Das Weinbaugebiet Toskana

Die Toskana: Ein Kaleidoskop von Geschichte, Kultur und exquisiten Weinen – Eine Reise durch das Herz der italienischen Weintradition

Regionen, die das gewisse Etwas haben, polarisieren immer. So ist es bei Sylt, Kitzbühel und eben auch bei der Toskana. Ein regelrechtes politisches Schimpfwort in den 90ern war etwa „Toskana-Fraktionär“ für all jene Sozialdemokraten und Grünen, die ab einem gewissen Alter einen arrivierten Lebensstil zu schätzen gelernt hatten und deshalb ihren Urlaub mit Vorliebe in der norditalienischen Region verbrachten. Wasser predigen und Wein trinken? Andersherum wäre ja wohl deutlich schlimmer. Warum soll man sich für guten Geschmack auch schämen? Dass dieser hier seit alters her bedient wird, steht völlig außer Frage. Und dafür brauchte es damals wie heute einen gut betuchten Kreis an Feinschmeckern mit gewissem Hang zum Hedonismus. In der Toskana waren das vor allem die schwerreichen Medici, die im 15. Jahrhundert die Herrschaft übernahmen – erst in der Stadt Florenz, dann in der gesamten gleichnamigen Republik, welche durch die Familie faktisch in eine Erbmonarchie umgewandelt wurde. Bewegte Zeiten mit blutigen Kriegen, Verschwörungen und Attentaten, die sich kein Drehbuchautor besser hätte ausdenken können, aber ebenso eine Blütezeit für Kunst und Kultur, denn bei aller Machtbesessenheit förderten die Medici auch Michelangelo, Botticelli und Leonardo da Vinci.

Und ebenso erhaben, wie sich die alte Stadt Florenz, das Zentrum der italienischen Renaissance, mit seinem Dom, den Uffizien und der Ponte Vecchio gibt, so ehrwürdig präsentieren sich auch die hiesigen Weine. So viele große Namen sind darunter, dass man fast denken könnte, alle berühmten Weine Italiens stammen von diesen knapp 65 000 Hektar – was gar nicht so falsch wäre. Beginnen wir am besten mit dem bekanntesten von allen, dem Chianti, meistproduzierter Qualitätswein des Landes. Er ist damit das Sinnbild für italienische Rotweine, ja für das oft beschworene Dolce Vita schlechthin und überdies allzu häufig Grund für Kopfschmerzen beim Servicepersonal, wenn statt eines „Kianti“ mal wieder mal ein „Tschianti“ bestellt wird. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen man ihn in bauchigen, mit Stroh umflochtenen Großflaschen servierte, und seitdem hat sich auch sein Ruf im Ausland deutlich verbessert. Das Gebinde, dessen polsternde äußere Schicht das damals noch recht dünne Glas vor dem Zerbrechen bewahren sollte, heißt im Italienischen „fiasco“, und tatsächlich stammt der ins Deutsche übernommene Ausdruck für einen kompletten Fehlschlag davon ab, auch wenn der Grund dafür bisher nicht zuverlässig hergeleitet werden konnte. Ganz und gar kein Fehlschlag, sondern im Gegenteil eine wahre Erfolgsgeschichte ist die über 300jährige Historie des Chianti, die, wie könnte es anders sein, mit einem Medici beginnt. Cosimo III. war es, der 1716 ein bestimmtes Gebiet eingrenzte, aus welchen unter dem Namen Chianti vermarktete Weine stammen dürfen und damit die wahrscheinlich erste geschützte Ursprungsbezeichnung der Welt erschuf. Und gleichzeitig den Grundstein legte für die heute in Italien gebräuchlichen Qualitätsstufen DOC und DOCG.

Doch Obacht: Chianti ist nicht gleich Chianti. Zum einen gibt es den Chianti Classico: seine Herkunftsregion ist die Herzkammer des Gesamtgebietes, eine von vielen Wäldern geprägte Fläche zwischen Florenz und Siena. Erkennbar ist er am „Gallo Nero“, dem schwarzen Hahn auf der Flasche. Der Legende zufolge verdanken ihm die Florentiner den Sieg in einer Grenzstreitigkeit mit den Senesi: man hatte sich darauf geeinigt, beim ersten Hahnenschrei von beiden Städten aus einen Reiter in Richtung der jeweils anderen auszuschicken – der Ort ihres Zusammentreffens sollte dann die Grenze markieren. Der weiße, gepflegte und gemästete Gockel von Siena verschlief jedoch seinen Einsatz, während der schwarze Hahn von Florenz am Vorabend hatte Hunger leiden müssen und nun am frühen Morgen aus Leibeskräften krähte – so gelangte der allergrößte Teil der Chianti-Region an Florenz, das dem Federvieh aus Dankbarkeit ein Denkmal setzte. Ob wahr oder nicht: der Classico gilt als der „Ursprüngliche“. Er muss zu mindestens 80 Prozent aus Sangiovese bestehen; es gibt aber durchaus auch Winzer, die allein auf diese Traube setzen und nicht auf die schmeichlerischen, säuremildernden Eigenschaften des Canaiolo oder seit jüngerer Zeit auch internationaler Reben wie Cabernet Sauvignon oder Merlot. Vom Classico unterscheidet man den Chianti DOCG, dessen Anbaugebiet drei Mal so groß ist und das des älteren Bruders umgibt. Bei ihm muss der Sangiovese-Anteil nur 70 Prozent betragen, neben anderen Roten für Farbe und Samtigkeit kommt für einen leichteren Trinkfluss oft auch die weiße Malvasia zum Zuge – dieser Dreiklang ist das berühmte „Rezept“ für einen perfekten Chianti, wie der Weinfunktionär Baron Ricasoli es vor 150 Jahren niederschrieb. Beim Classico ist der Einsatz weißer Reben hingegen komplett untersagt. Bis vor einiger Zeit war es noch gestattet, Wein aus der Classico-Region nachträglich als DOCG zu vermarkten, wenn die strengen gesetzlichen Bestimmungen, die sich auch auf Kelter und Ausbau beziehen, nicht eingehalten werden konnten – das ist nun untersagt und Weinfreunde müssen sich entscheiden, welcher Machart sie den Vorzug geben.

