Eine Geschichte über Bio und Wein

Lese BIO, verstehe Bahnhof

Es gibt so ein paar Dinge in dieser Welt, die sich ganz nett anhören, beim zweiten Hinschmecken dann aber anfangen, kompliziert zu werden. Diese Tage ging es darum, ob ein Wein denn nun „bio“ sei oder nicht, zertifiziert ökologisch, um exakt zu sein. Eines meiner Lieblingsthemen…

Nun muss man bedenken, dass bio nicht gleich bio ist, und das zertifiziert oftmals nicht viel mehr bedeutet, als dass jemand einen Zettel unterschrieben hat und ihn so zum Zertifikat macht.

Vergleicht man Weinbau in Deutschland mit Weinbau in Spanien, dann gibt es da einen großen Unterschied: das deutsche Weinrecht kennt den Begriff der Erzeugerabfüllung, so wie auch jene in Frankreich, in Italien, in Österreich oder auf der dunklen Seite des Mondes. Spain, is different. Und genau das ist das Problem. Dazu weiter unten mehr.

Was den Weinbau, also das, was passiert bevor die Trauben abgeschnitten werden, angeht, sind die Unterschiede so groß nicht. Es gibt die drei Jahre der Konversion, man muss nachweisen, dass sich der Boden gereinigt hat. In Flachlagen ist das alles kein Problem, am Hang hat man halt genau eben dieses, so der Weinbauer oberhalb ein Spritzfanatiker ist. Auch wenn Weinberge neben Kartoffeläckern stehen, soll in Rheinhüstel ja schon mal vorkommen, in Spanien ist das alltäglich, dann landet das Gespritze schon einmal in den ersten drei Zeilen des Weinberges. Aber all das ist kontrollierbar.

Und somit ist Weinbau „bio“, so keine systemischen Spritzmittel ausgebracht werden, Herbizide, Fungizide und andere -zide auch nicht. Und noch ein paar Regularien mehr. Nur: so ganz ohne Behandlung der Rebstöcke geht es halt dann doch nicht. Und dann stellt sich halt die Frage ob das kontinuierliche Ausbringen von Schwefel, insbesondere aber von Kupfer, wirklich umweltschonender ist als das einmalige oder zweimalige Behandeln mit einem systemischen Mittel. Und damit ist es leider noch nicht vorbei, denn wir müssen auch über Bodenverdichtung reden. Wenn da der Traktor wieder und wieder über den Boden rumpelt, dann wird jedes Mal Boden verdichtet, zwar nicht „zementiert“, aber fast. Ob der Regenwurm nun an systemischen Rückständen stirbt oder an Kupferlösungen oder gar nicht mehr aus der Erde herauskommt, das ist für den Regenwurm erst einmal zweitrangig. 

Natürlich ist all das regional zu betrachten. In Castilla ohne León etwa muss mir ein Weinbauer oder eine Weinbäuerin schon erklären, warum man auf systemische Mittel setzt. Einmal Schwefel mit ein klein wenig Kupfer und danach höchstens noch zweimal Schwefel, damit kommt man auch in komplizierten Jahren übers Jahr. In anderen Regionen geht das nicht. Wer in Albariñistan so vorgeht, kann ab Ende Juli vier Monate Urlaub machen, im Weinberg gibt es dann ja nichts mehr zu tun. Oder aber das, was in diesem Jahr in Catalunya passierte: eine Woche Regen, dann eine Woche Hitze, dann wieder eine Woche Regen, und so den ganzen Sommer hindurch. Ein Großteil derer, die zertifiziert ökologisch arbeiten, haben dort in diesem Jahr nichts geerntet. Wer nicht vom Weinbau leben muss, für den ist das eher ein geringeres Problem, wer aber Geld für Essen und Trinken herbeischaffen muss, der hat ein Problem. Nicht wenige Weingüter haben sich in diesem Jahr vom ökologischen Weinbau verabschiedet.

Auf der anderen Seite ist es auch nicht mehr so, dass Weinbauern stur nach einem Zeitplan spritzen, ein klein wenig hat man schon hinzugelernt. Es ist also nicht wirklich einfach. Erschwerend kommt hinzu, dass Konsumentinnen oder Konsumenten dies gar nicht überblicken können, zu viele Variablen, zu viele Unbekannte.

