Das Weinbaugebiet Champagne

Über die wohl berühmtesten Perlen der Welt

Es war im Jahr 1889, da trauten die Bauern und Bürger an der 150 Kilometer langen Strecke zwischen der Champagne und Paris ihren Augen nicht: zwei Dutzend schneeweiße Ochsen zogen ein riesengroßes Fass über die Landstraßen. Wo es nicht durch enge Ortskerne passte, ließ man schlicht die im Wege stehenden Häuser kaufen und abreißen. Dem jungen Organisator Eugéne Mercier war jedes Mittel recht, seine Fracht zur Weltausstellung in die Hauptstadt zu befördern: 200 000 Flaschen Champagner samt ihrer gigantischen „Verpackung“, an der fast zwei Jahrzehnte gezimmert worden war. Alles nur Show also? Mitnichten. Der große, mitunter übertriebene Auftritt, die rücksichtslose Selbstinszenierung gehört schlicht dazu. Man übertreibt denn wohl auch nicht, wenn man behauptet, dass kaum ein anderes Getränk in der jüngeren Weltgeschichte eine derart herausragende Rolle gespielt hat wie der Champagner. Immer, wenn es etwas zu feiern gab – einen Vertragsabschluss, Geburtstag oder einfach das Leben – durfte Champagner nicht fehlen. Es ist der ganze Stolz Frankreichs und aus dem kulinarischen Repertoire des Landes ebenso wenig wegzudenken wie Camembert, Baguette und Foie gras. Nicht umsonst hat die UNESCO die Champagne mit dem Welterbestatus ausgezeichnet.

Dabei waren die Winzer mit dem Namen ihres Weinbaugebietes zuerst eigentlich gar nicht so glücklich. Er leitet sich vom lateinischen campania her, was so viel wie offenes Feld bedeutet – und damals eine Fläche bezeichnete, die so unfruchtbar war, dass sie lediglich als Viehweide genutzt werden konnte. Mehr oder weniger zufällig wurde der zu dieser Zeit noch stille Wein Speisebegleiter der Mächtigen: um das Jahr 500 herum ließ sich Chlodwig, der Begründer des Frankenreiches, in Reims taufen. Aus diesem Ereignis leiteten die Bischöfe das Recht ab, die französischen Könige in der dortigen Kathedrale zu krönen, was vom Hochmittelalter bis zur Revolution auch die Regel war. Im Anschluss an die Krönungsmesse fanden stets ausgiebige Bankette statt, zu denen regionale Weine gereicht wurden. Das trug ihnen den prestigeträchtigen Beinamen „Wein der Könige“ ein. Doch von dort bis zum „Wein des Teufels“ war es nicht weit. Kellermeister und ihre Helfer näherten sich dem Champagner während der Gärung damals nämlich nur mit – scheinbar ziemlich furchterregenden – Eisenmasken: diese schützten ihre Gesichter vor umherfliegenden Pfropfen oder Glassplittern, wenn es durch Überdruck zur Explosion der Flaschen kam. Das geschah häufig und löste meist Kettenreaktionen aus, sodass nur ein geringer Teil der abgefüllten Champagner auch tatsächlich bis zur „Marktreife“ gelangte. Der Perleffekt war lange Zeit nur eine unbeabsichtigte Nebenerscheinung, was daher rührte, dass man den Wein schon im Anbaugebiet in Flaschen abfüllte. Man wollte damit seinen jugendlichen Charakter erhalten, denn der ansonsten übliche Transport in Holzfässern wirkte sich nachteilig auf den Geschmack aus. Allerdings gor er auf diese Weise in den Flaschen weiter – was man damals noch nicht wissenschaftlich erklären konnte, denn die Hefepilze, die Zucker in Alkohol und Kohlendioxid umwandeln, wurden erst 1860 beschrieben. Zwar hatten Wissenschaftler bereits Friedrich dem Großen angeboten, der Sache auf den Grund zu gehen, dieser hatte sich jedoch strikt geweigert, eigene Flaschen des heiß geliebten Champagners für Forschungszwecke zu opfern. Die Freude am Genuss siegt über den Drang nach Wissen? Nicht immer – die folgenden Jahrhunderte zeigen, dass die besten Erkenntnisse derjenige erlangt, der beides zu verbinden weiß.

Einer der ersten, die den „vin fou“, den verrückten Wein, wie man ihn seiner Unberechenbarkeit wegen nannte, zu zähmen vermochte, war der Benediktinermönch Dom Pérignon. Viele halten die konische Vertiefung im Flaschenboden für eine Hilfestellung, das Getränk besonders stilvoll einschenken zu können, indem man es dort mit dem Daumen stabilisiert, und tatsächlich funktioniert das ja auch gut. Der wahre Hintergrund liegt allerdings in der höheren Stabilität, die eine solche Flasche im Vergleich mit einer mit flachem Boden aufweist. Diese Entdeckung geht ebenso auf sein Konto wie die Erfindung der ersten Agraffe: die Fixierung eines Korkens am Flaschenhals mithilfe eines Drahtgeflechts. Auch der Korken selbst setzte sich auf seinen Einsatz hin durch, da er die Vorteile von dessen Elastizität gegenüber den bisher üblichen, starren Holzstopfen erkannte. Ganz nebenbei geht die heute am weitesten verbreitete Flaschengröße von 0,75 Litern auf ihn zurück, was er als die übliche Menge Wein identifiziert hatte, die ein Mann während des Abendessens zu sich nahm. Dass von ihm überliefert ist, er sei häufig betrunken gewesen, nimmt sich also nicht sonderlich originell aus.

