Das Weinbaugebiet Burgund

Von Weinen die man auf Knien und mit entblößtem Haupt trinkt

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Eine kleine Warnung direkt zu Beginn: selbst im sich ohnehin schon nicht so leicht erschließenden Frankreich hat das Burgund noch einmal eine Sonderstellung inne, die Weinbegeisterte durchaus zur Verzweiflung treiben kann. Verantwortlich dafür ist die hochkomplexe, wenn auch keineswegs willkürliche Weinbergsstruktur, die es Laien fast unmöglich macht, sehr gute von mäßigen Weinen zu unterscheiden. Denn ja, es gibt auch in der Bourgogne, wie die Franzosen selbst dieses neben dem Bordeaux wohl berühmteste Anbaugebiet der Welt nennen, große qualitative Unterschiede. Anders als etwa in Deutschland kann nicht davon ausgegangen werden, dass aus einer der rund 40 Grand-Cru-Lagen auch zwangsläufig erstklassige Weine stammen – vielmehr gibt die Klassifizierung an, welche Qualität theoretisch möglich wäre, wenn der Winzer das Potential optimal ausschöpfen würde. Allerdings werden die Lagen, die sogenannten climats, nicht von einem einzigen, sondern von einer Vielzahl unterschiedlicher Winzer bestellt, und oft profitieren die vielen durchschnittlichen über das Renommee der Lage von der Mühe der wenigen exzellenten, indem sie deren Preise leicht unterbieten, dafür aber viel schlechtere Qualität liefern. Schuld an der extremen Parzellierung ist das Prinzip der Realteilung, das vorsah, dass jedem Erbberechtigten der gleichen Anteil an der Erbmasse zufallen solle. Das hat einerseits zur Folge, dass mancher Winzer nur ein paar Quadratmeter einer Lage sein Eigen nennt, dass aber derselbe Winzer wiederum in zwei Dutzend Gemeinden jeweils eine Rebfläche besitzt. An die Situation überschaubarer machende Flurbereinigungen ist aufgrund der astronomischen Bodenpreise von teils mehrerer Millionen Euro pro Quadratmeter gar nicht zu denken. Als ebenso bedeutsam wie die Arbeit der Weinbauern selbst hat sich darum die der örtlichen Weinhändler erwiesen. Diese kaufen kleineren Erzeugern ihre Erträge ab, übernehmen die Kellerarbeit und mischen sie mit denen angrenzender Parzellen, um überhaupt eine Gesamtmenge zu erreichen, mit der sich ein internationaler Vertrieb rechnet.

Aber erst einmal von vorn. Das Burgund hat eine bewegte, sehr stolze Geschichte, von der heutzutage außer dem mythisch anmutenden Namen nicht viel verblieben ist. Nicht einmal der territoriale Zusammenhang ist noch nachzuvollziehen, nachdem es Frankreich 2016 mit der Franche-Comté zu einer Großregion vereinigte. Die Zeit der burgundischen Königreiche im frühen Mittelalter ist – obwohl sie etwa den Stoff für die Nibelungensage liefert – dabei historisch gar nicht mal so interessant. Wirklichen Einfluss erlangt Burgund nämlich erst in Form eines Herzogtums im 14. und 15. Jahrhundert, als es von einer Seitenlinie des französischen Königshauses regiert wird und sich durch seine strategisch günstige Lage zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich zu einem bedeutenden Player auf der europäischen Bühne entwickelt. Großen Einfluss sicherten der flächenmäßig eher kleinen Herrschaft dabei vor allem die schier unermesslichen Abgaben, die von den zugehörigen Städten Flanderns geleistet wurden – zu der Zeit die unangefochtenen wirtschaftlichen Zentren Europas. Und schon Philipp der Kühne, der erste Herzog von Burgund, fuhr eine kluge Strategie, um „seine“ Pinot noirs auf internationalem Parkett bekannt zu machen: er untersagte dessen Düngung und bewirkte damit eine qualitätssteigernde Ertragsreduktion, zudem verbot er den Anbau der ertragreichen, aber wenig aromatischen Konkurrenzrebe Gamay als „gesundheitsschädlich“.

Zu dieser Zeit des Spätmittelalters konnte man im Burgund bereits auf eine tausendjährige Weinbautradition zurückblicken. Die Römer hatten ihn eingeführt, die Mönche bedeutender Abteien wie Saint-Vivant, Cluny und Clos-Vougeot brachten ihn zu einer ersten großen Blüte. Dabei half ihnen eine wichtige Beobachtung: Wein nimmt, je nachdem, wo genau er gewachsen ist, ganz unterschiedliche Aromatiken an. Die Idee des Terroirs war geboren! Emsig und gewissenhaft machten die Brüder sich in der Folge daran, Lagen voneinander abzugrenzen, in bessere und schlechtere zu unterscheiden. Damit legten sie wiederum den Grundstein für die heutige Qualitätspyramide, an deren Spitze mit lediglich 1,5 Prozent der Gesamtproduktion die Grand Crus stehen – gefolgt von den Premier Crus und den Village-Weinen, die nicht mehr aus einer einzelnen Lage, aber immerhin noch aus einem einzigen Ort stammen müssen. Unten stehen die regionalen Appellationen, die lediglich verbürgen, dass die Trauben irgendwo im Burgund gelesen wurden. Das System verdeutlicht, dass wirklich nur einem absoluten Bruchteil die Ehre zuteil wird, sich als eine der besten Lagen zu vermarkten, und war Vorbild für viele Klassifikationen weltweit, so auch für den deutschen VDP.

