Das Weinbaugebiet Ahr

Das Weinbaugebiet Ahr stellt sich vor:

Ganz Deutschland wird von Weißwein dominiert. Ganz Deutschland? Nein! Ein kleines Flusstal hört nicht auf, fleißig herausragenden Rotwein zu keltern! Ziemlich genau in der Mitte zwischen Köln und Koblenz ist es gelegen, und ja, die Dominanz roter Rebsorten ist mit einem Verhältnis von 80 zu 20 schon besonders ausgeprägt. Das größte geschlossene Rotwein-Anbaugebiet auf deutschem Boden ist es, und das mit gerade einmal 562 Hektar Gesamtfläche auf einer einzigen Großlage.

Das Ahrtal ist recht eng, was normalerweise den Zustrom wärmender Winde vom östlich gelegenen Rhein her begünstigt und die Wärme auch in den Nächten am Grund des Tales hält. Gerade diese Geografie führte am 14. Juli 2021 aber auch zur Katastrophe: das sonst so beschauliche Flüsschen – normalerweise kann man mit umgeschlagenen Hosenbeinen hindurchwaten – erreichte einen Pegel von fast sieben Metern und riss in einer unaufhaltsamen Schlammwalze alles mit sich, was ihm in den Weg kam. Anders als etwa das benachbarte Mittelrheintal ist das Ahrtal sehr dicht besiedelt, dementsprechend waren es am Ende gerade einmal vier von 50 Winzerbetrieben, die es nicht traf. Der Rest verlor einen Großteil des eigentlich heiß erwarteten Jahrgangs 2020, der noch in den Tanks lagerte. Die wenigen schon auf Flasche gezogenen Weine, die die Katastrophe überstanden hatten, wurden als „Flutwein“ und „Schlammpagner“ vermarktet. Für die schmutzverkrusteten Zeugen der Naturgewalt wurden hohe Beträge gezahlt, nicht aus Sensationslust, sondern aus herzlicher Solidarität mit Winzern, die über Nacht vor den Trümmern ihrer über Generationen gewachsenen Betriebe standen. Ein Zehntel der Rebfläche wurde komplett zerstört; ob hier in absehbarer Zeit wieder Wein wachsen kann, muss sich erst noch zeigen. Und die Liste der Probleme ist noch deutlich länger: aufgrund der hohen Staubbelastung durch die Aufräumarbeiten ist an eine hygienische Verarbeitung der Trauben vor Ort oft noch gar nicht zu denken. Auch das zwecks Verhinderung von Seuchen gechlorte Trinkwasser ist den Winzern nicht geheuer, kann es doch dafür sorgen, dass der Wein später korkig schmeckt.

Die Ahrtaler Winzer hatten es im Laufe der Geschichte nie besonders leicht: entweder sie hatten Wein, aber keine Abnehmer dafür, oder sie konnten die Nachfrage kaum bedienen.

Die geografische Nähe zum mittelalterlichen Territorialherrn, dem Kurfürstentum Köln, brachte es mit sich, dass der Klerus die besondere Finesse des Ahrweins schnell auf dem Schirm hatte und entsprechend große Mengen davon für sich beanspruchte. Mit der Kirche lief es so einigermaßen, ohne sie erst einmal gar nicht: gegen Ende des 18. Jahrhunderts besetzte Napoleon die linke Rheinseite. Die Franzosen brachten durch die von ihnen betriebene Säkularisation nicht nur massive Unordnung in das bisherige System der vor allem geistlichen Herrschaft über den Weinbau, sondern überschwemmten den Markt zusätzlich noch mit ihren eigenen Erzeugnissen, die sich günstiger herstellen ließen und zudem noch deutlich alkoholischer waren. Auch viele bisherige Abnehmer in Klöstern und Fürstenhöfen verloren ihren Einfluss und konnten keine großzügigen Bestellungen mehr aufgeben. Die Pflicht, Abgaben nun in Münzform zu entrichten und nicht mehr über Naturalien sowie massive Missernten in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts taten ihr Übriges und führten ebenso wie die Mode der Zeit, künstlich gesüßte und mit allerlei Gewürzen versetzte Weine zu konsumieren, dazu, dass viele Winzerfamilien ihrer Heimat den Rücken kehrten und ihr Glück in Übersee suchten.

