Das Weinbaugebiet Champagne

Über die wohl berühmtesten Perlen der Welt

Es war im Jahr 1889, da trauten die Bauern und Bürger an der 150 Kilometer langen Strecke zwischen der Champagne und Paris ihren Augen nicht: zwei Dutzend schneeweiße Ochsen zogen ein riesengroßes Fass über die Landstraßen. Wo es nicht durch enge Ortskerne passte, ließ man schlicht die im Wege stehenden Häuser kaufen und abreißen. Dem jungen Organisator Eugéne Mercier war jedes Mittel recht, seine Fracht zur Weltausstellung in die Hauptstadt zu befördern: 200 000 Flaschen Champagner samt ihrer gigantischen „Verpackung“, an der fast zwei Jahrzehnte gezimmert worden war. Alles nur Show also? Mitnichten. Der große, mitunter übertriebene Auftritt, die rücksichtslose Selbstinszenierung gehört schlicht dazu. Man übertreibt denn wohl auch nicht, wenn man behauptet, dass kaum ein anderes Getränk in der jüngeren Weltgeschichte eine derart herausragende Rolle gespielt hat wie der Champagner. Immer, wenn es etwas zu feiern gab – einen Vertragsabschluss, Geburtstag oder einfach das Leben – durfte Champagner nicht fehlen. Es ist der ganze Stolz Frankreichs und aus dem kulinarischen Repertoire des Landes ebenso wenig wegzudenken wie Camembert, Baguette und Foie gras. Nicht umsonst hat die UNESCO die Champagne mit dem Welterbestatus ausgezeichnet.

Dabei waren die Winzer mit dem Namen ihres Weinbaugebietes zuerst eigentlich gar nicht so glücklich. Er leitet sich vom lateinischen campania her, was so viel wie offenes Feld bedeutet – und damals eine Fläche bezeichnete, die so unfruchtbar war, dass sie lediglich als Viehweide genutzt werden konnte. Mehr oder weniger zufällig wurde der zu dieser Zeit noch stille Wein Speisebegleiter der Mächtigen: um das Jahr 500 herum ließ sich Chlodwig, der Begründer des Frankenreiches, in Reims taufen. Aus diesem Ereignis leiteten die Bischöfe das Recht ab, die französischen Könige in der dortigen Kathedrale zu krönen, was vom Hochmittelalter bis zur Revolution auch die Regel war. Im Anschluss an die Krönungsmesse fanden stets ausgiebige Bankette statt, zu denen regionale Weine gereicht wurden. Das trug ihnen den prestigeträchtigen Beinamen „Wein der Könige“ ein. Doch von dort bis zum „Wein des Teufels“ war es nicht weit. Kellermeister und ihre Helfer näherten sich dem Champagner während der Gärung damals nämlich nur mit – scheinbar ziemlich furchterregenden – Eisenmasken: diese schützten ihre Gesichter vor umherfliegenden Pfropfen oder Glassplittern, wenn es durch Überdruck zur Explosion der Flaschen kam. Das geschah häufig und löste meist Kettenreaktionen aus, sodass nur ein geringer Teil der abgefüllten Champagner auch tatsächlich bis zur „Marktreife“ gelangte. Der Perleffekt war lange Zeit nur eine unbeabsichtigte Nebenerscheinung, was daher rührte, dass man den Wein schon im Anbaugebiet in Flaschen abfüllte. Man wollte damit seinen jugendlichen Charakter erhalten, denn der ansonsten übliche Transport in Holzfässern wirkte sich nachteilig auf den Geschmack aus. Allerdings gor er auf diese Weise in den Flaschen weiter – was man damals noch nicht wissenschaftlich erklären konnte, denn die Hefepilze, die Zucker in Alkohol und Kohlendioxid umwandeln, wurden erst 1860 beschrieben. Zwar hatten Wissenschaftler bereits Friedrich dem Großen angeboten, der Sache auf den Grund zu gehen, dieser hatte sich jedoch strikt geweigert, eigene Flaschen des heiß geliebten Champagners für Forschungszwecke zu opfern. Die Freude am Genuss siegt über den Drang nach Wissen? Nicht immer – die folgenden Jahrhunderte zeigen, dass die besten Erkenntnisse derjenige erlangt, der beides zu verbinden weiß.

Einer der ersten, die den „vin fou“, den verrückten Wein, wie man ihn seiner Unberechenbarkeit wegen nannte, zu zähmen vermochte, war der Benediktinermönch Dom Pérignon. Viele halten die konische Vertiefung im Flaschenboden für eine Hilfestellung, das Getränk besonders stilvoll einschenken zu können, indem man es dort mit dem Daumen stabilisiert, und tatsächlich funktioniert das ja auch gut. Der wahre Hintergrund liegt allerdings in der höheren Stabilität, die eine solche Flasche im Vergleich mit einer mit flachem Boden aufweist. Diese Entdeckung geht ebenso auf sein Konto wie die Erfindung der ersten Agraffe: die Fixierung eines Korkens am Flaschenhals mithilfe eines Drahtgeflechts. Auch der Korken selbst setzte sich auf seinen Einsatz hin durch, da er die Vorteile von dessen Elastizität gegenüber den bisher üblichen, starren Holzstopfen erkannte. Ganz nebenbei geht die heute am weitesten verbreitete Flaschengröße von 0,75 Litern auf ihn zurück, was er als die übliche Menge Wein identifiziert hatte, die ein Mann während des Abendessens zu sich nahm. Dass von ihm überliefert ist, er sei häufig betrunken gewesen, nimmt sich also nicht sonderlich originell aus.