Burgunder bringt man oft mit Kalk als angestammtem Untergrund in Verbindung. Tatsächlich wird die Côte d’Or, das Herzstück der Region, durch eine mächtige Jurakalk-Abbruchkante quasi mittig zerschnitten, und die besten Weine stammen auch von stark kalkhaltigen Böden. Da sich das Burgund aber zwischen Dijon und Lyon über eine Strecke von fast 200 Kilometern erstreckt, sind die Bodenprofile erstaunlich vielfältig. Auf der kalkig-mergeligen Grundsubstanz traten durch Erosion und tektonische Verschiebungen kristalline Gesteine wie Granit, Sedimentgestein wie Blauschiefer und Kies, aber auch Lehm und Vulkangestein an die Oberfläche. Von all diesen geologischen Eigenarten hatten die Mönche wohl nur eine sehr verschwommene Ahnung, was ihre Leistung umso größer erscheinen lässt. Auf diesen Böden gedeihen fast ausschließlich – das ist jetzt wenig verwunderlich – die im Französischen Pinots genannten Reben. Den putzigen Namen verdanken sie der Form der Trauben, die an einen Pinienzapfen erinnert. Und es gibt sie schon ziemlich lange: die Urform entstand vor 2000 Jahren im Norden Frankreichs und entwickelte sich vor allem durch natürliche Kreuzung mit dem Weißen Heunisch zu zahlreichen Sorten. Das Burgund ist damit auch das einzige Weinbaugebiet weltweit, das gleich einer ganzen Wein-Familie den Namen gegeben hat.

Wobei zahlreiche Mitglieder ebendieser im Burgund gar keine Rolle spielen, etwa Pinot Gris und Pinot Blanc oder Pinot Meunier. Der nahezu ausschließliche Fokus liegt bei den Weißen auf Chardonnay, der die Hälfte, und bei den Roten auf Pinot Noir, der ein weiteres Drittel der Gesamtfläche von 40 000 Hektar für sich in Anspruch nehmen. Das geht so weit, dass auf von hier stammenden jährlich etwa 200 Millionen Weinflaschen die Rebsorte nur dann angegeben werden muss, wenn der Inhalt nicht einer der beiden Rebsorten entstammt. Anders als etwa in der Champagne und dem Bordeaux findet im Burgund auch kein Verschnitt verschiedener Sorten statt. Der Pinot Noir erreicht hier in aller Regel recht hohe Säuregrade, hat aber dennoch einen seidigen Grundzug. Tannin und Alkohol sind eher mäßig ausgeprägt, was dem kontinentalen Klima mit seinen kurzen Sommern und den Kalkböden geschuldet ist. Er ist von Natur aus sehr sensibel und reagiert mit wahrnehmbaren geschmacklichen Veränderungen auch auf kleinste Unterschiede von Mikroklima und Boden. Die meisten Weinberge sind nach Süden oder Südosten ausgerichtet, um im recht weit nördlich gelegenen Burgund das Sonnenlicht möglichst optimal zu nutzen. Während viele Pinot noirs mit längerer Lagerung geschmacklich abbauen, bergen die hiesigen ein gigantisches, jahrzehntelanges Reifepotential. Die zweite rote Rebsorte, der Gamay, fühlt sich auf den kalkigen Böden weniger wohl und präferiert stattdessen die Granithänge des Beaujolais. Hier kann er seinen eigenen, betont fruchtigen Charakter ausleben, bleibt aber qualitativ stets im Schatten des Spätburgunders. Selbiges gilt für die zweite prominente Weißweinrebe, den Aligoté. Ihn produziert man meist bewusst leicht und säurebetont. Da er sich nicht für den Ausbau im Fass eignet, muss er in den ersten paar Jahren konsumiert werden – oft als einfacher Schoppenwein oder gespritzt mit Sprudel. An die blumige Komplexität mit dem typisch russigen Unterton des Chardonnays reicht er nicht heran. Dessen Variantenreichtum hängt auch mit den persönlichen Überzeugungen des Winzers, seiner Philosophie zusammen: Ausbau im Stahltank oder im Barrique? Im neuen oder bereits gebrauchten? Puristen schwören auf ersteres, weil so ein erfrischend reintöniger Wein mit intensiver Feuersteinaromatik, dem goût de pierre à fusil, entsteht; Freunde des „klassischen“ Chardonnays lieben hingegen die Vanillenoten neuer und die toastigen Akzente älteren Holzes.

Und wo bekommt man nun die besten? Lässt man die Preise und Namen für sich sprechen, dann sicherlich im Norden des Burgund – im vom Rest isoliert gelegenen Chablis mit seinen stahlig-zitrischen Chardonnays mit dem charakteristischen Grünstich, und an der Côte d’Or. Diese lässt sich unterteilen: einerseits in die nördlich gelegene Côte de Nuits, wo mineralische, körperreich-druckvolle Weine mit Aromen von Kirsche, aber auch rauchigen Noten nach Lakritz und Gewürzen dominieren. Von ihrer hellen Farbe sollte man sich keineswegs täuschen lassen, denn das komplexe Mundgefühl und Länge des Abgangs sind ohnegleichen. Lagen wie La Tâche, Bonnes-Mares und Chambertin warten hier auf, den bereits Napoleon als seinen Favoriten bezeichnete. Mehr als die Hälfte der gesamten Grand-Cru-Lagen ist hier konzentriert. Im Süden schließt die Côte de Beaune an, wo die Pinot noirs finessenreich-feinfruchtig, zarter und harmonischer geraten und wo besonders am Corton, in Mersault und Puligny-Montrachet einige der besten Chardonnays der Welt gedeihen, deren sich mit dem Alter einstellende leichte Petrolnote Wein-Enthusiasten in Verzückung geraten lässt. Wer an diesem Genuss teilhaben möchte, muss sehr tief in die Tasche greifen, wenn er denn überhaupt das Glück hat, eine Flasche angeboten zu bekommen. Aus diesem Grund rücken seit geraumer Zeit die vergleichsweise günstigen „Randlagen“ mehr in den Fokus – das weite, offene und fast mediterran anmutende Hügelland von Côte Chalonnaise und Mâconnais mit ihren üppigen, bukettreichen und ausgeprägt gelbfruchtigen Weinen, etwa dem Pouilly-Fuissé.