So viel ist jetzt über Sangiovese geredet worden, dass es sinnvoll erscheint, die Traube einmal etwas näher zu betrachten, zumal sie mit 100 000 Hektar die beliebteste Rebe des gesamten Landes ist. Ja, das ist viel, nämlich ziemlich genau die Rebfläche ganz Deutschlands. Der klangvolle Name rührt nicht, wie man in einer Hochburg der Heiligenverehrung wie Italien vielleicht annehmen könnte, von einem San Giovanni her, sondern vom lateinischen „sanguis Jovis“, was so viel wie „Blut des Jupiter“ heißt. Aufgrund der Anleihe beim höchsten römischen Gott liegt ein Anbau schon in der Antike zwar nahe, ist aber nicht gesichert – die erste schriftliche Erwähnung findet sich Ende des 16. Jahrhunderts. Zudem muss die Benennung auch eher auf die außerordentliche Güte des Weines zurückzuführen sein als auf optische Aspekte, denn der Most ist vergleichsweise hell und damit ganz und gar nicht blutähnlich. Dafür aber ausgestattet mit viel Säure und Gerbstoffen und mit einer reichhaltigen Aromenpalette, die durch die Mutationsfreudigkeit der Rebe zusätzlich bereichert wird: wartet der klassische Sangiovese mit dunklen Beeren und dezenten Noten von Veilchen, aber auch Tabak und Leder auf, bestechen Abarten mitunter auch mit von Milchschokolade unterlegter Sauerkirsche. Mittlerweile hat er als Mitbringsel der Millionen italienischer Auswanderer in alle Welt auch eine internationale Karriere eingeschlagen und wird unter anderem in den USA, Südafrika, Südamerika und sogar in Thailand angebaut. Auf den leichten lehmigen Böden der Toskana mit ihrem hohem Kalkanteil gedeiht er aber mit Abstand am besten und der sanfte Kontrast zwischen heißen, trockenen Sommern, die den Rebstöcken alles abverlangen, und den regenreichen, milden Wintern, die ihnen zur Erholung dienen, tut sein Übriges für die Entwicklung tiefgründig-komplexer Tropfen mit hohem Alkoholgehalt.

Während dem Chianti in der Regel andere Rebsorten beigemischt werden, um die gewisse Strenge des Sangiovese etwas zu mildern, finden Puristen im Brunello genau das Richtige, der zu hundert Prozent aus dieser Traube bestehen muss. Wiederum anders als der Chianti, der von einfachen Varianten für wenige Euro bis zu Topweinen eine große Spannbreite kennt, ist der Brunello, übrigens einfach eine andere, lokale Bezeichnung für den Sangiovese, ausnahmslos ein Spitzenerzeugnis und neben Barolo und Amarone Teil des Triumvirats italienischen Weinbaus. Dass er trotz der eher hellen Traube die tiefdunkle, schon bräunlichrote Farbe aufweist, die ihm seinen Namen eingetragen hat, ist vor allem seiner mindestens zwei Jahre währenden Lagerung im Eichenfass geschuldet. Dieser Prozess schleift auch das mürbe Tannin herrlich rund und unterlegt die intensiv-konzentrierte Aromatik mit einer feinen Vanille-Note. Noch vor einigen Jahrzehnten waren es nicht einmal hundert Hektar, auf denen er kultiviert wurde, und auch heute ist der Anbau auf 2000 Hektar in der Umgebung des Städtchens Montalcino beschränkt. Dort weiß man um den Wirtschaftsfaktor und hält seit nunmehr 30 Jahren die Qualitäten der einzelnen Jahrgänge mittels künstlerisch gestalteter Fliesen an der Fassade des Rathauses fest.

Von einem oder zwei Gläschen gestärkt können wir uns auf die Weiterreise begeben, im besten Falle natürlich landestypisch auf dem Sozius einer sympathisch schnurrenden Vespa. Die leicht gewellte Hügellandschaft mit ihren mannigfaltigen Grünschattierungen und dem silbrig schimmernden Horizont erscheint wie gemalt und erinnert immer wieder an einen sanften Ozean, über den man friedlich hingleitet. Schlanke Zypressen säumen die scheinbar endlosen Landstraßen zu uralten, einsam gelegenen Anwesen, sodass man sich manchmal fragt, ob man wirklich noch durch den wirtschaftsstarken italienischen Norden fährt oder traumwandlerisch zwischen Himmel und Erde treibt. Ein Sehnsuchtsort. Hier muss man einfach Weinbau betreiben, alles andere wäre ein Frevel. Das dachten sich wohl schon die Etrusker, die vor zweieinhalb Jahrtausenden hier die ersten Reben kultivierten. Schon sie erkannten das Potential einer Region, die im Spannungsfeld zwischen kontinentalen und mediterranen klimatischen Einflüssen liegt. Das später in den Römern aufgegangene Volk dürfte bereits damals kleine Weinberge an südlich ausgerichteten Hanglagen, vorzugsweise zwischen 100 und 500 Meter Seehöhe angelegt haben – genauso, wie sie auch heute noch bewirtschaftet werden.

Nicht einmal 40 Kilometer von Montalcino entfernt wartet der Dritte im Bunde auf uns. Hier liegt das Örtchen Montepulciano, wo mit dem Vino Nobile ein weiterer ehrenwerter Name wartet. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn einer Anekdote zufolge war es früher nur adligen Familien gestattet, ihn anzubauen. Auch wenn das wahrscheinlich nicht stimmt, gilt es doch als gesichert, dass er die höchsten Kreise erfreut hat, etwa den mächtigen Renaissancepapst Paul III. Ganz sortentypisch will auch er sich in seiner Jugend nicht offenbaren, legt im Gegenteil eine gewisse Herbheit an den Tag, die erst durch einige Jahre Reife einer herrlichen Samtigkeit weicht. In seiner Komposition aus mindestens 70 Prozent Sangiovese, ergänzt um Canaiolo und die weißen Trebbiano und Malvasia ist er einem Chianti DOCG sehr ähnlich, was sich auch geschmacklich bemerkbar macht.

