Das Anbaugebiet Nahe

Die Nahe

Als eines der kleinsten Weinbaugebiete in Deutschland erfährt die Nahe, ein linksseitiger, 120 Kilometer langer Nebenfluss des Rheins, oft weniger Aufmerksamkeit, als ihr eigentlich gebührt: die Weißweine, die hier vorwiegend kultiviert werden, sind aufgrund des ziemlich trockenen und warmen Klimas kräftiger als zum Beispiel an der Mosel, erhalten ihre ganz eigene Charakteristik aber besonders durch die Böden. Nirgendwo sonst in Deutschland sind diese auf engem Raum so vielfältig und wechseln sich so häufig ab, oft sogar alle paar hundert Meter innerhalb eines Ortes. Fast 200 verschiedene Varianten sollen auf den etwas mehr als 4000 Hektar Anbaufläche versammelt sein. Ob Schiefer und Quarzit an der unteren, Lehmerde, Rotschiefer und Löss an der mittleren oder Buntsandstein und Porphyr an der der oberen Nahe: die Edelsteinstadt Idar-Oberstein im Westen des Gebiets lässt es schon vermuten, der Boden ist extrem mineralienreich  – und davon profitieren besonders die Rieslinge. Positiv wirkt sich auch der im Bundesschnitt recht geringe Niederschlag aus, da der Hunsrück im Norden als natürliche Barriere gegen Regen, Wind und Hagel fungiert.

In der Frühen Neuzeit erstreckte sich, wie in vielen anderen Weinbaugebieten auch, die Anbaufläche noch wesentlich weiter in die für Reben eigentlich eher unwirtliche Umgebung hinein, zog sich dann aber in mehr oder weniger direkte Flussnähe zurück, da man sich nach verheerenden Kriegszerstörungen nur auf die besten Lagen fokussierte. Die Abgelegenheit mancher Güter brachte aber auch Vorteile: am Disibodenberg in Odernheim überdauerten einige Rebstöcke des heutzutage fast ausgestorbenen Weißen Orleans mindestens fünf Jahrhunderte und sind damit die ältesten erhaltenen Reben Deutschlands – vor Brandschatzung und Klimawandel geschützt vielleicht von der heiligen Hildegard von Bingen, die im Mittelalter ebendort ihre Werke verfasste.

Den Ritterschlag als eigenes Weinbaugebiet erhielt die Nahe erst 1971, und bis weit in die 90er hinein unterschied man stur nur zwischen den zwei Bereichen Schloßböckelheim und Kreuznach. Obwohl sicherlich gilt, dass am Unterlauf des Flusses eher klimatisch empfindlichere Reben, insbesondere Burgunder, gedeihen und alkoholischere, dafür säurearme Weine hervorbringen, während im kühleren Luftstrom der Mittelgebirge am Oberlauf die Trauben später reifen und daher reduzierte, präzise Rieslinge besser gelingen, verläuft die Unterscheidung jetzt nach sechs Großlagen, was der Komplexität des Terroirs zumindest etwas mehr gerecht wird.