Dass es mal eine Zeit gab, in der es dem Burgund richtig schlecht ging, kann man sich heutzutage nicht recht vorstellen. Im 19. Jahrhundert war der Burgunder auf der Höhe der Zeit, neben Champagner das Getränk der Reichen und Schönen und in etlichen Werken der Weltliteratur verewigt. Dann jedoch kamen Mehltau und Reblaus, dazu innerhalb von 70 Jahren drei große Kriege. Und so stand man Mitte des 20. Jahrhunderts faktisch vor dem Ruin – auch weil unsere Vorfahren dem Terroir-Gedanken gegenüber relativ gleichgültig waren. Hinzu kam in der Nachkriegszeit ein Verlangen nach schnellem, günstigem und möglichst unkompliziertem Genuss – die Jahrzehnte der Massenweine begannen, während derer man die jahrhundertelang liebevoll gepflegten Rebflächen in Pestiziden und Mineraldüngern ertränkte, keine Ertragsreduktion mehr betrieb und bei der Kellerarbeit schlampte. Zudem pflanzte man massenhaft neue Reben, die durch ihre Jugend aber nicht ansatzweise die Feinheit eines gestandenen, 40 oder mehr Jahre alten Stocks ins Glas zu bringen vermochten. Gerade als in den 80ern unter Winzern wie Romanée-Conti und Leflaive allmählich der Gedanke der biologischen Landwirtschaft aufkeimte und man sich auf seine Ursprünge besann, dämmerte eine neue Herausforderung herauf: viele andere Nationen wie Australien, Neuseeland, Südafrika und die USA waren nicht untätig gewesen und hatten qualitativ enorm aufgeholt, die Bourgogne teilweise sogar überflügelt, wie der Vergleich zwischen burgundischen und kalifornischen Chardonnays bei der legendären Weinjury von Paris bewies. Man musste nun also doppelte Anstrengung darauf verwenden, die traditionell hohen Preise auch mit entsprechenden Produkten zu rechtfertigen und den Status eines Burgunders als edlen Festtagswein wieder mehr im Bewusstsein zu verankern. Trotz aller Konkurrenz, die man geschmacklich teilweise, marketingtechnisch schwer und preislich eigentlich gar nicht auszustechen vermochte, wollte man vor allem eines: der absolute Maßstab sein, an dem sich jeder Burgunder, wo auch immer auf der Welt er erzeugt wurde, zu messen hat.

Einer der liebenswertesten Auswüchse der vielfältigen PR-Aktionen zur Wiederbelebung des Burgund ist wohl die 1934 gegründete Confrérie des Chevaliers du Tastevin. Als wie ein mittelalterlicher Orden organisierte Weinbruderschaft hat sie sich zur Aufgabe gemacht, das Ansehen der Burgunder zu steigern und mittlerweile Niederlassungen rund um den Globus. Mitglieder, aufgenommen stilecht per Ritterschlag, waren bzw. sind etwa Politiker wie Ronald Reagan, Helmut Kohl, Franz-Josef Strauß und Walter Scheel, aber auch Filmschaffende wie Alfred Hitchcock und Ingrid Bergman und Sportfunktionäre wie Sepp Blatter. Zweimal jährlich findet die Tastevinage, eine anonyme Verkostung mit 250 versierten Testern statt, deren Sieger das heiß begehrte Recht haben, ihre Flaschen mit dem Wappen der Vereinigung zu schmücken. Allerdings druckt man es nicht einfach auf das Etikett, sondern setzt neben diversen Nummerierungen auf einen unsichtbaren Marker aus UV-Tinte. Das mag übertrieben klingen – Fälschungen sind bei Flaschenpreisen von mehreren Hundert bis mehreren Tausend Euro aber tatsächlich ein großes Problem. Da gute Burgunder mindestens zehn bis 15 Jahre gelagert werden sollten, um ihr Potential voll ausschöpfen zu können, oder als Spekulationsobjekte noch wesentlich länger in Kellern verschwinden, bevor sie getrunken werden, fallen viele Betrügereien erst spät oder gar nicht auf. Hinzu kommt, dass die wenigsten einen solchen Wein schon des Öfteren getrunken haben und somit der sensorische Vergleich fehlt. Man geht davon aus, dass etwa vier Fünftel aller vor 1980 erzeugten Burgunder nicht echt sind, und aus den 40ern kaufen kundige Sammler gar nichts mehr, nachdem der als „Dr. Conti“ bekannt gewordene Fälscher Rudy Kurniawan mit Gier und Gutgläubigkeit seiner Kunden gespielt und jährlich mehr Flaschen unters betuchte Volk gebracht hatte, als aus den betreffenden Jahrgängen weltweit überhaupt noch im Umlauf waren.

Fälschungen? Unbezahlbare Preise? Undurchschaubare Lagenverhältnisse? Abschrecken sollte das keineswegs – es sind die normalen Begleiterscheinungen eines Weinbaugebietes von absoluter Weltgeltung. Dennoch ist es ratsam, entweder auf die – im allgemeinen Niveau mittlerweile ebenfalls sehr guten – günstigeren kommunalen und regionalen Appellationen zu setzen oder aber der fachlichen Expertise eines Weinhändlers des Vertrauens Glauben zu schenken. Damit die wenigen Male, die man im Leben Gelegenheit zum Genuss eines solch überirdischen Tropfens hat, sich so gestalten können, wie Alexandre Dumas es forderte: „Einen solchen Wein sollte man auf Knien und mit entblößtem Haupte trinken!“

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The Wine Region of Burgundy (english version)

Of wines one drinks on bended knees and with bared head

A small warning right at the beginning: even in France, which is already not so easily accessible, Burgundy holds a special position that can indeed drive wine enthusiasts to despair. Responsible for this is the highly complex, although by no means arbitrary, vineyard structure, which makes it almost impossible for laypeople to distinguish very good wines from mediocre ones. Because yes, there are also big qualitative differences in Burgundy (Bourgogne), as the French call this area, which is probably the most famous wine-growing region in the world alongside Bordeaux. Unlike in Germany, it cannot be assumed that first-class wines necessarily come from one of the around 40 Grand Cru locations – rather, the classification indicates what quality would theoretically be possible if the winemaker were to fully exploit the potential. However, the locations, the so-called climats, are not managed by a single winemaker, but by a variety of different winemakers, and often the many average ones benefit from the reputation of the location due to the efforts of the few excellent ones by slightly undercutting their prices but delivering much worse quality. The extreme parceling is due to the principle of real division, which stipulated that each heir should receive the same share of the inheritance. This results in some winemakers owning only a few square meters of a location, but the same winemaker owns a vineyard area in two dozen municipalities. Considering the astronomical land prices, sometimes several million euros per square meter, land consolidation that would make the situation more manageable is unthinkable. Therefore, the work of the local wine merchants has proven to be just as important as that of the winemakers themselves. They buy the yields from smaller producers, take over the cellar work, and mix them with those of adjoining parcels to achieve a total quantity that makes international distribution worthwhile.