Nun haben wir ja schon über so einige sehr edle Tropfen gesprochen, kann man sich da überhaupt noch steigern? Das mag sich vor über 50 Jahren auch der Marchese Antinori gefragt und sich selbst mit einem überzeugten „Sì, certo!“ geantwortet haben. Mit ihm beginnt nämlich der Siegeszug der Supertoskaner, die, das kann man ohne Übertreibung sagen, eine neue Ära in der italienischen Weinwelt eingeläutet und über die Zeit einen absoluten ikonischen Status erreicht haben. Doch der Reihe nach… Ausländische Rebsorten, vor allem die klassisch französischen, waren in Italien schon seit langer Zeit bekannt. Allerdings, sei es aus patriotischer Eitelkeit, sei es, weil das Weinrecht bei Qualitäts- und Prädikatsweinen keine Experimente zuließ, traute sich niemand so recht an sie heran. Doch Antinori scherte das nicht, er ging das Risiko ein, seinen revolutionären Rebensaft als Vino da Tavola vermarkten zu müssen – zu einem Preis, der selbst die meisten DOCGs in den Schatten stellte. Er war damit schon etwas spät dran, denn sein Verwandter, der Marchese Incisa della Rocchetta, hatte schon Mitte der 40er begonnen, eigentlich bordeauxtypische Reben wie Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc als Versuchsanbau nach Norditalien zu holen. Zwanzig Jahre lang dienten diese der Familie lediglich als private Tischweine, dann bedrängte Antinori ihn, seine Experimente der Öffentlichkeit zu präsentieren. Anfang der 70er kam mit dem Jahrgang 1968 der erste Sassicaia auf den Markt, und wie im Summer of Love junge Menschen weltweit mit den Dogmen ihrer Elterngeneration brachen, so brach der mit der Massigkeit einer Abrissbirne ausgestattete Wein mit allen bisherigen geschmacklichen Konventionen italienischer Feinschmecker. Antinori tat es seinem Verwandten gleich, setzte mit in Italien bisher völlig unbekanntem Barrique-Ausbau sogar noch einen drauf und lancierte wenig später den Tignanello, der sich als noch deutlich kultiger erweisen sollte. Weitere Winzer sprangen nach und nach auf den Zug auf und kreierten mit Ornellaia, Masseto und Co. ein ganz eigenes Universum an Unkonventionalität. Mittlerweile ist man regulatorisch deutlich liberaler, ja die Erfolgsgeschichte einigermaßen anerkennend geworden, sodass mit dem Suvereto ein DOCG vollständig aus Merlot und Cabernet Sauvignon bestehen darf und Sassicaia als einziger Wein Italiens mit einer eigenen DOC geadelt wurde.

Allerdings mehren sich in letzter Zeit die Stimmen, die Supertoskaner kritisch sehen: weder würden lokale Traditionen gepflegt, noch sei der Einfluss eines spezifischen Terroirs schmeckbar. Purer Neid oder doch berechtigte Warnung vor zu viel Globalismus in der Weinwelt? Wie so vieles in ebendieser: Geschmackssache. Wer von den bleischweren Tropfen nicht überzeugt ist, der kann aber immerhin den Einsatz schätzen, der im Zuge des Hypes einer Region zukam, die bis dato nicht für Weinbau bekannt war: die Maremma im toskanischen Süden galt bis vor nicht allzu langer Zeit als recht öder Küstenstreifen, sumpfig und malariaverseucht. Auch nach der aufwändigen Entwässerung war hier nicht viel los – bis die verrückten Winzer der Supertoskaner anrückten und Goldgräberstimmung verbreiteten. Neue Rebsorten, neue Wege, alles geht – in der Maremma ist der Sangiovese nur ein Rotwein unter vielen. Rund um Grosseto ist so ein wahrer Szene-Hotspot entstanden und wer das nötige Kleingeld hat, kauft sich ein paar Hektar, um in einer der aktuell spannendsten und dynamischsten Weinregionen Italiens mitmischen zu können.

Weißweinliebhaber müssen hingegen stark sein, denn für sie hält die Toskana immer noch nicht allzu viel bereit. Der einzige von einem gewissen Ruf ist der Vernaccia di San Gimignano, der 1966 als erster Wein Italiens den Status einer DOC erhielt, 1983 dann auch den höchsten einer DOCG. Mit dem Südtiroler Vernatsch hat er nichts zu tun – der ist rot. Die Namensähnlichkeit rührt daher, dass im Italienischen „vernacolo“ schlicht so viel heißt wie „stammt aus“, also lediglich auf eine Herkunft hinweist und damit der Name unzähliger italienischer Reben ist: ohne zusätzliche geografische Angabe nicht einzuordnen. Sein üppiges florales Bukett und die charakteristische Mandelnote mögen ein wenig an Weißburgunder erinnern und kommen besonders in der Riserva-Variante gut zur Geltung. San Gimignano ist dennoch aus einem anderen Grunde sinnbildlich für den toskanischen Weinbau: hier finden sich noch etliche der spätmittelalterlichen Geschlechtertürme, Adlige Familien hatten die recht schmucklosen, dafür aber ausgesprochen hohen, das Stadtbild dominierenden Bauwerke nicht nur zum persönlichen Schutz gegen Diebe und Meuchelmörder errichten lassen, sondern auch als steingewordene Visitenkarte – je weiter sie in den Himmel ragten, desto einflussreicher die Bauherren. Als diese Art der Selbstdarstellung aus der Mode kam, suchte man sich ein neues Spielfeld: den Weinbau. Blaublütige Familien legten sich hunderte Hektar zu, das heute größte Weingut Italiens trägt nicht umsonst den Namen des uns bereits bekannten Marchese Antinori. Später taten es ihnen Textilmagnaten und an der Mailänder Börse reich gewordene Spekulanten gleich.

