Das Weinbaugebiet Wachau

Österreichs berühmtestes Weinbaugebiet an der Donau

Wenn man nach einem zufälligen österreichischen Weinbaugebiet fragt, werden die meisten Menschen sicherlich instinktiv mit „Die Wachau natürlich!“ antworten. Das ist kein Zufall und umso bemerkenswerter, da das kleine Flusstal gerade einmal knapp drei Prozent der Gesamtweinbaufläche des Landes ausmacht. Es bildet dabei eine westliche Grenze: im Südwesten beginnt das Mostviertel, wo traditionell kaum Wein angebaut und auch nur wenig getrunken wird; beliebt sind dort stattdessen – der Name verrät es bereits – Apfel- und Birnenmost; im Nordosten schließt sich das Weinbaugebiet Kremstal an.

Die Kulturlandschaft Wachau, zu der natürlich auch der Weinbau zählt, ist seit dem Jahr 2000 Welterbe der UNESCO. Um dem Rechnung zu tragen, ist der Lebensarm der Wachau, die Donau, vergleichsweise naturbelassen: zwischen Mautern bei Krems und Melk existieren keinerlei Brücken über den Fluss, die Planungen für ein Wasserkraftwerk wurden infolge von heftigen Bürgerprotesten zu den Akten gelegt. Stattdessen dominieren barocke Prachtbauten das Bild, etwa das Benediktinerstift Melk ganz im Westen, dessen geradezu verschwenderische Architektur zu großen Teilen aus dem Verkauf der klostereigenen Weine finanziert wurde.

Bedeutende archäologische Funde wie die Venus von Willendorf, die steinerne Darstellung einer sehr wohlproportionierten Frauengestalt, wahrscheinlich eine Art Götzenbild, zeugen von einer Besiedlung schon in der Steinzeit, als der Homo sapiens den Neandertaler in Europa verdrängte. In der Antike kam das beschauliche Tal als Teil der Provinz Noricum ans Römische Reich, als dessen nördliches Grenzgebiet es fortan stark befestigt wurde: der norisch-pannonische Limes verlief mitten durch die Wachau und sicherte die römischen Eroberungen gegen den Stamm der Markomannen auf der anderen Seite. Ebenfalls stark befestigen ließen die mittelalterlichen Herrscher das Gebiet: das Geschlecht der Kuenringer stieß in der Wachau viele nachhaltige Entwicklungen an, geriet aber in Konflikt mit den österreichischen Herzögen und wurde schließlich zerschlagen. Leutold I., einem seiner berühmtesten Vertreter, gelang es allerdings, sein Andenken bis in die heutige Zeit zu retten. Mitverantwortlich dafür ist die Vinea Wachau, der Winzerverein, dem etwa 85 Prozent der ansässigen Winzer angehören: dieser führt Leutold, damals „Oberster Schenk Österreichs“, in seinem Wappen. Die Qualitätskriterien der Vinea Wachau verlangen völligen Purismus bei der Herstellung und sind derart streng, dass von jedem Wein eine Flasche im gemeinsamen Archiv hinterlegt werden muss, um auch Jahre später noch Qualitätskontrollen vornehmen zu können.

Einzigartig in Österreich ist das durch den Verein etablierte Klassifikationssystem für die trockenen Weine: anhand des Mostgewichtes und des zulässigen Höchstgehaltes an Alkohol unterscheidet man drei Stufen. Die unterste ist benannt nach der Steinfeder, einem leichten, flaumigen Gras, das in den Weinbergen wächst; diese darf maximal 11,5 Prozent Alkohol enthalten. Daran schließt das Federspiel an, dessen Alkoholgehalt zwischen 11,5 und 12,5 Prozent liegen darf und das seinen Namen einer Technik aus der Falknerei verdankt. Der Smaragd schließlich steht an der Spitze der Pyramide: er darf vollständig durchgären und weist daher oft recht viel Alkohol auf, für ihn verwendet man lediglich die besten Trauben, die ganz oben in den Weinbergen wachsen und daher von der meisten Sonnenstrahlung profitieren. Namenspate hier ist die dunkelgrüne Smaragdeidechse, die sich als wechselwarmes Reptil gern im Sonnenschein der höchsten Lagen auf Temperatur bringt.