Anders als an anderen Flüssen gibt es an der Nahe nur wenige Steillagen, die meisten Rebstöcke wachsen auf flachen oder nur sanft ansteigenden Hügellagen mit einer Neigung von selten mehr als 30 Grad. Steilere Lagen finden sich hauptsächlich bei Bad Münster und an den beiden größeren Nebenflüssen Glan und Alsenz, die zwar schon auf pfälzischem Gebiet verlaufen, aber dennoch der Nahe zugerechnet werden. Zu drei Vierteln wird Weißwein angebaut, und während noch Mitte der 90er Riesling und Müller-Thurgau jeweils 25 Prozent der Gesamtfläche in Beschlag nahmen, wurde der Anteil des Müller-Thurgaus halbiert, während der des Rieslings immer weiter anwuchs. Damit stiegen allgemein die Standards, um die es an der Nahe – trotz der seit der Römerzeit fast durchgehenden Bewirtschaftung – nicht immer gut bestellt war: bis ins 20. Jahrhundert hinein subsumierte man Rebensaft von dort schlicht unter dem Begriff „Rheinwein“ und exportierte ihn als Massenware in alle Welt. Einen ersten Versuch zur Verbesserung der Erzeugnisse unternahm der preußische Staat, der 1901 die Königliche Weinbaudomäne Schloßböckelheim-Niederhausen gründete, heute unter dem Namen Gut Hermannsberg bekannt. 1903 pflanzte man die ersten Rebstöcke auf den frisch angelegten Weinbergen, 1907 erfolgte die erste Lese. In der Folgezeit experimentierte man wild mit allen möglichen Arten von Schädlingsbekämpfung, Düngemitteln und Übersee-Gewächsen – dem preußischen Forschergeist an der Nahe verdankt das deutsche Weinwesen so bahnbrechende Innovationen wie die Aufbringung von Pflanzenschutzmitteln per Schlauchsystem, großflächige Beregnungsmöglichkeiten oder den Einsatz größerer landwirtschaftlicher Geräte im Weinberg per Seilwinde. Jahrgänge der 10er und 20er Jahre, die an Finesse und infolgedessen auch am Preis sogar Rheingau und Mosel in den Schatten stellten und die überdies bei vielen Staatsempfängen ausgeschenkt wurden, festigen das strahlende Image. Wie um sich für die Plünderungen der Weinkeller während der französischen Besatzung des Rheinlandes zu rächen, tranken Reichspräsident Hindenburg und Kölns Bürgermeister Adenauer nach deren Beendigung 1926 demonstrativ eine Flasche aus der Spitzenlage Kupfergrube. Auch Nachkriegspräsidenten wie Heuss und Heinemann griffen gern auf die edlen Tropfen zurück – dass sie auch der ehemaligen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner schmecken, darf angenommen werden, schließlich bewährte sie sich 1994 erst als Nahe-Weinkönigin, bevor sie ein Jahr später die Regentschaft über ganz Wein-Deutschland antrat.

An Lagen wie der Kupfergrube mangelte es der Nahe nie, die enormen Möglichkeiten wurden allerdings kaum ausgeschöpft. Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg brachen einige kompromisslos auf Qualität setzende Familienbetriebe die Dominanz der großen Kreuznacher Platzhirsche. Heute bilden sie als kleine, aber international höchst angesehene Gruppe einen nicht zu unterschätzenden Teil des Rückgrats der deutschen Rieslingwelt, interessant wegen ihrer Eleganz mit gleichzeitig kräftigem Nachdruck und ihres gigantischen Reife- und Lagerpotentials. Rangierte die Nahe in den 90ern preislich noch etwa gleichauf mit dem nach wie vor sehr preisgünstigen Rheinhessen, ist man heute (leider) kein Geheimtipp mehr und sich des eigenen Wertes mittlerweile (zum Glück) durchaus bewusst. Doch aufgrund der klimatischen Veränderungen wird es für den Riesling immer schwieriger, die zunehmende Wärme bekommt ihm oft nicht gut. Experimentierfreudige Jungwinzer setzen daher vermehrt auch auf kräftigere Rotweine wie Syrah und Merlot oder kultivieren exzellente Chardonnays.

Die größte Weinbaugemeinde an der Nahe und auch der Hauptort der ganzen Region ist die malerische Kurstadt Bad Kreuznach mit ihren Römerzeit-Relikten und den trutzigen Häuschen auf der Alten Nahebrücke. Kehrt man dort oder in einer der anderen Orte in Flussnähe ein, so werden einem gerade in traditionsbewussten Wirtschaften die Schoppenweine noch in Remischengläsern aufgetischt. Was der Bocksbeutel den Franken oder die Flöte den Rheingauern, ist dieses sehr schlichte Trinkgefäß mit 200 Millilitern Fassungsvermögen den Nahe-Bewohnern – ein lokales Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Um die Entstehung des Namens streiten sich die Sprachwissenschaftler: ob dieser nun daher rührt, dass das Maß Wein, das in alter Zeit die Mönche, im Anschluss an die harte Früharbeit, vor dem Mittagessen zu sich nehmen durften, als Remissorium bezeichnet wurde? Oder sich vom lateinischen „remittere“, also zurückschütten, herleiten lässt, weil der Winzer denjenigen Gästen, die keinen ganzen Schoppen trinken wollten, einfach die Hälfte davon vorsetzte, nachdem er die andere wieder ins Fass gekippt hatte? Oder sollten wir eine Herkunft aus dem Französischen in Betracht ziehen, wo la remise den Holzbau bezeichnet, in dem früher Wein gelagert wurde?

