Das Weinbaugebiet Toro

Das spanische Anbaugebiet Toro stellt sich vor

Ein Weinbaugebiet in Spanien könnte wohl kaum einen landestypischeren Namen tragen als Toro, zu deutsch Stier. Das ist nicht etwa ein moderner Marketing-Gag, sondern geht auf den Stammesverband der Keltiberer zurück, die das reizvolle Städtchen auf dem Felsplateau, dessen Name stellvertretend für die ganze Region steht, schon in der Antike so benannten. Sie selbst betrieben wohl noch keinen Weinbau im größeren Stil. Der gelangte erst mit der römischen Kolonialmacht in diesen recht entlegenen nordwestlichen Teil Zentralspaniens – genauer gesagt an die Ufer des Río Duero, der, wenn er an Toro entlangfließt, schon die Weinbaugebiete Ribera del Duero, Cigales und Rueda hinter sich hat. Der Klassiker-Status endet aber keineswegs mit der Benennung. Auch sonst erfüllt Toro das, was man landläufig von einem „echt spanischen“ Anbaugebiet erwarten würde: den Fokus auf Rotwein und explizit natürlich auf den meist sortenrein abgefüllten Tempranillo. Der tritt hier als lokale Variation mit dem Namen Tinta de Toro auf, die genau genommen die Urform des Tempranillo ist – bedingt durch die rauen Umweltbedingungen kleiner und dickschaliger, damit auch tannin- und extraktreicher als die Verwandten aus Rioja und Co.

Gelegen auf der Hochebene im Zentrum der Iberischen Halbinsel, der sogenannten Meseta, stehen die Rebstöcke auf einer Höhe von etwa 600 bis 800 Metern in den jährlich 3000 Sonnenstunden ziemlich exponiert. Allerdings sinken die Temperaturen hier zum späten Abend hin wesentlich schneller als an der Talsohle und auch die mäßigende Wirkung des dort unten entlangfließenden Duero reicht nicht so weit hinauf – diese kühlen Nächte mit oft an die 25 Grad weniger als tagsüber sind eine elementare Voraussetzung für die Erzeugung hochwertiger Weine. Allgemein sind die Trauben dem recht extremen kontinentalen Klima mit heißen Sommern, frostigen Wintern und sehr wenig Niederschlag, was die Region zu einer der trockensten des ganzen Landes macht, schlicht schutzlos ausgeliefert. Dementsprechend gering sind die Erträge, dementsprechend hochkonzentriert und dunkelwürzig präsentieren sich die Weine, die zu mindestens drei Vierteln aus Tempranillo bestehen müssen. Insbesondere die alten Rebstöcke, die teilweise noch Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzt wurden, bringen Weine von famoser Fülle und Wärme hervor. Die Reben tragen zwar weniger Trauben als die jüngeren Exemplare, ergeben aber deutlich expressiveren Wein und trotzen dem Wassermangel besser, da ihre Wurzeln tiefer in den Untergrund reichen. Der trägt seinerseits, farblich zwischen Rotbraun und Ocker changierend, durch seine relative Kargheit und Durchlässigkeit zusätzlich zur Kämpfernatur des Tempranillo bei. Eisen und vom Fluss im Laufe der Zeit abgelagerter Kalk durchsetzen den dominierenden Sand und wirken als natürliche Dünger, die das Wachstum der Beeren fördern, den Rebstock optimal mit Mineralstoffen versorgen und durch ihren basischen Charakter die Säureentwicklung im Zaum halten. Faktisch reguliert die Beschaffenheit des Terroirs die Erträge also massiv, gibt den wenigen verbliebenen Trauben aber die allerbesten Voraussetzungen mit auf den Weg. Die Garnacha, die zweite rote Rebe Toros, erreicht unter diesen Voraussetzungen die Qualität der Tinta de Toro nicht, und auch Verdejo und Malvasia auf der weißen Seite können kaum mithalten. Viele Pflanzen sind wurzelecht, denn das nach der Reblausplage in Europa etablierte Aufpfropfen war in Toro nicht nötig: auf dem sandigen Boden konnten die Schädlinge sich nicht gut fortbewegen, sodass man die Katastrophe nicht nur recht unbeschadet überstand, sondern sogar noch große Mengen ins komplett verheerte Frankreich exportieren konnte.

