Das Weinbaugebiet Ribera del Duero

Fakten über Spaniens Wunder Weinbauregion Ribera del Duero

Die Historie des qualitativ hochwertigen Weinbaus, der die Ribera del Duero neben der Rioja und dem Priorat zur Herkunft der besten spanischen Rotweine macht, beginnt ziemlich spät, nämlich erst vor 160 Jahren. Das ist umso verwunderlicher, weil sich die Böden der Provinz aufgrund ihrer Höhenlage nicht besonders für den Anbau klassischer Feldfrüchte eignen, die landwirtschaftlichen Möglichkeiten abseits des Weinbaus also eher begrenzt sind. Aktuell sind 23 000 Hektar bestockt, in etwa so viele wie in der Pfalz. Das klingt nach recht viel, sind aber letztlich nur 2,3 Prozent der riesigen Gesamtrebfläche Spaniens und nur noch halb so viel wie um die vorletzte Jahrhundertwende. Namensgeber der Region inmitten Kastiliens ist der sich durchziehende Fluss – Ribera del Duero meint nichts anderes als Ufer des Duero. Den haben die etwa 100 Dörfer der Region allerdings keineswegs für sich allein. Zwar entspringt er hier in der Bergkette Picos de Urbión, fließt dann aber 900 Kilometer weit nach Westen, bevor er bei Porto in den Atlantik mündet. Dort in Portugal nennt man ihn Douro, an seinen Ufern wird etwa der Portwein erzeugt.

Es ist fast unmöglich, die Geschichte der Ribera del Duero zu erzählen, ohne dabei gleichzeitig über deren berühmtestes Weingut zu sprechen, das vor anderthalb Jahrhunderten der verschlafenen Region den für Weinliebhaber klingenden Namen verlieh, den sie heute genießt. Denn mit Vega Sicilia hat man nicht nur einen wackeren Lokalmatador, sondern eine der prestigeträchtigsten Bodegas in ganz Spanien. Entgegen ihres Namens hat sie nichts mit der Insel im Süden Italiens zu tun. Vielmehr leitet sich dieser von der heiligen Cäcilia geweihten Kapelle ab, die nahe Valbuena an den Flussauen („Vega“) stand, an denen man sich niedergelassen hatte. 1864 war das, da reiste ein Grundbesitzer, dessen 2000 Hektar bisher nur für Schafzucht und Getreideanbau genutzt worden waren, ins Bordeaux und brachte von dort etwa 20 000 junge Rebensetzlinge mit, um sie auf 230 seiner Hektar anzupflanzen – allerdings vorwiegend typisch französische wie Merlot, Malbec, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir. Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch heraus, dass der heimische Tempranillo den edlen Gewächsen in vielerlei Hinsicht nicht bloß ebenbürtig, sondern sogar überlegen war. Und so sank der „französische“ Anteil immer weiter ab, während der „spanische“ wuchs – heutzutage liegt das Verhältnis bei vier zu eins zugunsten des Tempranillo.

Der nach einigen Konkursen und anschließenden Besitzerwechseln 1915 erstmals produzierte „Único“ ist der Spitzenwein dieses Spitzenweingutes und wahrscheinlich der absolute Archetyp eines spanisches Rotweins. Erst nach zehn Jahren Lagerung kommt er auf den Markt und wird dann regelmäßig mit Bestbewertungen überschüttet. Die damaligen Besitzer waren findige Marketingleute und verteilten Proben des Único vor allem an befreundete Adlige und Mitglieder des spanischen Königshauses, die über die finanziellen Mittel verfügten, um eine ständige Nachfrage zu generieren und den Wein auf feierlichen Banketten bei ausländischen Tischgenossen bekannt machten – auch wenn sich hartnäckig das Gerücht hält, man hätte einen Großteil des Weines still und heimlich in die Rioja gekarrt und dort unter der im In- und Ausland deutlich etablierteren Herkunftsbezeichnung verkauft. Wie dem auch sei, etwa 120 Jahre lang blieb Vega Sicilia so der unbestrittene Platzhirsch in einer weintechnisch eher simpel gestrickten Region. Ab den 80er Jahren dann trat Alejandro Fernández und mit ihm sein Weingut Pesquera ins Rampenlicht. Dessen Weine waren ganz anders als der aristokratisch feine Único: mehr Extrakt, viel amerikanisches Eichenholz, mundfüllend und druckvoll – ein neuer Weinstil war geboren. Und als dann noch Robert Parker die Ribera entdeckte und einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte, kam ein unaufhaltsamer Aufstieg in Gang.

