Das Weinbaugebiet Toskana

Die Toskana: Ein Kaleidoskop von Geschichte, Kultur und exquisiten Weinen – Eine Reise durch das Herz der italienischen Weintradition

Regionen, die das gewisse Etwas haben, polarisieren immer. So ist es bei Sylt, Kitzbühel und eben auch bei der Toskana. Ein regelrechtes politisches Schimpfwort in den 90ern war etwa „Toskana-Fraktionär“ für all jene Sozialdemokraten und Grünen, die ab einem gewissen Alter einen arrivierten Lebensstil zu schätzen gelernt hatten und deshalb ihren Urlaub mit Vorliebe in der norditalienischen Region verbrachten. Wasser predigen und Wein trinken? Andersherum wäre ja wohl deutlich schlimmer. Warum soll man sich für guten Geschmack auch schämen? Dass dieser hier seit alters her bedient wird, steht völlig außer Frage. Und dafür brauchte es damals wie heute einen gut betuchten Kreis an Feinschmeckern mit gewissem Hang zum Hedonismus. In der Toskana waren das vor allem die schwerreichen Medici, die im 15. Jahrhundert die Herrschaft übernahmen – erst in der Stadt Florenz, dann in der gesamten gleichnamigen Republik, welche durch die Familie faktisch in eine Erbmonarchie umgewandelt wurde. Bewegte Zeiten mit blutigen Kriegen, Verschwörungen und Attentaten, die sich kein Drehbuchautor besser hätte ausdenken können, aber ebenso eine Blütezeit für Kunst und Kultur, denn bei aller Machtbesessenheit förderten die Medici auch Michelangelo, Botticelli und Leonardo da Vinci.

Und ebenso erhaben, wie sich die alte Stadt Florenz, das Zentrum der italienischen Renaissance, mit seinem Dom, den Uffizien und der Ponte Vecchio gibt, so ehrwürdig präsentieren sich auch die hiesigen Weine. So viele große Namen sind darunter, dass man fast denken könnte, alle berühmten Weine Italiens stammen von diesen knapp 65 000 Hektar – was gar nicht so falsch wäre. Beginnen wir am besten mit dem bekanntesten von allen, dem Chianti, meistproduzierter Qualitätswein des Landes. Er ist damit das Sinnbild für italienische Rotweine, ja für das oft beschworene Dolce Vita schlechthin und überdies allzu häufig Grund für Kopfschmerzen beim Servicepersonal, wenn statt eines „Kianti“ mal wieder mal ein „Tschianti“ bestellt wird. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen man ihn in bauchigen, mit Stroh umflochtenen Großflaschen servierte, und seitdem hat sich auch sein Ruf im Ausland deutlich verbessert. Das Gebinde, dessen polsternde äußere Schicht das damals noch recht dünne Glas vor dem Zerbrechen bewahren sollte, heißt im Italienischen „fiasco“, und tatsächlich stammt der ins Deutsche übernommene Ausdruck für einen kompletten Fehlschlag davon ab, auch wenn der Grund dafür bisher nicht zuverlässig hergeleitet werden konnte. Ganz und gar kein Fehlschlag, sondern im Gegenteil eine wahre Erfolgsgeschichte ist die über 300jährige Historie des Chianti, die, wie könnte es anders sein, mit einem Medici beginnt. Cosimo III. war es, der 1716 ein bestimmtes Gebiet eingrenzte, aus welchen unter dem Namen Chianti vermarktete Weine stammen dürfen und damit die wahrscheinlich erste geschützte Ursprungsbezeichnung der Welt erschuf. Und gleichzeitig den Grundstein legte für die heute in Italien gebräuchlichen Qualitätsstufen DOC und DOCG.

Doch Obacht: Chianti ist nicht gleich Chianti. Zum einen gibt es den Chianti Classico: seine Herkunftsregion ist die Herzkammer des Gesamtgebietes, eine von vielen Wäldern geprägte Fläche zwischen Florenz und Siena. Erkennbar ist er am „Gallo Nero“, dem schwarzen Hahn auf der Flasche. Der Legende zufolge verdanken ihm die Florentiner den Sieg in einer Grenzstreitigkeit mit den Senesi: man hatte sich darauf geeinigt, beim ersten Hahnenschrei von beiden Städten aus einen Reiter in Richtung der jeweils anderen auszuschicken – der Ort ihres Zusammentreffens sollte dann die Grenze markieren. Der weiße, gepflegte und gemästete Gockel von Siena verschlief jedoch seinen Einsatz, während der schwarze Hahn von Florenz am Vorabend hatte Hunger leiden müssen und nun am frühen Morgen aus Leibeskräften krähte – so gelangte der allergrößte Teil der Chianti-Region an Florenz, das dem Federvieh aus Dankbarkeit ein Denkmal setzte. Ob wahr oder nicht: der Classico gilt als der „Ursprüngliche“. Er muss zu mindestens 80 Prozent aus Sangiovese bestehen; es gibt aber durchaus auch Winzer, die allein auf diese Traube setzen und nicht auf die schmeichlerischen, säuremildernden Eigenschaften des Canaiolo oder seit jüngerer Zeit auch internationaler Reben wie Cabernet Sauvignon oder Merlot. Vom Classico unterscheidet man den Chianti DOCG, dessen Anbaugebiet drei Mal so groß ist und das des älteren Bruders umgibt. Bei ihm muss der Sangiovese-Anteil nur 70 Prozent betragen, neben anderen Roten für Farbe und Samtigkeit kommt für einen leichteren Trinkfluss oft auch die weiße Malvasia zum Zuge – dieser Dreiklang ist das berühmte „Rezept“ für einen perfekten Chianti, wie der Weinfunktionär Baron Ricasoli es vor 150 Jahren niederschrieb. Beim Classico ist der Einsatz weißer Reben hingegen komplett untersagt. Bis vor einiger Zeit war es noch gestattet, Wein aus der Classico-Region nachträglich als DOCG zu vermarkten, wenn die strengen gesetzlichen Bestimmungen, die sich auch auf Kelter und Ausbau beziehen, nicht eingehalten werden konnten – das ist nun untersagt und Weinfreunde müssen sich entscheiden, welcher Machart sie den Vorzug geben.