Wie die gesamte damalige Haute Cuisine litt auch der Champagner massiv unter den Auswirkungen der Französischen Revolution: der Adel, bisher einer der großen Abnehmer, verlor sein Leben oder zumindest seine finanziellen Mittel. Einige Jahre war es fraglich, ob der Schaumwein im Land von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit überhaupt eine Zukunft haben würde – dann betrat Napoleon die Bühne. Und der war – zumal selbst aus einer Winzerfamilie stammend – glücklicherweise ein ausgemachter Genussmensch. Als solcher lag ihm der Erhalt der Reben besonders am Herzen. Glücklicherweise hatte er mit seinem Innenminister Jean Antoine Chaptal einen Chemiker an der Hand, der direkt mit einigen Verbesserungsvorschlägen aufwartete. Zunächst erkannte er das Problem der geografischen Lage der Champagne: als nördlichstes Weinbaugebiet Frankreichs zwischen Breitengrad 48 und 49,5 – ziemlich genau auf einer Höhe mit einer Stadt wie Saarbrücken – gab es hier in manchen Jahren zu wenig Wärme, um die Trauben komplett ausreifen zu lassen. Sie bildeten zu wenig Zucker, was wiederum einen niedrigen Alkoholgehalt und einen unrunden Geschmack im Endprodukt bedeutete. Also wollte Chaptal einfach Zucker zusetzen. Das war allerdings schwierig, denn Rohrzucker aus den Kolonien in Übersee war sehr teuer. Glücklicherweise erkannte man, dass die heimische Zuckerrübe ein adäquater Ersatz sein konnte – die Methode des Chaptalisierens brachte so nebenbei die Zuckerproduktion im Inland ins Rollen.

Nun geriert der Champagner dadurch aber natürlich süß. Die Franzosen mochten das ganz gern, die Engländer, damals wichtigste ausländische Abnehmer, waren allerdings überzeugte Trocken-Trinker. Also machte sich eine gewisse Louise Pommery ans Werk – und stellte schnell fest, dass es keineswegs ausreichte, wie früher den Zucker einfach nur wegzulassen. Zunächst bedurfte es perfekten Lesegutes, da Qualitätsmängel nicht mehr einfach unter Süße versteckt werden konnten. Und dann natürlich sehr viel mehr Zeit bei der Gärung. Das Ergebnis war der erste Ultra Brut oder Brut Nature der Welt mit unter drei Gramm Restzucker. Dieses Extremum hat sich zwar nicht flächendeckend durchgesetzt, eher trocken mögen die meisten Verbraucher ihren Champagner aber doch: drei Viertel aller Champagner heutzutage werden als Brut verkauft – also mit höchstens 12 Gramm Zucker.

Ein Champagner besteht aus dem Wein dreier Rebsorten: dem weißen Chardonnay und den roten Pinot Noir und Pinot Meunier – meist jedenfalls, denn es gibt auch Blanc de blancs nur aus weißen und Blanc de noirs ausschließlich aus roten Trauben, die aber stets wie weiße gekeltert werden. Jede von ihnen hat andere Ansprüche und trägt ihren ganz eigenen Teil dazu bei, den Schaumwein zur Vollendung zu bringen: der Chardonnay liebt die Kreideböden um Epernay mit ihrer hervorragenden Wasserregulierung und steuert die Finesse bei, der Pinot Noir schätzt eher einen hohen Kalkanteil wie an der Côte des Bar, mit dessen Hilfe er dem Champagner Körperreichtum verleiht und der Pinot Meunier bringt fruchtige Akzente mit, die er dem Mergel an den Ufern der Marne abtrotzt. Reinsortige Champagner sind aufgrund der Nährstoffarmut der kargen Böden nicht selten recht eindimensional. Abhilfe schafft die Kunst der sogenannten Assemblage – die ist schon alt und geht maßgeblich auf den bereits erwähnten Dom Pérignon zurück, der festgestellt hatte, dass der Pinot noir deutlich weniger zur zweiten Gärung neigte als der Chardonnay.

Zweite Gärung? Schauen wir uns einmal im Detail an, wie Champagner produziert wird. Zunächst durchlauft der Grundwein nach der Pressung eine Gärung wie andere Weine auch. Dann findet die Assemblage statt, bei der nicht nur verschiedene Rebsorten miteinander verschnitten werden, sondern auch der aktuelle Wein mit älteren Jahrgängen – etwa im Verhältnis 70 zu 30 -, was ein über die Jahre konstantes Qualitätsniveau gewährleistet. Nun wird der Wein in Flaschen abgefüllt, zusätzlich Zucker und Hefe hinzugegeben – die zweite Gärung beginnt, in deren Verlauf die Haltbarkeitsdauer sich verlängert, der Geschmack prägnanter und komplexer wird, die Kohlensäure sich bildet und der Alkoholgehalt ansteigt. 15 Wochen liegt der Wein auf der Hefe, Jahrgangschampagner sogar drei Jahre lang. Dann aber müssen die hilfreichen Pilze, die sich als hellbrauner Schlamm am Boden absetzen, wieder entfernt werden. Dieser Meinung war zumindest die Witwe Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin, die, entnervt davon, ständig Hefe in den Mund gespült zu bekommen, Löcher in ihren Esstisch sägen ließ, in die sich die Flaschen mit der Öffnung nach unten hineinstellen ließen. Die sich unter dem Korken sammelnde Hefe wurde dann beim Öffnen durch den Druck der Kohlensäure hinauskatapultiert. Im großen Maßstab sind es sogenannte Rüttelplatten, in welche die Flaschen gesteckt, dann täglich um ein Zehntel gedreht und gegen Ende der drei Wochen dauernden Angelegenheit auch immer steiler gestellt werden. Früher gab es dafür eigens hochspezialisierte Rüttler, die mehrere Zehntausend Flaschen betreuten, heute geschieht das meist maschinell – und „handgerüttelt“ ist ein seltenes und teures Prädikat. Auch die Entfernung des Hefesatzes, das Degorgieren, hat sich weiterentwickelt – mittlerweile taucht man den Flaschenhals in ein Kältebad, wodurch der Hefeklumpen zu einem Block gefriert. Auf diese Weise ist der Flüssigkeitsverlust bei dessen Entnahme kleiner. Aber er ist dennoch da und muss ausgeglichen werden. Der letzte Schritt ist folglich die sogenannte Dosage, bei der meist kein anderer Champagner hinzugefügt wird, sondern bei süßeren Qualitäten eine Zuckerlösung in Kombination mit Süßweinen und Hochprozentigem, bei Brut-Varianten eher neutrale Mischung oder trockene Reserve-Weine. Mit der Dosage erreicht man also nicht bloß wieder die reguläre Füllhöhe, sondern kann auch Restzucker, Alkoholgehalt und das schlussendliche Geschmacksbild erheblich beeinflussen – die genaue Zusammensetzung der Dosage wird daher von jedem Hersteller streng gehütet.

