Das Weinbaugebiet Ahr

Das Weinbaugebiet Ahr stellt sich vor:

Ganz Deutschland wird von Weißwein dominiert. Ganz Deutschland? Nein! Ein kleines Flusstal hört nicht auf, fleißig herausragenden Rotwein zu keltern! Ziemlich genau in der Mitte zwischen Köln und Koblenz ist es gelegen, und ja, die Dominanz roter Rebsorten ist mit einem Verhältnis von 80 zu 20 schon besonders ausgeprägt. Das größte geschlossene Rotwein-Anbaugebiet auf deutschem Boden ist es, und das mit gerade einmal 562 Hektar Gesamtfläche auf einer einzigen Großlage.

Das Ahrtal ist recht eng, was normalerweise den Zustrom wärmender Winde vom östlich gelegenen Rhein her begünstigt und die Wärme auch in den Nächten am Grund des Tales hält. Gerade diese Geografie führte am 14. Juli 2021 aber auch zur Katastrophe: das sonst so beschauliche Flüsschen – normalerweise kann man mit umgeschlagenen Hosenbeinen hindurchwaten – erreichte einen Pegel von fast sieben Metern und riss in einer unaufhaltsamen Schlammwalze alles mit sich, was ihm in den Weg kam. Anders als etwa das benachbarte Mittelrheintal ist das Ahrtal sehr dicht besiedelt, dementsprechend waren es am Ende gerade einmal vier von 50 Winzerbetrieben, die es nicht traf. Der Rest verlor einen Großteil des eigentlich heiß erwarteten Jahrgangs 2020, der noch in den Tanks lagerte. Die wenigen schon auf Flasche gezogenen Weine, die die Katastrophe überstanden hatten, wurden als „Flutwein“ und „Schlammpagner“ vermarktet. Für die schmutzverkrusteten Zeugen der Naturgewalt wurden hohe Beträge gezahlt, nicht aus Sensationslust, sondern aus herzlicher Solidarität mit Winzern, die über Nacht vor den Trümmern ihrer über Generationen gewachsenen Betriebe standen. Ein Zehntel der Rebfläche wurde komplett zerstört; ob hier in absehbarer Zeit wieder Wein wachsen kann, muss sich erst noch zeigen. Und die Liste der Probleme ist noch deutlich länger: aufgrund der hohen Staubbelastung durch die Aufräumarbeiten ist an eine hygienische Verarbeitung der Trauben vor Ort oft noch gar nicht zu denken. Auch das zwecks Verhinderung von Seuchen gechlorte Trinkwasser ist den Winzern nicht geheuer, kann es doch dafür sorgen, dass der Wein später korkig schmeckt.

Die Ahrtaler Winzer hatten es im Laufe der Geschichte nie besonders leicht: entweder sie hatten Wein, aber keine Abnehmer dafür, oder sie konnten die Nachfrage kaum bedienen.

Die geografische Nähe zum mittelalterlichen Territorialherrn, dem Kurfürstentum Köln, brachte es mit sich, dass der Klerus die besondere Finesse des Ahrweins schnell auf dem Schirm hatte und entsprechend große Mengen davon für sich beanspruchte. Mit der Kirche lief es so einigermaßen, ohne sie erst einmal gar nicht: gegen Ende des 18. Jahrhunderts besetzte Napoleon die linke Rheinseite. Die Franzosen brachten durch die von ihnen betriebene Säkularisation nicht nur massive Unordnung in das bisherige System der vor allem geistlichen Herrschaft über den Weinbau, sondern überschwemmten den Markt zusätzlich noch mit ihren eigenen Erzeugnissen, die sich günstiger herstellen ließen und zudem noch deutlich alkoholischer waren. Auch viele bisherige Abnehmer in Klöstern und Fürstenhöfen verloren ihren Einfluss und konnten keine großzügigen Bestellungen mehr aufgeben. Die Pflicht, Abgaben nun in Münzform zu entrichten und nicht mehr über Naturalien sowie massive Missernten in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts taten ihr Übriges und führten ebenso wie die Mode der Zeit, künstlich gesüßte und mit allerlei Gewürzen versetzte Weine zu konsumieren, dazu, dass viele Winzerfamilien ihrer Heimat den Rücken kehrten und ihr Glück in Übersee suchten.