So viel ist jetzt über Sangiovese geredet worden, dass es sinnvoll erscheint, die Traube einmal etwas näher zu betrachten, zumal sie mit 100 000 Hektar die beliebteste Rebe des gesamten Landes ist. Ja, das ist viel, nämlich ziemlich genau die Rebfläche ganz Deutschlands. Der klangvolle Name rührt nicht, wie man in einer Hochburg der Heiligenverehrung wie Italien vielleicht annehmen könnte, von einem San Giovanni her, sondern vom lateinischen „sanguis Jovis“, was so viel wie „Blut des Jupiter“ heißt. Aufgrund der Anleihe beim höchsten römischen Gott liegt ein Anbau schon in der Antike zwar nahe, ist aber nicht gesichert – die erste schriftliche Erwähnung findet sich Ende des 16. Jahrhunderts. Zudem muss die Benennung auch eher auf die außerordentliche Güte des Weines zurückzuführen sein als auf optische Aspekte, denn der Most ist vergleichsweise hell und damit ganz und gar nicht blutähnlich. Dafür aber ausgestattet mit viel Säure und Gerbstoffen und mit einer reichhaltigen Aromenpalette, die durch die Mutationsfreudigkeit der Rebe zusätzlich bereichert wird: wartet der klassische Sangiovese mit dunklen Beeren und dezenten Noten von Veilchen, aber auch Tabak und Leder auf, bestechen Abarten mitunter auch mit von Milchschokolade unterlegter Sauerkirsche. Mittlerweile hat er als Mitbringsel der Millionen italienischer Auswanderer in alle Welt auch eine internationale Karriere eingeschlagen und wird unter anderem in den USA, Südafrika, Südamerika und sogar in Thailand angebaut. Auf den leichten lehmigen Böden der Toskana mit ihrem hohem Kalkanteil gedeiht er aber mit Abstand am besten und der sanfte Kontrast zwischen heißen, trockenen Sommern, die den Rebstöcken alles abverlangen, und den regenreichen, milden Wintern, die ihnen zur Erholung dienen, tut sein Übriges für die Entwicklung tiefgründig-komplexer Tropfen mit hohem Alkoholgehalt.

Während dem Chianti in der Regel andere Rebsorten beigemischt werden, um die gewisse Strenge des Sangiovese etwas zu mildern, finden Puristen im Brunello genau das Richtige, der zu hundert Prozent aus dieser Traube bestehen muss. Wiederum anders als der Chianti, der von einfachen Varianten für wenige Euro bis zu Topweinen eine große Spannbreite kennt, ist der Brunello, übrigens einfach eine andere, lokale Bezeichnung für den Sangiovese, ausnahmslos ein Spitzenerzeugnis und neben Barolo und Amarone Teil des Triumvirats italienischen Weinbaus. Dass er trotz der eher hellen Traube die tiefdunkle, schon bräunlichrote Farbe aufweist, die ihm seinen Namen eingetragen hat, ist vor allem seiner mindestens zwei Jahre währenden Lagerung im Eichenfass geschuldet. Dieser Prozess schleift auch das mürbe Tannin herrlich rund und unterlegt die intensiv-konzentrierte Aromatik mit einer feinen Vanille-Note. Noch vor einigen Jahrzehnten waren es nicht einmal hundert Hektar, auf denen er kultiviert wurde, und auch heute ist der Anbau auf 2000 Hektar in der Umgebung des Städtchens Montalcino beschränkt. Dort weiß man um den Wirtschaftsfaktor und hält seit nunmehr 30 Jahren die Qualitäten der einzelnen Jahrgänge mittels künstlerisch gestalteter Fliesen an der Fassade des Rathauses fest.

Von einem oder zwei Gläschen gestärkt können wir uns auf die Weiterreise begeben, im besten Falle natürlich landestypisch auf dem Sozius einer sympathisch schnurrenden Vespa. Die leicht gewellte Hügellandschaft mit ihren mannigfaltigen Grünschattierungen und dem silbrig schimmernden Horizont erscheint wie gemalt und erinnert immer wieder an einen sanften Ozean, über den man friedlich hingleitet. Schlanke Zypressen säumen die scheinbar endlosen Landstraßen zu uralten, einsam gelegenen Anwesen, sodass man sich manchmal fragt, ob man wirklich noch durch den wirtschaftsstarken italienischen Norden fährt oder traumwandlerisch zwischen Himmel und Erde treibt. Ein Sehnsuchtsort. Hier muss man einfach Weinbau betreiben, alles andere wäre ein Frevel. Das dachten sich wohl schon die Etrusker, die vor zweieinhalb Jahrtausenden hier die ersten Reben kultivierten. Schon sie erkannten das Potential einer Region, die im Spannungsfeld zwischen kontinentalen und mediterranen klimatischen Einflüssen liegt. Das später in den Römern aufgegangene Volk dürfte bereits damals kleine Weinberge an südlich ausgerichteten Hanglagen, vorzugsweise zwischen 100 und 500 Meter Seehöhe angelegt haben – genauso, wie sie auch heute noch bewirtschaftet werden.

