Das Weinbaugebiet Wachau

Österreichs berühmtestes Weinbaugebiet an der Donau

Wenn man nach einem zufälligen österreichischen Weinbaugebiet fragt, werden die meisten Menschen sicherlich instinktiv mit „Die Wachau natürlich!“ antworten. Das ist kein Zufall und umso bemerkenswerter, da das kleine Flusstal gerade einmal knapp drei Prozent der Gesamtweinbaufläche des Landes ausmacht. Es bildet dabei eine westliche Grenze: im Südwesten beginnt das Mostviertel, wo traditionell kaum Wein angebaut und auch nur wenig getrunken wird; beliebt sind dort stattdessen – der Name verrät es bereits – Apfel- und Birnenmost; im Nordosten schließt sich das Weinbaugebiet Kremstal an.

Die Kulturlandschaft Wachau, zu der natürlich auch der Weinbau zählt, ist seit dem Jahr 2000 Welterbe der UNESCO. Um dem Rechnung zu tragen, ist der Lebensarm der Wachau, die Donau, vergleichsweise naturbelassen: zwischen Mautern bei Krems und Melk existieren keinerlei Brücken über den Fluss, die Planungen für ein Wasserkraftwerk wurden infolge von heftigen Bürgerprotesten zu den Akten gelegt. Stattdessen dominieren barocke Prachtbauten das Bild, etwa das Benediktinerstift Melk ganz im Westen, dessen geradezu verschwenderische Architektur zu großen Teilen aus dem Verkauf der klostereigenen Weine finanziert wurde.

Bedeutende archäologische Funde wie die Venus von Willendorf, die steinerne Darstellung einer sehr wohlproportionierten Frauengestalt, wahrscheinlich eine Art Götzenbild, zeugen von einer Besiedlung schon in der Steinzeit, als der Homo sapiens den Neandertaler in Europa verdrängte. In der Antike kam das beschauliche Tal als Teil der Provinz Noricum ans Römische Reich, als dessen nördliches Grenzgebiet es fortan stark befestigt wurde: der norisch-pannonische Limes verlief mitten durch die Wachau und sicherte die römischen Eroberungen gegen den Stamm der Markomannen auf der anderen Seite. Ebenfalls stark befestigen ließen die mittelalterlichen Herrscher das Gebiet: das Geschlecht der Kuenringer stieß in der Wachau viele nachhaltige Entwicklungen an, geriet aber in Konflikt mit den österreichischen Herzögen und wurde schließlich zerschlagen. Leutold I., einem seiner berühmtesten Vertreter, gelang es allerdings, sein Andenken bis in die heutige Zeit zu retten. Mitverantwortlich dafür ist die Vinea Wachau, der Winzerverein, dem etwa 85 Prozent der ansässigen Winzer angehören: dieser führt Leutold, damals „Oberster Schenk Österreichs“, in seinem Wappen. Die Qualitätskriterien der Vinea Wachau verlangen völligen Purismus bei der Herstellung und sind derart streng, dass von jedem Wein eine Flasche im gemeinsamen Archiv hinterlegt werden muss, um auch Jahre später noch Qualitätskontrollen vornehmen zu können.

Einzigartig in Österreich ist das durch den Verein etablierte Klassifikationssystem für die trockenen Weine: anhand des Mostgewichtes und des zulässigen Höchstgehaltes an Alkohol unterscheidet man drei Stufen. Die unterste ist benannt nach der Steinfeder, einem leichten, flaumigen Gras, das in den Weinbergen wächst; diese darf maximal 11,5 Prozent Alkohol enthalten. Daran schließt das Federspiel an, dessen Alkoholgehalt zwischen 11,5 und 12,5 Prozent liegen darf und das seinen Namen einer Technik aus der Falknerei verdankt. Der Smaragd schließlich steht an der Spitze der Pyramide: er darf vollständig durchgären und weist daher oft recht viel Alkohol auf, für ihn verwendet man lediglich die besten Trauben, die ganz oben in den Weinbergen wachsen und daher von der meisten Sonnenstrahlung profitieren. Namenspate hier ist die dunkelgrüne Smaragdeidechse, die sich als wechselwarmes Reptil gern im Sonnenschein der höchsten Lagen auf Temperatur bringt.