Neben dem Vernaccia di San Gimignano kultiviert man auch noch die Nummer eins der italienischen Weißen, den Trebbiano, zudem Vermentino, Malvasia und Chardonnay, die aber zumeist keine herausragenden Qualitäten erreichen und eben eher rar gesät sind. Aber verträgt sich dieser Umstand überhaupt mit der feinen toskanischen Küche? Im Grunde schon, denn diese kennt aufgrund der Mittelmeerküste zwar Fischrezepte, ist aber eher auf Fleisch- und vor allem Wildgerichten aufgebaut. Beim Gemüse bedient man sich vor allem der Bohnen, die hier traditonell angebaut werden, und der landschaftsprägenden Esskastanien. Galten diese früher als Arme-Leute-Essen, ist das nussig-süße Kastanienmehl heute die Grundlage sowohl für Brot und feine Kuchen als auch für Pasta. In Florenz als Snack zwischendurch überaus beliebt, im Rest des Landes aber wahlweise unbekannt oder mit dezentem Argwohn betrachtet wird das Lampredotto. Dafür wird der Labmagen des Rindes, der optisch an Kutteln erinnert, aber deutlich zarter ist, mit Gemüse und Kräutern in Brühe gekocht. Anschließend serviert man die Innereien mit etwas Soße in einem Panino-Brötchen auf die Hand. Als ebenso gaumenschmeichlerisch, egal ob zwischendurch oder als unkomplizierte Vorspeise, erweisen sich einige Scheiben Salame Finocchiona, die mit ihrem cremigen Fett und der pikanten Fenchelsamenwürzung geradezu nach einer gehaltvollen Weinbegleitung schreit. Wer sich ein bisschen Zeit nehmen will und kann, der sollte Ragù vom Wildschwein kosten. Oder direkt Bistecca alla fiorentina. Moment, ein einfaches Steak? Ja, aber was für eines! Die gigantischen, am Knochen gegrillten Fleischportionen stammen vom Chianina-Rind, der größten Rinderrasse der Welt, deren männliche Exemplare gut und gern anderthalb Tonnen auf die Waage bringen können. Bestrichen wird es ganz simpel mit heimischem Olivenöl – neben Wein dem zweiten flüssigen Gold der Toskana, das ebenso wie dieser meist in Hanglagen gedeiht, wo maschinelle Vollernter nicht weit kommen und Handarbeit wie anno dazumal noch immer die Regel ist. Eine Küche des Überflusses also? In gewisser Weise schon, denn ein zeitlich begrenzter Mangel wird oft als so gravierend empfunden, dass man sich seiner noch Jahrhunderte später erinnert. So wird das Pane Sciocco, ein Weizenbrot, bis heute ohne Salz gebacken, weil im Mittelalter das verfeindete Pisa eine Zeit lang mal keines lieferte. Die Königsdisziplin der hiesigen Kochkunst aber sind die Desserts. Das Cantuccini genannte knusprige Mandelgebäck, die Panforte di Siena, eine Art Lebkuchen mit Nüssen, getrockneten Früchten und Gewürzen oder die Schiaccia briaca von der Insel Elba, bei der fluffiger Hefeteig mit Wein und Likör getränkt wird, finden auch nach dem reichhaltigsten Hauptgang noch Platz im Magen. Und was könnte zu diesen himmlischen Süßspeisen besser passen als ein ebenso süßer Tropfen? Der trägt hier in der Toskana natürlich einen standesgemäßen Namen: Vin Santo, der heilige Wein – darunter macht man es nicht. Um ihn herzustellen, werden schon teilweise rosinierte Beeren auf den Dachböden der Weinbaubetriebe getrocknet – Grundlage für eine unglaubliche Aromenkonzentration. Durch die ständigen massiven Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erhält der Wein eine zähflüssige Konsistenz und ist quasi unkaputtbar. Und was bei Sauternes oder Beerenauslese undenkbar wäre, gehört für die Italiener ganz selbstverständlich dazu: in den öligen Nektar werden Cantuccini ganz nonchalant hineingestippt.

Früher galt die Toskana und insbesondere Florenz als obligatorische Station auf der Grand Tour, der Bildungsreise vermögender junger Adliger zu den glorreichsten Stätten des Kontinents. Und auch heute noch pflegt man den Nimbus des vornehmen Hortes europäischer Kultur – auch wenn das Publikum mit Sting, Gianna Nannini oder Modedesigner Gianni Bulgari heute ein anderes ist, das sich als kostspieliges kleines Hobby ein eigenes Weingut in der Toskana leistet. Aber natürlich verrichten sie die ganze Arbeit nicht selbst, sondern vertrauen auf die Expertise altgedienter Kellermeister, die oft mehr Künstler als Techniker sind. Denn was Michelangelo mit seinem Marmorkoloss David gelang, der heute in Florenz bewundert werden kann, ist 500 Jahre später auch für die toskanischen Winzer der Anspruch: ikonische Tropfen, die ob ihrer handwerklichen Perfektion, überwältigenden Individualität und zeitlosen Eleganz Geist und Seele gleichermaßen ansprechen. Damit machen sie die Toskana und ihre elf DOCG-Tropfen zu einem der bedeutendsten Weinbaugebiete nicht nur Italiens, sondern der ganzen Welt.