Schon während des späten Mittelalters war die geografische Lage Toros besonders unter Marketing-Gesichtspunkten hervorragend: das nahe Valladolid fungierte als Hauptstadt des Königreichs Kastilien, wenige Jahre sogar Gesamtspaniens und orderte regelmäßig große Mengen Wein für den höfischen Bedarf. Ähnlich hielt es Salamanca, wo an der ältesten Universität des Landes Professoren und Studenten – beide für die damalige Zeit sehr betuchte Gruppen – sich nach den Vorlesungen gern ausgiebigen Zechgelagen hingaben. Ironischerweise findet sich am reich verzierten Hauptportal noch heute die Plastik einer Kröte, die auf einem Totenschädel hockt – eine Erinnerung an die Studentenschaft, dass sie ihre zügellosen Ausschweifungen im Diesseits nach dem Tode büßen würden. Diese Mahnung ernster als jene nahmen wahrscheinlich die vielen Pilger, die Richtung Santiago de Compostela strömten und sich in Toro mit flüssiger Wegzehrung für den letzten Teil des Jakobsweges eindeckten. Und auch die Geistlichen in der Wallfahrtsstadt selbst bekundeten reges Interesse, sodass der König von Leon sie im 13. Jahrhundert mit reichhaltigen Weinbergs-Schenkungen in der Gegend um Toro bedachte und damit die Herrschaft der Kirche über den Weinbau auch dort nachhaltig sicherte. Die machte ihre Sache mit den anvertrauten Reben denn auch sehr gut: Weine aus Toro genossen etliche Privilegien, wurden am spanischen Königshof gereicht, der zu dieser Zeit ansonsten fast ausschließlich nach Weißwein verlangte, und durften an wichtigen Weinhandelsplätzen wie etwa Sevilla als einzige gebietsfremde Erzeugnisse feilgeboten werden. Auch Kolumbus soll auf seinen Reisen den bei ihm hoch im Kurs stehenden Wein aus Toro als Proviant mitgeführt und möglicherweise sogar ein Glas davon auf die Entdeckung Amerikas erhoben haben.

Trotz dieser strahlenden Vergangenheit hatte Toro es, ähnlich wie viele andere spanische Weinbaugebiete, im 20. Jahrhundert nicht besonders leicht: von weit über 30000 Hektar sank die Rebfläche über Jahrzehnte immer weiter ab, bis sie schließlich unter 1000 lag. Die heute wieder rund 6000 Hektar bestockter Fläche sind denn auch immer noch nicht ansatzweise so landschaftsprägend wie die schier endlosen Weizenfelder, welche der Region den Beinamen Tierra del Pan, Land des Brotes, eingetragen haben. Das hängt auf der einen Seite mit der jahrzehntelang nicht eben winzerfreundlichen Politik der Regierung zusammen – in den Dürrejahren der späten 40er opferte man massiv Rebflächen für den Getreideanbau -, aber auch mit internen Problemen. Selbstgenügsam hatte man weder die Kellertechnik auf einem aktuellen Stand gehalten, weswegen die Weine oft vermeidbare Fehlnoten aufwiesen, und, was eigentlich noch schlimmer war: man hatte den allgemeinen Trends der Konsumentenwünsche keinerlei Beachtung geschenkt. War man seit ewigen Zeiten gut gefahren mit sehr schweren und alkoholreichen Weinen, ignorierte man geflissentlich die vermehrte Nachfrage nach leichteren, feinfruchtigen Roten, die in den 80ern langsam einsetzte. Doch gottseidank gab es einige mutige Pioniere. Als ein solcher Pate des modernen Weinbaus in Toro kann Manuel Fariña gelten. Der junge Heißsporn hatte gerade erst sein Weinbau-Studium beendet, da begann er, den väterlichen Betrieb radikal umzukrempeln. Zuerst schaffte er Edelstahltanks an, die sich dauerhaft kühlen ließen, dann verlegte er den traditionell auf den 12. Oktober datierten Lesebeginn um vier Wochen nach vorn, was heute den allgemeinen Standard darstellt. Die marmeladig-fetten Weine mit ihren gut und gern 17 oder 18 Volumenprozent, die eher an billigen Likör erinnerten, sollten endlich der Vergangenheit angehören. Mittlerweile ist der Alkoholgehalt von offizieller Seite auf höchstens 15 Prozent gedeckelt, liegt aber üblicherweise eher bei 13 bis 14. Auch auf fortschrittliche Formen der Reberziehung setzte Fariña. Spätestens hier wurde es vielen Winzern der alten Schule zu bunt – die meisten pflegen nach wie vor Einzelstockerziehung und nicht das Aufziehen auf Drahtrahmen. Auch die maschinelle Lese konnte sich nicht wirklich durchsetzen, sodass der Anteil an Handarbeit im Weinberg nach wie vor recht hoch ist.