Über die Hälfte der Rebflächen entfallen auf die österreichische Weißweinsorte schlechthin, den Grünen Veltliner. Er gelangt hier zu einer Finesse, die landesweit als einzigartig gilt und ist neben dem Riesling die einzige Rebsorte, die in der Wachau eine Riedenbezeichnung führen, also ihre Einzellage ausweisen darf. Eine eher wenig bekannte Spezialität der Region, die hier auch ihren natürlichen Ursprung hat, ist der Neuburger. Geschmacklich erinnert er mit seiner Fülle und einer gewissen Nussigkeit an Weißburgunder. In Rossatz-Arnsdorf hat man ihm gar ein wie eine kleine Kapelle anmutendes Denkmal errichtet. Die Tradition, alle zehn Jahre die in einem Keller unterhalb desselben eingelagerten besten Flaschen Neuburger gemeinsam zu leeren und hernach durch neue zu ersetzen, hat sich leider nicht erhalten, dafür aber die Geschichte, wie die Wachau zu dieser Rebsorte kam: als vor etwas weniger als 200 Jahren zwei Winzer in einem Kahn über die Donau schipperten, erspähten sie im Wasser einen Rebstock, den sie von Neugier getrieben einsammelten und anpflanzten – die Zufallskreuzung aus Silvaner und Rotem Veltliner war ein Geschenk der Natur, das nur auf seine Entdeckung gewartet zu haben schien. Schnell erfreute sich der nach einer der vielen Burgruinen in der Umgebung getaufte Wein dank seiner Anspruchslosigkeit und seines frühen Austriebs großer Beliebtheit, auch wenn sein Bestand heute aufgrund der Anfälligkeit für Kurztriebigkeit zurückgeht.

Die Wachau ist wie viele Weinbaugebiete in Österreich eines, in dem unterschiedliche Klimazonen aufeinander treffen. In diesem Fall sind es das gemäßigte kontinentale aus dem Westen und das heiß-trockene pannonische aus dem Osten, hinzu kommen noch die feucht-kühlen Luftmassen aus dem nördlich gelegenen Waldviertel, die die Hänge hinuntergleiten und dafür sorgen, dass immer eine gewisse Zirkulation stattfindet und es nicht zu Fäulnis der Trauben kommt. Viel wichtiger ist aber der Einfluss, den das Klima auf die Aromatik der Weine nimmt: der stetige Wechsel zwischen Warm und Kalt, Nass und Trocken lässt die Rebe ordentlich arbeiten und begünstigt die Bukettbildung ungemein, zudem hält er die Säureentwicklung im Zaum. Dies ist gerade beim Riesling einer der offensichtlichsten Unterschiede zu deutschen Vertretern: während der typische Moselriesling ordentlich beißt, halten sich diejenigen aus Dürnstein, Weißenkirchen und Spitz vornehm zurück. Ähnliches gilt für die Muskateller, die bei Weitem nicht so expressiv sind wie jene etwa aus der Steiermark. Der breiten Palette Weißwein stiehlt hier kaum ein Roter die Show: sein Anteil liegt unter zehn Prozent. Lediglich der Zweigelt bringt es noch auf nennenswerte Bestände, die aber fast ausnahmslos vor Ort konsumiert werden und nicht in den Handel gehen.

Eine Gemeinsamkeit mit der vorhin erwähnten Mosel liegt in der Verkitschung, der die Wachau seit Mitte des 19. Jahrhunderts ausgesetzt gewesen ist. Erst waren es die Maler, welche die idyllischen Ansichten des Tals wie am Fließband auf Leinwand bannten, später, während des Heimatfilm-Booms der Nachkriegszeit, sangen, tranken und küssten sich Publikumslieblinge wie Hans Moser, die Kessler-Zwillinge oder Conny Froboess durch die Landschaft. Ein kleiner Sehnsuchtsort war geboren, und dafür musste man nicht nach Capri oder Neapel, die heile Welt lag eine Stunde Autofahrt von der Hauptstadt entfernt. Doch nicht nur die Weinberge trugen dazu bei. Fast ebenso bekannt wie die Traube ist ein anderes Obst der Region: die Wachauer Marille. Über 100 000 Bäume verwandeln das Flusstal jedes Frühjahr in ein Blütenmeer, während ihre Früchte die lokale Küche bereichern: der Marillenknödel findet sich auf fast jeder Speisekarte, die Brennerei Bailoni in Krems-Stein erzeugt die bekannten Schnäpse und Liköre aus der Aprikose, darüber hinaus gibt es Säfte, Essige, Konfitüren und Soßen. In früherer Zeit fuhr man die gelben Köstlichkeiten innerhalb eines Tages donauaufwärts per Floß nach Wien, um sie dort auf den Märkten zu verkaufen, und während der Verheerungen der Reblausplage sicherte sie den gebeutelten Winzern das Überleben.

Die Anbaufläche für Wein von 1300 Hektar liegt für die Verhältnisse österreichischer Gebiete im unteren Mittelfeld, ist aber eigentlich recht groß, wenn man sich vor Augen führt, dass das Tal der Wachau lediglich 33 Kilometer lang ist und nur auf 15 davon Weinbau betrieben wird. Alles ist hier sehr kompakt, jedes kleine Dorf ein Weinort und deshalb lohnt es sich, auf motorisierten Verkehr zu verzichten und Erkundungen zu Fuß vorzunehmen – was überdies den Vorteil hat, im Heurigen oder auf den zahlreichen Veranstaltungen zu Ehren des Rebensaftes – Weinfrühling, Kellergassenfest, Weintaufe und viele weitere – ein paar Gläser mehr trinken zu können. Weingüter wie Emmerich Knoll, F.X. Pichler und Franz Hirtzberger gehören immerhin nicht nur innerhalb der Wachau, sondern landesweit zu den absoluten Top-Winzern, das Weingut Nikolaihof ist mit einer 2000jährigen Geschichte gar das älteste Weingut Österreichs und teilweise auf den Fundamenten römischer Wirtschaftsgebäude errichtet.

