Bedeutungsschwanger: Die Namen der Lagen

Über den Ursprung der Namen der deutschen Weinbergslagen

Beim Stöbern am Weinregal schon mal verblüfft das Etikett einige Zentimeter näher an die Augen gehalten und nochmal gelesen? Dann haben Sie sicherlich gerade ein unerwartet günstiges Schnäppchen gemacht – was Ihnen gegönnt sei, aber leider nicht allzu häufig geschehen wird – oder aber Sie sind auf eine der vielen kuriosen Lagebezeichnungen innerhalb des deutschen Weinbaus gestoßen. Und das dürfte wesentlich öfter passieren, denn von den rund 2600 Einzellagen in Deutschland sind so einige wahre Namensexoten, das gilt besonders für Pfalz und Mosel.

Die Historie der Benennung der Weinlagen ist ein Stück deutscher Sprach- und Kulturgeschichte und in seiner Vielfalt ein wahrer Bilderbogen damaliger Machtverhältnisse und Überzeugungen.  Hierbei muss man allerdings unterscheiden zwischen tatsächlich historisch gewachsenen Bezeichnungen und solchen, die im 19. Jahrhundert zum Zweck der Eigenwerbung erdacht wurden. Erst vor etwa 200 Jahren etablierte sich nämlich die Abfüllung des Weines in schlanke, handliche Glasflaschen, vorher verwendete man meist Fässer. Dadurch eröffnete sich für Winzer und Händler die Möglichkeit, möglichst wohlklingende Benennungen zu erfinden – Kommerz eben, der uns leider nicht viele erzählenswerte Geschichten überliefert. 

Viele der „alten“ Namen hingegen stammen aus der Volkssprache und sind dementsprechend dialektal gefärbt oder über die Jahrhunderte so verschliffen worden, das sich der Gehalt nur noch erahnen lässt: etwa der schon bei Napoleon beliebte Brauneberger „Juffer“ an der Mosel. Denn eigentlich müsste es eher „die Juffer“ heißen, bezieht sich das Wort doch auf jene drei Töchter des kurpfälzischen Kammerherrn Wunderlich, die als Unverheiratete, ergo Jungfern, durch ein Erbe in den Besitz der Lage kamen. Andere bilden die Besiedlungsgeschichte eines Ortes ab und weisen vor allem darauf hin, durch wen der Weinbau gegen Ende des 1. Jahrhunderts in deutsche Lande gelangte. Diesseits des Limes erinnern etwa der „Römerlay“ im Ruwertal oder der „Römergarten“ bei Briedern an die Ahnherren der Mosterzeugung. Die Römer brachten jedoch nicht nur die Kunst der Traubenzucht ins kalte Germanien – die römische Kirche fasste im Frühmittelalter nach und nach Fuß und mit ihr immer mehr Klöster, die große Gebiete unter ihren Einfluss brachten. Der Großteil der deutschen Lagen hat deswegen auch einen meist recht naheliegenden Bezug zum Christentum, „Klosterstücke“, „Jesuitengärten“, „Kirchenpfade“ oder „Abtsberge“ gibt es deutschlandweit zuhauf. Machen wir uns also auf die Suche nach etwas Außergewöhnlicherem, etwa in Lorchhausen. Für den sofortigen Eingang der Trinkerseele in das Himmelreich sorgt der Konsum eines von dort stammenden „Seligmachers“ wahrscheinlich nicht. Er hat eher etwas mit den Pflanzen zu tun, die dort damals an den Mauern wuchsen: die durch ihre weichen Kätzchen als Palmsonntagsschmuck beliebten Sal-Weiden standen in mittelhochdeutscher Zeit Pate für die Namensgebung. Diese wurden damals als „salhe“ bezeichnet, das durch sie begrenzte Gebiet war lateinisch gesprochen eine „maceria“, eine Einfriedung.