Was Fariña aber nachhaltig zu etablieren gelang und letztlich den alles verändernden Quantensprung in der Weinbereitung bedeutete, war der Ausbau in Eichenholzfässern. 1987 wurden seine Bemühungen auch von offizieller Seite anerkannt: man verlieh Toro den Status einer geschützten Herkunftsbezeichnung, die neben Landweinen nun auch Qualitätsweine vermarkten durfte, und Fariña wurde der erste Präsident der neuen Appellation. Diese Entwicklung wiederum führte dazu, dass Bodegas aus dem benachbarten Ribera del Duero aufmerksam wurden. Dort war der Rotwein-Boom gerade auf seinem Höhepunkt, weswegen man nach neuen Investitionsmöglichkeiten suchte, um die Nachfrage befriedigen zu können. Stars der Branche wie Pesquera und Vega Sicilia zögerten nicht lange und erwarben Weinberge in Toro – und brachten viel technisches Know-how mit, das wiederum zu einem Anstieg des allgemeinen Niveaus beitrug. Aber es gibt natürlich auch jene Betriebe, die es als echte Toro-Urgesteine zu Höchstleistungen gebracht haben, allen voran Numanthia. Die Trauben für das Aushängeschild des sehr jungen Weingutes, den Termanthia, dessen 2004er Jahrgang mit sagenhaften 100 Parker-Punkten ausgezeichnet wurde, stammen aus einem einzigen Weinberg, der mit nur 900 Reben pro Hektar bestockt ist – die offizielle Untergrenze. Nach oben hin ist bei 2700 Reben Schluss, die zwar von vielen ausgeschöpft werden, allerdings verzichtet man in guten Jahren auf eine vollumfängliche Lese, um in schlechten die Möglichkeit der Selektion zu haben, ohne dass die Lesemenge abfällt.

Da die Kunden sich einerseits die lagerfähigen, fast schwarzen Extraktbomben wünschen, für die Toro seit jeher bekannt ist, andererseits aber auch schon früh trinkreife, unkomplizierte Alltagsweine, haben sich die Winzer die Maceración carbonica, die Kohlensäuremaischung, angeeignet, die sonst hauptsächlich im Beaujolais Verwendung findet. Bei dieser möglicherweise ältesten Art der Rotweinherstellung überhaupt werden die Trauben ohne vorherige Pressung als Ganzes eingemaischt, was eine sehr umsichtige Lese und ebensolchen Transport erfordert, um die Beeren nicht zu verletzen. Unter Schutzgasatmosphäre findet nun ohne den Zusatz von Hefen eine intrazelluläre Gärung statt – faktisch wird das Lesegut also einfach sich selbst überlassen, anderthalb bis zwei Wochen lang, bevor der Most konventionell weiterverarbeitet wird. Während dieser Zeit platzen die Beeren auf und verfärben sich von Dunkelblau zu einem milchigen Hellviolett. Das Ergebnis betont vor allem Nase und Geschmack, die durch bestimmte Phenolverbindungen einen sogenannten Bonbon-Ton nach Dörrobst und tropischen Früchten annehmen, während Tannin und Säure auf einem sehr moderaten Niveau verbleiben.

Ob man nun eher ein Fan solcher Leichtgewichte ist oder doch eher die Klassiker bevorzugt, eines steht fest: kaum ein Weinbaugebiet – mit Ausnahme des Priorats vielleicht, das aber preislich in einer höheren Kategorie spielt – hat in den vergangenen Jahrzehnten einen derart kometenhaften (Wieder-)Aufstieg hingelegt wie Toro. Das hat dem Landstrich zwischen Zamora und Tordesillas, der traditionell kaum über Industrie verfügt und auf die Erträge aus der Landwirtschaft und den Durchreiseverkehr von und nach Portugal angewiesen ist, einen ordentlichen Schub verpasst, denn immer mehr Genuss-Touristen wollen den Ursprung ihrer Lieblingsweine erkunden. Gleichzeitig wurde eine Weinbautradition aus dem Dornröschenschlaf geweckt, die in früheren Jahrhunderten den stolzen Anspruch hatte, qualitative Referenzregion für ganz Spanien zu sein. Und mit dem Potential bis zu 200 Jahre alter Reben und der Dynamik eines kontinuierlichen jährlichen Wachstums von 100 Hektar stehen die Chancen sehr gut, aus dieser Vergangenheit Zukunft werden zu lassen.