Da viele Parzellen sehr klein sind und sich für deren Winzer eine Eigenvermarktung nicht lohnt, haben sie sich in Genossenschaften zusammengeschlossen. Die wohl bekannteste ist die Domäne Wachau, die fast ein Drittel der Gesamtrebfläche bewirtschaftet. Da das Lesegut in fast allen Lagen eine außergewöhnlich hohe durchschnittliche Qualität aufweist, entstehen hier nicht nur mittelmäßige Tropfen, wie es sonst bei genossenschaftlicher Produktion oft üblich ist, sondern mit regelmäßig sehr hohen Punktzahlen prämierte. Ihre neben den Riedenweinen besten Erzeugnisse vermarktet sie unter dem Begriff Terrassen, der sinnbildlich wohl für den Großteil der Wachauer Lagen stehen kann: die Hänge an den Ufern der Donau, an denen sich die Reben bis 250 Meter über dem Fluss in den Himmel recken, sind so steil, dass man sie ohne das Anlegen von Terrassen nicht bewirtschaften könnte. Schon im Mittelalter begannen vor allem bayrische Klöster, auf diese Weise ihre Besitzungen in der Wachau aufzuwerten. Sie waren es wohl auch, die die ersten Trockenmauern anlegten, derer es in der Wachau heute insgesamt über 700 Kilometer gibt – eine Technik, die sich bis ins Jetzt erhalten und seit Neuestem auch explizit Welterbe-Status erlangt hat. Die Mauern strahlen in den kalten Nächten die Wärme des Tages ab und schaffen so etliche Bereiche mit einem eigenen Mikroklima. Für ihren Bau werden möglichst rechteckige Natursteine mithilfe komplexer, uralter Techniken übereinander geschichtet, bis ein etwa hüfthoher Wall entsteht – ohne Mörtel, der den Ablauf von Regenwasser durch die verbliebenen Ritzen behindern könnte. Die Gefahr von Staunässe ist durchaus gegeben: die Humusauflage ist manchmal nur einen knappen halben Meter dick, darunter liegt nacktes Urgestein. Gneis und Granit sind es vor allem, durch welche sich die Donau im Laufe der Erdgeschichte ihren Weg gefräst hat, durch Flugstaub haben sich oft in tieferen Lagen oft Lössablagerungen gebildet, ganz unten der Fluss Sand angeschwemmt. Aber die besten Weine gedeihen eben in den kargen Höhen, was sie schlank und mineralisch werden lässt.

Dass die Reben derart weit oben stehen, hat – neben der Qualität – sowohl rechtliche als auch pragmatische Gründe. Maria Theresia legte großen Wert auf die Sicherstellung der Versorgung ihrer Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln und verbot daher, auf solchen Flächen, auf denen auch Gemüse oder Getreide wachsen könnte, Wein anzupflanzen. Zum anderen war die Wachau trotz ihrer Idylle nicht selten Ort kriegerischer Auseinandersetzungen: im Dreißigjährigen Krieg, während der Türkenbelagerungen und in den Schlachten gegen Napoleon – wovon noch heute ins Mauerwerk mancher Häuser eingefasste Kanonenkugeln zeugen. Während die feindlichen Soldaten also zwar die Bestände in den Kellern plünderten, ließen sie doch, zu faul für den Aufstieg, wenigstens die Weinberge und damit die Lebensgrundlage der Einheimischen intakt.

Ob nun Kaiser Franz Joseph, der sich bei der Probe eines Wachauer Weines völlig verblüfft gezeigt haben soll, dass etwas derart Großartiges in seinem Reich wachse, oder die trinkfreudige sowjetische Führung, die mithilfe flüssiger Gastgeschenke überzeugt werden konnte, Österreich bereits zehn Jahre nach Kriegsende seine Souveränität zurückzugeben – die großen Tropfen aus dem kleinen Tal haben in der Historie viele Bewunderer gehabt. Aber keine Angst: man muss nach dem Genuss eines Smaragd-Veltliners keine Weltgeschichte schreiben – staunen und genießen reicht völlig aus. Text: Dario Sellmeier

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USA

Saxum James Berry Vineyard White 2018

Weißwein · James Berry Vineyard · Rhône-Cuvée

Grenache Blanc · Roussanne · Chenin Blanc James Berry Vineyard Willow Creek District Paso Robles · Kalifornien Saxum (Justin Smith) Kalkstein-Steillage Fassgärung · Vollhefe 2018

Der Saxum James Berry Vineyard White 2018 ist der zweite Jahrgang dieses raren Weißweins des Kult-Erzeugers Saxum – eine ernsthaft strukturierte, zugleich komplex aromatische Rhône-Cuvée aus der Heimatlage. Im Stil eines klassischen Weißburgunders, aber mit kalifornischem Twist: reich, konzentriert und doch von großer Frische und Balance.