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Whisky

Port Charlotte PC7 Sin An Doigh Ileach

Whisky · Single Malt · Islay · Port Charlotte

Port Charlotte PC7 Sin An Doigh Ileach ist ein stark getorfter Islay Single Malt der Bruichladdich Distillery und die dritte Abfüllung der Port-Charlotte-Reihe, sieben Jahre gereift. Der gälische Name bedeutet „It's the Islay way" und ist eine Hommage an die Menschen von Islay, die zur Wiedereröffnung von Bruichladdich beitrugen. Port Charlotte erinnert an die alte Lochindaal-Brennerei, die für ihren rauchigen Stil bekannt war. Abgefüllt in Fassstärke, ist er ein wuchtiger Islay-Dram.


Islay

Die Bruichladdich Distillery steht auf den Rhinns of Islay an der schottischen Westküste, nur wenige Kilometer von Port Charlotte. Die ehemalige Lochindaal-Brennerei dort war zwischen 1829 und 1929 für stark getorfte Whiskys bekannt – ein Stil, den Bruichladdich mit der Port-Charlotte-Reihe wiederbelebt. Küstennähe und Torf prägen den maritimen, rauchigen Charakter.

Herstellung und Reifung

Der stark getorfte Single Malt (rund 40 ppm) reifte sieben Jahre in Bourbon- und Sherry-(Oloroso-)Fässern. Abgefüllt wurde er ungefärbt und nicht kühlgefiltert in Fassstärke (61 % vol.) als limitierte Auflage.

Im Glas

Tiefes Kupfergold. In der Nase rauchiger, medizinischer Torf, Seetang und Salz, dazu fruchtige Süße und ein grasig-kräutriger Ton. Am Gaumen kraftvoll mit Torf und Rauch, dunklem Karamell, Melasse und Steinfrucht. Der Abgang ist lang, rauchig und malzig-süß. Ein Schuss Wasser bringt zusätzliche Frucht hervor.

Zum Genuss

Pur in einem Nosing-Glas genießen; einige Tropfen Wasser mildern die Fassstärke und öffnen die Aromatik. Ein kraftvoller Dram für Freunde rauchiger Islay-Whiskys.

Passt außerdem zu geräuchertem Fisch, kräftigem Hartkäse und dunkler Schokolade.


Herkunft: Islay, Schottland (Bruichladdich Distillery)
Art: Stark getorfter Islay Single Malt, Fassstärke
Reifung: 7 Jahre in Bourbon- und Sherryfässern (Oloroso)

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Schaumweine

Egly-Ouriet Rosé Grand Cru Extra Brut

Champagner · Rosé · Grand Cru · Pinot Noir & Chardonnay

Egly-Ouriet Rosé Grand Cru Extra Brut ist ein Winzer-Rosé-Champagner aus 70 % Pinot Noir und 30 % Chardonnay. Francis Egly vinifiziert ihn mit demselben Anspruch wie alle seine Champagner: Barrique-Ausbau, lange Hefelagerung, Dosage von nur 1 g/l. Die Roséfarbe entsteht nicht durch Saignée, sondern durch einen Anteil Rotwein aus Ambonnay. Ein Rosé, der Kraft und Präzision verbindet.


Ambonnay

Die Cuvée stützt sich überwiegend auf Grand-Cru-Lagen in Ambonnay, der Heimatgemeinde der Domaine, in der Montagne de Reims. Die Kreideböden geben dem Champagner seine straffe Säure und salzig-kalkige Mineralität.

Assemblage und Ausbau

Der Blend besteht aus 70 % Pinot Noir und 30 % Chardonnay; die Roséfarbe entsteht durch 5 % Rotwein aus Ambonnay – bewusst kein Saignée-Verfahren, das Fruchtkonzentration und Struktur verwässern würde. Das Rückgrat bildet der Grundjahrgang, ergänzt durch Reserveweine. Alle Grundweine werden im Eichenholzfass vergoren und ausgebaut, mit langer Hefelagerung; Dosage 1 g/l.

Im Glas

In der Nase Cranberry, rote Johannisbeere, ein Hauch Brioche und Mandarinenzeste – fruchtig, aber ohne Üppigkeit. Am Gaumen mittlerer Körper, getragen von einer straffen Säure und der Kreidemineralität der Montagne de Reims. Der Abgang ist präzise, salzig-kalkig und lang – Spannung statt Fülle.

Am Tisch

Als Apéritif überzeugend, am Tisch noch stärker; ein bis zwei Jahre nach der Degorgierung entfaltet er alle Aromen, das Trinkfenster reicht über zehn Jahre. Serviertemperatur 8–10 °C.

Klassische Begleitung: feiner Fischgang, Kalbfleisch in heller Sauce und kräftiger Ziegenkäse.


Lage: Grand Cru Ambonnay, Montagne de Reims (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Rosé Extra Brut
Ausbau: Barrique, lange Hefelagerung, 5 % Rotwein-Assemblage, 1 g/l Dosage

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Weine

Marie-Courtin Efflorescence Extra Brut 2019 BIO

Champagner · Côte des Bar · Pinot Noir · Blanc de Noirs · Bio

Marie-Courtin Efflorescence Extra Brut ist ein klassischer Blanc de Noirs aus 100 % Pinot Noir aus einer Einzellage in Polisot an der Côte des Bar. Die kalk- und kimmeridgegeprägten Böden verleihen dem Pinot Noir Struktur, Tiefe und eine markante Erdigkeit. Im Glas geradlinig, salzig-mineralisch und fast burgundisch tief.


Polisot (Côte des Bar)

Die Einzellage liegt in Polisot an der Côte des Bar, dem südlichen Teil der Champagne. Die Region ist bekannt für ihre kalk- und kimmeridgegeprägten Böden, die dem Pinot Noir Struktur, Tiefe und eine markante Erdigkeit geben. Marie-Courtin (Dominique Moreau) arbeitet biodynamisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-09).

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Pinot Noir (Blanc de Noirs). Der Ausbau erfolgt über rund neun bis zehn Monate in Holz und Barrique, was ihm eine feine Würze gibt, ohne ihn holzbetont erscheinen zu lassen. Mindestens drei Jahre Flaschenreife geben Substanz und Länge; abgefüllt als Extra Brut.