Einen umgekehrt nicht vermuteten, aber tatsächlichen religiösen Hintergrund birgt die Trittenheimer „Apotheke“. Diese Mosellage hat nämlich nichts mit Gesundheit zu tun und auch wenn ein guter Wein aufs wolkige Gemüt oft wie ein Medikament zu wirken vermag, rührt der Name vielmehr daher, dass in früheren Zeiten ein Abt aus dem 30 Kilometer entfernten Trier hier seine Besitzungen hatte, die Lage war somit „aptig“, was der im örtlichen Dialekt so bezeichneten „Apdikt“, der Apotheke, zum Verwechseln nahe kommt. 

Wer statt trockener Herleitungen lieber eine Geschichte erzählt bekommen möchte, sollte einen Stopp in Sasbachwalden im Schwarzwald machen. „Alde Gott“ heißt die örtliche Weinlage, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts wohl ähnlich brachlag wie die meisten anderen Teile der Landwirtschaft. Der Dreißigjährige Krieg hatte ganz Deutschland verheert, viele Ortschaften waren niedergebrannt, ihre Bewohner durch Krankheit, Hunger und Gewalt dahingerafft worden. Durch diese trostlose Gegend kam ein einsamer Wanderer, der seit Tagen keine Menschenseele zu Gesicht bekommen hatte. Plötzlich jedoch stand eine junge Frau am Wegesrand, woraufhin er im Freudentaumel ausrief: „De alde Gott lebt noch!“ Eingedenk dieses Zeichens wurde ein Bildstock mit ebenjenen Worten aufgestellt, die man später auf den angrenzenden Weinberg übertrug.

Hin und wieder trifft man jedoch auch auf ganz und gar nicht christliche Namen, etwa die „Hölle“ in Hochheim im Rheingau. Die Südlage, noch dazu früherer Besitz des Kölner Domkapitels und des Erzbistums Mainz, birgt aber in seinem Tonmergelboden nicht den Zugang zum Reich des Teufels, sondern lässt sich wieder einmal aus dem Mittelhochdeutschen herleiten, wo der Begriff „halda“ einen steilen Hang bezeichnete – gleiches gilt für den „Höllenberg“ in Assmannshausen. Der „Höllenpfad“ im pfälzischen Grünstadt hingegen verweist quasi auf das Gegenteil dessen, was vor dem inneren Auge entsteht: kein dunkler Weg in den feurigen Pfuhl, sondern schlicht und einfach ein „heller Pfad“. 

Einen weiteren großen Fundus liefern neben Römern und Katholizismus Tierbezeichnungen. Häufig verband man mit diesen dionysische Kulte, ein Relikt aus heidnischer Zeit, von dem man sich offenbar gute Ernten versprach. Mythologisch besonders aufgeladen ist die Ziege, was sich in Namen wie „Geispfad“ in Traben-Trarbach, der „Zickelgarten“ in Ockfen an der Saar und besonders in diversen Wortschöpfungen mit „Bock“ zeigt. Aber auch der Hase galt als Fruchtbarkeitssymbol und hielt des Öfteren als Namenspate her, etwa beim Neumagener „Häschen“ oder dem „Hasenläufer“ in Brauneberg. Ebenfalls an der Mosel, in Zell nämlich, erwartet uns die Großlage „Schwarze Katz“, die es ihrerseits aber noch nicht allzu lange gibt: ihre Vorgängerlagen „Petersborn“ und „Kapertchen“ wurden im 19. Jahrhundert nach dem Tier benannt, das der vor Ort gern und ausschweifend erzählten Begebenheit nach im Jahre 1863 einen Disput zwischen drei Aachener Weinhändlern entschied. Diese konnten sich spätabends nach einer ausgedehnten Probe nicht auf eines von drei Fässern festlegen und diskutierten wild herum, als plötzlich die schwarze Katze des Hausbesitzers erschien und sich buckelnd just auf das Fass setzte, aus dem sich die Männer gerade noch ein Gläschen genehmigen wollten. Zum Erstaunen selbiger verteidigte sie den Tropfen durch Fauchen und Kratzen aufs Äußerste, was die Händler darauf schließen ließ, dass es sich hierbei ohne Zweifel um den besten Wein handeln müsse. Sie kauften also den gesamten Bestand auf und vertrieben ihn zurück in der Heimat unter dem Namen des Stubentigers, der sie unfreiwillig so gut beraten hatte.