Als es dann in den 1860ern mit der Produktion endlich wieder bergauf ging, eine Wirtschaftskrise aber den Absatz behinderte, waren die verbliebenen Winzer es endgültig leid. Sie erkannten, dass sie auf sich allein gestellt kaum eine Chance gegen die Konkurrenz mit ihren viel größeren Weingütern haben würden und gründeten daraufhin 1868 die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr. Die Idee machte schnell Schule, bis Ende des Jahrhunderts wurden fast zwei Dutzend solcher Zusammenschlüsse nach dem von Raiffeisen erfundenen Prinzip besiegelt. Auch heute noch sind 90 Prozent der Ahr-Winzer in Genossenschaften organisiert, eine Konsequenz der meist sehr kleinen Parzellen, die eine Alleinvermarktung unrentabel machen – und dabei sprechen wir heute schon von einer deutlich entspannteren Situation als noch vor einigen Jahrzehnten. Denn obwohl die Flurbereinigungen nach dem Zweiten Weltkrieg dem deutschen Weinbau viel von seiner Ursprünglichkeit genommen haben, waren sie dennoch nötig, um aus Abertausenden winzigen Parzellen mit manchmal nicht einmal 200 Quadratmetern wieder Flächen zu machen, die wenigstens einigermaßen konkurrenzfähig sind, auch wenn auf vielen steilen Terrassen in 200 bis 300 Metern Höhe nach wie vor Handlese praktiziert wird. Während der Lesezeit zuzusehen, wie die Erntehelfer stundenlang durch den schrundigen Fels klettern, um den häufig nur in kleinen Grüppchen zusammenstehenden Rebstöcken eine Butte voll Trauben abzuringen, ist eine wahre Offenbarung. Nicht ganz günstig sind die hochwertigeren Roten dann auch – andererseits aber doch, wenn man sie mit ihren französischen Äquivalenten vergleicht, die oft genug reines Spekulationsobjekt sind und obendrein erst nach etlichen Jahren trinkreif. Mutige Sommeliers erkannten in den 90ern das enorme Potential und begannen, hier und da mal einen Pinot Noir von der Ahr zwischen all den französischen Grand Crus auf den Speisekarten feiner deutscher Restaurants zu platzieren.

Zwar gibt es nur etwas mehr als eine Handvoll wirklicher Spitzenbetriebe an der Ahr, deren Betreiber haben ihr Handwerk aber von der Pike auf gelernt: oft übernahmen sie bis dahin sehr hemdsärmelig geführte Weingüter ohne große Ambitionen. Sich Inspiration von außen holen? Bitte nicht, für’s Weinfest reicht’s ja. Die Jungen waren da anders, reisten nach Burgund, experimentierten mit verschiedenen Fässern und Klonen herum. Das setzte letztlich eine schleichende Qualitätssteigerung in Gang, zunächst bedingt durch die Verdrängung des sehr reich tragenden Blauen Portugiesers, der aktuell nur noch als einfacher Schoppenwein eine Bedeutung hat. An seine Stelle traten erst Spät-, mittlerweile auch dessen Mutation Frühburgunder, der etwas eher zur vollen Reife kommt und daher immer mehr Fläche erobert. Beide sind in Standortwahl und Pflege anspruchsvoll und liefern nur eine geringe Ernte, die von besonders ambitionierten Winzern noch bewusst reduziert wird, wenn sie kurz vor Lesebeginn einen guten Anteil Trauben aus den Stöcken herausschneiden, damit die verbliebenen umso mehr Kraft aus dem Schlussspurt ihres Wachstums ziehen können. Außergewöhnlich warm ist es hier zwar nicht, und auch die Sonnenstunden sind nicht allzu zahlreich, aber die Südausrichtung vieler Lagen und die lange Vegetationsperiode von über 120 Tagen tun das Nötige.