Nicht einmal 40 Kilometer von Montalcino entfernt wartet der Dritte im Bunde auf uns. Hier liegt das Örtchen Montepulciano, wo mit dem Vino Nobile ein weiterer ehrenwerter Name wartet. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn einer Anekdote zufolge war es früher nur adligen Familien gestattet, ihn anzubauen. Auch wenn das wahrscheinlich nicht stimmt, gilt es doch als gesichert, dass er die höchsten Kreise erfreut hat, etwa den mächtigen Renaissancepapst Paul III. Ganz sortentypisch will auch er sich in seiner Jugend nicht offenbaren, legt im Gegenteil eine gewisse Herbheit an den Tag, die erst durch einige Jahre Reife einer herrlichen Samtigkeit weicht. In seiner Komposition aus mindestens 70 Prozent Sangiovese, ergänzt um Canaiolo und die weißen Trebbiano und Malvasia ist er einem Chianti DOCG sehr ähnlich, was sich auch geschmacklich bemerkbar macht.

Nun haben wir ja schon über so einige sehr edle Tropfen gesprochen, kann man sich da überhaupt noch steigern? Das mag sich vor über 50 Jahren auch der Marchese Antinori gefragt und sich selbst mit einem überzeugten „Sì, certo!“ geantwortet haben. Mit ihm beginnt nämlich der Siegeszug der Supertoskaner, die, das kann man ohne Übertreibung sagen, eine neue Ära in der italienischen Weinwelt eingeläutet und über die Zeit einen absoluten ikonischen Status erreicht haben. Doch der Reihe nach… Ausländische Rebsorten, vor allem die klassisch französischen, waren in Italien schon seit langer Zeit bekannt. Allerdings, sei es aus patriotischer Eitelkeit, sei es, weil das Weinrecht bei Qualitäts- und Prädikatsweinen keine Experimente zuließ, traute sich niemand so recht an sie heran. Doch Antinori scherte das nicht, er ging das Risiko ein, seinen revolutionären Rebensaft als Vino da Tavola vermarkten zu müssen – zu einem Preis, der selbst die meisten DOCGs in den Schatten stellte. Er war damit schon etwas spät dran, denn sein Verwandter, der Marchese Incisa della Rocchetta, hatte schon Mitte der 40er begonnen, eigentlich bordeauxtypische Reben wie Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc als Versuchsanbau nach Norditalien zu holen. Zwanzig Jahre lang dienten diese der Familie lediglich als private Tischweine, dann bedrängte Antinori ihn, seine Experimente der Öffentlichkeit zu präsentieren. Anfang der 70er kam mit dem Jahrgang 1968 der erste Sassicaia auf den Markt, und wie im Summer of Love junge Menschen weltweit mit den Dogmen ihrer Elterngeneration brachen, so brach der mit der Massigkeit einer Abrissbirne ausgestattete Wein mit allen bisherigen geschmacklichen Konventionen italienischer Feinschmecker. Antinori tat es seinem Verwandten gleich, setzte mit in Italien bisher völlig unbekanntem Barrique-Ausbau sogar noch einen drauf und lancierte wenig später den Tignanello, der sich als noch deutlich kultiger erweisen sollte. Weitere Winzer sprangen nach und nach auf den Zug auf und kreierten mit Ornellaia, Masseto und Co. ein ganz eigenes Universum an Unkonventionalität. Mittlerweile ist man regulatorisch deutlich liberaler, ja die Erfolgsgeschichte einigermaßen anerkennend geworden, sodass mit dem Suvereto ein DOCG vollständig aus Merlot und Cabernet Sauvignon bestehen darf und Sassicaia als einziger Wein Italiens mit einer eigenen DOC geadelt wurde.

Allerdings mehren sich in letzter Zeit die Stimmen, die Supertoskaner kritisch sehen: weder würden lokale Traditionen gepflegt, noch sei der Einfluss eines spezifischen Terroirs schmeckbar. Purer Neid oder doch berechtigte Warnung vor zu viel Globalismus in der Weinwelt? Wie so vieles in ebendieser: Geschmackssache. Wer von den bleischweren Tropfen nicht überzeugt ist, der kann aber immerhin den Einsatz schätzen, der im Zuge des Hypes einer Region zukam, die bis dato nicht für Weinbau bekannt war: die Maremma im toskanischen Süden galt bis vor nicht allzu langer Zeit als recht öder Küstenstreifen, sumpfig und malariaverseucht. Auch nach der aufwändigen Entwässerung war hier nicht viel los – bis die verrückten Winzer der Supertoskaner anrückten und Goldgräberstimmung verbreiteten. Neue Rebsorten, neue Wege, alles geht – in der Maremma ist der Sangiovese nur ein Rotwein unter vielen. Rund um Grosseto ist so ein wahrer Szene-Hotspot entstanden und wer das nötige Kleingeld hat, kauft sich ein paar Hektar, um in einer der aktuell spannendsten und dynamischsten Weinregionen Italiens mitmischen zu können.

