Meine Ansichten über kalifornische Weine: Teil 5.

Teil 5: der Beste kommt fast am Ende! Chateau Montelena

Wir haben auch zwei Weingüter besucht, deren Weine 1976 bei der Blindverkostung von Paris die französischen Weine in Schatten gestellt haben; damals undenkbar…

Der erste Platz unter den Weissweinen war der 1973er Chardonnay vom Chateau Montelena; unter den Rotweinen gewann: 1973 Cabernet Sauvignon von Stag´s Leap Wine Cellars. Es ist lange her.., wir waren trotzdem gespannt wie die Weine von heute schmecken.

Zuerst haben wir Stag`s Leap aufgesucht. Leider! Wäre der Besuch dort die letzte Station gewesen, hätte ich einen super Abschluss von meinen Eindrücken von kalifornischen Weinen gehabt…

Daher fange ich mit Chateau Montelena an: ein schönes Anwesen, schön gelegen..

Die Weine:

2012 Chateau Montelena, Chardonnay Napa Valley; das Lesegut wurde nachts geerntet; es fand keine malolaktische Gärung statt. Die Holznoten sind ziemlich dominant; Pfirsich, alte Apfelsorte, aufgeschnittene Orange, etwas Kiwi, Grapefruit, Jasmin? und Honig. Der Preis von 50 Dollar ist extrem hoch angesiedelt (höchstens 9,95 Euro würde ich zahlen), aber für vergangenen Ruhm soll man weiterhin zahlen. Jetzt würde er keine Chance gegen die Franzosen haben.

Chateau Montelena Chardonnay

2013 Riesling Potter Valley; schon der mangelnden Säure wegen ähnelt er wenig den Rieslingen; plumpe Frucht, langweilig. Finger weg davon!

 

2011 Zinfandel Montelena Estate: in der Nase würzig, am Gaumen „süßliche“ Noten, dunkle Kirsche, geröstetes Brot, auch hier zu viel Holz. Preis 39 Dollar auch zu hoch (5,95 Euro, höchstens 7,95 Euro wert).

2006 Cabernet Sauvignon (14,1%Alk.); ein wenig Merlot und Cab. Franc; der Wein lag 15-16 Monate lang im Holzfass, aber nur 15% in der Eiche; zuerst wirkt er frisch, dann spürt man Alterungsnoten, aber sie stören nicht wirklich. Etwas Karamell, Nelke, Anis; in 2-3 Jahren auch gut zu trinken; auch hier der Preis von 65 Dollar zu hoch (hätte höchstens 19,95 Euro bezahlt).

2010 Cabernet Sauvignon (14,2%Alk.): 98% Cab. Sauv., 2% Cabernet Franc; 24 Monate in der französischen Eiche, davon 20% in einer neuen.

Chateau Montelena Cab. Sauv.

Würzig, dunkle Beeren, etwas zartbittere Schokolade, Kakao, ein Hauch von Anis, dezente Holznote, Vanille am Rande; im Hintergrund noch etwas kräftige Säure, aber sie steht dem Wein gut. Der Wein hat Potenzial und erst in 10-20 Jahren wird er gut zu trinken sein. Dieser Kraftprotz kostet 150 Dollar.

Die Rotweine haben mir besser gefallen und zurzeit sind sie die Stärke des Weinguts.

Stag`s Leap

Stag`s Leap Wine Cellar. Ich bin froh, die Weine dieses Weinguts kennengelernt zu haben und es ist schade, dass man sie in Deutschland nicht kaufen kann. Alle verkosteten Weine waren klasse, alle kommen zu 100% aus dem eigenen Anbau. Die Degustationsnotizen des Weinguts stimmen, daher verzichte ich auf die Beschreibungen.

2012 ACADIA Vineyard Chardonnay kommt aus den Lagen, die auf der Höhe von 600 Fuss über der Ortschaft liegen; 75% wird in gebrauchten französischen Eichenfässern ausgebaut; eher ein schlanker Stil.

