Der Trend hin zu mehr Mineralität in den Weinen ist ambitioniert und löblich, und dennoch ist es erstaunlich, dass es solche Weine früher nicht nur schon gab, sondern dass diese damals auch noch en vogue waren. So verhält es sich zum Beispiel mit einem guten Muscadet-Sur-Lie von der Loire. Früher auf fast jeder Restaurantkarte zu Hause und gern gesehener Gast in jedem Weinglas von Nord- bis Süddeutschland, ist dieser, damals schon extrem mineralisch und Terroir ausgebaute, Weißwein aus der Rebsorte Melon de Borgogne hierzulande fast verschwunden. Um so schöner ist es, wenn so ein wirklich leckerer und knackiger Weißwein mal wieder auf einer Weinkarte entdeckt wird. Dass dies ausgerechnet in Spanien der Fall ist, mag zwar verwundern, aber spielt letztendlich keine wirklich große Rolle. Der „Froggy Wine“ fällt nicht nur optisch modern und knackig auf, nein, er hat auch diese einzigartige Frische im Duft, die das Schiefer Terroir und der lange Ausbau auf der Feinhefe bewirkt. Unreife Birne, Fenchel, ein wenig Anis, extrem trocken am Gaumen, wenig Alkohol (12,00 % vol.), reifer Säurebogen, vibrierende Klarheit, straff im Mund und unwiderstehlich klar. Schade, dass diese Bestseller von früher heutzutage so selten zu finden sind.
Champagner · Oger Grand Cru · Chardonnay · Brut Nature · Bio
Marguet Oger Grand Cru Brut Nature ist ein reinsortiger Bio-Champagner aus 100 % Chardonnay aus dem Grand-Cru-Dorf Oger. Benoît Marguet zeigt hier erneut sein Gespür für große, kompromisslose Champagner. Bemerkenswert reif und harmonisch für einen Wein ohne Dosage. Im Glas noch jugendlich, kreidig und mineralisch.
Oger Grand Cru
Oger ist eine als Grand Cru klassifizierte Gemeinde der Côte des Blancs, dem Kerngebiet des Chardonnay. Die reinen Kreideböden verleihen dem Wein seine kreidige Mineralität und Spannung. Benoît Marguet arbeitet biodynamisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).
Rebsorte und Ausbau
Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay (Blanc de Blancs) aus Oger. Der Ausbau folgt der naturnahen Handschrift des Hauses; abgefüllt ohne Dosage als Brut Nature.
Im Glas
Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase noch jugendlich und zurückhaltend, mit Zitronenschale und Kreide. Am Gaumen jung, aber bemerkenswert reif und harmonisch; Zitrusfrucht und Mineralität prägen das Bild, ehe ein feiner, leicht toastiger Abgang folgt. Ein Champagner mit Spannung und Entwicklungspotenzial.
Am Tisch
Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; bereits jetzt sehr gut, mit weiterem Reifepotenzial. Als Apéritif oder als Speisenbegleiter.
Klassische Begleitung: Austern, Meeresfrüchte, Fisch und feine Vorspeisen.