Als es dann in den 1860ern mit der Produktion endlich wieder bergauf ging, eine Wirtschaftskrise aber den Absatz behinderte, waren die verbliebenen Winzer es endgültig leid. Sie erkannten, dass sie auf sich allein gestellt kaum eine Chance gegen die Konkurrenz mit ihren viel größeren Weingütern haben würden und gründeten daraufhin 1868 die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr. Die Idee machte schnell Schule, bis Ende des Jahrhunderts wurden fast zwei Dutzend solcher Zusammenschlüsse nach dem von Raiffeisen erfundenen Prinzip besiegelt. Auch heute noch sind 90 Prozent der Ahr-Winzer in Genossenschaften organisiert, eine Konsequenz der meist sehr kleinen Parzellen, die eine Alleinvermarktung unrentabel machen – und dabei sprechen wir heute schon von einer deutlich entspannteren Situation als noch vor einigen Jahrzehnten. Denn obwohl die Flurbereinigungen nach dem Zweiten Weltkrieg dem deutschen Weinbau viel von seiner Ursprünglichkeit genommen haben, waren sie dennoch nötig, um aus Abertausenden winzigen Parzellen mit manchmal nicht einmal 200 Quadratmetern wieder Flächen zu machen, die wenigstens einigermaßen konkurrenzfähig sind, auch wenn auf vielen steilen Terrassen in 200 bis 300 Metern Höhe nach wie vor Handlese praktiziert wird. Während der Lesezeit zuzusehen, wie die Erntehelfer stundenlang durch den schrundigen Fels klettern, um den häufig nur in kleinen Grüppchen zusammenstehenden Rebstöcken eine Butte voll Trauben abzuringen, ist eine wahre Offenbarung. Nicht ganz günstig sind die hochwertigeren Roten dann auch – andererseits aber doch, wenn man sie mit ihren französischen Äquivalenten vergleicht, die oft genug reines Spekulationsobjekt sind und obendrein erst nach etlichen Jahren trinkreif. Mutige Sommeliers erkannten in den 90ern das enorme Potential und begannen, hier und da mal einen Pinot Noir von der Ahr zwischen all den französischen Grand Crus auf den Speisekarten feiner deutscher Restaurants zu platzieren.

Zwar gibt es nur etwas mehr als eine Handvoll wirklicher Spitzenbetriebe an der Ahr, deren Betreiber haben ihr Handwerk aber von der Pike auf gelernt: oft übernahmen sie bis dahin sehr hemdsärmelig geführte Weingüter ohne große Ambitionen. Sich Inspiration von außen holen? Bitte nicht, für’s Weinfest reicht’s ja. Die Jungen waren da anders, reisten nach Burgund, experimentierten mit verschiedenen Fässern und Klonen herum. Das setzte letztlich eine schleichende Qualitätssteigerung in Gang, zunächst bedingt durch die Verdrängung des sehr reich tragenden Blauen Portugiesers, der aktuell nur noch als einfacher Schoppenwein eine Bedeutung hat. An seine Stelle traten erst Spät-, mittlerweile auch dessen Mutation Frühburgunder, der etwas eher zur vollen Reife kommt und daher immer mehr Fläche erobert. Beide sind in Standortwahl und Pflege anspruchsvoll und liefern nur eine geringe Ernte, die von besonders ambitionierten Winzern noch bewusst reduziert wird, wenn sie kurz vor Lesebeginn einen guten Anteil Trauben aus den Stöcken herausschneiden, damit die verbliebenen umso mehr Kraft aus dem Schlussspurt ihres Wachstums ziehen können. Außergewöhnlich warm ist es hier zwar nicht, und auch die Sonnenstunden sind nicht allzu zahlreich, aber die Südausrichtung vieler Lagen und die lange Vegetationsperiode von über 120 Tagen tun das Nötige.

Die hunderttausenden Touristen, die Jahr für Jahr die malerischen Wanderrouten zwischen Altenahr und Heimersheim entdecken, sind sicherlich nicht alle angetan von den Erzeugnissen der Winzer an der Strecke: zwar keltern die Genossenschaften noch immer recht gefällige Massenweine, die Qualitätsweingüter heben sich aber schon recht deutlich von dem ab, was man sonst aus Deutschland so gewohnt ist. Verantwortlich dafür ist eine Zutat, über die die Wanderer während ihrer Tour wohl gestaunt haben mögen, wenn sie als imposante Felsformation wie etwa der „Bunten Kuh“ bei Walporzheim daherkam, ansonsten aber mehr oder weniger achtlos hinweggeschritten sind: die kargen Böden aus verwittertem Schiefer und dem vulkanischem Gestein der das Gebiet vor zu harscher Witterung schützenden Eifel. Beides speichert tagsüber die Sonnenwärme und gibt sie nachts zuverlässig an die Reben zurück.