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Rebsorten

Chateau Rozier Saint Emilion Grand Cru

Rotwein · Saint-Émilion Grand Cru · Merlot · Bordeaux

Château Rozier Saint-Émilion Grand Cru ist ein aromatischer Bordeaux-Rotwein vom rechten Ufer der Gironde. Das Weingut liegt in der renommierten Appellation Saint-Émilion. Die Merlot-betonte Cuvée besticht mit dichter, purpurroter Farbe und viel Frucht. Im Glas vollmundig, fruchtbetont und mit seidigen Tanninen.


Saint-Émilion

Saint-Émilion ist eine der berühmtesten Appellationen am rechten Ufer der Gironde, bekannt für Merlot-dominierte Weine. Die kalk-, ton- und sandgeprägten Böden verleihen den Weinen Frucht, Fülle und Charme. Der Wein trägt die Klassifikation Saint-Émilion Grand Cru.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée ist Merlot-dominiert, ergänzt um Cabernet Franc (und einen Anteil Cabernet Sauvignon). Nach der Gärung reift der Wein im Barrique, das ihm Struktur, feine Würze und seidige Tannine verleiht.

Im Glas

Dichtes Purpurrot. Im Bukett Pflaumen, reife Beeren, süßes Fruchtkompott und feines Lakritz. Am Gaumen sehr aromatisch, mit viel Frucht und Volumen, vollmundig und mit seidigen Tanninen im Nachhall. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine kurze Belüftung tut dem Wein gut.

Klassische Begleitung: Rind, Lamm, geschmortes Fleisch und gereifter Käse.


Lage: Saint-Émilion (Bordeaux); Kalk/Ton/Sand
Klassifikation: Saint-Émilion Grand Cru AOC
Ausbau: Merlot-dominiert mit Cabernet Franc, Barriqueausbau

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Weine

Battenfeld Spanier Blanc de Blancs Grande Cuvée 2010 Extra Brut BIO

Das Flaggschiff unter den Sekten des Hauses ist die Battenfeld-Spanier Blanc de Blancs Grande Cuvée 2010 Extra Brut. Reiner Chardonnay von 1994 gepflanzten Champagner-Klonen auf Kalk in Hohen-Sülzen. Nach der Flaschengärung lag sie weit mehr als zehn Jahre auf der Hefe.

Im Glas

Sehr feine Perlage. Im Mund fester Griff und cremiger Schmelz, nussige, feine Frucht und viel Extrakt. Der lange, salzige Nachklang verleiht ihr Präzision und Tiefe. Ein Sekt für große Gläser und besondere Momente.

Mach was draus

Hummer, Jakobsmuscheln, Austern, Geflügel in Rahmsauce oder ein lange gereifter Hartkäse. Auch als Aperitif für einen großen Anlass. Serviere sie bei 8 bis 10 °C im großen Weißweinglas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Die Grande Cuvée ist für mich deutscher Sekt auf Weltniveau. Ein Erlebnis, das man nicht vergisst.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie lange lag sie auf der Hefe? Rund 13 Jahre – außergewöhnlich lange für einen Sekt. In dieser Zeit entstehen der cremige Schmelz und die nussigen Töne.

Wer steht dahinter? Hans-Oliver Spanier, der das Weingut Battenfeld-Spanier in Hohen-Sülzen führt, zusammen mit seiner Frau Carolin Spanier-Gillot. Schon 1993 stellte der Betrieb auf ökologischen Anbau um.

Wie wird sie gemacht? Die Trauben kommen früh vom Stock, der Most gärt mit wilden Hefen im Tonneau, die zweite Gärung findet in der Flasche statt; Handrüttelung und eine minimale Dosage.

100 % Chardonnay · Hohen-Sülzen, Rheinhessen · Kalk · Champagner-Klone, gepflanzt 1994 · Jahrgang 2010 · Spontangärung im Tonneau · Flaschengärung · rund 13 Jahre Hefelager · Handrüttelung · Extra Brut · bio, Kontrollstelle DE-ÖKO-006 · Battenfeld-Spanier, Hohen-Sülzen · Stand: Oktober 2026

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Spanien

Sierra de Tolono blanco 2025

Weißwein · DOCa Rioja · Rioja Alavesa

Viura Labastida, Rioja Alavesa Kalkplateau 650 m Jahrgang 2025 3 Monate Feinhefelager ohne Filtration

Der Sierra de Toloño Rioja Blanco 2025 ist Sandra Bravos Viura von einem Kalkplateau auf 650 Metern über Labastida. Alte Buschreben stehen dort gemischt mit Tempranillo auf kalkhaltigem Lehm, vinifiziert wird im Edelstahl ohne Holzeinsatz. Ein weißer Rioja, der seine Herkunft über Salzigkeit und Säure erzählt, nicht über Fassaromatik.