Ähnlich populär ist ein anderes Tier in einem kleinen Ort an der pfälzischen Weinstraße: die Mußbacher „Eselshaut“ entstand wohl dadurch, dass auf der Fläche, auf der heute die Reben stehen, früher einmal Heu gemäht wurde – dieser Vorgang heißt im Mittelhochdeutschen „houwet“. Und da jenes Heu offenbar für die in nahen Stallungen gehaltenen kleinen Verwandten des Pferdes bestimmt war, haben wir es mit einer Esels-Heuernte als Ursprung zu tun. 

Beim „Saumagen“ in Kallstadt hingegen müssen wir nicht allzu lang in der Sprachwissenschaft umherirren, um zum Ursprung zu gelangen: die Parzelle hat, so wird sicher irgendwann einmal jemanden beim Blick auf eine Karte der Region aufgefallen sein, schlicht sackartige Umrisse und gemahnte daher wohl an die pfälzische Spezialität. Einen ebenso trivialen Ursprung hat übrigens die Oberbergener „Baßgeige“ am Kaiserstuhl.

Oft tauchen neben Haus- und Nutztieren auch durchaus seltsame Fabelwesen auf: die „Meerspinne“ in Gimmeldingen etwa. Mitnichten ist aber ein achtbeiniges Monster der Nordsee entstiegen und hat sich dreist in der Pfalz niedergelassen, vielmehr ist die Hanglage schon immer relativ steil gewesen und erforderte aus diesem Grund in vorindustrieller Zeit ein weiteres Zugpferd. Aus dem Einspänner wurde so ein Mehrspänner und dieser im Dialekt der Gegend irgendwann einfach als Lagenbezeichnung übernommen. Eine alternative, aber leider deutlich trockenere Herleitung besagt, dass es sich lediglich um eine zusammengesetzte Ortsbeschreibung aus „mer“, was vor einigen Jahrhunderten ein Wasserloch meinte, und „wünne“ handelt, was wiederum für ein Weideland meint. Ein Weinberg am Wiesentümpel also. 

Eine der bekanntesten Lagen der Pfalz, das Forster „Ungeheuer“ lässt sich wohl genauso wenig auf eine blutrünstige mittelalterliche Sage zurückführen, sondern rührt wahrscheinlich daher, dass ein Beamter aus dem nahen Deidesheim im 17. Jahrhundert so hieß: Johann Adam Ungeheuer. Ebenso profan geht es beim Wachenheimer „Gerümpel“ zu: diese Lage ist nicht etwa besonders ungepflegt, sondern hatte in grauer Vorzeit lediglich Vorbesitzer, die sich Grympel nannten. 

Ob nun die „Goldgrube“ in Bockenheim (Pfalz) etwas damit zu tun hat, dass hier besonders hochpreisiger Wein angebaut wird, soll zum Schluss augenzwinkernd offengelassen werden, klar ist aber: zu einem guten Tropfen gibt es in Deutschland häufig genug eine interessante Anekdote über Land und Leute dazu, man muss zwischen zwei Gläschen nur mal nachfragen. Text: Dario Sellmeier

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Weine

Larmandier-Bernier Longitude Blanc de Blancs Premier Cru Extra Brut BIO

Der Larmandier-Bernier Longitude Premier Cru Extra Brut zieht eine Linie quer durch die Côte des Blancs: Chardonnay aus Vertus, ergänzt um Avize, Cramant und etwas Oger. Früher hieß er schlicht Blanc de Blancs, heute ist er das straffe Gegenstück zum runden Latitude.

Im Glas

Helles Gold, feine Perlen. Duft von Zitrone, Blüten und Kreide, ein wenig Gebäck. Im Mund lebendig, salzig und genau, deutlich straffer als Latitude. Ein langer Abgang.