Den Spätburgundern mit ihrem dezenten Himbeerhintergrund beschert der Schiefer eine rauchig-steinige Note. Hinzu kommt eine aufgrund der Lage sehr nah an der nördlichen deutschen Weinbaugrenze nicht zu unterschätzende Säure. Manche Winzer, die ihren Kunden eher samtig-schmeichelnde Weine bieten wollen, greifen daher auf das Prinzip der malolaktischen Gärung zurück, bei der Bakterien die im Rotwein enthaltene Apfelsäure in Milchsäure umwandeln. Überbordende Fruchtaromen sucht man eher vergeblich, dafür wird man oft mit wunderbaren Barrique-Untertönen verwöhnt. Auch diese Technik geriet durch die Flutkatastrophe in große Gefahr, wurden doch viele Fässer dauerhaft unbrauchbar. Nun kann ein Winzer nicht einfach fabrikneue Fässer ordern, ohne den Weinen dadurch einen völlig anderen Geschmack aufzuprägen. Gefragt sind solche, die schon seit Jahren in Benutzung sind und eine schöne Patina angesetzt haben. Diesmal waren es nicht die Kunden, sondern befreunde Winzer aus dem In- und Ausland, die den Kollegen helfend zur Seite sprangen, damit die neuen Jahrgänge möglichst ohne Qualitätseinbußen anschließen können. Und zur Not muss man mit Weißwein überbrücken: in den unteren Lagen in direkter Flussnähe wird der Schiefer meterhoch von Lösslehm überlagert, der insbesondere dem Riesling eine kühle Würzigkeit verleiht. Klar, man kann in dieser Angelegenheit nicht bei den Großen mitspielen, mit Rheingau und Mosel, aber das muss man ja auch nicht, man hat seine Nische in anderen Spezialitäten gefunden. Zum Beispiel dem Blanc de Noir, oder, wenn man den althergebrachten Begriff verwenden möchte, Weißherbst. Schon seit dem 17. Jahrhundert kennt man ihn hier, damals unter dem Namen „Ahrbleichert“. Früher machte man sich nicht die Mühe, den Most roter Trauben lange auf den Schalen liegen zu lassen, verarbeitete also egal welche Burgundertraube auf die gleiche Weise, nämlich nach Art eines Weißweins.

Klingt ein bisschen uninspiriert, gar faul? Nein, das sind die Ahrtaler mit Sicherheit nicht! Eher ein wenig stur. Das Schicksal legt uns Steine in den Weg? Egal, wir rollen sie beiseite und machen weiter. So geht das schon seit Jahrhunderten, so läuft es auch aktuell. Winzern am Polarkreis, wie man sich früher über die Grenzlage lustig machte? Man schließt die Augen, nimmt einen tiefen Schluck Spätburgunder, hält sein Gesicht in die Sommersonne über der Ahr und lächelt milde. Text: Dario Sellmaier

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Südafrika

Oude Kaap Moscato

Wein · Weißwein · Western Cape · Südafrika

Oude Kaap Moscato ist ein süffiger Weißwein mit feiner Restsüße – für alle, die es milder mögen. Sehr aromatisch, mit der typisch blumig-fruchtigen Muskatnote.


Western Cape / Südafrika

Oude Kaap ist eine Weinlinie von DGB (Douglas Green Bellingham), einem der größten unabhängigen Weinerzeuger Südafrikas, mit Wurzeln im Franschhoek-Tal. Die Trauben stammen aus dem Western Cape, dem Weinkernland Südafrikas.

Rebsorte und Ausbau

Gekeltert aus Muskat (Moscato), der aromatischsten Rebsortenfamilie der Welt. Die Gärung erfolgt schonend im Edelstahltank und wird frühzeitig gestoppt, um die natürliche Restsüße und das intensive Muskataroma zu bewahren. Lieblich ausgebaut.