Das Kalkplateau über Labastida

Die Parzelle liegt am Nordrand der Rioja Alavesa auf rund 650 Metern, dort wo sich das Gelände vor dem Massiv der Sierra de Toloño zu einer Hochfläche öffnet. Der Untergrund ist kalkhaltiger Lehm mit hohem Steinanteil, darauf stehen alte Reben im Gobeletschnitt. Viura und Tempranillo wachsen gemischt in derselben Anlage – eine Pflanzweise aus der Zeit vor der Sortentrennung, die in der Alavesa nur noch in wenigen alten Parzellen erhalten ist. Weitere alte Anlagen der Bodega liegen in Rivas de Tereso und Villabuena de Álava, die Kellerei selbst steht in Villabuena.

Für einen Weißwein ist diese Kombination aus Höhe und Kalk der entscheidende Faktor. Der Bergrücken schirmt die Fläche gegen den kalten Nordwind ab, gleichzeitig kühlt es nachts stark ab. Viura, eine Sorte mit von Natur aus verhaltener Säure, verliert diese in warmen Tallagen schnell – auf 650 Metern zieht sich die Reife und die Traube kommt mit intaktem Säuregerüst und niedrigem Zuckergrad in den Keller. Der Kalk im Boden liefert den salzigen Zug, der den Wein am Gaumen streckt.

Sandra Bravo arbeitet seit ihrer Rückkehr in die Rioja im Jahr 2012 konsequent parzellenweise, nach Stationen in Bordeaux, der Toskana, Neuseeland, Kalifornien und sieben Jahren im Priorat. Ihre Weinberge zählen zu den höchstgelegenen der Region, bewirtschaftet werden sie ohne Herbizide, gelesen wird von Hand in Kisten mit Sortierung im Weinberg.

Jahrgang 2025 – Rioja Alavesa

2025 verlangte in der Rioja ganzjährige Arbeit im Weinberg. Ein überdurchschnittlich nasses Frühjahr erzeugte während des gesamten Vegetationszyklus hohen Falschen-Mehltau-Druck, dazu kamen Hagelzüge, die große Teile der Anbaufläche trafen. Wer den Pflanzenschutz und die Laubarbeit nicht im Griff hatte, verlor Ertrag oder Gesundheit der Trauben. In den Höhenlagen vor der Sierra de Toloño half die Durchlüftung: Der Pilzdruck blieb dort beherrschbar, wo Wind und Hangneigung das Laub schnell abtrocknen.

Die Reifephase drehte den Jahrgang. Ein trockener, sonniger Herbst mit ausgeprägten Tag-Nacht-Kontrasten brachte gesunde Trauben bei moderaten Zuckerwerten. In der Rioja Alavesa begann die Lese ab dem 10. bis 15. September und zog sich in gestaffelten Durchgängen bis Ende Oktober. Die Menge blieb klein: 225,5 Millionen Kilo in der gesamten DOCa Rioja, davon nur 33,8 Millionen Kilo Weißtrauben. Der Consejo Regulador stufte den Jahrgang nach der Blindverkostung von 2.176 Proben als „Excelente" ein. Bei den Weißweinen zeigt 2025 klare, blumige Aromatik und tragende Säure – genau das Profil, auf das dieser Blanco angelegt ist.

Assemblage und Ausbau

100 % Viura aus dem Jahrgang 2025, Handlese vom Kalkplateau bei Labastida. Vor der Gärung steht eine Kaltmazeration, die Aromatik aus der Schale löst, ohne Phenolik in den Most zu ziehen. Die Gärung erfolgt anschließend im Edelstahl.

Danach liegt der Wein rund drei Monate auf der Feinhefe im Stahltank. Das gibt Textur und Substanz am Gaumen, ohne die Frucht zu überdecken – Holz kommt bewusst nicht zum Einsatz, weder für die Gärung noch für den Ausbau. Gefüllt wird ohne Schönung und ohne Filtration, eine leichte Trübung ist möglich.