Über die Hälfte der Rebflächen entfallen auf die österreichische Weißweinsorte schlechthin, den Grünen Veltliner. Er gelangt hier zu einer Finesse, die landesweit als einzigartig gilt und ist neben dem Riesling die einzige Rebsorte, die in der Wachau eine Riedenbezeichnung führen, also ihre Einzellage ausweisen darf. Eine eher wenig bekannte Spezialität der Region, die hier auch ihren natürlichen Ursprung hat, ist der Neuburger. Geschmacklich erinnert er mit seiner Fülle und einer gewissen Nussigkeit an Weißburgunder. In Rossatz-Arnsdorf hat man ihm gar ein wie eine kleine Kapelle anmutendes Denkmal errichtet. Die Tradition, alle zehn Jahre die in einem Keller unterhalb desselben eingelagerten besten Flaschen Neuburger gemeinsam zu leeren und hernach durch neue zu ersetzen, hat sich leider nicht erhalten, dafür aber die Geschichte, wie die Wachau zu dieser Rebsorte kam: als vor etwas weniger als 200 Jahren zwei Winzer in einem Kahn über die Donau schipperten, erspähten sie im Wasser einen Rebstock, den sie von Neugier getrieben einsammelten und anpflanzten – die Zufallskreuzung aus Silvaner und Rotem Veltliner war ein Geschenk der Natur, das nur auf seine Entdeckung gewartet zu haben schien. Schnell erfreute sich der nach einer der vielen Burgruinen in der Umgebung getaufte Wein dank seiner Anspruchslosigkeit und seines frühen Austriebs großer Beliebtheit, auch wenn sein Bestand heute aufgrund der Anfälligkeit für Kurztriebigkeit zurückgeht.

Die Wachau ist wie viele Weinbaugebiete in Österreich eines, in dem unterschiedliche Klimazonen aufeinander treffen. In diesem Fall sind es das gemäßigte kontinentale aus dem Westen und das heiß-trockene pannonische aus dem Osten, hinzu kommen noch die feucht-kühlen Luftmassen aus dem nördlich gelegenen Waldviertel, die die Hänge hinuntergleiten und dafür sorgen, dass immer eine gewisse Zirkulation stattfindet und es nicht zu Fäulnis der Trauben kommt. Viel wichtiger ist aber der Einfluss, den das Klima auf die Aromatik der Weine nimmt: der stetige Wechsel zwischen Warm und Kalt, Nass und Trocken lässt die Rebe ordentlich arbeiten und begünstigt die Bukettbildung ungemein, zudem hält er die Säureentwicklung im Zaum. Dies ist gerade beim Riesling einer der offensichtlichsten Unterschiede zu deutschen Vertretern: während der typische Moselriesling ordentlich beißt, halten sich diejenigen aus Dürnstein, Weißenkirchen und Spitz vornehm zurück. Ähnliches gilt für die Muskateller, die bei Weitem nicht so expressiv sind wie jene etwa aus der Steiermark. Der breiten Palette Weißwein stiehlt hier kaum ein Roter die Show: sein Anteil liegt unter zehn Prozent. Lediglich der Zweigelt bringt es noch auf nennenswerte Bestände, die aber fast ausnahmslos vor Ort konsumiert werden und nicht in den Handel gehen.