Die hunderttausenden Touristen, die Jahr für Jahr die malerischen Wanderrouten zwischen Altenahr und Heimersheim entdecken, sind sicherlich nicht alle angetan von den Erzeugnissen der Winzer an der Strecke: zwar keltern die Genossenschaften noch immer recht gefällige Massenweine, die Qualitätsweingüter heben sich aber schon recht deutlich von dem ab, was man sonst aus Deutschland so gewohnt ist. Verantwortlich dafür ist eine Zutat, über die die Wanderer während ihrer Tour wohl gestaunt haben mögen, wenn sie als imposante Felsformation wie etwa der „Bunten Kuh“ bei Walporzheim daherkam, ansonsten aber mehr oder weniger achtlos hinweggeschritten sind: die kargen Böden aus verwittertem Schiefer und dem vulkanischem Gestein der das Gebiet vor zu harscher Witterung schützenden Eifel. Beides speichert tagsüber die Sonnenwärme und gibt sie nachts zuverlässig an die Reben zurück.

Den Spätburgundern mit ihrem dezenten Himbeerhintergrund beschert der Schiefer eine rauchig-steinige Note. Hinzu kommt eine aufgrund der Lage sehr nah an der nördlichen deutschen Weinbaugrenze nicht zu unterschätzende Säure. Manche Winzer, die ihren Kunden eher samtig-schmeichelnde Weine bieten wollen, greifen daher auf das Prinzip der malolaktischen Gärung zurück, bei der Bakterien die im Rotwein enthaltene Apfelsäure in Milchsäure umwandeln. Überbordende Fruchtaromen sucht man eher vergeblich, dafür wird man oft mit wunderbaren Barrique-Untertönen verwöhnt. Auch diese Technik geriet durch die Flutkatastrophe in große Gefahr, wurden doch viele Fässer dauerhaft unbrauchbar. Nun kann ein Winzer nicht einfach fabrikneue Fässer ordern, ohne den Weinen dadurch einen völlig anderen Geschmack aufzuprägen. Gefragt sind solche, die schon seit Jahren in Benutzung sind und eine schöne Patina angesetzt haben. Diesmal waren es nicht die Kunden, sondern befreunde Winzer aus dem In- und Ausland, die den Kollegen helfend zur Seite sprangen, damit die neuen Jahrgänge möglichst ohne Qualitätseinbußen anschließen können. Und zur Not muss man mit Weißwein überbrücken: in den unteren Lagen in direkter Flussnähe wird der Schiefer meterhoch von Lösslehm überlagert, der insbesondere dem Riesling eine kühle Würzigkeit verleiht. Klar, man kann in dieser Angelegenheit nicht bei den Großen mitspielen, mit Rheingau und Mosel, aber das muss man ja auch nicht, man hat seine Nische in anderen Spezialitäten gefunden. Zum Beispiel dem Blanc de Noir, oder, wenn man den althergebrachten Begriff verwenden möchte, Weißherbst. Schon seit dem 17. Jahrhundert kennt man ihn hier, damals unter dem Namen „Ahrbleichert“. Früher machte man sich nicht die Mühe, den Most roter Trauben lange auf den Schalen liegen zu lassen, verarbeitete also egal welche Burgundertraube auf die gleiche Weise, nämlich nach Art eines Weißweins.