James Berry Vineyard White – ein lang gehegter Traum

Saxum wurde 2000 von Justin Smith gegründet und zählt heute zu den gefragtesten Rhône-Erzeugern Kaliforniens. Das James Berry Vineyard ist die Heimatlage der Familie Smith im Willow Creek District westlich von Paso Robles – eine karge Lage auf Kalkstein und Kalkschiefer über einem uralten Meeresboden. Der Name Saxum ist lateinisch für „Stein".

Dieser Weißwein war lange im Werden: Roussanne steht hier bereits seit 1997, doch um die Frische zu ergänzen, die der Roussanne mitunter fehlt, pflanzte Saxum Grenache Blanc auf einem ostexponierten Abschnitt des Rocket-Block-Hügels. Das Ziel war ein Weißwein mit Struktur und Reifepotenzial wie ein klassischer Weißburgunder, aber mit kalifornischem Charakter. Den Kern aus Grenache Blanc und Roussanne ergänzt im 2018er ein Anteil Chenin Blanc für zusätzliche Spannung.

Jahrgang 2018 – Paso Robles

2018 gilt an der kalifornischen Central Coast als herausragender Jahrgang, der eine besonders reine, frische und zugleich konzentrierte Stilistik hervorbrachte. Auf dem kühlen Kalksteinterroir ergibt das einen vollmundigen, dicht texturierten Weißwein, dessen Fülle von einer lebendigen Säure und mineralischen Spannung getragen und im Gleichgewicht gehalten wird.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 66 % Grenache Blanc, 28 % Roussanne und 6 % Chenin Blanc, Jahrgang 2018, trocken.

Grenache Blanc gibt dem Wein Frische und florale Klarheit, Roussanne Fülle, Schmelz und honigwürzige Tiefe, Chenin Blanc Spannung und eine lebendige Säure. Der Most wurde direkt ins Fass gepresst und dort vergoren – in einer Kombination aus 320-Liter-Hogsheads und 600-Liter-Demi-muids, fast ausschließlich neue französische Eiche (mit einem einzigen gebrauchten 600-l-Fass, das niemand Geringerem als Didier Dagueneau gehörte). Über die gesamten 20 Monate reifte der Wein auf der Vollhefe mit gelegentlichem Aufrühren. Bis zur Umfüllung in den Tank zur Abfüllung sah er keinerlei Schwefel; gefüllt wird ungeschönt und unfiltriert.

Im Glas

Aus dem kalkreichen Terroir und der Rhône-Cuvée lebt dieser Weißwein von Konzentration und Spannung: goldgelb im Glas, mit Aromen von karamellisierter Zitrus und Orangenschale, reifer Aprikose, gebackenem Apfel und Zitrone, dazu Honig, Bienenwachs, getrocknete Kamille, salzige Mandel und geröstetes Brot. Untermalt wird das von einer feuersteinig-kalkigen Mineralität, die man von einem kalifornischen Weißwein so nicht erwartet. Am Gaumen vollgewichtig, reich und konzentriert, mit dichter, seidiger, fast schwereloser Textur, getragen von einer lebendigen Säure und salzigem Zug – fokussiert und balanciert zugleich, mit langem, frischem Finale.

Karamellisierte Zitrus, Aprikose und Honig über Bienenwachs, salziger Mandel und feuersteiniger Mineralität – reich und konzentriert, doch frisch und lang.

Schon jetzt ein Genuss, gewinnt aber wie die Saxum-Rotweine mit einigen Jahren Reife. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu edlem Fisch und Krustentieren, zu cremigen Pasta- und Risottogerichten sowie zu gereiftem Hart- und Weichkäse.


Lage: James Berry Vineyard, Willow Creek District, Paso Robles (Kalifornien, USA); steile Kalkstein-/Kalkschiefer-Hänge über fossilem Meeresboden; Roussanne seit 1997, Grenache Blanc am ostexponierten Rocket-Block-Hügel; organisch bewirtschaftet
Klassifikation: Paso Robles Willow Creek District; Cuvée aus 66 % Grenache Blanc, 28 % Roussanne, 6 % Chenin Blanc (trocken)
Ausbau: Fassgärung, 20 Monate auf der Vollhefe mit Bâtonnage in 320-l-Hogsheads und 600-l-Demi-muids (fast ausschließlich neue französische Eiche); kein SO₂ bis zur Füllung, ungeschönt und unfiltriert

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Schaumweine

Anne Gros La Fun en Bulles Cremant de Bourgogne Blau Brut

Der Anne Gros La Fun en Bulles Crémant de Bourgogne Blau Brut kommt von einer der bekanntesten Domaines in Vosne-Romanée. Die blaue Version setzt auf Pinot Noir: 80 Prozent, dazu 20 Prozent Chardonnay. Klassisch in der Flasche vergoren, mit Brut-Dosage gefüllt.

Im Glas

Hellgolden, mit feinen Perlen. Im Duft und im Mund Zitrus, weiße Früchte und ein Hauch roter Frucht vom Pinot Noir. Frisch und ausgewogen, mit lebendigem Mousseux und trockenem Ende.

