Tag 1.:
Ein sehr starker Fassbrand dominiert das komplette Duftaroma des E. Guigal Ermitage blanc ex voto aus dem Jahrgang 2010. Wie ein Brett liegt dieser sehr eindimensionale Geruch in der Nase; wohldosiert kommen noch Honig- und Flieder Noten hinzu. Oxidativ im Mundgefühl und auch am Gaumen. Wirkt breit und sperrig, ohne Finesse mit vielen getrockneten Fruchtaromen und wieder jede Menge Holz im Mittel- und Endteil. Sicherlich in seiner ganzen Art ein guter Weißwein, aber doch ziemlich simpel und schlicht konstruiert. Ohne Spannungsbogen und auch eine Länge im Abgang fehlt diesem hochgelobten Ermitage leider gänzlich. Hier sind nach der Idealbewertung eines nicht gerade unbekannten Amerikaners sicherlich ein paar Fässer mehr „gefunden“ worden. Und angesichts des für diesen „Top-Wein“ ausgelobten Preises kann man schon von einer ziemlichen Unverschämtheit sprechen und nur noch verständnislos den Kopf schütteln.
An diesem Tropfen merkt man, dass für einen großen Namen ohne Sinn und Verstand viel zu viel bezahlt wird und die Winzer und Presse leider Hand in Hand an Legenden stricken, die im Glas mitnichten das erfüllen können was sie vorgeben zu sein. Ein flüssiger Skandal, über den sich sonst anscheinend niemand zu beschweren scheint.
Tag 2.:
Im Duft immer noch sehr eindimensional, dabei ziemlich breit aufgestellt. Starke Aromen von Fichtennadeln und immer noch sehr viel Honig (sonst fast nichts). Im Mundgefühl kraftvoll und breit, allerdings ohne jegliches Spiel und Eleganz. Eine eintönige Bombe, die den Mund belanglos mit Harz austapeziert und dann ohne Länge im Abgang in sich zusammen fällt. Der Wein ist leider nicht besser geworden und man muss sich leider viele Fragen stellen ohne jemals Antworten zu erhalten.