But first, let’s start from the beginning. Burgundy has a tumultuous and very proud history, of which not much remains today besides the mythically inspired name. Even the territorial continuity is hard to trace after it merged with Franche-Comté into a large region in France in 2016. The era of Burgundian kingdoms in the early Middle Ages is – although it provided material for the Nibelungen saga – not even that historically interesting. Burgundy really gained influence in the form of a duchy in the 14th and 15th centuries when it was ruled by a collateral line of the French royal house and developed into a significant player on the European stage due to its strategically favorable location between France and the Holy Roman Empire. The seemingly boundless tributes paid by the affiliated cities of Flanders – the uncontested economic centers of Europe at that time – secured great influence for the rather small realm. Philip the Bold, the first Duke of Burgundy, pursued a clever strategy to make „his“ Pinot noirs known on the international stage: he prohibited their fertilization, thereby causing a quality-increasing yield reduction, and also banned the cultivation of the high-yielding but less aromatic competitor vine, Gamay, as „harmful to health.“

In this late medieval period, Burgundy could already look back on a thousand-year tradition of viticulture. The Romans had introduced it, and the monks of significant abbeys like Saint-Vivant, Cluny, and Clos-Vougeot brought it to an early flourishing stage. An essential observation helped them: wine takes on very different aromatics depending on exactly where it has grown. The idea of terroir was born! Diligently and conscientiously, the brothers then set about distinguishing locations from each other, categorizing them into better and worse ones. This laid the foundation for today’s quality pyramid, at the top of which, with only 1.5 percent of total production, stand the Grand Crus – followed by the Premier Crus and the Village wines, which must still come from a single location, but at least from a single village. At the bottom are the regional appellations, which merely guarantee that the grapes were harvested somewhere in Burgundy. The system illustrates that only a tiny fraction gets the honor of marketing themselves as one of the best locations, and it was a model for many classifications worldwide, including the German VDP.

Burgundy wines are often associated with limestone as their native substrate. Indeed, the Côte d’Or, the heart of the region, is virtually bisected by a powerful Jurassic limestone escarpment, and the best wines also come from heavily calcareous soils. However, as Burgundy stretches almost 200 kilometers between Dijon and Lyon, the soil profiles are astonishingly diverse. Due to erosion and tectonic shifts, crystalline rocks such as granite, sedimentary rocks like blue shale and gravel, as well as clay and volcanic rock, have surfaced on the calcareous-marly basic substance. The monks probably had only a very vague idea of all these geological peculiarities, which makes their achievement appear even greater. On these soils thrive almost exclusively – unsurprisingly – the vines called Pinots in French. They owe their cute name to the shape of the grapes, reminiscent of a pine cone. And they have been around for quite a while: the original form arose 2000 years ago in northern France and developed into numerous varieties mainly through natural crossing with the Gouais Blanc (White Heunisch). Burgundy is thus also the only wine-growing region worldwide that has given its name to an entire wine family.

While numerous members of this family play no role in Burgundy, such as Pinot Gris and Pinot Blanc or Pinot Meunier. The almost exclusive focus for white wines is on Chardonnay, which accounts for half, and for the red wines, it’s on Pinot Noir, which occupies another third of the total area of 40,000 hectares. It goes so far that of the about 200 million wine bottles originating here annually, the grape variety only needs to be specified if the content does not come from one of these two grape varieties. Unlike in Champagne and Bordeaux, there is also no blending of different varieties in Burgundy. Pinot Noir typically reaches quite high acidity levels here but still has a silky fundamental character. Tannin and alcohol are rather moderately pronounced, due to the continental climate with its short summers and the limestone soils. It is naturally very sensitive, reacting with noticeable taste changes even to the smallest differences in microclimate and soil. Most vineyards face south or southeast to make the best use of sunlight in Burgundy, which is located quite far north. While many Pinot Noirs decline in taste with longer storage, the local ones have gigantic, decades-long aging potential. The second red grape variety, Gamay, is less comfortable on the calcareous soils, preferring the granite slopes of Beaujolais. Here it can express its distinct fruity character but always remains qualitatively in the shadow of Pinot Noir. The same applies to the second prominent white grape, Aligoté. It is usually produced deliberately light and acidic. Since it is not suitable for aging in barrels, it must be consumed in the first few years – often as a simple table wine or mixed with soda. It does not reach the floral complexity with the typical smoky undertone of Chardonnay. Its variety also depends on the personal convictions of the winemaker, his philosophy: aging in stainless steel or in barrels? In new or already used ones? Purists swear by the former because it produces a refreshingly pure wine with intense flint aromatics, the goût de pierre à fusil; friends of the „classic“ Chardonnay, however, love the vanilla notes of new and the toasty accents of older wood.

And where does one get the best? If one lets prices and names speak for themselves, then certainly in the north of Burgundy – in the somewhat isolated Chablis with its steely-citrus Chardonnays with a characteristic greenish tint, and in the Côte d’Or. This area can be divided: on the one hand, into the northern Côte de Nuits, where mineral-rich, full-bodied wines with aromas of cherry, as well as smoky notes of licorice and spices, dominate. One should not be misled by their light color, for the complex mouthfeel and length of the finish are unparalleled. Vineyards such as La Tâche, Bonnes-Mares, and Chambertin, which Napoleon already referred to as his favorites, are located here. More than half of all the Grand Cru sites are concentrated here. The Côte de Beaune in the south, where the Pinot Noirs are refined and delicately fruity, more delicate and harmonious, and where some of the world’s best Chardonnays flourish, especially in Corton, Meursault, and Puligny-Montrachet. As these wines age, they develop a slight petrol note that sends wine enthusiasts into raptures. Anyone who wants to participate in this delight must dig deep into their pockets, if they are even lucky enough to be offered a bottle. For this reason, the relatively inexpensive „fringe locations“ have been moving more into focus for some time – the wide, open, and almost Mediterranean-looking hills of Côte Chalonnaise and Mâconnais with their lush, bouquet-rich, and distinctly yellow fruity wines, such as Pouilly-Fuissé.