Wie die gesamte damalige Haute Cuisine litt auch der Champagner massiv unter den Auswirkungen der Französischen Revolution: der Adel, bisher einer der großen Abnehmer, verlor sein Leben oder zumindest seine finanziellen Mittel. Einige Jahre war es fraglich, ob der Schaumwein im Land von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit überhaupt eine Zukunft haben würde – dann betrat Napoleon die Bühne. Und der war – zumal selbst aus einer Winzerfamilie stammend – glücklicherweise ein ausgemachter Genussmensch. Als solcher lag ihm der Erhalt der Reben besonders am Herzen. Glücklicherweise hatte er mit seinem Innenminister Jean Antoine Chaptal einen Chemiker an der Hand, der direkt mit einigen Verbesserungsvorschlägen aufwartete. Zunächst erkannte er das Problem der geografischen Lage der Champagne: als nördlichstes Weinbaugebiet Frankreichs zwischen Breitengrad 48 und 49,5 – ziemlich genau auf einer Höhe mit einer Stadt wie Saarbrücken – gab es hier in manchen Jahren zu wenig Wärme, um die Trauben komplett ausreifen zu lassen. Sie bildeten zu wenig Zucker, was wiederum einen niedrigen Alkoholgehalt und einen unrunden Geschmack im Endprodukt bedeutete. Also wollte Chaptal einfach Zucker zusetzen. Das war allerdings schwierig, denn Rohrzucker aus den Kolonien in Übersee war sehr teuer. Glücklicherweise erkannte man, dass die heimische Zuckerrübe ein adäquater Ersatz sein konnte – die Methode des Chaptalisierens brachte so nebenbei die Zuckerproduktion im Inland ins Rollen.

Nun geriert der Champagner dadurch aber natürlich süß. Die Franzosen mochten das ganz gern, die Engländer, damals wichtigste ausländische Abnehmer, waren allerdings überzeugte Trocken-Trinker. Also machte sich eine gewisse Louise Pommery ans Werk – und stellte schnell fest, dass es keineswegs ausreichte, wie früher den Zucker einfach nur wegzulassen. Zunächst bedurfte es perfekten Lesegutes, da Qualitätsmängel nicht mehr einfach unter Süße versteckt werden konnten. Und dann natürlich sehr viel mehr Zeit bei der Gärung. Das Ergebnis war der erste Ultra Brut oder Brut Nature der Welt mit unter drei Gramm Restzucker. Dieses Extremum hat sich zwar nicht flächendeckend durchgesetzt, eher trocken mögen die meisten Verbraucher ihren Champagner aber doch: drei Viertel aller Champagner heutzutage werden als Brut verkauft – also mit höchstens 12 Gramm Zucker.

Ein Champagner besteht aus dem Wein dreier Rebsorten: dem weißen Chardonnay und den roten Pinot Noir und Pinot Meunier – meist jedenfalls, denn es gibt auch Blanc de blancs nur aus weißen und Blanc de noirs ausschließlich aus roten Trauben, die aber stets wie weiße gekeltert werden. Jede von ihnen hat andere Ansprüche und trägt ihren ganz eigenen Teil dazu bei, den Schaumwein zur Vollendung zu bringen: der Chardonnay liebt die Kreideböden um Epernay mit ihrer hervorragenden Wasserregulierung und steuert die Finesse bei, der Pinot Noir schätzt eher einen hohen Kalkanteil wie an der Côte des Bar, mit dessen Hilfe er dem Champagner Körperreichtum verleiht und der Pinot Meunier bringt fruchtige Akzente mit, die er dem Mergel an den Ufern der Marne abtrotzt. Reinsortige Champagner sind aufgrund der Nährstoffarmut der kargen Böden nicht selten recht eindimensional. Abhilfe schafft die Kunst der sogenannten Assemblage – die ist schon alt und geht maßgeblich auf den bereits erwähnten Dom Pérignon zurück, der festgestellt hatte, dass der Pinot noir deutlich weniger zur zweiten Gärung neigte als der Chardonnay.

Zweite Gärung? Schauen wir uns einmal im Detail an, wie Champagner produziert wird. Zunächst durchlauft der Grundwein nach der Pressung eine Gärung wie andere Weine auch. Dann findet die Assemblage statt, bei der nicht nur verschiedene Rebsorten miteinander verschnitten werden, sondern auch der aktuelle Wein mit älteren Jahrgängen – etwa im Verhältnis 70 zu 30 -, was ein über die Jahre konstantes Qualitätsniveau gewährleistet. Nun wird der Wein in Flaschen abgefüllt, zusätzlich Zucker und Hefe hinzugegeben – die zweite Gärung beginnt, in deren Verlauf die Haltbarkeitsdauer sich verlängert, der Geschmack prägnanter und komplexer wird, die Kohlensäure sich bildet und der Alkoholgehalt ansteigt. 15 Wochen liegt der Wein auf der Hefe, Jahrgangschampagner sogar drei Jahre lang. Dann aber müssen die hilfreichen Pilze, die sich als hellbrauner Schlamm am Boden absetzen, wieder entfernt werden. Dieser Meinung war zumindest die Witwe Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin, die, entnervt davon, ständig Hefe in den Mund gespült zu bekommen, Löcher in ihren Esstisch sägen ließ, in die sich die Flaschen mit der Öffnung nach unten hineinstellen ließen. Die sich unter dem Korken sammelnde Hefe wurde dann beim Öffnen durch den Druck der Kohlensäure hinauskatapultiert. Im großen Maßstab sind es sogenannte Rüttelplatten, in welche die Flaschen gesteckt, dann täglich um ein Zehntel gedreht und gegen Ende der drei Wochen dauernden Angelegenheit auch immer steiler gestellt werden. Früher gab es dafür eigens hochspezialisierte Rüttler, die mehrere Zehntausend Flaschen betreuten, heute geschieht das meist maschinell – und „handgerüttelt“ ist ein seltenes und teures Prädikat. Auch die Entfernung des Hefesatzes, das Degorgieren, hat sich weiterentwickelt – mittlerweile taucht man den Flaschenhals in ein Kältebad, wodurch der Hefeklumpen zu einem Block gefriert. Auf diese Weise ist der Flüssigkeitsverlust bei dessen Entnahme kleiner. Aber er ist dennoch da und muss ausgeglichen werden. Der letzte Schritt ist folglich die sogenannte Dosage, bei der meist kein anderer Champagner hinzugefügt wird, sondern bei süßeren Qualitäten eine Zuckerlösung in Kombination mit Süßweinen und Hochprozentigem, bei Brut-Varianten eher neutrale Mischung oder trockene Reserve-Weine. Mit der Dosage erreicht man also nicht bloß wieder die reguläre Füllhöhe, sondern kann auch Restzucker, Alkoholgehalt und das schlussendliche Geschmacksbild erheblich beeinflussen – die genaue Zusammensetzung der Dosage wird daher von jedem Hersteller streng gehütet.