Im Glas

Helles Gold mit feiner, integrierter Perlage. Die Frucht ist klar und reif, erinnert an Apfel, rote Beeren und einen Hauch Pflaume. Am Gaumen geradlinig und perfekt strukturiert, mit einem Spannungsbogen zwischen Frische, salziger Mineralität und fast burgundischer Tiefe. Der Abgang ist lang und elegant.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; ein großzügiges Glas betont die Aromatik. Als festlicher Apéritif oder als anspruchsvoller Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Geflügel, edler Fisch, Krustentiere und gereifter Käse.


Lage: Polisot, Côte des Bar (Champagne); Kalk/Kimmeridge
Klassifikation: Champagne AOC – Extra Brut, Blanc de Noirs
Ausbau: 100 % Pinot Noir, 9–10 Monate Holz/Barrique, mind. 3 Jahre Flaschenreife

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Rebsorten

Vite Colte Barbera d'Asti Superiore La Luna e i Falo

Wein · Rotwein · Asti · Italien

Vite Colte La Luna e i Falò Barbera d'Asti Superiore zeigt ein intensives Rubinrot mit violetten Reflexen. Aromatisches Bukett nach Sauerkirsche, Brombeere und Kräutern. Kraftvoll, trocken und elegant zugleich – ein idealer Essensbegleiter.


Asti / Piemont

Vite Colte (vormals Terre da Vino, gegründet 1980) ist eine renommierte piemontesische Erzeugergemeinschaft. Für die Barbera d'Asti Superiore DOCG werden Trauben aus rund 60 Hektar ausgewählter Hanglagen zwischen Nizza Monferrato und Agliano Terme auf kalkig-tonigen Böden zusammengeführt – das „SuperBarbera"-Projekt des Hauses. Der Name spielt auf Cesare Paveses Roman La luna e i falò an.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Barbera. Nach traditioneller Gärung und malolaktischer Gärung reift der Wein rund zwölf Monate in französischen Barriques (überwiegend gebrauchtes Holz), was ihm Struktur und Eleganz verleiht, ohne die Frucht zu überdecken. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Intensives Rubinrot mit violetten Reflexen. In der Nase Sauerkirsche, Brombeere und Kräuter, dazu Veilchen, Lakritz und eine dezente Vanillenote. Am Gaumen kraftvoll und gut strukturiert, getragen von der typisch frischen Barbera-Säure, mit weichen Tanninen und langem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein idealer Begleiter der piemontesischen Küche.

Passt zu: Pasta mit Fleischsauce, gegrilltem und geschmortem Fleisch, Risotto und mittelreifem Käse.


Lage: Barbera d'Asti Superiore DOCG, Monferrato/Asti (Piemont, Italien); Vite Colte (Terre da Vino)
Klassifikation: Barbera d'Asti Superiore DOCG – 100 % Barbera, trocken
Ausbau: ~12 Monate in französischen Barriques

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Spanien

Juan Manuel Burgos AVAN 3er Terroir Paket

Rotwein-Paket · Ribera del Duero · Tempranillo (3 Einzellagen)

Tempranillo (Tinta del País) Ribera del Duero 3 Einzellagen Torrubio · Los Cantillos · Valdehernando je 18 Monate franz. Eiche Juan Manuel Burgos

Drei x Tempranillo, drei x der identische Produktionsprozess, aber drei x unterschiedliche Böden, auf denen die Reben wachsen. Das AVAN 3er Terroir-Paket lädt ein, das unterschiedliche Terroir der einzelnen Weine zu entdecken – und zu schmecken, welche Auswirkungen Klima und Boden auf den Geschmack haben können.


AVAN – das Terroir-Projekt von Juan Manuel Burgos

Das Terroir-Einzellagen-Projekt von Juan Manuel Burgos aus der Ribera del Duero macht den Boden zum eigentlichen Hauptdarsteller: drei Weine aus derselben Rebsorte (Tempranillo, hier Tinta del País bzw. Tinto Fino), nach identischem Verfahren erzeugt und je 18 Monate in französischer Eiche ausgebaut – und doch grundverschieden, weil jeder von einem anderen Bodentyp stammt. Ein lehrreiches und genussvolles Nebeneinander, das die Idee des Terroirs unmittelbar erfahrbar macht.

Torrubio – Lehmboden (gepflanzt 1943)

Das Terroir des Torrubio besteht aus Lehm – einer Mischung aus Sand, Schlamm und Ton, die durch jahrzehntelange Verwitterung entstanden ist. Die lockere, fruchtbare, gut durchlüftete Lehmschicht speichert Niederschlag gut, sodass die Reben in den obersten Schichten wurzeln; der Boden erwärmt sich schnell. Das Ergebnis: ein sehr fruchtiger, frischer und saftiger Wein, in dem die klare Beerenfrucht der Tinta del País regiert – Himbeere und Brombeere dominieren. Mächtig und powervoll am Gaumen, zugleich mit der richtigen Säurebalance, damit er nicht breit wirkt; die klare Beerenfrucht trägt auch den langen, anhaltenden Abgang. Der Weinberg Torrubio wurde bereits 1943 gepflanzt; Ausbau über 18 Monate in französischen Eichenfässern.

Los Cantillos – Kalkgestein (Reben 75+ Jahre)

Das Terroir des Los Cantillos besteht aus reinem Kalkgestein; der Weinberg liegt in bis zu 800 Metern Höhe, die Tinto-Fino-Reben sind über 75 Jahre alt. Der Kalkboden nimmt Regenwasser schnell auf, kann es aber nicht lange speichern – die Reben wurzeln daher tief, um dauerhaft an Wasser zu gelangen, und entnehmen der Kalkschicht wertvolle Nährstoffe und Mineralien. Das verleiht dem Wein eine kühle Aromatik und lässt ihn elegant und fein schmecken. Die Fruchtnoten kommen klar, aber zurückhaltender heraus. Ausbau über 18 Monate in französischen Barriquefässern. Der frischeste und knackigste der drei Terroir-Weine.