Klingt ein bisschen uninspiriert, gar faul? Nein, das sind die Ahrtaler mit Sicherheit nicht! Eher ein wenig stur. Das Schicksal legt uns Steine in den Weg? Egal, wir rollen sie beiseite und machen weiter. So geht das schon seit Jahrhunderten, so läuft es auch aktuell. Winzern am Polarkreis, wie man sich früher über die Grenzlage lustig machte? Man schließt die Augen, nimmt einen tiefen Schluck Spätburgunder, hält sein Gesicht in die Sommersonne über der Ahr und lächelt milde. Text: Dario Sellmaier

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Spanien

Tentenublo Escondite del Ardacho Abundillano 2019

Rotwein · Rioja Alavesa · Garnacha (Single Parcel)

Garnacha · Tempranillo · Malvasía Escondite del Ardacho · Abundillano Single Parcel DOCa Rioja (Alavesa) Tentenublo (Roberto Oliván) sandiger Kalk · 90–105 J. Reben ungeschönt & unfiltriert nur 1.398 Flaschen · 2019

Der Tentenublo Escondite del Ardacho „El Abundillano" 2019 ist ein Rotwein, wie ihn die spanische Weinwelt so noch nicht im Glas hatte: Garnacha-dominiert, aus einer einzigen Parzelle mit rund 100 Jahre alten Reben. Er hat die Kraft eines wilden Priorat, ohne rosiniert oder überkonzentriert zu sein – ungeschminktes Terroir, intensivste Frucht und grandioses Finale.


El Abundillano – eine einzige alte Parzelle

Tentenublo ist das Projekt von Roberto Oliván aus der Rioja Alavesa, dem baskischen Teil der Region. Die Escondite-del-Ardacho-Reihe versammelt seine Single-Parcel-Weine, die das jeweilige Mikroterroir mit größter Detailtreue übersetzen.

Der Abundillano stammt aus der sandigen, stark kalkhaltigen Parzelle gleichen Namens, bestockt mit 90 bis 105 Jahre alten Reben. Aus diesem kargen, alten Weinberg entsteht ein Wein von der Eleganz eines Garnacha aus Méntrida oder von Madrid – dabei aber farbintensiver, frischer und vollmundiger.

Jahrgang 2019 – Rioja

2019 war an der Rioja ein trockener, hochwertiger Jahrgang, der konzentrierte, zugleich frische und fein strukturierte Weine hervorbrachte. Die Höhenlage mit ihren kühlen Nächten und der kompromisslos handwerkliche Stil von Roberto Oliván bewahrten Frische und die mineralische Prägung des sandigen Kalkbodens – reife Frucht und Spannung im Gleichgewicht. Mit einigen Jahren Flaschenreife zeigt sich der Wein heute in einer schönen, zugänglichen Phase.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus hauptsächlich Garnacha mit ein wenig Tempranillo und Malvasía, Jahrgang 2019, trocken; von 90 bis 105 Jahre alten Reben aus der Einzelparzelle Abundillano.

Der Wein wird kompromisslos natürlich vinifiziert und ungeschönt sowie unfiltriert abgefüllt. So bleibt das ungeschminkte Terroir der alten Parzelle unverfälscht erhalten. Gesamtproduktion: nur 1.398 Flaschen.

Im Glas

Farblich undurchdringlich, im Geschmack ein Korb voller reifer Früchte, insbesondere Himbeeren und Brombeeren. Laktische Noten gesellen sich dazu (Joghurt), sowie Lakritze, dunkle Schokolade und ein mineralischer Touch runden die Geschmacksfacetten ab. Er hat die Kraft wie ein wilder Wein aus dem Priorat, ohne dass er rosiniert, überreif oder zu konzentriert wäre. Ein minutenlanger Nachhall setzt diesem Rotwein noch die Königskrone auf!

Ein Korb voller reifer Himbeeren und Brombeeren, dazu laktische Noten, Lakritze, dunkle Schokolade und ein mineralischer Touch – Priorat-Kraft ohne Überreife, mit minutenlangem Nachhall.

Braucht noch viel Luft und sollte vor dem Genuss großzügig dekantiert werden. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem und gegrilltem Rind, zu kräftigen Schmorgerichten sowie zu Pilzgerichten und gereiftem Käse.