Im Glas

Helles Gelb. In der Nase intensive Muskataromatik mit Noten von Trauben, Blüten, Pfirsich und Litschi. Am Gaumen süffig und mild, mit feiner Restsüße und sauberem, fruchtigem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 6–8 °C servieren – als Aperitif, Solowein oder zum Dessert.

Passt zu: frischem Obst, Obstdesserts, mildem Käse und würzig-asiatischer Küche.


Lage: Western Cape (Südafrika); Oude Kaap / DGB (Douglas Green Bellingham)
Klassifikation: Western Cape – Moscato (Muskat), lieblich
Ausbau: Edelstahltank, Gärung mit erhaltener Restsüße

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Weine

Domaine Bretaudeau Gaïa Muscadet blanc 2022 BIO

Der Gaïa blanc wird zu 100 % aus der Rebsorte Melon de Bourgogne hergestellt. Die über sechzig Jahre alten Reben wachsen auf einem kompakten, grobkörnigen magmatischen dunklen Gestein namens Gabbro. Wie alle Weine von Jérôme Bretaudeau wird der Gaïa biodynamisch ausgebaut. Die Trauben werden manuell und selektiv gelesen, und die Gärung erfolgt mit natürlichen Hefen. Anschließend ruht der Wein über zwei Jahre auf der Vollhefe in einem Betonei.

 

Der Gaïa blanc beeindruckt mit einer kraftvollen Nase, die rauchige und mentholhaltige Noten zeigt. Im Mund präsentiert er sich weich, mit einem sehr langen Nachgeschmack, der rauchige und salzige Mineralität aufweist. Im Glas entwickelt sich der Wein kontinuierlich weiter und zeigt eine vibrierende Länge. Ein herausragender Weißwein mit enormem Entwicklungspotenzial. FR-BIO-01

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Rebsorten

Winkler Grauer Burgunder trocken

Wein · Weißwein · Pfalz · Deutschland

Weingut Winkler Grauer Burgunder zeigt sich in schönem Goldgelb im Glas. Ein frischer, fruchtiger Duft mit erdig-mineralischen Noten leitet über zu Aromen von Äpfeln und Kornblumen – leicht, ausgewogen und spritzig ist dieser Grauburgunder ein herrlich süffiger Weißwein.


Pfalz / Südpfalz

Das Weingut Winkler liegt in der Südpfalz – einer der wärmsten und sonnenreichsten Weinregionen Deutschlands, bekannt für fruchtbetonte, zugängliche Burgunderweine.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder. Der Ausbau betont die leichte, frische und fruchtbetonte Stilistik mit klarer Apfelfrucht und feinem mineralischem Spiel. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Schönes Goldgelb. In der Nase frisch und fruchtig, mit erdig-mineralischen Noten. Am Gaumen Aromen von Äpfeln und Kornblumen, leicht, ausgewogen und spritzig – herrlich süffig, mit sauberem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Geflügel, hellem Fleisch, Spargel und mildem Käse – oder einfach solo.


Lage: Südpfalz (Deutschland); Weingut Winkler
Klassifikation: 100 % Grauburgunder, trocken
Ausbau: leicht und fruchtbetont

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Deutschland

Van Volxem Rotschiefer Kabinett 2021

Fruchtsüßer Weißwein · Saar (Rotschiefer) · Riesling

Riesling Rotschiefer Saar · Mosel Van Volxem eisenreicher roter Devonschiefer Kabinett · fruchtsüß niedriger Alkohol 2021

Der Van Volxem Rotschiefer Riesling Kabinett 2021 ist ein fruchtsüßer Saar-Riesling von eisenreichem rotem Devonschiefer – ein animierendes Spiel aus reifer Frucht, zarter Süße, feiner Säure und belebender Mineralität. Bei niedrigem Alkohol ein herrlich leichter, trinkanimierender Genuss, der nach dem nächsten Glas verlangt.


Rotschiefer – eisenreicher roter Devonschiefer

Van Volxem in Wiltingen an der Saar wurde von Roman Niewodniczanski aus einem traditionsreichen Gut zu neuem Weltruhm geführt. Das Weingut bewirtschaftet ausschließlich Schiefersteillagen der Saar nach Handarbeit – Hänge, die in ihren Ursprüngen bis in die Römerzeit zurückreichen.

Der Rotschiefer stammt von den eisenreichen, roten Devonschiefer-Böden der Saar. Dieser besondere Untergrund verleiht dem Riesling seine reife, würzige Frucht und jene salzig-mineralische Tiefe, die nur diese einzigartige Schieferlandschaft hervorzubringen vermag. Das eher kühle Klima an der Saar bewahrt dabei die feine, lebendige Säure.