2011 FAY Cabernet Sauvignon; der Weinberg heisst FAY und wurde 1961 angelegt; der Wein ist würzig, hat eine gute Frucht, etwas Vanille, …

2011 S.L.V. Cabernet Sauvignon; die Rebstöcke für diesen Wein wachsen auf dem Vulkanboden; filigran; für 125 Dollar zu erwerben.

Der mit Abstand Beste (auch auf der ganzen Reise):

Stag`s Leap meine Weinprobe

2010 CASK 23 Cabernet Sauvignon; der Wein ist ein Resultat einer Auslese von beiden Lagen: FLY und S.L.V.; jedes Fass wird getrennt verkostet; der Wein hat Kraft und ist filigran;

„Der Wein erinnert an Margaux“, so ein Herr, der uns bei diesem Vergnügen „betreut“ hat. Wenn es so ist, würde mir ein Margaux auch sehr gut gefallen. 2010 CASK 23 liegt bei 225 Dollar;

also beide Weine ein Schnäppchen im Vgl. zu Opus One.

Und dann durfte ich noch den 2005 S.L.V. probieren.., echt mit Bordeaux-Weinen zu verwechseln. Kein Wunder, dass 1976 bei der Pariser Blindverkostung der 1973 Cabernet Sauvignon S.L.V. allen französischen Weinen die Show gestohlen hat.

Old Creeck Ranch_ der Kellermeister

Zusammen gefasst: man hat den Eindruck, die meisten Weingüter bevorzugen beim Ausbau die französische Eiche (natürlich falls der Wein im Holz ausgebaut wird); aber immer wieder wird zu viel Holz eingesetzt;

viele Weingüter übertreiben bei der Weinpreisgestaltung;

die kalifornischen Weine, die man in den Supermärkten bekommt, sind bezahlbar und schmecken gut;

auf die Rieslinge kann man dort verzichten; einige Pinots können mit einigen Burgundern konkurrieren. Die Chardonnays – mit sehr wenigen Ausnahmen – sind eher Schmeichler, aber ok.

In Old Creek Ranch Winery kann man einen netten Sonntag (auch auf der Terasse) verbringen, die Weine sind gut gemacht und bezahlbar.

Sunstone ist auch besuchenswert; Foley Estate wegen Weinen ja, sonst nichts besonderes.

Hätten wir gewusst, dass bei Mondavi die Weine auch in einer Bar ausgeschenkt wurden, hätten wir keinen Termin ausgemacht. Allerdings unsere Führung – dank dem Önologen – hat uns gut gefallen.

Opus One übertreibt;

das Bistro im Anwesen von F.F. Copolla kann man besuchen, aber vermutlich je nachdem welchen Wein man bestellt, ist man (un-)zufrieden; manchmal siegt leider doch die Neugierde.

Kynsi Winery zeigt konstante Qualität, die Weine schmecken, die Preise (22-48 Dollar) zu vertreten.

Chateau Montelena lebt noch vom alten Ruhm.

Stag´s Leap Eine Cellar ist mein absoluter Favorit!

CellarTastingKeller

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Schaumweine

Egly-Ouriet Les Prémices Extra brut

Champagner · Massif de Saint-Thierry · Cuvée · Extra Brut

Egly-Ouriet Les Prémices Extra Brut ist die jüngste Cuvée der Domaine – das Ergebnis einer neuen Parzelle und einer neuen Generation. „Prémices", die ersten Früchte der Ernte, waren in der Antike den Göttern vorbehalten. Die Cuvée vereint zu je einem Drittel Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier und zeigt, wie hoch die Messlatte bei Egly-Ouriet schon am Einstieg liegt.


