Die Sache mit der Lage

Bären Lagen Analyse

Le Montrachet, na klar! La Tâche, La Romanée Conti, der Doctor zu Bernkastel, diverse top Lagen in Barolo, in Österreich, im Chablis, alle sie sind Meilensteine, die der Gourmetweintrinker auch nachts um vier noch unfallfrei aufzählen kann. Von einem Wein namens Pingus einmal abgesehen, sind alle betont teuren Weine Europas Einzellagenweine, denn selbst die großen Weingüter aus Bordeaux verfügen ja in der Regel über zusammenhängend Gebiete, die man problemfrei als Lagen definieren kann. In Sachen Spanien ist das, mal wieder, anders. Aber warum? Und: ist das nun besser oder schlechter? Um dies beurteilen zu können, muss man ein wenig in die Kulturgeschichte blicken.

In Deutschland trinkt man in den Weinregionen eine Kombination aus Rebsorte und Lage. Einheimische in Würzburg trinken gerne Wein vom Stein, danach kommt die Sache mit der Rebsorte: schon wieder Silvaner? Oder heute mal einen Riesling? Einen Rieslaner vielleicht? Erst dann kommt, wenn überhaupt, das Weingut. Das gleiche geschieht in Bernkastel, in Wehlen, in Trittenheim, in Trier, wobei da die Wahl der Rebsorte ausfällt oder zur Randnotiz wird. Auch im Burgund wird nach Lage gesoffen, auch wenn die Qualitätsunterschiede da schon durchaus groß sind. Das ist schon lange so, es ist keine neumodische Neuerung. In vielen Liedern diverser Jahrhunderte singt man von Würzburg oder Klingenberg, Rüdesheim kommt in Romanen vor, und wer an der Ahr war und weiß, dass er da war, der war nicht an der Ahr. Im Laufe der Zeit haben sich Lagen herauskristallisiert, die eben besser sind als andere, besser dahingehend, dass Menschen bereit sind, für ein Glas, für einen Krug, für eine Flasche Würzburger Innere Leiste mehr Geld auszugeben als für einen Dettelbacher Berg-Rondell. Dass dann ein Le Montrachet von DRC das Zehnfache vieler anderer Montrachets Grand Cru kostet, ist wieder eine andere Geschichte. Von Marketing soll hier und heute jedoch nur bedingt die Rede sein.

In Spanien, wie bereits erwähnt, ist das anders. Das liegt vor allem daran, dass hier Weine schon immer bunt miteinander vermischt wurden. Zwei oder drei Jahrhunderte zurück waren die Weine aus Toro deswegen so beliebt, weil Händler in Sahagún, in León, in Bilbo oder wo auch immer im Norden, sie mit eher dünnen Tropfen aus anderen Regionen mischen konnten. Man kaufte in der Region Offenware, transportierte sie ins eigene Lager, um dort Mischweine herzustellen. Die Spanierin und der Spanier, sie tranken Wein. Punkt! Natürlich waren sie nicht dumm, sie konnten schon guten Wein von anderem unterscheiden, nur das mit dem Ursprung war so eine Sache. Die älteste Denominación de Origen in Castilla y León, Rueda, wurde im Jahr neunzehnhundert und achtzig gegründet, mehr als dreihundert Jahre nach dem ersten Boom der Weine dieser Region. Damals gab es wahrscheinlich viele Lagenweine, denn ein jeder Weinbauer beackerte in der Regel ein Stück Rebland. Dies änderte sich, als die Genossenschaften Raum griffen, als die Bodegas im Stil des zwanzigsten Jahrhunderts in Spanien den Weinvertrieb für immer veränderten. Manche Bodega der Rioja des letzten Jahrhunderts, in der Liste findet man durchaus namhafte, verfügt(e) über keinen einzigen Weinberg, man kaufte (und kauft) Trauben oder gleich Fasswein. Zwar kommt es noch immer vor, dass Einheimische, meistens schon lange pensioniert, mit ihren Glasbehältern, die zwischen zehn und sechzehn Liter fassen, zur Bodega trotten, um dort zu tanken. Diese Tradition stirbt aus. Wie schon zu Beginn der Neuzeit im Norden Spaniens so ist seit der Mitte des letzten Jahrhunderts der Bodeguero die entscheidende Person, er oder sie bestimmt, welcher Wein mit welchem gemischt wird. Und daher ist es durchaus logisch, dass Namen von Bodegas mehr zählen als Namen von Weinbergsparzellen.