Mach was draus

Austern, Sashimi, Muscheln, ein Ceviche oder ein junger Ziegenkäse. Er ist ein klassischer Aperitif-Champagner und begleitet auch den ersten Gang eines Menüs. Schön für einen Sommerabend, an dem es frisch und präzise sein soll. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Longitude ist für mich die Côte des Blancs auf einen Schluck. Probier ihn direkt neben Latitude – du wirst den Unterschied sofort merken.“

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Kurz gefragt

Woher kommen die Trauben? Knapp die Hälfte aus Vertus, der Rest vor allem aus Avize und Cramant, dazu etwas Oger.

Wie wird er ausgebaut? Spontan vergoren in Holzfässern und -tanks, ein Jahr auf der Feinhefe, mit rund 40 % fortlaufender Reserve. Danach mindestens zwei Jahre in der Flasche.

100 % Chardonnay · Vertus Premier Cru, dazu Avize, Cramant, Oger · Kreide · Spontangärung in Holzfässern und -tanks · ein Jahr Feinhefe · ca. 40 % fortlaufende Reserve seit 2004 · mind. 2 Jahre Flaschenreife · Extra Brut · Champagne Larmandier-Bernier, Vertus · Bio, FR-BIO-10 · Stand: Oktober 2026

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Spirituosen

Etxeko Patxarana Pacharan Navarro

Likör · Pacharán · Navarra · Spanien

Etxeko Patxarana Pacharan Navarro ist ein traditioneller Schlehenlikör aus Navarra. „Pacharan" (baskisch Patxaran) bedeutet „wilde Pflaume". Handverlesene Schlehenfrüchte werden sorgsam in Alkohol eingelegt und ergeben nach Monaten der Mazeration ein tiefdunkles Getränk mit süßen Schlehen und ätherischem Anis.


Navarra / Baskenland

Pacharán ist die traditionelle Likörspezialität Navarras und des Baskenlands im Norden Spaniens. Destilerías la Navarra stellt den Etxeko Patxarana nach überlieferter Art aus Schlehenfrüchten her.

Herstellung und Reifung

Für den Pacharán werden handverlesene Schlehenfrüchte in Alkohol eingelegt und über Monate mazeriert, zusammen mit Anis. So entsteht das tiefdunkle, süßlich-würzige Getränk mit seiner charakteristischen Anisnote.

Im Glas

Tiefdunkles Rot bis Braun. In der Nase und am Gaumen süße Schlehen und ätherischer Anis. Weich und aromatisch, mit der typisch fruchtig-würzigen Pacharán-Stilistik. Der Abgang ist lang.

Zum Genuss

Im Baskenland gerne als Digestif pur oder auf Eis getrunken, gut gekühlt.

Klassische Begleitung: als Digestif, pur oder auf Eis, zu Desserts und Gebäck.


Herkunft: Navarra (Spanien)
Art: Pacharán (Schlehenlikör)
Herstellung: Mazeration von Schlehen und Anis in Alkohol

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Portugal

Justino´s Madeira Fine Rich

Madeira · Likörwein · süß · Portugal

Justino's Madeira Fine Rich ist ein süßer Madeira aus Portugal – ein gespriteter Likörwein aus den Rebsorten Negra Mole und Complexa. Mit kraftvoller Süße, langem und kompaktem Abgang begleitet er Trockenkuchen, reifen Käse und verfeinert Saucen.


Madeira

Madeira liegt als subtropische Insel im Atlantik, rund 850 km vom portugiesischen Festland entfernt. Justino's Madeira zählt mit Wurzeln bis 1870 zu den ältesten und größten Madeira-Häusern der Insel.

Bereitung und Reifung

Aus Negra Mole und Complexa. Die Gärung wird durch Zugabe von Weindestillat gestoppt; bei der süßen Stilistik geschieht das früh, sodass eine kräftige Restsüße erhalten bleibt. Anschließend durchläuft der Wein die typische Estufagem (Erwärmung auf 45–50 °C) und reift drei Jahre im Eichenfass.

Im Glas

Dunkles Bernstein. In der Nase reife und getrocknete Früchte, Karamell und ein Hauch Kaffee. Am Gaumen kraftvoll und süß, vollmundig mit Anklängen von Toffee und Dörrobst, getragen von einer frischen Säure. Langer, kompakter Abgang.

