Miguel Sánchez Ayala – Equipo Navazos – La bota de Manzanilla „32“ – Jerez – Spanien
Algen, Aubergine und Gurken überraschen beim ersten Schnuppern den Geruchskolben dieses indischgelbfarbenden Manzanilla Sherrys. Irish Moos (gibt es dieses Parfüm eigentlich noch?), gegerbtes Leder und ein Anklang von altem, vermoderten Holzplanken gesellen sich hinzu. Es ist faszinierend zu beobachten und insbesondere zu erschnüffeln wie in immer wieder kehrenden Geruchsschüben die verschiedenen Nussaromen freigelegt werden. Diese finden sich auch wohltuend und warm im Geschmack wieder. Überhaupt hat man hier keinen eindimensionalen Solitär im Glas, sondern ein multidimensionales Gesamtkunstwerk. Nach gut einer halben Stunde Belüftung zeigt sich sogar eine feste Säurestruktur und man spürt die Frische, die der Boden, das Terroir, diesem Naturprodukt verliehen haben. Das Größte an dieser, für den Gaumen mutierenden, oxidativen Kernschmelze ist allerdings der himmlische Abgang. Hier formieren sich die geschmacklich anzutreffenden Salzkristalle zu einem nicht enden wollenden Gesamtfinale, welches mindestens eine halbe Stunde anhält. Ein Wein, ein Sherry, der nachdenklich macht und einem auch mal wieder klar macht, das die Region Jerez und seine Weine leider zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Danke, Paul für diese Flasche und für dieses unvergessliche Geschmackserlebnis!
