Das Anbaugebiet Nahe

Die Nahe

Als eines der kleinsten Weinbaugebiete in Deutschland erfährt die Nahe, ein linksseitiger, 120 Kilometer langer Nebenfluss des Rheins, oft weniger Aufmerksamkeit, als ihr eigentlich gebührt: die Weißweine, die hier vorwiegend kultiviert werden, sind aufgrund des ziemlich trockenen und warmen Klimas kräftiger als zum Beispiel an der Mosel, erhalten ihre ganz eigene Charakteristik aber besonders durch die Böden. Nirgendwo sonst in Deutschland sind diese auf engem Raum so vielfältig und wechseln sich so häufig ab, oft sogar alle paar hundert Meter innerhalb eines Ortes. Fast 200 verschiedene Varianten sollen auf den etwas mehr als 4000 Hektar Anbaufläche versammelt sein. Ob Schiefer und Quarzit an der unteren, Lehmerde, Rotschiefer und Löss an der mittleren oder Buntsandstein und Porphyr an der der oberen Nahe: die Edelsteinstadt Idar-Oberstein im Westen des Gebiets lässt es schon vermuten, der Boden ist extrem mineralienreich  – und davon profitieren besonders die Rieslinge. Positiv wirkt sich auch der im Bundesschnitt recht geringe Niederschlag aus, da der Hunsrück im Norden als natürliche Barriere gegen Regen, Wind und Hagel fungiert.

In der Frühen Neuzeit erstreckte sich, wie in vielen anderen Weinbaugebieten auch, die Anbaufläche noch wesentlich weiter in die für Reben eigentlich eher unwirtliche Umgebung hinein, zog sich dann aber in mehr oder weniger direkte Flussnähe zurück, da man sich nach verheerenden Kriegszerstörungen nur auf die besten Lagen fokussierte. Die Abgelegenheit mancher Güter brachte aber auch Vorteile: am Disibodenberg in Odernheim überdauerten einige Rebstöcke des heutzutage fast ausgestorbenen Weißen Orleans mindestens fünf Jahrhunderte und sind damit die ältesten erhaltenen Reben Deutschlands – vor Brandschatzung und Klimawandel geschützt vielleicht von der heiligen Hildegard von Bingen, die im Mittelalter ebendort ihre Werke verfasste.

Den Ritterschlag als eigenes Weinbaugebiet erhielt die Nahe erst 1971, und bis weit in die 90er hinein unterschied man stur nur zwischen den zwei Bereichen Schloßböckelheim und Kreuznach. Obwohl sicherlich gilt, dass am Unterlauf des Flusses eher klimatisch empfindlichere Reben, insbesondere Burgunder, gedeihen und alkoholischere, dafür säurearme Weine hervorbringen, während im kühleren Luftstrom der Mittelgebirge am Oberlauf die Trauben später reifen und daher reduzierte, präzise Rieslinge besser gelingen, verläuft die Unterscheidung jetzt nach sechs Großlagen, was der Komplexität des Terroirs zumindest etwas mehr gerecht wird.

