Ein Interieur, welches mit seinen warmen Pastellfarben und eleganten Design sofort einen Wohlfühlfaktor auslöst. Ein Serviceteam, welches freundlich und im perfekten Timing agiert und ein Menü, welches bis zum Hauptgang mutig, kreativ und virtuos in Szene gesetzt wurde und fast alle Erwartungen erfüllte. Die Rebhuhnterrine mit Kohl, der Meeresfrüchtesalat in Grapefruit und insbesondere die mit Gänseleber gefüllte Artischocke waren echte Highlights. Leider ist die Schnepfe misslungen; sie wirkte etwas zäh und altersschwach und auch die begleitende Jus harmonisierte nicht gerade perfekt zu dem gereichten „Gummivogel“. Auch die Desserts wirkten etwas gestellt und die Aromenkombination wirkten disharmonisch. Aber hohe Kochkunst kann nur durch gewagte Kombinationen höhere Weihen erlangen und dies´ ist Fernando Pérez Arellano und seinem Team außerordentlich gut gelungen. Hier ist nach oben noch viel offen.
Rotwein · Walla Walla Valley · Syrah
Der Horsepower Vineyards The Tribe Vineyard Syrah 2015 ist ein Kult-Syrah von Christophe Baron (Cayuse) – im heißesten Walla-Walla-Jahrgang der jüngeren Geschichte floraler, saftiger und früher zugänglich, ohne den unverwechselbaren, salzig-umamihaften Charakter der Basaltsteine des Rocks District zu verlieren.
The Tribe Vineyard – Basalt im Rocks District
Der drei Acre kleine Syrah-Weinberg liegt direkt neben Christophe Barons En-Chamberlin-Lage im Rocks District of Milton-Freewater – der einzigen US-Appellation, deren Grenzen allein über den Bodentyp definiert sind. Große, alte Basalt-Gerölle wie im Châteauneuf-du-Pape speichern die Sonnenwärme und strahlen sie an die Trauben zurück, was den unverwechselbar würzig-umamihaften Charakter dieser Syrahs prägt.
Gepflanzt ist The Tribe ultra-dicht im „sur echalas"-Stil – eine Rebe pro Pfahl, rund 3.555 Stöcke pro Acre. Die Enge zwingt die Reben zu intensivem Wettbewerb und schafft bemerkenswerte Spannung und Konzentration.
Jahrgang 2015 – Walla Walla Valley
2015 gilt als der wärmste Jahrgang in der jüngeren Geschichte Washingtons: ein heißer Vegetationsverlauf brachte vollreife Trauben und eine frühe Lese.
Das Ergebnis ist ein breiterer, geschmeidiger und früher zugänglicher Stil mit parfümierter, floraler Aromatik – dennoch von frischer, salziger Spannung getragen und mit langem Reifepotenzial.
Anbau und Ausbau
Reinsortiger Syrah aus dem Jahrgang 2015.
Christophe Baron gehörte ab 2002 zu den Ersten, die in Walla Walla mit Pferdezug und Kompostwirtschaft arbeiteten. Horsepower wird nach einem astrologischen Kalender und vollständig ohne Herbizide, synthetische Dünger oder chemische Pflanzenschutzmittel bearbeitet. Namensgebend sind die Zugpferde, die die eng gepflanzten Reihen kultivieren – Handarbeit im Stil des 19. Jahrhunderts. Die Erzeugungsmengen sind winzig, der Wein ist streng allokiert.
Im Glas
Ein parfümiert-floraler, zugleich savoriger Auftritt: Veilchen und Grapefruitblüte über schwarzer Olive und Olivenblatt, dazu Teer, Rauch und Asche, wilde Huckleberry, Tapenade, getrocknete Kräuter und weißer Pfeffer. Am Gaumen saftig, vollmundig und konzentriert, mit satinigen Tanninen, deutlicher salziger Mineralität und großer Länge – breiter und zugänglicher als die kühleren Jahrgänge, aber mit der typischen Rocks-Spannung.
Floral, saftig und salzig – ein zugänglicher Rocks-District-Syrah aus dem heißen Jahrgang 2015.
Heute gut trinkreif, mit weiterem Potenzial bis etwa 2030. Bei 16–18 °C servieren.
Am Tisch
Zu Lammkeule, gegrilltem Rind, Wild, kräftigem BBQ oder gereiftem Hartkäse. Ein intensiver Begleiter für herzhafte, würzige Gerichte.