Das gesamte Anbaugebiet ist mit etwa 34 000 Hektar recht flachen Hügellandes mit im Schnitt nicht mehr als 12 Prozent Hangneigung zwar nicht gerade klein, andererseits auch nicht sonderlich groß, wenn man die riesengroße weltweite Nachfrage bedenkt. Wichtigste Abnehmerländer sind Großbritannien und die USA, Deutschland belegt den vierten Platz. Die Pflanzdichte ist mit bis zu 8000 Rebstöcken pro Hektar schon außerordentlich hoch, und man konnte sich vor Kurzem endlich dazu durchringen, neue Rebflächen auszuweisen – auch wenn die über 60 000 Hektar, über die die Champagne vor Reblausplage und Erstem Weltkrieg verfügte, kaum wieder erreicht werden dürften, denn exklusiv zu bleiben gehört schließlich zum Geschäft. Über den Ladentisch gehen aktuell etwa 325 Millionen Flaschen pro Jahr, mehr als die Hälfte davon nach wie vor in Frankreich selbst. Die Herkunftsbezeichnung ist streng geschützt und lässt es nicht zu, dass Trauben von außerhalb verarbeitet werden. Auch die weiteren Regeln sind sehr strikt: zwingend vorgeschrieben sind etwa Handlese, Flaschengärung und ein Höchstertrag von 15,5 Tonnen je Hektar. Die hohen Preise, die für den Schaumwein aufgerufen werden, sind also nicht allein auf die hohe Nachfrage bei begrenztem Angebot zurückzuführen, sondern mindestens genauso auf den sehr hohen Aufwand, den Champagner-Produzenten im Vergleich zu anderen Winzern betreiben müssen.

Tip 1 also: scheuen Sie nicht vor vermeintlich hohen Preisen zurück. Diese sind oft – wenn auch nicht immer – durch langjährige Expertise, kompromisslose Qualitätsansprüche und penibles Handwerk gerechtfertigt. Eine gute Flasche Champagner ist allemal besser als drei oder vier andere, nur mittelmäßige Weine.

Es ist eher unüblich, dass die fast 15 000 Winzer ihre Trauben selbst verarbeiten. Stattdessen beliefern sie die großen Champagnerhäuser, die alle weiteren Arbeitsschritte übernehmen – mit dieser Strategie vereinigen sie zwei Drittel der gesamten Produktion auf sich, obwohl ihnen selbst kaum Rebfläche gehört. Ansässig sind sie in einer der Champagnermetropolen Reims und Epernay, wo sie meist in repräsentativen Palais und Villen residieren. Ihre ikonischen Flaschenetiketten, die oft seit 200 Jahren keiner großartigen Veränderung unterlagen, trugen in einer noch nicht den Massenmedien verfallenen Epoche massiv zum Ruhm der Marken bei. Die meisten bekannten Häuser gehören allerdings längst nicht mehr den namensgebenden Familien, sondern sind im Besitz von Großkonzernen. Allein dem Global Player LVMH gehören etwa Moët & Chandon, Ruinart, Mercier, Dom Pérignon, Veuve Clicquot und Krug. Den Reiz früherer Zeiten kann man aber dennoch erleben, wenn man sich die in den Kalkfelsen gegrabenen, manchmal etliche Kilometer langen Stollen ansieht, in denen die Flaschen aufbewahrt wurden und werden – weit über eine Milliarde sind dort deponiert. Der Reiz liegt aber auch in den Produkten jeder Winzer, die nur über kleine Flächen verfügen und deswegen keine großartige Assemblage vornehmen – überzeugte Puristen werden die sensorische Erfahrung der einzelnen Parzellen stets einem Cuvee von mehreren Dutzend Grundweinen vorziehen.

Tip 2 soll daher lauten: statt auf die durch Werbung in Hochglanzmagazinen oder diversen James-Bond-Filmen vertrauten Marken zu setzen, lohnt es sich durchaus, kleinen und wenig bekannten Häusern eine Chance zu geben, die nicht den Massengeschmack bedienen, sondern die Eigenheiten von Terroir und Jahrgang geschmacklich erleben machen.

Auch die Darreichungsform war im Laufe der Zeit einem Wandel unterworfen: im 18. Jahrhundert galt es als modisch, aus Champagnerschalen, im Französischen Coupes genannt, zu trinken, die man heute eher aus Filmen wie „Der große Gatsby“ kennt, auch wenn sie in den 1920er Jahren bereits einen Anachronismus darstellten. Zwar lassen sich damit hervorragend Pyramiden errichten, einer der am häufigsten vorgetragenen Wünsche von Brautpaaren zu ihrer Hochzeit, der aber fast ebenso häufig aus Kostengründen und hoher Unfallgefahr wieder verworfen wird. Aber ehrlich gesagt ist die Schalenform das mit Abstand schlechteste Format, in dem man einen Schaumwein servieren könnte. Zum einen lässt sich mit ihnen schlecht anstoßen, da der Inhalt bei raschen Bewegungen überzuschwappen droht, zum anderen erwärmt er sich sehr schnell, da man meist gezwungen ist, das Glas am Kelch und nicht am Stiel zu halten. Am allerschlimmsten aber: die aufsteigenden Bläschen werden nicht mittig gebündelt sind durch die große Oberfläche bereits nach kurzer Zeit verschwunden. Eingedenk dieser Probleme ersann man im 19. Jahrhundert ein völlig neues Gefäß: die Champagnerflöte. Ihre schlanke, hohe Form setzt die Perlage deutlich besser in Szene und sammelte die Hefeteilchen, die vor dem Einfallsreichtum der Veuve Cliquot nicht entfernt wurden, ganz unten, sodass sie nicht in den Mund gelangten. Allerdings ist auch bei ihr der Bereich des Randes der breiteste, wodurch der Geruch in alle Richtungen entweichen kann. Erst vor vergleichsweise kurzer Zeit begann der Siegeszug der Champagnertulpe, die sich nach oben hin wieder verjüngt und damit die Aromen konzentriert.

