Eine Geschichte über Bio und Wein

Lese BIO, verstehe Bahnhof

Es gibt so ein paar Dinge in dieser Welt, die sich ganz nett anhören, beim zweiten Hinschmecken dann aber anfangen, kompliziert zu werden. Diese Tage ging es darum, ob ein Wein denn nun „bio“ sei oder nicht, zertifiziert ökologisch, um exakt zu sein. Eines meiner Lieblingsthemen…

Nun muss man bedenken, dass bio nicht gleich bio ist, und das zertifiziert oftmals nicht viel mehr bedeutet, als dass jemand einen Zettel unterschrieben hat und ihn so zum Zertifikat macht.

Vergleicht man Weinbau in Deutschland mit Weinbau in Spanien, dann gibt es da einen großen Unterschied: das deutsche Weinrecht kennt den Begriff der Erzeugerabfüllung, so wie auch jene in Frankreich, in Italien, in Österreich oder auf der dunklen Seite des Mondes. Spain, is different. Und genau das ist das Problem. Dazu weiter unten mehr.

Was den Weinbau, also das, was passiert bevor die Trauben abgeschnitten werden, angeht, sind die Unterschiede so groß nicht. Es gibt die drei Jahre der Konversion, man muss nachweisen, dass sich der Boden gereinigt hat. In Flachlagen ist das alles kein Problem, am Hang hat man halt genau eben dieses, so der Weinbauer oberhalb ein Spritzfanatiker ist. Auch wenn Weinberge neben Kartoffeläckern stehen, soll in Rheinhüstel ja schon mal vorkommen, in Spanien ist das alltäglich, dann landet das Gespritze schon einmal in den ersten drei Zeilen des Weinberges. Aber all das ist kontrollierbar.

Und somit ist Weinbau „bio“, so keine systemischen Spritzmittel ausgebracht werden, Herbizide, Fungizide und andere -zide auch nicht. Und noch ein paar Regularien mehr. Nur: so ganz ohne Behandlung der Rebstöcke geht es halt dann doch nicht. Und dann stellt sich halt die Frage ob das kontinuierliche Ausbringen von Schwefel, insbesondere aber von Kupfer, wirklich umweltschonender ist als das einmalige oder zweimalige Behandeln mit einem systemischen Mittel. Und damit ist es leider noch nicht vorbei, denn wir müssen auch über Bodenverdichtung reden. Wenn da der Traktor wieder und wieder über den Boden rumpelt, dann wird jedes Mal Boden verdichtet, zwar nicht „zementiert“, aber fast. Ob der Regenwurm nun an systemischen Rückständen stirbt oder an Kupferlösungen oder gar nicht mehr aus der Erde herauskommt, das ist für den Regenwurm erst einmal zweitrangig. 

Natürlich ist all das regional zu betrachten. In Castilla ohne León etwa muss mir ein Weinbauer oder eine Weinbäuerin schon erklären, warum man auf systemische Mittel setzt. Einmal Schwefel mit ein klein wenig Kupfer und danach höchstens noch zweimal Schwefel, damit kommt man auch in komplizierten Jahren übers Jahr. In anderen Regionen geht das nicht. Wer in Albariñistan so vorgeht, kann ab Ende Juli vier Monate Urlaub machen, im Weinberg gibt es dann ja nichts mehr zu tun. Oder aber das, was in diesem Jahr in Catalunya passierte: eine Woche Regen, dann eine Woche Hitze, dann wieder eine Woche Regen, und so den ganzen Sommer hindurch. Ein Großteil derer, die zertifiziert ökologisch arbeiten, haben dort in diesem Jahr nichts geerntet. Wer nicht vom Weinbau leben muss, für den ist das eher ein geringeres Problem, wer aber Geld für Essen und Trinken herbeischaffen muss, der hat ein Problem. Nicht wenige Weingüter haben sich in diesem Jahr vom ökologischen Weinbau verabschiedet.