Jahrgang 2021 – Saar

2021 war an der Saar ein kühler, klassischer Jahrgang – ideal für die feinfruchtige Kabinett-Stilistik. Die langsame Reife bewahrte eine lebendige, präzise Säure, die der reifen Frucht und der feinen Restsüße ein elegantes Gegengewicht gibt. Das Ergebnis ist ein besonders frischer, animierender und ausgewogener Kabinett.

Ausbau

Fruchtsüßer Riesling Kabinett (VDP.Gutswein) von der Saar, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von eisenreichem rotem Devonschiefer.

Der Wein wird aus gesunden, goldgelb gereiften Beeren vinifiziert und spontan vergoren. Die Gärung wird angehalten, sodass eine feine natürliche Restsüße erhalten bleibt und der Alkoholgehalt niedrig ausfällt – die Grundlage für den leichten, animierenden Trinkfluss dieses klassischen Saar-Kabinetts.

Im Glas

Aus dem eisenreichen roten Schiefer und der kühlen Saar lebt dieser Kabinett von seinem Spiel aus Frucht und Mineralität: helles Goldgelb mit grünlichen Reflexen, dazu reife Aromen von Aprikose, Mirabelle und Weinbergspfirsich, Zitrus und gelbem Apfel, untermalt von einer rauchig-erdigen, salzigen Mineralität. Am Gaumen charmant und saftig, mit einer feinen, nie dominanten Restsüße, die von einer lebendigen Säure und mineralischem Zug perfekt aufgefangen wird – leicht, filigran und herrlich trinkanimierend.

Reife Aprikose, Mirabelle und Weinbergspfirsich über salziger Schiefer-Mineralität – feine Süße, lebendige Säure, leicht und trinkanimierend.

Ein vielseitiger, jugendlich-frischer Riesling mit gutem Reifepotenzial. Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif und Solist auf der Terrasse, zu würziger asiatischer Küche, zu Sushi und leicht scharfen Gerichten sowie zu mild-würzigem Käse und fruchtigen Desserts.


Lage: Rotschiefer-Lagen an der Saar (Mosel); eisenreiche, rote Devonschiefer-Verwitterungsböden; ohne Herbizide bewirtschaftet
Klassifikation: VDP.Gutswein; Riesling Kabinett (fruchtsüß); 100 % Riesling
Ausbau: Spontangärung, angehaltene Gärung mit feiner natürlicher Restsüße, niedriger Alkohol

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Spanien

Vega Sicilia Unico Reserva Especial Edition 2022

Rotwein · Ribera del Duero · Reserva Especial · Multi-Vintage

95% Tinto Fino · 5% Cabernet Sauvignon Ribera del Duero Cuvée 2008 · 2010 · 2011 jahrgangslos Reserva Especial

Der Vega Sicilia Único Reserva Especial (Edition 2022) ist ein jahrgangsloser Wein und eine Hommage an den Stil des Guts. Er vereint drei Único-Jahrgänge – 2008, 2010 und 2011 – zu einer Cuvée aus 95% Tinto Fino (Tempranillo) und 5% Cabernet Sauvignon. Für die Reserva Especial werden ausschließlich die besten Único-Jahrgänge verschnitten.


Finca Vega Sicilia – Ribera del Duero

Das Gut Vega Sicilia erstreckt sich über fast 1.000 Hektar, von denen 210 Hektar dem Weinbau gewidmet sind. Die Reben stehen auf 700 bis 900 Metern Höhe, in einem Mosaik aus 19 Bodenarten und 64 kleinteiligen Parzellen, geformt vom Fluss Duero. Das Durchschnittsalter der Reben liegt bei rund 36 Jahren, bei einer Pflanzdichte von 2.222 Stöcken pro Hektar.

Die Parzellenvielfalt erlaubt es, über mehrere Jahrgänge hinweg genau die Lagen auszuwählen, die für den Único Kraft und zugleich Finesse liefern – die Grundlage für den verschnittenen Stil der Reserva Especial.

Die Jahrgänge 2008, 2010 und 2011

Die Reserva Especial ist bewusst kein Jahrgangswein, sondern ein Verschnitt aus drei gereiften Único-Jahrgängen, der den Hausstil über die Schwankungen einzelner Erntejahre stellt. Diese Edition baut auf 2008, 2010 und 2011 auf.