Diese Unart, stilistische Nebensächlichkeiten aus Eitelkeit über den eigentlichen Genuss zu stellen, hielt sich auch in anderen Bereichen hartnäckig. Viel zu lange wurde Champagner lediglich als Aperitif oder zum Dessert gereicht. Oder klischeehaft mit Austern und Kaviar kombiniert. Aber ihn darauf zu reduzieren, wäre ein ziemlicher Verlust, zumal er mit Süßspeisen eigentlich eh nicht besonders harmoniert. Dafür aber umso mehr mit Hauptgerichten, deren Aromen sich auf seiner hefig-erdigen Basis so richtig gut entfalten können. Fischgerichte sind prädestiniert, aber auch Poulet, also Hühnchen, dann natürlich Pasta und Risotto. Die asiatische Küche mit ihren Currys und Chilis drängt sich geradezu auf. Auch deftige Kombinationen etwa mit Bratkartoffeln oder vermeintliche No-Gos – klassische Fastfood-Gerichte wie Hot Dogs oder Burger – sind einen Versuch wert.

Tipp 3: lassen Sie sich nicht von überholten Konventionen oder der Popkultur vorschreiben, wie Sie Ihren Champagner zu genießen haben. Erlaubt ist, was gefällt und der freudige Überraschungseffekt, wenn sie ein neues Food Pairing entdeckt haben, ist unbezahlbar.

Denn Champagner hat schon Wilderes erlebt, als zusammen mit einer Currywurst genossen zu werden – er liefert den Stoff für die abenteuerlichsten Geschichten. Tolldreiste wie die von Charles Heidsieck, der es sich während Napoleons Russlandfeldzug in den Kopf gesetzt hatte, noch vor der Grande Armee in Moskau zu sein, um mit dem Feldherrn auf dem Roten Platz anstoßen zu können – eine der genialsten Werbeaktionen aller Zeiten. Napoleon setzte jedoch noch einen drauf, als er nach einer Schlacht in Russland im Siegestaumel das Sabrieren erfand – heute wird es rund um den Erdball betrieben, ob von betrunkenen Selbstdarstellern mit dem Brotmesser auf der Familienfeier, der über eine Viertelmillion Mitglieder zählenden Bruderschaft Confrérie du Sabre d’Or oder mit 39 geköpften Flaschen in einer Minute auf Weltrekordniveau. Auch tragikkomische gibt es, wie die des Champagnerkrieges im Jahre 1902. Damals hatte Kaiser Wilhelm II. eine amerikanische Werft beauftragt, eine Rennyacht für ihn zu bauen. Für die Schiffstaufe in New York, bei der sehr viel Prominenz zugegen war, hatte man eine Magnumflasche Sekt der Rheingauer Kellerei Söhnlein vorgesehen, die aber durch einen gewieften Weinhandels-Magnaten, den „Champagnerkönig“ George Kessler, heimlich gegen eine Flasche der von ihm vertretenen Marke Moët & Chandon ausgetauscht wurde. Als die deutsche Öffentlichkeit aus der feixenden französischen Presse von diesem Coup erfuhr, brach ein Sturm der Entrüstung los: diplomatische Verwicklungen und ein Millionen-Prozess waren die Folge. Und schlussendlich gibt es die Geschichten, die erst in der Zukunft geschrieben werden, die aber schon jetzt Grauen erregen: erste Wissenschaftler haben prognostiziert, dass aufgrund der immer weiter steigenden Temperaturen und langer Dürreperioden in 50 Jahren keine Champagner-Produktion auf dem heutigen Gebiet mehr möglich sein wird. Aber wahrscheinlich trägt diese Aussicht eher noch zu seinem überschwänglichen Tanz-auf-dem-Vulkan-Image bei.

Ja, die Historie des Champagners ist so reich an Anekdoten wie er selbst an herrlich prickelnden Bläschen. An ihr haben findige Mönche ebenso mitgewirkt wie kluge Witwen, schlitzohrige Geschäftsmänner ebenso wie königliche und kaiserliche Feinschmecker. Die Kundschaft hat sich zwar gewandelt – waren es früher Offiziere, Adlige, Künstler und Industrielle, so sind es heute Hollywoodstars, Rapper und Spitzensportler -, aber der Nimbus, der zwischen verruchter Erotik und großzügiger Weltgewandtheit, zwischen dekadenter Selbstdarstellung und ausgelassener Glückseligkeit oszilliert, hat sich über die Zeiten erhalten. Daher seien Sie mit einem letzten Tipp entlassen: genießen Sie! Und zwar ohne falsche Zurückhaltung oder Reue. Mit kaum einem Lebensmittel funktioniert das so gut wie mit Champagner.

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USA

Saxum James Berry Vineyard White 2018

Weißwein · James Berry Vineyard · Rhône-Cuvée

Grenache Blanc · Roussanne · Chenin Blanc James Berry Vineyard Willow Creek District Paso Robles · Kalifornien Saxum (Justin Smith) Kalkstein-Steillage Fassgärung · Vollhefe 2018

Der Saxum James Berry Vineyard White 2018 ist der zweite Jahrgang dieses raren Weißweins des Kult-Erzeugers Saxum – eine ernsthaft strukturierte, zugleich komplex aromatische Rhône-Cuvée aus der Heimatlage. Im Stil eines klassischen Weißburgunders, aber mit kalifornischem Twist: reich, konzentriert und doch von großer Frische und Balance.