Lage: Einzelparzelle Abundillano, Rioja Alavesa (Spanien); sandige, stark kalkhaltige Böden; 90 bis 105 Jahre alte Reben
Klassifikation: DOCa Rioja; Single-Parcel-Cuvée aus hauptsächlich Garnacha mit Tempranillo und Malvasía (trocken)
Ausbau: kompromisslos natürliche Vinifikation, ungeschönt und unfiltriert abgefüllt; 1.398 Flaschen

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Spirituosen

Palo Tunel Mallorca Kräuterlikör

Likör · Palo · Mallorca · Spanien

Palo Túnel Mallorca Kräuterlikör ist ein traditioneller, süßlicher Kräuterlikör von der Insel Mallorca, hergestellt in der Destillerie Antonio Nadal. Palo ist die klassische Likörspezialität der Insel. Im Glas dunkel, mit feinen Karamellnoten.


Mallorca

Palo ist die traditionelle Likörspezialität Mallorcas mit langer Geschichte. Die Destillerie Antonio Nadal stellt den Túnel Palo nach überlieferter Rezeptur her.

Herstellung und Reifung

Palo wird traditionell aus den Auszügen von Enzianwurzel und Chinarinde gewonnen, mit Zucker und Karamell abgerundet. Daraus entsteht der charakteristische süßlich-herbe Likör mit dunkler Farbe.

Im Glas

Dunkles Braun. In der Nase und am Gaumen süßlich, mit der typischen herb-bitteren Note von Enzian und Chinarinde und feinen Karamellnoten. Vollmundig und aromatisch.

Zum Genuss

Pur, auf Eis oder mit Soda und einer Scheibe Zitrone genießen – ein klassischer Apéritif oder Digestif Mallorcas.

Klassische Begleitung: auf Eis, mit Soda und Zitrone oder als Digestif.


Herkunft: Mallorca (Spanien)
Art: Palo (Kräuterlikör)
Herstellung: Auszüge von Enzianwurzel und Chinarinde, mit Karamell

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Spanien

Equipo Navazos Manzanilla Pasada Bota 59

Likörwein · Manzanilla Pasada Sherry · Sanlúcar de Barrameda · Spanien

Equipo Navazos La Bota de Manzanilla Pasada 59 „Capataz Rivas" ist eine echte Manzanilla Pasada aus Sanlúcar de Barrameda. Eine nummerierte Auswahl aus der La-Guita-Solera, deren „Umwandlung" in einen Amontillado bewusst hinausgezögert wurde – komplex, ausdrucksstark, mit leicht oxidativen, aber frischen Aromen. 3.500 Flaschen.


Sanlúcar de Barrameda / La Guita

Equipo Navazos wählt herausragende Sherry-Fässer aus und füllt sie nummeriert ab. Dieser Wein stammt aus einer kleinen 15-Fässer-Solera der Bodega La Guita (Hijos de Rainera Pérez Marín) in Sanlúcar de Barrameda, die Capataz Rafael Rivas 1986 aus den feinsten alten Manzanillas anlegte. Reinsortig aus Palomino.

Bereitung und Reifung

Eine Manzanilla Pasada: lange biologisch unter Flor gereift, bis die Florschicht schwächer wird und eine sanfte Oxidation einsetzt. Um den Wein im Manzanilla-Charakter zu halten und die Fino-Noten zu intensivieren, statt ihn in einen Amontillado übergehen zu lassen, wurde er mit bestem Wein aus der La-Guita-Solera aufgefrischt. Durchschnittsalter rund 15 Jahre. Saca Juni 2015, 3.500 Flaschen. Trocken, leicht aufgespritet.

Im Glas

Goldgelb bis kupfrig, kristallklar. In der Nase komplex und tief: geröstete Nüsse, getrocknete Aprikose, Brotteig und Hefe, altes poliertes Holz und Orangenschale, dazu salzig-maritime Würze. Am Gaumen geschmeidig und ausdrucksstark, mit balancierter Frische, leicht oxidativer Eleganz und kräftiger Salzigkeit. Langer, würzig-rauchiger Abgang.

Am Tisch

Bei rund 12 °C in mäßig großem Glas servieren – enorm vielseitig am Tisch.

Passt zu: kräftigen Fischgerichten, Reisgerichten mit Fisch, Charcuterie, Rührei mit Steinpilzen, cremigem Schafskäse und würziger asiatischer Küche.


