Die Sinnfrage

Das Terroir und der Wein

Schon klar: selbst im Einsteigerkurs über das Präsentieren lernt man in der ersten Stunde: „Beginne NIE mit der Sinnfrage!“. Nur: das gilt für Menschen (m/w/d), für Bären gelten andere Regeln. Und deshalb: 

Warum trinken wir Wein? Die Antwort darauf ist kurz und knapp: Weil wir Terroir nun einmal nicht essen können. Trinken auch nicht. Puristisch an die Dinge herangehend, könnte der Text damit zu Ende sein, es ist schließlich alles gesagt.

Ein wenig ins Detail wollen wir aber dann doch brummen, da gibt es schon den einen oder anderen Aspekt, den man etwas erleuchten kann. Was unterscheidet, vom Alkoholgrad einmal abgesehen, Wein von Bier, Wein von Whisky? Schließlich wird man von allen drei Produkten betrunken, es kommt nur auf die Menge an. Nun: bei Wein, richtig gekeltert, spielt der Ursprung eine Rolle, die Produktsorte auch. Bier hingegen entsteht aus Hopfen, Gerste, Malz und Wasser, zumindest dann, wenn man das Reinheitsgebot ernst nimmt. Nun kann man behaupten, dass der Hopfen aus der Hallertau besser sei als Hopfen aus Jotwehdeh, so ganz sicher ist das indes nicht. Denn wenn dem so wäre würde der Hopfen von dort, da die Fläche nun einmal begrenzter ist als der Biedurst der Menschen (und Bären), für die besten (was immer das auch heißen mag) oder teuersten Biere genutzt. Dem ist aber nachweislich nicht so. Wenn man jahrelang durch Köln und Bonn geturnt ist, weiß man, dass es schlimmes Kölsch gibt, aber auch erträgliches und, in kleinem Umfang, sogar gutes. Das indes hängt wohl vor allem vom verwendeten Wasser ab, nicht jeder Brunnen liefert die gleiche Qualität. Die Gerste kommt von irgendwo, Gerstenanbau in Nippes oder Niehl habe ich nicht entdecken können. Und aus Kappes macht man kein Bier. Wenn man nun also will, dann kann man das Wasser als Terroirpunkt des Bieres betrachten. Man kann es aber auch sein lassen.

In Sachen Wein ist das anders, wir wissen schon, dass Cabernet Sauvignon je nach Region, Boden und Klima anders schmeckt. Und da es nun einmal mehrere hundert (¿tausende?) Rebsorten gibt, abgesehen von diversen Klonen, und noch einmal so viele Terroiridentitäten, ist klar, dass wir über verschiedene Dinge sprechen. Daher ist es auch kein Zufall, dass es keinen Anheuser-Busch Wein gibt, keine der großen Lebensmittelproduzenten beschäftigt sich -derzeit- mit Wein, Bier indes haben einige im Programm, Wasser auch. Selbst Constellation Brands oder Kendall Jackson sind für sich gesehen zwar enorm groß, aber letztendlich doch nicht so bedeutend wie die großen industriellen Biermarken.

Man kann darüber diskutieren, ob es einen Trend in diese Richtung gibt. Ein schleichender Trend zumindest ist zu beobachten. Früher, als Vieles anders, aber längst nicht Alles besser war, tranken vor allem Einheimische Lage, nicht Rebsorte, Weingut auch nicht unbedingt. In Randersacker bestellten lokale Folks einen Sonnenberg, einen Marsberg, und dann erst, wenn überhaupt, einen Riesling oder einen Silvaner. Der Bacchus war und ist für die Touris da … 