Anders als an anderen Flüssen gibt es an der Nahe nur wenige Steillagen, die meisten Rebstöcke wachsen auf flachen oder nur sanft ansteigenden Hügellagen mit einer Neigung von selten mehr als 30 Grad. Steilere Lagen finden sich hauptsächlich bei Bad Münster und an den beiden größeren Nebenflüssen Glan und Alsenz, die zwar schon auf pfälzischem Gebiet verlaufen, aber dennoch der Nahe zugerechnet werden. Zu drei Vierteln wird Weißwein angebaut, und während noch Mitte der 90er Riesling und Müller-Thurgau jeweils 25 Prozent der Gesamtfläche in Beschlag nahmen, wurde der Anteil des Müller-Thurgaus halbiert, während der des Rieslings immer weiter anwuchs. Damit stiegen allgemein die Standards, um die es an der Nahe – trotz der seit der Römerzeit fast durchgehenden Bewirtschaftung – nicht immer gut bestellt war: bis ins 20. Jahrhundert hinein subsumierte man Rebensaft von dort schlicht unter dem Begriff „Rheinwein“ und exportierte ihn als Massenware in alle Welt. Einen ersten Versuch zur Verbesserung der Erzeugnisse unternahm der preußische Staat, der 1901 die Königliche Weinbaudomäne Schloßböckelheim-Niederhausen gründete, heute unter dem Namen Gut Hermannsberg bekannt. 1903 pflanzte man die ersten Rebstöcke auf den frisch angelegten Weinbergen, 1907 erfolgte die erste Lese. In der Folgezeit experimentierte man wild mit allen möglichen Arten von Schädlingsbekämpfung, Düngemitteln und Übersee-Gewächsen – dem preußischen Forschergeist an der Nahe verdankt das deutsche Weinwesen so bahnbrechende Innovationen wie die Aufbringung von Pflanzenschutzmitteln per Schlauchsystem, großflächige Beregnungsmöglichkeiten oder den Einsatz größerer landwirtschaftlicher Geräte im Weinberg per Seilwinde. Jahrgänge der 10er und 20er Jahre, die an Finesse und infolgedessen auch am Preis sogar Rheingau und Mosel in den Schatten stellten und die überdies bei vielen Staatsempfängen ausgeschenkt wurden, festigen das strahlende Image. Wie um sich für die Plünderungen der Weinkeller während der französischen Besatzung des Rheinlandes zu rächen, tranken Reichspräsident Hindenburg und Kölns Bürgermeister Adenauer nach deren Beendigung 1926 demonstrativ eine Flasche aus der Spitzenlage Kupfergrube. Auch Nachkriegspräsidenten wie Heuss und Heinemann griffen gern auf die edlen Tropfen zurück – dass sie auch der ehemaligen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner schmecken, darf angenommen werden, schließlich bewährte sie sich 1994 erst als Nahe-Weinkönigin, bevor sie ein Jahr später die Regentschaft über ganz Wein-Deutschland antrat.

An Lagen wie der Kupfergrube mangelte es der Nahe nie, die enormen Möglichkeiten wurden allerdings kaum ausgeschöpft. Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg brachen einige kompromisslos auf Qualität setzende Familienbetriebe die Dominanz der großen Kreuznacher Platzhirsche. Heute bilden sie als kleine, aber international höchst angesehene Gruppe einen nicht zu unterschätzenden Teil des Rückgrats der deutschen Rieslingwelt, interessant wegen ihrer Eleganz mit gleichzeitig kräftigem Nachdruck und ihres gigantischen Reife- und Lagerpotentials. Rangierte die Nahe in den 90ern preislich noch etwa gleichauf mit dem nach wie vor sehr preisgünstigen Rheinhessen, ist man heute (leider) kein Geheimtipp mehr und sich des eigenen Wertes mittlerweile (zum Glück) durchaus bewusst. Doch aufgrund der klimatischen Veränderungen wird es für den Riesling immer schwieriger, die zunehmende Wärme bekommt ihm oft nicht gut. Experimentierfreudige Jungwinzer setzen daher vermehrt auch auf kräftigere Rotweine wie Syrah und Merlot oder kultivieren exzellente Chardonnays.

Die größte Weinbaugemeinde an der Nahe und auch der Hauptort der ganzen Region ist die malerische Kurstadt Bad Kreuznach mit ihren Römerzeit-Relikten und den trutzigen Häuschen auf der Alten Nahebrücke. Kehrt man dort oder in einer der anderen Orte in Flussnähe ein, so werden einem gerade in traditionsbewussten Wirtschaften die Schoppenweine noch in Remischengläsern aufgetischt. Was der Bocksbeutel den Franken oder die Flöte den Rheingauern, ist dieses sehr schlichte Trinkgefäß mit 200 Millilitern Fassungsvermögen den Nahe-Bewohnern – ein lokales Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Um die Entstehung des Namens streiten sich die Sprachwissenschaftler: ob dieser nun daher rührt, dass das Maß Wein, das in alter Zeit die Mönche, im Anschluss an die harte Früharbeit, vor dem Mittagessen zu sich nehmen durften, als Remissorium bezeichnet wurde? Oder sich vom lateinischen „remittere“, also zurückschütten, herleiten lässt, weil der Winzer denjenigen Gästen, die keinen ganzen Schoppen trinken wollten, einfach die Hälfte davon vorsetzte, nachdem er die andere wieder ins Fass gekippt hatte? Oder sollten wir eine Herkunft aus dem Französischen in Betracht ziehen, wo la remise den Holzbau bezeichnet, in dem früher Wein gelagert wurde?

