Das Anbaugebiet Nahe

Die Nahe

Als eines der kleinsten Weinbaugebiete in Deutschland erfährt die Nahe, ein linksseitiger, 120 Kilometer langer Nebenfluss des Rheins, oft weniger Aufmerksamkeit, als ihr eigentlich gebührt: die Weißweine, die hier vorwiegend kultiviert werden, sind aufgrund des ziemlich trockenen und warmen Klimas kräftiger als zum Beispiel an der Mosel, erhalten ihre ganz eigene Charakteristik aber besonders durch die Böden. Nirgendwo sonst in Deutschland sind diese auf engem Raum so vielfältig und wechseln sich so häufig ab, oft sogar alle paar hundert Meter innerhalb eines Ortes. Fast 200 verschiedene Varianten sollen auf den etwas mehr als 4000 Hektar Anbaufläche versammelt sein. Ob Schiefer und Quarzit an der unteren, Lehmerde, Rotschiefer und Löss an der mittleren oder Buntsandstein und Porphyr an der der oberen Nahe: die Edelsteinstadt Idar-Oberstein im Westen des Gebiets lässt es schon vermuten, der Boden ist extrem mineralienreich  – und davon profitieren besonders die Rieslinge. Positiv wirkt sich auch der im Bundesschnitt recht geringe Niederschlag aus, da der Hunsrück im Norden als natürliche Barriere gegen Regen, Wind und Hagel fungiert.

In der Frühen Neuzeit erstreckte sich, wie in vielen anderen Weinbaugebieten auch, die Anbaufläche noch wesentlich weiter in die für Reben eigentlich eher unwirtliche Umgebung hinein, zog sich dann aber in mehr oder weniger direkte Flussnähe zurück, da man sich nach verheerenden Kriegszerstörungen nur auf die besten Lagen fokussierte. Die Abgelegenheit mancher Güter brachte aber auch Vorteile: am Disibodenberg in Odernheim überdauerten einige Rebstöcke des heutzutage fast ausgestorbenen Weißen Orleans mindestens fünf Jahrhunderte und sind damit die ältesten erhaltenen Reben Deutschlands – vor Brandschatzung und Klimawandel geschützt vielleicht von der heiligen Hildegard von Bingen, die im Mittelalter ebendort ihre Werke verfasste.

Den Ritterschlag als eigenes Weinbaugebiet erhielt die Nahe erst 1971, und bis weit in die 90er hinein unterschied man stur nur zwischen den zwei Bereichen Schloßböckelheim und Kreuznach. Obwohl sicherlich gilt, dass am Unterlauf des Flusses eher klimatisch empfindlichere Reben, insbesondere Burgunder, gedeihen und alkoholischere, dafür säurearme Weine hervorbringen, während im kühleren Luftstrom der Mittelgebirge am Oberlauf die Trauben später reifen und daher reduzierte, präzise Rieslinge besser gelingen, verläuft die Unterscheidung jetzt nach sechs Großlagen, was der Komplexität des Terroirs zumindest etwas mehr gerecht wird.