It’s hard to imagine that there was a time when Burgundy was in a really bad way. In the 19th century, Burgundy wine was at its zenith, alongside champagne, it was the drink of the rich and beautiful and immortalized in numerous works of world literature. Then came mildew and phylloxera, plus three major wars within 70 years. So, by the middle of the 20th century, they were practically ruined – also because our ancestors were relatively indifferent to the concept of terroir. After the war, there was a desire for quick, cheap, and uncomplicated enjoyment – the decades of mass wines began, during which centuries of lovingly maintained vineyards were drowned in pesticides and mineral fertilizers, no more reduction in yield was pursued, and cellar work was sloppy. Moreover, a large number of new vines were planted, but due to their youth, they could not begin to bring the finesse of a mature, 40 or more years old vine into the glass. Just when in the 80s, among winemakers like Romanée-Conti and Leflaive, the idea of organic farming gradually emerged, and people remembered their origins, a new challenge loomed: many other nations like Australia, New Zealand, South Africa, and the USA had not been inactive and had caught up enormously in quality, even surpassing Bourgogne in some aspects, as the comparison between Burgundian and Californian Chardonnays at the legendary Paris wine jury proved. Double effort had to be made to justify the traditionally high prices with corresponding products and to re-anchor the status of Burgundy as a noble holiday wine more firmly in consciousness. Despite all the competition, which could hardly be outdone in terms of taste, was difficult to overcome in terms of marketing, and was virtually impossible to beat in terms of price, one thing was particularly desired: to be the absolute benchmark by which every Burgundy, wherever in the world it was produced, has to be measured.

One of the most charming offshoots of the diverse PR actions to revive Burgundy is probably the Confrérie des Chevaliers du Tastevin, founded in 1934. Organized like a medieval order, this wine brotherhood has set itself the task of enhancing the reputation of Burgundies and now has branches all around the globe. Members, who are inducted with a knightly accolade, included or include politicians like Ronald Reagan, Helmut Kohl, Franz-Josef Strauss, and Walter Scheel, as well as filmmakers like Alfred Hitchcock and Ingrid Bergman, and sports officials like Sepp Blatter. Twice a year, the Tastevinage takes place, an anonymous tasting with 250 experienced testers, the winners of which have the highly sought-after right to adorn their bottles with the association’s coat of arms. However, it is not simply printed on the label, but, in addition to various numberings, an invisible marker made of UV ink is used. This might sound exaggerated – but counterfeits are indeed a big problem with bottle prices ranging from several hundred to several thousand euros. Since good Burgundies should be stored for at least ten to fifteen years to fully exploit their potential, or disappear into cellars much longer as speculative objects before they are drunk, many frauds are only discovered late or not at all. Additionally, most people haven’t consumed such wines frequently, hence lacking sensory comparison. It is estimated that about four-fifths of all Burgundies produced before 1980 are not genuine, and knowledgeable collectors no longer purchase from the 40s, after the counterfeiter known as „Dr. Conti“, Rudy Kurniawan, played with the greed and credulity of his customers, introducing more bottles to the affluent people each year than were actually still in circulation worldwide from the relevant vintages.

Counterfeits? Unaffordable prices? Inscrutable vineyard locations? This shouldn’t be discouraging – these are the normal accompaniments of a wine-growing region of absolute global significance. However, it is advisable to either rely on the more affordable municipal and regional appellations, which are generally also very good now, or to trust the professional expertise of a trusted wine merchant. So that the few times in life when one has the opportunity to enjoy such a heavenly drop, it can unfold as Alexandre Dumas demanded: „Such a wine should be drunk on one’s knees and with a bare head!“

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Rebsorten

Henri Bourgeois Quincy blanc

Weißwein · Quincy · Sauvignon Blanc · Loire

Henri Bourgeois Quincy Blanc ist ein Sauvignon Blanc aus der Appellation Quincy an der Loire. Aus Schwemmkiesel- und Sandböden entwickelt er typische Aromen von weißen Blüten und Zitrusfrüchten. Im Glas süffig und frisch.


Quincy

Quincy liegt im Centre-Loire, westlich von Bourges, und ist eine der klassischen Sauvignon-Blanc-Appellationen der Loire. Die Schwemmkiesel- und Sandböden verleihen dem Wein seine süffige Frische und florale Aromatik.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Sauvignon Blanc. Der Ausbau stellt die frische, florale Frucht des Quincy-Terroirs in den Vordergrund.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase typische Aromen von weißen Blüten und Zitrusfrüchten. Am Gaumen süffig und frisch, mit klarer Frucht. Der Abgang ist saftig und animierend.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 9–11 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Meeresfrüchte, Ziegenkäse, Fisch und Salate.


Lage: Quincy, Centre-Loire (Frankreich); Schwemmkiesel/Sand
Klassifikation: Quincy AOC
Ausbau: Sauvignon Blanc, fruchtbetonter Ausbau

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Spirituosen

Valverde Grappa di Moscato L'Armonia

Spirituose · Grappa · Moscato · Italien

Valverde Grappa di Moscato L'Armonia ist eine sortenreine italienische Grappa aus Moscato-Trester. Klar und unverändert (bianco), besticht sie durch die unverwechselbar blumig-aromatische Art der Muskattraube.


Herkunft / Italien

Grappa ist der klassische italienische Tresterbrand und darf ausschließlich aus in Italien gewonnenem Traubentrester hergestellt werden. Diese Grappa stammt sortenrein vom Moscato (Muskat) – einer der ältesten und aromatischsten Rebsorten. Hier von Valverde.

Trester und Destillation

Destilliert aus dem Trester der Moscato-Traube. Als klare Grappa (bianco) reift sie nicht im Holz, sondern bewahrt unverfälscht die typische blumig-traubige Aromatik des Moscato.