Als Digestif

Leicht gekühlt bei 13–16 °C servieren – ein klassischer Begleiter zum Abschluss des Essens. In der Küche verfeinert er Saucen und Desserts.

Passt zu: Trockenkuchen, reifem Käse, Schokoladendesserts und Kaffeegebäck.


Lage: Madeira (Portugal)
Klassifikation: Madeira DOP – Fine Rich (süß, 3 Jahre)
Ausbau: Estufagem, 3 Jahre im Eichenfass

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Weine

Orimos Chardonnay 2024

Weißwein · Chardonnay · Languedoc · Frankreich

Fonjoya Orimos Chardonnay ist ein trockener Weißwein aus dem Languedoc in Südfrankreich. Reinsortiger Chardonnay von kalkhaltigen Tonböden – goldgelb, mit Aromen reifer Früchte, Zitrus und Blüten und einer feinen Röstnote, frisch und ausgewogen.


Saint-Saturnin-de-Lucian

Die Weinberge liegen bei Saint-Saturnin-de-Lucian im Hérault, an den Ausläufern der Séranne und des Mont Saint-Baudille, zwischen duftenden Olivenbäumen. Die Reben wurzeln auf kalkhaltigem Ton am Fuß der Kellerei Fonjoya.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay. Der Name „Orimos" stammt aus dem Griechischen und bedeutet Reife: Angestrebt wird ein optimales Gleichgewicht aus Säure und phenolischer Reife. Nur vollreife Trauben bilden die Basis – für einen harmonischen Wein, der sein Terroir widerspiegelt.

Im Glas

Schönes Goldgelb. In der Nase reife Früchte, Zitrus und blumige Noten. Am Gaumen frisch und ausgewogen, mit reifer Frucht und einer feinen Röstnote, die dem Wein Tiefe verleiht. Harmonischer Abgang.

Am Tisch

Bei 10–12 °C servieren. Ein vielseitiger, fruchtbetonter Chardonnay – solo oder zu leichter und mittelkräftiger Küche.

Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, cremige Pasta und mittelkräftiger Käse.


Lage: Hérault, Languedoc (Frankreich)
Klassifikation: IGP – Weißwein (trocken)
Ausbau: aus vollreifem Lesegut, mit feiner Röstnote

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Weine

Marguet Ambonnay Rosé 2020 Brut Nature BIO

Der Marguet Ambonnay Rosé 2020 Brut Nature ist kein Terrassen-Rosé, sondern einer für den Esstisch: würzig, druckvoll, aus der Grand-Cru-Gemeinde Ambonnay. Pinot Noir und Chardonnay, im Fass gereift und ohne Dosage abgefüllt.

Im Glas

Pfirsichrosa mit Lachsreflexen. In der Nase Walderdbeere, Blutorange und rote Äpfel, dann Zimt, Nelke und Zedernholz. Am Gaumen fast cremig, mit Erdbeere, Orangenzeste und einem leicht herben Schluss, der Lust aufs Essen macht. Das Holz merkst du nicht als Vanille, sondern als Struktur und Würze.

Mach was draus

Entenbrust mit Kirschen, Lachs vom Grill, Garnelen-Curry oder die Weihnachtsgans: Dieser Rosé mag Würze. Auch zu Rote-Bete-Carpaccio mit Ziegenkäse macht er eine gute Figur. Servier ihn bei 8 bis 10 °C in einem großen Glas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Mir gefällt er am besten zu würzigen Gerichten, Ente, Garnelen mit Chili, alles mit etwas Gewürz. Da spielt er seine Zimt- und Zedernnoten richtig aus.“

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Kurz gefragt

Woher kommt die Farbe? Aus der Assemblage: Pinot Noir und Chardonnay werden zusammengeführt, die roten Trauben geben den Pfirsichton.

Ist das ein Sommer-Rosé? Eher nicht. Mit Zimt- und Zedernnoten passt er besser zu Herbst- und Winterküche als zum Picknick.