Anders als an anderen Flüssen gibt es an der Nahe nur wenige Steillagen, die meisten Rebstöcke wachsen auf flachen oder nur sanft ansteigenden Hügellagen mit einer Neigung von selten mehr als 30 Grad. Steilere Lagen finden sich hauptsächlich bei Bad Münster und an den beiden größeren Nebenflüssen Glan und Alsenz, die zwar schon auf pfälzischem Gebiet verlaufen, aber dennoch der Nahe zugerechnet werden. Zu drei Vierteln wird Weißwein angebaut, und während noch Mitte der 90er Riesling und Müller-Thurgau jeweils 25 Prozent der Gesamtfläche in Beschlag nahmen, wurde der Anteil des Müller-Thurgaus halbiert, während der des Rieslings immer weiter anwuchs. Damit stiegen allgemein die Standards, um die es an der Nahe – trotz der seit der Römerzeit fast durchgehenden Bewirtschaftung – nicht immer gut bestellt war: bis ins 20. Jahrhundert hinein subsumierte man Rebensaft von dort schlicht unter dem Begriff „Rheinwein“ und exportierte ihn als Massenware in alle Welt. Einen ersten Versuch zur Verbesserung der Erzeugnisse unternahm der preußische Staat, der 1901 die Königliche Weinbaudomäne Schloßböckelheim-Niederhausen gründete, heute unter dem Namen Gut Hermannsberg bekannt. 1903 pflanzte man die ersten Rebstöcke auf den frisch angelegten Weinbergen, 1907 erfolgte die erste Lese. In der Folgezeit experimentierte man wild mit allen möglichen Arten von Schädlingsbekämpfung, Düngemitteln und Übersee-Gewächsen – dem preußischen Forschergeist an der Nahe verdankt das deutsche Weinwesen so bahnbrechende Innovationen wie die Aufbringung von Pflanzenschutzmitteln per Schlauchsystem, großflächige Beregnungsmöglichkeiten oder den Einsatz größerer landwirtschaftlicher Geräte im Weinberg per Seilwinde. Jahrgänge der 10er und 20er Jahre, die an Finesse und infolgedessen auch am Preis sogar Rheingau und Mosel in den Schatten stellten und die überdies bei vielen Staatsempfängen ausgeschenkt wurden, festigen das strahlende Image. Wie um sich für die Plünderungen der Weinkeller während der französischen Besatzung des Rheinlandes zu rächen, tranken Reichspräsident Hindenburg und Kölns Bürgermeister Adenauer nach deren Beendigung 1926 demonstrativ eine Flasche aus der Spitzenlage Kupfergrube. Auch Nachkriegspräsidenten wie Heuss und Heinemann griffen gern auf die edlen Tropfen zurück – dass sie auch der ehemaligen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner schmecken, darf angenommen werden, schließlich bewährte sie sich 1994 erst als Nahe-Weinkönigin, bevor sie ein Jahr später die Regentschaft über ganz Wein-Deutschland antrat.

An Lagen wie der Kupfergrube mangelte es der Nahe nie, die enormen Möglichkeiten wurden allerdings kaum ausgeschöpft. Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg brachen einige kompromisslos auf Qualität setzende Familienbetriebe die Dominanz der großen Kreuznacher Platzhirsche. Heute bilden sie als kleine, aber international höchst angesehene Gruppe einen nicht zu unterschätzenden Teil des Rückgrats der deutschen Rieslingwelt, interessant wegen ihrer Eleganz mit gleichzeitig kräftigem Nachdruck und ihres gigantischen Reife- und Lagerpotentials. Rangierte die Nahe in den 90ern preislich noch etwa gleichauf mit dem nach wie vor sehr preisgünstigen Rheinhessen, ist man heute (leider) kein Geheimtipp mehr und sich des eigenen Wertes mittlerweile (zum Glück) durchaus bewusst. Doch aufgrund der klimatischen Veränderungen wird es für den Riesling immer schwieriger, die zunehmende Wärme bekommt ihm oft nicht gut. Experimentierfreudige Jungwinzer setzen daher vermehrt auch auf kräftigere Rotweine wie Syrah und Merlot oder kultivieren exzellente Chardonnays.