Trigny

Trigny liegt nordwestlich von Reims im Massif de Saint-Thierry – eine andere Welt als Ambonnay: sandige Böden über Kreideuntergrund statt reiner Kreide, anderes Mikroklima. Die rund 3,5 Hektar kamen 2016 über die mütterliche Linie von Clémence Egly in den Familienbesitz; Südostexposition, sieben historische Einzellagen, Reben im Schnitt 40 Jahre alt.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée ist gleichmäßig aufgeteilt: je ein Drittel Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier. Der Grundjahrgang wird durch Reserveweine aus zwei älteren Jahrgängen ergänzt. Vinifiziert wird ausschließlich im Edelstahltank – der einzige wesentliche Bruch mit der sonst auf Barrique setzenden Egly-Philosophie. Drei Jahre Hefelagerung, keine Filtration, kein Fining; Dosage 2 g/l.

Im Glas

In der Nase Orangenzeste, roter Apfel und Gewürze – direkt und ausdrucksstark, dazu Röstaromen und Brioche. Am Gaumen vollmundig, mit saftiger Säure und einem dichten Fruchtkern, der deutlich mehr Gewicht hat als ein klassischer Einstiegschampagner. Cremige Intensität und exotische Noten runden das Bild – Edelstahl statt Barrique und doch unverkennbar Egly-Ouriet. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Jetzt trinkreif; mit zwei bis vier Jahren weiterer Kellerreife gewinnt er an Tiefe und Integration. Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren.

Klassische Begleitung: Austern, Jakobsmuscheln, heller Fisch und Ziegenkäse. Ebenso als Apéritif.


Lage: Trigny, Massif de Saint-Thierry (Champagne); Sand über Kreide
Klassifikation: Champagne AOC – Extra Brut
Ausbau: Edelstahltank, 3 Jahre sur lattes, keine Filtration, 2 g/l Dosage

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Weine

Christian Ottenbreit Obernbreiter Chardonnay O wie schön ist Franken 2024

Weißwein · Franken · Winzerwein

100 % Chardonnay Qualitätswein Obernbreit · Franken trocken · 12,5 % vol. spontan vergoren Barrique

Der Obernbreiter Chardonnay „O wie schön ist Franken" ist der spontan vergorene Chardonnay von Christian Ottenbreit aus Obernbreit in Franken. Der Jahrgang 2024 wird selektiv gelesen und im kleinen Barriquefass ausgebaut. Stilistisch orientiert er sich am Burgund: kraftvoll und schmelzig, zugleich mineralisch und frisch. Trocken, mit nussigen Fasstönen und kreidig-salziger Mineralität.


Obernbreit – Maindreieck, Franken

Das Weingut Ottenbreit liegt in Obernbreit im fränkischen Maindreieck, auf Muschelkalk- und Keuperböden. Das „O" steht für Ottenbreit und Obernbreit. Christian Ottenbreit lernte bei fränkischen Winzern sowie den Südtiroler Kellereien Manincor und Muri Gries, studierte Weinbautechnik und vinifiziert seit 2017 unter eigenem Etikett. Der Wein ist als Deutscher Qualitätswein, trocken, eingestuft.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus selektiver Lese. Spontan vergoren und im kleinen Barriquefass ausgebaut, was dem Wein nussige und rauchige Fasstöne sowie eine schmelzige Textur gibt. 

Im Glas

In der Nase kühl und fein vegetabil, noch leicht hefig, mit Zitrus und Kernobst, dazu ein Hauch Pilze, gratinierte Auster und florale Spuren. Am Gaumen reife, geschliffene und saftige Frucht mit leichtem Schmelz, verhaltene nussige und rauchige Fasstöne, sehr feine Säure. Warme und kühle Elemente ohne Schwere, im Hintergrund kreidig-salzige Mineralität. Der Abgang ist lang und trägt einen klaren Zug.

Am Tisch

Klassische Begleitung: pochierter oder gebratener Fisch, Geflügel in heller Sauce, Kalbsbraten, Hummer und gereifter Hartkäse. Die Fasstöne tragen auch cremige Risotti und Pilzgerichte. Trinkreif ab sofort, mit Reifepotenzial bis etwa 2029. Ein kurzes Schwenken im Glas öffnet das Bouquet. Serviertemperatur rund 11–12 °C.