James Berry Vineyard White – ein lang gehegter Traum

Saxum wurde 2000 von Justin Smith gegründet und zählt heute zu den gefragtesten Rhône-Erzeugern Kaliforniens. Das James Berry Vineyard ist die Heimatlage der Familie Smith im Willow Creek District westlich von Paso Robles – eine karge Lage auf Kalkstein und Kalkschiefer über einem uralten Meeresboden. Der Name Saxum ist lateinisch für „Stein".

Dieser Weißwein war lange im Werden: Roussanne steht hier bereits seit 1997, doch um die Frische zu ergänzen, die der Roussanne mitunter fehlt, pflanzte Saxum Grenache Blanc auf einem ostexponierten Abschnitt des Rocket-Block-Hügels. Das Ziel war ein Weißwein mit Struktur und Reifepotenzial wie ein klassischer Weißburgunder, aber mit kalifornischem Charakter. Den Kern aus Grenache Blanc und Roussanne ergänzt im 2018er ein Anteil Chenin Blanc für zusätzliche Spannung.

Jahrgang 2018 – Paso Robles

2018 gilt an der kalifornischen Central Coast als herausragender Jahrgang, der eine besonders reine, frische und zugleich konzentrierte Stilistik hervorbrachte. Auf dem kühlen Kalksteinterroir ergibt das einen vollmundigen, dicht texturierten Weißwein, dessen Fülle von einer lebendigen Säure und mineralischen Spannung getragen und im Gleichgewicht gehalten wird.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 66 % Grenache Blanc, 28 % Roussanne und 6 % Chenin Blanc, Jahrgang 2018, trocken.

Grenache Blanc gibt dem Wein Frische und florale Klarheit, Roussanne Fülle, Schmelz und honigwürzige Tiefe, Chenin Blanc Spannung und eine lebendige Säure. Der Most wurde direkt ins Fass gepresst und dort vergoren – in einer Kombination aus 320-Liter-Hogsheads und 600-Liter-Demi-muids, fast ausschließlich neue französische Eiche (mit einem einzigen gebrauchten 600-l-Fass, das niemand Geringerem als Didier Dagueneau gehörte). Über die gesamten 20 Monate reifte der Wein auf der Vollhefe mit gelegentlichem Aufrühren. Bis zur Umfüllung in den Tank zur Abfüllung sah er keinerlei Schwefel; gefüllt wird ungeschönt und unfiltriert.

Im Glas

Aus dem kalkreichen Terroir und der Rhône-Cuvée lebt dieser Weißwein von Konzentration und Spannung: goldgelb im Glas, mit Aromen von karamellisierter Zitrus und Orangenschale, reifer Aprikose, gebackenem Apfel und Zitrone, dazu Honig, Bienenwachs, getrocknete Kamille, salzige Mandel und geröstetes Brot. Untermalt wird das von einer feuersteinig-kalkigen Mineralität, die man von einem kalifornischen Weißwein so nicht erwartet. Am Gaumen vollgewichtig, reich und konzentriert, mit dichter, seidiger, fast schwereloser Textur, getragen von einer lebendigen Säure und salzigem Zug – fokussiert und balanciert zugleich, mit langem, frischem Finale.

Karamellisierte Zitrus, Aprikose und Honig über Bienenwachs, salziger Mandel und feuersteiniger Mineralität – reich und konzentriert, doch frisch und lang.

Schon jetzt ein Genuss, gewinnt aber wie die Saxum-Rotweine mit einigen Jahren Reife. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu edlem Fisch und Krustentieren, zu cremigen Pasta- und Risottogerichten sowie zu gereiftem Hart- und Weichkäse.


Lage: James Berry Vineyard, Willow Creek District, Paso Robles (Kalifornien, USA); steile Kalkstein-/Kalkschiefer-Hänge über fossilem Meeresboden; Roussanne seit 1997, Grenache Blanc am ostexponierten Rocket-Block-Hügel; organisch bewirtschaftet
Klassifikation: Paso Robles Willow Creek District; Cuvée aus 66 % Grenache Blanc, 28 % Roussanne, 6 % Chenin Blanc (trocken)
Ausbau: Fassgärung, 20 Monate auf der Vollhefe mit Bâtonnage in 320-l-Hogsheads und 600-l-Demi-muids (fast ausschließlich neue französische Eiche); kein SO₂ bis zur Füllung, ungeschönt und unfiltriert

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Weine

Kompassus Baga Reserva 2020 tinto

Rotwein · Bairrada · Baga

Baga DOC Bairrada Reserva alte Reben (bis 90 J.) Kompassus · João Póvoa 18 Monate franz. Barrique 2020

Der Kompassus Baga Reserva 2020 ist ein reinsortiger Baga-Rotwein, der nur so vor Kraft strotzt – aus bis zu 90 Jahre alten Reben der Bairrada, 18 Monate in französischer Eiche gereift. Ein kraftvoller, tiefgründiger Ausdruck einer großen, oft unterschätzten Rebsorte.


Kompassus – Baga-Spezialist aus der Bairrada

Kompassus ist das Boutique-Weingut von João Póvoa in der portugiesischen DOC Bairrada – Augenarzt von Beruf, Winzer aus Leidenschaft. Seit 1991 erzeugt er Wein, seit 2005 unter dem Namen Kompassus; die Baga, die große rote Sorte der Bairrada, ist die Basis all seiner Rot- und Schaumweine. Die Reben in Cordinhã wachsen auf tonig-kalkigen Böden mit starker Südexposition, naturnah und minimal-invasiv bewirtschaftet. Seit 2012 verantwortet Anselmo Mendes, einer der besten Önologen Portugals, die Kellerarbeit.