Im Glas

Kristallklar. In der Nase intensiv blumig und traubig, mit der charakteristischen Muskat-Aromatik, dazu Anklänge von Rosenblüte und Litschi. Am Gaumen weich und aromatisch, mit klarer Frucht und einem feinen, anhaltend wärmenden Abgang.

Pur genießen

Leicht gekühlt in einem Grappa-Glas servieren – als aromatischer Digestif.

Ideal: pur nach dem Essen oder zu Obstdesserts und Gebäck.


Herkunft: Italien; Valverde
Art: Grappa (klar, bianco)
Grundlage: Trester der Moscato-Traube (sortenrein)
Reifung: ohne Fassreife

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Frankreich

Domaine Duroche Gevrey Chambertin 2021

Rotwein · Gevrey-Chambertin · Pinot Noir

Pinot Noir Gevrey-Chambertin AOC 9 Parzellen · 3,15 ha Reben ab 1934 2021

Der Gevrey-Chambertin 2021 von Pierre Duroché ist ein noch junger Meilenstein des Guts. Reinsortiger Pinot Noir mit Erde, Tiefgang, Kraft und formidabler Länge – ein Wein zum Träumen, Trinken und Weglegen.


Gevrey-Chambertin – Parzellen alter Reben

Gevrey-Chambertin ist die größte Gemeinde der Côte de Nuits und Heimat berühmter Grand Crus rund um Chambertin. Dieser Dorfwein entsteht aus mehreren Parzellen mit kalk- und mergelreichen, teils sandigen Böden und teils sehr alten Reben – das Zusammenspiel der Lagen prägt Tiefe und Spannung.

Pierre Duroché zählt zu den gesuchten Adressen von Gevrey-Chambertin; seine Handschrift zielt auf Finesse, Präzision und einen klaren Terroir-Ausdruck.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – der dem Tiefgang dieses Gevrey eine spannungsvolle Frische verleiht.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, eine Assemblage mehrerer Parzellen mit teils sehr alten Reben.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – auf Tiefe, inneren Extrakt und einen klaren Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Sinnlich und erdgeprägt, mit Tiefgang, Kraft und innerem Extrakt. Am Gaumen geschliffen und tief, mit klarer Frucht und einer formidablen Länge im Abgang.

Erde, Tiefgang und Kraft mit formidabler Länge – ein Pinot Noir zum Träumen und Weglegen.

In der Jugend bereits faszinierend, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Ente, Rind, Gerichte mit Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für gehaltvollere Gerichte und den besonderen Anlass.


Lage: Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); mehrere Parzellen, kalk-/mergelreich, teils sandig, teils sehr alte Reben
Klassifikation: Gevrey-Chambertin AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Weine

Legrand Latour Lutetien Brut Nature BIO

Wein · Champagner · Champagne · Frankreich

Legrand-Latour Lutétien Brut Nature steht für Kalk, Kreide und Klarheit: eine biozertifizierte Cuvée aus Pinot Noir und Chardonnay, gewachsen auf fossilreichen Kalkböden. Die maritime Prägung ist vom Duft bis zum Nachhall deutlich spürbar – geradlinig, salzig und präzise.


Champagne

Das Haus Legrand-Latour erzeugt terroirgeprägte Winzer-Champagner in der Champagne und arbeitet biozertifiziert (FR-BIO-01). Die Trauben für den Lutétien wachsen auf fossilreichen Kalkböden, die dem Champagner seine maritime, kreidige Prägung und salzige Klarheit verleihen.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 55 % Pinot Noir und 45 % Chardonnay. Der Champagner wird ohne Dosage als Brut Nature abgefüllt, was seine geradlinige, präzise und trockene Stilistik unterstreicht.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase weiße Blüten, Zitrusfrüchte und eine frische Meeresbrise. Am Gaumen geradlinig, salzig und präzise, mit einem trockenen, eleganten Finish und langem, mineralischem Nachhall.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als präziser Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: rohem Fisch und Sashimi, Austern, Krustentieren und feinem Fisch – oder einfach pur.


Lage: Champagne (Frankreich); Legrand-Latour
Klassifikation: Champagne – Cuvée aus 55 % Pinot Noir & 45 % Chardonnay, Brut Nature (naturherb)
Ausbau: ohne Dosage; fossilreiche Kalkböden

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Whisky

Port Charlotte PC8 Ar Dùthchas

Whisky · Single Malt · Islay · Port Charlotte

Port Charlotte PC8 Ar Dùthchas ist ein stark getorfter Islay Single Malt der Bruichladdich Distillery. Port Charlotte ist die rauchige Range des Hauses; PC8 ist die vierte Abfüllung dieser Reihe und acht Jahre gereift. Der gälische Name „Ar Dùthchas" – etwa „Land unserer Vorfahren" – verweist auf das Erbe der Rhinns of Islay. Abgefüllt in Fassstärke, zeigt er die geballte Wucht des Islay-Torfs.


Islay

Die Bruichladdich Distillery steht seit 1881 auf den Rhinns of Islay, der windgepeitschten Westhalbinsel der schottischen Hebrideninsel. Die Küstennähe prägt den Charakter: maritime, salzige Noten verbinden sich mit kräftigem Torfrauch. Port Charlotte trägt den Namen einer ehemaligen Brennerei der Insel.

Herstellung und Reifung

Der stark getorfte Single Malt (rund 40 ppm) reifte acht Jahre in American-Oak-Fässern (ehemalige Bourbonfässer). Abgefüllt wurde er ungefärbt und nicht kühlgefiltert in Fassstärke (60,5 % vol.) als limitierte Auflage.

Im Glas

Helles Gold. In der Nase Seeluft und dichter Torfrauch, dazu Pfeffer, Zitrone, Heidekraut und ein medizinischer Jodton. Am Gaumen ölig und kraftvoll, mit süßen Malz- und Eichennoten, Lakritz und salziger Zitrone. Der Abgang ist lang, rauchig und teerig. Ein Schuss Wasser öffnet die Aromatik.

Zum Genuss

Pur in einem Nosing-Glas genießen; einige Tropfen Wasser mildern die Fassstärke und entfalten die Aromen. Ein kraftvoller Dram für Liebhaber rauchiger Islay-Whiskys.