Lage Obernbreit, Franken (Maindreieck)
Klassifikation Deutscher Qualitätswein
Ausbau Spontangärung, kleines Barriquefass

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Rebsorten

Farnese Ortonese Sangiovese Merlot Daunia IGT

Rotwein · Cuvée · Daunia · Italien

Farnese Ortonese Sangiovese Merlot ist eine süffige Rotwein-Cuvée der Fantini Group aus Apulien. Die Komposition aus Sangiovese und Merlot (Daunia IGT) zeigt blitzsaubere, reife Kirschfrucht – weich und rund am Gaumen, getragen von frischer Primäraromatik.


Daunia

Die Trauben stammen aus der Daunia im Norden Apuliens (Daunia IGT). Hinter dem Wein steht Fantini by Farnese, einer der bekanntesten Erzeuger Süditaliens; das warme, mediterrane Klima bringt reife, fruchtbetonte Weine hervor.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Sangiovese und Merlot. Der Sangiovese bringt Frucht und Saftigkeit, der Merlot Weichheit und Fülle. Der fruchtbetonte Ausbau im Stahltank bewahrt die klare Primäraromatik – ein unkomplizierter, süffiger Rotwein.

Im Glas

Rubinrot. In der Nase blitzsaubere, reife Kirschfrucht. Am Gaumen weich und rund, saftig und süffig, von frischer Primäraromatik getragen, mit unkompliziertem Trinkfluss.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein unkomplizierter, fruchtbetonter Begleiter für viele Gelegenheiten.

Klassische Begleitung: Pizza, Pasta, Antipasti und Gegrilltes.


Lage: Daunia, Apulien (Italien)
Klassifikation: Daunia IGT – Rotwein-Cuvée (trocken)
Ausbau: fruchtbetont, im Stahltank

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Spanien

Vega Sicilia Unico Reserva Especial Edition 2022

Rotwein · Ribera del Duero · Reserva Especial · Multi-Vintage

95% Tinto Fino · 5% Cabernet Sauvignon Ribera del Duero Cuvée 2008 · 2010 · 2011 jahrgangslos Reserva Especial

Der Vega Sicilia Único Reserva Especial (Edition 2022) ist ein jahrgangsloser Wein und eine Hommage an den Stil des Guts. Er vereint drei Único-Jahrgänge – 2008, 2010 und 2011 – zu einer Cuvée aus 95% Tinto Fino (Tempranillo) und 5% Cabernet Sauvignon. Für die Reserva Especial werden ausschließlich die besten Único-Jahrgänge verschnitten.


Finca Vega Sicilia – Ribera del Duero

Das Gut Vega Sicilia erstreckt sich über fast 1.000 Hektar, von denen 210 Hektar dem Weinbau gewidmet sind. Die Reben stehen auf 700 bis 900 Metern Höhe, in einem Mosaik aus 19 Bodenarten und 64 kleinteiligen Parzellen, geformt vom Fluss Duero. Das Durchschnittsalter der Reben liegt bei rund 36 Jahren, bei einer Pflanzdichte von 2.222 Stöcken pro Hektar.

Die Parzellenvielfalt erlaubt es, über mehrere Jahrgänge hinweg genau die Lagen auszuwählen, die für den Único Kraft und zugleich Finesse liefern – die Grundlage für den verschnittenen Stil der Reserva Especial.

Die Jahrgänge 2008, 2010 und 2011

Die Reserva Especial ist bewusst kein Jahrgangswein, sondern ein Verschnitt aus drei gereiften Único-Jahrgängen, der den Hausstil über die Schwankungen einzelner Erntejahre stellt. Diese Edition baut auf 2008, 2010 und 2011 auf.

2008 gilt in der Ribera del Duero als kühlerer, klassisch gezeichneter Jahrgang mit Frische, 2010 als einer der strukturiertesten und langlebigsten der jüngeren Geschichte, 2011 als warmes, reifes Jahr mit Kraft. Im Verschnitt ergänzen sich Frische, Struktur und Fülle dieser drei Jahre.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 95% Tinto Fino und 5% Cabernet Sauvignon, mit 14,5 % vol.