Die größte Weinbaugemeinde an der Nahe und auch der Hauptort der ganzen Region ist die malerische Kurstadt Bad Kreuznach mit ihren Römerzeit-Relikten und den trutzigen Häuschen auf der Alten Nahebrücke. Kehrt man dort oder in einer der anderen Orte in Flussnähe ein, so werden einem gerade in traditionsbewussten Wirtschaften die Schoppenweine noch in Remischengläsern aufgetischt. Was der Bocksbeutel den Franken oder die Flöte den Rheingauern, ist dieses sehr schlichte Trinkgefäß mit 200 Millilitern Fassungsvermögen den Nahe-Bewohnern – ein lokales Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Um die Entstehung des Namens streiten sich die Sprachwissenschaftler: ob dieser nun daher rührt, dass das Maß Wein, das in alter Zeit die Mönche, im Anschluss an die harte Früharbeit, vor dem Mittagessen zu sich nehmen durften, als Remissorium bezeichnet wurde? Oder sich vom lateinischen „remittere“, also zurückschütten, herleiten lässt, weil der Winzer denjenigen Gästen, die keinen ganzen Schoppen trinken wollten, einfach die Hälfte davon vorsetzte, nachdem er die andere wieder ins Fass gekippt hatte? Oder sollten wir eine Herkunft aus dem Französischen in Betracht ziehen, wo la remise den Holzbau bezeichnet, in dem früher Wein gelagert wurde?

Während man sich dessen also noch unsicher ist, weiß man in Bad Sobernheim an der mittleren Nahe etwas anderes ganz bestimmt: dass Wein nicht nur bei innerlicher Anwendung Vorteile verspricht, sondern auch äußerlich durchaus seinen Nutzen hat. Die dort praktizierte Vinotherapie stammt aus Frankreich und arbeitet mit einem Nebenprodukt der Weinherstellung, dem Traubenkernöl. Wobei „Nebenprodukt“ der edlen Essenz nicht ganz gerecht wird, schließlich braucht es für einen Liter Öl zunächst einmal zwei Tonnen Trauben. Doch der Aufwand soll sich bezahlt machen: während Massagen angewandt soll es aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung gegen Allergien und Hautekzeme helfen. Ähnliche Hautfreundlichkeit wird auch weiteren Anwendungen der Vinotherapie, wie etwa dem Traubenkernpeeling und der Trester-Packung, nachgesagt.

Gesundheit ist aber nicht nur für den Menschen ein Thema, sondern ebenso für den Rebstock: an der Nahe wird, auch wenn es heutzutage landwirtschaftlich gesehen nicht mehr notwenig wäre, an manchen Stellen noch auf natürliche Bioindikatoren zurückgegriffen. Was sehr technisch klingt, ist eigentlich simpel wie genial: man greift auf Pflanzen zurück, die dem Wein vegetativ ähnlich sind, aber eine höhere Empfindlichkeit Schädlingen oder Krankheiten gegenüber haben. Eine solche Pflanze ist, welch ein optisch genialer Zufall, die Rose, die in ihrer lokalen Variante „Naheglut“ im Spätsommer die Dörfer entlang der Naheweinstraße in das fast schwärzlich anmutende Rot ihrer Blüten taucht. In Kombination mit den vielfarbigen Felsen an allen Ecken ergibt das ein herrlich buntes landschaftliches Bild: tief in die Erdgeschichte kann man eintauchen zwischen Bingen und Martinstein, wo sich die Geologien von Nordpfälzer Bergland, Rheinischem Schiefergebirge, Mainzer Becken und Nahe-Hügelland unterirdisch die Hände reichen.

Und während die Winzer in den kleinen Seitentälern des Flusses immer wieder vielversprechende neue Lagen entdecken, kann man sich auch als Konsument sicher sein, stets auf ein neues, auf Flasche gezogenes Juwel aus diesem kleinen Schatzkästchen zu stoßen – und wem die trockenen Mineralbomben nicht zusagen, der findet seinen Liebling mit Sicherheit unter den vielen hervorragenden Süßweinen. Auch und gerade für Kenner bleibt die Gegend um Langenlonsheim, Oberhausen und Monzingen ein wahrer Abenteuerspielplatz. Text: Dario Sellmeier

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Rebsorten

Anne Gros Hautes Côtes de Nuits blancs Cuvée Marine 2024

Weißwein · Hautes Côtes de Nuits · Chardonnay

Chardonnay Hautes Côtes de Nuits AOC Cuvée Marine · 1 ha 500-l-Fass · 30% neu 2024

Der Hautes Côtes de Nuits Blanc Cuvée Marine 2024 der Domaine Anne Gros ist ein Chardonnay aus einer nur 1 Hektar großen Parzelle. Anne Gros lässt das Lesegut sehr spät ernten und bewahrt dennoch mit Feingefühl Mineralität und Spannung – mit salzigen Nuancen, Zitrus und einem Hauch exotischer Ananas. Im kühleren Jahrgang 2024 zeigt er sich besonders frisch und rassig.