Während man sich dessen also noch unsicher ist, weiß man in Bad Sobernheim an der mittleren Nahe etwas anderes ganz bestimmt: dass Wein nicht nur bei innerlicher Anwendung Vorteile verspricht, sondern auch äußerlich durchaus seinen Nutzen hat. Die dort praktizierte Vinotherapie stammt aus Frankreich und arbeitet mit einem Nebenprodukt der Weinherstellung, dem Traubenkernöl. Wobei „Nebenprodukt“ der edlen Essenz nicht ganz gerecht wird, schließlich braucht es für einen Liter Öl zunächst einmal zwei Tonnen Trauben. Doch der Aufwand soll sich bezahlt machen: während Massagen angewandt soll es aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung gegen Allergien und Hautekzeme helfen. Ähnliche Hautfreundlichkeit wird auch weiteren Anwendungen der Vinotherapie, wie etwa dem Traubenkernpeeling und der Trester-Packung, nachgesagt.

Gesundheit ist aber nicht nur für den Menschen ein Thema, sondern ebenso für den Rebstock: an der Nahe wird, auch wenn es heutzutage landwirtschaftlich gesehen nicht mehr notwenig wäre, an manchen Stellen noch auf natürliche Bioindikatoren zurückgegriffen. Was sehr technisch klingt, ist eigentlich simpel wie genial: man greift auf Pflanzen zurück, die dem Wein vegetativ ähnlich sind, aber eine höhere Empfindlichkeit Schädlingen oder Krankheiten gegenüber haben. Eine solche Pflanze ist, welch ein optisch genialer Zufall, die Rose, die in ihrer lokalen Variante „Naheglut“ im Spätsommer die Dörfer entlang der Naheweinstraße in das fast schwärzlich anmutende Rot ihrer Blüten taucht. In Kombination mit den vielfarbigen Felsen an allen Ecken ergibt das ein herrlich buntes landschaftliches Bild: tief in die Erdgeschichte kann man eintauchen zwischen Bingen und Martinstein, wo sich die Geologien von Nordpfälzer Bergland, Rheinischem Schiefergebirge, Mainzer Becken und Nahe-Hügelland unterirdisch die Hände reichen.

Und während die Winzer in den kleinen Seitentälern des Flusses immer wieder vielversprechende neue Lagen entdecken, kann man sich auch als Konsument sicher sein, stets auf ein neues, auf Flasche gezogenes Juwel aus diesem kleinen Schatzkästchen zu stoßen – und wem die trockenen Mineralbomben nicht zusagen, der findet seinen Liebling mit Sicherheit unter den vielen hervorragenden Süßweinen. Auch und gerade für Kenner bleibt die Gegend um Langenlonsheim, Oberhausen und Monzingen ein wahrer Abenteuerspielplatz. Text: Dario Sellmeier

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Whisky

J & A Mitchell & Co Longrow Single Malt Whisky 21 Jahre Limited Release 41,90 %

Spirituose · Single Malt Whisky · Campbeltown · Schottland

Longrow Single Malt Whisky 21 Jahre Limited Release ist die stark getorfte Spezialität der Springbank-Destillerie (J & A Mitchell & Co) aus Campbeltown. Ein 21 Jahre gereifter Single Malt, zweifach destilliert und kräftig rauchig – limitiert und nur in kleinen Stückzahlen abgefüllt.


Herkunft

Springbank in Campbeltown auf der Kintyre-Halbinsel ist die älteste unabhängige, familiengeführte Destillerie Schottlands (gegründet 1828, J & A Mitchell & Co) und mälzt ihre Gerste vollständig selbst. Longrow ist die stark getorfte der drei Marken des Hauses, benannt nach einer verschwundenen Nachbar-Destillerie, deren Lagerhaus heute die Abfüllhalle beherbergt.