Auf der anderen Seite ist es auch nicht mehr so, dass Weinbauern stur nach einem Zeitplan spritzen, ein klein wenig hat man schon hinzugelernt. Es ist also nicht wirklich einfach. Erschwerend kommt hinzu, dass Konsumentinnen oder Konsumenten dies gar nicht überblicken können, zu viele Variablen, zu viele Unbekannte.

Und all das betrifft ja erst einmal „nur“ die Weinberge, den eher einfachen Teil der Geschichte. So richtig geht die Post erst bei den Weinen ab.

In Deutschland, Österreich oder sonstwo arbeitet ein Weingut in der Regel entweder ökologisch oder halt nicht ökologisch, manche Verbände zertifizieren auch nur, wenn komplett ökologisch gearbeitet wird. Die wissen schon, warum… In Spanien gibt es relativ wenige Weingüter, die rein ökologisch arbeiten, aber viele (gut, insgesamt gibt es in Spanien so viele Weingüter dann auch wieder nicht), die einen Ökowein im Programm haben. Oder auch derer zwei oder drei. Dann kommt da der Abfüller aus der Mancha (drei Euro in die Vorurteilskasse!) und füllt drei Millionen Flaschen Normalwein und fünftausend Flaschen Ökowein. Green-washing könnte man so etwas nennen. Da ich von einigen Weingütern den Ökoprozess kenne ist mir klar, dass, wenn das Weingut wirklich will, die Zertifizierungsbehörde den wirklichen Ursprung der zu zertifizierenden Partie nicht mit hundertprozentiger Sicherheit kennt; mich achtzigprozentiger leider auch nicht. Wer bietet weniger? Die Denominaciones de Origen kennen nur drin oder draußen (zumindest geht die Theorie so), was „drin“ passiert, ist, so Obergrenzen der Erntemenge eingehalten werden, oftmals nicht nachvollziehbar. Die Ökoweinkontrolleure wissen also nicht, ob in der Ökoweinparzelle sechstausend Kilo pro Hektar gelesen werden oder das Doppelte. Sie müssen sich mit dem zu zertifizierenden Wein herumschlagen.

Winzerin, Winzer – darf ich auf Euer Wort vertrauen? Nun, so ein Weingut alle Weinberge ökologisch bearbeitet und damit auch wirbt, ist die Schwindelgefahr eher gering. Der neidische Nachbar würde Schummeleien sofort ausschlachten. Wenn das zehn Prozent aller spanischen Weingüter sind, die Bioweine anbieten, was wiederum keine zehn Prozent aller spanischen Weingüter sind, dann ist dieses eine Prozent schon ein hoher Wert.

Richtig dolle wird es, wenn zugekaufte Trauben, oder, die Steigerungsform, zugekaufter Fasswein ins Spiel kommen. Das spanische Weingesetz kennt nur „elaborado y embotellado“, also ausgebaut und abgefüllt, und selbst das ist latent dehhhhnbar, von „producción de uva“ steht da nix. Der Consejo Regulador weiß, welche Bodega von welchem Weinbauern Trauben kauft oder von welcher Bodega Fasswein, er weiß aber nicht, für welchen Wein diese Einheiten dann verwendet werden. Die Zertifizierungsstelle weiß gar nix. Sie weiß nur, dass es da eine Ökoparzelle gibt und dass da im Labor ein Wein liegt, der öko sein soll. Will sagen: sobald er die durchaus hoch gehaltenen Grenzwerte unterläuft, kriegt er das Ökopapperl. Toll, ¿wa?

Und dann kommt da noch eine Sache um die Ecke, vor der bislang noch gar nicht die Rede war: natürlich ist es überall auf der Welt erlaubt, dreißigtausend Kilo pro Hektar zu ernten, um dann aus dem Lesegut einen Biowein zu basteln. Die traurige Wahrheit ist: schreckliche Bioweine sind am Ende des Tages schlicht und ergreifend schreckliche Weine.