Und all das betrifft ja erst einmal „nur“ die Weinberge, den eher einfachen Teil der Geschichte. So richtig geht die Post erst bei den Weinen ab.

In Deutschland, Österreich oder sonstwo arbeitet ein Weingut in der Regel entweder ökologisch oder halt nicht ökologisch, manche Verbände zertifizieren auch nur, wenn komplett ökologisch gearbeitet wird. Die wissen schon, warum… In Spanien gibt es relativ wenige Weingüter, die rein ökologisch arbeiten, aber viele (gut, insgesamt gibt es in Spanien so viele Weingüter dann auch wieder nicht), die einen Ökowein im Programm haben. Oder auch derer zwei oder drei. Dann kommt da der Abfüller aus der Mancha (drei Euro in die Vorurteilskasse!) und füllt drei Millionen Flaschen Normalwein und fünftausend Flaschen Ökowein. Green-washing könnte man so etwas nennen. Da ich von einigen Weingütern den Ökoprozess kenne ist mir klar, dass, wenn das Weingut wirklich will, die Zertifizierungsbehörde den wirklichen Ursprung der zu zertifizierenden Partie nicht mit hundertprozentiger Sicherheit kennt; mich achtzigprozentiger leider auch nicht. Wer bietet weniger? Die Denominaciones de Origen kennen nur drin oder draußen (zumindest geht die Theorie so), was „drin“ passiert, ist, so Obergrenzen der Erntemenge eingehalten werden, oftmals nicht nachvollziehbar. Die Ökoweinkontrolleure wissen also nicht, ob in der Ökoweinparzelle sechstausend Kilo pro Hektar gelesen werden oder das Doppelte. Sie müssen sich mit dem zu zertifizierenden Wein herumschlagen.

Winzerin, Winzer – darf ich auf Euer Wort vertrauen? Nun, so ein Weingut alle Weinberge ökologisch bearbeitet und damit auch wirbt, ist die Schwindelgefahr eher gering. Der neidische Nachbar würde Schummeleien sofort ausschlachten. Wenn das zehn Prozent aller spanischen Weingüter sind, die Bioweine anbieten, was wiederum keine zehn Prozent aller spanischen Weingüter sind, dann ist dieses eine Prozent schon ein hoher Wert.

Richtig dolle wird es, wenn zugekaufte Trauben, oder, die Steigerungsform, zugekaufter Fasswein ins Spiel kommen. Das spanische Weingesetz kennt nur „elaborado y embotellado“, also ausgebaut und abgefüllt, und selbst das ist latent dehhhhnbar, von „producción de uva“ steht da nix. Der Consejo Regulador weiß, welche Bodega von welchem Weinbauern Trauben kauft oder von welcher Bodega Fasswein, er weiß aber nicht, für welchen Wein diese Einheiten dann verwendet werden. Die Zertifizierungsstelle weiß gar nix. Sie weiß nur, dass es da eine Ökoparzelle gibt und dass da im Labor ein Wein liegt, der öko sein soll. Will sagen: sobald er die durchaus hoch gehaltenen Grenzwerte unterläuft, kriegt er das Ökopapperl. Toll, ¿wa?

Und dann kommt da noch eine Sache um die Ecke, vor der bislang noch gar nicht die Rede war: natürlich ist es überall auf der Welt erlaubt, dreißigtausend Kilo pro Hektar zu ernten, um dann aus dem Lesegut einen Biowein zu basteln. Die traurige Wahrheit ist: schreckliche Bioweine sind am Ende des Tages schlicht und ergreifend schreckliche Weine.

Kann man „bio“ schmecken? Nein! Kann man „bio“ im Weinberg sehen? Hmmm. Schon, aber eher die Negativprobe. Was kann man tun, außer brummen? Dem Lieferanten, aka Weinhändler, kritisch vertrauen! Denn am Ende ist es die Aufgabe des Vermittelns, welche die Weinhändlerin oder der Weinhändler übernehmen muss. Text: el oso alemán

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Spanien

Radio Boka Monastrell rosado

Roséwein · Monastrell · Castilla · Spanien

Radio Boka Monastrell Rosado ist ein vollmundiger, halbtrockener Roséwein von Hammeken Cellars aus Spanien. Reinsortig aus der Monastrell-Traube gekeltert, zeigt er sich lachsrosa, fruchtbetont und frisch.