Wobei man nicht unterschlagen kann, dass es neben den Berühmten auch immer schon die Bodenständigen gab und brauchte. 1927 entstand mit der Bodegas Protos die erste Winzergenossenschaft in der Gegend 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Madrid. Sie ist heutzutage mit 600 eigenen und 500 durch Vertragswinzer bestellte Hektar der größte Betrieb der Region und hat genug Selbstbewusstsein gesammelt, um sich mit einem von Norman Forster entworfenen Kellereigebäude ein architektonisches Denkmal setzen lassen. Protos hieß die Bodega dabei nicht immer: bis 1982 war ihr Name Ribera del Duero, diesen gab sie dann allerdings großzügigerweise an die in jenem Jahr neu eingerichtete Denominación de Origen ab. Zu dieser Zeit zählte man gerade einmal ein Dutzend Kellereien – heute, 40 Jahre später, sind es über 200 und mehrere Tausend Klein- und Nebenerwerbswinzer, die diese mit ihren Trauben beliefern. Aufgrund der lediglich wenige Jahrzehnte währenden Tradition haben die klassischen Altersklassifizierungen Crianza, Reserva und Gran Reserva hier nicht jenen hohen Stellenwert, der ihnen in den schon deutlich länger etablierten Weinbaugebieten zukommt. Stattdessen setzt man häufig entweder auf einen Ausbau nach selbst gewählter Dauer, die meist eher kürzer als länger ausfällt, oder vermarket, in Spanien eher untypisch, den Wein unter Angabe des Jahrgangs als sogenannte „Cosecha“. Und auch die Vermarktung von Crus aus Einzellagen erfährt mittlerweile deutlich mehr Aufmerksamkeit.

In direkter Nähe zum Wasser des Duero herrschen Schwemmland- und Lehmböden vor – vom Fluss im Laufe von Jahrhunderten Schicht um Schicht übereinander abgelagert -, die für jene Winzer, die Ambitionen auf die Erzeugung von Spitzenweinen haben, aber eher uninteressant sind. Diese setzen stattdessen auf die kargen, sandigen Höhenlagen mit stark kalkhaltigen Untergründen, entfernen sich dabei aber dennoch selten mehr als zwei oder drei Kilometer vom Fluss. Hier haben es die Rebstöcke nicht leicht – sie werden keineswegs verwöhnt, sondern müssen Wasser und Nährstoffe den Böden regelrecht abtrotzen. Das hindert sie daran, sich einen fetten, undifferenzierten Charakter zuzulegen – stattdessen geraten die Weine trotz ihrer dunkelbeerigen Fülle filigran und elegant. Ist der Boden die Mutter der Weine, so ist das Klima der Vater. Ausgesprochen kontinental präsentiert es sich hier mit kurzen, heißen Sommern, die aber durch kühle Nächte gemildert werden, und langen, kalten Wintern – alles in allem müssen die Reben über das Jahr eine Spanne von 60 Grad Celsius aushalten können. Da im Norden Gebirgsketten die meisten atlantischen Einflüsse blockieren – auch den Regen, was die Region zu einer sehr trockenen macht -, wirkt einzig der Duero ein klein wenig regulierend auf die Temperatur ein. Der Unterschied zwischen Tag und Nacht sorgt dafür, dass die Trauben viel von ihrer natürlichen Säure behalten, was ihnen ein enormes Reifepotential beschert. Außerdem verhindert die dicke Schale einen später enorm hohen Alkoholgehalt.