Eine Gemeinsamkeit mit der vorhin erwähnten Mosel liegt in der Verkitschung, der die Wachau seit Mitte des 19. Jahrhunderts ausgesetzt gewesen ist. Erst waren es die Maler, welche die idyllischen Ansichten des Tals wie am Fließband auf Leinwand bannten, später, während des Heimatfilm-Booms der Nachkriegszeit, sangen, tranken und küssten sich Publikumslieblinge wie Hans Moser, die Kessler-Zwillinge oder Conny Froboess durch die Landschaft. Ein kleiner Sehnsuchtsort war geboren, und dafür musste man nicht nach Capri oder Neapel, die heile Welt lag eine Stunde Autofahrt von der Hauptstadt entfernt. Doch nicht nur die Weinberge trugen dazu bei. Fast ebenso bekannt wie die Traube ist ein anderes Obst der Region: die Wachauer Marille. Über 100 000 Bäume verwandeln das Flusstal jedes Frühjahr in ein Blütenmeer, während ihre Früchte die lokale Küche bereichern: der Marillenknödel findet sich auf fast jeder Speisekarte, die Brennerei Bailoni in Krems-Stein erzeugt die bekannten Schnäpse und Liköre aus der Aprikose, darüber hinaus gibt es Säfte, Essige, Konfitüren und Soßen. In früherer Zeit fuhr man die gelben Köstlichkeiten innerhalb eines Tages donauaufwärts per Floß nach Wien, um sie dort auf den Märkten zu verkaufen, und während der Verheerungen der Reblausplage sicherte sie den gebeutelten Winzern das Überleben.

Die Anbaufläche für Wein von 1300 Hektar liegt für die Verhältnisse österreichischer Gebiete im unteren Mittelfeld, ist aber eigentlich recht groß, wenn man sich vor Augen führt, dass das Tal der Wachau lediglich 33 Kilometer lang ist und nur auf 15 davon Weinbau betrieben wird. Alles ist hier sehr kompakt, jedes kleine Dorf ein Weinort und deshalb lohnt es sich, auf motorisierten Verkehr zu verzichten und Erkundungen zu Fuß vorzunehmen – was überdies den Vorteil hat, im Heurigen oder auf den zahlreichen Veranstaltungen zu Ehren des Rebensaftes – Weinfrühling, Kellergassenfest, Weintaufe und viele weitere – ein paar Gläser mehr trinken zu können. Weingüter wie Emmerich Knoll, F.X. Pichler und Franz Hirtzberger gehören immerhin nicht nur innerhalb der Wachau, sondern landesweit zu den absoluten Top-Winzern, das Weingut Nikolaihof ist mit einer 2000jährigen Geschichte gar das älteste Weingut Österreichs und teilweise auf den Fundamenten römischer Wirtschaftsgebäude errichtet.

Da viele Parzellen sehr klein sind und sich für deren Winzer eine Eigenvermarktung nicht lohnt, haben sie sich in Genossenschaften zusammengeschlossen. Die wohl bekannteste ist die Domäne Wachau, die fast ein Drittel der Gesamtrebfläche bewirtschaftet. Da das Lesegut in fast allen Lagen eine außergewöhnlich hohe durchschnittliche Qualität aufweist, entstehen hier nicht nur mittelmäßige Tropfen, wie es sonst bei genossenschaftlicher Produktion oft üblich ist, sondern mit regelmäßig sehr hohen Punktzahlen prämierte. Ihre neben den Riedenweinen besten Erzeugnisse vermarktet sie unter dem Begriff Terrassen, der sinnbildlich wohl für den Großteil der Wachauer Lagen stehen kann: die Hänge an den Ufern der Donau, an denen sich die Reben bis 250 Meter über dem Fluss in den Himmel recken, sind so steil, dass man sie ohne das Anlegen von Terrassen nicht bewirtschaften könnte. Schon im Mittelalter begannen vor allem bayrische Klöster, auf diese Weise ihre Besitzungen in der Wachau aufzuwerten. Sie waren es wohl auch, die die ersten Trockenmauern anlegten, derer es in der Wachau heute insgesamt über 700 Kilometer gibt – eine Technik, die sich bis ins Jetzt erhalten und seit Neuestem auch explizit Welterbe-Status erlangt hat. Die Mauern strahlen in den kalten Nächten die Wärme des Tages ab und schaffen so etliche Bereiche mit einem eigenen Mikroklima. Für ihren Bau werden möglichst rechteckige Natursteine mithilfe komplexer, uralter Techniken übereinander geschichtet, bis ein etwa hüfthoher Wall entsteht – ohne Mörtel, der den Ablauf von Regenwasser durch die verbliebenen Ritzen behindern könnte. Die Gefahr von Staunässe ist durchaus gegeben: die Humusauflage ist manchmal nur einen knappen halben Meter dick, darunter liegt nacktes Urgestein. Gneis und Granit sind es vor allem, durch welche sich die Donau im Laufe der Erdgeschichte ihren Weg gefräst hat, durch Flugstaub haben sich oft in tieferen Lagen oft Lössablagerungen gebildet, ganz unten der Fluss Sand angeschwemmt. Aber die besten Weine gedeihen eben in den kargen Höhen, was sie schlank und mineralisch werden lässt.