2008 gilt in der Ribera del Duero als kühlerer, klassisch gezeichneter Jahrgang mit Frische, 2010 als einer der strukturiertesten und langlebigsten der jüngeren Geschichte, 2011 als warmes, reifes Jahr mit Kraft. Im Verschnitt ergänzen sich Frische, Struktur und Fülle dieser drei Jahre.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 95% Tinto Fino und 5% Cabernet Sauvignon.

Die Reserva Especial entsteht aus bereits nach dem Vega-Sicilia-Prinzip langgereiften Único-Jahrgängen – mehrjähriger Ausbau in Holz (Barrique und große Holztanks) und ausgedehnte Flaschenreife – die anschließend verschnitten werden. Das Ergebnis ist ein Wein, der die Tiefe mehrerer Erntejahre in sich trägt.

Im Glas

Tiefes, gereiftes Rot. Komplex und vielschichtig, mit reifer dunkler Frucht, Leder, Tabak, Edelholz und feiner Würze. Am Gaumen seidig und tief, mit feinem Tannin und langem Abgang – die Reife der Einzeljahrgänge zeigt sich in der Geschlossenheit des Verschnitts.

Kein Jahrgangswein, sondern ein Verschnitt der Zeit: drei gereifte Único-Jahrgänge, vereint zum Hausstil von Vega Sicilia.

Schon jetzt zugänglich, bei optimaler Lagerung aber über viele Jahre haltbar. Vor dem Servieren großzügig dekantieren; bei rund 18 °C ausschenken.

Am Tisch

Lamm, Rind und Wild, Schmorgerichte und Edelstücke vom Grill, dazu gereifter Hartkäse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Finca Vega Sicilia, Ribera del Duero (Spanien); 700–900 m, 19 Bodenarten / 64 Parzellen
Klassifikation: Ribera del Duero DO
Ausbau: 95% Tinto Fino, 5% Cabernet Sauvignon; Verschnitt der Jahrgänge 2008, 2010, 2011; mehrjähriger Holz- und Flaschenausbau

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Italien

Vanita Pecorino

Weißwein · Terre di Chieti IGT · Pecorino

100 % Pecorino Terre di Chieti IGT Abruzzen Fantini by Farnese Ausbau im Edelstahltank trocken

Vanita Pecorino ist ein aromatischer, trockener Weißwein der Fantini Group aus den Abruzzen. Reinsortiger Pecorino, im Edelstahltank ausgebaut und ohne Holz gefüllt – strohgelb mit grünlichen Reflexen, mit gelben, vollreifen Früchten in der Nase und saftiger Aromatik von weißem Pfirsich, Birne und Vanille.


Pecorino in den Abruzzen

Namensgeber der Rebsorte ist das italienische Wort für Schaf, pecora: Man sagt, die Pecorino-Traube sei von Schafen besonders bevorzugt worden, wenn man sie zwischen den Rebstöcken von einer Weide zur nächsten trieb. Die Sorte stammt aus den Bergen zwischen den Abruzzen und den Marken und war Mitte des 20. Jahrhunderts fast verschwunden – sie reift früh, trägt wenig und galt damit als unwirtschaftlich. Erst seit den 1980er-Jahren wurde sie wieder gezielt gepflanzt.

Die Rebflächen der Terre di Chieti liegen in den Hügeln zwischen der Adria im Osten und dem Massiv der Maiella im Westen. Diese Lage zwischen Meer und Gebirge prägt den Stil: mediterrane Wärme vom Wasser her, kühle Fallwinde aus dem Apennin und große Tag-Nacht-Unterschiede. Die Böden sind überwiegend tonig-kalkhaltig und speichern Wasser für den trockenen Sommer.

Für Pecorino ist das entscheidend. Die Sorte bringt von Natur aus hohe Säure und eine kräuterig-gelbfruchtige Aromatik mit – beides geht bei zu viel Wärme schnell verloren. Die kühlen Nächte halten die Säure, und weil Pecorino früh reift, wird er geerntet, bevor die Sommerhitze ihren Höhepunkt erreicht. Hinter dem Wein steht Fantini by Farnese, ein Erzeuger aus den Abruzzen, der mit Partnerbetrieben in mehreren süditalienischen Regionen arbeitet.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Pecorino. Gepresst und vergoren wird kühl im Edelstahltank – die Gärführung bei niedriger Temperatur hält die flüchtigen Fruchtaromen im Wein, statt sie in der Gärluft zu verlieren. Bei einer Sorte, die von ihrer Primäraromatik lebt, ist das der entscheidende Schritt.