Weißweinliebhaber müssen hingegen stark sein, denn für sie hält die Toskana immer noch nicht allzu viel bereit. Der einzige von einem gewissen Ruf ist der Vernaccia di San Gimignano, der 1966 als erster Wein Italiens den Status einer DOC erhielt, 1983 dann auch den höchsten einer DOCG. Mit dem Südtiroler Vernatsch hat er nichts zu tun – der ist rot. Die Namensähnlichkeit rührt daher, dass im Italienischen „vernacolo“ schlicht so viel heißt wie „stammt aus“, also lediglich auf eine Herkunft hinweist und damit der Name unzähliger italienischer Reben ist: ohne zusätzliche geografische Angabe nicht einzuordnen. Sein üppiges florales Bukett und die charakteristische Mandelnote mögen ein wenig an Weißburgunder erinnern und kommen besonders in der Riserva-Variante gut zur Geltung. San Gimignano ist dennoch aus einem anderen Grunde sinnbildlich für den toskanischen Weinbau: hier finden sich noch etliche der spätmittelalterlichen Geschlechtertürme, Adlige Familien hatten die recht schmucklosen, dafür aber ausgesprochen hohen, das Stadtbild dominierenden Bauwerke nicht nur zum persönlichen Schutz gegen Diebe und Meuchelmörder errichten lassen, sondern auch als steingewordene Visitenkarte – je weiter sie in den Himmel ragten, desto einflussreicher die Bauherren. Als diese Art der Selbstdarstellung aus der Mode kam, suchte man sich ein neues Spielfeld: den Weinbau. Blaublütige Familien legten sich hunderte Hektar zu, das heute größte Weingut Italiens trägt nicht umsonst den Namen des uns bereits bekannten Marchese Antinori. Später taten es ihnen Textilmagnaten und an der Mailänder Börse reich gewordene Spekulanten gleich.

Neben dem Vernaccia di San Gimignano kultiviert man auch noch die Nummer eins der italienischen Weißen, den Trebbiano, zudem Vermentino, Malvasia und Chardonnay, die aber zumeist keine herausragenden Qualitäten erreichen und eben eher rar gesät sind. Aber verträgt sich dieser Umstand überhaupt mit der feinen toskanischen Küche? Im Grunde schon, denn diese kennt aufgrund der Mittelmeerküste zwar Fischrezepte, ist aber eher auf Fleisch- und vor allem Wildgerichten aufgebaut. Beim Gemüse bedient man sich vor allem der Bohnen, die hier traditonell angebaut werden, und der landschaftsprägenden Esskastanien. Galten diese früher als Arme-Leute-Essen, ist das nussig-süße Kastanienmehl heute die Grundlage sowohl für Brot und feine Kuchen als auch für Pasta. In Florenz als Snack zwischendurch überaus beliebt, im Rest des Landes aber wahlweise unbekannt oder mit dezentem Argwohn betrachtet wird das Lampredotto. Dafür wird der Labmagen des Rindes, der optisch an Kutteln erinnert, aber deutlich zarter ist, mit Gemüse und Kräutern in Brühe gekocht. Anschließend serviert man die Innereien mit etwas Soße in einem Panino-Brötchen auf die Hand. Als ebenso gaumenschmeichlerisch, egal ob zwischendurch oder als unkomplizierte Vorspeise, erweisen sich einige Scheiben Salame Finocchiona, die mit ihrem cremigen Fett und der pikanten Fenchelsamenwürzung geradezu nach einer gehaltvollen Weinbegleitung schreit. Wer sich ein bisschen Zeit nehmen will und kann, der sollte Ragù vom Wildschwein kosten. Oder direkt Bistecca alla fiorentina. Moment, ein einfaches Steak? Ja, aber was für eines! Die gigantischen, am Knochen gegrillten Fleischportionen stammen vom Chianina-Rind, der größten Rinderrasse der Welt, deren männliche Exemplare gut und gern anderthalb Tonnen auf die Waage bringen können. Bestrichen wird es ganz simpel mit heimischem Olivenöl – neben Wein dem zweiten flüssigen Gold der Toskana, das ebenso wie dieser meist in Hanglagen gedeiht, wo maschinelle Vollernter nicht weit kommen und Handarbeit wie anno dazumal noch immer die Regel ist. Eine Küche des Überflusses also? In gewisser Weise schon, denn ein zeitlich begrenzter Mangel wird oft als so gravierend empfunden, dass man sich seiner noch Jahrhunderte später erinnert. So wird das Pane Sciocco, ein Weizenbrot, bis heute ohne Salz gebacken, weil im Mittelalter das verfeindete Pisa eine Zeit lang mal keines lieferte. Die Königsdisziplin der hiesigen Kochkunst aber sind die Desserts. Das Cantuccini genannte knusprige Mandelgebäck, die Panforte di Siena, eine Art Lebkuchen mit Nüssen, getrockneten Früchten und Gewürzen oder die Schiaccia briaca von der Insel Elba, bei der fluffiger Hefeteig mit Wein und Likör getränkt wird, finden auch nach dem reichhaltigsten Hauptgang noch Platz im Magen. Und was könnte zu diesen himmlischen Süßspeisen besser passen als ein ebenso süßer Tropfen? Der trägt hier in der Toskana natürlich einen standesgemäßen Namen: Vin Santo, der heilige Wein – darunter macht man es nicht. Um ihn herzustellen, werden schon teilweise rosinierte Beeren auf den Dachböden der Weinbaubetriebe getrocknet – Grundlage für eine unglaubliche Aromenkonzentration. Durch die ständigen massiven Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erhält der Wein eine zähflüssige Konsistenz und ist quasi unkaputtbar. Und was bei Sauternes oder Beerenauslese undenkbar wäre, gehört für die Italiener ganz selbstverständlich dazu: in den öligen Nektar werden Cantuccini ganz nonchalant hineingestippt.