In größeren Märkten oder aber in anderen Regionen ist das anders. Man trinkt Merlot (auch wenn manche dann aus dem Raum gehen), man trinkt aber vor allem Chardonnay oder Cabernet; und das vor allem in den USA. Ein klarer Unterschied zwischen Weineuropa und Weinamerika: auf der anderen Seite des Teiches war die exakte Herkunft eigentlich nie ein Thema. Selbst die teuren Weine werden vor allem über den Markennamen und den Namen des Weingutes vertickert, auch wenn es sich oftmals um Lagenweine handelt. Und wenn da Lagennamen auf dem Etikett prangern, dann ist das eher der spanische Stil: jeder hat seines. Es gibt nur wenige Regionen Spaniens, Bierzo ist vielleicht die fortschrittlichste (aber nur in dieser Hinsicht), in der es Weine der gleichen Lage gibt, gekeltert in verschiedenen  Bodegas. Clos Vougeot und Konsorten sind auf der Iberischen Halbinsel eher weniger präsent. Dazu kommt natürlich ein zweiter Faktor: eine Lage stabilisiert den Preis, gelegentlich auch auf relativ hohem Niveau. Le Montrachet umfasst nun einmal acht Hektar, je vier in Puligny und in Chassagne; Chardonnay kann man im Prinzip in unbeschränkter Menge anbauen.

Der zweite Punkt betrifft die Weingüter. Und dieser Punkt bringt dann schon einmal Kapriolen auf den Tisch, immer so alle zehn Jahre ist da Ausnahmezustand. Meistens machen die Weingüter Unsinn, weil man so in der Presse besser präsent ist. Albariñofass in den Atlantik werfen ist natürlich das Paradebeispiel, aber da gibt es eine ganze Reihe von Beispielen.

Aktuell leben wir in der Phase, in der sich manche Bodegas in eine Art Traubenverquirlzirkus verwandeln oder gleich als solcher starten. Man will dem Konsumenten zeigen, was man mit Trauben so alles anstellen kann. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Ein durchaus nicht wenig berühmtes Weingut aus Frankreich vermischt Trauben aus dem Jura mit Trauben aus dem Elsass. Kann man natürlich machen, ist komplett legal, wenn auch kompletter Shullbit. Natürlich kann man einen Tempranillo aus einer kühlen Ecke der Rioja in Amphoren abkühlen, nett, aber nicht wirklich sinnstiftend. Ganz besonders sind all die Versuche, die sich mit dem Herumspielen an Verdejo beschäftigen. Oxidieren, mit Rappen pressen, lange maischen lassen, nicht entschlammen, super-spät lesen, und dann noch diverse Spielchen mit Amphoren oder Barricas. Kann man alles machen, soll man auch. Aber halt nur als Ergänzung; neunzig Prozent der Produktion sollten sich schon mit dem wirklichen Thema beschäftigen: das Herausarbeiten des Terroir. Wenn dann in dem einen oder anderen Weingut die Nebensache zur Hauptsache, gar zur (Er)Schaffung des Seins dient, dann ist das kein Weingut, sondern ein Traubenzirkus. 

Im Hintergrund steht ja immer die Frage: „Worin unterscheiden sich ein normales Weingut aus dem Burgund von einem großen Weingut aus dem Burgund?“ Nun, beide machen das gleiche, das große Weingut macht es aber wesentlich besser. Oder: Angela Merkel bemerkte einmal, als es um Essen ging, dass sie Kartoffeln bevorzuge, die nicht nur wie Kartoffeln schmecken, sondern auch wie Kartoffeln aussehen. Oui, Madame, Usted tiene toda la razón.