Der Hauptdarsteller ist, wie auch in der benachbarten Rioja, die Tempranillo. Hier kennt man ihn allerdings eher unter den Namen Tinto Fino oder Tinto del País. Drei Viertel der gesamten Rebflächen sind ihm vorbehalten. Erst die Kombination mit anderen heimischen Roten wie Merlot, Malbec, Cabernet Sauvignon oder Garnacha macht aus ihm jedoch das dunkelviolette, fast schwarze Kraftpaket, ausgebaut in aller Regel in französischen Barriquefässern, für das Weinliebhaber oft viele Hundert Euro zahlen. Obwohl der Tempranillo ins Deutsche übertragen der „kleine Frühe“ genannt wird, weil seine Beeren kleiner und deutlich eher reif als die anderer roter Reben sind, findet die Lese in der Ribera del Duero vergleichsweise spät statt. Später als im Bordeaux etwa, das dazu noch deutlich weiter nördlich liegt. Verantwortlich dafür sind die Lagen auf 700 bis über 1000 Meter Seehöhe, in denen der Niederschlag gering ist. Überdies ist die Maischestandzeit sehr lang, um ein Maximum an Phenolen und Farbstoffen aus den Schalen zu extrahieren. Hauptsächlich rote Rebsorten sind es also, die hier wachsen. Wobei „hauptsächlich“ etwas missverständlich ist, denn es ist überhaupt nur eine einzige weiße Rebsorte zugelassen. Diese hört auf den Namen Albillo Mayor und bringt bei Ertragsreduktion und gutem Ausbau spannende und singuläre Weine hervor. Diese stehen mit ihrer Frische, mittleren Säurewerten und moderatem Alkoholgehalt in einem hübschen Kontrast zu den mächtigen, monolithischen Rotweinen, in deren Schatten sie stehen.

Wobei es in Bezug auf diese feine Unterschiede gibt, je nachdem, aus welchem Part der Ribera sie stammen. Zwar existiert nicht wirklich eine offizielle Unterteilung, gewisse geschmackliche Differenzierungen lassen sich aber nichtsdestotrotz vornehmen. Beginnt man im warmen Westen der Region mit ihren etwas mehr als 100 Kilometern Ausdehnung – bei Peñafiel -, hat man im Glas viel Frucht unterlegt mit einer dezenten Würze. Deutlich gehaltvoller, ja geradezu überwältigend muskulös geraten sie im Herzen der Ribera rund um das Städtchen Roa, während die Weine im östlich gelegenen Soria mit einer schier unglaublichen Finesse begeistern, die zwischen dunkelbeerig-kirschigen Aromen und röstigen, tanninreichen Noten nach Bitterschokolade, Tabak, Zedernholz und Lakritz changiert.

Selbstverständlich darf es in einer Region, die solche Weine von Weltrang produziert, nicht an ähnlich hochwertiger Küche fehlen. Um ein optimales Pairing für die gehaltvollen Roten zu haben, besucht man am besten eines der vielen Grillrestaurants. Was für Deutsche erstmal verdächtig nach Hähnchen am Drehspieß klingt, sind in Wahrheit kulinarische Tempel, in denen man aus traditionellen Tonöfen Köstlichkeiten wie Spanferkel und in Milch geschmortes Lamm reicht, dazu die beliebte Morcilla, eine Wurst aus Blut, Fett, Zwiebeln und Reis. Da die kastilische Hochebene jahrhundertelang ein einfacher, agrarisch geprägter Landstrich war, sind es bis heute vor allem die deftig-nahrhaften Hülsenfrucht-Eintöpfe der Bauern und die vielen traditionellen Schafskäsesorten der Hirten wie Zambrano und Manchego, die sich bei den Einheimischen großer Beliebtheit erfreuen.