Das gesamte Anbaugebiet ist mit etwa 34 000 Hektar recht flachen Hügellandes mit im Schnitt nicht mehr als 12 Prozent Hangneigung zwar nicht gerade klein, andererseits auch nicht sonderlich groß, wenn man die riesengroße weltweite Nachfrage bedenkt. Wichtigste Abnehmerländer sind Großbritannien und die USA, Deutschland belegt den vierten Platz. Die Pflanzdichte ist mit bis zu 8000 Rebstöcken pro Hektar schon außerordentlich hoch, und man konnte sich vor Kurzem endlich dazu durchringen, neue Rebflächen auszuweisen – auch wenn die über 60 000 Hektar, über die die Champagne vor Reblausplage und Erstem Weltkrieg verfügte, kaum wieder erreicht werden dürften, denn exklusiv zu bleiben gehört schließlich zum Geschäft. Über den Ladentisch gehen aktuell etwa 325 Millionen Flaschen pro Jahr, mehr als die Hälfte davon nach wie vor in Frankreich selbst. Die Herkunftsbezeichnung ist streng geschützt und lässt es nicht zu, dass Trauben von außerhalb verarbeitet werden. Auch die weiteren Regeln sind sehr strikt: zwingend vorgeschrieben sind etwa Handlese, Flaschengärung und ein Höchstertrag von 15,5 Tonnen je Hektar. Die hohen Preise, die für den Schaumwein aufgerufen werden, sind also nicht allein auf die hohe Nachfrage bei begrenztem Angebot zurückzuführen, sondern mindestens genauso auf den sehr hohen Aufwand, den Champagner-Produzenten im Vergleich zu anderen Winzern betreiben müssen.

Tip 1 also: scheuen Sie nicht vor vermeintlich hohen Preisen zurück. Diese sind oft – wenn auch nicht immer – durch langjährige Expertise, kompromisslose Qualitätsansprüche und penibles Handwerk gerechtfertigt. Eine gute Flasche Champagner ist allemal besser als drei oder vier andere, nur mittelmäßige Weine.

Es ist eher unüblich, dass die fast 15 000 Winzer ihre Trauben selbst verarbeiten. Stattdessen beliefern sie die großen Champagnerhäuser, die alle weiteren Arbeitsschritte übernehmen – mit dieser Strategie vereinigen sie zwei Drittel der gesamten Produktion auf sich, obwohl ihnen selbst kaum Rebfläche gehört. Ansässig sind sie in einer der Champagnermetropolen Reims und Epernay, wo sie meist in repräsentativen Palais und Villen residieren. Ihre ikonischen Flaschenetiketten, die oft seit 200 Jahren keiner großartigen Veränderung unterlagen, trugen in einer noch nicht den Massenmedien verfallenen Epoche massiv zum Ruhm der Marken bei. Die meisten bekannten Häuser gehören allerdings längst nicht mehr den namensgebenden Familien, sondern sind im Besitz von Großkonzernen. Allein dem Global Player LVMH gehören etwa Moët & Chandon, Ruinart, Mercier, Dom Pérignon, Veuve Clicquot und Krug. Den Reiz früherer Zeiten kann man aber dennoch erleben, wenn man sich die in den Kalkfelsen gegrabenen, manchmal etliche Kilometer langen Stollen ansieht, in denen die Flaschen aufbewahrt wurden und werden – weit über eine Milliarde sind dort deponiert. Der Reiz liegt aber auch in den Produkten jeder Winzer, die nur über kleine Flächen verfügen und deswegen keine großartige Assemblage vornehmen – überzeugte Puristen werden die sensorische Erfahrung der einzelnen Parzellen stets einem Cuvee von mehreren Dutzend Grundweinen vorziehen.

Tip 2 soll daher lauten: statt auf die durch Werbung in Hochglanzmagazinen oder diversen James-Bond-Filmen vertrauten Marken zu setzen, lohnt es sich durchaus, kleinen und wenig bekannten Häusern eine Chance zu geben, die nicht den Massengeschmack bedienen, sondern die Eigenheiten von Terroir und Jahrgang geschmacklich erleben machen.