Hautes Côtes de Nuits – kühle Höhenlage

Die Hautes Côtes de Nuits liegen in den höheren, kühleren Hängen hinter der Côte de Nuits. Diese Höhenlage sorgt für Frische und Spannung – ideale Voraussetzungen für einen mineralischen Chardonnay. Die Cuvée Marine stammt aus einer einzigen, nur 1 Hektar großen Parzelle.

Die Domaine Anne Gros mit Sitz in Vosne-Romanée bewirtschaftet ihre Weinberge naturnah. Hier wird das Lesegut bewusst sehr spät geerntet, ohne dass der Wein an Frische verliert.

Jahrgang 2024 – Hautes Côtes de Nuits

2024 war im Burgund kühler und feuchter: milder, nasser Winter, früher Austrieb, ein feucht-kühles Frühjahr mit Frost und hohem Krankheitsdruck, dann ein trockenerer Sommer mit langsamer Reife und später Lese. Strenge Selektion und teils stark reduzierte Erträge prägten das Jahr.

Bei den Weißweinen ergibt das klare, feine, balancierte Weine mit pikanter Frische und kühler Eleganz – mehr Säure und Rasse als in wärmeren Jahren. Die ohnehin späte Lese und die Höhenlage spielen dieser Stilistik perfekt in die Hände.

Im Glas

In der Nase Zitronen und ein feiner Hauch exotischer Ananas, dazu leicht salzige Nuancen. Am Gaumen entfaltet sich der Wein mit Druck und stattlicher Länge, getragen von einer frischen, klar konturierten Säure – kühl, mineralisch und gespannt.

Am Tisch

Fisch und Krustentiere, weißes Fleisch und Geflügel in heller Sauce – oder solo als Aperitif. Die salzige Mineralität passt besonders zu Meeresfrüchten. Bei 11–12 °C servieren.


Lage: Hautes Côtes de Nuits, 1-ha-Parzelle; höhere, kühlere Hanglage
Klassifikation: Bourgogne Hautes Côtes de Nuits AOC
Ausbau: Chardonnay, spät gelesen; 500-l-Fässer, 30% neu; naturnahe Bewirtschaftung

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Weine

Seehof Westhofener Morstein Riesling Alte Reben 2022

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Seehof Westhofener Morstein Riesling Alte Reben 2022 kommt von einer der renommiertesten Lagen Rheinhessens. Dichte, mineralische Tiefe in der Aromatik – sehr kraftvoll und expressiv im Mund, mit reifer Frucht, salziger Mineralität und feiner Würze. Kalk pur.


Rheinhessen / Westhofen – Morstein

Das Weingut Seehof von Florian Fauth liegt in Westhofen im Wonnegau, Rheinhessen. Der Westhofener Morstein ist eine reine Südlage mit schweren, kalkhaltigen Tonböden und unterirdisch verlaufenden Wasseradern, die den Reben im trockenen, heißen Mikroklima eine gleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung sichern. Die besten Parzellen im mittleren, sehr steinigen Teil ergeben Weine von großer Mineralität und langer Lagerfähigkeit. Die Grundlage bilden alte Reben.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Riesling von alten Reben. Der Ausbau stellt die dichte, mineralische Tiefe und die kraftvolle Expressivität der Lage in den Vordergrund. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Sattes Grüngelb. In der Nase dichte, mineralische Tiefe mit reifer Frucht und feiner Würze. Am Gaumen sehr kraftvoll und expressiv, mit reifer Frucht, salziger Mineralität und feiner Würze in harmonischem Zusammenspiel; langer, kalkig-mineralischer Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 11–12 °C in großen Gläsern servieren – als gehobener Speisebegleiter, gern auch nach etwas Flaschenreife.