Destillation und Reifung

Für Longrow wird das Malz bis zu 48 Stunden über Torffeuer getrocknet (rund 50 ppm) und zweifach destilliert – deutlich rauchiger als der Springbank. Dieser 21 Jahre gereifte Limited Release reift in einer Kombination aus Bourbon- und Sherryfässern (Anteile je Jahrgang) und wird ohne Farbstoff abgefüllt.

Im Glas

Goldbernstein. In der Nase küstenwürziger Torfrauch mit geräuchertem Fisch, Trockenfrucht und süßen Sherrynoten. Am Gaumen ölig und vollmundig, mit kräftigem, gut eingebundenem Rauch, dunkler Frucht, Schokolade und maritimer Salzigkeit. Langer, rauchig-würziger Abgang.

Pur genießen

Pur aus dem Nosing-Glas, bei Bedarf mit wenigen Tropfen Wasser, das die Aromen öffnet. Ein seltener, lange gereifter Campbeltown-Malt für Torf-Liebhaber und besondere Momente – ideal als Digestif.

Klassisch solo: pur, mit etwas Wasser, als Digestif.


Herkunft: Campbeltown (Schottland); Destillerie Springbank
Art: Single Malt Whisky – Longrow (stark getorft), Limited Release
Reifung: 21 Jahre, Bourbon- und Sherryfässer

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Spirituosen

Prinz Alte Erdbeere

Spirituose · Obstbrand · Holzfassreifung · Österreich

Prinz Alte Erdbeere ist eine liebliche, holzfassgereifte Erdbeerspezialität der Fein-Brennerei Prinz aus Österreich. Aus vollreifen, tiefroten Erdbeeren im schonenden Vakuum-Brennverfahren destilliert, im Steingut gereift und im Prinz-Holzfass veredelt – bernsteinfarben, intensiv-fruchtig mit dezenter Süße.


Herkunft

Die Fein-Brennerei Prinz aus Hörbranz in Vorarlberg (Österreich) ist für ihre Obstbrände und die holzfassgereiften „Alten Sorten" bekannt. Die Erdbeeren stammen aus der Region und werden auf dem hauseigenen Obsthof sorgfältig optisch und sensorisch geprüft.

Destillation und Reifung

Da Erdbeeren nicht nachreifen, werden sie zum optimalen Zeitpunkt geerntet und direkt verarbeitet. Im schonenden Vakuum-Brennverfahren entsteht ein feines Erdbeerdestillat. Es reift zunächst im Steingut und erhält sein sortentypisches Finish bei der Lagerung im Prinz-Holzfass.

Im Glas

Schöner Bernsteinton aus der Holzfassreifung. In der Nase intensiv-fruchtig nach vollreifer Erdbeere, mit den leicht holzigen Nuancen der Alten Sorten. Am Gaumen vollmundig, mild und fruchtig, mit dezenter Süße und einem fruchtigen, nachhaltigen Abgang.

Pur genießen

Gut gekühlt pur als Digestif oder zum Dessert. Die fruchtige Süße passt auch zu Eis und Obstdesserts oder über Vanilleeis geträufelt.

Klassisch solo: gekühlt pur, als Digestif oder zum Dessert.


Herkunft: Hörbranz, Vorarlberg (Österreich)
Art: holzfassgereifte Erdbeerspezialität (Obstbrand)
Destillation: Vakuum-Brennverfahren
Reifung: Steingut, Finish im Prinz-Holzfass

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Italien

Mabis Neropasso rosso

Wein · Rotwein · Venetien · Italien

Mabis Neropasso Rosso ist ein Klassiker aus dem Veneto, gekeltert nach der „Appassimento"-Methode: Ein Teil der reifen, gesunden Trauben wird nach der Lese getrocknet und anschließend gekeltert. So ergibt sich schon in der Farbe ein intensives Rot.