Castilla

Radio Boka ist die unkomplizierte Linie von Hammeken Cellars, dessen Heimat an der sonnigen Mittelmeerküste bei Valencia liegt. Der Rosado trägt die Herkunftsangabe Vino de la Tierra de Castilla; die Monastrell stammt von alten Reben.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortige Monastrell. Die früh gelesenen Trauben werden abgebeert, leicht angequetscht und rund 16 Stunden auf der Maische mazeriert. Vergoren wird temperaturkontrolliert im Edelstahl; der Wein bleibt halbtrocken.

Im Glas

Lachsrosa. In der Nase und am Gaumen ein bunter Früchtekorb aus reifen Erdbeeren und Himbeeren, dazu ein Hauch Lavendel. Frisch und saftig, mit einem mineralischen Spannungsbogen und intensivem, fruchtigem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder leichter Speisenbegleiter. Die feine Restsüße macht ihn auch zu würzigen Gerichten zugänglich.

Klassische Begleitung: Tapas, Salate, asiatische Küche und leicht Scharfes.


Lage: Castilla-La Mancha (Spanien)
Klassifikation: Vino de la Tierra de Castilla – Roséwein (halbtrocken)
Ausbau: Edelstahl, kurze Maischestandzeit

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Schaumweine

De Sousas Champagne Blanc de Noirs Grand Cru Edition Limitée

Champagner · Ambonnay Grand Cru · Pinot Noir · Blanc de Noirs

De Sousa Blanc de Noirs Grand Cru Édition Limitée ist ein Champagner aus 100 % Pinot Noir aus dem Grand-Cru-Dorf Ambonnay in der Montagne de Reims. Nach zehn Monaten im Eichenfass und langem Hefelager zeigt er sich mit goldener, leicht kupferfarbener Robe und feiner Perlage. Ein präziser, ausdrucksstarker Blanc de Noirs mit Charakter und Tiefe.


Ambonnay Grand Cru

Ambonnay ist eine als Grand Cru klassifizierte Gemeinde der Montagne de Reims und eines der besten Dörfer für Pinot Noir in der Champagne. Die kalkgeprägten Böden verleihen dem Champagner Kraft und mineralische Tiefe.

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Pinot Noir (Blanc de Noirs). Der Grundwein reift zehn Monate im Eichenfass; nach der Flaschengärung folgt ein langes Hefelager, das ihm Tiefe und cremige Textur gibt.

Im Glas

Goldene, leicht kupferfarbene Robe mit feiner Perlage. In der Nase reife rote Früchte, getrocknete Aprikose und Haselnuss, dazu feine Brioche-Noten. Am Gaumen kraftvoll und seidig, mit klarer Frische und zarter Würze. Der Nachhall ist lang und mineralisch geprägt.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter. Ein großzügiges Glas betont die Aromatik.

Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte und gereifter Käse.


Lage: Ambonnay Grand Cru, Montagne de Reims (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Blanc de Noirs
Ausbau: 10 Monate Eichenfass, langes Hefelager

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Weine

Sogno del Sud Nero d´Avola BIO

Rotwein · Sizilien · Bio

Der Baglio Gibellina Sogno del Sud Nero d'Avola ist ein reinsortiger Bio-Rotwein aus dem Westen Siziliens, erzeugt rund um den befestigten Gutshof Baglio Gibellina bei Gibellina in der Provinz Trapani. Nero d'Avola ist die wichtigste autochthone Rotweinrebe der Insel. Die Trauben wachsen in Hügellagen auf ton- und vulkanhaltigen Böden und werden von Hand gelesen. Der Ausbau erfolgt über 12 bis 18 Monate im Edelstahltank, ganz ohne Holz. Im Glas ein tiefes Rubinrot mit fruchtbetonten Beerenaromen, Granatapfel und Walderdbeeren.