Großbodegas sind an Lagenweinen nur indirekt interessiert. Auf den ersten Blick bringen sie ihnen nichts, weil die im Raume stehenden Mengen einfach zu klein sind, so man betrachtet, dass der Erlös pro Flasche zwar deutlich höher ist als im Fall der „Normalweine“ oder des Fassweingeschäftes. Nur: wer drei Millionen Liter Wein keltert hat für einen Lagenwein mit einer Auflage von fünfzehnhundert Flaschen schlicht und ergreifend keinen Vorgang. Erschwerend kommt hinzu, dass die Absatzkanäle natürlich verschiedener Art sind. Den einzigen Vorteil, den diese Betriebe sehen, ist das mediale Interesse an Regionen, in denen derartige „seltsame“ Weine gekeltert werden.

Lange Zeit gab es in Spanien zwei Typen von Lagenzeuch: zum einen waren da echte Lagenweine, die von den Weingütern aber nicht als solche bezeichnet wurden (das hat sich teilweise bis heute gehalten), zum anderen gibt es diverse Weine, die auf ihren Etiketten von Finca oder Pago labern, Korken nach innen ist das dann aber oft nicht so. Pagos de Peñafiel redet zumindest von Pagos, also mehreren bis vielen, Pago de Carraovejas indes kauft Trauben zu wo immer es ordentliche Trauben zu kaufen gibt. Andernorts auch. Natürlich ist das legal; mit anderen Worten: das Verschaukeln des Konsumenten ist legal.

Hätten die Spanierinnen und Spanier es gewagt, öfters mal über die Pyrenäen zu klettern, um den Rest der Welt auch mal zu sehen, dann würden wir heute von anderen Dingen reden. Es ist ja nun nicht gerade Zufall, dass zwei Männer, die in Frankreich durch die Gegend tourten, das Thema Lagenweine (und Ortsweine) in Spanien juristisch angestoßen haben: René Barbier, vor allem aber Álvaro Palacios. Man mag zu den Weinen von Álvaro oder zu seinen Bodegas stehen, wie man mag, nur: ohne ihn hätte es das Klassifikationssystem im Priorat (Álvaro I) und infolge dessen das in Bierzo (Álvaro II) nie gegeben. Letzteres hat die Junta de Castilla y León inzwischen schon fast für allgemeinverbindlich erklärt, den einzelnen Regionen aber dreihundert Jahre eingeräumt, dies auch umzusetzen. Das mit den Viñedos Singulares in der Rioja ist ein kleines Marketingspielchen, aber, wie gesagt, um Marketing soll es hier und heute nicht gehen.

Auch in Ribera del Duero waren es Ausländer, die das Thema Lagenweine auf den Tisch warfen: Bertrand Sourdais in Dominio de Atauta warf den ersten Stein, Sophie Kuhn folgte in Gallego Zapatero, De Blas Serrano und Hacienda Solano, Jorge Monzón (gut, der ist Spanier, arbeitete aber im Burgund) hat das auch gerafft. Das war es aber dann auch schon fast. Die mit nur einem Lagenwein zählen nicht, man braucht schon zumindest derer zwei, um Unterschiede schmecken zu können. Vega Sicilia und Lagenwein? I wo! Peter Sisseck ist der Antilagenpapst schlechthin.

Und genau dieser Fall zeigt, auch wenn es sich hier um einen Dänen handelt, woran das spanische System „krankt“. In einem System genau bemessener und mit Namen versehenen Parzellen ist die Gesamtzahl der Flaschen dieser Parzelle mehr oder weniger festgelegt. Gut, Erträge schwanken, auch hat jedes Weingut seine persönlichen Vorstellungen. Aber seit hunderten von Jahren sind die Grenzen des Randersackerer Sonnenstuhls festgezurrt, da kommt nicht mal eben ein Hektarlein hinzu. In Deutschland nennt sich das Lagenumgehungsteil Großlage, aber auch die ist letztendlich limitiert. Wenn ein Winzer oder eine Winzerin nun mehr verdienen will, dann kann nicht einfach die Produktion dieses Lagenweines erhöht werden. Mehr einnehmen geht über den Weg des teurer Verkaufens. Das kann klappen, oder auch nicht. Spanier denken nicht so, Spanierinnen und Spanier denken, dass wenn man von einem Wein zwanzigtausend Flaschen gut verkaufen kann, warum dann nicht zweihundert tausend Flaschen füllen? Der Kunde wird schon nicht merken, dass die Qualität sinkt (und wahrscheinlich hat das Weingut damit sogar recht…).