Dass die Reben derart weit oben stehen, hat – neben der Qualität – sowohl rechtliche als auch pragmatische Gründe. Maria Theresia legte großen Wert auf die Sicherstellung der Versorgung ihrer Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln und verbot daher, auf solchen Flächen, auf denen auch Gemüse oder Getreide wachsen könnte, Wein anzupflanzen. Zum anderen war die Wachau trotz ihrer Idylle nicht selten Ort kriegerischer Auseinandersetzungen: im Dreißigjährigen Krieg, während der Türkenbelagerungen und in den Schlachten gegen Napoleon – wovon noch heute ins Mauerwerk mancher Häuser eingefasste Kanonenkugeln zeugen. Während die feindlichen Soldaten also zwar die Bestände in den Kellern plünderten, ließen sie doch, zu faul für den Aufstieg, wenigstens die Weinberge und damit die Lebensgrundlage der Einheimischen intakt.

Ob nun Kaiser Franz Joseph, der sich bei der Probe eines Wachauer Weines völlig verblüfft gezeigt haben soll, dass etwas derart Großartiges in seinem Reich wachse, oder die trinkfreudige sowjetische Führung, die mithilfe flüssiger Gastgeschenke überzeugt werden konnte, Österreich bereits zehn Jahre nach Kriegsende seine Souveränität zurückzugeben – die großen Tropfen aus dem kleinen Tal haben in der Historie viele Bewunderer gehabt. Aber keine Angst: man muss nach dem Genuss eines Smaragd-Veltliners keine Weltgeschichte schreiben – staunen und genießen reicht völlig aus. Text: Dario Sellmeier

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Weine

Von Winning Marmar Riesling 2021

Weißwein · Forst (Pfalz) · Riesling

Riesling Marmar (Fassselektion) Forster Ungeheuer von Winning · Deidesheim kalkreiche, kühle Parzelle trocken im Holz ausgebaut 2021

Der von Winning Marmar Riesling 2021 ist eine expressive, kraft- und druckvolle Selektion der allerbesten Fässer aus einer kalkreichen, kühlen Parzelle der Einzellage Forster Ungeheuer. Ein Riesling, der vor Kraft strotzt – konzentriert, intensiv und mit unglaublicher Länge.


Marmar – Fassselektion aus dem Forster Ungeheuer

Das Weingut von Winning in Deidesheim wurde 2007 unter Betriebsleiter Stephan Attmann neu ausgerichtet und zählt heute zu den meistdiskutierten Gütern der Pfalz. Prägend ist Attmanns Stilistik, die trockenen Rieslinge vollständig im großen Holzfass zu vergären und lange auf der Feinhefe reifen zu lassen. Der Marmar ist eine besondere Selektion der allerbesten Fässer.

Die Trauben stammen aus einer kalkreichen, kühlen Parzelle der berühmten Einzellage Forster Ungeheuer. Der hohe Kalkanteil und die kühle Ausrichtung dieser Parzelle verleihen dem Wein trotz seiner Kraft und Konzentration Frische, Spannung und eine markante Mineralität.

Jahrgang 2021 – Pfalz

2021 war an der Mittelhaardt ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht – ideale Bedingungen für einen konzentrierten, zugleich rassigen Riesling. Die kalkreiche, kühle Parzelle im Ungeheuer und der lange Holzfassausbau bewahrten Kraft, Frische und Spannung im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, Fassselektion aus dem Forster Ungeheuer, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von kalkreichem Boden.

Für den Marmar werden die allerbesten Fässer selektiert. Wie bei von Winning üblich, reift der Wein im Holz lange auf der Feinhefe – das verleiht ihm Schmelz, Tiefe und Struktur, ohne die Frucht mit Holz zu überlagern. Naturnahe Bewirtschaftung.