Kann man „bio“ schmecken? Nein! Kann man „bio“ im Weinberg sehen? Hmmm. Schon, aber eher die Negativprobe. Was kann man tun, außer brummen? Dem Lieferanten, aka Weinhändler, kritisch vertrauen! Denn am Ende ist es die Aufgabe des Vermittelns, welche die Weinhändlerin oder der Weinhändler übernehmen muss. Text: el oso alemán

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Weine

Marie-Courtin Efflorescence Extra Brut 2019 BIO

Der Marie-Courtin Efflorescence 2019 Extra Brut ist Pinot Noir vom unteren Teil des Hangs in Polisot, weiß gekeltert und im Holz ausgebaut. Ein Blanc de Noirs mit fast burgundischer Tiefe und viel Reifepotenzial.

Im Glas

Helles Gold, feine, gut eingebundene Perlen. Klare, reife Frucht von Apfel, roten Beeren und etwas Pflaume. Im Mund gerade und gut gebaut, mit einem Bogen von Frische über Salz bis in die Tiefe. Das Holz gibt Würze, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Ein langer, eleganter Abgang.

Mach was draus

Perlhuhn, Taube, Kalbsfilet mit Morcheln, Steinbutt oder ein gereifter Langres aus der Nachbarschaft. Ein Champagner für ein festliches Essen und ein großes Glas. Er kann auch noch einige Jahre im Keller liegen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Efflorescence trinke ich wie einen feinen Burgunder: großes Glas, etwas Luft und ein schönes Stück Geflügel.“

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Kurz gefragt

Wie wird er ausgebaut? Knapp ein Jahr – neun, zehn Monate – in Holzfässern und Barriques, danach drei Jahre und mehr in der Flasche.

Was unterscheidet ihn von Résonance? Beide sind Pinot Noir aus derselben Parzelle. Efflorescence kommt vom unteren Hang und reift im Holz, Résonance vom oberen Hang und reift im Tank.

100 % Pinot Noir · unterer Hang, Polisot, Côte des Bar · Kalk und Kimmeridge · Holz und Barrique für 9 bis 10 Monate · drei Jahre und mehr in der Flasche · Jahrgang 2019 · Extra Brut · Champagne Marie-Courtin, Polisot · Bio, FR-BIO-09 · Stand: Oktober 2026

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Frankreich

Domaine Duroché Gevrey Chambertin Lavaut St. Jacques 1er Cru 2023

Rotwein · Gevrey-Chambertin Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Lavaut St. Jacques · 1er Cru Gevrey-Chambertin Kalklehm & wärmespeichernder Kies 2023

Der Gevrey-Chambertin Lavaut St. Jacques 1er Cru 2023 von Pierre Duroché ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der besten Premier-Cru-Lagen der Gemeinde. Viel Fruchtfülle, Lakritz, Zeder und dunkle Schokolade treffen auf präsente Tannine, die dem Wein ein festes Gerüst für lange Reife geben.


Lavaut Saint-Jacques – Premier Cru in Gevrey-Chambertin

Lavaut Saint-Jacques zählt zu den besten Premier Crus von Gevrey-Chambertin. Die Böden sind von starkem Kalklehm durchzogen und weisen viel wärmespeichernden Kies auf – so wird die Tageswärme nachts besser gehalten, und die Pinot-Frucht kann sich klarer herauskristallisieren als in vielen anderen Lagen.

Die 9,5 Hektar liegen westlich des Dorfes am Eingang der Combe de Lavaux. Kalte Westwinde aus dem Tal verlangsamen die Reife und fördern einen etwas schlankeren, frischeren Stil als beim Nachbarn Clos Saint-Jacques. Die steinigen Kalk-Ton-Böden mit guter Drainage halten die Erträge niedrig. Pierre Duroché zählt zu den gesuchten Adressen von Gevrey-Chambertin.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023.

Der Wein reift im Holzfass, im traditionellen Stil des Guts – ganz auf einen klaren Lagenausdruck und ein tragfähiges Tanningerüst ausgerichtet.