Mach was draus

Als Aperitif oder für ein Fest. Dazu passen Austern, Meeresfrüchte, Fisch oder helles Fleisch. Serviere ihn bei 7 bis 9 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Die blaue Fun en Bulles ist mein Favorit für Pinot-Fans. Burgund mit Bläschen.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Was ist Crémant de Bourgogne? Ein Schaumwein aus Burgund, gemacht wie Champagner: mit zweiter Gärung in der Flasche und Reife auf der Hefe.

Was unterscheidet Blau und Gold? Die Mischung. Blau hat mehr Pinot Noir, Gold mehr Chardonnay.

Wie trocken ist er? Brut, also trocken. Die Frucht bleibt dabei schön präsent, nichts wirkt streng.

Wer steht dahinter? Die Domaine Anne Gros in Vosne-Romanée, berühmt für Grands Crus wie Richebourg. Heute führen Julie, Paul und Marine das Familiengut.

Pinot Noir 80 %, Chardonnay 20 % · Crémant de Bourgogne AOC · Burgund, Kalkböden · traditionelle Flaschengärung · Hefelager · Brut · Domaine Anne Gros, Vosne-Romanée · Stand: Oktober 2026

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Italien

Montevertine Pian del Ciampolo 2021

Rotwein · Toscana IGT · Sangiovese

Sangiovese mit Canaiolo & Colorino Toscana IGT Pian del Ciampolo Radda in Chianti Montevertine 12 Monate slawonische Eiche 2021

Der Montevertine Pian del Ciampolo 2021 ist der zugängliche, samtige Einstiegswein der Kult-Adresse aus Radda – aus 90 % Sangiovese mit Canaiolo und Colorino. Vollmundig, saftig und sehr fein, mit Veilchen und reifer Sauerkirsche. Ein „kleiner Montevertine" von großer Trinkfreude.


Pian del Ciampolo – der zugängliche Montevertine

Montevertine liegt rund 3 km südlich von Radda in Chianti, auf einem 425 Meter hohen Hügel mit steinigen Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese). Sergio Manetti verließ 1981 das Chianti-Classico-Konsortium, weil er keinen Trebbiano in den Verschnitt geben wollte; seither etikettiert das Gut konsequent als Toscana IGT. Heute führt Martino Manetti das Weingut im traditionellen Stil weiter.

Der Pian del Ciampolo ist der Einstiegswein des Guts – die jünger trinkbare, charmante Visitenkarte des Montevertine-Stils. Die Trauben stammen aus den Lagen des Hauses; in der Machart folgt der Wein konsequent denselben Prinzipien wie die großen Crus.

Jahrgang 2021 – Toscana

2021 gilt in der Toskana als klassischer, ausgewogener Jahrgang: ein gemäßigter Vegetationsverlauf brachte Sangiovese von feiner Frische, klarer Frucht und präziser Tanninstruktur. Im Pian del Ciampolo ergibt das einen besonders saftigen, samtigen Wein mit viel Trinkfluss und feiner Balance.

Assemblage und Ausbau

90 % Sangiovese mit kleinen Anteilen Canaiolo und Colorino, aus dem Jahrgang 2021, Toscana IGT, trocken.

Spontane Gärung im Betontank (rund 25 Tage), danach Ausbau über 12 Monate in Fässern aus slawonischer Eiche, anschließend Reife in Beton und Flasche. Abfüllung traditionell, unfiltriert.

Im Glas

Die Farbe begeistert durch ihr rubinrotes Kleid. Im Duft volle, dunkle Fruchtaromen; im Geschmack Veilchen und reife Sauerkirschen. Am Gaumen vollmundig, saftig, aber sehr fein. Als guter Essensbegleiter gewinnt der Wein noch an Struktur und Glanz.

Vollmundig, saftig, aber sehr fein – mit Veilchen und reifer Sauerkirsche.

Schon jung mit viel Trinkfreude; spielt am Tisch seine ganze Saftigkeit aus. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Salumi und Antipasti, zu Pasta mit Fleischsugo, zu gegrilltem Fleisch und Geflügel sowie zu mittelreifem Pecorino.


Lage: Toscana IGT, Radda in Chianti (Toskana, Italien); hochgelegene Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese); Trauben aus den Lagen des Guts
Klassifikation: Toscana IGT, Sangiovese mit Canaiolo und Colorino (trocken)
Ausbau: Gärung im Betontank, 12 Monate in slawonischer Eiche, Reife in Beton und Flasche, unfiltriert

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Feinkost

Psaltiras Extra Virgen Olivenöl kaltgepresst 3,00 l

Olivenöl · Mani, Peloponnes · Koroneiki

Nativ extra Kambos Avias, 500 m Handernte Kaltextraktion < 24 h Unfiltriert 3,00 l Kanister

Psaltiras Extra Virgen Olivenöl kaltgepresst 3,00 l kommt aus Kambos Avias in der Mani, einem Bergdorf auf 500 Metern Höhe rund 25 Kilometer südlich von Kalamata. Nicos und Katerina Psaltiras bewirtschaften dort Terrassenhaine, die auf den nackten Fels des Taygetos gebaut sind. Das Öl ist sortenrein aus Koroneiki gepresst und zeigt den fruchtig-milden Stil dieser Sorte statt scharfer Bitterkeit.