Viele Weingüter, gerade in Galiza, haben aufgehört, Lagenweine zu produzieren, weil es ihnen nicht möglich ist, die Menge zu erhöhen. Auf die Idee, einfach einen weiteren Wein auf den Markt zu bringen, kommen sie nicht oder verwerfen sie umgehend, weil das ja den Konsumenten verwirren könnte. Man mogelt sich dann ein Konzept zusammen vom Typus „Ich nehme Trauben von Stöcken, die auf einem bestimmten Gestein stehen“ (eine bestimmte Hangausrichtung haben, von einem bestimmten Pferd getreten, ähh, gepflügt werden, und so weiter), Kriterien also, die smart an die Gegebenheiten angepasst werden. Eine Winzerin erklärte mir unlängst, dass sie in Salnés einen Wein mache, für den die Trauben eher im küstennahen Bereich eingesammelt werden, und einen anderen mit Trauben aus dem Landesinneren. Schon schön, nur: auf eine Grenzlinie will sie sich nicht festlegen.

Glücklicherweise gibt es eine Gegenbewegung, Weingüter aus diversen Regionen Spaniens, vor allem aus jenen, die nicht ganz so bekannt sind, die auf das Konzept Cru und Village setzen. In der Sierra de Gredos, in der Sierra de Francia, in Bierzo, in l’Alt Empordà, in Terra Alta, sogar in Galiza und in al-Andalus. Die namhaften Regionen tun sich noch immer schwer, auch wenn es Ausnahmen gibt. Im Priorat könnten achtzig Prozent der Weine ohne jede Änderung als Vi de Vila (Ortswein) verkauft werden, viele Weingüter haben aber schlicht und ergreifend keine Lust. Sie glauben noch immer, dass ihr Name über allem stehen würde.

Ein Lagenwein muss nicht automatischerweise besser sein als ein Gutswein oder ein Zusammengekauftwein, er visualisiert jedoch eine Sache, klar und deutlich: die Gegebenheiten einer genau definierten Einheit. Bären, glücklicherweise aber auch viele Menschen, trinken Lagenweine, weil man Terroir nun einmal nicht essen kann. Text: el oso alemán

Blog per E-Mail abonnieren

Keine Beiträge mehr verpassen.

Entdecke unsere Weine

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Rebsorten

Thomas Morey Bourgogne Chardonnay 2023

Weißwein · Bourgogne · Chardonnay

Chardonnay Bourgogne (Chassagne-Montrachet) Côte de Beaune 2023

Der Thomas Morey Bourgogne Chardonnay 2023 ist ein brillanter Bourgogne Blanc aus 100 % Chardonnay, der durch seinen feinen Ausbau in Barriques Tiefe und Struktur erhält.


Herkunft – aus dem Herzen von Chassagne

Die Domaine Thomas Morey liegt im Herzen von Chassagne-Montrachet an der Côte de Beaune. Thomas Morey, zehnte Generation einer seit 1643 dort verwurzelten Winzerfamilie, gründete sein eigenes Gut 2006/07 und bewirtschaftet die Reben (seit 2017); den volleren, holzbetonten Stil seines Vaters Bernard hat er bewusst zugunsten von Eleganz und Präzision verlassen.

Der Bourgogne Chardonnay stammt aus zwei gleich großen Parzellen innerhalb von Chassagne-Montrachet. Die erste wurde 1989 von Thomas' Vater Bernard mit einer Massalselektion der ältesten Reben des Guts bepflanzt, auf flachem, braunem Lehmboden; die zweite, 2004 gepflanzte Parzelle steht auf steinigem, leicht abfallendem Boden. In der Cuvée verbinden sich beide zu einem subtilen, vielschichtigen Burgunder.

Burgund 2023 – Harmonie, Frische und Klasse

Der Jahrgang 2023 im Burgund zeigt sich als außerordentlich gelungen und überzeugt sowohl in Bezug auf Qualität als auch endlich einmal wieder auf die Menge. Nach einem milden Winter folgte ein Frühling mit kühlen und feuchten Bedingungen, immer wieder durchbrochen von warmen Tagen; eine intensive Hitzewelle im August beschleunigte die Reife und konzentrierte die Aromen, bevor der Regen Mitte September für zusätzliche Balance sorgte.