Wem es dort auf Dauer zu warm wird, der kann sich in malerischen Städtchen wie Aranda de Duero, dem Hauptort der Region, hinab begeben in das weit verzweigte Kellersystem, in dem man früher die Fässer lagerte. Die meisten sind über Schallröhren miteinander verbunden, sodass man sich unterirdisch mithilfe des natürlichen Halls über weite Strecken miteinander verständigen konnte. Diese Keller sind ein Zeugnis für eine Weinbauhistorie, die schon seit der Römerzeit andauert – unterbrochen nur in der relativ kurzen Zeit, als die muslimischen Mauren so weit in den spanischen Norden vordringen konnten. Sie gemahnen in ihrer fast rührenden Rückständigkeit aber auch daran, dass traditionelle Landwirtschaft allein eine Region nicht über Wasser halten kann: viele Familien haben der Ribera im Zuge der Industrialisierung den Rücken gekehrt, heutzutage zählt der ganze Landstrich gerade einmal 50 000 Einwohner. Wie viel Herzblut die Winzer der Region dennoch oder gerade deswegen in ihre Weine stecken, lässt sich besonders an der Arbeit im Weinberg erkennen: obwohl eine Erntemenge von sieben Tonnen pro Hektar zulässig wäre, sind es im Durchschnitt weniger als viereinhalb, die gelesen werden. Der starke Rückschnitt begünstigt eine höhere Aromenkonzentration in den verbliebenen Trauben, die ohnehin schon kleiner und dickschaliger ausfallen als in der benachbarten Rioja. Darüber hinaus werden vier Fünftel von ihnen von Hand gelesen – in den gebirgigen Lagen mit ihren steinigen Böden, die bei einem unbedachten Schritt schnell mal ins Rutschen geraten, ein kompliziertes Unterfangen. Und obwohl Vega Sicilia, Pesquera, Pingus und Co. sich ihre Tropfen dementsprechend fürstlich entlohnen lassen, hält die Ribera auch zahlreiche für den kleinen Geldbeutel bereit – damit niemandem der atemberaubende Erfolg dieser Region suspekt bleiben muss.

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Rebsorten

Hensel Höhenflug Spätburgunder

Rotwein · Spätburgunder · Pfalz · Deutschland

Hensel Höhenflug Spätburgunder ist ein trockener, im Barrique ausgebauter Rotwein vom Weingut Thomas Hensel aus der Pfalz. Reinsortiger Spätburgunder mit Aromen von Schokolade, Tabak, Walderdbeere und Kirsche – seidig und gut balanciert.


Pfalz

Thomas Hensel führt das Familienweingut in Bad Dürkheim (Pfalz) seit 1990 und zählt zu den besten Rotweinerzeugern Deutschlands. Die „Höhenflug"-Linie steht für die gehobenen, im Holz ausgebauten Gewächse des Hauses.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Spätburgunder (Pinot Noir). Der Wein reift im Barrique, das ihm Schokoladen- und Tabaknoten sowie eine seidige Textur verleiht, ohne die feine Frucht zu überdecken.

Im Glas

In der Nase ein vielschichtiges Bukett aus Schokolade, Tabak, saftig-würziger Walderdbeere und Kirsche. Am Gaumen seidig und fein, mit reifer Frucht, feinem Tannin und guter Balance. Langer, eleganter Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren, etwas Luft im Glas tut dem Wein gut. Ein feiner Pinot für besondere Anlässe.

Klassische Begleitung: Wild, Ente, Lamm, Pilzgerichte und gereifter Käse.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Qualitätswein – Rotwein (trocken)
Ausbau: Barrique

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Schaumweine

Clément & Fils La Godarde Blanc de Noirs 2019

Der Clément & Fils La Godarde Blanc de Noirs 2019 wächst auf einem sehr kleinen Stück Land in Coizard-Joches, wo der Pinot Noir schon 1974 gepflanzt wurde. Jedes Jahr gibt es davon um die 1.300 Flaschen – eine Rarität aus dem Tal des Petit Morin.