Auch die Darreichungsform war im Laufe der Zeit einem Wandel unterworfen: im 18. Jahrhundert galt es als modisch, aus Champagnerschalen, im Französischen Coupes genannt, zu trinken, die man heute eher aus Filmen wie „Der große Gatsby“ kennt, auch wenn sie in den 1920er Jahren bereits einen Anachronismus darstellten. Zwar lassen sich damit hervorragend Pyramiden errichten, einer der am häufigsten vorgetragenen Wünsche von Brautpaaren zu ihrer Hochzeit, der aber fast ebenso häufig aus Kostengründen und hoher Unfallgefahr wieder verworfen wird. Aber ehrlich gesagt ist die Schalenform das mit Abstand schlechteste Format, in dem man einen Schaumwein servieren könnte. Zum einen lässt sich mit ihnen schlecht anstoßen, da der Inhalt bei raschen Bewegungen überzuschwappen droht, zum anderen erwärmt er sich sehr schnell, da man meist gezwungen ist, das Glas am Kelch und nicht am Stiel zu halten. Am allerschlimmsten aber: die aufsteigenden Bläschen werden nicht mittig gebündelt sind durch die große Oberfläche bereits nach kurzer Zeit verschwunden. Eingedenk dieser Probleme ersann man im 19. Jahrhundert ein völlig neues Gefäß: die Champagnerflöte. Ihre schlanke, hohe Form setzt die Perlage deutlich besser in Szene und sammelte die Hefeteilchen, die vor dem Einfallsreichtum der Veuve Cliquot nicht entfernt wurden, ganz unten, sodass sie nicht in den Mund gelangten. Allerdings ist auch bei ihr der Bereich des Randes der breiteste, wodurch der Geruch in alle Richtungen entweichen kann. Erst vor vergleichsweise kurzer Zeit begann der Siegeszug der Champagnertulpe, die sich nach oben hin wieder verjüngt und damit die Aromen konzentriert.

Diese Unart, stilistische Nebensächlichkeiten aus Eitelkeit über den eigentlichen Genuss zu stellen, hielt sich auch in anderen Bereichen hartnäckig. Viel zu lange wurde Champagner lediglich als Aperitif oder zum Dessert gereicht. Oder klischeehaft mit Austern und Kaviar kombiniert. Aber ihn darauf zu reduzieren, wäre ein ziemlicher Verlust, zumal er mit Süßspeisen eigentlich eh nicht besonders harmoniert. Dafür aber umso mehr mit Hauptgerichten, deren Aromen sich auf seiner hefig-erdigen Basis so richtig gut entfalten können. Fischgerichte sind prädestiniert, aber auch Poulet, also Hühnchen, dann natürlich Pasta und Risotto. Die asiatische Küche mit ihren Currys und Chilis drängt sich geradezu auf. Auch deftige Kombinationen etwa mit Bratkartoffeln oder vermeintliche No-Gos – klassische Fastfood-Gerichte wie Hot Dogs oder Burger – sind einen Versuch wert.

Tipp 3: lassen Sie sich nicht von überholten Konventionen oder der Popkultur vorschreiben, wie Sie Ihren Champagner zu genießen haben. Erlaubt ist, was gefällt und der freudige Überraschungseffekt, wenn sie ein neues Food Pairing entdeckt haben, ist unbezahlbar.

Denn Champagner hat schon Wilderes erlebt, als zusammen mit einer Currywurst genossen zu werden – er liefert den Stoff für die abenteuerlichsten Geschichten. Tolldreiste wie die von Charles Heidsieck, der es sich während Napoleons Russlandfeldzug in den Kopf gesetzt hatte, noch vor der Grande Armee in Moskau zu sein, um mit dem Feldherrn auf dem Roten Platz anstoßen zu können – eine der genialsten Werbeaktionen aller Zeiten. Napoleon setzte jedoch noch einen drauf, als er nach einer Schlacht in Russland im Siegestaumel das Sabrieren erfand – heute wird es rund um den Erdball betrieben, ob von betrunkenen Selbstdarstellern mit dem Brotmesser auf der Familienfeier, der über eine Viertelmillion Mitglieder zählenden Bruderschaft Confrérie du Sabre d’Or oder mit 39 geköpften Flaschen in einer Minute auf Weltrekordniveau. Auch tragikkomische gibt es, wie die des Champagnerkrieges im Jahre 1902. Damals hatte Kaiser Wilhelm II. eine amerikanische Werft beauftragt, eine Rennyacht für ihn zu bauen. Für die Schiffstaufe in New York, bei der sehr viel Prominenz zugegen war, hatte man eine Magnumflasche Sekt der Rheingauer Kellerei Söhnlein vorgesehen, die aber durch einen gewieften Weinhandels-Magnaten, den „Champagnerkönig“ George Kessler, heimlich gegen eine Flasche der von ihm vertretenen Marke Moët & Chandon ausgetauscht wurde. Als die deutsche Öffentlichkeit aus der feixenden französischen Presse von diesem Coup erfuhr, brach ein Sturm der Entrüstung los: diplomatische Verwicklungen und ein Millionen-Prozess waren die Folge. Und schlussendlich gibt es die Geschichten, die erst in der Zukunft geschrieben werden, die aber schon jetzt Grauen erregen: erste Wissenschaftler haben prognostiziert, dass aufgrund der immer weiter steigenden Temperaturen und langer Dürreperioden in 50 Jahren keine Champagner-Produktion auf dem heutigen Gebiet mehr möglich sein wird. Aber wahrscheinlich trägt diese Aussicht eher noch zu seinem überschwänglichen Tanz-auf-dem-Vulkan-Image bei.