Gibellina – Trapani, Sizilien

Baglio Gibellina liegt im westsizilianischen Hinterland, zwischen Palermo und Marsala, eingebettet zwischen den Hügeln von Salemi und Santa Ninfa. Die Weinberge erstrecken sich in Hügellagen zwischen rund 300 und 600 Metern über dem Meer, auf vorwiegend tonhaltigen Böden mit hohem organischem Anteil. Erzogen werden die Reben im Spalier (Guyot), gedüngt wird ausschließlich organisch. Eingestuft ist der Wein als Terre Siciliane IGT; er ist biologisch zertifiziert (Öko-Kontrollnummer IT-BIO-007) und für Veganer wie Vegetarier geeignet.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Nero d'Avola aus biologischem Anbau. Die Handlese erfolgt in der ersten Septemberwoche. Vergoren wird bei kontrollierter Temperatur in kleinen Edelstahltanks. Anschließend reift der Wein 12 bis 18 Monate im Edelstahltank – ohne Holzeinsatz, was die klare Fruchtprägung erhält. Der Wein enthält Sulfite.

Im Glas

Im Glas ein tiefes Rubinrot mit violetten Reflexen. In der Nase fruchtige Beerenaromen mit den für die Rebsorte typischen Noten von Granatapfel und Walderdbeeren, dazu ein Hauch Unterholz. Am Gaumen vollmundig und dicht, mit weichen, samtigen Tanninen. Der Nachhall bleibt sehr weich und zeigt eine feine Restsüße.

Am Tisch

Klassische Begleitung: rotes Fleisch, Lamm, Risotto und Pasta mit Tomatensaucen. Auch zu gereiften, aromatischen Käsen passt der Wein. Serviertemperatur 16–18 °C.


Lage Gibellina, Trapani (Sizilien), Hügellagen 300–600 m, ton- und vulkanhaltige Böden, Guyot
Klassifikation Terre Siciliane IGT
Ausbau Reinsortiger Nero d'Avola, handgelesen, Vergärung im Edelstahltank, 12–18 Monate Reifung im Edelstahltank

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Australien

Noon Reserve Cabernet Sauvignon 2014

Rotwein · Langhorne Creek · Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon Langhorne Creek Reserve Main Road · Fruit Trees Block Drew Noon MW franz. Barrique 2014

Der Noon Reserve Cabernet Sauvignon 2014 ist die kultige Cabernet-Spitze des Hauses – ein reinsortiger Cabernet aus Langhorne Creek im reiferen Stil, vollmundig und doch nicht überladen, mit reifer Cassis, feinen Zedernoten und samtigen Tanninen.


Noon – Kult aus McLaren Vale

Noon ist ein winziges Kult-Weingut in McLaren Vale, das Drew Noon – einer der wenigen Masters of Wine Australiens – 1996 von seinen Eltern übernahm. Sein Ansatz ist konsequent old school: Handlese, Gärung in offenen Bottichen mit manueller Stampfung, Korbpresse und minimaler Eingriff im Keller, ungeschönt und ungefiltert.

Während der Eclipse von den estate-eigenen Grenache-Reben in McLaren Vale stammt, kommen die Trauben für die Reserve-Weine aus dem etwas südlicher gelegenen Langhorne Creek – seit dem ersten Reserve Cabernet 1996 stets aus den Blocks Main Road und Fruit Trees des Borrett-Vineyards. Die Reben (gepflanzt 1972) wachsen auf tiefen, alluvialen Lehmböden der Bremer-River-Flutebene, deren gute Wasserspeicherung eine langsame, vollständige Reife ermöglicht.

Jahrgang 2014 – Langhorne Creek

Der Reserve Cabernet ist bewusst ein reiferer Cabernet-Stil, der die Brombeer- und Cassisfrucht über kräutrige Noten stellt. Der 2014er zeigt diese Handschrift mustergültig: vollmundig und reich, dabei mit der typischen Cabernet-Zurückhaltung und Balance – kein überladener, sondern ein geschliffener, langlebiger Wein.

Ausbau

Reinsortiger Cabernet Sauvignon aus dem Jahrgang 2014, trocken.