Valdehernando – Sandboden (Reben 90+ Jahre)

Das Terroir der Einzellage Valdehernando besteht aus besten Sandböden mit sehr tief darunter liegendem Kalkgestein. Wegen des hohen Sandanteils speichert der Boden an der Oberfläche nur wenig Wasser, sodass die über 90 Jahre alten Tinta-del-País-Reben bis zu zehn Meter tief wurzeln, um Wasser und Mineralien zu erschließen. Das zeigt sich in Dichte und Komplexität: Es dominieren würzige Noten wie Lakritze und Schokolade, während die beerigen Noten eher hintergründig bleiben. Langer, verspielter Abgang mit vielschichtigem Nachgeschmack, untermalt von feiner Fruchttextur und reifer Säure – jede Menge Trinkspaß und große Ernsthaftigkeit zugleich. Ausbau über 18 Monate in Barriquefässern aus französischer Eiche.

Gemeinsamer Ausbau

Reinsortiger Tempranillo (Tinta del País / Tinto Fino) aus drei Einzellagen, je 18 Monate in französischer Eiche. Gleicher Produktionsprozess für alle drei Weine – der einzige Unterschied liegt im Boden, sodass das Terroir umso klarer zutage tritt.

Am Tisch

Ideal als vergleichende Probe nebeneinander im Glas. Dazu passen gegrilltes und geschmortes rotes Fleisch, Lamm und Wild, kräftige Eintöpfe sowie gereifte Hartkäse. Bei 16–18 °C servieren.


Lage: Ribera del Duero (Spanien); drei Einzellagen – Torrubio (Lehm, 1943), Los Cantillos (Kalkgestein, bis 800 m, 75+ J.), Valdehernando (Sand über Kalk, 90+ J.)
Klassifikation: Ribera del Duero, Tempranillo (trocken); 3er-Terroir-Paket
Ausbau: je 18 Monate französische Eiche, identischer Produktionsprozess; Einzellagen-Projekt von Juan Manuel Burgos

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Weine

Von Winning Riesling Kirchenstück GG 2020 Magnum

Weißwein · Forst (Pfalz) · Riesling (Großes Gewächs · Magnum)

Riesling Forster Kirchenstück VDP.Großes Gewächs von Winning · Deidesheim Basaltsplitter · rotbrauner Ton · tertiärer Kalk trocken Magnum 1,5 l 2020

Der von Winning Forster Kirchenstück Riesling GG 2020 in der 1,5-Liter-Magnum stammt aus einer der höchstbewerteten Rieslinglagen Deutschlands. Üppig, reichhaltig und ausladend, mit dichter, satter Frucht, viel Schmelz und enormer Konzentration – ein Wein von der Tiefe eines Kirchenschiffs und zugleich federleicht.


Forster Kirchenstück – Deutschlands Grand Cru

Das Weingut von Winning in Deidesheim wurde 2007 unter Betriebsleiter Stephan Attmann neu ausgerichtet und zählt heute zu den meistdiskutierten Gütern der Pfalz. Prägend ist Attmanns Stilistik, die trockenen Lagen-Rieslinge vollständig im großen Holzfass zu vergären und lange auf der Feinhefe reifen zu lassen. Das Forster Kirchenstück ist das Flaggschiff des Guts – bei der Lagenklassifikation des Königreichs Bayern von 1828 erhielt es die höchste Wertung.

Der Weinberg ist von schulterhohen Sandsteinmauern umgeben, die die Sonnenwärme speichern und sie bei Nacht wieder abgeben. In keinem anderen Weinberg findet man derart viele kleine Basaltsplitter in einem rotbraunen Ton; im Untergrund liegt tertiärer Kalk. Diese einzigartige Kombination verleiht dem Wein seine Spannung, Dichte und Konzentration.

Jahrgang 2020 – Pfalz

2020 war in der Pfalz ein ausgewogener Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und frischer, präziser Säure. Die wärmespeichernden Mauern und der basalt- und kalkgeprägte Boden des Kirchenstücks sowie der lange Holzfassausbau bewahrten Konzentration, Schmelz und Spannung – Fülle und Frische im Gleichgewicht. Das Magnumformat, das langsamer und gleichmäßiger reift, unterstreicht die Langlebigkeit des Weins.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Forster Kirchenstück, Jahrgang 2020; 100 % Riesling von Basalt, rotbraunem Ton und tertiärem Kalk. Abgefüllt in der 1,5-Liter-Magnum.

Wie alle Lagen-Rieslinge bei Stephan Attmann wird auch das Kirchenstück komplett im Holz vergoren und reift lange auf der Feinhefe. Diese Machart verleiht dem Wein Schmelz, seidige Textur und enorme Tiefe, ohne die Frucht mit Holz zu überlagern. Naturnahe Bewirtschaftung.

Im Glas

Üppig, reichhaltig und ausladend, mit dichter, satter Frucht, viel Schmelz und enormer Konzentration: reife Steinfrucht und gelbe Frucht, dazu Zitrus, feine Kräuterwürze und eine markante, rauchig-salzige Mineralität von Basalt und Kalk. Am Gaumen besitzt er eine einzigartige Spannung und Dichte – die Tiefe eines Kirchenschiffs und dabei federleicht, unglaublich intensiv, mit sehr langem Nachhall.

Üppig, dicht und ausladend, mit viel Schmelz und enormer Konzentration – die Tiefe eines Kirchenschiffs und dabei federleicht: einzigartige Spannung, Dichte und rauchig-salzige Mineralität.

Ein großer, sehr langlebiger GG-Riesling im Magnumformat; jung gern dekantieren. Bei 10–14 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Butter- und Rahmsaucen sowie zu gereiftem Hartkäse – ein Großformat für die festliche Tafel.