Venetien / Italien

Der Wein stammt von Mabis (Biscardo), einem Familienbetrieb im Veneto bei Verona mit über 150 Jahren Erfahrung. Neropasso ist der Auftakt der „passo"-Trilogie des Hauses – neben Oropasso (weiß) und Rosapasso (rosé).

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Corvina, Merlot und Cabernet Sauvignon. Nach der „Appassimento"-Methode wird ein Teil der Trauben vor dem Keltern angetrocknet; die Beeren verlieren Wasser und gewinnen an Zucker- und Aromenkonzentration. Das verleiht dem Wein Kraft, Struktur und samtige Fülle.

Im Glas

Intensives Rubinrot. Das Bouquet ist würzig, mit Aromen von schwarzen Kirschen und Pflaumenkompott. Am Gaumen elegant und samtig, mit weichen Tanninen im Abgang.

Am Tisch

Bei 18–20 °C servieren – ein hervorragender Begleiter zur italienischen Küche.

Passt zu: Pasta, hellem und rotem Fleisch, Gegrilltem sowie frischem und gereiftem Käse.


Lage: Venetien (Italien); Mabis (Biscardo)
Klassifikation: Veneto IGT – Cuvée aus Corvina, Merlot & Cabernet Sauvignon
Ausbau: Appassimento (ein Teil der Trauben vor dem Keltern angetrocknet)

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Spanien

Sierra de Tolono NAHIKUN Tempranillo 2019

Rotwein · Rioja Alavesa · Tempranillo

100 % Tempranillo Nahikun Sierra de Toloño (Sandra Bravo) Villabuena de Álava · 5 Mikro-Lagen über 80 J. Reben · ~200 g/Stock 1 Jahr gebrauchtes franz. Barrique BIO (ES-ECO-026-VAS) nur 798 Flaschen · 2019

Der Sierra de Toloño Nahikun Tempranillo 2019 ist ein reinsortiger Rioja von über 80 Jahre alten Reben aus fünf Mikro-Lagen in Villabuena de Álava. Konzentriert und geschliffen zugleich – ein schlafender Riese, der heute schon Pracht und Größe demonstriert.


Nahikun Tempranillo – alte Reben aus Villabuena

Sierra de Toloño ist das Projekt von Sandra Bravo. Nach Stationen in Bordeaux, der Toskana, Neuseeland, Kalifornien und sieben Jahren im Priorat kehrte sie in die Rioja Alavesa zurück, um in den höchsten und ältesten Lagen der Region herkunftsgetreue Weine zu erzeugen – minimalistisch, biologisch und biodynamisch, mit schonender Handarbeit und kaum Schwefel.

Die Tempranillo-Reben für den Nahikun wachsen in Villabuena de Álava auf fünf verschiedenen Mikro-Lagen und sind über 80 Jahre alt. Der geradezu lächerlich geringe Ertrag von nur rund 200 Gramm pro Rebstock bildet die Grundlage für die außergewöhnliche Qualität und Konzentration dieses Weins.

Jahrgang 2019 – Rioja Alavesa

2019 gilt in der Rioja als ausgewogener, hochwertiger Jahrgang mit gesunder, reifer Frucht und guter Frische. Die Höhenlagen mit altem Rebbestand am Fuß der Sierra de Toloño bewahrten Säure und aromatische Präzision – die Grundlage für einen konzentrierten und zugleich geschliffenen Tempranillo, der Kraft und Frische im Gleichgewicht hält.

Ausbau

Reinsortiger Tempranillo von über 80-jährigen Reben aus fünf Mikro-Lagen in Villabuena de Álava, Jahrgang 2019, trocken.

Die Trauben werden von Hand gelesen; der Ausbau erfolgt über ein Jahr in gebrauchten Barriquefässern aus französischer Eiche, ohne prägenden Holzton. Die Reben werden biologisch/biodynamisch bewirtschaftet (ES-ECO-026-VAS). Gesamtproduktion: nur 798 Flaschen.

Im Glas

Der Wein ist konzentriert und geschliffen zugleich. Feinste dunkle Früchte, Holzwürze, Wald- und Wiesenaromen verbinden sich zu einem gemeinsamen Kosmos. Rauchig, wild und mit harmonischen Tanninen im Gepäck. Eine spielerische, zupackende Säure, die Länge und Durst im Abgang generiert. Ein schlafender Riese, der heute schon Pracht und Größe demonstriert.