Lage: Sanlúcar de Barrameda, Jerez (Spanien); Bodega La Guita (Hijos de Rainera Pérez Marín)
Klassifikation: Manzanilla Pasada (Sherry), trocken – 100 % Palomino; Auswahl & Abfüllung Equipo Navazos „La Bota 59 – Capataz Rivas"
Ausbau: ~15 Jahre, biologische Reifung unter Flor mit beginnender Oxidation (15-Fässer-Solera); Saca Juni 2015, 3.500 Flaschen

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Länder/Regionen

Zenato Santa Cristina Lugana Vigneto Massoni

Wein · Weißwein · Lugana · Italien

Zenato Lugana Santa Cristina Vigneto Massoni ist der Einzellagenwein der Familie Zenato vom Gardasee. Aus Trebbiano di Lugana besticht er durch seinen Blütenduft, leicht grasige Noten und elegante Kraft am Gaumen; im Geschmack gesellen sich Honigmelone und Kräuter hinzu – zur mediterranen Küche wie geschaffen.


Lugana / Gardasee

Seit fast 50 Jahren schreibt die Familie Zenato rund um den Gardasee eine Erfolgsgeschichte nach der anderen. Dieser Wein stammt aus der Einzellage „Massoni" in der Lugana DOC am südlichen Seeufer, auf lehmig-kalkhaltigen Böden. Zenatos Lugana-Weine zählen zu den besten ihrer Art und haben sich einen festen Platz in der gehobenen Gastronomie erarbeitet.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Trebbiano di Lugana (lokal Turbiana), von der einzelnen Lage Vigneto Massoni. Die Gärung erfolgt im Edelstahltank bei kontrollierter Temperatur, gefolgt von einer Reife auf der Feinhefe, die dem Wein zusätzlichen Schmelz und Tiefe verleiht. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase Blütenduft mit leicht grasigen Noten, dazu Honigmelone und feine Kräuter. Am Gaumen elegant und kraftvoll, mit feiner Säure, gutem Schmelz und langem Nachhall.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – wie geschaffen für die mediterrane Küche.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, Risotto, Pasta mit Gemüse und hellem Fleisch.


Lage: Lugana DOC, Einzellage Vigneto Massoni, Gardasee (Italien); Azienda Zenato
Klassifikation: Lugana DOC – 100 % Trebbiano di Lugana (Turbiana), trocken
Ausbau: Edelstahltank, Reife auf der Feinhefe

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Rebsorten

Metzger Gewürztraminer lieblich -B-

Weißwein · Gewürztraminer · lieblich · Pfalz

Weingut Metzger Gewürztraminer lieblich -B- besticht durch komplexe Aromen von Litschi, Rosen, etwas Honig und einer milden Säure. Eine lange Maischestandzeit bringt das ganze Aromenrepertoire der Trauben hervor. Ein lieblicher Weißwein aus der Pfalz.


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Das warme Klima eignet sich für die aromatische Sorte Gewürztraminer, die hier ihre typische, intensive Aromatik entfalten kann.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Gewürztraminer. Schonendste Verarbeitung und eine lange Maischestandzeit bringen das gesamte Aromenrepertoire der Trauben hervor. Lieblich ausgebaut.

Im Glas

Helles Gold. In der Nase und am Gaumen komplexe Aromen von Litschi, Rosen und etwas Honig. Lieblich und aromatisch, getragen von einer milden Säure. Der Abgang ist weich und lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 9–11 °C servieren.

Klassische Begleitung: asiatische Küche, würzige Gerichte, Blauschimmelkäse und Desserts.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Pfalz – Weißwein (Gewürztraminer), lieblich
Ausbau: Gewürztraminer, lange Maischestandzeit, lieblich

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Spanien

Izadi Crianza

Rotwein · Tempranillo · Rioja · Spanien

Izadi Crianza ist ein reinsortiger Tempranillo aus der Rioja Alavesa. Aus alten Reben, 14 Monate im Eichenfass gereift – butterweich und mit viel Schmelz, mit Noten von Sahne, Karamell und edlem Holz. Samtiger, lang anhaltender Abgang.