In einem Weingut im Norden von Cebreros gab es zehn Weine zu verkosten. Ein jeder schmeckte total anders, ein jeder war unterschiedlich fabriziert, eine wie auch immer geartete Stilistik der Bodega war nirgends zu erkennen. Noch einmal: das ist komplett legal und, auf gut frenggisch: fer den, der’sch moch, isch et es heggs’de. Ärgerlich wird es allenfalls dann, wenn man sich nicht nur mit fremden Federn schmückt, sondern fremde Federn verunstaltet. Natürlich kann man Rufete in der Sierra de Francia kaufen, das machen diverse Weingüter, selbst welche aus der Nachbarregion Rioja. Aber dann hergehen und sagen, dass der irgendwie entstandene Weine seine Interpretation von Rufete aus der Sierra de Francia sei, das ist dann schon ein heikles Thema.
Aktuell beginnt dieser Traubentanz (mal wieder) in Bierzo, es scheint langweilig zu sein, klassische Mencías gehobener Qualität zu keltern. Das Herausarbeiten von Terroirunterschieden ist natürlich komplizierter als das Hinklatschen von irgendwelchen Effekten (eine Amphorensteuer sollte man gleich nach einer QR-Code-Steuer einführen). Natürlich ist es mühsam, sich mit klassischen, gut gemachten Weinen einen Markt zu schaffen, drei Generationen dauert das schon. Mit Tiefkühlamphoren oder im Mai gelesenen Trauben ist man schneller in der Presse, aber wahrscheinlich auch früher tot (als Unternehmen oder Marke). Die ersten Anbieter von „Orange Weinen“ sehen sich schon einer stark sinkenden Nachfrage gegenüber. Und das ist auch gut so. Ein im Kulinarischen durchaus erfahrener Weinhändler aus Berlin bemerkte einmal, dass ein Koch, der sich an das Spektakel heranwerfe, doch erst einmal lernen solle, eine Entenbrust korrekt zuzubereiten. In der Welt der Weine ist das nicht viel anders. Viele, die meinen, mit Extremweinen gut ankommen zu können, sind schlicht und ergreifend nicht in der Lage, das Terroir einer jeden Parzelle gut schmeckbar herauszuarbeiten. Text: El oso alemán

Blog per E-Mail abonnieren

Keine Beiträge mehr verpassen.

Entdecke unsere Weine

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Pupitre Cava brut Magnum

Der Pupitre Brut Gold zeigt sich in einem leuchtenden Strohgelb mit zarten grünlichen Reflexen und einer feinen Perlage. In der Nase entfalten sich elegante Aromen von weißen Blüten, reifen Früchten und einem Hauch frischer Zitrusnoten. Am Gaumen präsentiert sich dieser Cava klar, frisch und ausgewogen. Seine feine Perlage verbindet sich harmonisch mit einer sanften Fruchtigkeit und einer dezenten Hefenote. Der Nachhall ist rund und lang und erinnert an weiße Früchte und feine Zitruszesten. Dieser Cava eignet sich hervorragend als frischer Aperitif, begleitet aber auch leichte Vorspeisen und feine Desserts mit müheloser Eleganz. Besonders an sonnigen Tagen entfaltet er seinen vollen Charme und sorgt für Momente purer Lebensfreude. Top- Preis Leistungsverhältnis! In der 1,50 Liter Magnum Flasche.

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Richard Östreicher Spätburgunder Rosen 2022 BIO

Rotwein · Franken · Pinot Noir (Spätburgunder)

Pinot Noir Franken Sommerach · Rosen burgundische Klone Muschelkalk Pièce (228 l) Bio (Naturland) 2022

Der Richard Östreicher Spätburgunder Rosen 2022 ist ein heller, sinnlich-eleganter Bio-Pinot aus der Muschelkalk-Gewanne Rosen – von burgundischen Klonen, mit dezenten Veilchen, Walderdbeeren, viel Erde und straffem Gerbstoff. Elegant, vibrierend, lang und tief.


Rosen – die „rote Diva" auf Muschelkalk

Das kleine, feine Bio-Gut von Richard Östreicher und Kerstin Richter-Östreicher in Sommerach (Franken) zählt zu den spannendsten Adressen für deutschen Pinot Noir. Jeder Wein reflektiert das spezielle Terroir der Weingärten, insbesondere die Muschelkalkböden, die ihm seinen unverkennbaren Charakter verleihen. Im Jahrgang 2022 haben die beiden noch einmal eine qualitative Schippe draufgelegt.

Am Ufer des Altmains liegt die alte Gewanne „Rosen" mit ihrem Muschelkalkgesteinsboden und wasserdurchlässiger Sandauflage. Kleine, lockerbeerige Pinot-Noir-Trauben sind das Geheimnis dieser kleinen Parzelle in der Lage Sommeracher Katzenkopf. Die Ursprungsklone der Reben stammen aus dem Burgund – und das, was Richard Östreicher daraus im Keller zaubert, grenzt an Magie.