Mani: Terrassenhaine im Taygetos

Die Mani ist die mittlere der drei Halbinseln des südlichen Peloponnes – karstig, steinig, ohne tiefe Böden. Die Haine der Familie liegen auf handgesetzten Trockenmauer-Terrassen direkt auf Kalkfels, in Höhenlagen um 500 Meter. Lange trockene Sommer und milde Winter prägen den Vegetationszyklus.

Der flachgründige Fels zwingt die Bäume zu geringem Ertrag und kleinen Früchten. Genau daraus entsteht die aromatische Dichte, die ein Koroneiki aus dem Flachland selten erreicht.

Ernte und Gewinnung

Geerntet wird von November bis Ende Januar, ausschließlich von Hand. Die Oliven kommen in Leinensäcken zur Mühle, damit die Früchte atmen und keine Gärungswärme entsteht – Transport und Verarbeitung erfolgen innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte.

Die Gewinnung läuft als Kaltextraktion. Anschließend ruht das Öl rund zwei Monate in Edelstahltanks, bis sich die Trübstoffe von selbst absetzen. Es wird nicht mechanisch filtriert, wodurch Aromastoffe und Polyphenole im Öl bleiben.

Im Glas

In der Nase frisch geschnittenes Gras, dazu grüner Apfel. Am Gaumen weich und rund, fruchtig-mild statt pfeffrig, mit einer erdig-grünen Note, die an Artischocke erinnert. Der Abgang bleibt sanft, mit leichter Bitternote und ohne kratzende Schärfe.

Ein Koroneiki, das auf Schärfe verzichtet: Gras, grüner Apfel und Artischocke in einem weichen, runden Körper.

Kühl, dunkel und dicht verschlossen lagern. Nach dem Öffnen des Kanisters empfiehlt sich das Umfüllen in kleinere dunkle Flaschen, um Sauerstoffkontakt zu begrenzen. Naturtrübe Ablagerungen am Boden sind Folge der fehlenden Filtration.

Am Tisch

Die milde Art macht das Öl zum Allrounder: über Tomatensalat, Bauernsalat und Bohnen, zu Ziegen- und Schafskäse, in Dips, Hummus und Tzatziki, über gegrilltem Fisch oder geröstetem Gemüse. Auch zu Vanilleeis mit Meersalz funktioniert es. Das 3-Liter-Gebinde ist für Haushalte gedacht, die Olivenöl täglich verwenden.


Lage Kambos Avias, Mani, südlicher Peloponnes
Klassifikation Natives Olivenöl extra (Extra Virgen)
Ernte November bis Ende Januar, Handernte
Gewinnung Kaltextraktion, Verarbeitung binnen 24 Stunden
Ausbau ca. 2 Monate Edelstahl, unfiltriert
Boden Kalkfels, Terrassenanbau auf ca. 500 m
Gebinde 3,00 l
Mindesthaltbarkeit 31.03.2028

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Spirituosen

Milenario Brandy de Jerez Luis Caballero

Spirituose · Brandy de Jerez · El Puerto de Santa María · Spanien

Milenario Brandy de Jerez von Luis Caballero ist ein edler Brandy aus El Puerto de Santa María, der in ehemaligen Sherry-Eichenfässern reifte. Ein unkomplizierter, geschmeidiger Brandy mit reichem Aroma und angenehmer Bernsteinfarbe.


Herkunft

Die familiengeführte Bodega Luis Caballero (gegründet 1830) hat ihren Sitz in El Puerto de Santa María im Marco de Jerez und zählt zu den traditionsreichsten Häusern der Region. Den Namen verdankt der Brandy dem „Drago Milenario", einem uralten Drachenbaum im Patio der Bodega.

Destillation und Reifung

Hergestellt aus Weindestillaten und gereift im traditionellen Solera- und Criaderas-System in alten amerikanischen Eichenfässern, die zuvor Sherry (Oloroso) enthielten. Als Brandy de Jerez der Kategorie „Solera" – der zugänglichen Einstiegsstufe – erhält er durch die Fassreife seine Bernsteinfarbe und sein weiches Aroma.

Im Glas

Angenehme Bernsteinfarbe. In der Nase Noten von Vanille, Nuss und Eichenholz mit einem Hauch Schokolade. Am Gaumen weich und geschmeidig, mit fruchtig-nussigem Charakter und harmonischem Abgang.

Pur und im Drink

Pur bei Raumtemperatur oder auf Eis genießen – ebenso geeignet als Basis für Longdrinks und Cocktails.

Ideal: pur, auf Eis oder im Longdrink.