„Baga" ist eine autochthone Rebsorte aus Portugal, die kaum Beachtung findet. Oft wurde sie nur im Verschnitt verwendet, um dem Wein mehr Komplexität, Struktur und Farbe zu verleihen. Dieser reinsortige Reserva zeigt, welches Potenzial in ihr steckt: Das Lesegut stammt von bis zu 90 Jahre alten Reben.

Jahrgang 2020 – Bairrada

Der Jahrgang 2020 bringt im Baga Reserva einen kraftvollen, dicht strukturierten Rotwein mit dunkler Frucht und der für die Sorte typischen festen Tanninstruktur. Die alten Reben und die kühl-atlantisch geprägte Bairrada sorgen dabei für Frische und Spannung, die der Kraft des Weins Balance verleihen.

Ausbau

Reinsortiger Baga aus dem Jahrgang 2020, Reserva, trocken.

Der Wein reift 18 Monate in 700-Liter-Barriques aus französischer Eiche, was ihm noch mehr Struktur, Tiefe und Ausdruck verleiht. Die Produktion ist auf 5.000 Flaschen pro Jahrgang reduziert.

Im Glas

Ein kraftvoller, ausdrucksstarker Baga: tiefe dunkle Frucht (Brombeere, dunkle Kirsche), ergänzt um würzige und erdige Noten sowie feine, vom Barrique getragene Würze. Am Gaumen dicht und strukturiert, mit der für die Sorte typischen festen, griffigen Tanninstruktur und einer frischen Säure, die Kraft und Tiefe in Balance hält.

Dieser aus 100 % Baga vinifizierte Reserva strotzt nur so vor Kraft.

Mit großem Reifepotenzial; profitiert deutlich vom Dekantieren. Am besten bei 18 °C servieren.

Am Tisch

Zur traditionellen Bairrada-Küche (Spanferkel/Leitão), zu geschmortem und gegrilltem rotem Fleisch, zu Wild und Lamm sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: DOC Bairrada, Cordinhã (Portugal); tonig-kalkige Böden, Südexposition, alte Baga-Reben (bis 90 Jahre)
Klassifikation: DOC Bairrada, Baga Reserva (trocken); ca. 5.000 Flaschen
Ausbau: 100 % Baga; 18 Monate in 700-l-Barriques aus französischer Eiche

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Weine

Al Oeste Albariño 2024

Wein · Weißwein · Rías Baixas · Spanien

Monteabellón Al Oeste Albariño 2024 stammt aus dem Valle del Salnés, einer der renommiertesten Subzonen der D.O. Rías Baixas. Ein Weißwein von typischer Frische, Klarheit und Eleganz, geprägt von der Nähe zum Atlantik und den granitreichen Böden.


Rías Baixas / Valle del Salnés

Das Valle del Salnés gilt als Wiege des Albariño und als eine der besten Subzonen der D.O. Rías Baixas in Galicien. Die unmittelbare Nähe zum Atlantik und die granitreichen Böden verleihen den Weinen ihre salzige Frische und Mineralität. Erzeuger ist Bodegas Monteabellón. Der Jahrgang 2024 war wetterbedingt herausfordernd – ein warmer, feuchter Winter und ein nasses Frühjahr führten bei unterdurchschnittlicher Fruchtbarkeit zu geringeren Erträgen, dafür aber zu hoher Konzentration in den Trauben.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Albariño. Der Ausbau bewahrt die klare, fruchtbetonte Aromatik, die markante Frische und die mineralische Prägung der Atlantikküste. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Blasses Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase feine Aromen von weißen Blüten, Zitrusfrüchten und reifer weißer Frucht. Am Gaumen klar, gut strukturiert und sehr ausgewogen; die präsente, hervorragend integrierte Säure sorgt für Frische und eine ausgeprägte Länge im Nachhall.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Meeresfrüchten (Muscheln, Garnelen, Austern), weißem Fisch, Geflügel, frischen Salaten, milden Käsesorten sowie Sushi und Sashimi.


Lage: D.O. Rías Baixas, Valle del Salnés (Galicien, Spanien); Bodegas Monteabellón
Klassifikation: D.O. Rías Baixas – 100 % Albariño, trocken
Ausbau: frische- und mineralitätsbewahrend, auf granitreichen Böden
Jahrgang: 2024

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Whisky

Ardbeg Supernova

Single Malt Whisky · Islay · Schottland

Single Malt Scotch Islay über 100 ppm Torf Ex-Bourbon-Fässer non chill-filtered 58,9 % vol. Stellar Release 2009 (limitiert)

Der Ardbeg Supernova ist eine limitierte Sonderabfüllung der Islay-Destillerie Ardbeg und einer der am stärksten getorften Whiskys ihrer Geschichte. Das Malz ist auf über 100 ppm Phenol getorft – rund das Doppelte des Ardbeg 10. Gereift überwiegend in ehemaligen Bourbon-Fässern und non chill-filtered abgefüllt, zeigt er kompromisslosen Torfrauch bei kräftigen 58,9 % vol. Der Name spielt auf die kosmische Wucht dieser Rauchexplosion an; diese Abfüllung entspricht dem Stellar Release von 2009.


Islay

Islay ist die südlichste Insel der Inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands und steht für rauchige, torfgeprägte Single Malts. Die Destillerie Ardbeg liegt seit über 200 Jahren an der Südküste der Insel und zählt zu den am stärksten getorften Brennereien Schottlands. Atlantische Lage, Torf und Meeresluft prägen den maritim-rauchigen Charakter ihrer Whiskys – im Supernova in Reinform.

Assemblage und Ausbau

Grundlage des Supernova ist speziell sehr stark getorftes Malz mit über 100 ppm Phenolgehalt – weit mehr als beim Ardbeg-Kernsortiment. Gereift ist der Whisky überwiegend in ehemaligen Bourbon-Fässern aus amerikanischer Eiche, ohne Altersangabe. Abgefüllt wird er in hoher Stärke und ohne Kältefiltration, damit Öle und Raucharomen vollständig erhalten bleiben.