Die Reserva Especial entsteht aus bereits nach dem Vega-Sicilia-Prinzip langgereiften Único-Jahrgängen – mehrjähriger Ausbau in Holz (Barrique und große Holztanks) und ausgedehnte Flaschenreife – die anschließend verschnitten werden. Das Ergebnis ist ein Wein, der die Tiefe mehrerer Erntejahre in sich trägt.

Im Glas

Tiefes, gereiftes Rot. Komplex und vielschichtig, mit reifer dunkler Frucht, Leder, Tabak, Edelholz und feiner Würze. Am Gaumen seidig und tief, mit feinem Tannin und langem Abgang – die Reife der Einzeljahrgänge zeigt sich in der Geschlossenheit des Verschnitts.

Kein Jahrgangswein, sondern ein Verschnitt der Zeit: drei gereifte Único-Jahrgänge, vereint zum Hausstil von Vega Sicilia.

Schon jetzt zugänglich, bei optimaler Lagerung aber über viele Jahre haltbar. Vor dem Servieren großzügig dekantieren; bei rund 18 °C ausschenken.

Am Tisch

Lamm, Rind und Wild, Schmorgerichte und Edelstücke vom Grill, dazu gereifter Hartkäse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Finca Vega Sicilia, Ribera del Duero (Spanien); 700–900 m, 19 Bodenarten / 64 Parzellen
Klassifikation: Ribera del Duero DO
Ausbau: 95% Tinto Fino, 5% Cabernet Sauvignon; Verschnitt der Jahrgänge 2008, 2010, 2011; mehrjähriger Holz- und Flaschenausbau

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Schaumweine

Gvantsa´s Wine Tsitska Pet-Nat 2023

Schaumwein · Naturwein · Georgien

Der Gvantsa's Wine Tsitska Pet-Nat ist ein naturtrüber Schaumwein aus der georgischen Region Imereti, erzeugt von den Schwestern Baia und Gvantsa Abuladze im Dorf Obcha. Tsitska ist eine autochthone Weißweinrebe Imeretis. Der Wein entsteht nach der Méthode ancestrale: spontan vergoren, noch während der Gärung in die Flasche gefüllt und dort fertig vergoren, ungefiltert und ohne Degorgieren. Im Glas naturtrüb mit feiner Perlage und Aromen von reifer Birne, grünem Apfel und einem zarten Nussanklang.


Obcha – Imereti, Georgien

Die Familie Abuladze bewirtschaftet ihr Weingut in vierter Generation im Dorf Obcha im Bezirk Bagdati, im Westen Georgiens. Die Region Imereti steht für eine über Jahrtausende gewachsene Weinkultur und für autochthone Rebsorten wie Tsitska, Tsolikouri und Krakhuna. Gearbeitet wird nach den Prinzipien des Naturweins: spontane Gärung mit weinbergseigenen Hefen, ohne Zusätze und mit minimalem Eingriff im Keller. Baia und Gvantsa zählen zu den prägenden Stimmen einer jungen georgischen Winzerinnengeneration.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Tsitska, ausgebaut als Pet-Nat (Pétillant Naturel). Die Trauben vergären spontan; noch während der Gärung wird der Wein in die Flasche gefüllt, wo die Kohlensäure auf natürlichem Weg entsteht. Der Pet-Nat bleibt ungefiltert und wird weder degorgiert noch dosiert. Enthält Sulfite.

Im Glas

Im Glas naturtrüb und ungestüm, mit feiner Perlage. In der Nase reife Birne, knackiger grüner Apfel und ein zarter Nusston. Am Gaumen frisch, saftig und zupackend, getragen von markanter Säure, salziger Mineralität und einem feinen Gerbstoffgriff, der für Länge und Charakter sorgt.

Am Tisch

Klassische Begleitung: leichte Vorspeisen, Meeresfrüchte und frische Salate. Gut auch als Aperitif oder pur, um die georgische Naturweinkultur unverfälscht zu erleben. Gut gekühlt servieren.