Pinot Noir und Chardonnay · Ambonnay Grand Cru · Méthode Traditionnelle, Rosé d’Assemblage · Holzausbau · Brut Nature, 0 g/l Restzucker · Champagne Marguet, Ambonnay · Bio, FR-BIO-01 · Stand: Oktober 2026

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Schaumweine

Lointier Champagne Causica Blanc de Noirs Extra Brut 2020

Der Lointier Causica 2020 Extra Brut ist reiner Meunier von den ältesten Stöcken der Familie im westlichen Marnetal. Halb reifte er in Fässern aus Eichen vom eigenen Waldstück, halb in Tonamphoren. Ein Blanc de Noirs mit Frucht, Würze und straffer Linie.

Im Glas

Blasses Kupfergold, feine, beständige Perlen. Reifer Apfel, etwas Zitrus, Blüten, Gebäck und weißer Pfirsich, darunter eine rauchige Würze. Im Mund cremig und doch straff: Die erhaltene Apfelsäure gibt Zug, rote Beeren geben Saft. Lang und griffig im Abgang.

Mach was draus

Austern, Meeresfrüchte, gebratene Wachtel, eine Platte mit Wurst und Schinken oder ein Risotto mit Pilzen. Er ist ein charaktervoller Aperitif und ein guter Begleiter für ein Essen mit Freunden, bei dem man über den Wein reden will. Servier ihn bei 8 bis 10 °C im Weißweinglas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Causica 2020 zeigt, wie viel Frucht Meunier in einem warmen Jahr hat. Ohne Säureabbau bleibt er trotzdem herrlich frisch.“

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Kurz gefragt

Wie war der Jahrgang 2020? Warm und früh: Die Lese startete Mitte August, früher als je zuvor in der Champagne, und das Lesegut war weitgehend gesund.

Warum Amphore? Ton lässt ein wenig Sauerstoff an den Wein, ohne Holzaroma zu geben. Zusammen mit dem Fass ergibt das Textur ohne Holzgeschmack.

100 % Meunier · die ältesten Stöcke der Familie · Brasles im westlichen Marnetal, Ton und brauner Kalk · Jahrgang 2020 · 11 Monate: 50 % gebrauchtes Fass (eigener Wald), 50 % Amphore · ohne biologischen Säureabbau · ungeschönt, unfiltriert · mind. 22 Monate Hefelager · Extra Brut, 0,8 g/l Restzucker · Champagne Lointier, Crézancy · Stand: Oktober 2026

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Feinkost

Andres Verjus Traubenmost BIO

Feinkost · Verjus · aus unreifen Trauben

Verjus („grüner Saft") aus unreifen Trauben mild-säuerliches Würzmittel alkoholfrei · keine Fermentation Alternative zu Essig & Zitrone Weingut Andres · Deidesheim Pfalz BIO (DE-ÖKO-039)

Der Weingut Andres Verjus ist ein mild-säuerliches Würzmittel aus unreifen Trauben. Das Wort Verjus stammt aus dem Französischen („vert jus") und bedeutet „grüner Saft" – eine feine, natürliche Alternative zu Essig und Zitronensaft, die den Geschmack der Zutaten unterstreicht, ohne sie zu dominieren.


Was ist Verjus?

Verjus ist ein mild-säuerliches Würzmittel, das aus unreifen Trauben gewonnen wird. Bereits im Mittelalter fand er in der feinen Küche und als natürliche Zutat in der Medizin Verwendung. Heute erlebt Verjus eine Renaissance und wird zunehmend als vielseitige Alternative zu Essig und Zitronensaft geschätzt.

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Pfälzer Mittelhaardt biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Für diesen Verjus haben sie sich an die alte Tradition erinnert.

Herstellung

Die Herstellung beginnt mit der frühen Ernte von Trauben, die noch nicht ihren vollen Zuckergehalt erreicht haben. Diese werden schonend gepresst; der gewonnene Saft wird gefiltert und pasteurisiert, um seine Frische zu bewahren. Anders als Essig durchläuft Verjus keine Fermentation und behält so eine sanfte, natürliche Säure ohne stechende Essignoten. Je nach verwendeter Rebsorte reicht das Aroma von fruchtig-mild bis leicht herb und floral.