Im Glas

Viel Fruchtfülle mit Lakritz, kleinen reifen Walderdbeeren, Zeder, dunkler Schokolade, unreifer Kirsche und einem Anflug von Kräutern. Die Tannine sind präsent und geben dem Wein ein ideales Gerüst für lange Reife.

Lakritz, Zeder und dunkle Schokolade über präsentem Tannin – ein Premier Cru mit Gerüst für viele Jahre.

In der Jugend noch verschlossen, entfaltet der Wein sein Potenzial über viele Jahre Flaschenreife. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Ente, Gerichte mit Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für gehaltvollere Gerichte und den besonderen Anlass.


Lage: Lavaut Saint-Jacques (1er Cru), Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); Kalklehm mit wärmespeicherndem Kies, Combe de Lavaux, 9,5 ha
Klassifikation: Gevrey-Chambertin Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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Weine

Saxum Paderewski Vineyard 2017 Magnum

Rotwein · Paderewski Vineyard · Rhône-Cuvée

Syrah-dominierte Cuvée Paderewski Vineyard Paso Robles · Kalifornien Saxum (Justin Smith) kalkreicher Boden 31 % Ganztraube Magnum 1,5 l 2017

Der Saxum Paderewski Vineyard 2017 in der Magnum (1,5 l) ist eine rare, Syrah-dominierte Single-Vineyard-Cuvée des Kult-Erzeugers Saxum aus einem historischen, kalkreichen Weinberg von Paso Robles. Groß, reich und kraftvoll – einer der strukturiertesten und tanninbetontesten Weine des Guts, der die Rhône-Sorten mit den ursprünglichen Reben der Lage verbindet. Im Großformat besonders langlebig.


Paderewski Vineyard – Kalkstein mit Geschichte

Saxum wurde 2000 von Justin Smith gegründet und zählt heute zu den gefragtesten Rhône-Erzeugern Kaliforniens. Das Paderewski Vineyard westlich von Paso Robles ist ein wunderschönes Anwesen im Besitz von Bill und Liz Armstrong (Epoch Estate) – und der Ort des legendären Weinbergs von Ignacy Jan Paderewski, des weltberühmten Pianisten und polnischen Staatsmanns. Justin Smith hat den ursprünglichen Standort neu bestockt.

Für einen Wein aus dem Paderewski Vineyard war es Saxum wichtig, die ursprünglichen Sorten der Lage – Zinfandel und Petite Sirah – mit den geliebten Rhône-Reben des Guts zu vereinen. Die kargen, kalkhaltigen Böden, die in Paso Robles selten sind, geben dem Wein Mineralität, Frische und Tiefe; kühle Brisen vom nahen Pazifik mildern die sonnigen Tage. Saxum arbeitet organisch im Weinberg und minimalistisch im Keller – mit Spontangärung und behutsamem Ausbau.

Jahrgang 2017 – Paso Robles

2017 war an der kalifornischen Central Coast ein warmer, reifer Jahrgang, der vollmundige, dichte Weine mit kräftiger Struktur hervorbrachte. Auf dem kalkreichen Terroir des Paderewski Vineyard ergibt das einen besonders großen, kraftvollen und tanninbetonten Wein, der in der Jugend noch verschlossen wirkt und dessen Fülle von einer mineralischen Frische und lebendigen Säure im Zaum gehalten wird.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 43 % Syrah, 25 % Mataro (Mourvèdre), 10 % Zinfandel, 9 % Petite Sirah, 9 % Tempranillo und 4 % Viognier, Jahrgang 2017, trocken, gefüllt in der Magnum (1,5 l).