Passt zu: edlem Fisch, Meeresfrüchten, Geflügel, Kalb und der feinen Küche.


Lage: Rheinhessen, Westhofener Morstein (Wonnegau, Deutschland); Weingut Seehof (Florian Fauth)
Klassifikation: Lagenwein (Alte Reben) – 100 % Riesling, trocken
Ausbau: alte Reben; reine Südlage mit kalkhaltigen Tonböden
Jahrgang: 2022

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Rebsorten

Domaine Michel Niellon Chassagne Montrachet Clos de la Maltroie 1er Cru 2023

Weißwein · Chassagne-Montrachet 1er Cru · Chardonnay

Chardonnay Chassagne-Montrachet 1er Cru Côte de Beaune 2023 Clos de la Maltroie

Der Chassagne-Montrachet 1er Cru Clos de la Maltroie 2023 der Domaine Michel Niellon ist ein mineralischer, reifer Chardonnay aus umfriedeter Spitzenlage – knackige Frische und reiche Frucht in feiner Balance, geprägt von einem der renommiertesten Weißwein-Terroirs Burgunds.


Clos de la Maltroie – umfriedeter 1er Cru

La Maltroie zählt zu den bekanntesten Premier-Cru-Lagen von Chassagne-Montrachet und liegt im nördlichen Teil der Gemeinde, wo die feineren Kalksteinstrukturen die weltweit angesehensten Chardonnays hervorbringen. Der Clos de la Maltroie ist die umfriedete Parzelle innerhalb dieser Lage – kalksteinreicher Boden, klassische Côte-de-Beaune-Exposition.

Niellons Reben hier gehören zu den zuletzt gepflanzten des Guts, weshalb der Wein in der Jugend etwas zugänglicher ausfällt – bei Lagerpotenzial von zehn bis fünfzehn Jahren.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

2023 brachte im Burgund eine gesunde und großzügige Ernte. Ein warmer Sommer wurde durch Septemberregen ausbalanciert, sodass die Trauben reif, aber nicht überreif gelesen wurden.

Für die weißen Burgunder steht 2023 für klaren Fruchtkern bei tragender Frische – saftige, zugleich präzise Weißweine mit breitem Trinkfenster.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023.

Drei Generationen bewirtschaften das Gut in lutte raisonnée. Niellon liest bewusst früh, um die Säure zu erhalten – oft als einer der Ersten im Dorf. Es folgen Spontangärung und rund zwölf Monate Ausbau auf der Feinhefe im Fass; der Anteil neuen Holzes liegt je nach Cuvée bei etwa 20–30 %. Abgefüllt wird unfiltriert und ungeschönt.

Im Glas

Im Stil des Hauses: knackige Mineralität trifft auf reife, reiche Frucht. Zitrus, weißes Steinobst und weiße Blüten über einem kalkig-salzigen Grund, mit zunehmender Reife Anklänge von Honig und Wachs. Am Gaumen Statur und Tiefe, getragen von präziser Säure und langem, mineralischem Abgang.

Knackige Mineralität trifft reife Frucht – Chassagne mit Statur und Balance.

Jung schon zugänglich, gewinnt aber mit Reife; Trinkfenster etwa 2026–2035. Bei 12–13 °C servieren.

Am Tisch

Edelfisch, Krustentiere oder gereifter Hartkäse. Ein großer Weißwein für die feine Küche.