Rioja Alavesa

Bodegas Izadi liegt in Villabuena de Álava im Herzen der Rioja Alavesa. Die Trauben stammen aus dem „Triángulo" zwischen Villabuena, Samaniego und Ábalos – aus alten Reben (im Schnitt rund 45 Jahre) auf Ton-Kalk-Böden. „Izadi" heißt auf Baskisch „Natur".

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo. Nach der Gärung im Edelstahl reift der Wein 14 Monate im Eichenfass – überwiegend amerikanische, ergänzt um französische Eiche (rund 20 % neue Fässer). Der Crianza-Ausbau gibt ihm cremige Fülle und feine Holzwürze, ohne die Frucht zu überdecken.

Im Glas

Glänzendes Rubinrot. In der Nase Sahne, Karamell und edle Holznoten, dazu rote Frucht, Lakritz und Gewürze. Am Gaumen butterweich und mit viel Schmelz, mit reifer Frucht, feinen Tanninen und gut eingebundenem Holz. Samtiger, lang anhaltender Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein vielseitiger, eleganter Begleiter zu herzhafter Küche.

Klassische Begleitung: gegrilltes rotes Fleisch, Lamm, Schmorgerichte, Hülsenfrüchte und Manchego.


Lage: Villabuena de Álava, Rioja Alavesa (Spanien); D.O.Ca. Rioja
Klassifikation: Crianza – Tempranillo, Rotwein (trocken)
Ausbau: 14 Monate im Eichenfass (überwiegend amerikanische, dazu französische Eiche)

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Rebsorten

Ziereisen Jaspis Nägelin Chardonnay 2023

Wein · Weißwein · Baden · Deutschland

Ziereisen Jaspis Nägelin Chardonnay 2023 ist ein sortentypischer Einzellagen-Chardonnay des Weinguts Ziereisen aus Efringen-Kirchen im Dreiländereck. Der Wein stammt aus der Nägelin-Parzelle, wird zu 100 % handgelesen und unfiltriert ausgebaut – eine klare, trockene Linie mit mineralischem Zug.


Markgräflerland / Nägelin-Lage

Efringen-Kirchen liegt am südlichsten Punkt Badens, im Markgräflerland, direkt am Dreiländereck D/F/CH. Das Klima ist warm und sonnenstark, geprägt durch Föhneinfluss und die Wärmespeicherung der Rheinebene. Die Böden der Nägelin-Lage bestehen aus Keuper mit Muschelkalk-Anteilen, ein Untergrund, der dem Chardonnay Mineralität und Zug gibt. Klassifiziert als Landwein Oberrhein, was Ziereisen bewusst für weingesetzliche Freiheit im Keller wählt. Die „Jaspis"-Linie umfasst die besonderen Einzellagenweine des Guts.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Chardonnay, zu 100 % handgelesen und unfiltriert ausgebaut. Der unfiltrierte Ausbau hinterlässt feine Trubstoffe, die den Charakter mitprägen. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase Zitrusschale, weißer Pfirsich und ein Hauch gebrannter Feuerstein – ein mineralischer Zug, der auf den Kalkstein-Untergrund verweist. Am Gaumen eine cremige, leicht griffige Textur bei straffer Säure. Der Abgang ist mittellang, salzig-mineralisch, mit nachhallender Zitrusfrucht.

Am Tisch

Jetzt trinkreif, entwickelt sich bei kühler, dunkler Lagerung bis 2028–2030 weiter. Vor dem Servieren 30–45 Minuten dekantieren; bei 11–13 °C servieren.

Passt zu: gegrilltem Steinbutt, Kalbsbries, gereiftem Ziegenkäse und Kräuterrisotto.