Lage Obcha, Bagdati, Imereti (Westgeorgien)
Klassifikation Naturwein (Pet-Nat), Region Imereti
Ausbau Reinsortiger Tsitska, Spontangärung, Flaschengärung (Méthode ancestrale), ungefiltert

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Länder/Regionen

Fratelli Revello Barolo Conca 2020 DOCG

Rotwein · Barolo DOCG · Nebbiolo

Nebbiolo Barolo DOCG Cru Conca (La Morra) Revello Fratelli kalk-toniger Boden Reben aus 1954 24 Monate franz. Barrique 2020

Der Revello Fratelli Barolo Conca 2020 DOCG stammt aus einer der kleinsten Lagen der gesamten Barolo-Appellation – einer geschützten, kesselförmigen Mulde mit Nebbiolo-Reben aus dem Jahr 1954. Ein dichter, kraftvoller Barolo voller Tiefe und Substanz.


Cru Conca – kraftvoller Barolo aus geschützter Mulde

Die Lage Conca zählt mit weniger als zweieinhalb Hektar zu den kleinsten der gesamten Barolo-Appellation und liegt unterhalb der Annunziata in einer geschützten, kesselförmigen Mulde. Diese natürliche Lageform sorgt für ein besonders begünstigtes Mikroklima mit optimaler Sonnenexposition.

Bewirtschaftet wird hier von Revello eine rund 0,7 Hektar große, nach Süden ausgerichtete Parzelle auf etwa 250 Metern Höhe. Die Nebbiolo-Reben stammen aus dem Jahr 1954 und wurzeln in kalk- und tonhaltigen Böden, die dem Wein Kraft, Tiefe und Struktur verleihen und seit jeher für substanzreiche Baroli aus dieser Lage sorgen.

Jahrgang 2020 – Barolo

2020 brachte im Barolo einen ausgewogenen, eher zugänglichen Jahrgang mit reifer Frucht, feiner Tanninstruktur und guter Balance. In einer geschützten, alten Reben-Lage wie Conca ergibt das einen besonders dichten, konzentrierten Nebbiolo mit Tiefe und Substanz, der schon Charme zeigt und zugleich über viele Jahre reift.

Vinifizierung und Ausbau

Reinsortiger Nebbiolo aus dem Jahrgang 2020, Barolo DOCG, trocken.

Der Ausbau beginnt mit einer Maischegärung von sechs bis acht Tagen in horizontalen Rotomazeratoren. Die alkoholische Gärung wird anschließend in Edelstahltanks über einen Zeitraum von rund zehn bis fünfzehn Tagen abgeschlossen, bevor der biologische Säureabbau in Barriques erfolgt. Es folgt eine 24-monatige Reife in französischen Barriques, davon etwa 40 Prozent neu und 60 Prozent gebraucht. Nach der Abfüllung im Juli reift der Wein weiter in der Flasche und gelangt im März des vierten Jahres nach der Lese in den Verkauf.

Im Glas

Im Glas zeigt sich der Barolo Conca mit reifen Fruchtaromen und einer klaren, kraftvollen Struktur. Am Gaumen wirkt er dicht und konzentriert, getragen von einem präsenten, lang anhaltenden Tannin. Die geschützte Lage und die mineralisch geprägten Böden verleihen dem Wein Tiefe, Substanz und einen nachhaltigen, charaktervollen Abgang.

Reife Frucht und kraftvolle Struktur – dicht und konzentriert, mit präsentem, lang anhaltendem Tannin und charaktervollem Abgang.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 17–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu geschmortem Rind (Brasato al Barolo), zu Wild und Wildgeflügel, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Cru Conca, unterhalb der Annunziata, La Morra (Piemont, Italien); ca. 0,7 ha, südliche Ausrichtung auf ~250 m, geschützte kesselförmige Mulde; kalk-toniger Boden; Reben aus 1954
Klassifikation: Barolo DOCG, Nebbiolo (trocken)
Ausbau: Maischegärung 6–8 Tage in Rotomazeratoren, Gärung in Edelstahl (10–15 Tage), Malo in Barrique; 24 Monate französische Barriques (40 % neu, 60 % gebraucht)