Der Ausbau erfolgt ohne Holz. Fassaromen würden die kräuterige, gelbfruchtige Seite des Pecorino überdecken, auf der dieser Wein beruht. Gefüllt wird früh, damit Frische und Frucht erhalten bleiben. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase gelbe, vollreife Früchte, dazu ein kräuteriger Zug, wie ihn die Sorte mitbringt. Am Gaumen sehr aromatisch und saftig, mit weißem Pfirsich, Birne und Vanille, getragen von einer deutlichen Säure. Balsamische, frische Noten im Abgang.

Früh reifende Sorte, kühle Nächte, Gärung im Stahl: Drei Gründe, warum dieser Pecorino trotz mediterraner Herkunft Säure hat.

Bei 8–10 °C servieren, nicht kälter – zu kalt verschwindet die Aromatik, die den Reiz dieser Sorte ausmacht. Jung trinken, solange die Primärfrucht im Vordergrund steht.

Am Tisch

Klassische Begleitung: leichte mediterrane Gerichte, Fisch, Meeresfrüchte und Geflügel. Besonders gut zu Brodetto, gegrilltem Wolfsbarsch, Vitello tonnato und Pasta mit Zitrone oder Kräutern. Die Säure trägt auch Frittiertes – Calamari, Gemüse in Backteig. Ebenso als Aperitif.


Produzent Fantini by Farnese, Abruzzen
Rebsorte 100 % Pecorino
Lage Provinz Chieti, Abruzzen · Hügelland zwischen Adria und Maiella · tonig-kalkhaltige Böden
Klassifikation Terre di Chieti IGT · trocken
Vinifikation kühle Gärung im Edelstahltank
Ausbau Edelstahltank, ohne Holz
Trinkempfehlung jung trinken

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Weine

Jeff Carrel Eclipse X BIO

Wein · Rotwein · Languedoc · Frankreich

Jeff Carrel Eclipse X ist eine spannende, biozertifizierte Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Grenache, die farbintensiv im Glas erstrahlt. Cabernet Sauvignon steuert klare Cassisfrucht und feine Tannine bei, Grenache eine minzig-samtige Himbeerfrucht.


Languedoc / Südfrankreich

Jeff Carrel ist ein renommierter Winzer und Négociant aus dem Languedoc-Roussillon, bekannt für charaktervolle Weine aus dem Süden Frankreichs. Der Wein stammt aus biologischem Anbau (FR-BIO-01). Der Name spielt auf das intensive Farbspiel des Weins an – wie bei einer Sonnenfinsternis.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Grenache. Cabernet Sauvignon bringt Struktur, Cassisfrucht und feine Tannine, Grenache samtige Himbeerfrucht und eine minzige Note. Der Ausbau betont Frucht und Tiefe. Trocken ausgebaut – der Wein braucht etwas Luft.

Im Glas

Farbintensives, tiefes Rubinrot. In der Nase klare Cassisfrucht und minzig-samtige Himbeere. Am Gaumen kraftvoll und aromenreich, mit reifer Frucht, feinen Tanninen und gutem Zug; mit Luftkontakt gewinnt er an Tiefe und Geschmeidigkeit.

Am Tisch

Vor dem Genuss dekantieren und bei 16–18 °C servieren – ein kraftvoller Begleiter.

Passt zu: gegrilltem und geschmortem rotem Fleisch, Lamm, Wild und reifem Käse.


Lage: Languedoc-Roussillon (Frankreich); Jeff Carrel
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – Cuvée aus Cabernet Sauvignon & Grenache, trocken
Ausbau: fruchtbetont; Wein aus biologischem Anbau
Produktion: 6.000 Flaschen

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Rebsorten

Van Volxem Wiltinger Gottesfuß Alte Reben Riesling Grosses Gewächs 2018

Weißwein · Wiltinger Gottesfuß (Saar) · Riesling

Riesling Wiltinger Gottesfuß Wiltingen · Saar Van Volxem roter & grauer Devonschiefer extrem steil · wurzelecht über 120 Jahre alte Reben Großes Gewächs · trocken · 2018

Der Van Volxem Wiltinger Gottesfuß Alte Reben Riesling Großes Gewächs 2018 stammt von einer der steilsten und renommiertesten Lagen der Saar – von über 120 Jahre alten, wurzelechten Reben. Ein positiver Extremfall: ein vielschichtiger, würzig-salziger Riesling, dessen Bodenmineralität sich mit jedem Schluck in flüssiger Form erkunden lässt.