Die Weißweine des Jahrgangs 2023, insbesondere Chardonnay und Aligoté, präsentieren sich reif, aromatisch und sehr ausgewogen, mit intensiven Fruchtnoten von Birne, Pfirsich und weißer Aprikose. In ihrer noch jungen Phase zeigen sie sich ausgesprochen harmonisch und von ihrer klassischen Seite – Frische, Reife und Struktur auf beeindruckende Weise vereint.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023.

Spontangärung mit eigenen Hefen in einer Kombination aus neutralem Fass und Tank, natürliche malolaktische Gärung, Reife auf der Feinhefe ohne Bâtonnage. Nur rund 20 % neues Holz und minimaler Schwefeleinsatz geben dem Wein Raum, sich zu entwickeln – eine puristische, terroirbetonte Vinifikation.

Im Glas

In der Nase zarte Aromen von Butter, reifen Äpfeln, getoastetem Brot und feinen Gewürzen, dezent unterlegt von edlem Holz. Am Gaumen klar, elegant und mit wunderschöner Textur, mittel bis vollmundig, präzise und zugleich saftig; die feine Säurestruktur sorgt für Frische und perfekte Balance, der Abgang ist harmonisch und anhaltend.

Ein Burgunder mit Rückgrat und erhabener Ernsthaftigkeit, der mit etwas Flaschenreife noch an Komplexität gewinnt.

Schon jetzt zugänglich, mit Reifepotenzial von einigen Jahren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch (Seeteufel, Steinbutt), zu Geflügel in Rahmsauce, zu Jakobsmuscheln sowie zu mittelreifem Comté oder gereiftem Ziegenkäse.


Lage: Bourgogne, Chassagne-Montrachet, Côte de Beaune (Frankreich); zwei Parzellen (1989/2004), lehmig-braune und steinige Böden
Klassifikation: Bourgogne AOC, Chardonnay (trocken)
Ausbau: Chardonnay; ~20 % Neuholz, neutrales Fass/Tank, Feinhefe ohne Bâtonnage

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Rebsorten

Groffier Bonnes Mares Grand Cru 2021

Rotwein · Bonnes Mares Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Bonnes Mares Grand Cru (Frankreich) 2021

Der Robert Groffier Bonnes Mares Grand Cru 2021 stammt von alten Reben aus einer der großen Grand-Cru-Lagen der Côte de Nuits – im kühlen Jahrgang 2021 ein besonders feiner, mineralischer und präziser Pinot Noir.


Bonnes Mares – die Lage

Bonnes Mares ist ein Grand Cru der Côte de Nuits, der größtenteils in Chambolle-Musigny und mit einem kleineren Teil in Morey-Saint-Denis liegt. Die rund 15 Hektar bringen ausschließlich Pinot Noirs hervor, die schwerer und robuster sind als die aus Musigny und über viele Jahre reifen.

Die Lage ist stark fragmentiert und von sichtbaren Bodenunterschieden geprägt: tiefere, reichere Böden am Morey-Ende für strengere, gehaltvollere Weine, feinere, kalkreichere Böden am Chambolle-Ende für seidigere Stilistik. Groffier bewirtschaftet rund einen Hektar, überwiegend auf den eisenreichen terres rouges.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war in der Côte de Nuits ein kühler, von Frost geprägter Jahrgang mit kleinen Erträgen.

Was gesund in den Keller kam, ergab klassische, frische und präzise Pinot Noirs mit feiner Säure und parfümierter Aromatik.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021.

Vergoren mit 100 % Ganztrauben, ausgebaut in 40 % neuem Holz (Tronçais). Im Stil der Domaine wird der Wein nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen.

Im Glas

Eine luftig-breite, sehr einladende Aromatik. Am Gaumen beeindruckt der Wein durch Größe und Maßstab, gerahmt von einer feinen, kreidigen, äußerst feinkörnigen Tanninstruktur. Der Nachhall bewegt sich wellenförmig auf und ab und trägt sich selbst – die Ganztrauben-Würze klar, aber von großer Klarheit.

Feinkörnig, kreidig und von großem Maßstab – ein präziser Bonnes Mares aus kühlem Jahrgang.