Konzentriert und geschliffen zugleich: feinste dunkle Früchte, Holzwürze, Wald- und Wiesenaromen, rauchig und wild, mit harmonischen Tanninen und einer spielerischen, zupackenden Säure für Länge und Durst im Abgang.

Ein schlafender Riese mit großem Reifepotenzial; jung gern dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu gegrilltem und geschmortem Rind, zu kräftigen Schmorgerichten sowie zu Pilzgerichten und gereiftem Käse.


Lage: fünf Mikro-Lagen in Villabuena de Álava, Rioja Alavesa (Spanien); über 80 Jahre alte Reben; Ertrag nur ~200 g/Rebstock
Klassifikation: DOCa Rioja; 100 % Tempranillo (trocken)
Ausbau: Handlese, ein Jahr in gebrauchten Barriquefässern aus französischer Eiche; biologisch/biodynamisch, ES-ECO-026-VAS; 798 Flaschen

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Weine

Domaine des Ardoisières Argile IGP Vin des Allobroges 2023 BIO

Wein · Weißwein · Savoyen · Frankreich

Domaine des Ardoisières Argile 2023 ist eine biozertifizierte Weißwein-Cuvée aus 40 % Jacquère, 40 % Chardonnay und 20 % Mondeuse Blanche. Von den Schieferböden Savoyens überzeugt er mit mineralischer Frische, dezenter Frucht und rassiger Säure.


Schieferböden Savoyens

Die Reben wachsen auf einem besonderen Terroir aus Schiefermergel und hartem, schwarzem Schiefer, durchmischt mit lehmigem Boden – jenen Schieferhängen, denen die Domaine des Ardoisières ihren Namen verdankt. Erzogen wird nach Guyot und Cordon de Royat bei rund 40 hl/ha. Das Gut zählt zu den großen Namen Savoyens und arbeitet biologisch zertifiziert (FR-BIO-01). Der Jahrgang 2023 war in Savoyen gesund und großzügig, mit reifen Trauben aus einem warmen Sommer und frischer, rassiger Säure.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 40 % Jacquère, 40 % Chardonnay und 20 % Mondeuse Blanche. Vergoren werden ganze Trauben mit autochthonen Hefen, was den Terroir-Charakter bewahrt. Anschließend reift der Wein neun Monate im Tank und entwickelt eine ausgewogene Struktur und feine Aromatik. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase dezente Fruchtaromen und klare mineralische Noten. Am Gaumen geradlinig und klar gezeichnet, mit mineralischer Frische, rassiger Säure und feiner Aromatik; präziser, langer Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch und Meeresfrüchten, Schalentieren, Ziegenkäse sowie savoyardisch zu Fondue und Raclette.


Lage: Savoyen, Schieferböden (Frankreich); Domaine des Ardoisières
Klassifikation: IGP Vin des Allobroges – Cuvée aus 40 % Jacquère, 40 % Chardonnay & 20 % Mondeuse Blanche, trocken
Ausbau: Ganztraubengärung mit autochthonen Hefen, 9 Monate Tank
Jahrgang: 2023

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Weine

Quinta de la Quietud Reserva 2020 BIO

Rotwein · Toro · Tinta de Toro · Reserva · Bio

Quinta de la Quietud Reserva 2020 ist der Grand Vin des Hauses: 100 % Tinta de Toro von alten Buschreben, spontan vergoren und zwei Jahre im französischen Barrique gereift. Kraftvoll und tief, zugleich überraschend ausgewogen und elegant – mit dunkler Frucht, Lakritz und einer feinen mineralischen Note.


Toro

Quinta de la Quietud liegt rund zwei Kilometer südlich des Duero bei Toro (Castilla y León), auf 665 bis 700 Metern Höhe. Önologe Jean-François Hébrard, ein Franzose mit Bordeaux-Erfahrung, bewirtschaftet die Reben als Buschreben ohne Bewässerung, teils mit dem Pferd. Die Weinberge sind seit 2002 ökologisch zertifiziert (Öko-Kontrollstelle ES-ECO-016-CL).