Im Geschmack

Das geschmackliche Profil zeichnet sich durch eine dezente Säure aus, die weicher und weniger intensiv ist als die von Essig oder Zitrone. Diese milde Frische macht den Verjus zu einer hervorragenden, wandelbaren Zutat, die feine Würze und Frucht beisteuert, ohne aufdringlich zu werden.

Eine dezente, weiche Säure – milder und weniger stechend als Essig oder Zitrone: feine Frische und Frucht, die den Geschmack der Zutaten unterstreicht, ohne sie zu dominieren.

Vor Gebrauch gut schütteln; nach dem Öffnen gekühlt aufbewahren.

In der Küche

Besonders beliebt ist Verjus in Salatdressings, da er den Geschmack der Zutaten unterstreicht, ohne sie zu dominieren. In Saucen und Marinaden verleiht er Fisch, Geflügel oder Gemüse eine feine Würze und Frucht; auch zum Ablöschen von Bratenfonds oder zum Verfeinern von Süßspeisen eignet er sich hervorragend.

Wir sind richtig froh, dass sich das Deidesheimer Weingut Andres an die alte Verjus-Tradition erinnert hat. Aus unserer Küche ist dieser Verjus nicht mehr wegzudenken.


Produkt: Verjus (Traubenmost aus unreifen Trauben), alkoholfrei; mild-säuerliches Würzmittel
Herstellung: frühe Lese, schonend gepresst, gefiltert und pasteurisiert, ohne Fermentation; Weingut Andres, Deidesheim (Pfalz)
Hinweis: biologisch erzeugt (DE-ÖKO-039); gekühlt lagern; mindestens haltbar bis 31.12.2029

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Rebsorten

Domaine Bachelet Bourgogne Pinot Noir 2023

Rotwein · Bourgogne · Pinot Noir

Pinot Noir Bourgogne AOC 0,66 ha · Reben ~70 Jahre 2023 Côte de Nuits

Der Bourgogne Pinot Noir 2023 von Denis Bachelet zeigt, dass hinter einem „einfachen" Bourgogne keineswegs große Mengen stehen müssen. Nur 0,66 Hektar, bestockt mit Reben, die auf 70 Jahre zugehen: ein filigraner, komplexer und saftiger Pinot Noir, bei dem Erde, Frucht und Mineralität in feiner Balance nebeneinanderstehen.


Bourgogne aus alten Reben – Handschrift einer Top-Domaine

Bourgogne ist die regionale Appellation des Burgunds. Dieser Wein stammt aus einer nur 0,66 Hektar großen Parzelle, deren Rebstöcke auf rund 70 Jahre zugehen. Penible Pflege und sehr niedrige Erträge sorgen für Konzentration und Tiefe – weit über das übliche Niveau dieser Stufe hinaus.

Denis Bachelet führt in Gevrey-Chambertin eine kleine, traditionell arbeitende Domaine, die für Finesse und Klarheit bekannt ist. Diese Sorgfalt prägt auch den Bourgogne Rouge.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April. Häufige Niederschläge im April und Anfang Mai hielten den Mehltaudruck hoch; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, von fast 70 Jahre alten Reben bei sehr niedrigen Erträgen.

Nach der Lese vergärt der Wein und reift anschließend im Holzfass. Die Vinifikation folgt der traditionellen, auf Finesse ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

Feine, klare Frucht, getragen von einer filigranen, komplexen Struktur. Am Gaumen saftig und ernsthaft, mit erdigen und mineralischen Noten, feinem Tannin und frischer Säure.

Erde, Frucht und Mineralität nebeneinander – ein filigraner, ernsthafter Bourgogne weit über seiner Stufe.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Charcuterie, Brathähnchen und Geflügel, Ente, Gerichte mit Pilzen oder mittelreifer Weichkäse. Ein feiner Allrounder für die gehobene Alltagsküche.


Lage: Bourgogne (Côte de Nuits), 0,66-ha-Parzelle; Reben rund 70 Jahre
Klassifikation: Bourgogne AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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