Wiltinger Gottesfuß – ein Terroir der Extreme

Van Volxem in Wiltingen an der Saar wurde im Jahr 2000 von Roman Niewodniczanski übernommen, der zahlreiche in Vergessenheit geratene Spitzenlagen der Saar wiederbelebte – darunter den Wiltinger Gottesfuß. Dieser spektakuläre Weinberg zwischen Wiltingen und Kanzem liegt unmittelbar an der Saar: ein einem Amphitheater gleichender, extrem steiler Prachthang in südöstlicher Ausrichtung, gesegnet von der warmen Thermik des Flusses an seinem Fuß.

Über 120 Jahre alt sind die wurzelechten Riesling-Reben, die auf diesem extrem steilen Wingert ihre Heimat gefunden und gottlob auch bewahrt haben. Sie wurzeln in skelettreichen, eisenhaltigen roten und grauen Devonschiefer-Verwitterungsböden. Die extreme Pflanzdichte von über 11.000 Stöcken pro Hektar setzt die Reben starker Konkurrenz aus und zwingt sie, ihre Wurzeln tief in den Schiefer zu versenken – die Grundlage für die sagenhafte Mineralität und Komplexität dieses Weins.

Jahrgang 2018 – Saar

2018 war an der Saar ein warmer, sonnenreicher Jahrgang, der besonders reife, vollmundige Weine mit großzügiger Frucht hervorbrachte. Auf dem kargen, eisenhaltigen Schiefer des Gottesfuß ergibt das einen besonders kraftvollen, vielschichtigen Riesling, dessen reife Statur von der salzig-mineralischen Tiefe und der präzisen Säure der Lage getragen wird.

Ausbau

Trockenes Riesling Großes Gewächs aus dem Wiltinger Gottesfuß, Jahrgang 2018; 100 % Riesling von über 120 Jahre alten, wurzelechten Reben.

Aus spät gelesenen, geschmacksintensiven Minitrauben entsteht ein Wein von großer Konzentration. Wie alle Van-Volxem-Weine wird auch der Gottesfuß spontan mit den eigenen Hefen vergoren und über eine lange Reifezeit im großen Holzfass ausgebaut – handwerklich und ohne Schönung. Diese reduktive, hefebetonte Reife verleiht dem Wein Tiefe, Schmelz und eine bemerkenswerte Haltbarkeit.

Im Glas

Man kann diesen Wein eigentlich gar nicht in Worte kleiden, da er ein positiver Extremfall ist. Die Mineralität des Bodens ist mit jedem Schluck in flüssiger Form zu erkunden. Das Würzige und auch sehr Salzige verbindet sich wie bei einer Kettenreaktion mit Aromen von Aprikosen und Weinbergspfirsichen. Hier stellt sich nicht der eleganteste, aber sicherlich einer der vielschichtigsten Rieslinge vor. Kein Hundertmeterläufer, sondern ein Triathlet.

Würzig und sehr salzig, wie eine Kettenreaktion verwoben mit Aprikose und Weinbergspfirsich – kein Hundertmeterläufer, sondern ein Triathlet.

In diesem Trinkstadium unbedingt dekantieren! Ein großer Riesling mit jahrzehntelangem Reifepotenzial. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Forelle und edlem Fisch, zu Meeresfrüchten und Krustentieren, zu Kalbsfilet mit Steinpilzen, Geflügel sowie zu Risotto und Vitello tonnato.


Lage: Wiltinger Gottesfuß, Wiltingen an der Saar (Mosel); amphitheatralische, extrem steile Steillage in Südostausrichtung; skelettreicher, eisenhaltiger roter und grauer Devonschiefer; über 120 Jahre alte, wurzelechte Reben; VDP.GROSSE LAGE
Klassifikation: VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken); 100 % Riesling; „Alte Reben"
Ausbau: späte Handlese, Spontangärung mit eigenen Hefen, lange Reife im großen Holzfass, handwerklich und ohne Schönung

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