Im Glas

Hellgold, feine Perlen. Der Duft zeigt Birne, rote Beeren und etwas Zitrus, dazu eine leise Rauchnote vom Silex. Am Gaumen gerade und präzise, voller Kraft, salzig und elegant gebaut. Ein sehr langes, vibrierend frisches Finale.

Mach was draus

Fisch mit Beurre blanc, Jakobsmuscheln, Perlhuhn, Kalb oder ein gereifter Käse wie Comté. Auch pur ein Erlebnis für alle, die Blanc de Noirs mit Tiefe suchen. Serviere ihn bei 8 bis 10 °C im großen Glas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„La Godarde ist Pinot Noir mit Rauch und Salz. So etwas findet man nicht oft.“

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Kurz gefragt

Wie wird er gemacht? In der alten Coquard-Holzpresse gekeltert, spontan vergoren, zum Teil im 205-Liter-Fass ausgebaut. Ungeschönt, unfiltriert, Dosage 1 g/l.

Wie arbeitet das Haus? Spontangärung mit wilden Hefen, Ausbau in alten Fässern, ohne Schwefel, ohne Filtration und ohne Schönung.

Was macht den Boden besonders? Silex und Kalk in Coizard-Joches geben dem Pinot Noir eine rauchige Note und salzige Spannung.

100 % Pinot Noir · Einzellage La Godarde in Coizard-Joches · Silex, Kalk · Reben von 1974 · Jahrgang 2019 · Coquard-Presse · wilde Hefen · teils im 205-l-Fass · ungeschönt, unfiltriert · Extra Brut, 1 g/l · ca. 1.300 Flaschen · Clément & Fils, Congy · Stand: Oktober 2026

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Spanien

Tentenublo Escondite del Ardacho Las Guillermas 2015

Rotwein · Rioja Alavesa · Tempranillo (Single Parcel)

Tempranillo & Viura Escondite del Ardacho · Las Guillermas Single Parcel · 0,62 ha DOCa Rioja (Alavesa) Tentenublo (Roberto Oliván) kalkhaltiger Lehm · 60+ J. Reben ungeschönt & unfiltriert nur 1.466 Flaschen · 2015

Der Tentenublo Escondite del Ardacho „Las Guillermas" 2015 ist ein Single-Parcel-Tempranillo von nur 0,62 Hektar in der Rioja Alavesa. Trotz seiner stattlichen Alkoholwerte ist dieser Wein kühl, fein und salzig und spiegelt ganz klar sein großes Terroir wider – sicherlich einer der speziellsten und großartigsten Tempranillos der Rioja.


Las Guillermas – 0,62 Hektar auf Lehmkalk

Tentenublo ist das Projekt von Roberto Oliván aus dem Gebiet um Viñaspre in der Rioja Alavesa, dem baskischen Teil der Region. Die Escondite-del-Ardacho-Reihe versammelt seine Single-Parcel-Weine, die das jeweilige Mikroterroir mit größter Detailtreue übersetzen.

Die Einzellage Las Guillermas besteht aus lediglich 0,62 Hektar, bestockt mit 0,40 Hektar Tempranillo und 0,20 Hektar Viura. Die Reben haben inzwischen ein Alter von über sechzig Jahren erreicht, fußen auf kalkhaltigem Lehmgrund und sind einem stark atlantischen Klima ausgesetzt – die Grundlage für den kühlen, salzigen und mineralischen Charakter des Weins.

Jahrgang 2015 – Rioja

2015 war an der Rioja ein warmer, reifer Jahrgang, der konzentrierte, zugleich ausgewogene Weine mit reifer Frucht hervorbrachte. Die Höhenlage mit ihrem stark atlantischen Einfluss und der kompromisslos handwerkliche Stil von Roberto Oliván bewahrten Frische, Salzigkeit und die mineralische Prägung des Lehmkalkbodens. Mit rund einem Jahrzehnt Flaschenreife zeigt sich der Wein heute in einer schönen, reifen Phase.