Herkunft: El Puerto de Santa María (Spanien); Bodega Luis Caballero
Art: Brandy de Jerez (Kategorie Solera)
Destillation: holandas aus Jerez-Weinen
Reifung: Solera-/Criaderas-System in alten amerikanischen Sherry-(Oloroso-)Eichenfässern

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Frankreich

Etienne Sauzet Corton Charlemagne Grand Cru 2022

Weißwein · Corton-Charlemagne Grand Cru · Chardonnay

Chardonnay Corton-Charlemagne · Grand Cru Pernand- & Ladoix-Seite Côte de Beaune 2022

Der Corton-Charlemagne Grand Cru 2022 der Domaine Etienne Sauzet ist seit diesem Jahrgang neu im Portfolio. Ein reinsortiger Chardonnay aus zwei kleinen Parzellen – eine auf der Pernand-, eine auf der Ladoix-Seite – mit großer Tiefe, Vielschichtigkeit und Länge: kraftvoll, flintig und zitrisch.


Corton-Charlemagne – der große weiße Hügel

Corton-Charlemagne liegt auf dem Corton-Hügel, einem großen Kalksteinausläufer am nördlichen Ende der Côte de Beaune, und umfasst rund 52 Hektar (Appellation seit 1937). Das Gebiet verteilt sich über Aloxe-Corton, den nordwestlich ausgerichteten Abschnitt En Charlemagne in Pernand-Vergelesses und die östlichen Climats in Ladoix. Der von der bewaldeten Hügelkuppe erodierte Boden hinterließ eine Kalkstein-Mergel-Mischung, die sich hervorragend für Chardonnay eignet.

Sauzet bezieht den Wein aus zwei kleinen Parzellen auf der Pernand- und der Ladoix-Seite. Die Domaine Etienne Sauzet (gegründet 1903) zählt zu den großen Weißwein-Adressen des Burgunds; Corton-Charlemagne ist seit dem Jahrgang 2022 neu im Sortiment.

Jahrgang 2022 – Côte de Beaune

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die weißen Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Energie – ein gehaltvoller Jahrgang, der die Tiefe dieses Grand Cru trägt.

Assemblage und Ausbau

Zu 100 % Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, aus zwei kleinen Parzellen.

Die Gärung erfolgt im Stil des Guts spontan in großen Eichenfässern, temperaturreguliert; der gesamte Ausbau bis zur Feinhefelagerung dauert bis zu 18 Monate und gibt dem Wein Tiefe und Textur.

Im Glas

Große Tiefe, Vielschichtigkeit und Länge. Die feine Reduktion lässt feuersteinhaltige Gesteinsnoten, Artischocke, Anis, reife Orange, Apfel und saftige Birne aufblitzen. Kraftvoll, flintig und zitrisch, von einem Brioche-Mantel und zischender Säure umhüllt, mündet der Wein in ein fulminantes Finale.

Feuerstein, reife Orange und Brioche, umhüllt von zischender Säure – kraftvoll, flintig und von großer Länge.

Schon jetzt groß, in einigen Jahren noch größer; mit langem Reifepotenzial. Bei 12–14 °C servieren.

Am Tisch

Hummer und Langustinen, edler Fisch in heller Sauce, Bresse-Geflügel, Kalbsbries, dazu gereifter Comté. Ein Wein für den ganz großen Anlass.


Lage: Corton-Charlemagne, Corton-Hügel (Pernand-Vergelesses- & Ladoix-Seite, Côte de Beaune); Kalkstein-Mergel
Klassifikation: Corton-Charlemagne Grand Cru
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung im großen Eichenfass, bis 18 Monate inkl. Feinhefe

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Südafrika

Steenberg Sauvignon Blanc

Wein · Weißwein · Constantia · Südafrika

Steenberg Sauvignon Blanc ist der Flaggschiff-Weißwein des Hauses aus dem kühlen Constantia-Tal. Strahlendes Hellgelb, in der Nase opulenter Duft nach grünem Apfel und Stachelbeere, am Gaumen geschmeidig-frisch mit Druck.


Constantia / Südafrika

Das Weingut Steenberg liegt im Constantia-Tal bei Kapstadt und ist das älteste Weingut der Region (1682 gegründet). Constantia zählt zu den besten Sauvignon-Blanc-Lagen Südafrikas: Das kühle, von zwei Ozeanen geprägte Klima sorgt für langsame Reife, klare Aromatik und feste Säure.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Sauvignon Blanc. Der Ausbau erfolgt im Edelstahltank, um die klare Frucht und die kühle Frische des Constantia-Terroirs zu bewahren. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Strahlendes Hellgelb. In der Nase opulenter Duft nach grünem Apfel und Stachelbeere, dazu kernige Frucht mit Zitrusaromen. Am Gaumen geschmeidig und frisch, mit Druck und feiner Säure und langem Nachhall.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zu leichten Gerichten.

Passt zu: Meeresfrüchten, Fisch, Salaten, Spargel und Ziegenkäse.


Lage: Constantia, Kapstadt (Südafrika)
Klassifikation: Wine of Origin Constantia – 100 % Sauvignon Blanc, trocken
Ausbau: Edelstahltank

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Länder/Regionen

Domaine Bretaudeau Théia Muscadet 2024

Weißwein · Muscadet AOC · Melon de Bourgogne

100 % Melon de Bourgogne Pays Nantais, Loire Gabbro Reben über 35 Jahre 8 Monate Vollhefe · Beton und Holz 2024

Der Théia Muscadet 2024 von Jérôme Bretaudeau (Domaine de Bellevue) ist ein reinsortiger Melon de Bourgogne von Gabbro, einem dunklen, magmatischen Tiefengestein. Über 35 Jahre alte Reben, Spontangärung und acht Monate auf der Vollhefe in Beton und Holz: ein präziser, salziger Muscadet mit rauchig-steinigen Noten.