Im Glas

Ein Riesling, der vor Kraft strotzt – konzentriert und intensiv: reife gelbe Frucht und Steinobst, dazu eine rauchige Zitrusaromatik und feine Kräuterwürze über kalkig-salziger Mineralität. Am Gaumen kraft- und druckvoll, dabei frisch und rassig; der Abgang hat Spiel und eine unglaubliche Länge.

Kraft- und druckvoll, konzentriert und intensiv – rauchige Zitrusaromatik und Kräuterwürze über kalkig-salziger Mineralität, mit Spiel und unglaublicher Länge im Abgang.

Ein kraftvoller, sehr langlebiger Lagen-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und gereiftem Hartkäse.


Lage: kalkreiche, kühle Parzelle im Forster Ungeheuer, Forst, Pfalz; Selektion der besten Fässer
Klassifikation: Riesling, Pfalz (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Fassselektion, Ausbau im Holz auf der Feinhefe; naturnahe Bewirtschaftung

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Weine

Odinstal Riesling 120 N.N. 2022 BIO

Weißwein · Pfalz · Riesling

Riesling Pfalz · Wachenheim Monopollage Odinstal (bis 350 m) Gutsriesling 120 N.N. spontan vergoren Biodynamie / Demeter (DE-ÖKO-022) 2022

Der Odinstal Riesling 120 N.N. 2022 ist der zugängliche Gutsriesling aus einer der höchsten Lagen der Pfalz. Spontan vergoren, mit kräutriger Würze und einer nahezu salzigen, zupackenden Mineralität – die Visitenkarte des höchsten Weinguts der Mittelhaardt.


Odinstal – höchstes Weingut der Mittelhaardt

Das Weingut Odinstal thront auf rund 350 Metern hoch über Wachenheim, in der gutseigenen Monopollage Wachenheimer Odinstal – einer der höchsten Lagen der Pfalz und in Alleinbesitz des Guts. Seit 1998 in Händen der Familie Hensel, wird hier seit 2006 konsequent biologisch-dynamisch (Demeter) gearbeitet; schon seit Anfang der 1990er bewirtschaftet man die Weinberge ökologisch. Die kühle Höhe lässt die Trauben „auf kleiner Flamme" ausreifen – das ergibt filigrane, subtile, langlebige Weine.

Diese Weine sind das Herzstück der Produktion. Der Riesling 120 N.N. ist die zugänglichere Gutsabfüllung – im selben puristischen Geist wie die bodenspezifischen Spitzen, überwiegend spontan vergoren und geprägt von kräutriger Würze und einer nahezu salzigen, zupackenden Mineralität.

Jahrgang 2022 – Pfalz

2022 war in der Pfalz ein warmes, trockenes Jahr mit reifer, klar definierter Frucht. Die kühle Höhenlage des Odinstals bewahrt dabei Frische, Säure und Mineralität – im 120 N.N. ergibt das einen saftigen, würzig-salzigen Riesling mit gutem Trinkfluss und Spannung.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2022, trocken; Pfälzer Landwein, Wein aus biologischem Anbau (DE-ÖKO-022).

Im puristischen, naturnahen Stil des Hauses: überwiegend Spontangärung, langes Hefelager und minimaler Schwefeleinsatz – ohne moderne Kellertechnik, ohne Gärführung oder Temperaturkontrolle. Biodynamische Bewirtschaftung (Demeter).

Im Glas

Geprägt von einer kräutrigen Würze, gepaart mit einer nahezu salzigen, zupackenden Mineralität. Am Gaumen saftig und kühl, mit klarer, reifer Frucht, lebendiger Säure und gutem Trinkfluss – ein eigenständiger, herkunftsgenauer Riesling, der die kühle Höhenlage des Odinstals widerspiegelt.

Kräutrige Würze, gepaart mit einer nahezu salzigen, zupackenden Mineralität.

Schon jetzt zugänglich, gewinnt aber mit etwas Reife; profitiert von Luft. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb, zu Spargel und hellem Gemüse sowie zur würzig-asiatischen Küche.