Im Glas

Helles Strohgelb mit grünlichem Reflex. In der Nase Limettenschale, Blütenstaub und Zitronengras, dahinter eine Spur Akazienhonig und die Note frisch aufgebrochener Brotkruste, die aus dem Hefelager stammt. Am Gaumen schlank und straff, mit wachsiger Textur, deutlicher Salzigkeit und einem bitteren Zug im Nachhall, der an Chinin erinnert. Die Säure trägt bis ins trockene Finish.

Drei Monate Feinhefe im Stahl, kein Fass: Dieser Viura zeigt das Kalkplateau ohne den Umweg über das Holz.

Bei 10 bis 12 °C servieren, im großen Glas öffnet sich die Aromatik deutlich weiter. Trinkreif ab sofort, der säurebetonte Jahrgang 2025 trägt ihn bis etwa 2030; mit zwei bis drei Jahren Flaschenzeit gewinnt die honigwürzige Seite der Viura an Gewicht.

Am Tisch

Passt zu Bacalao al pil pil, gegrilltem Oktopus, Austern und Venusmuscheln, ebenso zu Tortilla, gebackenem Ziegenkäse und Geflügel in Zitronensauce. Die Salzigkeit macht ihn zum Begleiter von Anchovis und eingelegtem Gemüse, die Säure hält auch gegen Aioli und frittierten Fisch stand.


Produzent Sierra de Toloño – Sandra Bravo, Villabuena de Álava
Rebsorte Viura
Lage Kalkplateau über Labastida, Rioja Alavesa, 650 m
Klassifikation DOCa Rioja
Jahrgang 2025
Vinifikation Handlese · Kaltmazeration · Gärung im Edelstahl
Ausbau 3 Monate Feinhefelager im Stahltank · ohne Schönung · unfiltriert
Boden kalkhaltiger Lehm mit hohem Steinanteil
Rebanlage alte Buschreben, gemischter Satz mit Tempranillo
Bewirtschaftung ohne Herbizide
Trinkempfehlung 2026–2030

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Spanien

Vinos de Encostas Xose Lois Sebio Coios

Wein · Rotwein · Bierzo · Spanien

Xosé Lois Sebio Coios ist ein kühler, eleganter Mencía aus uralten Reben im Anbaugebiet Bierzo. Er glänzt vor Würze, Säure und Saftigkeit: innere Kraft, mineralische Frische, viel rote Frucht und eine subtile Eleganz, die sich bei jedem Schluck aufs Neue zeigt.


Bierzo / Valtuille

Die uralten Mencía-Reben stammen aus der Lage O Val in Valtuille in der DO Bierzo (Kastilien-León). Diese Gegend gilt als kältester Teil von Valtuille, aus dem gemeinhin die besten Weine des Bierzo kommen. „Coios" bedeutet Felsbrocken und verweist auf das karge, mineralische Terroir. Erzeuger ist Xosé Lois Sebio (Vinos de Encostas).

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Mencía von alten Reben. Der Ausbau betont die kühle, frische und mineralische Stilistik und bewahrt die saftige rote Frucht sowie die feine Eleganz des Weins. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles bis mittleres Rubinrot. In der Nase viel rote Frucht, florale Noten, feine Würze und klare Mineralität. Am Gaumen kühl, frisch und saftig, mit innerer Kraft, lebendiger Säure, fein gewobenen Tanninen und subtiler Eleganz; langer, mineralischer Abgang.

Am Tisch

Bei 15–17 °C servieren, gern leicht gekühlt – ein eleganter, vielseitiger Speisebegleiter.

Passt zu: Geflügel, gegrilltem und geschmortem Fleisch, Pilzgerichten, Wurst und mittelreifem Käse.


Lage: DO Bierzo, O Val in Valtuille (Kastilien-León, Spanien); Xosé Lois Sebio (Vinos de Encostas)
Klassifikation: DO Bierzo – 100 % Mencía (alte Reben), trocken
Ausbau: frische- und mineralitätsbetonter Ausbau

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Spanien

O Estranxeiro blanco

Wein · Weißwein · Ribeira Sacra · Spanien

O Estranxeiro Blanco ist ein frischer, intensiver Weißwein der Spitzenklasse aus Galicien, größtenteils aus Godello. Duftaromen von Fenchel, Sahne, knackigem Apfel und Felsenbirne treffen auf eine cremige Textur, knackige Säure und reichhaltige Frucht nach grünem Obst – komplex, intensiv und mit beeindruckendem Abgang.