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Spanien

A Torna dos Pasas Escolma

Den A Torna dos Pasás Escolma gibt es nur in ausgezeichneten Jahren, die Jahrgänge zwanzig dreizehn und zwanzig vierzehn entfielen komplett. Brancellao ist sowohl für Frucht als auch für Eleganz zuständig; Ferról bringt Säure, Caiño erneut eher Frucht, insbesondere Blaubeeren. Auch hier werden alle Trauben gemeinsam gelesen, Brancellao bestimmt den Erntezeitpunkt.


Der Ausbau dieses Weines hat sich im Laufe der Jahre ebenfalls verändert. Anfangs reifte der Wein nur in kleinen Barricas, doch da geriet das Holzaroma zu intensiv. Größere Barricas waren unpraktisch, sie passten nicht ins Lager. Daher kaufte Luis Ánxo einen dreitausend Liter fassenden Holztank, in dem der Wein seit dem Jahrgang zwanzig siebzehn ausgebaut wird. So es denn genug Trauben für diesen Wein gibt, das Tankvolumen ist schon etwas großzügig kalkuliert. Im Jahr zwanzig achtzehn war die Ernte zu knapp, die alten Barricas kamen wieder zum Einsatz. Die Fassreifedauer war früher auf ein Jahr begrenzt, inzwischen ist diese Ziffer variabel, sie hängt vor allem von dem Ernteverlauf des Folgejahres ab: so die Menge zu gering ausfällt, bleibt der Vorgänger etwas länger im Holztank, um diesen nicht zu lange leerstehen zu lassen. Auf die Gesamtreifezeit wirkt sich dies nicht aus, da der rote Escolma auch erst vier Jahre nach der Lese auf den Markt kommt. Auch dieser Wein braucht Zeit zum Reifen. Text: El oso aleman

 

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Länder/Regionen

Cave d l´Abbé Banyuls 3 ans

Süßwein · Banyuls · Vin Doux Naturel · Roussillon

Cave de l'Abbé Banyuls 3 ans ist ein roter Vin Doux Naturel – ein Likörwein – aus dem Roussillon im Süden Frankreichs. Er wächst an den steilen Schieferhängen rund um Banyuls-sur-Mer, überwiegend aus Grenache. Durch Zugabe von Alkohol während der Gärung bleiben natürlicher Zucker und Traubenaroma erhalten. Anschließend reift er drei Jahre im Eichenfass.


Banyuls

Banyuls liegt an der Mittelmeerküste des Roussillon, an steilen Terrassen rund um Banyuls-sur-Mer nahe der spanischen Grenze. Auf den kargen, trockenen Schieferböden wächst vor allem Grenache mit extrem geringen Erträgen. Sonne, Wind und Meeresnähe prägen den konzentrierten Stil.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein basiert überwiegend auf Grenache. Die fast rosinierten Trauben werden vergoren, dann wird die Gärung durch Zugabe von Alkohol gestoppt (Mutage) – so bleiben der natürliche Zucker und das Traubenaroma erhalten. Es folgt eine dreijährige Reifung im Eichenfass.

Im Glas

Tiefes, granatrotes Bild. In der Nase reife dunkle Frucht, Dörrpflaume und Rosine, dazu Kakao und feine Holzwürze aus der Fassreife. Am Gaumen süß, vollmundig und konzentriert, mit weicher Struktur. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Leicht gekühlt bei 14–16 °C servieren, als Dessertwein oder Digestif. Durch den hohen Zucker bleibt er auch nach dem Öffnen länger haltbar.

Klassische Begleitung: Schokoladendesserts, Blauschimmelkäse und Trockenfrüchte.


Lage: Banyuls-sur-Mer, Roussillon; Schieferterrassen
Klassifikation: Banyuls AOC – Vin Doux Naturel
Ausbau: Mutage mit Alkohol, 3 Jahre Eichenfass

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