Früher galt die Toskana und insbesondere Florenz als obligatorische Station auf der Grand Tour, der Bildungsreise vermögender junger Adliger zu den glorreichsten Stätten des Kontinents. Und auch heute noch pflegt man den Nimbus des vornehmen Hortes europäischer Kultur – auch wenn das Publikum mit Sting, Gianna Nannini oder Modedesigner Gianni Bulgari heute ein anderes ist, das sich als kostspieliges kleines Hobby ein eigenes Weingut in der Toskana leistet. Aber natürlich verrichten sie die ganze Arbeit nicht selbst, sondern vertrauen auf die Expertise altgedienter Kellermeister, die oft mehr Künstler als Techniker sind. Denn was Michelangelo mit seinem Marmorkoloss David gelang, der heute in Florenz bewundert werden kann, ist 500 Jahre später auch für die toskanischen Winzer der Anspruch: ikonische Tropfen, die ob ihrer handwerklichen Perfektion, überwältigenden Individualität und zeitlosen Eleganz Geist und Seele gleichermaßen ansprechen. Damit machen sie die Toskana und ihre elf DOCG-Tropfen zu einem der bedeutendsten Weinbaugebiete nicht nur Italiens, sondern der ganzen Welt.

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Weine

Radio Boka Tempranillo

Rotwein · Tempranillo · Castilla · Spanien

Radio Boka Tempranillo ist ein saftiger, samtiger Rotwein von Hammeken Cellars aus Spanien. Reinsortig aus der Tempranillo-Traube, begeistert er mit Fruchtaromen von Kirsche, reifer Pflaume und Cassis sowie süßen Gewürznoten.


Castilla

Radio Boka ist die unkomplizierte Linie von Hammeken Cellars, dessen Heimat an der sonnigen Mittelmeerküste bei Valencia liegt. Der Tempranillo trägt die Herkunftsangabe Vino de la Tierra de Castilla und steht für saftige, fruchtbetonte Weine zum kleinen Preis.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo. Nach der temperaturkontrollierten Gärung reift ein Teil im Edelstahl, ein Teil in französischer Eiche; anschließend werden beide Partien verschnitten. Das gibt dem Wein Körper und seinen weichen Charakter.

Im Glas

Leuchtendes Rubinrot mit kirschroten Reflexen. In der Nase Kirsche, reife Pflaume und Cassis, dazu süße Gewürze wie Zimt und Vanille aus dem Holz. Am Gaumen saftig und samtig, vollmundig und weich, mit fruchtigem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein unkomplizierter, fruchtbetonter Rotwein für viele Gelegenheiten.

Klassische Begleitung: Gegrilltes, Pizza, Pasta und Hartkäse.


Lage: Castilla-La Mancha (Spanien)
Klassifikation: Vino de la Tierra de Castilla – Rotwein (halbtrocken)
Ausbau: Edelstahl und französische Eiche

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Rebsorten

Lafarge Beaune Clos des Aigrots 2021

Rotwein · Beaune · Pinot Noir

Pinot Noir Clos des Aigrots Beaune (Frankreich) 2021 Biodynamie · 13,00 % vol

Der Michel Lafarge Beaune Clos des Aigrots 2021 aus dem französischen Burgund ist ein frischer, floraler Pinot Noir von der Top-Domaine in Volnay – von alten Reben, mit feiner Mineralität und der für das Haus typischen Klarheit.


Beaune Clos des Aigrots – die Lage

Der Clos des Aigrots liegt am Hang von Beaune in der Côte de Beaune. Lafarges Parzelle umfasst rund 0,66 Hektar mit alten Reben, gepflanzt unter anderem 1949 und 1964, auf rotem Kies-Lehmboden über Kalkstein. Dieser Untergrund prägt frische, helle und aromatisch florale Pinot Noirs mit feiner Struktur.

Die Domaine Michel Lafarge zählt zu den großen Adressen Volnays. Frédéric und Chantal Lafarge bewirtschaften die rund zwölf Hektar seit dem Jahr 2000 biodynamisch (Demeter) – ein Wegbereiter dieser Bewegung an der Côte de Beaune.

Jahrgang 2021 – Burgund

2021 war im Burgund ein kühler, von Frost geprägter Jahrgang mit kleinen Erträgen.

Was gesund in den Keller kam, ergab klassische, frische und präzise Weine mit feiner Säure – Lafarge beendete die Lese mit dieser Parzelle Anfang Oktober und arbeitete mit etwas festerer Extraktion als in sonnigen Jahren.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, 13,00 % vol.