Jung noch verschlossen: profitiert von Luft und langer Kellerzeit. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Reh, Taube, Ente, Rind, Gerichten mit Trüffel oder Pilzen sowie gereiftem Weichkäse. Ein großer Begleiter für festliche Küche.


Lage: Bonnes Mares Grand Cru, Côte de Nuits, Bourgogne (Frankreich); eisenreiche terres rouges, alte Reben, ca. 1 ha
Klassifikation: Bonnes Mares Grand Cru AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; 100 % Ganztrauben; 40 % Neuholz (Tronçais);

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

USA

Margerum M5 Red 2019

Rotwein · Santa Barbara County · Rhône-Cuvée

Grenache · Syrah · Mourvèdre · Cinsault · Counoise Santa Barbara County Central Coast, Kalifornien neutrale Puncheons und Barriques trocken

Margerum M5 Red ist die Grenache-basierte Rhône-Cuvée der Margerum Wine Company aus dem Santa Barbara County, komponiert nach dem Vorbild des Châteauneuf-du-Pape. Funkelndes Granatrot, im Bouquet Pflaume, Brombeere und Cassis mit leichten Röstaromen und kühlem Lift. Am Gaumen saftig und straff, vollmundig und fein ausbalanciert.


Santa Barbara County – Querkette zum Pazifik

Die Margerum Wine Company wurde 2001 von Doug Margerum gegründet. Er kennt Wein aus mehreren Blickwinkeln: aus dem Handel, als Sommelier und Inhaber eines Restaurants mit Grand Award und als Winzer. Beratend war er unter anderem für Chêne Bleu an der südlichen Rhône tätig. Der M5 ist das Flaggschiff des Hauses.

Die Bergketten im Santa Barbara County verlaufen ungewöhnlich von Ost nach West. Dadurch öffnen sich die Täler direkt zum Pazifik, kühle Meeresluft und Nebel ziehen weit ins Landesinnere. Entlang dieser Täler entsteht ein deutliches Temperaturgefälle: von den warmen Lagen im östlichen Happy Canyon bis zu den kühlen Weinbergen der Sta. Rita Hills im Westen.

Für den M5 nutzt Margerum diese Bandbreite. Die Trauben stammen überwiegend von eigenen Weinbergen, ergänzt durch Zukauf. Für den Jahrgang 2023 kamen sie aus Santa Ynez Valley, Ballard Canyon, Santa Maria Valley, Los Alamos und Foxen Canyon. Wärmere Lagen liefern Reife und Fülle, kühlere die Frische, die den Wein trägt.

Assemblage und Ausbau

Das Kürzel ist Programm: M für Margerum, 5 für die fünf Rhône-Sorten Grenache, Syrah, Mourvèdre, Cinsault und Counoise. Grenache bildet die Basis und liegt je nach Jahrgang zwischen rund 40 und 50 %, gefolgt von etwa einem Drittel Syrah. Jede Sorte hat ihre Aufgabe: Syrah gibt Kraft und Fülle, Mourvèdre erdige Tiefe, Cinsault Würze und Counoise ein duftiges Aroma.

Die Sorten werden getrennt vinifiziert, im reduktiven Stil. Gärung und malolaktische Umwandlung laufen im Fass. Der Wein reift rund zehn Monate zu etwa gleichen Teilen in neutralen Puncheons und neutralen Barriques, dazu nur wenige neue Fässer. Erst danach werden die Partien assembliert. Das Holz bleibt im Hintergrund. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Funkelndes Granatrot. In der Nase Pflaume, Brombeere und Cassis mit leichten Röstaromen und feinem Lift. Am Gaumen kühle Aromatik mit Heidelbeere, Maulbeere und Brombeere, dazu ein Hauch Kakao vom Syrah und erdige Noten vom Mourvèdre. Saftig und straff, mittlerer bis voller Körper, vielschichtig und mit klassischen Proportionen.

Fünf Rhône-Sorten aus kühlen und warmen Tälern des Santa Barbara County, in neutralem Holz gereift: Grenache-Frucht mit Syrah-Kraft und kühler Spannung.

Jung zugänglich, mit Potenzial für einige Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Gegrilltes und geschmortes Fleisch, Lamm, mediterrane Küche und gereifter Hartkäse. Ein vielseitiger Essensbegleiter.