Lage: Forster Kirchenstück (VDP.Große Lage), Forst, Pfalz; von Sandsteinmauern umgeben, Basaltsplitter in rotbraunem Ton über tertiärem Kalk; höchste Wertung der bayerischen Lagenklassifikation 1828
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Pfalz (trocken); 100 % Riesling; Magnum 1,5 l
Ausbau: komplett im Holz vergoren, lange auf der Feinhefe; naturnahe Bewirtschaftung

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Weine

Metzger Saumagen Riesling 2020 Magnum

Weißwein · Riesling · trocken · Magnum · Pfalz

Metzger Saumagen Riesling Magnum ist ein Lagen-Riesling vom Weingut Metzger aus dem Kallstadter Saumagen in der Pfalz – hier in der 1,5-Liter-Magnum. Die Trauben stammen aus dem ursprünglichen Teil der Lage, wurden selektiv von Hand gelesen und im Halbstückfass vergoren. Kalkige Mineralität, feine Würze und harmonische Säure prägen den Wein. Ein präziser Riesling mit Lagencharakter.


Kallstadter Saumagen

Der Kallstadter Saumagen zählt zu den großen Riesling-Lagen der Pfalz. Die Trauben stammen aus dem ursprünglichen Teil der Lage, deren kalkreiche Böden seit jeher für mineralische, würzige Weine mit harmonischer Säure stehen.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Riesling, selektiv von Hand gelesen und mit der Korbpresse abgepresst. Die Gärung erfolgt im Halbstückfass, um das Terroir der Lage präzise einzufangen. Die Magnum lässt den Wein besonders langsam reifen.

Im Glas

Helles Gelb. In der Nase Zitrus, gelber Apfel und feine kräutrige Würze über kalkiger Mineralität. Am Gaumen straff und mineralisch, mit harmonischer Säure, Würze und langem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren. Mit Luft gewinnt der Wein an Tiefe; die Magnum eignet sich zum Reifen im Keller.

Klassische Begleitung: Fisch, Meeresfrüchte, Spargel, Geflügel und feine Käse.


Lage: Kallstadter Saumagen, Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Pfalz – Riesling, trocken (Lagenwein)
Ausbau: Handlese, Korbpresse, Gärung im Halbstückfass; 1,5-l-Magnum

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Frankreich

Jean-Marc Vincent Santenay Vieilles Vignes rouge 2021

Rotwein · Santenay · Pinot Noir

Pinot Noir Santenay (Village) Vieilles Vignes Côte de Beaune Jean-Marc Vincent alte Reben kalk-mergeliger Boden 2021

Der Jean-Marc Vincent Santenay „Vieilles Vignes" rouge 2021 ist ein Pinot Noir von alten Reben aus der südlichsten Gemeinde der Côte de Beaune – saftig, würzig und fein strukturiert, mit der erdig-mineralischen Prägung des Santenay-Terroirs.


Santenay Vieilles Vignes – Pinot Noir aus dem Süden der Côte

Santenay ist die südlichste Weinbaugemeinde der Côte de Beaune, seit 1937 mit eigener Appellation, und liegt am äußersten Ende des Kalksteinrückens der Côte d'Or. Überwiegend werden hier Rotweine aus Pinot Noir erzeugt. Charakteristisch ist der hohe Anteil an Mergelstein, den Santenay mit der nahen Côte Chalonnaise teilt – das prägt die feste, etwas rustikalere und zugleich erdig-mineralische Stilistik der Weine.

Der „Vieilles Vignes" von Jean-Marc Vincent stammt von alten Reben; deren tiefes Wurzelwerk und die niedrigen Erträge geben dem Wein Konzentration, Tiefe und feine Würze. Der kalk-mergelige Boden verleiht ihm seine mineralische Prägung und feste Struktur.

Jahrgang 2021 – Côte de Beaune

2021 war an der Côte de Beaune ein kühler, anspruchsvoller Jahrgang, der bei sorgfältiger Arbeit besonders feine, klar gezeichnete Pinot Noirs mit lebendiger Säure und kühler Eleganz hervorbrachte. Von alten Reben auf kalk-mergeligem Boden ergibt das einen saftigen, würzigen und fein strukturierten Wein mit frischer, transparenter Frucht.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, Santenay (Village), trocken.

Jean-Marc Vincent arbeitet im Weinberg naturnah und biologisch orientiert, mit niedrigen Erträgen und manueller, selektiver Lese. Im Keller vergärt der Wein spontan und reift im Holzfass – ein Ausbau, der Frucht und Terroir-Prägung bewahrt und dem Wein Tiefe und Textur verleiht.

Im Glas

Vom kalk-mergeligen Boden Santenays und den alten Reben lebt dieser Pinot Noir: helle und dunkle rote Frucht wie Kirsche und Himbeere, florale Anklänge und eine erdig-würzige Tiefe von Unterholz und Gewürz. Der kühle Jahrgang 2021 hält ihn fein, frisch und transparent, während die alten Reben Konzentration und Substanz geben, die der Ausbau im Holzfass in eine geschmeidige Textur einbindet. Am Gaumen saftig und fein strukturiert, mit weichem, feinkörnigem Tannin, lebendiger Säure und einem langen, würzig-mineralischen Nachhall.

Helle und dunkle rote Frucht, erdig-würzige Tiefe – saftig, fein und frisch, mit weichem Tannin und langem Nachhall.

Schon jetzt zugänglich, gewinnt aber mit Kellerreife; bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel und Ente, zu Kalb und Schwein in feiner Sauce, zu Pilzgerichten sowie zu mittelreifem Käse.


Lage: Santenay, Village (Côte de Beaune, Burgund, Frankreich); südlichste Gemeinde der Côte de Beaune, kalk-mergeliger Boden; alte Reben
Klassifikation: AOC Santenay (Village), Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Spontangärung, Reifung im Holzfass; naturnaher, biologisch orientierter Weinbau

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