Syrah gibt dem Wein das dunkle, würzig-pfeffrige Fruchtrückgrat und die mineralische Tiefe; Mataro Struktur, Erdigkeit und herzhafte Fülle; Zinfandel saftige, brombeerige Frucht und Gewürz; Petite Sirah – wie Zinfandel eine Hommage an die ursprüngliche Bestockung – Farbe, dunkle Frucht und festes Tannin; Tempranillo rote Frucht und Schmelz; der mitvergorene Viognier hebt die Aromatik floral an. Vergoren mit rund 31 % Ganztrauben, reift der Wein etwa 19 Monate in französischer Eiche, davon ungefähr die Hälfte neu, ein großer Teil in einem großen Holzfoudre, der die Mineralität der Lage betont. Der Wein wird nie von der Hefe abgezogen und unfiltriert sowie ungeschönt gefüllt. Im großen Magnumformat reift er langsamer und gewinnt zusätzliches Potenzial.

Im Glas

Aus der Syrah-dominierten Cuvée und dem kalkreichen Terroir lebt dieser Wein von Kraft und Struktur: tiefes, dichtes Purpur im Glas, dazu dunkle und blaue Frucht wie Brombeere, Blaubeere und Maulbeere, gemahlener Pfeffer, getrocknete Kräuter, Graphit und florale Anklänge. Am Gaumen vollgewichtig, groß und kraftvoll, mit dichtem, festem Tannin und einer guten, lebendigen Säure – noch verschlossen und nach innen gekehrt, von mineralischer Frische getragen und mit langem, würzigem Nachhall.

Tiefes Purpur, Brombeere, Blaubeere und Maulbeere über Pfeffer, Kräutern und Graphit – groß, dicht und tanninbetont, mit langem, würzigem Finale.

Noch jung und verschlossen; braucht Zeit und sollte vor dem Genuss großzügig dekantiert werden. Im Magnumformat mit besonders großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu gegrilltem und geschmortem Rind, zu kräftig gewürzten Schmorgerichten sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Paderewski Vineyard (Epoch Estate, Bill und Liz Armstrong), westlich von Paso Robles (Kalifornien, USA); karge, kalkhaltige Böden; einst Weinberg von Ignacy Jan Paderewski, von Saxum neu bestockt; organisch bewirtschaftet
Klassifikation: Paso Robles; Cuvée aus 43 % Syrah, 25 % Mataro, 10 % Zinfandel, 9 % Petite Sirah, 9 % Tempranillo, 4 % Viognier (trocken); Magnum 1,5 l
Ausbau: ~31 % Ganztraube, ~19 Monate in französischer Eiche (ca. 55 % neu, großer Teil im Holzfoudre); nie von der Hefe abgezogen, ungeschönt und unfiltriert

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Rebsorten

Florent Garaudet Puligny-Montrachet Vieilles Vignes 2023

Weißwein · Puligny-Montrachet · Chardonnay

Chardonnay Puligny-Montrachet AOC Côte de Beaune 2023 Reben ~45 Jahre

Der Puligny-Montrachet Vieilles Vignes 2023 von Florent Garaudet ist ein reinsortiger Chardonnay aus rund 45 Jahre alten Reben. Die kalkhaltigen Böden Pulignys zeigen sich in einer salzigen Mineralität, getragen von Tiefe und klarer Frische.


Puligny-Montrachet Vieilles Vignes – alte Reben auf Kalk

Puligny-Montrachet zählt zu den berühmtesten Weißwein-Gemeinden der Côte de Beaune. Garaudets Vieilles Vignes stammt aus rund fünfundvierzig Jahre alten Reben in den tiefer gelegenen Lagen Les Boudrières, La Rue aux Vaches, Les Reuchaux und Derrière la Velle.

Der kiesige Kalk-Ton-Boden in süd-südöstlicher Ausrichtung prägt diesen Wein. Er gibt ihm feine Mineralität, feste Struktur und die für Puligny typische salzige Linie.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr. Der Austrieb setzte Mitte April ein, häufige Niederschläge bis Anfang Mai hielten den Mehltaudruck hoch. Ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer, die Blüte verlief Anfang Juni weitgehend ohne Störungen. Eine Hitzewelle im August beschleunigte die Reife deutlich.