Produzent Margerum Wine Company, Santa Barbara County
Rebsorte Grenache, Syrah, Mourvèdre, Cinsault, Counoise
Lage Santa Barbara County, Central Coast, Kalifornien, USA · eigene Weinberge und Zukauf aus mehreren Tälern
Klassifikation Santa Barbara County · Rhône-Cuvée · trocken
Vinifikation sortenweise, reduktiv · Gärung und malolaktische Umwandlung im Fass
Ausbau ca. 10 Monate · je zur Hälfte neutrale Puncheons und neutrale Barriques · wenig Neuholz

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Spirituosen

Faude feine Brände Rote Bete Geist

Spirituose · Geist · Baden · Deutschland

Faude Rote-Bete-Geist ist ein ungewöhnlicher Gemüse-Geist aus der Hausbrennerei Faude am Kaiserstuhl. Aus feldfrischer junger Roter Bete – „ländlich exotisch", mit kräftigem Auftritt, erdiger Note und leichter Süße im Abgang.


Herkunft

Hergestellt von Florian Faude in seiner Hausbrennerei in Bötzingen am Kaiserstuhl (Baden), bekannt für sortenreine, handwerkliche Edeldestillate. Die feldfrische junge Rote Bete stammt von einem Landwirt aus Bötzingen – regional und tagesfrisch verarbeitet.

Mazeration und Destillation

Da die Rote Bete zu wenig Zucker für eine vergärbare Maische liefert, entsteht ein Geist: Das Gemüse wird in reinem Getreidealkohol mazeriert und nach kurzer Zeit abdestilliert, sodass nur die feinsten, klarsten Aromen ins Destillat gelangen. Ohne Zusatz von Aromen, Zucker oder Farbstoff.

Im Glas

Klar und kristallrein. In der Nase erdig und würzig, mit dem typischen Charakter frischer Roter Bete. Am Gaumen kräftig und intensiv, mit einer fein süßlichen Note im Abgang – ein ausdrucksstarkes, ungewohnt erdiges Aroma.

Pur und im Drink

Gut gekühlt pur aus dem Glas oder als außergewöhnliche, erdig-würzige Basis für Longdrinks und Cocktails.

Klassisch: pur, im Longdrink oder Cocktail.


Herkunft: Bötzingen am Kaiserstuhl, Baden (Deutschland)
Art: Rote-Bete-Geist (Gemüse-Geist), Rote Bete aus Bötzingen
Herstellung: Mazeration in Getreidealkohol, kurze Destillation; ohne Zucker oder Farbstoff

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Whisky

Kilchoman Islay Vintage 2013 Tequila Single Cask 52,30 %

Spirituose · Single Malt Whisky · Islay · Schottland

Kilchoman Islay Vintage 2013 Tequila Single Cask ist ein getorfter Islay Single Malt der Kilchoman-Farmdestillerie mit Tequila-Finish. Gebrannt 2013 – hier trifft der maritime Torfrauch Islays auf den Agave-Charakter mexikanischer Tequila-Fässer.


Herkunft

Kilchoman ist eine Farmdestillerie an der Westküste der Insel Islay (gegründet 2005, bei Machir Bay) – die erste neue Brennerei Islays seit 124 Jahren. Sie verfolgt das Prinzip „100 % Islay – barley to bottle" und brennt getorfte, küstenwürzige Malts (rund 50 ppm).

Destillation und Reifung

Getorfter Islay Single Malt, gebrannt 2013. Als Single Cask der „Uniquely Islay Series" reifte er zunächst im Ex-Bourbon-Fass und wurde anschließend in einem Tequila-Fass aus Mexiko finished – möglich seit der Regeländerung von 2019. Naturbelassen: ohne Farbstoff, nicht kühlgefiltert. Tequila und Islay-Whisky ergänzen sich über ihre würzig-süßen, agavigen bzw. rauchigen Noten.

Im Glas

Helles Gold. In der Nase Torfrauch und Zitrus, dazu Agave, Limette und ein vegetabiler Tequila-Touch. Am Gaumen cremig und würzig, mit süßem Rauch, Vanille, Zitrus und einer feinen Agavennote. Langer Abgang mit Torf und fruchtiger Süße.

Pur genießen

Pur aus dem Nosing-Glas, bei Bedarf mit wenigen Tropfen Wasser, das die Aromen öffnet. Ein seltenes, experimentelles Einzelfass für Liebhaber getorfter Islay-Malts und Agave-Spirituosen – ideal als Digestif.