Lage: Chassagne-Montrachet „Clos de la Maltroie" (Côte de Beaune); umfriedete Parzelle, kalksteinreicher Boden, nördlicher Teil der Appellation
Klassifikation: Chassagne-Montrachet 1er Cru
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung, ~12 Monate Feinhefe im Fass, ca. 20–30 % neues Holz, unfiltriert und ungeschönt · lutte raisonnée

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Weine

Domaine Bretaudeau Gabbro Clos des Bouquinardières Muscadet 2023 BIO

Weißwein · Muscadet · Melon de Bourgogne

Melon de Bourgogne Clos des Bouquinardières Gabbro-Böden 2023 · Bio (FR-BIO-01) 18 Monate Vollhefe

Der Gabbro Clos des Bouquinardières Muscadet 2023 der Domaine Bretaudeau ist ein reinsortiger Melon de Bourgogne von tonhaltigen Gabbro-Böden. Die über 30 Jahre alten Reben liefern bei niedrigem Ertrag konzentrierte Trauben; der Wein reift über 18 Monate auf der Vollhefe. Kein Muscadet von der Stange.


Clos des Bouquinardières – Gabbro im Pays Nantais

Der Clos des Bouquinardières liegt im Pays Nantais an der Loire. Die Reben wurzeln auf tonhaltigen Gabbro-Böden – einem kompakten, grobkörnigen magmatischen Gestein, das dem Wein seine markante, jodig-mineralische Note gibt.

Die über 30 Jahre alten Reben liefern bei einem niedrigen Ertrag von rund 45 Hektoliter pro Hektar konzentrierte Frucht. Die Domaine Bretaudeau arbeitet biodynamisch und biologisch zertifiziert (FR-BIO-01).

Jahrgang 2023 – Pays Nantais

2023 brachte im Pays Nantais einen gesunden, großzügigen Jahrgang. Ein feuchteres Frühjahr sorgte für vitale Reben, ein trockener, sonniger Sommer für reife Trauben.

Für den Muscadet steht 2023 für reife Frucht bei klarer, frischer Säure – die Grundlage für die mineralische Spannung dieses Weins.

Assemblage und Ausbau

Zu 100 % Melon de Bourgogne aus dem Jahrgang 2023, von Hand gelesen, aus biodynamischem Anbau (FR-BIO-01).

Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen. Anschließend ruht der Wein über 18 Monate auf der Vollhefe in unterirdischen Tanks – das gibt ihm Fülle und Vielschichtigkeit.

Im Glas

Eine ausdrucksstarke Nase mit Minze, Fenchel und Zitrusfrüchten. Am Gaumen ein zitrischer, weicher und vollmundiger Auftakt, der in einen frischen, jodig-mineralischen Abgang übergeht. Eine zarte Bitterkeit und Vielschichtigkeit überzeugen Schluck für Schluck.

Minze, Fenchel und Zitrus, ein jodig-mineralischer Abgang und zarte Bitterkeit – ein Muscadet zum Entdecken.

Jung schon zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Austern und Meeresfrüchte, Schalentiere, gegrillter Fisch, Sushi und Sashimi, dazu Ziegenfrischkäse. Die jodig-salzige Mineralität passt besonders zu Austern.


Lage: Clos des Bouquinardières, Pays Nantais (Loire); tonhaltige Gabbro-Böden, Reben über 30 Jahre
Klassifikation: Muscadet AOC; Bio (FR-BIO-01), biodynamisch
Ausbau: Melon de Bourgogne; über 18 Monate auf der Vollhefe (Untergrundtank), Spontangärung

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Spirituosen

Cognac Claude Chatelier VS

Cognac · VS · Charente · Frankreich

Cognac Claude Chatelier VS ist ein ausdrucksstarker Cognac aus dem renommierten Hause Ferrand in der Charente. Als VS reifte er mehrere Jahre im Eichenfass. Bernsteinfarben mit gelb-goldenen Reflexen, zeigt er ein florales, fruchtbetontes Profil. Mild, weich und samtig am Gaumen.


Cognac (Charente)

Cognac stammt aus der Region rund um die Stadt Cognac in der Charente im Westen Frankreichs. Das atlantisch geprägte Klima und die kalkhaltigen Böden bilden die Grundlage für die feinen Weinbrände der Region. Das Haus Ferrand zählt zu den angesehenen Cognac-Erzeugern.