Ja, die Historie des Champagners ist so reich an Anekdoten wie er selbst an herrlich prickelnden Bläschen. An ihr haben findige Mönche ebenso mitgewirkt wie kluge Witwen, schlitzohrige Geschäftsmänner ebenso wie königliche und kaiserliche Feinschmecker. Die Kundschaft hat sich zwar gewandelt – waren es früher Offiziere, Adlige, Künstler und Industrielle, so sind es heute Hollywoodstars, Rapper und Spitzensportler -, aber der Nimbus, der zwischen verruchter Erotik und großzügiger Weltgewandtheit, zwischen dekadenter Selbstdarstellung und ausgelassener Glückseligkeit oszilliert, hat sich über die Zeiten erhalten. Daher seien Sie mit einem letzten Tipp entlassen: genießen Sie! Und zwar ohne falsche Zurückhaltung oder Reue. Mit kaum einem Lebensmittel funktioniert das so gut wie mit Champagner.

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Weine

Georges Laval Garennes 13-23 Extra Brut BIO

Champagner · Vallée de la Marne · Cuvée · Extra Brut · Bio

Georges Laval Garennes 13-23 Extra Brut ist ein Bio-Champagner des Hauses Georges Laval. Die Assemblage vereint Petit Meunier, Chardonnay und Pinot Noir aus den Parzellen Chambrecy, Cumières und Hautvillers. Der Grundwein ist eine mehrjährige Cuvée – eine fortlaufende Reserve, die dem Champagner Tiefe und Komplexität verleiht. Im Glas pur und mineralisch.


Vallée de la Marne

Die Trauben stammen aus den Parzellen Chambrecy, Cumières und Hautvillers in der Vallée de la Marne. Georges Laval bewirtschaftet die Reben naturnah und ökologisch; die kalkgeprägten Böden verleihen dem Champagner seine Tiefe und Mineralität. Der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Petit Meunier, Chardonnay und Pinot Noir. Der Grundwein ist eine Assemblage aus mehreren Jahrgängen (fortlaufende Reserve), die für Tiefe und Komplexität sorgt. Der Ausbau folgt der naturnahen Handschrift des Hauses; abgefüllt als Extra Brut.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. Ein puristischer, mineralischer Champagner mit der charakteristischen Tiefe der Laval-Weine, getragen von präziser Säure. Der Abgang ist lang und klar.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Meeresfrüchte, Fisch, Geflügel und feine Vorspeisen.


Lage: Chambrecy, Cumières, Hautvillers, Vallée de la Marne (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Extra Brut
Ausbau: Mehrjahrgangs-Assemblage (fortlaufende Reserve), naturnah

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Rebsorten

Angerville Volnay Taillepieds 1er Cru 2020

Rotwein · Volnay 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Volnay 1er Cru Côte de Beaune 2020 Taillepieds · 1,07 ha

Der Volnay Taillepieds 1er Cru 2020 der Domaine Marquis d'Angerville ist ein Pinot Noir von rassiger Eleganz und Geradlinigkeit – mineralisch, präzise und auf lange Reife gebaut. Aus einer der großen Spitzenlagen Volnays, von einem der besten Erzeuger der Appellation.


Taillepieds – steile, steinige Spitzenlage

Volnay steht für elegante, feingliedrige Pinot Noirs – ein deutlicher Kontrast zu den kräftigeren Nachbarn. Die Lage Taillepieds liegt am oberen, steilen Hang südlich des Dorfes. Ihr Name spielt auf die scharfkantigen Steine an, an denen sich die Winzer einst die Schuhe ruinierten.

Der karge, weißliche und steinige Kalkboden, die Hangneigung und die sonnige Exposition geben den Weinen zusätzliche Finesse. Angervilles 1,07 Hektar große Parzelle in relativ hoher Lage bringt einen etwas ernsteren, zurückhaltenden Wein hervor – die Synthese aus Eleganz und Aufrichtigkeit, rassiger und vollständiger als Champans oder Caillerets.

Jahrgang 2020 – Côte de Beaune

2020 war ein warmer, trockener Jahrgang mit früher Lese und geringen Erträgen. Kleine Beeren brachten konzentrierte, gesunde Frucht.

Für die roten Burgunder steht 2020 für Tiefe und Dichte bei erhaltener Frische – Eigenschaften, die der strukturierten, langlebigen Art dieses Taillepieds entgegenkommen.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, vom hauseigenen „Pinot d'Angerville"-Klon.

Wie alle Premier Crus des Guts wird der Wein entrappt und 8 bis 10 Tage auf der Maische vergoren – mit sanftem Remontage, bewusst ohne Pigeage, um die Finesse zu bewahren. Der Ausbau erfolgte in rund 25 % neuem Holz. Das gesamte Gut wird seit 2006 biodynamisch bewirtschaftet.

Im Glas

Tiefes Purpur. Ein ausgeprägt florales Bouquet aus Rosenblättern, Iris und Veilchen trifft auf Himbeere, Brombeere, einen Hauch Kakao, würzige und erdige Noten. Am Gaumen mittelgewichtig bis vollmundig, samtig und konzentriert, mit feinem, festem Tannin, klarer Säure und einem mineralisch-langen Finale von schwarzem Pfeffer und Nelke.

Rassig, mineralisch und geradlinig – die Synthese aus Eleganz und Aufrichtigkeit, gebaut für lange Reife.

Profitiert von Flaschenreife; ideal über viele Jahre lagerfähig. Bei 16 °C servieren, vorab dekantieren.

Am Tisch

Geschmortes oder gebratenes Geflügel, Ente, Reh, Lamm oder reifer Weichkäse. Ein großer Pinot Noir für die festliche Küche.


Lage: Volnay „Taillepieds" (Côte de Beaune); steiler oberer Hang, karger, steiniger Kalkboden, 1,07 ha
Klassifikation: Volnay 1er Cru
Ausbau: Pinot Noir; ~25 % neues Holz, kein Pigeage · Biodynamie (seit 2006)

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Spirituosen

Andres Williams-Christ

Spirituose · Pfalz · Birnenbrand (Williams-Christ)

Williams-Christ Birnenbrand Pfalz Weingut Andres · Deidesheim klar destilliert intensiv fruchtig

Der Andres Williams-Christ Birnenbrand ist ein feiner Obstbrand aus Williams-Christ-Birnen von den Gebrüdern Andres aus Deidesheim in der Pfalz – ein klarer Brand mit dem intensiven, saftigen Aroma reifer Williamsbirnen.