Während man sich dessen also noch unsicher ist, weiß man in Bad Sobernheim an der mittleren Nahe etwas anderes ganz bestimmt: dass Wein nicht nur bei innerlicher Anwendung Vorteile verspricht, sondern auch äußerlich durchaus seinen Nutzen hat. Die dort praktizierte Vinotherapie stammt aus Frankreich und arbeitet mit einem Nebenprodukt der Weinherstellung, dem Traubenkernöl. Wobei „Nebenprodukt“ der edlen Essenz nicht ganz gerecht wird, schließlich braucht es für einen Liter Öl zunächst einmal zwei Tonnen Trauben. Doch der Aufwand soll sich bezahlt machen: während Massagen angewandt soll es aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung gegen Allergien und Hautekzeme helfen. Ähnliche Hautfreundlichkeit wird auch weiteren Anwendungen der Vinotherapie, wie etwa dem Traubenkernpeeling und der Trester-Packung, nachgesagt.

Gesundheit ist aber nicht nur für den Menschen ein Thema, sondern ebenso für den Rebstock: an der Nahe wird, auch wenn es heutzutage landwirtschaftlich gesehen nicht mehr notwenig wäre, an manchen Stellen noch auf natürliche Bioindikatoren zurückgegriffen. Was sehr technisch klingt, ist eigentlich simpel wie genial: man greift auf Pflanzen zurück, die dem Wein vegetativ ähnlich sind, aber eine höhere Empfindlichkeit Schädlingen oder Krankheiten gegenüber haben. Eine solche Pflanze ist, welch ein optisch genialer Zufall, die Rose, die in ihrer lokalen Variante „Naheglut“ im Spätsommer die Dörfer entlang der Naheweinstraße in das fast schwärzlich anmutende Rot ihrer Blüten taucht. In Kombination mit den vielfarbigen Felsen an allen Ecken ergibt das ein herrlich buntes landschaftliches Bild: tief in die Erdgeschichte kann man eintauchen zwischen Bingen und Martinstein, wo sich die Geologien von Nordpfälzer Bergland, Rheinischem Schiefergebirge, Mainzer Becken und Nahe-Hügelland unterirdisch die Hände reichen.

Und während die Winzer in den kleinen Seitentälern des Flusses immer wieder vielversprechende neue Lagen entdecken, kann man sich auch als Konsument sicher sein, stets auf ein neues, auf Flasche gezogenes Juwel aus diesem kleinen Schatzkästchen zu stoßen – und wem die trockenen Mineralbomben nicht zusagen, der findet seinen Liebling mit Sicherheit unter den vielen hervorragenden Süßweinen. Auch und gerade für Kenner bleibt die Gegend um Langenlonsheim, Oberhausen und Monzingen ein wahrer Abenteuerspielplatz. Text: Dario Sellmeier

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Schaumweine

Egly-Ouriet Les Vignes de Bisseuil Premier Cru Extra Brut

Champagner · Premier Cru · Chardonnay-dominant · Extra Brut

Egly-Ouriet Les Vignes de Bisseuil Premier Cru Extra Brut ist die einzige Chardonnay-dominante Cuvée im Portfolio der Domaine Egly-Ouriet – und trägt dennoch unmissverständlich die Handschrift des Hauses. Kein leichter Blanc-de-Blancs-Stil, sondern Chardonnay mit Substanz, Spannung und dem typischen Biss der Kreide. Im Glas klar, präzise und kreidig.