Jahrgang 2022 – Franken

2022 gilt als außergewöhnliches Jahr für den Pinot Noir, die „rote Diva", die für ihre Eleganz, Tiefgründigkeit und hohe Qualität weltweit geschätzt wird. Der Jahrgang bot optimale Bedingungen für die Pinots der Östreichers: Jeder Wein zeigt seinen einzigartigen Ausdruck – ob aus dem traditionsreichen Weinberg Hallburg oder den Parzellen Rosen und Katzenkopf. Elegant, vibrierend, lang, tief und sinnlich gehören diese Pinot Noirs zu den besten ihrer Art.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir (Spätburgunder) aus dem Jahrgang 2022, trocken.

Der sorgfältige Ausbau in Pièces, den 228-Liter-Eichenfässern aus dem Burgund, trägt zur außergewöhnlichen Balance bei und verleiht dem Wein zusätzliche Tiefe und Struktur. Die Handschrift des weinverrückten Ehepaars ist in jedem Schluck spürbar – von der sorgfältigen Pflege der Reben bis zur präzisen Verarbeitung der Trauben. Biologischer Anbau (Naturland), DE-ÖKO-006.

Im Glas

Sinnlichkeit und pure Eleganz bei gleichzeitig sehr heller Farbgebung sind die Markenzeichen des Rosen. Dezente Veilchen, Walderdbeeren, jede Menge Erde und noch straffe Gerbstoffe prägen ihn; Länge und Tiefe sind seine Hauptattribute. Keine Süße, total ungeschminkt – ein Pinot Noir von unverwechselbar fränkischem Charakter.

Sinnlichkeit, pure Eleganz, helle Farbe – Länge und Tiefe, total ungeschminkt.

Schon jetzt ausdrucksstark, mit großem Reifepotenzial; profitiert vom Dekantieren. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Wild und Wildgeflügel (Reh, Ente, Taube), zu Kalb und Lamm, zu Gerichten mit Pilzen sowie zu mittelreifem Weichkäse.


Lage: Franken, Sommerach, Gewanne Rosen (Lage Sommeracher Katzenkopf, Deutschland); Muschelkalk mit wasserdurchlässiger Sandauflage; burgundische Klone
Klassifikation: Franken, Pinot Noir (Spätburgunder), trocken
Ausbau: Pinot Noir; Ausbau in Pièces (228-l-Eichenfässer aus dem Burgund); biologisch (Naturland), DE-ÖKO-006

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Rebsorten

Noon Reserve Cabernet Sauvignon 2015

Rotwein · Langhorne Creek · Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon Langhorne Creek Reserve Main Road · Fruit Trees Block Drew Noon MW 2015

Der Noon Reserve Cabernet Sauvignon 2015 ist die kultige Cabernet-Spitze des Hauses – ein reinsortiger Cabernet aus Langhorne Creek, vollmundig und von schöner Reinheit, sehr ausgewogen und nahezu samtig in der Textur, mit festem Tannin im langen Finale.


Noon – Kult aus McLaren Vale

Noon ist ein winziges Kult-Weingut in McLaren Vale, das Drew Noon – einer der wenigen Masters of Wine Australiens – 1996 von seinen Eltern übernahm. Sein Ansatz ist konsequent old school: Handlese, Gärung in offenen Bottichen, Korbpresse und minimaler Eingriff im Keller. Zu jeder Ernte gibt Drew klar an, was „Mother Nature" ihm beschert hat.

Während der Eclipse von den estate-eigenen Grenache-Reben in McLaren Vale stammt, kommen die Trauben für die Reserve-Weine aus dem etwas südlicher gelegenen Langhorne Creek. Der Reserve Cabernet Sauvignon 2015 ist zu 100 % aus Cabernet Sauvignon der Blocks Main Road und Fruit Trees erzeugt – eine Region, die für ihre weichen, vollmundigen und ausgewogenen Cabernets bekannt ist.

Jahrgang 2015 – Langhorne Creek

Drew Noon zum 2015er: „Erzeugt aus 100 % Langhorne-Creek-Cabernet-Sauvignon von den Blocks Main Road und Fruit Trees. Der Wein hat wunderbare Aromen von süßer roter Beere und Zeder, dazu erdig-mineralische Noten. Er zaubert mir schon in Erwartung der Verkostung ein Lächeln ins Gesicht – und der Gaumen löst dieses Versprechen ein: vollmundig, mit schöner Reinheit der Aromen. Ein sehr geschlossener, gut ausbalancierter Wein, in der Textur beinahe samtig. Ein schönes, festes Tannin macht sich im langen Finale und Nachhall bemerkbar." (Verkostungsnotiz: Drew Noon.)