Assemblage und Ausbau

Single-Parcel-Wein aus Tempranillo mit Viura (0,40 ha Tempranillo / 0,20 ha Viura), Jahrgang 2015, trocken; von über 60 Jahre alten Reben.

Der Wein wird kompromisslos natürlich vinifiziert und – wie immer bei Tentenublo – ungeschönt und unfiltriert abgefüllt. So bleibt das große Terroir der kleinen Parzelle unverfälscht erhalten. Gesamtproduktion: nur 1.466 Flaschen.

Im Glas

Trotz seiner stattlichen Alkoholwerte ist dieser Wein kühl, fein, salzig und spiegelt ganz klar sein großes Terroir wider. Die Fruchtaromen sind vorhanden und brillieren mit Kirsche, Weichsel und feinem Kräuterduft. Diese Aromen unterstützen die Mineralik nuancenreich und münden in einen satten, langen Nachhall. Es gibt viele Einzellagenweine aus der Rioja, aber sicherlich keinen so speziellen und großartigen Tempranillo wie diesen.

Trotz stattlicher Alkoholwerte kühl, fein und salzig – Kirsche, Weichsel und feiner Kräuterduft stützen nuancenreich die Mineralik und münden in einen satten, langen Nachhall.

Ein terroirgeprägter Tempranillo in reifer Phase; vor dem Genuss dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem und gegrilltem Rind, zu kräftigen Schmorgerichten sowie zu Pilzgerichten und gereiftem Käse.


Lage: Einzellage Las Guillermas (0,62 ha), Rioja Alavesa (Spanien); kalkhaltiger Lehmgrund, stark atlantisches Klima; über 60 Jahre alte Reben
Klassifikation: DOCa Rioja; Single-Parcel-Wein aus Tempranillo mit Viura (trocken)
Ausbau: kompromisslos natürliche Vinifikation, ungeschönt und unfiltriert abgefüllt; 1.466 Flaschen

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Deutschland

Weingut Metzger Riesling Mühlheim Ortswein 2024

Weißwein · Riesling · Ortswein · Pfalz

Weingut Metzger Riesling Mühlheim Ortswein stammt aus den besten Lagen rund um Mühlheim in der Pfalz. Ein charakterstarker Riesling mit präziser Mineralität und klarer Aromatik. In der Nase kühler, nasser Stein und saftig-grüne Apfelnoten, dazu wilde Kräuter und Zitruszeste.


Mühlheim (Pfalz)

Die Lagen rund um Mühlheim in der Pfalz sind von kalkreichen Böden geprägt, die dem Riesling seine präzise, steinige Mineralität verleihen. Das Weingut Metzger keltert hieraus einen Ortswein mit klarem Terroir-Profil.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Riesling. Der Ausbau stellt die kalkgeprägte Mineralität und die knackige Säure in den Vordergrund und bewahrt die klare, fokussierte Frucht.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase ein Wechselspiel aus kühlem, nassem Stein und saftig-grünem Apfel, dazu wilde Kräuter und Zitruszeste. Am Gaumen straff und elegant, mit knackiger, zupackender Säure und mineralischer Textur. Der Nachhall ist kühl, lang und tief.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 9–11 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Fisch, Meeresfrüchte, Sushi, Geflügel und Spargel.


Lage: Mühlheim, Pfalz (Deutschland); Kalkböden
Klassifikation: Pfalz – Ortswein (Riesling)
Ausbau: 100 % Riesling, mineralisch-fokussierter Ausbau

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Südafrika

Fish Wives Club Merlot

Wein · Rotwein · Stellenbosch · Südafrika

The Fishwives Club Merlot ist ein klassischer Merlot: weich, geschmeidig, rund und saftig, mit beerenfruchtigen Noten von Pflaume, reifer Kirsche und dunkler Schokolade.