Die ersten Betriebe lasen bereits ab Ende August, andere warteten die volle Reife ab. Der Regen Mitte September brachte Abkühlung und Balance. Die Ernte fiel gesund und mengenmäßig großzügig aus, bei niedrigen pH-Werten. Für die weißen Burgunder steht 2023 für einen klaren Fruchtkern bei tragender Frische. Beides unterstreicht die tiefe, komplexe Art dieses Puligny.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023, mehrfach manuell und streng selektiv gelesen.

Der Ausbau erfolgte rund eineinhalb Jahre auf der Vollhefe in gebrauchten und neuen Fässern aus französischer Eiche. Diese Wahl zielt auf Tiefe, Cremigkeit und Frische.

Im Glas

Helles Goldgelb im Glas. In der Nase grüner Apfel, Zitrusfrüchte, Haselnuss und gelbe exotische Früchte. Am Gaumen bestimmt eine dichte, salzige Mineralität den Chardonnay. Die lange Hefelagerung bringt cremige Textur, die Säure hält den Wein straff bis in den langen Abgang.

Kiesiger Kalk-Ton und 18 Monate Vollhefe: salzige Mineralität, cremige Textur, straffe Frische.

Schon zugänglich, mit gutem Reifepotenzial über mehrere Jahre. Bei 12–13 °C servieren.

Am Tisch

Fisch und Krustentiere, Hummer, Geflügel in heller Sauce, Kalb oder reifer Weichkäse. Ein Wein für die große weiße Küche.


Produzent Domaine Florent Garaudet, Monthelie
Rebsorte Chardonnay
Lage Les Boudrières, La Rue aux Vaches, Les Reuchaux, Derrière la Velle · kiesiger Kalk-Ton · Süd-Südost
Klassifikation Puligny-Montrachet AOC
Jahrgang 2023
Vinifikation Handlese · mehrfach selektiv
Ausbau ~18 Monate auf der Vollhefe · neue und gebrauchte Fässer aus französischer Eiche
Rebenalter ~45 Jahre

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Italien

Montevertine Le Pergole Torte 2022

Rotwein · Toscana IGT · Sangiovese

100 % Sangiovese Toscana IGT Le Pergole Torte Radda in Chianti Montevertine 2 Jahre Holz (Barrique + Botte) unfiltriert 2022

Der Montevertine Le Pergole Torte 2022 ist die Ikone des Guts – der erste reinsortige Sangiovese der modernen Toskana. Er versprüht eine Frische und Saftigkeit, wie sie nur in der Toskana wachsen kann, ist vielschichtig und sehr langlebig. Wahre italienische Winzerkunst.


Le Pergole Torte – die Sangiovese-Ikone aus Radda

Montevertine liegt rund 3 km südlich von Radda in Chianti, auf einem 425 Meter hohen Hügel mit steinigen Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese). Sergio Manetti verließ 1981 das Chianti-Classico-Konsortium, weil er keinen Trebbiano in den Verschnitt geben wollte; seither etikettiert das Gut konsequent als Toscana IGT. Heute führt Martino Manetti das Weingut im traditionellen Stil weiter.

Der Le Pergole Torte (frei übersetzt „die krummen Pergolen") war die erste Lage, die Sergio Ende der 1960er pflanzte – und mit dem Jahrgang 1977 der erste reinsortige Sangiovese der Radda-Region, ein Pionier der Supertoskaner. Heute stammt der Wein aus den ältesten Parzellen des Guts (ab 1968), reinsortig Sangiovese, von den hochgelegenen, mineralischen Alberese-Böden. Er entsteht nur in herausragenden Jahrgängen.

Jahrgang 2022 – Toscana

2022 war in Radda einer der heißesten Jahrgänge der jüngeren Geschichte, mit Trockenheit, die erst durch etwas Augustregen gemildert wurde. Die alten Reben des Le Pergole Torte verkrafteten den Stress hervorragend: Das Ergebnis ist ein etwas dunkelfruchtigerer, leicht muskulöserer Wein, der dennoch die mineralisch geprägte Eleganz und Balance bewahrt, die diesen Wein definieren – zugänglich, aber für lange Reife gebaut.

