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Der moderne Mensch …

Ein Plädoyer für mehr Gemeinsamkeit

Der moderne Mensch wählt grün, ernährt sich vegan, bewegt sich geräuschlos mit seinem E-Motor betriebenen SUV von A nach B, erfreut sich im Urlaub der Sonne im Süden und im Winter werden auf dem Weihnachtsmarkt gerne ein bis drei Glühweine für den guten Zweck mit gleichgesinnten Artgenossen*innen gehoben. Das ist korrekt, macht Sinn und folgt der gesellschaftlichen Logik des Vorgegebenem. Laktosefrei, Gendergerecht und stets für ein Selfie für die sozialen Medien bereit, schlägt der sozialisierte Mensch sich so durch das immer schneller werdende Leben.

Wie ein gigantischer Wasserstrudel, wie der Rausch einer durchlebten Liebesnacht oder wie in einem Geschwindigkeitstaumel die Bobbahn hinunter rasend gleich nimmt das Individuum rund um sich herum dabei fast gar nichts mehr wahr. Alles wirkt gedeckelt, aber nichts wird mehr erfasst. Familie und Freunde werden durch virtuelle Assistenten ersetzt. Echte Ernährung und Nahrung wird zunehmend aus synthetischen Reagenzgläsern gewonnen und wird dabei nur immer hübscher verpackt. Persönliche Bestätigung wird durch kaum bekannte Personen aus dem World Wide Web durch sogenannte Likes gewonnen. Emissionsstabil ist hier dann letztendlich der Lebensrhythmus, und der wird dabei genau so penibel, zumindest im Glauben, wie die Steuererklärung ausgefüllt und abgegeben.

Geprägt durch Einsamkeit, Zärtlichkeitsverlust und Religionsunglauben erliegt der nur noch in seinem eigenen Ego Kosmos lebende Mensch so dem Irrglauben, alles korrekt und richtig zu machen. Befeuert durch die sich alle gleich im Hamsterrad hetzenden Artgenossen*innen kommt das Nachdenken über das Sein eigentlich immer erst in den Momenten der plötzlichen Veränderung. Sei es ein Virus, eine Unheil bringende Krankheit, Krieg, der bevorstehende Weltuntergang oder einfach eine ungeplante Veränderung der Lebensumstände. Das ist kurios, aber dennoch logisch, denn wer möchte sich schon vorab über sein Leben ernsthaft Gedanken machen, um dann festzustellen, dass es ziemlich wenig Sinn stiftend ist und arg viel nur noch als verlogen bezeichnet werden kann. 

Aber dies hier ist ja kein Medium, um anderen oder sich selber den polierten Spiegel vor das Gesicht zu halten, sondern es geht um essen, trinken und um die Momente, die dann doch gefühlt ganz anders sind. Wirkliche Gastfreundschaft, gemeinsames Lachen, perfekte Produkte, die sensibel, marktgerecht, lokal und auf den Punkt gegart, gebraten und gekocht wurden und mit einer Fantasie zusammen arrangiert werden, dass der Mensch wieder genau das sein kann, was er im Grunde genommen auch sein möchte: sozial, teilend, liebend, geniessend, lachend und sich allen anderen Lebensgattungen gegenüber so verhaltend, wie er auch selber gerne behandelt werden würde.

Also, seid lieb zueinander, und das geht am besten bei gutem Speis und Trank!

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