Ribeira Sacra / Galicien

Godello bringt die spannendsten Weißweine Spaniens hervor und ist vor allem in Galicien beheimatet – auch in den steinigen Höhenlagen der DO Ribeira Sacra. Die Winzerin Rebeca Montero und der Winzer Eulogio Pomares haben mit dem O Estranxeiro Blanco einen Platz an der Spitze der spanischen Weißweine erobert. Die Reben sind alt und wachsen auf Schiefer- und Granitgestein.

Assemblage und Ausbau

Größtenteils aus Godello, ergänzt um kleine Anteile Albariño und Treixadura. Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen. Der Wein lagert sechs Monate auf der Feinhefe – zu 60 % im Edelstahltank und zu 40 % in großen Holzfässern –, was ihm Cremigkeit und Tiefe verleiht. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase Fenchel, Sahne, knackiger Apfel und Felsenbirne. Am Gaumen vereint er eine cremige Textur mit knackiger Säure und reichhaltiger Frucht nach grünem Obst; komplex, intensiv und mit beeindruckend langem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, Schalentieren, hellem Fleisch und der feinen Küche.


Lage: DO Ribeira Sacra (Galicien, Spanien); Rebeca Montero & Eulogio Pomares
Klassifikation: DO Ribeira Sacra – Godello-basiert, ergänzt um Albariño & Treixadura, trocken
Ausbau: 6 Monate auf der Feinhefe (60 % Edelstahl, 40 % großes Holz); alte Reben auf Schiefer und Granit

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Weine

Martin Waßmer Schlatter Maltesergarten Weißer Burgunder SW

Wein · Weißwein · Baden · Deutschland

Martin Waßmer Schlatter Maltesergarten Weißer Burgunder SW ist ein weicher, fruchtbetonter Lagen-Weißburgunder aus Baden. Reife Frucht verbindet sich mit den feinen Aromen des Barriqueausbaus und einer mineralischen Note.


Baden / Schlatter Maltesergarten

Das Weingut Martin Waßmer ist im Markgräflerland in Baden beheimatet und zählt zu den führenden Erzeugern der Region. Der Wein stammt aus der Lage Schlatter Maltesergarten, die für ausdrucksstarke, mineralisch geprägte Burgunderweine steht.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Weißburgunder. Der Barriqueausbau verleiht dem Wein feine Aromen von getoastetem Brot, Vanille und milden Gewürzen, die sich harmonisch mit der reifen Frucht verbinden. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Leuchtendes, mittleres Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase reife Birne, saftiger Apfel, Anklänge von Ananas, dezente Haselnuss und leichte Mineralität, dazu Zitrusnoten und Zitronenzeste sowie feine Barriquearomen von getoastetem Brot, Vanille und milden Gewürzen. Am Gaumen fruchtbetont, mit dem Eindruck einer dezenten Süße, gelbfleischigen Früchten und einer feinen mineralischen Note im weichen Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 11–13 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: edlem Fisch, Krustentieren, Geflügel, Kalb und cremigen Käsen.


Lage: Baden, Markgräflerland – Schlatter Maltesergarten (Deutschland); Weingut Martin Waßmer
Klassifikation: Lagenwein – 100 % Weißburgunder, trocken
Ausbau: Barriqueausbau; fruchtbetont und weich

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Länder/Regionen

La Baume Merlot Grand Châtaignier

Rotwein · Merlot · Languedoc · Frankreich

Domaine de la Baume Grand Châtaignier Merlot ist ein finessenreicher Merlot aus dem Languedoc in Südfrankreich. Mit komplexen Aromen zeigt er sich im Duft mit Pflaume und Vanille. Im Glas würzig-fruchtig, mit dunkler Beerenfrucht und einem Hauch Schokolade.


Languedoc

Die Domaine de la Baume liegt im Languedoc in Südfrankreich. Das warme, mediterrane Klima und die vielfältigen Böden bringen reife, fruchtbetonte Weine hervor. Der Wein trägt die Bezeichnung Pays d'Oc.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Merlot. Der Ausbau im Holzfass verleiht ihm zarte Vanille- und Kokosnussnoten sowie samtige, perfekt eingebundene Tannine.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase Pflaume und Vanille, dazu zarte Frucht- und Kokosnussaromen. Am Gaumen vereinen sich würzig-fruchtige Noten mit dunkler Beerenfrucht und einem Hauch Schokolade. Die Tannine sind spürbar samtig und perfekt eingebunden.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Rind, Grillfleisch, Pasta mit kräftigen Saucen und mittelreifer Käse.