Bisseuil

Bisseuil liegt östlich von Aÿ auf südexponierten Hängen über tiefen Kreideböden und ist als Premier Cru klassifiziert – eine der wenigen Lagen im Egly-Portfolio außerhalb der Grand-Cru-Gruppe um Ambonnay. Ein anderes Terroir, dieselbe Konsequenz in Weinberg und Keller.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée besteht aus 70 % Chardonnay, 15 % Pinot Noir und 15 % Pinot Meunier. Alle drei Sorten werden im Eichenholzfass vergoren und ausgebaut, was dem Wein Tiefe und Struktur gibt, ohne ihn zu überformen. Das Rückgrat bildet der Grundjahrgang, ergänzt durch Reserveweine älterer Jahrgänge. Dosage 2 g/l.

Im Glas

In der Nase frische Zitrusfrucht, Brotkruste und knackige Birne – klar und präzise, ohne cremige Schwere. Am Gaumen mittlerer bis voller Körper, konzentriert und rassig, mit prägnantem Zug und der kalkigen Struktur von Bisseuil. Der Abgang ist lang und salzig-mineralisch. Mit Zeit im Glas öffnet sich ein großer Nuancenreichtum.

Am Tisch

Kein Soforttrinker – wer Geduld hat, wird belohnt. Trinkfenster: jetzt bis 10+ Jahre. Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, mit ausreichend Zeit im Glas.

Klassische Begleitung: Austern, Jakobsmuscheln, weißer Spargel und reifer Comté.


Lage: Bisseuil, Premier Cru, östlich von Aÿ (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Premier Cru, Extra Brut
Ausbau: Barrique, lange Hefelagerung, 2 g/l Dosage

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Spanien

Conde Pinel Tempranillo tinto

Rotwein · Tempranillo · Castilla · Spanien

Conde Pinel Tempranillo Tinto ist ein trockener Rotwein von Hammeken Cellars aus dem Herzen Spaniens. Reinsortig aus Tempranillo gekeltert, gehört er zur modernen Conde-Pinel-Linie – fruchtbetont, klar und trocken.


Castilla

Die Conde-Pinel-Linie stammt vom Önologenteam um David Tofterup bei Hammeken Cellars (Jávea/Alicante) und umfasst einen Weiß-, einen Rosé- und einen Rotwein. Der Tinto trägt die Herkunftsangabe Vino de la Tierra de Castilla.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo. Nach der temperaturkontrollierten Gärung im Edelstahl reift ein Teil des Weins rund drei Monate in französischer Eiche. Die kurze Holzreife gibt feine Würze, ohne die Frucht zu überdecken.

Im Glas

Leuchtendes Rubinrot. In der Nase rote Frucht – Beeren, wilde Erdbeere und Kirsche – dazu ein Hauch geröstetes Brot und Vanille aus der Holzreife. Am Gaumen fruchtbetont, weich und zugänglich, trocken mit rundem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein unkomplizierter, fruchtbetonter Tempranillo für viele Gelegenheiten.

Klassische Begleitung: Gegrilltes, Geflügel, Pasta und Hartkäse.


Lage: Castilla-La Mancha (Spanien)
Klassifikation: Vino de la Tierra de Castilla – Rotwein (trocken)
Ausbau: Edelstahl, teils ~3 Monate in französischer Eiche

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Frankreich

Chateau la Fortune Margaux Cru Bourgeois 2022

Rotwein · Margaux · Cabernet Sauvignon & Merlot · Bordeaux

Château la Fortune Margaux Cru Bourgeois ist ein eleganter Bordeaux-Rotwein aus der renommierten Appellation Margaux am linken Ufer der Gironde. Die Cuvée vereint Cabernet Sauvignon und Merlot und steht für die pure Eleganz eines klassischen Médoc. Im Glas reife rote Frucht, geschliffene Tannine und ein seidiger Abgang.


Margaux

Margaux ist eine der renommiertesten Gemeinde-Appellationen des Médoc, bekannt für besonders elegante, feingliedrige Rotweine. Die kiesgeprägten Böden mit guter Drainage bieten ideale Bedingungen für Cabernet Sauvignon und Merlot. Der Wein ist als Cru Bourgeois klassifiziert.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Cabernet Sauvignon und Merlot. Nach der Gärung reift der Wein gezielt in besten Barrique-Eichenfässern, die ihm Substanz, Struktur und feine Würze verleihen, ohne die Frucht zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase reife rote Früchte. Am Gaumen elegant und strukturiert, mit geschliffenen, körnigen Gerbstoffen und Substanz aus dem Barriqueausbau. Eine frische Säure im Finish verleiht Spannung; der Abgang ist lang und seidig. Großes Potenzial.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter tut dem Wein gut. Mit großem Reifepotenzial über viele Jahre.