Lage: Pfalz, Wachenheim, Monopollage Wachenheimer Odinstal (bis 350 m, eine der höchsten Lagen der Pfalz, Alleinbesitz)
Klassifikation: Pfälzer Landwein, Riesling (trocken); Wein aus biologischem Anbau (DE-ÖKO-022); Gesamtproduktion 5.988 Flaschen
Ausbau: Riesling; überwiegend Spontangärung, langes Hefelager, minimaler Schwefel; biodynamisch (Demeter)

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Weine

Marguet Bouzy 2020 Grand Cru Extra Brut BIO

Champagner · Bouzy Grand Cru · Pinot Noir · Extra Brut · Bio

Marguet Bouzy Grand Cru Extra Brut ist ein Bio-Champagner aus 100 % Pinot Noir aus dem Grand-Cru-Dorf Bouzy, aus eigenen Weinbergen des Hauses Marguet. Benoît Marguet keltert ihn biodynamisch. Ein klassischer Marguet mit Kraft und Spannung. Im Glas zartes Gelb mit lachsfarbenen Reflexen.


Bouzy Grand Cru

Bouzy ist eine als Grand Cru klassifizierte Gemeinde der Montagne de Reims und eines der besten Dörfer für Pinot Noir in der Champagne. Die kalkreichen Böden verleihen dem Champagner Kraft und saline Spannung. Benoît Marguet arbeitet biodynamisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Pinot Noir (Blanc de Noirs) aus Bouzy. Der Ausbau folgt der naturnahen Handschrift des Hauses im Holz; abgefüllt als Extra Brut mit geringer Dosage.

Im Glas

Zartes Gelb mit lachsfarbenen Reflexen und fein integrierter Perlage. In der Nase vielschichtig: weißer Pfirsich, Erdbeeren, Zitruszesten, feine Gewürze sowie Noten von Nüssen und Schalenfrüchten. Am Gaumen cremig, saftig und mit ordentlich Zug, mit bestens eingebundener Säure und schöner saliner Spannung. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, Krustentiere und gereifter Käse.


Lage: Bouzy Grand Cru, Montagne de Reims (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Extra Brut, Blanc de Noirs
Ausbau: 100 % Pinot Noir, Holzausbau, geringe Dosage

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Rebsorten

Eimermann Grauer Burgunder

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Eimermann Grauer Burgunder verpackt reife Birnen, Steinobst und Mandeln in eine cremige Textur. Die Säure ist zurückhaltend und schmeichelnd – ein gehaltvoller Weißwein mit genug Power, um auch neben kräftigen Speisen zu bestehen.


Rheinhessen / Roter Hang

Das Weingut Eimermann (Familie Werner und Thore Eimermann) liegt in Nierstein-Schwabsburg am berühmten Roten Hang in Rheinhessen, direkt am Rhein. Die löss- und kalkhaltigen Böden und das warme Mikroklima bringen gehaltvolle, fruchtbetonte Burgunderweine hervor. Alle Weine des Guts sind vegan.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder. Der Ausbau betont die cremige Textur und die gehaltvolle Fülle, getragen von einer zurückhaltenden, schmeichelnden Säure. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Sattes Gelb. In der Nase reife Birne, Steinobst und Mandel. Am Gaumen cremig und gehaltvoll, mit weichem Schmelz, zurückhaltender, schmeichelnder Säure und genug Power für einen langen, runden Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Geflügel, hellem Fleisch, Pasta in cremigen Saucen, Spargel und mildem Käse.


Lage: Rheinhessen, Nierstein-Schwabsburg / Roter Hang (Deutschland); Weingut Eimermann
Klassifikation: 100 % Grauburgunder, trocken (vegan)
Ausbau: cremig und gehaltvoll

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Weine

David Léclapart L'Aphrodisiaque 2018 BIO

Champagner · Trépail · Brut Nature · Bio

David Léclapart L'Aphrodisiaque ist ein Bio-Champagner aus 80 % Chardonnay und 20 % Pinot Noir, gewonnen aus einer kleinen, einzelnen Parzelle. Wie alle Champagner von David Léclapart wird er ohne Dosage – also komplett trocken – ausgebaut. Wild und elegant, facettenreich und präzise. Im Glas tief, mineralisch und feinperlig.