Stellenbosch / Südafrika

The Fishwives Club ist eine Boutique-Weinmarke aus Kapstadt, gegründet 2013 von Patrick James Robertson; die Weine entstehen mit Weinmacher Theunis Van Zyl (Imbuko Wines). Der Merlot stammt aus Stellenbosch, einer der renommiertesten Rotwein-Regionen Südafrikas.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Merlot. Die Reifung erfolgt mit französischem Eichenholz, das dem Wein Geschmeidigkeit, sanfte Würze und die Note dunkler Schokolade verleiht. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Sattes Rubinrot mit violetten Reflexen. In der Nase Pflaume, reife Kirsche und dunkle Schokolade. Am Gaumen weich, geschmeidig, rund und saftig, mit feiner Beerenfrucht, samtigen Tanninen und harmonischem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein unkomplizierter, vielseitiger Essensbegleiter.

Passt zu: rotem Fleisch, Pasta mit Fleischsauce, Geflügel, Schmorgerichten und mittelreifem Käse.


Lage: Stellenbosch (Western Cape, Südafrika); The Fishwives Club, Kapstadt
Klassifikation: Stellenbosch – 100 % Merlot, trocken
Ausbau: Reifung mit französischem Eichenholz

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Schaumweine

Franck Bonville Pur Avize Champagner Grand Cru Blanc de Blancs 2018

Der Franck Bonville Pur Avize 2018 zeigt ein einziges Dorf in Reinform: Chardonnay aus drei Lagen rund um Avize, über fünf Jahre unter Naturkork auf der Hefe gereift. Klar, salzig und fein wie Kristall.

Im Glas

Hellgold, sehr feine Perlen. In der Nase Zitrus, weiße Blüten, frische Mandel und nasser Stein, die sich im Glas langsam öffnen. Am Gaumen glasklar und straff, die Frucht hält sich zurück, die Mineralität übernimmt. 2018 war ein warmes Jahr, doch die Kreide von Avize hält die Spannung.

Mach was draus

Steinbutt mit Champagnersoße, Langustinen oder ein Risotto mit Zitronenabrieb und Parmesan. Als reiner Aperitif ist er fast zu schade. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Eine Viertelstunde im großen Glas, dann treten Mandel und frisches Gebäck hervor, die Zitrusfrucht rückt nach hinten. Hetz ihn nicht, er belohnt dich dafür.“

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Kurz gefragt

Warum Naturkork statt Kronkorken? Während der Hefereife lässt Kork minimal Sauerstoff durch. Das macht die Perlage feiner und die Textur dichter, kostet aber viel Handarbeit.

Aus welchen Lagen kommt er? Aus Les Avats, Les Maladries und Les Chapelles im mittleren Hang von Avize, wo die Kreide nur knapp unter der Erde liegt.

100 % Chardonnay · Avize Grand Cru: Les Avats, Les Maladries, Les Chapelles · Jahrgang 2018 · Méthode Traditionnelle, Hefereife unter Naturkork · über 5 Jahre Hefelager · Extra Brut, 1,7 g/l Restzucker · Champagne Franck Bonville, Avize · Stand: Oktober 2026

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Länder/Regionen

Jeff Carrel Vieille Mule rouge

Wein · Rotwein · Languedoc · Frankreich

Jeff Carrel Vieille Mule Rouge ist ein kleines Fruchtmonster: Vollreife Himbeeren springen direkt in die Nase, dazu mundfüllende Vollmilchschokolade und erneut reife Himbeere im Geschmack. Sehr kräftig und dennoch weich – reinsortig aus Grenache Noir.


Languedoc / Südfrankreich

Jeff Carrel ist ein renommierter Winzer und Négociant aus dem Languedoc-Roussillon, bekannt für charaktervolle, fruchtbetonte Weine aus dem Süden Frankreichs. Das sonnige mediterrane Klima bringt vollreife, üppige Grenache-Frucht hervor.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grenache Noir. Der Ausbau stellt die reife, üppige Frucht in den Vordergrund und bewahrt die weiche, zugängliche Stilistik. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Sattes Rubinrot. In der Nase vollreife Himbeere und ein Hauch Vollmilchschokolade. Am Gaumen kräftig und dennoch weich, mit üppiger, saftiger Frucht, milden Tanninen und rundem, fruchtbetontem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein geselliger, unkomplizierter Begleiter.