Herstellung und Reifung

Der Cognac wird klassisch aus Ugni Blanc destilliert und als VS (Very Special) ausgebaut – die jüngste Komponente reift mindestens zwei Jahre im Eichenfass, was ihm Farbe und feine Holznoten verleiht.

Im Glas

Bernsteinfarben mit gelb-goldenen Reflexen. In der Nase florale Noten mit einem Hauch Eiche, dazu Orange, Honig und etwas Zitrus. Am Gaumen mild, weich und samtig, mit harmonischem Finish.

Zum Genuss

Pur als Digestif oder als Basis für klassische Cognac-Cocktails. Bei Zimmertemperatur im Tulpenglas genießen.

Klassische Begleitung: dunkle Schokolade, Trockenfrüchte, Nüsse und Zigarren.


Herkunft: Charente (Frankreich); Haus Ferrand
Art: Cognac VS (Weinbrand)
Reifung: mind. 2 Jahre im Eichenfass

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Spirituosen

Yzaguirre Vermouth Blanco 1,00 Liter

Vermouth · Blanco · Katalonien · Aperitif

Yzaguirre Vermouth Blanco ist ein weißer Wermut aus Katalonien, hergestellt nach der originalen, traditionellen Rezeptur der Bodegas Yzaguirre. Das Haus produziert seit 1884 in El Morell zwischen Reus und Tarragona. Grundlage ist ein Weißwein aus Macabeo, der mit rund 80 Kräutern und Gewürzen mazeriert wird. Im Glas ein heller, fein würziger Aperitif – frisch, seidig und mit dezenter Kräuterbitterkeit.


Katalonien

Die Bodegas Yzaguirre wurden 1884 von Enrique de Yzaguirre gegründet und sitzen in El Morell, zwischen Reus und Tarragona. Die Rezeptur folgt der Tradition der alten Wermut-Häuser am Fuß der italienischen Alpen und wird bis heute als geheime Formel bewahrt. Der Grundwein stammt aus der katalanischen Macabeo-Traube.

Herstellung

Basis ist ein Weißwein aus Macabeo. Dieser wird mit rund 80 Kräutern, Wurzeln und Gewürzen mazeriert, die dem Wermut sein Aroma geben. Der Blanco ist im Stil leicht süß und unkompliziert, mit der für weißen Wermut typischen, etwas bittereren Würze.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase frische Kräuter und warme Gewürze mit einem balsamischen Hauch. Am Gaumen frisch und seidig, leicht süß, mit feinen Noten von Vanille und Zimt. Der Abgang ist weich und endet in einer dezenten Kräuterbitterkeit.

Zum Genuss

Sehr kühl bei 6–8 °C servieren, klassisch auf Eis mit einer Orangenscheibe und zwei mit Sardelle gefüllten Oliven. Ein Aperitif für jeden Tag, ebenso Basis für Cocktails wie White Negroni oder Vermouth Spritz.

Passt außerdem zu Oliven, mariniertem Fisch, spanischem Käse und gesalzenen Nüssen.


Herkunft: Katalonien, Spanien (El Morell)
Art: Vermouth Blanco (weißer Wermut)
Grundlage: Macabeo-Wein, rund 80 Botanicals

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Rebsorten

Groffier Chambolle Musigny Hauts Doix 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Hauts Doix Chambolle-Musigny 1er Cru (Frankreich) 2021 13,50 % vol

Der Robert Groffier Chambolle-Musigny Les Hauts Doix 1er Cru 2021 stammt von rund 70 Jahre alten Reben aus einer der kleinsten und begehrtesten Lagen der Domaine – im kühlen Jahrgang 2021 ein parfümierter, feinkörniger und präziser Pinot Noir.


Les Hauts Doix – die Lage

Les Hauts Doix liegt eingebettet zwischen den Premiers Crus Les Amoureuses und Les Charmes am Südende von Chambolle-Musigny. Der sandige, kalk- und tonhaltige Boden entwässert frei und erhält nur am Morgen direkte Sonne – kühl, aber trocken. Das ergibt rassige, tief gefärbte Chambolles von Eleganz und Präzision.

