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Reichsrat von Buhl Forster Ungeheuer Riesling Spätlese trocken 1998

Reichsrat von Buhl Forster Ungeheuer Riesling Spätlese trocken 1998 – Pfalz – Deutschland

Die Namensgebung der Pfälzer Einzellage Forster Ungeheuer geht wohl auf den Amtsschreiber Johann Adam Ungeheuer zurück. Dieser verstarb selig im Jahre 1699 und hinterließ die bis heute legendäre Bezeichnung für einen der bekanntesten und berühmtesten Weinhügel Deutschlands. Kalkreiches Basaltgestein und eine gut 120 bis 150 Meter über dem Meeresspiegel liegende 40 Hektar große, nur mit Riesling bestockte Rebfläche, sind hier im Laufe der Jahrzehnte zu einem Sinnbild für barocke, kraftvolle und lagerfähige Pfälzer Rieslinge geworden.

Der kürzlich mit viel Freude probierte und dann aufgrund seiner herausragenden Qualitäten auch schnell leer getrunkene 1998er Forster Ungeheuer Riesling Spätlese trocken vom Traditionsweingut Reichsrat von Buhl aus Deidesheim ist so ein gut gereifter Prototyp dieser Einzellage. Heutzutage würde mit großen Lettern auf der Flasche „Großes Gewächs“ prangen, früher hat auch noch ein einfaches „Spätlese trocken“ für die Güteklasse dieses Tropfens gebürgt.

Ein leichter Bernsteinstich in der Farbe deuten nach dem Eingiessen bereits die soliden Reifetöne des Rieslings an. Frische Vanillestange, ein wenig Petrol, kandierte Früchte, vollreifes Kernobst begeistern schon beim ersten, zweiten und dritten Hineinriechen in das Glas. Fast buttrig, kraftvoll dann der Geschmack. Saftiger Pfirsich, Honigmelone und kernige Apfelfrucht vereinen sich zu einem dichten und wollüstigen Gemälde wie es Rubens in seinen besten Zeiten nicht auf die Leinwand bekommen hätte. Rassig die Säure und raumausfüllend- lang der Abgang. Ein trockener Riesling wie ein Paukenschlag. Unerwartet grossartig und noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung.

Ein ehemaliger, recht bekannter pfälzer Politiker und Kanzler hätte dieses „Ungeheuer“ sicher gerne aus Magnum Flaschen mit viel Lust und Freude weggezogen.

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