Wie bei Lafarge üblich wurden die Trauben vollständig entrappt. Der Ausbau erfolgte über rund 18 Monate in Fässern mit nur geringem Neuholzanteil (0–15 %), ohne Schönung oder Filtration.

Im Glas

Ein sehr frisches Bouquet aus roter Kirsche, Himbeere und Pflaume, umspielt von floralen Noten wie Veilchen und Pfingstrose. Am Gaumen mittel- bis vollmundig, saftig und texturreich, mit ausgeprägter Mineralität, feiner Säure und salzigem, präzisem Abgang – jung noch straff und mit Reifepotenzial. (Eindruck nach Fachpresse-Notizen aus dem Fassstadium.)

Frisch, floral und mineralisch – die unaufgeregte Klarheit, für die Lafarge steht.

Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel, Kalb, Ente, gegrilltem Lamm, Gerichten mit Pilzen oder mittelreifem Weichkäse. Ein eleganter Begleiter für feine Küche.


Lage: Clos des Aigrots, Beaune, Côte de Beaune, Bourgogne (Frankreich); roter Kies-Lehmboden über Kalkstein, alte Reben
Klassifikation: Beaune AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; vollständig entrappt; ca. 18 Monate Fass (0–15 % neu); biodynamisch (Demeter); 13,00 % vol

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Weine

Strauch Blanc Pur Schäumendes entalkoholisiertes Getränk

Entalkoholisiert · Schäumend · Riesling · Rheinhessen

Strauch Blanc Pur ist ein schäumendes, entalkoholisiertes Getränk aus Bio-Wein – eine alkoholfreie Sekt-Alternative von der KvD Strauch Sektmanufaktur aus Rheinhessen. Reinsortiger Riesling mit feiner Perlage, typischen Aromen von weißem Pfirsich und Apfel, geschmacklich nahe an einem Brut. 100 % vegan.


Rheinhessen

Die KvD Strauch Sektmanufaktur in Osthofen (Rheinhessen) gilt als eine der ersten Bio-Sektmanufakturen Deutschlands. Die Basis des Blanc Pur bilden biologisch erzeugte Riesling-Trauben, von Hand geerntet und als Ganztrauben gepresst.

Ausbau und Entalkoholisierung

Der Grundwein reift im Edelstahltank. Anschließend wird er schonend und chemiefrei entalkoholisiert und verperlt – so entsteht ein nahezu alkoholfreies, schäumendes Getränk, das die typische Riesling-Aromatik bewahrt.

Im Glas

Helles Gelb mit feiner Perlage. In der Nase die typischen Riesling-Aromen von weißem Pfirsich und Apfel. Am Gaumen spritzig und elegant, mit klarer Frucht und einem halbtrockenen, Brut-nahen Charakter.

Am Tisch

Gut gekühlt servieren – als alkoholfreier Aperitif, zum Anstoßen oder als stilvolle Begleitung leichter Gerichte.

Passt zu: Aperitif, Fingerfood, Fisch und leichten Vorspeisen.


Herkunft: Rheinhessen (Deutschland)
Art: entalkoholisiertes schäumendes Getränk (Riesling), halbtrocken
Ausbau: Ganztraubenpressung, Edelstahltank, schonende Entalkoholisierung
Mindesthaltbarkeit (MHD): 28.02.2029

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Feinkost

L´ Olmo Risotto mit Steinpilzen

Feinkost · Risotto · Piemont · Italien

L'Olmo Risotto mit Steinpilzen ist ein piemontesisches Fertig-Risotto aus Carnaroli-Reis, verfeinert mit Steinpilzen – eine glutenfreie Spezialität, die in wenigen Minuten gelingt.


Herkunft

Das Risotto stammt von der Maggiorotto Group aus Agliano Terme in der Provinz Asti im Piemont – der Heimat des Carnaroli-Reises und einer bodenständigen, hochwertigen Küchentradition.

Zutaten und Herstellung

Basis ist Carnaroli-Reis – die „Königin" der Risotto-Reissorten, die selbst nach langem Garen bissfest bleibt und eine cremige Konsistenz entwickelt. Verfeinert mit Steinpilzen (Boletus edulis), Gemüsebrühe und Kräutern. Als praktische Trockenmischung schnell zubereitet und glutenfrei.

Geschmack

Cremig mit bissfestem Kern. Im Mittelpunkt steht das intensive, erdige Aroma der Steinpilze, untermalt von würzigen Kräuternoten – ein vollmundiges, herzhaftes Risotto.

In der Küche

3–4 Löffel natives Olivenöl extra in einem flachen, breiten Topf erhitzen, den Reis dazugeben und etwa eine Minute anschwitzen. Mit einem Glas Weißwein und etwas Noilly Prat ablöschen. Anschließend 3 Gläser (800 ml) heißes Wasser hinzugeben und unter ständigem Rühren garen, bis das Risotto fertig ist. Je nach Geschmack mit Butter oder Parmesan verfeinern.

Dazu passt: gebratene Waldpilze, ein Glas Weißwein oder gereifter Parmesan.