Lage: Languedoc (Frankreich)
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – Merlot
Ausbau: Merlot, Holzfassreife

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Weine

Le Moine Horizon 50 ans Beaujolais Cru Brouilly 2015 Magnum

Rotwein · Beaujolais Cru Brouilly · Gamay

Gamay Beaujolais Cru Brouilly Serie „Horizon 50 ans" Mounir Saouma (Le Moine) auf lange Reife angelegt Magnum (1,5 l) 2015

Der Le Moine Horizon 50 ans Brouilly 2015 in der Magnum ist Mounir Saoumas ernsthafte, lagerfähige Interpretation des Beaujolais – ein Cru-Gamay aus einem Ausnahmejahrgang, bewusst für die lange Reife abgefüllt. Weine, die unsere Kinder und Enkel in 50 Jahren am optimalen Genusspunkt erleben können.


Horizon 50 ans – Beaujolais, ernst genommen

Hinter dem Beaujolais steckt weit mehr als der leichte, fruchtige Beaujolais Nouveau: Vor vielen Jahrzehnten waren die besten Lagen ebenso hoch angesehen wie die großen Weine des nördlichen Burgunds. Die qualitative Spitze der Gamay-Weine wächst im Norden der Appellation – unter den Cru-Namen Brouilly, Chénas, Chiroubles, Côte de Brouilly, Fleurie, Juliénas, Morgon, Moulin-à-Vent, Saint-Amour und Régnié.

Für die Serie „Horizon 50 ans" hat Mounir Saouma – der Mann hinter Lucien Le Moine – Cru-Gamay aus Top-Lagen vinifiziert und in zwei Formaten abgefüllt: 0,75-Liter-Flaschen für den früheren Genuss sowie Magnum und Doppelmagnum für die ganz lange Lagerung. Der Name ist Programm: Weine mit einem Reifehorizont von einem halben Jahrhundert. Dieser Brouilly stammt aus dem südlichsten und größten der Beaujolais-Crus, dessen Granit- und blaue Diorit-Böden („pierre bleue") dem Gamay Tiefe, Struktur und Mineralität verleihen.

Jahrgang 2015 – Beaujolais

2015 gilt im Burgund und besonders im Beaujolais als Ausnahmejahrgang – vielfach als Jahrhundertjahrgang bezeichnet. Warm und reif, brachte er Gamay-Weine von seltener Konzentration, Dichte und Tiefe bei gutem Reifepotenzial. In der Magnum und im langen Ausbau ergibt das einen Wein, der auf Jahrzehnte angelegt ist.

Ausbau

Reinsortiger Gamay aus dem Jahrgang 2015, Beaujolais Cru Brouilly, trocken; abgefüllt in der Magnum (1,5 l).

Im Stil von Mounir Saouma: langer Ausbau im Holzfass und auf der Hefe, mit minimalem Schwefel und behutsamer Kellerarbeit – ganz auf Tiefe, Textur und Langlebigkeit ausgerichtet. Das große Magnum-Format begünstigt eine besonders langsame, harmonische Reife.

Im Glas

Vom granitisch-blausteinigen Brouilly-Boden und aus dem reifen Jahrgang 2015 lebt dieser Cru-Gamay: dunkle Kirsche und Brombeere, florale Anklänge und eine feine, steinige Würze. Der lange Ausbau bindet eine seidige, dichte Textur ein und verleiht dem Wein mehr Tiefe und Ernst, als man dem Beaujolais gemeinhin zutraut. Am Gaumen saftig und konzentriert, mit feinem Tannin, lebendiger Säure und langem, mineralischem Nachhall – ein Gamay mit echtem Reifepotenzial.

Dunkle Kirsche, florale und steinige Würze – saftig und konzentriert, mit feinem Tannin und langer, mineralischer Tiefe.

Schon jetzt zugänglich, doch auf Jahrzehnte angelegt; in der Jugend großzügig dekantieren. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu gegrilltem und geschmortem Fleisch, zu Geflügel und Ente, zu Wild sowie zu mittelreifem Käse.


Lage: Beaujolais Cru Brouilly (Frankreich); südlichster und größter der Beaujolais-Crus, Granit- und blaue Diorit-Böden („pierre bleue")
Klassifikation: Beaujolais Cru, Gamay (trocken); Serie „Horizon 50 ans", Magnum (1,5 l)
Ausbau: Gamay; langer Ausbau im Holzfass und auf der Hefe, minimaler Schwefel; auf lange Reife angelegt

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