Passt außerdem zu geräuchertem Fisch, kräftigem Hartkäse und dunkler Schokolade.


Herkunft: Islay, Schottland (Bruichladdich Distillery)
Art: Stark getorfter Islay Single Malt, Fassstärke
Reifung: 8 Jahre in American Oak (Bourbonfässer)

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Rebsorten

Van Volxem Scharzhofberger Riesling Beerenauslese 2011

Edelsüßer Weißwein · Scharzhofberg (Saar) · Riesling

Riesling Scharzhofberg Wiltingen · Saar Van Volxem blauer Devonschiefer Beerenauslese · edelsüß Botrytis · alte Reben 0,375 l · 2011

Die Van Volxem Scharzhofberger Riesling Beerenauslese 2011 stammt von einer der berühmtesten Rieslinglagen der Welt – dem Scharzhofberg über Wiltingen an der Saar. Eine extraktreiche, edelsüße Rarität von alten Reben auf blauem Devonschiefer: feinste Nase nach wildem Honig und reifer Frucht, getragen von einer formidablen, rasse­n Säure.


Scharzhofberg – der König der Saarweine

Van Volxem in Wiltingen an der Saar wurde im Jahr 2000 von Roman Niewodniczanski übernommen, um die alte Tradition großer Saarweine wiederherzustellen. Mit gerade einmal rund 25 hl/ha sind die Erträge sehr gering, das Durchschnittsalter der Reben liegt bei etwa 40 Jahren; gearbeitet wird ausschließlich von Hand in besten Steillagen und nach naturnahen Gesichtspunkten.

Der Scharzhofberg ist die legendäre Schieferlage an der Saar – ein Mythos mit Weltruf, schon im 19. Jahrhundert als „König aller Weine des Trierschen Landes" gerühmt. Der steile, südexponierte Hang über Wiltingen besteht aus stark verwittertem, blauem Devonschiefer mit eisenhaltigen Tonanteilen, der den Weinen ihre unverwechselbare, tiefgründige Mineralität verleiht.

Jahrgang 2011 – Saar

2011 gilt an der Saar als herausragender Jahrgang, der besonders für die edelsüßen Spezialitäten ideale Bedingungen bot: Eine gesunde, vollreife Lese mit feiner Edelfäule (Botrytis cinerea) brachte konzentrierte, zugleich elegante Beeren hervor. Auf dem Scharzhofberg ergab das eine Beerenauslese von großer Dichte und Extraktsüße, die von der für die Lage typischen kristallinen Säure im Gleichgewicht gehalten wird.

Herstellung und Ausbau

Edelsüße Beerenauslese aus dem Scharzhofberg, Jahrgang 2011; 100 % Riesling von über 40 Jahre alten Reben, gefüllt in der 0,375-Liter-Flasche.

Für die Beerenauslese werden einzeln verlesene, edelfaule und vollreife Beeren gelesen. Der hochkonzentrierte Most vergärt spontan mit den eigenen Hefen über eine sehr lange Zeit – fast ein Jahr lang –, wobei aufgrund des enormen Zuckergehalts nur ein Teil vergärt: So bleibt eine üppige natürliche Süße erhalten, während der Alkoholgehalt sehr niedrig bleibt. Das Ergebnis ist ein extraktreicher, langlebiger Wein von subtiler Feinheit.

Im Glas

In der Natur gewachsen, um dann fast ein Jahr vor sich hin zu gären, ist diese extraktreiche Beerenauslese ein kleines Wunder, was die Natur dem Menschen schenkt. Feinste Nase nach wildem Honig, reifen Marillen, Pfirsich, Maracuja, aber auch Limetten machen sich bemerkbar. Zunächst ein Maul voll Süße am Gaumen, bis die formidable Säure den Mund wieder frei putzt und diesen frisch, sauber und klar nach dem nächsten Schluck schreien lässt. Extraktreich, auf subtile Art und Weise fein und „fett". Verspielt, sehr, sehr, sehr lang und einfach zum Verlieben!

Wilder Honig, reife Marille, Pfirsich, Maracuja und Limette – ein Maul voll Süße, bis die formidable Säure den Mund frei putzt. Sehr, sehr lang.

Noch in seiner Jugendphase, sollte der Wein noch locker ein paar Jahrzehnte in der Flasche weiterreifen können. Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Vor allem solo als meditativer Genuss im Glas. Daneben zu Foie gras, zu kräftigem Blauschimmelkäse sowie zu Desserts mit Aprikose, Pfirsich oder Crème brûlée.


Lage: Scharzhofberg, Wiltingen an der Saar (Mosel); stark verwitterter, blauer Devonschiefer mit eisenhaltigen Tonanteilen, steil und südexponiert; VDP.GROSSE LAGE; alte Reben (40+ Jahre)
Klassifikation: Beerenauslese (edelsüß); 100 % Riesling; 0,375 l
Ausbau: selektive Handlese edelfauler Beeren, sehr lange Spontangärung mit eigenen Hefen (fast ein Jahr), naturnah

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Weine

Kaufmann Rheingau Pinot Noir ++ 2022 BIO

Rotwein · Rheingau · Pinot Noir (Spätburgunder)

Pinot Noir Rheingau Weingut Kaufmann „++" Selektion Bio (Demeter) trocken 2022

Der Kaufmann Rheingau Pinot Noir „++" 2022 ist ein feiner, biologischer Spätburgunder mit geschliffenem, präsentem Tannin – elegant und zugänglich, mit einem zarten Duft von Himbeere, Cassis und schwarzem Pfeffer.


Weingut Kaufmann – Pinot Noir mit Handschrift

Das VDP.Weingut Kaufmann in Eltville-Hattenheim zählt zu den Top-Adressen des Rheingaus. Die Quereinsteiger Urban Kaufmann (Schweizer Käsemeister) und Eva Raps (frühere VDP-Geschäftsführerin) übernahmen das traditionsreiche Bio-Gut Hans Lang und arbeiten konsequent biodynamisch – seit 2017 Demeter-zertifiziert. Dem Pinot Noir gilt dabei besondere Aufmerksamkeit; er gehört zu den Aushängeschildern des Guts.