Andres Williams-Christ – Birnenbrand aus der Pfalz

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt. Neben ihren Weinen und Sekten stammt aus ihrem Hause auch dieser Williams-Christ-Birnenbrand – gewonnen aus der aromatischsten aller Birnensorten.

Herstellung

Der Birnenbrand entsteht durch Vergärung und anschließende Destillation vollreifer Williams-Christ-Birnen. Charakteristisch sind seine klare Erscheinung und das besonders intensive, sortentypische Birnenaroma, das diese Birnensorte auszeichnet.

Im Glas

Klar und ausdrucksstark, mit dem intensiven, saftigen Duft und Geschmack reifer Williams-Christ-Birnen. Am Gaumen fruchtbetont und fein, mit einem sauberen, langen Nachhall.

Klar und ausdrucksstark – der intensive, saftige Duft und Geschmack reifer Williams-Christ-Birnen, fruchtbetont und fein mit sauberem, langem Nachhall.

Am besten gut gekühlt bei 6–10 °C aus dem Tulpenglas genießen.

Zum Genuss

Als Digestif nach dem Essen, als Begleitung zu Obst- und Cremedesserts oder zum Verfeinern in der feinen Küche und Patisserie.


Produkt: Williams-Christ Birnenbrand (Obstbrand aus Williams-Christ-Birnen)
Herkunft: Pfalz; Weingut Andres, Deidesheim
Genuss: als Digestif; gut gekühlt servieren

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Frankreich

Jean-Marc Vincent Santenay Les Vignes Denses blanc 2023

Weißwein · Santenay · Chardonnay

Chardonnay Santenay (Village) Les Vignes Denses Côte de Beaune Jean-Marc Vincent kalk-mergeliger Boden 2023

Der Jean-Marc Vincent Santenay „Les Vignes Denses" blanc 2023 ist ein aus Chardonnay vinifizierter Weißwein aus der südlichsten Gemeinde der Côte de Beaune – geradlinig, salzig-mineralisch und frisch, mit fester Struktur und feiner Würze.


Santenay Les Vignes Denses – Chardonnay aus dem Süden der Côte

Santenay ist die südlichste Weinbaugemeinde der Côte de Beaune, seit 1937 mit eigener Appellation, und liegt am äußersten Ende des Kalksteinrückens der Côte d'Or. Überwiegend werden hier Rotweine aus Pinot Noir erzeugt, daneben eine kleinere Menge Chardonnay. Charakteristisch ist der hohe Anteil an Mergelstein, den Santenay mit der nahen Côte Chalonnaise teilt – das prägt die feste, etwas rustikalere und zugleich mineralisch geprägte Stilistik.

„Les Vignes Denses" ist eine Village-Lage von Santenay. Der kalk-mergelige Boden verleiht dem Chardonnay von Jean-Marc Vincent seine geradlinige, salzig-mineralische Präzision und feste Struktur.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

2023 brachte an der Côte de Beaune eine reife, großzügige und zugleich frische Weißwein-Ernte mit klar definierter Frucht und guter Balance. Auf dem kalk-mergeligen Boden von Santenay ergibt das einen geradlinigen, salzig-mineralischen und frischen Chardonnay mit Länge und gutem Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023, Santenay (Village), trocken.

Jean-Marc Vincent arbeitet im Weinberg naturnah und biologisch orientiert, mit niedrigen Erträgen und manueller, selektiver Lese. Im Keller vergärt der Wein spontan mit den weinbergseigenen Hefen und reift anschließend auf der Feinhefe im Holzfass – ein Ausbau, der die mineralische Präzision der Lage bewahrt und ihr Tiefe und Textur verleiht.

Im Glas

Vom kalk-mergeligen Boden Santenays lebt dieser Chardonnay: helle, feste Frucht und Zitrus, dazu frische Blütennoten und eine salzig-mineralische Würze. Die Spontangärung und das Feinhefelager im Holzfass binden eine feine, vielschichtige Textur ein, ohne die kühle Frische zu überdecken. Am Gaumen geradlinig und fest im Kern, mit lebendiger Säure, salzigem Zug und einem langen, frischen Nachhall.

Helle, feste Frucht und salzig-mineralische Würze – geradlinig und fest, mit lebendiger Säure und langem, frischem Nachhall.

Im jugendlichen Stadium bei 11–12 °C servieren; bei guter Lagerung gewinnt der Wein über mehrere Jahre.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Jakobsmuscheln und Krustentieren, zu Geflügel in heller Sauce sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Santenay, Village-Lage Les Vignes Denses (Côte de Beaune, Burgund, Frankreich); südlichste Gemeinde der Côte de Beaune, kalk-mergeliger Boden
Klassifikation: AOC Santenay (Village), Chardonnay (trocken)
Ausbau: Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen, Reifung auf der Feinhefe im Holzfass; naturnaher, biologisch orientierter Weinbau

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Spirituosen

Jörg Geiger Don´t call me Gin

Spirituose · Wacholderdestillat (New Western Style) · Schwäbische Alb · Deutschland

Jörg Geiger „Don't call me Gin" ist ein Wacholderdestillat im New Western Style – mit einer Besonderheit: Statt auf neutralem Alkohol basiert es auf vierfach destilliertem Apfelbrandy aus schwäbischem Wiesenobst, unterstützt von 78 Botanicals, darunter natürlich Wacholder von der Schwäbischen Alb.