Klassische Begleitung: Lamm, Rind, geschmortes Fleisch und gereifter Käse.


Lage: Margaux, Médoc (Bordeaux); Kiesböden
Klassifikation: Margaux AOC – Cru Bourgeois
Ausbau: Cabernet Sauvignon/Merlot, Barriqueausbau

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Frankreich

Ponsot Gevrey Chambertin En Ergot Cuvée du Mélèze 2019

Rotwein · Gevrey-Chambertin 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Gevrey-Chambertin 1er Cru En Ergot (Cuvée du Mélèze) Côte de Nuits Maison Laurent Ponsot 2019

Der Laurent Ponsot Gevrey-Chambertin 1er Cru „En Ergot" Cuvée du Mélèze 2019 ist eine echte Rarität – ein kraftvoller, zugleich reiner Pinot Noir aus einer winzigen Premier-Cru-Enklave der Lage La Petite Chapelle, unterhalb des Grand Cru Chapelle-Chambertin.


En Ergot – eine wiederbelebte Premier-Cru-Rarität

Laurent Ponsot ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Burgunds. 2017 verließ er die berühmte Familien-Domaine Ponsot in Morey-Saint-Denis und gründete sein eigenes Haus, Maison Laurent Ponsot – weder reine Domaine noch klassisches Handelshaus, sondern beides zugleich, mit einem kompromisslosen Anspruch an Präzision und Reinheit. Seine Cuvées tragen poetische Namen; „Mélèze" ist das französische Wort für Lärche.

„En Ergot" ist ein als Premier Cru klassifizierter Climat, der wie eine Enklave aus der Lage La Petite Chapelle herausgeschnitten ist – am Hangfuß unterhalb des Grand Cru Chapelle-Chambertin. Eine Besonderheit für Kenner: Als eigenständiger Lagenname war „En Ergot" seit dem 19. Jahrhundert praktisch von den Etiketten verschwunden; Ponsot bewirtschaftet hier nur rund 0,42 Hektar – die abgefüllte Menge ist entsprechend winzig.

Jahrgang 2019 – Côte de Nuits

2019 gilt an der Côte de Nuits als hervorragender Jahrgang, der reife, konzentrierte und zugleich frische Pinots mit feiner Tanninstruktur hervorbrachte. Trockenheit und Sonne sorgten für sehr reife Frucht, während kühle Nächte Spannung und Balance bewahrten. In der strukturbetonten Lage En Ergot ergibt das einen Wein mit fokussierter Kraft und feiner, mineralischer Textur.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2019, trocken, Gevrey-Chambertin 1er Cru.

Aus einer einzigen Parzelle von rund 0,42 Hektar, klassisch im Burgunderfass ausgebaut. Laurent Ponsot ist bekannt für einen behutsamen, auf Reinheit und Transparenz ausgerichteten Stil, der die Frucht und die Struktur der Lage in den Mittelpunkt stellt, ohne sie mit Holz zu überlagern.

Im Glas

Eher helles, stilvolles Rubinrot. In der Nase florale Anklänge über erdiger schwarzer Himbeere, mit einer Spitze von Kirsch (Kirschwasser) und feiner Würze. Am Gaumen mittelgewichtig, saftig und rund, mit einer betörenden Textur und mineralischen Anklängen; das Tannin ist hier etwas präsenter und straffer, der Abgang fokussiert, jugendlich-herb, aber nie rustikal.

Fokussierte Kraft und betörende Textur – eine wiederbelebte Premier-Cru-Rarität von großer Reinheit.

Schon jung zugänglich, aber vor allem ein Wein zum Reifen über viele Jahre; profitiert vom Dekantieren. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Wild und Wildgeflügel, zu rotem Fleisch in Sauce (klassisch zur Gevrey-Küche), zu Kalb und Ente sowie zu gereiftem Weichkäse.