Ausbau

Reinsortiger Sangiovese aus dem Jahrgang 2022, Toscana IGT, trocken.

Spontane Gärung im Betontank mit rund dreiwöchiger Maischestandzeit, anschließend zweistufiger Ausbau über zwei Jahre: ein Jahr in kleinen Allier-Barriques (gebraucht) und ein Jahr in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Abfüllung traditionell, unfiltriert.

Im Glas

Der Le Pergole Torte versprüht für einen Rotwein eine Frische und Saftigkeit, wie sie nur in der Toskana wachsen kann; zudem ist er vielschichtig und sehr langlebig. Im Geschmack dominieren reife Kirschfrüchte und Zedernholz neben balsamischen Noten. Sehr harmonisch am Gaumen, mit seidigen Tanninen – ein wahrer Connaisseur-Wein italienischer Winzerkunst.

Frisch und saftig, vielschichtig und langlebig – harmonisch am Gaumen, mit seidigen Tanninen.

Schon jetzt zugänglich nach kräftigem Dekantieren, mit großem Reifepotenzial über 20+ Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Bistecca alla Fiorentina und geschmortem Rind, zu Wild und Lamm, zu Pasta mit Fleischsugo sowie zu gereiftem Pecorino.


Lage: Toscana IGT, Radda in Chianti (Toskana, Italien); hochgelegene Alberese-/Galestro-Böden (~350–450 m); älteste Parzellen, ab 1968
Klassifikation: Toscana IGT, 100 % Sangiovese (trocken)
Ausbau: Gärung im Betontank, 2 Jahre Holz (ein Jahr Allier-Barrique, ein Jahr großes slawonisches Fass), unfiltriert

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Rebsorten

Domaine Denis Mortet Marsannay Les Longeroies 2023

Rotwein · Marsannay · Pinot Noir

Pinot Noir Marsannay AOC Les Longeroies · 1,10 ha Reben ~50 Jahre · 7.000 Flaschen 2023

Der Marsannay Les Longeroies 2023 von Denis Mortet ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der besten Lagen von Marsannay. Die südausgerichtete Parzelle gibt dem Wein eine geschmeidige Textur mit bereits gut eingebundenen Tanninen – zugänglich und schnell zu öffnen, mit klarer Terroir-Prägung.


Les Longeroies – Südhang in Marsannay

Les Longeroies ist nach Süden ausgerichtet und zieht sich den Hang entlang. Hier liegen reichlich kalkhaltige Schuttablagerungen auf tiefgründigen Böden – ein Terroir, das sich klar im Glas widerspiegelt und für Ausdruck und Komplexität sorgt. Die Parzelle umfasst 1,10 Hektar mit rund 50 Jahre alten Reben.

Marsannay ist die nördlichste Appellation der Côte de Nuits, das „Goldene Tor" südlich von Dijon, und die einzige Dorf-Appellation der Region für Rot, Weiß und Rosé. Die Rotweine zeigen einen eleganten, fruchtbetonten Stil. Die Domaine Denis Mortet zählt zu den Spitzenadressen von Gevrey-Chambertin.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April. Häufige Niederschläge im April und Anfang Mai hielten den Mehltaudruck hoch; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, von rund 50 Jahre alten Reben. Gesamtproduktion: 7.000 Flaschen.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – auf einen klaren Lagen- und Fruchtausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Klare, frische Frucht, die sich auf der Zunge entfaltet. Die Textur ist geschmeidig dank bereits gut eingebundener Tannine. Ein ausdrucksstarker, komplexer Wein, der sich schnell öffnet und die Essenz seiner Lage einfängt.

Geschmeidige Textur und gut eingebundene Tannine – ein zugänglicher Marsannay mit klarer Terroir-Prägung.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Charcuterie, Gerichte mit Pilzen, Kalb, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein vielseitiger Begleiter für die feine Küche.