Ausbau

Reinsortiger Cabernet Sauvignon aus dem Jahrgang 2015, trocken.

Handlese, schonende Vinifikation und Reife in Holzfässern im minimal-invasiven Stil des Hauses. Der Ausbau stellt die Reinheit der Frucht und die feste, reife Tanninstruktur des Cabernet in den Mittelpunkt, ohne sie mit Holz zu überlagern.

Im Glas

Wunderbare Aromen von süßer roter Beere und Zeder, ergänzt um erdig-mineralische Noten. Am Gaumen vollmundig, mit schöner Reinheit der Aromen – ein sehr geschlossener, gut ausbalancierter Wein von beinahe samtiger Textur. Ein festes Tannin macht sich im langen Finale und Nachhall bemerkbar.

Vollmundig und von schöner Reinheit – geschlossen, ausbalanciert, beinahe samtig.

Schon jetzt ein Genuss, etwa zu gegrilltem Lamm, lässt sich aber gut zehn Jahre und länger lagern; profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu char-gegrilltem Lamm, zu rotem Fleisch und Steak, zu Wild sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Langhorne Creek (South Australia, Australien); Blocks Main Road und Fruit Trees
Klassifikation: Langhorne Creek, Cabernet Sauvignon (Reserve), trocken
Ausbau: 100 % Cabernet Sauvignon; Handlese, Reife in Holzfässern, minimal-invasiv

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Frankreich

Jean-Marie Fourrier Chambertin Clos de Beze Grand Cru 2015

Rotwein · Chambertin Clos de Bèze Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambertin Clos de Bèze · Grand Cru Gevrey-Chambertin Jean-Marie Fourrier (Négoce) · ~20% neues Holz 2015

Der Chambertin Clos de Bèze Grand Cru 2015 von Jean-Marie Fourrier ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einem der größten Grand Crus des Burgunds. Tief, kraftvoll und zugleich elegant, mit reifer dunkler Frucht und samtigem, festem Tannin – aus dem großen, sonnenreichen Jahrgang 2015.


Chambertin Clos de Bèze – Spitze von Gevrey

Chambertin-Clos de Bèze erstreckt sich über rund 15 Hektar am oberen Mittelhang von Gevrey-Chambertin und steht – gemeinsam mit Le Chambertin – an der Spitze der Chambertin-Familie. Kalkstein und fossilreicher Ostrea-acuminata-Mergel prägen den Boden; die Lage bringt tiefe, kraftvolle und zugleich elegante, sehr lagerfähige Weine hervor und zählt zu den größten Grands Crus Burgunds.

Dieser Wein stammt aus dem Négociant-Label von Jean-Marie Fourrier (gegründet 2011), bei dem er Trauben aus erlesenen Lagen nach derselben Philosophie wie auf der Domaine ausbaut. Fourrier – geprägt von Henri Jayer und Domaine Drouhin – gilt als Maßstab für puristischen, terroirtreuen Gevrey.

Jahrgang 2015 – Côte de Nuits

2015 war ein warmer, trockener und sonnenreicher Jahrgang. Die Reben lieferten kleine, konzentrierte Beeren mit tiefer Farbe und reifem, samtigem Tannin.

Für die roten Burgunder steht 2015 für Tiefe, Fülle und reife Frucht bei guter Balance – ein großer, lagerfähiger Jahrgang, der die Kraft des Clos de Bèze prachtvoll trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2015.

Im Stil von Fourrier überwiegend entrappt (je nach Jahrgang mit etwas Ganztraube), mit Spontangärung und sanfter Extraktion. Der Ausbau erfolgt im Holzfass mit höchstens rund 20 % neuem Holz, ohne Abstich und oft mit Füllung direkt vom Fass – daher kann der Wein in der Jugend eine natürliche Kohlensäure zeigen und sollte dann dekantiert werden.