Handlese, Gärung in kleinen offenen Bottichen mit ständigem Handstampfen zur schonenden Farb- und Tanninextraktion, anschließend Pressung von Hand in der Korbpresse. Reife rund 16 bis 18 Monate in französischen Barriques (225 l), bei einem moderaten Anteil neuer Fässer. Crushen, Gären, Reifen und Abfüllen erfolgen auf dem Gut; ungeschönt und ungefiltert.

Im Glas

In der Nase ein Hauch Minze bzw. Eukalyptus, dazu Schichten überreifer Cassisfrucht und dezente Zedernoten. Am Gaumen vollmundig, aber nicht überladen, mit der typischen Cabernet-Zurückhaltung trotz aller Fülle und Wucht. Die Tannine hinterlassen einen samtigen Eindruck und geben dem langen Abgang eine herzhafte Kante und eine gewisse Eleganz.

Vollmundig, ohne überladen zu sein – reife Cassis, Zeder und samtige Tannine.

Schon jetzt ein Genuss, klassisch zu gegrilltem Lamm, lässt sich aber gut zehn Jahre und länger lagern; profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu char-gegrilltem Lamm, zu rotem Fleisch und Steak, zu Wild sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Langhorne Creek (South Australia, Australien); Borrett-Vineyard, Blocks Main Road und Fruit Trees, tiefe alluviale Lehmböden (Bremer-River-Flutebene), Reben seit 1972
Klassifikation: Langhorne Creek, Cabernet Sauvignon (Reserve), trocken
Ausbau: 100 % Cabernet Sauvignon; Handlese, Gärung in offenen Bottichen mit Handstampfen, Korbpresse, ~16–18 Monate franz. Barrique; ungeschönt, ungefiltert

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Rebsorten

Egon Müller Scharzhofberger Riesling Kabinett 2022

Weißwein fruchtsüß · Saar · Riesling

Riesling Scharzhofberger Kabinett Saar · Wiltingen fruchtsüß 2022 8,50 % vol

Der Egon Müller Scharzhofberger Riesling Kabinett 2022 stammt aus der berühmtesten Lage der Saar – ein Musterbeispiel für filigranen Saar-Kabinett: fruchtsüß, rassig und von enormer Langlebigkeit. Ein klassischer Naturwein für die besonderen Momente.


Scharzhofberger – die legendäre Lage der Saar

Es gibt Weine, die nach angemessener Lagerung zur Legende werden – die Weine vom Weingut Egon Müller von der Saar gehören ohne Frage zu dieser seltenen Spezies. In der Jugend noch unnahbar, widerspenstig und verschlossen, entwickeln sie über die Jahre eine Rasse und Frische, wie sie nur selten in der Weinwelt zu finden ist. Hier wird ein klassischer Vinifikationsstil gehegt und gepflegt und mit einem über 100-jährigen Wissensschatz auf die Lagerfähigkeit der Weine geachtet.

Der Scharzhofberg bei Wiltingen ist die berühmteste Einzellage der Saar – so renommiert, dass die Weine, wie ein Grand Cru im Burgund, allein mit dem Lagennamen etikettiert werden. Egon Müller ist mit über acht Hektar im Kernstück größter Eigentümer und bewirtschaftet hier mehr als drei Hektar wurzelechte, über 100 Jahre alte Reben. Die steilen, stark verwitterten blauen Devonschieferböden speichern die Wärme des Tages und geben sie langsam wieder ab – in Verbindung mit dem kühlen Saar-Klima entstehen Weine von außergewöhnlicher Spannung, filigraner Struktur und enormer Langlebigkeit.

Jahrgang 2022 – Saar

2022 war an der Saar ein warmer, sonnenreicher Jahrgang, der durch ausreichende Niederschläge zur richtigen Zeit balanciert wurde. Es entstanden reife, dennoch klar konturierte Rieslinge. Gerade im Kabinett-Bereich – dem filigransten Prädikat – zeigt der Scharzhofberger die typische Spannung zwischen reifer Frucht, dezenter Süße und rassiger Mineralität, getragen vom kühlen Klima und dem Schiefer der Lage.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2022, Prädikat Kabinett, fruchtsüß, 8,50 % vol.