Lage: Gevrey-Chambertin, Climat „En Ergot" (Enklave in La Petite Chapelle, unterhalb Chapelle-Chambertin), Côte de Nuits (Burgund, Frankreich); ~0,42 ha
Klassifikation: Gevrey-Chambertin 1er Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; Einzelparzelle, klassischer Ausbau im Burgunderfass; auf Reinheit und Transparenz ausgerichteter Stil

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Rebsorten

Pietroso Brunello di Montalcino

Wein · Rotwein · Montalcino · Italien

Pietroso Brunello di Montalcino ist ein intensiv-fruchtiger Rotwein, der vor Kraft und Struktur strotzt. Reife Aromen von Pflaumen, dezente Vanille und samtige Tannine machen diesen Sangiovese zum idealen Begleiter von Lammfleisch.


Montalcino / Toskana

Die Azienda Agricola Pietroso ist ein kleines Familienweingut in Montalcino, 1978 gegründet und heute von Gianni Pignattai und seiner Familie geführt. Die Reben wachsen in Höhenlagen um 400–500 Meter auf den klassischen Montalcino-Böden aus Galestro, Ton, Kalk und Sand – ideale Voraussetzungen für eleganten, konzentrierten Sangiovese.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Sangiovese (dem Brunello-Klon). Nach Handlese und Spontangärung mit Naturhefen reift der Wein über mehrere Jahre in großen slawonischen Eichenfässern (botti), gefolgt von einer Flaschenreife; unfiltriert abgefüllt. Als Brunello di Montalcino DOCG erreicht er erst nach mindestens fünf Jahren Reife seine Trinkreife. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Rubinrot mit granatfarbenen Reflexen. In der Nase intensiv und vielschichtig, mit Pflaume, roten Beeren, Unterholz und dezenter Vanille. Am Gaumen vollmundig, kraftvoll und gut strukturiert, mit reifen, samtigen Tanninen und langem, harmonischem Abgang.

Am Tisch

Bei rund 18 °C servieren und vor dem Genuss dekantieren – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten.

Passt zu: Lamm, rotem Fleisch, Wild, Steinpilzrisotto und gereiftem Hartkäse.


Lage: Brunello di Montalcino, Montalcino (Toskana, Italien); Azienda Agricola Pietroso
Klassifikation: Brunello di Montalcino DOCG – 100 % Sangiovese, trocken
Ausbau: Reifung in großen slawonischen Eichenfässern (botti) über mehrere Jahre, Flaschenreife; unfiltriert

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Weine

Dönnhoff Höllenpfad im Mühlenberg Riesling GG 2022

Weißwein · Roxheim (Nahe) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Höllenpfad im Mühlenberg VDP.Großes Gewächs Dönnhoff Roxheim · Nahe roter Sandstein (Rotliegendes) · Fels älteste Reben trocken · 2022

Der Dönnhoff Höllenpfad im Mühlenberg Riesling GG 2022 stammt aus dem besten Stück der Steillage Höllenpfad – von den ältesten Rieslingreben des Guts. Ein herrlicher trockener Riesling mit großer geschmacklicher Tiefe und dem ausgeprägten, feinwürzigen Aroma des Höllenpfades.


Höllenpfad im Mühlenberg – das beste Stück des Weinbergs

Das Weingut Dönnhoff in Oberhausen zählt zu den weltweit renommiertesten Rieslingerzeugern der Nahe. Der Höllenpfad liegt in Roxheim, in einem kühlen Seitental hinter Bad Kreuznach.

Im mittleren Teil der Ersten Lage Höllenpfad liegt das beste Stück des Weinbergs mit den ältesten Reben. Aufgrund der außerordentlichen Qualität wurden diese Gewanne unter dem historischen Namen „Höllenpfad im Mühlenberg" gesetzlich eingetragen und vom VDP als Große Lage klassifiziert. Der Boden aus rotem Sandstein des Rotliegenden mit viel purem Fels ist ein hervorragendes Rieslingterroir. Erstmals mit dem Jahrgang 2017 wurden die hochreifen Rieslinge dieser Parzelle einzeln geerntet und als Großes Gewächs ausgebaut.