Im Glas

Tiefe, reife dunkle Frucht, ergänzt um florale Noten, feine Würze und eine erdig-mineralische Tiefe. Am Gaumen kraftvoll und vielschichtig, mit samtigem, zugleich festem Tannin und sehr langem Abgang.

Reife dunkle Frucht, florale Würze und erdige Tiefe über samtig-festem Tannin – ein großer Grand Cru für die lange Reife.

In der Jugend großzügig dekantieren; das Potenzial reicht über viele Jahre, oft Jahrzehnte. Bei 16 °C servieren.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den ganz großen Anlass.


Lage: Chambertin Clos de Bèze, Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); ~15 ha am oberen Mittelhang, Kalkstein/Ostrea-acuminata-Mergel
Klassifikation: Chambertin-Clos de Bèze Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir, überwiegend entrappt; ~20% neues Holz, ohne Abstich, natürliche Füllung (in der Jugend dekantieren)

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Willi Schäfer Graacher Himmelreich Riesling Spätlese 2025 Magnum

Weißwein · Graach (Mosel) · Riesling (Spätlese, fruchtsüß)

Riesling Graacher Himmelreich Spätlese · fruchtsüß Willi Schäfer VDP.Große Lage · Mittelmosel Blau- und Grauschiefer Steillage 45–65 % Magnum 1,5 l · 2025

Die Willi Schäfer Graacher Himmelreich Riesling Spätlese 2025 in der Magnum stammt aus einer Paradelage der Mittelmosel. Eine fruchtsüße Spätlese von filigraner Eleganz, aromatischer Tiefe und typischer Schiefermineralität.


Graacher Himmelreich – Paradelage der Mittelmosel

Das Weingut Willi Schäfer in Graach zählt zu den stillen Größen der Mittelmosel: kompromissloser Riesling von Schiefer aus drei herausragenden Lagen – Graacher Domprobst, Graacher Himmelreich und Wehlener Sonnenuhr.

Die VDP.Große Lage Graacher Himmelreich ist ein Paradebeispiel für das Potenzial der Mittelmosel-Rieslinge; teils stehen die Reben noch in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Die nach Süd-Südwest bis Südwest ausgerichteten Weinberge (110–260 m, 45–65 % Neigung) profitieren von der reflektierenden, wärmespeichernden Wirkung der Mosel und dem natürlichen Windschutz des Tals. Die Böden aus leicht erwärmbarem Blau- und Grauschiefer prägen die Mineralität; Wasseradern im Hang sichern eine kontinuierliche Versorgung der Reben. Der Name „Himmelreich" stammt vermutlich aus dem Keltischen und bedeutet „kleiner Hügel".

Jahrgang 2025 – Graach (Mosel)

2025 startete vielversprechend: milder Frühling, warmer Frühsommer und ein hochsommerlicher August brachten die Weinberge in prächtigen Zustand, vergleichbar mit 2018. Der September mit ergiebigen Regenfällen setzte das Leseteam unter Druck – penible Selektion am Stock entschied über alles. Am 6. Oktober 2025 war die Lese beendet, früher als je zuvor in der Geschichte des Weinguts. Das Ergebnis sind Weine mit Tiefgang, Schliff und klarer Schiefermineralität.

Herstellung und Ausbau

Fruchtsüße Riesling Spätlese aus dem Graacher Himmelreich, Jahrgang 2025; 100 % Riesling von Blau- und Grauschiefer. Abgefüllt in der 1,5-Liter-Magnum.

Nach penibler Selektion und Handlese wird der Wein traditionell im Stil des Guts vinifiziert, mit kühler Gärung, die die feine Restsüße und die lebendige Schiefersäure der Spätlese bewahrt. Das Magnum-Format begünstigt eine besonders langsame, harmonische Reife.

Im Glas

Eine filigrane, fruchtsüße Spätlese: reife gelbe Frucht, Pfirsich und Aprikose, dazu Zitrus, ein Hauch weißer Blüten und eine feine, salzig-mineralische Schieferader. Am Gaumen leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, die von einer lebendigen, klaren Mosel-Säure getragen wird, und einem langen, mineralisch-frischen Nachhall.

