Dies ist für uns eine mehr als sonderbare Cuvée aus den uralten libanesischen Rebsorten Obaideh und Merwah. Ohne einschlägige Nachschlagewerke würde man an diese Information gar nicht so leicht kommen und auch die Tatsache, dass vor über 6000 Jahren die Phönizier den Weinbau im Libanon einführten und diese Region damit zu den ältesten Weinkulturen der Welt gehört, dies ist hier nicht wirklich bekannt. Auch der Wein selbst wirkt altertümlich und ist sehr traditionell bereitet. Die alkoholische Gärung erfolgte über neun Monate in neuer französischer Eiche, die weitere Flaschenreife dauerte dann noch einmal sieben Jahre! Allein das ist der Beweis dafür, dass man es hier mit einem Tropfen zutun hat, der im Keller liebevoll für ein langes Leben vorbereitet wurde. Erdiges, leicht oxidatives Aroma, untersetzt mit Düften von Flieder, frischem Graubrot und getrockneten Aprikosen ergänzen den eigenwilligen Duft. Getrocknete Kernfrüchte sind auch im Geschmack wieder zu finden. Aber auch Honignoten sind zu erahnen. Allerdings ist alles in einer extra trockenen Version, die für unseren Geschmack eher absonderlich und merkwürdig anmutet, da auch die Säurestruktur quasi nicht vorhanden ist. Alles nicht schlecht, eher ungewöhnlich, aber erforschenswert. Ein Tropfen, der hervorragend zur arabischen Küche passen dürfte und eine Reise in andere Aromen Kulturen verspricht.
PS: nach drei Wochen Luftkontakt in der geöffneten Flasche wirkt der Wein genau so wie nach dem direkten Öffnen. Fast ein biblisches Wunder!