Der Pinot Noir „++" ist eine gehobene Selektion aus Rheingauer Lagen – eine Stufe über dem Basis-Spätburgunder. Er bündelt die klare, präzise Stilistik des Hauses in einem zugänglichen, eleganten Wein, der die Handschrift des Guts schon unterhalb der Großen Gewächse zeigt.

Jahrgang 2022 – Rheingau

2022 war im Rheingau ein warmer, sonnenreicher Jahrgang, der vollreife, fruchtbetonte und zugleich balancierte Spätburgunder hervorbrachte. Der Pinot Noir „++" zeigt sich entsprechend mit klarer roter und dunkler Frucht, geschliffenem Tannin und feiner Würze.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir (Spätburgunder) aus dem Jahrgang 2022, trocken.

Handlese und schonende Vinifikation im Stil des Hauses, mit behutsamem Holzeinsatz, der dem Wein Struktur und feine Würze gibt, ohne die Frucht zu überlagern. Biologischer Anbau (Demeter), DE-ÖKO-003.

Im Glas

Geschliffenes und feines, präsentes Tannin. Feiner Duft von Himbeere, Cassis und schwarzem Pfeffer. Ein eleganter, klar gezeichneter Spätburgunder mit guter Struktur und Trinkfluss.

Geschliffenes, feines Tannin – mit zartem Duft von Himbeere, Cassis und schwarzem Pfeffer.

Schon jetzt mit viel Trinkfreude, mit gutem Reifepotenzial; profitiert von etwas Luft. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel und Kalb, zu Wild und Wildgeflügel, zu Gerichten mit Pilzen sowie zu mittelreifem Weichkäse.


Lage: Rheingau (Deutschland); Rheingauer Lagen des Weinguts Kaufmann, „++"-Selektion
Klassifikation: Rheingau, Pinot Noir (Spätburgunder), trocken
Ausbau: Pinot Noir; Handlese, schonende Vinifikation mit behutsamem Holzeinsatz; biologisch (Demeter), DE-ÖKO-003

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Rebsorten

Bessin- Tremblay Chablis Montmains 1er Cru 2023

Weißwein · Chablis Premier Cru · Chardonnay

Chardonnay Montmains · 1er Cru 2023 15–18 Monate Feinhefe max. 10% neues Holz

Der Chablis Montmains 1er Cru 2023 der Domaine Bessin-Tremblay stammt von einer Premier-Cru-Lage am linken Ufer des Serein. Reinsortiger Chardonnay, von Hand gelesen und im thermoregulierten Tank auf der Feinhefe ausgebaut. Der Jahrgang 2023 verbindet reife Frucht mit straffer Säure – ein Chablis mit salziger Mineralität und langem Zug.


Montmains – Premier Cru am linken Ufer des Serein

Montmains zählt zu den größten und am höchsten eingestuften Premier-Cru-Lagen auf der linken, südwestlich orientierten Seite des Flusses Serein. Die Reben stehen auf kimmeridgischem Untergrund aus Kalkmergel und hartem Kalkstein, in überwiegend südöstlicher bis östlicher Exposition. Zur Lage gehören die untergeordneten Klimate Les Forêts und Butteaux.

Prägend ist die fossilreiche Mergelformation des Kimmeridgium: eingelagerte Austernschalen (Exogyra virgula) liefern den hohen Kalkanteil, der dem Wein seine salzig-mineralische Linie gibt. Die Lagen des linken Ufers gelten als straffer und reduktiver in der Jugend als die wärmeren Crus der rechten Seite.

Die Domaine Bessin-Tremblay – 1992 von Jean-Claude Bessin und Evelyne Tremblay übernommen, heute mit Sohn Romain geführt – bewirtschaftet rund 12 Hektar in Chablis und gehört im Stilbild der rive gauche zur Spitzengruppe neben Häusern wie Dauvissat und Raveneau.

Jahrgang 2023 – Chablis

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April. Häufige Niederschläge im April und Anfang Mai hielten den Mehltaudruck hoch und forderten die Winzer im Rebschutz. Ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer, die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein. Der Sommer brachte viel Sonne und einzelne kräftige Gewitter.

Eine Hitzewelle im August beschleunigte die Reife, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für Chablis steht 2023 für einen gesunden, mengenmäßig großzügigen Jahrgang mit reifer, aromatischer Frucht und tragender Säure – Weißweine mit Birne, Pfirsich und Aprikose bei klarer Struktur.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023. Handlese mit Selektion innerhalb eines knappen Lesefensters von rund zehn Tagen, um die optimale Reife zu treffen.

Sanfte pneumatische Pressung, Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen in thermoregulierten, emaillierten Tanks. Ausbau 15–18 Monate auf der Feinhefe mit höchstens 10% neuem Holz, bei Bedarf leichte Schönung und Filtration. Die Weinberge werden naturnah nach Lutte raisonnée bewirtschaftet.

Im Glas

Helles Strohgelb mit grünlichem Reflex. In der Nase Zitruszeste, weißfleischige Steinfrucht, Apfelblüte und feuchter Stein. Am Gaumen geradlinig und salzig, mit kühler Frucht, mittlerem Körper und einem mineralisch-zitronigen Abgang mit Austernschalen-Note.

Ein Chablis vom linken Serein-Ufer: salzige Mineralität, Zitrusfrucht und eine Säure, die den Schmelz des Jahrgangs 2023 trägt.

Jung schon zugänglich, gewinnt der Wein über zwei bis vier Jahre an Tiefe. Im Glas öffnet er sich nach kurzer Belüftung; bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Austern und Plateau de fruits de mer, gegrillte Jakobsmuscheln, Forelle oder Saibling, Geflügel in heller Sauce, junger Comté oder Chaource. Die salzige Säure hält gegen Schalentiere ebenso stand wie gegen Butter und Sahne.


Lage: Montmains, linkes Serein-Ufer; Kimmeridgium (Kalkmergel)
Klassifikation: Chablis Premier Cru
Ausbau: 15–18 Monate auf Feinhefe, max. 10% neues Holz; naturnah, Lutte raisonnée

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