Groffier zählt zu den führenden Erzeugern der Côte de Nuits; unter Nicolas Groffier wird der Neuholzeinsatz je nach Jahrgang feinjustiert und nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen. Les Hauts Doix gehört wegen der winzigen Menge zu den gesuchtesten Cuvées des Hauses.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war in der Côte de Nuits ein kühler, von Frost geprägter Jahrgang mit kleinen Erträgen.

Was gesund in den Keller kam, ergab klassische, frische und präzise Pinot Noirs mit feiner Säure und parfümierter Aromatik.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, 13,50 % vol.

Vergoren mit 100 % Ganztrauben, ausgebaut in 40 % neuem Holz (Tronçais), auf der Hefe gereift, unfiltriert. Im Stil der Domaine wird der Wein nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen.

Im Glas

Eine parfümierte, breit angelegte Aromatik mit fast kreidigem Zug über roter Frucht, getragen von der würzigen Note der Ganztrauben. Am Gaumen sehr feinkörnige Tannine, die den Geschmack rahmen, ohne je trocken zu wirken – ein ernsthafter, präziser Wein, dessen Holz vollständig eingebunden ist.

Parfümiert, kreidig und feinkörnig – ein ernsthafter Wein ohne sichtbare Tannine.

Jung noch verschlossen: profitiert von Luft und Kellerzeit. Bei 16–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Entenbrust, Kalb, Taube, Reh, Gerichten mit Trüffel oder Pilzen sowie mittelreifem Weichkäse. Ein eleganter Begleiter für feine Küche.


Lage: Les Hauts Doix, Chambolle-Musigny 1er Cru, Côte de Nuits, Bourgogne (Frankreich); sandig-kalkhaltiger Boden, ca. 70 Jahre alte Reben
Klassifikation: Chambolle-Musigny 1er Cru AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; 100 % Ganztrauben; 40 % Neuholz (Tronçais); Ausbau auf der Hefe; ein Abstich; 13,50 % vol

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Weine

Weingut Keth Aufspiel weiß BIO

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Weingut Keth Aufspiel weiß ist eine leichte, biozertifizierte Cuvée, die Frische, Frucht und feine Struktur harmonisch verbindet. Hell und einladend im Glas, am Gaumen unkompliziert, frisch und geradlinig – eine zugängliche Cuvée, die Leichtigkeit und Trinkfluss in den Mittelpunkt stellt.


Rheinhessen

Das Weingut Matthias Keth liegt in Rheinhessen und arbeitet biozertifiziert (DE-ÖKO-022). Der „Aufspiel" steht für die zugängliche, trinkfreudige Seite des Guts – eine Cuvée für unkomplizierten Genuss.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Weißburgunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Der Weißburgunder bringt typische Eleganz und saftige Apfelfrucht mit zarten Birnennoten, der Chardonnay Substanz und Schmelz mit gelbem Steinobst und Zitruszeste, der Sauvignon Blanc die aromatische Spitze mit Stachelbeere, Holunderblüte und knackiger Säure. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Hell und einladend. In der Nase saftige Apfelfrucht, zarte Birne, gelbes Steinobst und ein feiner Duft nach Stachelbeere und Holunderblüte. Am Gaumen frisch, geradlinig und trocken, mit toller Frucht, weicher Textur und knackiger, spannungsreicher Säure.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – ideal für die ersten Sonnenstrahlen oder zur leichten Küche.

Passt zu: Salaten, Fisch, Geflügel, Antipasti und leichten Sommergerichten – oder einfach solo.


Lage: Rheinhessen (Deutschland); Weingut Matthias Keth
Klassifikation: Weißwein – Cuvée aus Weißburgunder, Chardonnay & Sauvignon Blanc, trocken
Ausbau: leicht, frisch und fruchtbetont

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