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Tinta de Toro von Reben, die zwischen 1960 und 1988 gepflanzt wurden. Handlese in 15-kg-Kisten, Spontangärung ohne zugesetzten Schwefel im offenen Edelstahltank und zwei Wochen Maischestandzeit. Anschließend ruht der Wein sechs Monate im Tank auf der Feinhefe, bevor er 24 Monate in 225-Liter-Fässern aus französischer Eiche reift – höchstens ein Drittel davon neu.

Im Glas

Tiefes Kirschrot. In der Nase konfierte schwarze Früchte, Lakritz, feine Röstnoten von dunklem Kakao und ein Hauch Graphit. Am Gaumen dicht und saftig, mit weichen, gut eingebundenen Tanninen und belebender Säure – kraftvoll, aber nie schwer, mit großer Länge. Ein wenig Luft tut ihm gut.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Mit großem Reifepotenzial.

Klassische Begleitung: Lamm, geschmorte Ochsenbacke, Wild und gereifter Manchego.


Lage: Toro, Castilla y León (Spanien); 665–700 m, Reben gepflanzt 1960–1988
Klassifikation: D.O. Toro – Reserva
Jahrgang: 2020
Ausbau: 6 Monate auf der Feinhefe, 24 Monate französische Eiche (max. 33 % neu)
Bio-Kontrollstelle: ES-ECO-016-CL

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Weine

Bermont blanc Mont Baudile

Weißwein · Cuvée · Mont Baudile · Frankreich

Fonjoya Bermont Blanc Mont Baudile ist eine feinherbe, fruchtige Weißwein-Cuvée aus dem Languedoc in Südfrankreich. Die Komposition aus Sauvignon Blanc, Grenache Blanc und Colombard ist unkompliziert und zugänglich – mit reifem Pfirsich und knackigen Zitrusaromen, weich und mild am Gaumen.


Mont Baudile

Der Weinberg liegt am Fuße des Mont Baudile, am Vorgebirge der Terrasses du Larzac im Hérault. Hinter dem Wein steht das südfranzösische Winzerkollektiv Fonjoya, das in dieser sonnenverwöhnten Mittelmeerregion klassische und moderne Weine erzeugt.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Sauvignon Blanc, Grenache Blanc und Colombard. Der Ausbau im Edelstahltank bewahrt die frische, fruchtbetonte Aromatik. Mit feiner Restsüße ausbalanciert, bleibt der Wein weich und zugänglich.

Im Glas

Helles Gelb. In der Nase und am Gaumen reife Pfirsichnoten und knackige Zitrusaromen. Weich, geradezu mild am Gaumen, mit feiner Restsüße und unkompliziertem Trinkfluss. Frischer, fruchtiger Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – solo als Allrounder oder als Speisenbegleiter. Die feine Restsüße passt auch zu würziger Küche.

Klassische Begleitung: Aperitif, asiatische Küche, leicht Scharfes, Salate und Fisch.


Lage: Mont Baudile, Languedoc (Frankreich)
Klassifikation: IGP Mont Baudile – Weißwein-Cuvée (feinherb)
Ausbau: Edelstahltank

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Rebsorten

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg Rheingau Riesling 2022

Weißwein · Rheingau · Riesling

100 % Riesling Rüdesheim Berg Schlossberg Terrassen-Steillage über dem Rhein Schiefer & Quarzit traditionelles Holzfass trocken 2022

Der Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling 2022 stammt aus der bekanntesten Lage Rüdesheims, einer extrem steilen Terrassenlage über dem Rhein. Die schiefer- und quarzithaltigen Böden ergeben einen trockenen Riesling mit großer Präzision, in dem zarte Pfirsich- und Nusstöne hervortreten. Die Auflage liegt bei 4.242 Flaschen.