Reife gelbe Frucht, Pfirsich und Aprikose über Zitrus und weißen Blüten, mit feiner, salzig-mineralischer Schieferader – leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, getragen von lebendiger Mosel-Säure.

Eine filigrane, sehr langlebige Mosel-Spätlese; die Magnum reift besonders harmonisch. Bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Zu würziger asiatischer Küche, zu Currys, zu kräftigem und blauem Käse sowie zu Desserts mit Frucht; auch solo ein Genuss.


Lage: Graacher Himmelreich (VDP.Große Lage), Mittelmosel; Süd-Südwest- bis Südwest-Steillage, 45–65 % Neigung, 110–260 m; leicht erwärmbarer Blau- und Grauschiefer; teils Einzelpfahlerziehung
Klassifikation: Riesling Spätlese, Mosel (fruchtsüß); 100 % Riesling; 1,5-l-Magnum
Ausbau: penible Selektion, Handlese, kühle Gärung, traditioneller Ausbau im Stil des Guts

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Rebsorten

Reis Moselherz Rotwein fruchtig süss

Wein · Rotwein · Mosel · Deutschland

Reis Moselherz Rotwein ist eine milde, fruchtige Alternative zu oft schweren, gerbstofflastigen Rotweinen. Aromen von Brombeere, Johannisbeere und Kirsche werden von sanften Tanninen geerdet – ein leicht-fruchtiger Dornfelder von der Mosel.


Mosel

Das Weingut Achim Reis liegt an der Mosel, die vor allem für Weißweine bekannt ist. Dornfelder ist eine deutsche Rotweinsorte, die für tiefe Farbe und üppige, zugängliche Beerenfrucht steht – hier in einer milden, fruchtbetonten Interpretation.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Dornfelder. Der Ausbau stellt die fruchtsüße, weiche Stilistik in den Vordergrund, mit sanften Tanninen und einer fruchtigen Restsüße – eine unkomplizierte, milde Alternative zu kräftigen Rotweinen.

Im Glas

Sattes Rubinrot. In der Nase Brombeere, Johannisbeere und Kirsche. Am Gaumen weich und fruchtsüß, mit reifer Beerenfrucht, sanften Tanninen und mildem, harmonischem Abgang.

Am Tisch

Bei 14–16 °C servieren – ein unkomplizierter Wein zum Genießen, auch solo.

Passt zu: mildem Käse, Geflügel, leichten Fleischgerichten, herzhaftem Gebäck oder als geselliger Wein für sich.


Lage: Mosel (Deutschland); Weingut Achim Reis
Klassifikation: Mosel – 100 % Dornfelder
Ausbau: fruchtbetonter, milder Ausbau

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Rebsorten

Le Moine Volnay Clos des Chênes 1er Cru 2020

Rotwein · Volnay 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Volnay 1er Cru Clos des Chênes Côte de Beaune Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz · unfiltriert 2020

Der Lucien Le Moine Volnay Clos des Chênes 1er Cru 2020 stammt aus einem der bekanntesten Crus von Volnay – ein eleganter, fein strukturierter Pinot Noir mit heller Frucht, feinen Tanninen und lebendiger Säure. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Volnay Clos des Chênes – Eleganz am Mittelhang

Volnay bringt die elegantesten Rotweine der Côte de Beaune hervor – reine Pinot Noirs von kalkreichen Hängen zwischen Pommard und Meursault, bekannt für Finesse statt Kraft. Clos des Chênes zählt zu den bekanntesten und besten Premiers Crus der Appellation: helle Fruchtcharakteristik, feine Tannine, gute Säure und sehr viel Eleganz.

Die Lage liegt südlich des Dorfes Volnay an der Grenze zu Monthélie, benannt nach den Eichen („Chênes") an ihrem westlichen Rand. Am höheren Teil des Hangs Richtung Monthélie ist die Ausrichtung etwas südlicher – das gibt den Trauben Sonne und reiferen, sortentypischen Charakter, während kühle Brisen und Nächte die Reife verlangsamen und die Säure bewahren. Die Böden aus Kalkmergel und Ton mit felsigen Stellen und geringer Wasserversorgung sorgen für niedrige Erträge und konzentrierte Beeren.