Streng selektive Handlese, klassische und behutsame Vinifikation ohne moderne Kellertechnik: Spontangärung mit eigenen Hefen im traditionellen Fuder (großes Eichenfass). Die Gärung wird auf natürliche Weise gestoppt, sodass ein Teil der natürlichen Fruchtsüße im Wein verbleibt – ein Naturwein voller natürlicher Restsüße.

Im Glas

Helles Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase dicht, cremig und saftig: Weinbergspfirsich und Passionsfrucht treffen auf weiße Blüten, Zitrus und feinste Kräuter- und Mineralnoten. Am Gaumen filigran und vielschichtig, mit einer dezenten Süße, die von enorm lebhafter, rassiger Säure balanciert wird – er wirkt nie leicht und schon gar nicht schwer, sondern tanzt mit müheloser Eleganz über die Zunge.

Rasse, Frische und natürliche Restsüße – ein klassischer Egon Müller für die besonderen Momente im Leben.

Das verspielte, sehr lange Finale verweist auf die große Langlebigkeit; schon jung ein Genuss, doch wahre Größe entfaltet der Wein erst nach vielen Jahren Kellerreife. Bei 9–11 °C servieren.

Am Tisch

Zu asiatischer Küche und leicht scharfen Gerichten, zu gebratenem Fisch und Geflügel, zu würzigem Weichkäse sowie als finessenreicher Solist.


Lage: Scharzhofberger, Wiltingen an der Saar (Deutschland); steile Südlage, stark verwitterter blauer Devonschiefer, über 100 J. alte wurzelechte Reben
Klassifikation: Mosel/Saar, Riesling Kabinett (Prädikatswein), fruchtsüß
Ausbau: Riesling; Handlese, Spontangärung im Fuder, natürliche Restsüße; klassisch-traditioneller Stil

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Rebsorten

Conte di Campiano Appassimento Negroamaro

Rotwein · Negroamaro · Appassimento · Puglia · Italien

Conte di Campiano Appassimento Negroamaro ist ein kräftiger Rotwein aus 100 % Negroamaro nach der Appassimento-Methode: Die Trauben werden nach der Lese angetrocknet, um die Zuckerkonzentration in den Beeren zu erhöhen. Im Glas dunkel orange-rot schimmernd, mit viel Power.


Puglia

Negroamaro ist die klassische Rotweinsorte des Salento in der Region Puglia (Apulien). Das warme, mediterrane Klima bringt vollreife, kraftvolle Trauben hervor, die sich besonders gut für den Appassimento-Stil eignen.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Negroamaro und wird nach der Appassimento-Methode erzeugt: Die Trauben werden nach der Lese angetrocknet, was Zucker, Konzentration und reife Frucht verstärkt. Das Ergebnis ist ein kraftvoller Wein mit weichen Tanninen.

Im Glas

Dunkel orange-rot schimmernd. Im Bouquet intensiver Duft nach reifen Pflaumen, Zartbitterschokolade und Kräutern. Am Gaumen sehr kräftig und voller Power, mit langem Abgang und weichen Tanninen.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: dunkles Fleisch, Schmorgerichte, Grillfleisch und gereifter Käse.


Lage: Puglia / Salento (Italien)
Klassifikation: Negroamaro – Appassimento (Puglia)
Ausbau: 100 % Negroamaro, Appassimento (angetrocknete Trauben)

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Rebsorten

Gran Maestro Rosso Puglio Appassimento

Rotwein · Puglia · Salento · Appassimento · Italien

Cielo e Terra Gran Maestro Rosso Appassimento ist eine dunkelrote Cuvée aus Sangiovese- und Primitivo-Trauben aus dem Salento in der Region Puglia. Nach der Appassimento-Methode aus angetrockneten Trauben gewonnen, besticht er durch ein Potpourri an roten Früchten. Im Glas vollmundig, weich und rund.