Klassisch solo: pur, mit etwas Wasser, als Digestif.


Herkunft: Islay (Schottland); Destillerie Kilchoman
Art: Islay Single Malt Whisky (getorft), Single Cask – Uniquely Islay Series
Reifung: Ex-Bourbon, Finish im Tequila-Fass (Mexiko); ohne Farbstoff, nicht kühlgefiltert
Edition: Destillation 2013

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

USA

Verite La Joie 2012

Rotwein · Sonoma County · Cabernet-Sauvignon-Cuvée

Cabernet Sauvignon (dominierend) Merlot · Cabernet Franc · Petit Verdot Sonoma County Verité · La Joie Pierre Seillan 2012

Beim Verité La Joie 2012 dient ohne Frage das französische Anbaugebiet Pauillac im Bordeaux als Vorbild – Hauptrebsorte ist, wie bei den besten Weinen dieser Appellation, der Cabernet Sauvignon. Hier ist etwas ganz, ganz Großes entstanden.


Verité – Bordeaux-Geist aus Sonoma

Verité wurde 1998 vom legendären Jess Jackson gemeinsam mit dem französischen Vigneron Pierre Seillan gegründet, mit dem kompromisslosen Ziel, im kalifornischen Sonoma County Bordeaux-inspirierte Cuvées von Weltrang zu schaffen. Seillan, geprägt von Jahrzehnten in Bordeaux und an der Loire, gilt als Meister der Assemblage – Verité zählt zu den am häufigsten mit 100 Punkten bewerteten Weingütern überhaupt.

La Joie ist die Cabernet-Sauvignon-dominierte der drei Verité-Cuvées (neben dem Merlot-basierten La Muse und dem Cabernet-Franc-basierten Le Désir) und stilistisch dem Pauillac bzw. Médoc nachempfunden. Seillan komponiert ihn aus über 50 winzigen „Micro-Crus" in vier Sonoma-AVAs – Alexander Valley, Knights Valley, Chalk Hill und Bennett Valley –, die jeweils separat vinifiziert werden. Die warmen Täler fördern die Reife, die kühleren bewahren Säure und Frische.

Jahrgang 2012 – Sonoma County

2012 gilt als herausragender, „winning" Jahrgang in Sonoma – von Hitze, aber nie zu viel, mit perfekter Säure und Tanninstruktur; das Haus selbst vergleicht ihn mit Bordeaux 2005. Der La Joie 2012 verbindet daher große Kraft und Mächtigkeit mit klarer Struktur und einem enormen Reifepotenzial über mehrere Jahrzehnte.

Assemblage und Ausbau

Cuvée vorwiegend aus Cabernet Sauvignon, ergänzt um Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot, Jahrgang 2012.

Jeder der über 50 Micro-Crus wird einzeln gelesen und vergoren, anschließend in französischen Eichenfässern mit individuell abgestimmten Toasting-Graden ausgebaut. Aus diesen Hunderten von Bausteinen formt Pierre Seillan die finale Assemblage – technisch perfekt bereitet und voller dichter Frucht.

Im Glas

Eine dunkle und satte Farbe, die sofort ins Auge springt. Auf Anhieb begeistert der intensive Duft von schwarzen Johannisbeeren, Weichselkirsche, gegrillter Paprika und Grillkohle. Die Tannine sind im Geschmack noch omnipräsent und werden den La Joie noch über mehrere Jahrzehnte perfekt begleiten. Der mehrminütige Abgang deutet schon an, wohin die Reise geht.

Hier ist etwas ganz, ganz Großes entstanden.

Mit großem Reifepotenzial über mehrere Jahrzehnte; profitiert deutlich vom Dekantieren oder einigen Jahren Kellerreife. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftigem rotem Fleisch und gereiftem Steak, zu Lamm und Wild, zu Schmorgerichten sowie zu reifen Hartkäsen.