Lage: Les Longeroies (Lieu-dit), Marsannay (nördliche Côte de Nuits); Südhang, kalkhaltiger Schutt auf tiefem Boden, 1,10 ha, Reben ~50 Jahre
Klassifikation: Marsannay AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Weine

Metzger Rosé Zéro

Der Metzger Rosé Zéro „Berrig“ ist für die Abende, an denen du keinen Alkohol trinkst, aber auf Geschmack nicht verzichten willst: ein entalkoholisierter Rosé aus der Pfalz, saftig und beerig.

Im Glas

Helles Rosa. In Nase und Mund rote Beeren, saftig und frisch. Die Restsüße macht ihn weich und rund. „Berrig“ ist übrigens Pfälzisch und heißt so viel wie richtig lecker. Ein Rosé ohne Promille, der trotzdem nach Wein schmeckt.

Mach was draus

Sommersalat mit Erdbeeren und Feta, Gemüse vom Grill oder Hähnchenspieße, ein Picknick im Park. Mit Sodawasser und Eis wird daraus ein alkoholfreier Spritz. Er passt auch zum Brunch mit Freunden, wenn nicht alle Alkohol trinken wollen. Servier ihn bei 6 bis 8 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Ich mache daraus gern einen alkoholfreien Aperitif: Rosé Zéro, Sodawasser und viel Eis. Pur und gut gekühlt schmeckt er aber genauso.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Ist er wirklich alkoholfrei? Ja, er liegt unter 0,5 % vol. Zuerst entsteht ein normaler Rosé, aus dem anschließend behutsam der Alkohol entfernt wird.

Wie süß ist er? Feinherb: Der Steckbrief nennt 5,2 g Zucker pro 100 ml. Er schmeckt fruchtig-rund und gar nicht nach Verzicht.

Rosé, entalkoholisiert · feinherb · Pfalz · Weingut Metzger, Grünstadt-Asselheim · Stand: Oktober 2026

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Spanien

Fernandez de Pierola Reserva 2015 tinto

Wein · Rotwein · Rioja · Spanien

Fernández de Piérola Reserva 2015 ist ein über 24 Monate klassisch im kleinen Eichenholz-Barrique ausgebauter Reserva aus der Rioja Alavesa. Die Farbe schimmert klar durch die Glaswand; der Duft erinnert an Tannenzapfen, Waldboden, Pilze und dunkle Kirschen, dazu leichte Bourbon-Vanille-Noten. Ein eleganter, zeitloser Wein.


Rioja Alavesa

Der Wein stammt aus der Rioja Alavesa, einer für ihre eleganten, klassisch ausgebauten Rotweine bekannten Zone der Rioja. Bodega Fernández de Piérola setzt bewusst auf einen vornehmen, zeitlosen Stil, der jeder Modeerscheinung trotzt. Tempranillo ist die Leitsorte der Region.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Tempranillo. Als Reserva reift der Wein über 24 Monate im kleinen Eichenholz-Barrique, ergänzt um eine längere Flaschenreife. Der klassische Ausbau verleiht ihm Reife, Komplexität und feine Würze. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Klares, helles Kirschrot mit Reifetönen. In der Nase Tannenzapfen, Waldboden, Pilze und dunkle Kirschen mit leichter Bourbon-Vanille. Am Gaumen kommen rote und dunkle Beeren sowie Schokolade hinzu; elegant und vielschichtig, mit seidigen Tanninen, frischer Säure und langem, vornehmem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein klassischer Begleiter zur kräftigen Küche.

Passt zu: Lamm, gegrilltem und geschmortem Fleisch, Wild, Eintöpfen und reifem Hartkäse.


Lage: Rioja Alavesa (Spanien); Bodega Fernández de Piérola
Klassifikation: Rioja Reserva – 100 % Tempranillo, trocken
Ausbau: über 24 Monate im Barrique, anschließend Flaschenreife
Jahrgang: 2015

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