Château Montrose 1996 – St. Estephe – Bordeaux – Frankreich
Dieser kürzlich genossene 1996er Château Montrose kann mit Fug und Recht als kleine Offenbarung bezeichnet werden. Ein vorab getrunkener und gar nicht einmal so schlechter „Tinto Pesquera Janus Reserva“ aus dem Jahre 1994 konnte da nur vor Neid erblassen und zeigte einmal wieder die Qualitätsgrenze der Weine von der iberischen Halbinsel zwischen ihren französischen Nachbarn auf.
Auch wenn vieles aus Frankreich, insbesondere aus der Bordelais Region, zu kostspielig ist und oftmals auch nicht das hält, was vorne prunkvoll auf den Etiketten steht, gibt es diese Weine, welche es wahrlich in sich haben. Und genau so ein Prototyp ist dieser Château Montrose aus dem sehr guten Jahrgang 1996.
Schon die Farbe begeistert durch ihre immer noch fast undurchdringliche Dichte, mit kirschrotem Farbspiel und jeder Menge Glyzerin, welches langsam die Glaswand hinunter läuft.
Duft nach Bleistiftmine, Teer, schwarze Johannisbeeren, gegrillte Paprika, Weichsel und frisch gegerbtem Leder.
Geschmacklich protzt dieser Wein nicht mit einer opulenten und vordergründig verführerischen Fruchtigkeit, sondern begeistert mit kompakten Gerbstoffen, die die Frucht genial im Zaum halten. Auch die Säurestruktur ist frisch, klar und unterstützt das Geschmackspaket. Geschmacklich ist besonders die leicht sauer wirkende schwarze Johannisbeere zu erwähnen, die perfekt mundet. Unterstützt von Aromen nach Mokka und starken Graphittönen mündet das ganze in einem unendlichen, leckeren Abgang, der den Körper positiv beglückt. Ein starkes Stück, ein noch stärkerer Wein. So macht Bordeaux Spaß!