Lage: Markgräflerland, Nägelin-Lage, Efringen-Kirchen (Baden, Deutschland); Weingut Ziereisen
Klassifikation: Landwein Oberrhein – 100 % Chardonnay (Einzellage), trocken
Ausbau: handgelesen, unfiltriert (feine Trubstoffe)
Jahrgang: 2023

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Rebsorten

Steffen Trittenheimer Apotheke Riesling Auslese

Weißwein edelsüß · Mosel · Riesling

Riesling Trittenheimer Apotheke Mittelmosel Auslese · edelsüß 2023 7,50 % vol

Die Steffen Trittenheimer Apotheke Riesling Auslese 2023 ist der Inbegriff eines feinen, eleganten, klassischen Rieslings von der Mittelmosel – edelsüß ausgebaut, mit hellem Kernobst, Akazienhonig und einem herumwirbelnden Säurespiel. Der perfekte Wein zum Dessert.


Trittenheimer Apotheke – Steillage am Schiefer

Das Weinhaus Gebrüder Steffen wurde 1794 in Trittenheim an der Mittelmosel gegründet und zählt nach über 200 Jahren zu den etablierten Namen der Region. Die Trittenheimer Apotheke gehört zu den besten und VDP-klassifizierten Lagen der Mosel – in einer Liga mit Wehlener Sonnenuhr und Bernkasteler Doctor.

Die extreme Steillage – teils bis zu 70 % Neigung – ist nach Südwesten ausgerichtet und von blau-grauem Schiefer geprägt. Das Gestein speichert tagsüber die Wärme und gibt sie nachts an die Reben zurück; so erhält der spät reifende Riesling genügend Zeit, Mineralien, Extrakt und Frucht aufzubauen. Das Ergebnis: charaktervolle, filigrane und langlebige Rieslinge von kraftvoller Eleganz.

Jahrgang 2023 – Mosel

2023 brachte an der Mosel reife, aromatische Rieslinge mit gutem Süße-Säure-Spiel. Für edelsüße Prädikatsweine waren die Bedingungen günstig: vollreifes, gesundes Lesegut mit der nötigen Konzentration, getragen von der für die Mosel typischen frischen Säurestruktur.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2023, Prädikat Auslese, edelsüß, 7,50 % vol.

Ausschließlich Handlese in der Steillage, ausgesuchtes, vollreifes Traubengut, behutsame Selektion im Presshaus. Schonende Kaltgärung im Edelstahltank bewahrt Frucht, Frische und das filigrane Süße-Säure-Spiel.

Im Glas

Leuchtendes Hellgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase ein intensives, langanhaltendes Bouquet: frisches Kernobst, reifer Apfel und Quitte, dazu Aprikose, ein Hauch Akazienhonig, zarte florale Noten von Jasmin und Akazienblüte sowie viel helle Frucht. Untermalt wird das Ganze von der typischen mineralischen Note des blau-grauen Schiefers – sonnenwarmes Gestein und ein feiner Zug von Feuerstein. Am Gaumen begeistert die „Apotheke" mit sehr vielen Facetten: dicht und vollmundig im Geschmack, saftig und fein gewoben, mit reifer Frucht, die von einem herumwirbelnden Säurespiel umtanzt wird, das nie langweilig wird.

Dicht, lang und mit nie langweiligem Säurespiel – der perfekte Wein zum Dessert.

Lang im Abgang, getragen von schiefriger Mineralität und feiner Süße-Säure-Balance. Gut reifungsfähig über viele Jahre. Bei 9–11 °C servieren.

Am Tisch

Als klassischer Dessertwein zu Obstkuchen und Crème brûlée, zu Foie gras, zu kräftigem Blauschimmelkäse sowie als Solist nach dem Essen.


Lage: Trittenheimer Apotheke, Mittelmosel (Deutschland); VDP-klassifizierte Steillage, blau-grauer Schiefer, Südwest, bis 70 % Neigung
Klassifikation: Mosel, Riesling Auslese, edelsüß (Prädikatswein)
Ausbau: Riesling; Handlese, Kaltgärung im Edelstahltank, edelsüß

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