Passt zu: gegrilltem Fleisch, Pasta, Pizza, mediterranen Schmorgerichten und mittelreifem Käse.


Lage: Languedoc-Roussillon (Frankreich); Jeff Carrel
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – 100 % Grenache Noir, trocken
Ausbau: fruchtbetonter Ausbau

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Länder/Regionen

Domaine Sylvain Cathiard Hautes Cotes de Nuits Aux Chaumes 2023

Rotwein · Bourgogne Hautes Côtes de Nuits · Pinot Noir

Pinot Noir Hautes Côtes de Nuits AOC Côte de Nuits 2023 Aux Chaumes

Der Bourgogne Hautes Côtes de Nuits Aux Chaumes 2023 der Domaine Sylvain Cathiard et Fils ist ein präziser, saftiger Pinot Noir aus einer Einzellage auf dem Kalksteinplateau über Nuits-St-Georges – reine, energiegeladene Frucht mit der unverwechselbaren Cathiard-Handschrift.


Aux Chaumes – Kalksteinplateau über Nuits-St-Georges

Aux Chaumes liegt auf einem Plateau oberhalb der großen Premiers Crus von Nuits-St-Georges, von Les Pruliers bis Les Saint Georges. Der Boden ist überwiegend Kalkstein mit etwas Ton; stilistisch steht die Lage zwischen der gourmandhaften Pièce Dame Marie und der mineralisch-linearen Dames Huguette – breiter und geschmeidiger.

Die in Vosne-Romanée beheimatete Domaine erwarb ab 2019 mehrere Hektar in den Hautes Côtes; 2023 ist der fünfte Jahrgang dieser Cuvée unter Sébastien Cathiard.

Jahrgang 2023 – Hautes Côtes de Nuits

2023 brachte im Burgund eine gesunde und großzügige Ernte. Ein warmer Sommer wurde durch Septemberregen ausbalanciert, sodass die Trauben reif, aber nicht überreif gelesen wurden.

Die kühlere Höhenlage spielt gerade in warmen Jahrgängen ihren Vorteil aus: kühle Reife und nahtlose Trinkigkeit bei erhaltener Frische.

Vinifikation und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023.

Vollständig entrappt nach sorgfältiger Selektion, rund zehn Tage Kaltmazeration, anschließend Spontangärung über 10–30 Tage. Der Ausbau dauert 15–18 Monate im Fass, mit bewusst reduziertem Anteil neuen Holzes (Regional-Niveau etwa 20–25 %). Abgefüllt wird ungeschönt und unfiltriert; Bewirtschaftung ohne Herbizide (nicht zertifiziert).

Im Glas

Ein subtiles, florales Bouquet mit Präzision und reiner, energiegeladener roter Frucht – Himbeere und Johannisbeere, eine Spur dunkler als beim regulären Hautes-Côtes. Am Gaumen mundfüllend und geschmeidig, mit reifen, griffigen Tanninen und einem salzig-mineralischen, saftigen Abgang.

Reine, energiegeladene Frucht auf salzig-mineralischem Grund – Hautes Côtes mit Cathiard-Präzision.

Bereits jung zugänglich; Trinkfenster etwa 2026–2032. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel, Federwild, Pilzgerichte oder mittelkräftiger Käse. Ein eleganter, saftiger Begleiter für die feine Küche.


Lage: Bourgogne Hautes Côtes de Nuits „Aux Chaumes"; Kalksteinplateau über Nuits-St-Georges, überwiegend Kalkstein mit etwas Ton
Klassifikation: Régionale (Bourgogne Hautes Côtes de Nuits AOC)
Ausbau: Pinot Noir; 100 % entrappt, ~10 Tage Kaltmazeration, 15–18 Monate Fass, ca. 20–25 % neues Holz, ungeschönt und unfiltriert · ohne Herbizide (nicht zertifiziert)

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