Trépail

David Léclapart ist ein für seine biodynamischen, naturnahen Champagner berühmter Winzer aus Trépail an der Montagne de Reims (Premier Cru). Die kreidegeprägten Böden verleihen dem Champagner seine mineralischen Gesteinsnoten und Tiefe. Der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint 80 % Chardonnay und 20 % Pinot Noir aus einer kleinen Einzelparzelle. Der Ausbau folgt der naturnahen Handschrift des Hauses; abgefüllt ohne Dosage, komplett trocken.

Im Glas

Helles Gold mit feinster Perlage. In der Nase subtile Brioche-, Limetten- und Gesteinsnoten. Am Gaumen von faszinierender Tiefe, wild und zugleich elegant, facettenreich und präzise. Der Nachhall ist lang und frisch.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; etwas Zeit im Glas lohnt sich. Als Apéritif oder als anspruchsvoller Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Austern, Meeresfrüchte, edler Fisch und feine Vorspeisen.


Lage: Trépail, Montagne de Reims (Champagne); Kreide
Klassifikation: Champagne AOC – Brut Nature (Einzellage)
Ausbau: 80 % Chardonnay / 20 % Pinot Noir, naturnah, ohne Dosage

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Spanien

La Madriguera Rosé

Roséwein · D.O. Valencia · Bobal

Bobal 100 % Roséwein D.O.P. Valencia Terres dels Alforins

Der Antonio Arráez La Madriguera Rosé 2024 ist ein reinsortiger Rosé aus 100 % Bobal aus der D.O. Valencia. Blassrosa und leuchtend im Glas, bringt er valencianisches Sommergefühl an die Tafel – Sonne und Meeresluft der Costa del Azahar. Die Trauben wachsen im Hinterland westlich von Valencia auf rund 700 Metern Höhe. Tiefe Frucht trifft hier auf natürliche Frische.


Terres dels Alforins

Die Bobal-Reben stehen in den Terres dels Alforins westlich von Valencia, rund 90 Kilometer vom Mittelmeer entfernt und auf etwa 700 Metern Höhe. Die Böden sind lehmig und karg, das Klima ist kontinental mit mediterranem Einfluss – kalte Winter, trockene Sommer. Die großen Tag-Nacht-Unterschiede erhalten Frucht und Säure. Der Wein trägt die Klassifikation D.O.P. Valencia.

Assemblage und Ausbau

Der Jahrgang 2024 besteht zu 100 % aus Bobal, einer autochthonen Rebsorte des spanischen Levante. Für den Rosé wird das Lesegut schonend und mit kurzer Maischestandzeit im Edelstahl verarbeitet, sodass die blassrosa Farbe und die klare Frucht erhalten bleiben. Hinter dem Wein steht die seit 1950 tätige Familie Arráez, die heimische Sorten modern interpretiert.

Im Glas

Blassrosa und leuchtend. In der Nase intensive Aromen von Himbeere und Erdbeere, untermalt von zarten Blütennoten. Am Gaumen frisch, klar und ausgewogen, mit saftiger Frucht und einer geradlinigen Säure. Der Abgang bleibt frisch.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren. Klassische Begleitung: Tapas, gegrillter Fisch, Meeresfrüchte und leichte Sommergerichte. Ebenso gut solo, wenn der Sommer ruft. Der 2024 ist jung und frisch und sollte in den nächsten ein bis zwei Jahren getrunken werden.



Lage: Terres dels Alforins, Valencia (~700 m)
Klassifikation: D.O.P. Valencia
Ausbau: schonende Rosé-Bereitung im Edelstahl

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Weine

Abel Mendoza Blanco Fermentado Con Pieles 2022

Orange-Wein · Rioja · Spanien

100 % Malvasía D.O.Ca. Rioja San Vicente de la Sonsierra Maischegärung (rund 25 Tage) ohne Schwefelzusatz unfiltriert 

Der Blanco Fermentado con Pieles 2022 ist der Orange-Wein von Abel Mendoza und Maite Fernández aus San Vicente de la Sonsierra in der Rioja. Erzeugt aus 100 % Malvasía, gärt der Wein über drei Wochen auf der Maische und erhält so seine bernsteinfarbene Tönung und ein feines Tannin. Gefüllt wird ohne Schwefelzusatz, in seiner natürlichsten Form. Florale Noten, Waldhonig und wilde Kräuter prägen diesen klaren, eleganten Orange-Wein.