Gabbro im Pays Nantais

Der Pays Nantais liegt am Unterlauf der Loire, kurz vor ihrer Mündung in den Atlantik. Das Klima ist ozeanisch: milde Winter, gemäßigte Sommer, viel Feuchtigkeit vom Meer. Die Rebsorte des Gebiets ist der Melon de Bourgogne – wie der Name sagt, ursprünglich aus Burgund. Nach dem verheerenden Frostwinter von 1709, der die Weinberge an der unteren Loire zerstörte, wurde er hier großflächig gepflanzt, weil er Kälte besser verträgt als die Sorten davor.

Die Reben für den Théia stehen auf Gabbro. Das ist ein grobkörniges, dunkles Tiefengestein vulkanischen Ursprungs – dieselbe Schmelze wie Basalt, aber tief in der Erdkruste langsam erstarrt. Gabbro ist reich an Eisen und Magnesium und verwittert nur langsam; die Böden darüber sind flach, steinig und karg. Die Reben müssen tief wurzeln und bringen kleine Erträge. Gabbro gilt im Muscadet als einer der Untergründe, die die langlebigsten und mineralischsten Weine liefern – mit genau der rauchigen, steinigen und leicht jodigen Note, die diesen Wein prägt.

Die Reben sind über 35 Jahre alt. Jérôme Bretaudeau gehört mit seiner Domaine de Bellevue zu den Winzern, die den Muscadet in den letzten Jahren vom einfachen Austernwein zu einem ernst genommenen Lagenwein gemacht haben.

Jahrgang 2024 – Pays Nantais

Das Jahr 2024 war an der unteren Loire eines der schwierigsten der letzten Jahrzehnte. Auf einen nassen Winter folgten Frostnächte im April und ein durchgehend feuchtes Frühjahr und Frühsommer. Der Druck durch Falschen Mehltau war außerordentlich hoch; viele Betriebe verloren große Teile ihrer Ernte, die Mengen fielen deutlich unter das übliche Niveau.

Was gesund in den Keller kam, zeigt den klassischen Charakter kühler Jahre: klare, frische Säure, moderater Alkohol, schlanke Struktur. Für einen Muscadet von Gabbro, der ohnehin auf Präzision und Mineralität angelegt ist, passt das Profil – der Jahrgang verstärkt die Linie des Théia, statt sie zu überdecken.

Spontangärung und acht Monate auf der Vollhefe

Reinsortiger Melon de Bourgogne aus dem Jahrgang 2024, vergoren mit den natürlichen Hefen der Trauben. Der Muscadet hat eine lange Tradition des Ausbaus „sur lie", auf der Hefe – die neutrale Rebsorte gewinnt dadurch Textur und Tiefe.

Der Théia reift nach der Gärung acht Monate auf der Vollhefe, verteilt auf Betontanks und Eichenfässer. Der Beton hält die Temperatur stabil und gibt keine Aromen ab, das Holz sorgt für einen langsamen Sauerstoffkontakt. Die Hefe schützt den Wein vor Oxidation und gibt Mannoproteine ab, die ihm Schmelz verleihen, ohne die salzige Mineralität zu überdecken.

Im Glas

Helles Gelb mit grünlichem Schimmer. In der Nase rauchige und steinige Noten, dazu Zitrusschale und ein floraler Ton. Am Gaumen sehr präzise, frisch und salzig, mit jodigem Auftakt und einer dezenten Bitterkeit im Hintergrund. Menthol- und anisartige Noten führen in ein langes Finish.

Gabbro im Boden, acht Monate Hefe im Keller: Muscadet, der nach Stein und Meer schmeckt.

Bei 10–12 °C servieren. Jung schon zugänglich; mit einigen Jahren Flaschenreife gewinnt der Wein an Tiefe – Muscadet von Gabbro altert oft deutlich besser als erwartet.

Am Tisch

Austern und Meeresfrüchte, Schalentiere, gegrillter Fisch, Sushi und Sashimi, dazu Ziegenfrischkäse. Die jodig-salzige Mineralität passt besonders zu Austern; ebenso zu Moules marinières, Seebarsch in Salzkruste und Beurre-blanc-Gerichten aus Nantes.


Produzent Domaine de Bellevue, Jérôme Bretaudeau, Pays Nantais
Rebsorte 100 % Melon de Bourgogne
Lage Pays Nantais, Loire · Gabbro
Klassifikation Muscadet AOC · trocken
Jahrgang 2024
Vinifikation Spontangärung mit natürlichen Hefen
Ausbau 8 Monate auf der Vollhefe in Betontanks und Eichenfässern
Trinkempfehlung jetzt bis 2032
Rebenalter über 35 Jahre

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