Jahrgang 2022 – Nahe

2022 war an der Nahe ein warmer, sonnenreicher Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht. Der wärmespeichernde rote Sandstein und die alten Reben bewahrten Reife und Fülle, während die kargen Felspartien für Frische, feine Würze und Spannung sorgten.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Höllenpfad im Mühlenberg (Roxheim), Jahrgang 2022; 100 % Riesling von rotem Sandstein (Rotliegendes) mit viel Fels.

Nach selektiver Handlese der hochreifen Trauben wird der Wein schonend verarbeitet und reift teils im Edelstahltank, teils in großen Holzfässern. Das Große Gewächs kommt erst im September des Folgejahres in den Verkauf.

Im Glas

Ein tiefgründiger, feinwürziger Riesling: reife gelbe Frucht und Aprikose, dazu Zitrus, ein Hauch weißer Pfeffer und eine warme, eisig-steinige Mineralität. Am Gaumen konzentriert und zugleich elegant, mit salzigem Grip, lebendiger Säure, feiner Struktur und einem langen, mineralischen Nachhall.

Reife gelbe Frucht und Aprikose über Zitrus, weißem Pfeffer und warmer, steiniger Mineralität – konzentriert und elegant, mit salzigem Grip, lebendiger Säure und langem, mineralischem Nachhall.

Ein tiefgründiger, langlebiger Nahe-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in Rahmsauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Höllenpfad im Mühlenberg (VDP.Große Lage), Roxheim, Nahe; steile Südlage; roter Sandstein (Rotliegendes) mit viel Fels; älteste Reben des Guts
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Nahe (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, schonende Verarbeitung, Reife teils im Edelstahltank, teils im großen Holzfass

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Rebsorten

Willi Schäfer Graacher Domprobst Riesling Spätlese #05 2025

Weißwein · Graach (Mosel) · Riesling (Spätlese, fruchtsüß)

Riesling Graacher Domprobst Spätlese #05 · fruchtsüß Willi Schäfer VDP.Große Lage · Mittelmosel Blau- und Grauschiefer Steillage 45–75 % 2025

Die Willi Schäfer Graacher Domprobst Riesling Spätlese #05 2025 stammt aus einer der besten Riesling-Einzellagen Deutschlands. Eine fruchtsüße Spätlese von filigraner Eleganz, aromatischer Tiefe und typischer Schiefermineralität.


Graacher Domprobst – Steillage über der Mittelmosel

Das Weingut Willi Schäfer in Graach zählt zu den stillen Größen der Mittelmosel: kompromissloser Riesling von Schiefer aus drei herausragenden Lagen – Graacher Domprobst, Graacher Himmelreich und Wehlener Sonnenuhr.

Die VDP.Große Lage Domprobst liegt oberhalb von Graach und gehört zu den besten Riesling-Einzellagen Deutschlands. Die nach Südwest bis Süd-Südwest ausgerichteten Weinberge fallen mit 45 bis 75 % Neigung zur Mosel ab (110–260 m) und bestehen aus Blau- und Grauschiefer mit geringem Tonanteil – die Grundlage für Mineralität und gutes Wasserspeichervermögen. Ein besonderes Merkmal sind die teils noch erhaltenen wurzelechten Reben, die über 100 Jahre alt sein können und maßgeblich zur Komplexität beitragen. Schon der Trierer Domprobst sicherte sich im 18. Jahrhundert Anteile der Erträge.

Jahrgang 2025 – Graach (Mosel)

2025 startete vielversprechend: milder Frühling, warmer Frühsommer und ein hochsommerlicher August brachten die Weinberge in prächtigen Zustand, vergleichbar mit 2018. Der September mit ergiebigen Regenfällen setzte das Leseteam unter Druck – penible Selektion am Stock entschied über alles. Am 6. Oktober 2025 war die Lese beendet, früher als je zuvor in der Geschichte des Weinguts. Das Ergebnis sind Weine mit Tiefgang, Schliff und klarer Schiefermineralität.