Salento (Puglia)

Der Salento bildet die südliche Spitze der Region Puglia (Apulien). Das warme, mediterrane Klima und die sonnenverwöhnten Lagen bringen vollreife, fruchtbetonte Rotweine hervor. Sangiovese und Primitivo finden hier ideale Bedingungen.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Sangiovese und Primitivo und wird nach der Appassimento-Methode erzeugt: Die Trauben werden vor der Gärung angetrocknet, was Konzentration, Fülle und reife Frucht verstärkt. Das Ergebnis ist ein vollmundiger Wein mit milden Tanninen.

Im Glas

Dunkles Rot. In der Nase ein Potpourri an roten Früchten. Am Gaumen weich und rund, getragen von reifen Primäraromen, mit vollem Körper, milden Tanninen und guter Balance. Der Abgang ist saftig.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Grillfleisch, Pasta mit kräftigen Saucen, Schmorgerichte und mittelreifer Käse.


Lage: Salento, Puglia (Italien)
Klassifikation: Puglia IGT/IGP – Rosso (Appassimento)
Ausbau: Sangiovese/Primitivo, Appassimento (angetrocknete Trauben)

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Rebsorten

Weingut Andres Deidesheimer Kieselberg Riesling 2021

Weißwein · Deidesheim (Pfalz) · Riesling

Riesling Deidesheimer Kieselberg (Einzellage) Deidesheim · Pfalz (Mittelhaardt) Weingut Andres kalkreicher Löss · Buntsandstein trocken · 30 hl/ha 100 % großes Holzfass BIO · 2021

Der Weingut Andres Deidesheimer Kieselberg Riesling trocken 2021 stammt vom Plateau des Kieselbergs über Deidesheim. Der kalkige, poröse Boden und die kühlen Luftströme des Pfälzerwaldes bringen einen sehr eleganten, feinen und salzigen Riesling hervor.


Deidesheimer Kieselberg – Riesling vom Plateau

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Mittelhaardt ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Für diesen Riesling füllen sie die Einzellage Deidesheimer Kieselberg separat ab.

Über Deidesheim liegt das Plateau des Kieselbergs – eine Ebene, die durch eiszeitliche, kalkreiche Lössablagerungen geschaffen wurde. Die Kombination mit dem zusätzlich vorliegenden Buntsandstein prägt die Lage. Dieser kalkige, poröse Boden und die kühlen Luftströme des Pfälzerwaldes bringen sehr elegante, feine und salzige Weine hervor.

Jahrgang 2021 – Pfalz

2021 war an der Mittelhaardt ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht. Der kalkreiche, poröse Boden des Kieselbergs und der minimalistische, herkunftsbetonte Stil des Weinguts bewahrten Frische, Salzigkeit und Eleganz – Feinheit und Spannung im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Lagen-Riesling aus der Einzellage Deidesheimer Kieselberg, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von kalkreichem Löss und Buntsandstein, Ertrag 30 hl/ha.

Der Wein wird mit natürlichen Hefen vergoren und zu 100 % im großen Holzfass ausgebaut. Diese schonende Machart bewahrt die elegante, salzige Herkunftsprägung und verleiht dem Riesling Struktur und Tiefe, ohne die Frucht zu überdecken. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Ein Riesling von feiner Eleganz: kühle Aromen von Steinobst und Zitrus, dazu florale Anklänge und eine salzig-mineralische Note aus kalkreichem Löss und Buntsandstein. Am Gaumen fein, klar und präzise, mit lebendiger, gut eingebundener Säure und einer salzigen Frische, die in einen langen, mineralischen Nachhall mündet.

Kühles Steinobst und Zitrus über floralen Anklängen und salziger Kalkmineralität – fein, klar und präzise, mit lebendiger Säure und langem, salzigem Nachhall.

Ein eleganter, salzig-mineralischer Lagen-Riesling mit gutem Reifepotenzial. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und mildem Hartkäse.


Lage: Deidesheimer Kieselberg, Deidesheim, Pfalz (Mittelhaardt); Plateaulage, kalkreicher Löss über Buntsandstein; kühle Luftströme des Pfälzerwaldes
Klassifikation: Lagen-Riesling, Pfalz (trocken); 100 % Riesling; 30 hl/ha
Ausbau: Vergärung mit natürlichen Hefen, Ausbau zu 100 % im großen Holzfass; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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