De Sousa Mycorhize Grand Cru Extra Brut kommt aus einer einzigen Parzelle in Avize, die nur mit dem Pferd bearbeitet wird. Reiner Chardonnay, im kleinen Eichenfass vergoren, kreidig und cremig zugleich.

Im Glas

Leuchtendes Gold, feine, ausdauernde Perlen. Apfel und Birne, etwas Zitrone, darüber Honig und Blüten, mit Luft eine salzig-frische Note. Am Gaumen kühl und kreidig, dann weich und cremig, das Holz gut eingebunden. Lang und würzig, mit viel Dichte.

Mach was draus

Hummer, Jakobsmuscheln mit Beurre blanc oder ein gereifter Comté. Auch zu Kalbsbries mit Pilzen ist er stark. Er ist ein Champagner für Abende, an denen du dir Zeit nimmst und genau hinschmeckst, am besten mit Freunden, die alte Reben zu schätzen wissen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Ein großes Glas ist hier Pflicht. Zu Austern oder einem gereiften Käse zeigt Mycorhize, was alte Reben auf Kreide können.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Was bedeutet Mycorhize? Mykorrhiza heißt die Symbiose zwischen Rebwurzeln und Bodenpilzen. Der Name steht für De Sousas Arbeit mit lebendigen Böden.

Warum das Pferd? Die Parzelle wird ausschließlich mit dem Pferd gepflügt. Das schont die Bodenstruktur, die Wurzeln und Pilze brauchen.

100 % Chardonnay · Les Hauts Némery, Avize Grand Cru, Kreide · Spontangärung in 225-l-Eichenfässern · ca. 25 % Réserve perpétuelle · 3 Jahre Hefelager · unfiltriert · Extra Brut, 3 g/l Restzucker · Champagne De Sousa, Avize · Bio, FR-BIO-10 · Stand: Oktober 2026

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Weine

Poggiotondo Chianti DOCG Organic BIO

Wein · Rotwein · Chianti · Italien

Poggiotondo Chianti DOCG ist ein fruchtbetonter, biozertifizierter Chianti aus den Rebsorten Sangiovese, Canaiolo und Colorino. Granatrot in der Farbe, bestechen in Duft und Geschmack Aromen von reifen, dunklen Kirschen und Oregano – mit samtiger Struktur bis in den Nachhall.


Toskana / Chianti

Die Reben gedeihen auf kalkhaltigen Böden im Chianti (Toskana). Erzeuger ist das Weingut Poggiotondo im milderen Westen der Region, das biologisch arbeitet (IT-BIO-004). Sangiovese ist die klassische Leitsorte, traditionell ergänzt um heimische Sorten wie Canaiolo und Colorino.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Sangiovese, Canaiolo und Colorino. Sangiovese bringt Frucht und Struktur, Canaiolo Weichheit, Colorino Farbe und Tiefe. Der Ausbau betont die fruchtbetonte, zugängliche Stilistik. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Granatrot. In der Nase reife dunkle Kirsche und Oregano. Am Gaumen fruchtbetont und saftig, mit reifer Kirschfrucht, mediterraner Würze und samtiger Struktur, die bis in den Nachhall trägt.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein vielseitiger Begleiter der italienischen Küche.

Passt zu: Lammfleisch, Pasta mit Fleischsauce, Pizza, gegrilltem Fleisch und mittelreifem Käse.


Lage: Chianti, westliche Toskana (Italien); Poggiotondo
Klassifikation: Chianti DOCG – Cuvée aus Sangiovese, Canaiolo & Colorino, trocken
Ausbau: fruchtbetonter Ausbau

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Rebsorten

La Villette Chardonnay

Weißwein · Südfrankreich · Chardonnay

Chardonnay Südfrankreich · Pyrenäen-Vorland 6 Monate sur lie im Eichenfass teilweise malolaktisch harmonisch · cremig

Der La Villette Chardonnay von Badet Clément wird aus Trauben südfranzösischer Weinberge am Fuße der Pyrenäen gekeltert. Sechs Monate „sur lie" im Eichenfass und eine teilweise malolaktische Gärung geben ihm komplexe Aromen von Zitrus, Birne und frischem Brot – harmonisch, mit einem Hauch Vanille und Haselnuss.


Chardonnay vom Fuße der Pyrenäen

Der La Villette ist nach einem bekannten Pariser Stadtviertel benannt, das für das französische Savoir-vivre steht. Die Chardonnay-Trauben stammen aus Südfrankreich, von Weinbergen am Fuße der Pyrenäen.

Badet Clément et Compagnie keltert daraus einen zugänglichen, harmonischen Weißwein im Geist des Savoir-vivre.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus Südfrankreich.

Der Wein reift sechs Monate „sur lie" in Eichenfässern; ein Teil durchläuft die malolaktische Gärung, wodurch sich frische, typische Chardonnay-Aromen entwickeln und eine cremige Textur entsteht.

Im Glas

Komplexe Primäraromen nach Zitrusfrüchten, Banane, Birne und frischem Brot. Am Gaumen harmonisch, mit einem Hauch von Vanille und Haselnüssen und cremiger Textur.

Zitrus, Birne und frisches Brot mit einem Hauch Vanille und Haselnuss – harmonisch und cremig.

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren; jung schon zugänglich und trinkfreudig.

Am Tisch

Als Aperitif, zu Fisch und Meeresfrüchten, Geflügel, Pasta in heller Sauce und mildem Weichkäse. Ein vielseitiger, unkomplizierter Begleiter.


Lage: Südfrankreich; Weinberge am Fuße der Pyrenäen
Klassifikation: Weißwein (vmtl. IGP Pays d'Oc)
Ausbau: Chardonnay; 6 Monate sur lie im Eichenfass, teilweise malolaktische Gärung

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