Jahrgang 2020 – Côte de Beaune

2020 brachte an der Côte de Beaune reife, konzentrierte und zugleich frische Rotweine mit tiefer Frucht, feiner Säure und großer Energie. In einer strukturierten Lage wie Clos des Chênes ergibt das einen dichten, jugendlich-kraftvollen und zugleich eleganten Volnay mit großem Reifepotenzial – im texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, Volnay Clos des Chênes 1er Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Sehr kleine Stückzahl.

Im Glas

Vom höher gelegenen, kalkmergeligen Clos-des-Chênes-Hang lebt dieser Volnay: helle rote Frucht wie Himbeere und Kirsche, florale Nuancen und eine steinig-mineralische Würze. Aus dem reifen Jahrgang 2020 gewinnt er Dichte und Substanz, die das lange Vollhefelager und das neue Holz in eine seidige, vielschichtige Textur und feine Röstwürze einbinden. Am Gaumen kraftvoll und doch fein gezeichnet, mit feinem Tannin, lebendiger Säure und einer langen, mineralischen Linie.

Helle rote Frucht, florale und steinige Würze – seidig und elegant, mit feinem Tannin und langer, mineralischer Länge.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente und Geflügel, zu Reh und Lamm in feiner Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Weichkäse.


Lage: Volnay Clos des Chênes 1er Cru, Côte de Beaune (Burgund, Frankreich); höherer Mittelhang Richtung Monthélie, süd-/südöstliche Ausrichtung; Kalkmergel und Ton mit felsigen Stellen
Klassifikation: Premier Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Christian Ottenbreit Scheurebe O Baby Baby 2025

Weißwein · Franken · Winzerwein

100 % Scheurebe Deutscher Qualitätswein Obernbreit · Franken Spontangärung Edelstahltank

Die Scheurebe „O Baby Baby" 2025 ist der halbtrockene Weißwein von Christian Ottenbreit aus Obernbreit in Franken. Spontan vergoren und im Edelstahltank ausgebaut, behält die Scheurebe ihre klare Fruchtaromatik. In der Nase eine feine, elegante Fruchtfülle mit Mandarine und schwarzer Johannisbeere. Am Gaumen halbtrocken, mit mineralischer Würze, knackiger Säure und langem Nachhall.


Obernbreit – Maindreieck, Franken

Das Weingut Ottenbreit liegt in Obernbreit im fränkischen Maindreieck, auf kalk- und tongeprägten Böden. Das „O" steht für Ottenbreit und Obernbreit. Christian Ottenbreit lernte bei fränkischen Winzern sowie den Südtiroler Kellereien Manincor und Muri Gries, studierte Weinbautechnik und vinifiziert seit 2017 unter eigenem Etikett. Der Wein ist als Deutscher Qualitätswein eingestuft, Herkunft Franken.

Assemblage und Ausbau

Reinsortige Scheurebe, eine aromatische deutsche Rebsorte mit Riesling-Abstammung, bekannt für Noten von schwarzer Johannisbeere und Zitrus. Die Trauben werden spontan vergoren und im Edelstahltank ausgebaut, ohne Holz, was Frucht und Säurestruktur in den Vordergrund stellt. 

Im Glas

Leuchtende, strohgelbe Farbe. In der Nase eine feine, elegante Fruchtfülle mit Mandarine und schwarzer Johannisbeere. Am Gaumen deutlicher Druck, ohne opulent zu wirken, getragen von mineralischer Würze und halbtrockener Frucht. Die knackige Säure gibt Spannung, der Nachhall bleibt lang und würzig.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Spargel, asiatische Küche, Sushi, frischer Ziegenkäse und sommerliche Salate. Die würzige Aromatik und die halbtrockene Art passen auch zu leicht scharfen Gerichten. Trinkreif ab sofort, am besten jung in den nächsten ein bis zwei Jahren genießen, bis etwa 2027. Serviertemperatur 10–12 °C.


Lage Franken (Maindreieck)
Klassifikation Deutscher Qualitätswein
Ausbau Spontangärung, Edelstahltank
Inhalt 0,75 l · Schraubverschluss

Mehr erfahren ...