Hersteller: Maggiorotto Group s.r.l., Agliano Terme (Piemont, Italien)
Produkt: Fertig-Risotto mit Steinpilzen (Carnaroli-Reis), glutenfrei
Zutaten: Carnaroli-Reis, Steinpilze (Boletus edulis), Gemüsebrühe, getrocknetes Gemüse, Kräuter
Herkunft: Piemont (Italien)
Mindesthaltbarkeit (MHD): 16.01.2028

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Weine

François Bertheau Chambolle Musigny 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny AOC Côte de Nuits Kreide-/Tonböden 2021

Der Chambolle-Musigny 2021 von François Bertheau ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der elegantesten Gemeinden der Côte de Nuits. Bertheau zählt zu den klassischen Adressen von Chambolle; sein Dorfwein steht für Eleganz, feine rote Frucht und seidiges Tannin.


Chambolle-Musigny – Inbegriff von Eleganz und Finesse

Chambolle-Musigny im Herzen der Côte de Nuits ist seit 1936 als AOC ausgezeichnet. Auf rund 150 Hektar mit Kreide- und Tonböden entstehen Weine, die als Inbegriff von Eleganz und Finesse gelten. Die Gemeinde beherbergt 24 Premier Crus sowie die Grand Crus Bonnes-Mares und Musigny; der Ertrag der Rotweine ist auf 40 Hektoliter pro Hektar begrenzt.

Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen, gesuchten Erzeugern von Chambolle-Musigny und prägt den duftig-feinen Stil der Gemeinde.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – passend zur duftigen, eleganten Art von Chambolle.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Feine rote Frucht nach Himbeere und Kirsche, ergänzt um florale Noten. Am Gaumen seidig und elegant, mit feinem Tannin, frischer Säure und einem duftigen, klaren Abgang.

Feine rote Frucht und florale Noten über seidigem Tannin – Chambolle-Musigny in seiner eleganten Form.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre Flaschenreife gewinnend. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); Kreide-/Tonböden
Klassifikation: Chambolle-Musigny AOC
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Weine

Christian Ottenbreit Pinot Noir Sieben Hügel

Rotwein · Spätburgunder · Franken

100 % Spätburgunder Deutscher Qualitätswein Marktbreiter Sonnenberg · Obernbreiter Kanzel trocken · 0,5 g/l Maischegärung · Barrique

Der Sieben Hügel Pinot Noir 2024 ist der trockene Spätburgunder von Christian Ottenbreit aus Obernbreit im fränkischen Maindreieck. Ottenbreit hat den elterlichen Betrieb 2017 in ein eigenes Weingut überführt und arbeitet naturnah: Handlese, reduzierte Erträge, Spontanvergärung und Holzausbau. Der Spätburgunder wird auf der Maische vergoren und im Barrique ausgebaut, bleibt dabei aber hell und transparent in der Farbe. Stilistisch zielt der Wein auf rotfruchtige Klarheit und Finesse statt auf Kraft und Farbe. Die Trauben stammen aus den Hügellagen rund um Obernbreit und Marktbreit.


Marktbreiter Sonnenberg & Obernbreiter Kanzel – Maindreieck, Franken

Das Weingut Ottenbreit liegt in Obernbreit im fränkischen Maindreieck, dem südlichen Teil des Anbaugebiets Franken. Christian Ottenbreit absolvierte seine Ausbildung bei fränkischen Winzern und den Südtiroler Kellereien Manincor und Muri Gries, bevor er 2017 sein eigenes Weingut begründete; rund sieben Hektar werden auf ökologischen Anbau umgestellt. Die Reben für den Spätburgunder wachsen in den südexponierten Hanglagen Marktbreiter Sonnenberg und Obernbreiter Kanzel auf tiefgründigen Böden aus Lößlehm, Keuper und Muschelkalk. Der Wein ist als Deutscher Qualitätswein, trocken, eingestuft.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Spätburgunder (Pinot Noir) aus handgelesenen, im Ertrag reduzierten Trauben. Die Maische wird spontan vergoren, anschließend reift der Wein im Barrique. Eine schonende Extraktion hält Farbe und Tannin zurück und stellt die rote Frucht in den Vordergrund. Der Wein ist vegan; Restzucker 0,5 g/l, Gesamtsäure 6,5 g/l, 13,0 % vol., 0,75 l.

Im Glas

Helle, transparente Rubinfarbe. In der Nase rote Kirsche, Himbeere und Granatapfel, dazu eine florale Note und etwas Würze aus dem Holzausbau. Am Gaumen schlank und klar, mit feinkörnigem Tannin, frischer Säurestruktur und einem Kern aus roten Beeren. Mehr Finesse als Kraft; der Abgang bleibt mittellang und trocken, mit dezenter Würze.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Ente, Reh, geschmorte Pilze, Wildgeflügel und reifer Hartkäse. Ein Pinot Noir für den Esstisch, der zu hellem wie dunklem Fleisch passt. Der 2024er ist jung trinkbar und zeigt sich bereits offen; vor dem Servieren rund 30 Minuten dekantieren. Trinktemperatur 12–14 °C, bei kühler, dunkler Lagerung haltbar bis etwa 2030.


Lage Marktbreiter Sonnenberg, Obernbreiter Kanzel · Franken (Maindreieck)
Klassifikation Deutscher Qualitätswein, trocken
Ausbau Maischegärung, Spontanvergärung, Barrique

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Spirituosen

Cassissée Creme de Cassis de Dijon

Spirituose · Likör · Burgund · Frankreich

L'Héritier-Guyot Cassissée ist ein original französischer schwarzer Johannisbeerlikör. Frische schwarze Johannisbeeren der Sorte Noir de Bourgogne prägen den natürlich-fruchtigen Geschmack dieser Crème de Cassis de Dijon.