San Vicente de la Sonsierra – Rioja Alta

Die Bodega Abel Mendoza liegt in San Vicente de la Sonsierra am Fuße der Sierra de Cantabria in der Rioja Alta. Abel Mendoza und Maite Fernández bewirtschaften ihre Reben seit den späten 1980er-Jahren mit großer Sorgfalt, auch unter der Marke Jarrarte. Die Malvasía für diesen Wein wächst auf kalkhaltigen Lehmböden. Sauberkeit bei der Verarbeitung und voll ausgereiftes Lesegut stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Assemblage und Ausbau

Reinsortige Malvasía. Die handgelesenen Trauben gären rund 25 Tage auf der Maische im Edelstahltank, was dem Wein Farbe, Struktur und ein präsentes, aber nie adstringierendes Tannin gibt. Die malolaktische Gärung verläuft spontan, abgefüllt wird ohne Zusatz von Schwefel. Nur eine kleine Auflage gelangt in die Flasche.

Im Glas

Leuchtendes Orange mit kupfrigen Reflexen. In der Nase reife weiße und Steinfrüchte – Aprikose, Nektarine, Pfirsich –, dazu getrocknete Blüten, Waldhonig und wilde Kräuter. Am Gaumen strukturiert und glyzerinreich, mit einer feinen Herbheit, einer Honignote und einem Tannin, das den Wein in die Länge zieht. Klar und elegant, das Tannin wirkt warm und schützend, nie adstringierend.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Tapas, Vorspeisen, gereifter Käse, Meeresfrüchte, Sushi und würzige Gerichte wie Lamm-Tajine oder asiatische Küche. Auch solo ein Aperitif mit Charakter. Gut gekühlt servieren bei 8–10 °C, vor dem Servieren etwas Luft geben. Trinkreif, mit Potenzial für die nächsten Jahre.


Lage San Vicente de la Sonsierra · Rioja Alta (Spanien)
Klassifikation D.O.Ca. Rioja
Ausbau rund 25 Tage Maischegärung im Edelstahltank, ohne Schwefelzusatz

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Rebsorten

Vanita Nero d'Avola Appassite Sicilia

Rotwein · Nero d'Avola · Appassimento · Sizilien

Vanita Nero d'Avola Appassite ist ein konzentrierter, halbtrockener Rotwein der Fantini Group aus Sizilien. Reinsortiger Nero d'Avola aus angetrockneten Trauben – rubinrot, mit roten Beeren, Kirsche und Pflaume und Nuancen von Schokolade und mediterranen Gewürzen.


Sizilien

Die Trauben stammen aus Sizilien, der größten Insel im Mittelmeer. Nero d'Avola ist die wichtigste autochthone Rotweinsorte der Insel. Hinter dem Wein steht Fantini by Farnese, einer der bekanntesten Erzeuger Süditaliens.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Nero d'Avola. Ein Teil der Trauben wird nach der Lese angetrocknet (Appassimento), was Zucker und Aromen konzentriert. Das verleiht dem Wein seine dichte, konzentrierte Art und die feine Restsüße.

Im Glas

Rubinrot. In der Nase und am Gaumen rote Beeren, Kirsche und Pflaume. Im Nachhall Nuancen von Schokolade und mediterranen Gewürzen. Am Gaumen konzentriert und vollmundig, mit feiner Restsüße und rundem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein kraftvoller, konzentrierter Rotwein zu herzhafter Küche – die feine Restsüße passt auch zu Würzigem.

Klassische Begleitung: Schmorgerichte, würziges Lamm, reifer Käse und dunkle Schokolade.


Lage: Sizilien (Italien)
Klassifikation: Terre Siciliane IGT – Rotwein (halbtrocken)
Ausbau: angetrocknete Trauben (Appassimento)

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