Im Glas

Helles Gold im Glas. In der Nase eine Welle aus Torfrauch, Teer, Ruß und Kreosot, dazu Zitrone, Meeresbrise und ein medizinischer, jodiger Ton. Am Gaumen massiv und ölig: Rauch und Asche treffen auf Vanille, dunkle Schokolade, Espresso, Anis und schwarzen Pfeffer, getragen von der hohen Stärke. Der Nachhall ist sehr lang, rauchig und pfeffrig-würzig.

Am Tisch

Pur bei Zimmertemperatur genießen; wegen der hohen Stärke öffnen einige Tropfen Wasser die Aromen deutlich. Passt zu geräuchertem Fleisch, kräftigem Blauschimmelkäse, Austern und dunkler Schokolade. Ein Whisky für ausgesprochene Torf- und Rauchliebhaber.



Lage: Islay, Schottland
Klassifikation: Single Malt Scotch Whisky (ohne Altersangabe, Supernova Stellar Release 2009)
Ausbau: überwiegend ehemalige Bourbon-Fässer aus amerikanischer Eiche

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Spirituosen

Eden Mill Love Gin

Gin · Botanicals · Schottland

Eden Mill Love Gin ist ein schottischer Gin der Eden Mill Distillery in St Andrews. Neben Wacholder prägen rote Rosenblätter, Eibisch, Goji-Beeren und ganze Hibiskusblüten den Charakter. Das Ergebnis ist ein fruchtig-florales Profil mit Noten von roten Früchten und Zitrus. Im Glas zeigt sich ein zarter rosa Schimmer.


Herkunft

Die Eden Mill Distillery liegt in St Andrews an der schottischen Ostküste und vereint Brennerei und Brauerei unter einem Dach. Der Love Gin zählt zu den bekanntesten Abfüllungen des Hauses.

Botanicals und Destillation

Kernbotanicals sind Wacholder, rote Rosenblätter, Eibisch, Goji-Beeren und ganze Hibiskusblüten. Die Hibiskusblüten geben dem Gin seinen zart-rosa Ton. Abgefüllt mit 42 % vol.

Im Glas

In der Nase rote Früchte, Rosenblüte und ein Hauch Zitrus über klarer Wacholderbasis. Am Gaumen fruchtig und blumig, mit Beerennoten und feiner Zitrusfrische. Der Abgang ist weich und floral.

Im Drink

Spirituose ohne Flaschenreifung – kühl und dunkel gelagert über Jahre stabil. Gut gekühlt servieren, pur auf Eis oder im Gin & Tonic; mit hellem Tonic und einer Erdbeere oder Rosenblüte kommt der florale Charakter zur Geltung.

Klassische Begleitung: Tonic Water, rote Beeren, Rosé-Aperitifs und leichte Sommerküche. Auch als Basis fruchtiger Cocktails.


Herkunft: St Andrews, Schottland
Art: Gin
Botanicals: Wacholder, Rosenblätter, Eibisch, Goji-Beeren, Hibiskus
Alkohol: 42 % vol.

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Spirituosen

Jörg Geiger Don´t call me Gin

Spirituose · Wacholderdestillat (New Western Style) · Schwäbische Alb · Deutschland

Jörg Geiger „Don't call me Gin" ist ein Wacholderdestillat im New Western Style – mit einer Besonderheit: Statt auf neutralem Alkohol basiert es auf vierfach destilliertem Apfelbrandy aus schwäbischem Wiesenobst, unterstützt von 78 Botanicals, darunter natürlich Wacholder von der Schwäbischen Alb.


Schwäbische Alb / Streuobstwiese

Die Manufaktur Jörg Geiger aus Schlat ist tief in der Landschaft ihrer Heimat verwurzelt: Streuobstwiesen mit knorrigen, alten Apfelbäumen prägen die Umgebung, und auf den kargen Heideflächen der Schwäbischen Alb gedeiht der Wacholder, dessen ätherische Öle den typisch süßlich-aromatischen Duft geben.

Botanicals und Destillation

Die Basis bildet ein vierfach destillierter Apfelbrandy aus handverlesenen, sortenrein verlesenen Wiesenobst-Äpfeln – eine aromatische Ausgangsbasis voller natürlicher Duftkomponenten. Dazu kommen 78 Botanicals: allen voran Wacholder, ergänzt um 77 weitere wie Mädesüß, Schafgarbe, Hagebutte, Weißdorn und zarte Douglasientriebe, die größtenteils in der Region gesammelt werden. Weil die Gin-Definition neutralen Alkohol aus Getreide, Kartoffeln oder Zuckerrohr verlangt, gilt für dieses Apfelbrand-Destillat bewusst: Don't call me Gin.

Im Glas

Klar. In der Nase süßlich-aromatischer Wacholder, getragen von feiner Apfelfrucht, floralen und kräuterigen Noten sowie einem harzigen Hauch Douglasie. Am Gaumen aromatisch und würzig, vielschichtig, mit charakteristischer Apfelnote und langem Nachhall.

Pur und im Drink

Pur oder auf Eis genießen – ebenso hervorragend mit Tonic (im Stil eines Gin & Tonic) oder im Cocktail.

Ideal: mit Tonic, auf Eis, im Cocktail – garniert mit Apfel oder Rosmarin.