Herkunft / Dijon

L'Héritier-Guyot ist ein traditionsreiches Haus aus Dijon im Burgund und einer der Spezialisten für Crème de Cassis. „Crème de Cassis de Dijon" ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung, die für höchste Qualität und einen besonders hohen Fruchtanteil steht.

Zutaten und Herstellung

Hergestellt aus frischen schwarzen Johannisbeeren der Burgunder Spitzensorte Noir de Bourgogne, die für ihr intensives Aroma bekannt ist. Die Beeren werden mazeriert, um ihren natürlich-fruchtigen Geschmack und die tiefdunkle Farbe zu gewinnen.

Im Glas

Tiefes Dunkelviolett. In der Nase intensive, frische schwarze Johannisbeere. Am Gaumen vollmundig und fruchtig, mit der typischen Süße und Säurefrische der Cassisbeere und einem lang anhaltenden Beerenaroma.

Pur und im Drink

Klassisch im Kir (mit Weißwein) oder Kir Royal (mit Champagner oder Crémant) – oder über Desserts.

Ideal: für Kir und Kir Royal, in Cocktails, über Eis und Desserts oder zum Verfeinern.


Herkunft: Dijon, Burgund (Frankreich); L'Héritier-Guyot
Art: Crème de Cassis de Dijon (schwarzer Johannisbeerlikör), geschützte Herkunftsbezeichnung
Zutaten: schwarze Johannisbeeren der Sorte Noir de Bourgogne

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Rebsorten

Baum-Barth Ingelheimer Sonnenhang Spätburgunder 2022

Rotwein · Ingelheim (Rheinhessen) · Spätburgunder

Spätburgunder Ingelheimer Sonnenhang (Lagenwein) Baum-Barth Ingelheim · Selztal Kalkstein 20–30 % Ganztrauben hoher Anteil neues franz. Barrique 2022

Der Baum-Barth Ingelheimer Sonnenhang Spätburgunder 2022 ist der erste Lagenwein des Guts – aus dem kalksteingeprägten Ingelheimer Sonnenhang. Ein Spätburgunder von bemerkenswerter Feinheit, Eleganz und Vielschichtigkeit, mit hohem Lagerpotenzial.


Ingelheimer Sonnenhang – erster Lagenwein

Das Weingut Baum-Barth in Ingelheim wird von den Brüdern Christoph und Thomas Baum-Barth geführt und steht für die lange Rotweintradition des Selztals. Im besonderen Burgunderjahr 2022 füllte das Gut erstmals eigenständige Lagenweine ab – der Sonnenhang ist einer davon.

Der Ingelheimer Sonnenhang ist von Kalkstein geprägt. Minimale Erträge und die schonende Traubenverarbeitung bilden die Grundlage für einen Wein von außergewöhnlicher Qualität und Finesse.

Jahrgang 2022 – Ingelheim (Selztal)

2022 präsentierte sich – ähnlich wie 2018 – als sehr trockenes, sonnenreiches Jahr. Während das Gras im Sommer braun wurde, blieben die Reben grün und trotzten der Hitze mit erstaunlicher Robustheit. Ein Wetterumschwung mit moderaten Temperaturen und Regen im September bremste den Säureverlust und förderte Aromabildung und Reife. Ein Jahr der Burgundersorten, das präzise, ausgewogene Rotweine hervorbrachte.

Ausbau

Trockener Spätburgunder (Lagenwein) aus dem Ingelheimer Sonnenhang, Jahrgang 2022; vom Kalksteinboden, minimale Erträge.

Der Wein wird mit einem Ganztraubenanteil von 20–30 % und schonender Verarbeitung vinifiziert und reift in einem hohen Anteil neuer französischer Barriquefässer, die ihm eine unvergleichliche Finesse verleihen.

Im Glas

In der Nase öffnet sich eine Aromenpalette, die von roten Beerennoten bis hin zu einer subtilen, fast animalischen Nuance reicht. Am Gaumen entfaltet sich der Spätburgunder mit bemerkenswerter Feinheit und Eleganz; seine Vielschichtigkeit wird von einer harmonischen Säurestruktur begleitet. Ein Wein mit hohem Lagerpotenzial, der bereits jetzt ein absolutes Highlight ist.

Rote Beeren und eine subtile, fast animalische Nuance – am Gaumen von bemerkenswerter Feinheit und Eleganz, vielschichtig und getragen von einer harmonischen Säurestruktur.

Ein feiner, vielschichtiger Spätburgunder mit hohem Lagerpotenzial; jung gern dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente und Geflügel, zu Kalb und Wild, zu Pilzgerichten sowie zu mittelkräftigem, gereiftem Käse.


Lage: Ingelheimer Sonnenhang, Ingelheim (Selztal), Rheinhessen; kalksteingeprägter Boden, minimale Erträge
Klassifikation: Spätburgunder, Lagenwein, Rheinhessen (trocken); 100 % Spätburgunder
Ausbau: 20–30 % Ganztrauben, schonende Verarbeitung, Reifung in hohem Anteil neuer französischer Barriquefässer

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