Schwäbische Alb / Streuobstwiese

Die Manufaktur Jörg Geiger aus Schlat ist tief in der Landschaft ihrer Heimat verwurzelt: Streuobstwiesen mit knorrigen, alten Apfelbäumen prägen die Umgebung, und auf den kargen Heideflächen der Schwäbischen Alb gedeiht der Wacholder, dessen ätherische Öle den typisch süßlich-aromatischen Duft geben.

Botanicals und Destillation

Die Basis bildet ein vierfach destillierter Apfelbrandy aus handverlesenen, sortenrein verlesenen Wiesenobst-Äpfeln – eine aromatische Ausgangsbasis voller natürlicher Duftkomponenten. Dazu kommen 78 Botanicals: allen voran Wacholder, ergänzt um 77 weitere wie Mädesüß, Schafgarbe, Hagebutte, Weißdorn und zarte Douglasientriebe, die größtenteils in der Region gesammelt werden. Weil die Gin-Definition neutralen Alkohol aus Getreide, Kartoffeln oder Zuckerrohr verlangt, gilt für dieses Apfelbrand-Destillat bewusst: Don't call me Gin.

Im Glas

Klar. In der Nase süßlich-aromatischer Wacholder, getragen von feiner Apfelfrucht, floralen und kräuterigen Noten sowie einem harzigen Hauch Douglasie. Am Gaumen aromatisch und würzig, vielschichtig, mit charakteristischer Apfelnote und langem Nachhall.

Pur und im Drink

Pur oder auf Eis genießen – ebenso hervorragend mit Tonic (im Stil eines Gin & Tonic) oder im Cocktail.

Ideal: mit Tonic, auf Eis, im Cocktail – garniert mit Apfel oder Rosmarin.


Herkunft: Schlat / Schwäbische Alb (Deutschland); Manufaktur Jörg Geiger
Art: Wacholderdestillat im New Western Style auf Apfelbrand-Basis (kein Gin im rechtlichen Sinne)
Botanicals: 78 Botanicals, u. a. Wacholder (Schwäbische Alb), Mädesüß, Schafgarbe, Hagebutte, Weißdorn, Douglasientriebe
Destillation: Basis vierfach destillierter Apfelbrandy aus handverlesenen Wiesenobst-Äpfeln

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Spanien

Raúl Moreno El Proposito 2023

Weißwein · Sanlúcar de Barrameda · Palomino

Palomino (Clon 84) Sanlúcar de Barrameda Pago Miraflores Alto Albariza Vino de Pasto Flor-Ausbau 2023

Der Raúl Moreno El Propósito 2023 ist ein faszinierender Ausdruck von Terroir und Tradition – ein „Vino de Pasto" im besten Sinne: frisch, vertikal und absolut authentisch, mit salziger Mineralität, knackiger Säure und viel Seele.


Pago Miraflores Alto – alte Reben auf Albariza

Der El Propósito entsteht aus dem seltenen Palomino Clon 84, gelesen von einem über hundertjährigen Weinberg im legendären Pago Miraflores Alto in Sanlúcar de Barrameda. Die Reben stehen auf klassischer Albariza – den weißen Kalksteinböden der Region – mit nordseitiger Ausrichtung: ein kühler, straffer Standort, der diesem Wein seine bemerkenswerte Frische verleiht.

Es ist ein charaktervoller Palomino, der ganz bewusst auf das große Terroir von Sanlúcar verweist – pur, kompromisslos und mit dem ungeschminkten Ausdruck seines Herkunftsortes in Andalusien.

Jahrgang 2023 – Sanlúcar de Barrameda

Der nordseitige, kühle Standort im Pago Miraflores Alto bewahrt auch in einem warmen andalusischen Jahr Frische und Spannung. Der 2023er zeigt sich entsprechend klar strukturiert und vertikal, mit knackiger Säure und salziger Mineralität – Frucht und Terroir stehen im Vordergrund, nicht die Kraft.

Vinifikation und Flor-Ausbau

Reinsortiger Palomino (Clon 84) aus dem Jahrgang 2023, trocken.

Die Verarbeitung folgt einer sehr handwerklichen Philosophie: Die Trauben werden 2–3 Stunden mit den Füßen angetreten, anschließend folgt eine 7-tägige Maischegärung mit ganzen Trauben (ohne Entrappen) und sehr sanfter Extraktion. Die spontane Gärung beginnt in offenen Behältern; gepresst wird noch vor Gärungsende. Der Ausbau erfolgt 8 Monate unter dem traditionellen Flor-Hefeschleier – in einer gebrauchten Manzanilla-Bota aus Eiche sowie einem alten Bocoy aus Kastanienholz (600 l), in dem früher Amontillado reifte. Diese besondere Reifung verleiht dem Wein eine subtile oxidative Tiefe, ohne die Frische zu überlagern.

Im Glas

Stilistisch zeigt sich El Propósito frisch, vertikal und absolut authentisch: klar strukturiert, mit salziger Mineralität und knackiger Säure. Der Flor-Ausbau gibt eine subtile oxidative Tiefe und feine Würze, ohne die Frische zu überlagern – Kamille, Mandel und Albariza-Salzigkeit über klarer, geradliniger Frucht.

Ein „Vino de Pasto" im besten Sinne – pur, kompromisslos und mit viel Seele.

Ein vielseitiger Speisenbegleiter mit echtem Sherry-Erbe. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Meeresfrüchten und gebratenem Fisch, zu Jamón und Mandeln, zu Tortilla und Tapas sowie zu eingelegtem Gemüse und Oliven.