Berg Schlossberg – Terrassen unter der Burg Ehrenfels

Der Rüdesheimer Berg ist das westliche Ende des Rheingaus: Hier biegt der Rhein nach Norden ab und tritt bei Bingen in das enge Tal des Mittelrheins ein. Der Berg Schlossberg liegt direkt an diesem Knick, unterhalb der Burgruine Ehrenfels, der die Lage ihren Namen verdankt. Die Terrassen sind nach Süden und Südwesten ausgerichtet und fallen so steil zum Fluss ab, dass die Arbeit fast ausschließlich von Hand erfolgt.

Der Boden besteht aus Schiefer und Quarzit des Taunus – hartes, steiniges Gestein mit wenig Feinerde. Die Reben müssen tief wurzeln, um an Wasser zu kommen, und liefern kleine, konzentrierte Erträge. Der Rhein wirkt dabei als Wärmespeicher und reflektiert das Licht auf die Hänge. Das Ergebnis ist ein Riesling, der Reife und Kraft aus der Wärme bezieht und seine Präzision, Würze und salzige Kontur aus dem kargen Gestein.

Das Weingut Georg Breuer in Rüdesheim gehört zu den prägenden Gütern des Rheingaus und hat den trockenen Lagen-Riesling früh zur Maxime gemacht. Heute führt Theresa Breuer das Gut; der Stil setzt auf Handarbeit in den Steillagen und einen herkunftsbetonten, trockenen Ausbau im traditionellen Holzfass.

Jahrgang 2022 – Rheingau

Der Jahrgang 2022 war im Rheingau von Hitze und Trockenheit geprägt. Nach einem frühen Austrieb blieb der Sommer lange ohne nennenswerten Regen, und in den flachgründigen Steillagen gerieten junge Reben unter Wasserstress. Alte Anlagen mit tiefen Wurzeln kamen besser durch – gerade in einer Lage wie dem Berg Schlossberg entscheidet das Rebalter in solchen Jahren über die Qualität.

Regenfälle zum Ende des Sommers entspannten die Lage kurz vor der Lese, kühlere Nächte im September hielten die Säure. Gelesen wurde gesundes, reifes Lesegut. Die Rieslinge des Jahrgangs zeigen reife Frucht und Fülle; wo die Lagen kühl genug blieben, auch Spannung und Präzision.

Trockener Ausbau im Holzfass

Trockener Lagen-Riesling aus dem Rüdesheimer Berg Schlossberg, Jahrgang 2022, 100 % Riesling von Schiefer und Quarzit.

Ausgebaut wird im traditionellen Holzfass. Bei den großen Fassformaten des Rheingaus gibt das Holz praktisch kein Aroma ab, sondern nur einen langsamen Sauerstoffkontakt, der die Säure rundet und die Textur öffnet. Im Keller wird bewusst wenig eingegriffen – im Vordergrund soll die Lage stehen, nicht die Technik. Die Auflage liegt bei 4.242 Flaschen.

Im Glas

Helles Goldgelb. In der Nase zarte Pfirsich- und Nusstöne, dazu Zitrus, gelbe Frucht und ein schiefrig-rauchiger Ton. Am Gaumen präzise und klar gebaut, mit der Reife des warmen Jahrgangs, getragen von einer straffen Säure und einer salzigen, steinigen Mineralität. Der Nachhall ist lang und klar.

Schiefer und Quarzit unter den Terrassen, der Rhein als Wärmespeicher davor: Kraft aus der Wärme, Präzision aus dem Gestein.

Jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren, nicht kälter. Ein langlebiger Steillagen-Riesling, der in den kommenden Jahren an Tiefe gewinnt.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und gereiftem Hartkäse. Besonders gut zu Hecht in Rieslingsauce, Lachsforelle und Kalbsrücken mit Pfifferlingen.


Produzent Weingut Georg Breuer, Rüdesheim
Rebsorte 100 % Riesling
Lage Rüdesheim Berg Schlossberg, Rheingau · Terrassen-Steillage über dem Rhein · Schiefer und Quarzit
Klassifikation Lagen-Riesling · Rheingau · trocken
Jahrgang 2022
Ausbau traditionelles Holzfass
Trinkempfehlung jetzt bis 2040
Auflage 4.242 Flaschen

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