Herkunft: Schlat / Schwäbische Alb (Deutschland); Manufaktur Jörg Geiger
Art: Wacholderdestillat im New Western Style auf Apfelbrand-Basis (kein Gin im rechtlichen Sinne)
Botanicals: 78 Botanicals, u. a. Wacholder (Schwäbische Alb), Mädesüß, Schafgarbe, Hagebutte, Weißdorn, Douglasientriebe
Destillation: Basis vierfach destillierter Apfelbrandy aus handverlesenen Wiesenobst-Äpfeln

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Italien

Baglio Gibellina Passimiento U Passiento

Rotwein · Sizilien · Appassimento

Der Baglio Gibellina U Passimiento ist eine sizilianische Rotwein-Cuvée aus 70 % Nero d'Avola und 30 % Frappato, gewonnen aus angetrockneten Trauben im Appassimento-Stil – dem sizilianischen Gegenstück zum Amarone. Erzeugt wird der Wein rund um den befestigten Gutshof Baglio Gibellina bei Gibellina in der Provinz Trapani. Die Konzentration der getrockneten Beeren bringt Aromen von Rosinen, dunklen Früchten und Schokolade, während die früh gelesene Frappato für Frische sorgt. Das Ergebnis ist ein weicher, halbtrockener Rotwein mit reifer Kirsche und weichem Tannin.


Gibellina – Trapani, Sizilien

Baglio Gibellina liegt im Westen Siziliens, eingebettet zwischen den Hügeln von Salemi und Santa Ninfa. Die Weinberge stehen in Hügellagen zwischen rund 300 und 600 Metern über dem Meer, erzogen im Guyot-System auf lehmigen, tonhaltigen Böden mit begrenzten Erträgen. Das mediterrane Klima und die Höhenlage prägen Reife und Frische der Trauben. Eingestuft ist die Cuvée als Sicilia DOC.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 70 % Nero d'Avola und 30 % Frappato. Die Frappato-Trauben werden früh bei einsetzender Reife gelesen, um ihre Frische zu erhalten, und langsam in kleinen Edelstahltanks vergoren. Die Nero d'Avola-Trauben bleiben besonders lange am Rebstock und trocknen dort natürlich an, ähnlich einer Trockenbeerenauslese; nach schonender Pressung vergären sie temperaturkontrolliert. Beide Moste reifen im Edelstahltank und werden anschließend zur fertigen Cuvée vermählt.

Im Glas

Im Glas ein dunkles, leuchtendes Rot. In der Nase ein konzentriertes Bukett aus Rosinen, dunklen Früchten und reifer Kirsche, dazu Vollmilchschokolade und Noten von Rumtopf. Am Gaumen weich und halbtrocken, mit konzentrierter Frucht, weichen, eleganten Tanninen und einer frischen Säure, die die Süße der getrockneten Beeren ausbalanciert. Der Abgang bleibt warm und harmonisch.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Schmorgerichte, geschmortes rotes Fleisch, Wild und gegrilltes Gemüse. Der weiche, halbtrockene Stil trägt auch kräftigen Hartkäse – oder den Wein solo am Kamin. Trinkreif ab sofort; bei kühler, dunkler Lagerung bis etwa 2030. Serviertemperatur 16–18 °C.


Lage Gibellina, Trapani (Sizilien), Hügellagen 300–600 m, lehmige Böden, Guyot
Klassifikation Sicilia DOC
Ausbau Appassimento aus angetrockneten Trauben, Frappato früh gelesen, Nero d'Avola am Rebstock getrocknet, Vergärung und Reifung im Edelstahltank

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Weine

Michel Lafarge Les Pitures 1er Cru Magnum 2017

Rotwein · Volnay 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Pitures Volnay 1er Cru (Frankreich) 2017 Magnum 1,5 l Biodynamie · 13,00 % vol

Der Michel Lafarge Volnay Les Pitures 1er Cru 2017 in der 1,5-Liter-Magnum ist ein kraftvoller, langlebiger Pinot Noir von der Top-Domaine in Volnay – aus einer winzigen Parzelle, die Lafarge bewusst nur in Magnum füllt, um das Reifepotenzial auszureizen.


Volnay Les Pitures – die Lage

Les Pitures liegt am mittleren Volnay-Hang. Lafarges Parzelle ist mit nur 0,15 Hektar winzig und mit rund 60 Jahre alten Reben bestockt. Die Lage bringt einen robusten, gespannten und besonders langlebigen Volnay hervor – Grund, warum die Domaine ihn ausschließlich in der Magnum abfüllt, in der Wein langsamer und harmonischer reift.

Volnay ist für elegante, feingliedrige Pinot Noirs bekannt. Die Domaine Michel Lafarge zählt hier zu den großen Adressen; Frédéric und Chantal Lafarge bewirtschaften die rund zwölf Hektar seit dem Jahr 2000 biodynamisch (Demeter).

Jahrgang 2017 – Volnay

2017 gilt an der Côte de Beaune als klassischer, frischer Jahrgang mit gesunden Trauben und nach kleinen Vorjahren wieder ordentlichen Erträgen.

Ein Jahr für balancierte, präzise Volnays mit Charme, Frische und gutem Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2017, 13,00 % vol. Gefüllt in der 1,5-Liter-Magnum.

Wie bei Lafarge üblich wurden die Trauben vollständig entrappt. Der Ausbau erfolgte in Fässern mit nur geringem Neuholzanteil, kaum geschwefelt und unfiltriert abgefüllt.

Im Glas

Ein klassischer Volnay-Auftritt: rote und dunkle Beere, Kirsche und Veilchen, dazu feine Würze und mineralische Tiefe. Am Gaumen kraftvoll und gespannt, mit dichtem, reifem Tanningerüst, frischer Säure und langem Abgang – das Magnumformat unterstreicht den langsamen, harmonischen Reifeverlauf.

Kraftvoll und gespannt – ein langlebiger Volnay, bewusst nur in der Magnum gefüllt.

Jung noch straff, profitiert von Luft und Kellerzeit. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente, Reh, Taube, Rind, gegrilltem Lamm, Gerichten mit Pilzen oder mittelreifem Weichkäse. Ein eleganter Begleiter für feine Küche – ideal für die größere Tafel.


Lage: Les Pitures, Volnay 1er Cru, Côte de Beaune, Bourgogne (Frankreich); mittlerer Hang, alte Reben, nur 0,15 ha
Klassifikation: Volnay 1er Cru AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; vollständig entrappt; geringer Neuholzanteil; biodynamisch (Demeter); Magnum 1,5 l; 13,00 % vol

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