Lage: Sanlúcar de Barrameda, Pago Miraflores Alto (Andalusien, Spanien); Albariza-Kalksteinböden, nordseitige Ausrichtung, über 100 Jahre alte Reben
Klassifikation: Vino de Pasto, Palomino (trocken)
Ausbau: Palomino Clon 84; Fußtretung, 7 Tage Maischegärung mit ganzen Trauben, Spontangärung, 8 Monate unter Flor in gebrauchter Manzanilla-Bota und Kastanien-Bocoy

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Weine

Vina Real Gran Reserva 2015 MAGNUM

Rotwein · Rioja · Tempranillo · Gran Reserva · Magnum

CVNE Viña Real Gran Reserva ist ein klassischer Rioja Gran Reserva des renommierten Hauses CVNE – hier in der 1,5-Liter-Magnum. Er stammt aus der Rioja Alavesa und vereint die klassischen Rioja-Sorten. Ein Rioja für die besonderen Stunden. Im Glas mittelschwer, vielschichtig und elegant.


Rioja Alavesa

Viña Real stammt aus der Rioja Alavesa. Die kalk- und tonhaltigen Böden sowie das von atlantischen Einflüssen geprägte Klima verleihen dem Wein Eleganz, Frische und erdige Tiefe. CVNE zählt zu den traditionsreichsten Häusern der Rioja.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée wird von Tempranillo dominiert, ergänzt um Garnacha, Graciano und Mazuelo. Als Gran Reserva reift der Wein lange im Eichenfass und anschließend mehrere Jahre in der Flasche. Die Magnum begünstigt eine besonders feine, langsame Reife.

Im Glas

Reifes Rot mit ziegelroten Reflexen. In der Nase Zimt, reife Beeren, Eisen, Unterholz, Steinpilze und etwas Vanille. Am Gaumen mittelschwer, vielschichtig und sehr elegant, mit erdigen und würzigen Noten, die sich mit der dezenten Frucht verbinden. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Das Magnum-Format eignet sich besonders für größere Runden und längere Reife.

Klassische Begleitung: Lamm, Rind, Wild und gereifter Hartkäse.


Lage: Rioja Alavesa (Spanien); Kalk/Ton
Klassifikation: Rioja DOCa – Gran Reserva
Ausbau: Tempranillo-dominiert mit Garnacha/Graciano/Mazuelo, lange Fass- und Flaschenreife; Magnum (1,5 l)

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Weine

Von Winning Riesling Jesuitengarten GG 2021

Weißwein · Forst (Pfalz) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Forster Jesuitengarten VDP.Großes Gewächs von Winning · Deidesheim Buntsandstein · Kalk · Basalt trocken 500-l-Eiche · 1,5 Jahre Hefe 2021

Der von Winning Forster Jesuitengarten Riesling GG 2021 stammt aus einer der großen Lagen von Forst, am Hang unterhalb des Ungeheuers. Würze, feine Reduktion und tiefe Frucht prägen dieses seltene Große Gewächs – eines der rarsten GGs des Guts.


Forster Jesuitengarten – Großes Gewächs von drei Böden

Das Weingut von Winning in Deidesheim wurde 2007 unter Betriebsleiter Stephan Attmann neu ausgerichtet und zählt heute zu den meistdiskutierten Gütern der Pfalz. Prägend ist Attmanns Stilistik, die trockenen Lagen-Rieslinge vollständig im großen Holzfass zu vergären und lange auf der Feinhefe reifen zu lassen. Der Jesuitengarten ist eines der Flaggschiff-GGs – und das rarste GG des Guts.

Die Lage liegt am Hang unterhalb des Ungeheuers in Forst. Im Boden finden sich Buntsandstein, Kalk und Basalt – eine vielschichtige Kombination, die dem Wein Würze, Struktur und Tiefe verleiht: Der Buntsandstein gibt Fülle, der Kalk Frische und Salzigkeit, der Basalt Wärme und eine rauchige Prägung.

Jahrgang 2021 – Pfalz

2021 war an der Mittelhaardt ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht – ideale Bedingungen für einen tiefen, rassigen Riesling. Die vielschichtigen Böden des Jesuitengartens und der lange Holzfassausbau bewahrten Würze, Tiefe und Spannung – Kraft und Frische im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Forster Jesuitengarten, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von Buntsandstein, Kalk und Basalt.

Der Wein wird spontan in 500-Liter-Eichenholzfässern vergoren und reift anschließend 1,5 Jahre auf der Hefe. Diese lange Feinhefereife im Holz verleiht ihm feine Reduktion, Schmelz und Tiefe, ohne die Frucht mit Holz zu überlagern. Naturnahe Bewirtschaftung.

Im Glas

Ein tiefgründiges Großes Gewächs voller Würze und feiner Reduktion: reife gelbe Frucht und Steinobst, dazu Zitrus, ein rauchig-feuriger Anklang vom Basalt und eine kalkig-salzige Mineralität. Am Gaumen dicht und tief, mit langem Feinhefe-Schmelz, präziser Struktur und einem energiegeladenen, mineralischen Nachhall.

Würze, feine Reduktion und tiefe Frucht – reife gelbe Frucht und Steinobst über rauchigem Basalt und kalkig-salziger Mineralität, dicht und tief, mit langem Schmelz.

Ein großes, sehr langlebiges GG; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Butter- und Rahmsaucen sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Forster Jesuitengarten (VDP.Große Lage), am Hang unterhalb des Ungeheuers, Forst, Pfalz; Buntsandstein, Kalk und Basalt
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Pfalz (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Spontangärung in 500-l-Eichenholzfässern, 1,5 Jahre auf der Hefe; naturnahe Bewirtschaftung

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