Herstellung und Ausbau

Fruchtsüße Riesling Spätlese (#05) aus der Graacher Domprobst, Jahrgang 2025; 100 % Riesling von Blau- und Grauschiefer.

Nach penibler Selektion und Handlese wird der Wein traditionell im Stil des Guts vinifiziert, mit kühler Gärung, die die feine Restsüße und die lebendige Schiefersäure der Spätlese bewahrt.

Im Glas

Eine filigrane, fruchtsüße Spätlese: reife gelbe Frucht, Pfirsich und Aprikose, dazu Zitrus, ein Hauch weißer Blüten und eine tiefe, salzig-mineralische Schieferader. Am Gaumen leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, die von einer lebendigen, klaren Mosel-Säure getragen wird, und einem langen, mineralisch-frischen Nachhall.

Reife gelbe Frucht, Pfirsich und Aprikose über Zitrus und weißen Blüten, mit tiefer, salzig-mineralischer Schieferader – leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, getragen von lebendiger Mosel-Säure.

Eine filigrane, sehr langlebige Mosel-Spätlese. Bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Zu würziger asiatischer Küche, zu Currys, zu kräftigem und blauem Käse sowie zu Desserts mit Frucht; auch solo ein Genuss.


Lage: Graacher Domprobst (VDP.Große Lage), Mittelmosel; Süd-West- bis Süd-Süd-West-Steillage, 45–75 % Neigung, 110–260 m; Blau- und Grauschiefer mit geringem Tonanteil; teils wurzelechte, über 100 Jahre alte Reben
Klassifikation: Riesling Spätlese, Mosel (fruchtsüß); 100 % Riesling
Ausbau: penible Selektion, Handlese, kühle Gärung, traditioneller Ausbau im Stil des Guts

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Whisky

Kilchoman Islay Vintage 2013 STR Single Cask 55,10 %

Spirituose · Single Malt Whisky · Islay · Schottland

Kilchoman Islay Vintage 2013 STR Single Cask ist ein getorfter Islay Single Malt der Kilchoman-Farmdestillerie mit STR-Finish. Gebrannt 2013 – das Shaved-Toasted-Re-charred-Rotweinfass bringt rote Frucht und Würze, getragen von maritimem Torfrauch.


Herkunft

Kilchoman ist eine Farmdestillerie an der Westküste der Insel Islay (gegründet 2005, bei Machir Bay) – die erste neue Brennerei Islays seit 124 Jahren. Sie verfolgt das Prinzip „100 % Islay – barley to bottle" und brennt getorfte, küstenwürzige Malts (rund 50 ppm).

Destillation und Reifung

Getorfter Islay Single Malt, gebrannt 2013. Als Single Cask der „Uniquely Islay Series" reifte er zunächst rund sieben Jahre im Ex-Bourbon-Fass und wurde dann in einem STR-Rotweinfass nachgereift. STR steht für Shaved, Toasted & Re-charred – ein von Dr. Jim Swan entwickeltes Verfahren, bei dem Rotweinfässer abgehobelt, getoastet und neu ausgebrannt werden. Naturbelassen: ohne Farbstoff, nicht kühlgefiltert.

Im Glas

Goldgelb mit leicht rötlichem Schimmer. In der Nase rote Früchte – Kirsche, Himbeere –, dazu Eichenwürze, Vanille und Torfrauch. Am Gaumen kräftig und würzig, mit roter Frucht, Karamell, Gewürznoten und maritimem Rauch. Langer, rauchig-würziger Abgang.

Pur genießen

Pur aus dem Nosing-Glas, bei Bedarf mit wenigen Tropfen Wasser, das die Aromen öffnet. Ein seltenes Einzelfass für Liebhaber getorfter, rotweinfassgereifter Islay-Malts – ideal als Digestif.

Klassisch solo: pur, mit etwas Wasser, als Digestif.


Herkunft: Islay (Schottland); Destillerie Kilchoman
Art: Islay Single Malt Whisky (getorft), Single Cask – Uniquely Islay Series
Reifung: Ex-Bourbon, Nachreifung im STR-Rotweinfass (Shaved, Toasted & Re-charred); ohne Farbstoff, nicht kühlgefiltert
Edition: Destillation 2013

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