Meine Ansichten über kalifornische Weine. Teil 2: auf den Spuren von „Sideways“
Die Gegend von Santa Barbara, die Santa Yanes Mountains sowie das Städtchen Solvag sind durch den Film „Sideways“ bekannt. Dort haben wir zwei Weingüter aufgesucht: Sunstone Vineyard & Winery und Foley Estate. Die Weingüter in dieser Gegend sind relativ klein und meist sind es Familienbetriebe.
Das Sunstone-Anwesen erinnert an die kleinen Weingüter in der Provance. Der Degustationsraum ist schlicht gestaltet: Holz, Stein, eine kleine Küche; neben den Weinen kann man auch diverse Öle und Balsamicos verkosten. Die Angestellte hat sich für uns, wie auch für andere Gäste, viel Zeit genommen.
Das Weingut bewirtschaftet 52ha, davon werden 25ha mit Reben bestockt, davon 40% mit Merlot und der ist wirklich gut gemacht. Der 2011 Merlot Reserve (14,5% Alk.) hat Aromen von Pfeffer, Thymian, schwarzem Tee, dunklen Kirschen, im Abgang auch etwas Karamell, dezenter Rauch; das Holz ist gut eingebunden, nicht aufdringlich. Er hat mir sehr gut gefallen, allerdings der verlangte Preis von 58 Dollar ist übertrieben.
Auch die anderen Weine sind gut gemacht: 2013er Sauvignon Blanc mit 14,4% Alk. ist ungewöhnlich mild und süffig; die 2012er Pinot Noir und 2012er Syrah schmecken auch; der 2012er Grenache Blanc (13,8% Alk.) ist verhalten in der Nase; dezent ist der 30% Holzeinsatz zu spüren, sonst etwas Limettenschale, Grapefruit, ein wenig Honig und Würze. Nett.
Der 2012er Chardonnay wird zu je 50% in gebrauchten, französischen Eichenfässern und Stahltanks ausgebaut; angenehme Frucht, etwas Buttriges, nicht zu fett, dezente Süße im Abgang. Die Preise sind zwar etwas zu hoch, aber die späteren „Trinkerfahrungen“ zeigten, dass die im Vergleich doch angemessen war. Auf jeden Fall ist ein Besuch auf Sunstone zu empfehlen.
Im Gegensatz zu Sunstone wurden wir in Foley Estate sehr schnell abgefertigt; ich hatte den Eindruck, ein potenzieller Kunde störte die Angestellten. Nichts desto trotz waren die minimalistisch eingeschenkten Weine sehr gut: der 2012er Steel Chardonnay (13,9% Alk.) schmeckte mineralisch, frisch, schlank.
2011er Santa Rita Hills Chardonnay ist trotz Holzausbau schlank; weiße Blüten, grüner Apfel, etwas Banane, Melone, Honig, Brioche. Der Preis von 30 Dollar ist ok.
2010er Foley Chardonnay, Barrel Select (14,3% Alk.): das ganze Lesegut wurde 20 Monate lang in neuer französischer Eiche ausgebaut; frisch, würzig, etwas Vanille, Backwürze, ziemlich üppig.
2011er Foley Pinot Noir JA Ranch (14,1% Alk.): dunkle Beeren, etwas Vanille, Gewürze, Zimt, zartbittere Schokolade, elegant und schlank. Diesen Stil mag ich. 55 Dollar.
2011er Foley Pinot Noir T Anchor Ranch; Klon von Pommard Pinot Noir: floral und würzig, Erd- und Blaubeere, Teer, etwas Leder; ein Tick zu viel Holz. 55 Dollar.
2011er Santa Rita Hills Syrah (13,7% Alk.): zuerst Brett, dann schlank; Schokolade, geräucherter Speck. Laut meinen Notizen hat er mir gut gefallen. Schade nur, dass die Angestellten keine Lust hatten ihren Job auszuüben.