Lage: Sonoma County (Kalifornien, USA); über 50 Micro-Crus in den AVAs Alexander Valley, Knights Valley, Chalk Hill und Bennett Valley
Klassifikation: Sonoma County, Bordeaux-Cuvée (Cabernet Sauvignon dominierend), trocken
Ausbau: Cabernet Sauvignon mit Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot; separate Vinifikation der Micro-Crus, Ausbau in französischer Eiche (individuelle Toasting-Grade)

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Länder/Regionen

La Baume Merlot Grand Châtaignier

Rotwein · Merlot · Languedoc · Frankreich

Domaine de la Baume Grand Châtaignier Merlot ist ein finessenreicher Merlot aus dem Languedoc in Südfrankreich. Mit komplexen Aromen zeigt er sich im Duft mit Pflaume und Vanille. Im Glas würzig-fruchtig, mit dunkler Beerenfrucht und einem Hauch Schokolade.


Languedoc

Die Domaine de la Baume liegt im Languedoc in Südfrankreich. Das warme, mediterrane Klima und die vielfältigen Böden bringen reife, fruchtbetonte Weine hervor. Der Wein trägt die Bezeichnung Pays d'Oc.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Merlot. Der Ausbau im Holzfass verleiht ihm zarte Vanille- und Kokosnussnoten sowie samtige, perfekt eingebundene Tannine.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase Pflaume und Vanille, dazu zarte Frucht- und Kokosnussaromen. Am Gaumen vereinen sich würzig-fruchtige Noten mit dunkler Beerenfrucht und einem Hauch Schokolade. Die Tannine sind spürbar samtig und perfekt eingebunden.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Rind, Grillfleisch, Pasta mit kräftigen Saucen und mittelreifer Käse.


Lage: Languedoc (Frankreich)
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – Merlot
Ausbau: Merlot, Holzfassreife

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Rebsorten

Arnaud Mortet Gevrey Chambertin Ma Cuvée 2021

Rotwein · Gevrey-Chambertin · Pinot Noir

Pinot Noir Gevrey-Chambertin AOC Ma Cuvée · alte Reben Assemblage mehrerer Parzellen 2021

Der Gevrey-Chambertin Ma Cuvée 2021 von Arnaud Mortet ist eine sorgfältige Assemblage von Pinot Noir aus mehreren ausgewählten Parzellen innerhalb von Gevrey-Chambertin. Die alten Reben liefern Frucht von hoher Qualität; im Wein zeigt sich Mortets Handschrift aus Finesse und Terroir-Ausdruck. Der klassische Jahrgang 2021 unterstreicht die feine, frische Linie.


Gevrey-Chambertin – Assemblage aus alten Reben

Gevrey-Chambertin ist die größte Gemeinde der Côte de Nuits und Heimat berühmter Grand Crus rund um Chambertin. „Ma Cuvée" entsteht als Verschnitt mehrerer mit Bedacht gewählter Parzellen innerhalb der Appellation – alle mit alten Rebstöcken.

Arnaud Mortet führt die Domaine (Denis Mortet) in Gevrey-Chambertin, eine der Spitzenadressen des Ortes. Seine Handschrift zielt auf Finesse und einen klaren Terroir-Ausdruck.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Schnee und Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase bis in den Mai verzögerte die Erholung der Pinot-Reben; danach brachten atlantische Regenfälle hohen Mehltaudruck.

Stabileres, wenn auch nicht heißes Wetter im August und September ließ die Trauben reifen, sorgfältige Arbeit war gegen Fäulnis nötig. Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, eine Assemblage mehrerer Parzellen mit alten Reben.

Der Wein reift in Eichenfässern unterschiedlicher Reife, abgestimmt auf die Charakteristik des Jahrgangs. So bleibt die Balance zwischen Frucht und feinen Holznoten gewahrt.

Im Glas

In der Nase intensive rote Frucht und eine deutliche florale Note, dazu sanfte Gewürznoten aus dem Eichenfass. Am Gaumen tiefgründige Textur mit präsenten Tanninen und knackiger Struktur – im frischen, klassischen Stil des Jahrgangs.

Rote Frucht und florale Noten über sanfter Holzwürze – ein klassisch-frischer Gevrey-Chambertin mit Mortets Finesse.

Schon heute zugänglich, mit Potenzial, sich über die kommenden rund fünf Jahre weiterzuentwickeln. Bei 16 °C servieren.

Am Tisch

Ente und Geflügel, Rind, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer bis gereifter Käse. Ein vielseitiger Begleiter für die feine Küche.


Lage: Gevrey-Chambertin; Assemblage mehrerer Parzellen, alte Reben
Klassifikation: Gevrey-Chambertin AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Eichenfässer unterschiedlicher Reife (je nach Jahrgang)

Mehr erfahren ...