Das Weinbaugebiet Champagne

Über die wohl berühmtesten Perlen der Welt

Es war im Jahr 1889, da trauten die Bauern und Bürger an der 150 Kilometer langen Strecke zwischen der Champagne und Paris ihren Augen nicht: zwei Dutzend schneeweiße Ochsen zogen ein riesengroßes Fass über die Landstraßen. Wo es nicht durch enge Ortskerne passte, ließ man schlicht die im Wege stehenden Häuser kaufen und abreißen. Dem jungen Organisator Eugéne Mercier war jedes Mittel recht, seine Fracht zur Weltausstellung in die Hauptstadt zu befördern: 200 000 Flaschen Champagner samt ihrer gigantischen „Verpackung“, an der fast zwei Jahrzehnte gezimmert worden war. Alles nur Show also? Mitnichten. Der große, mitunter übertriebene Auftritt, die rücksichtslose Selbstinszenierung gehört schlicht dazu. Man übertreibt denn wohl auch nicht, wenn man behauptet, dass kaum ein anderes Getränk in der jüngeren Weltgeschichte eine derart herausragende Rolle gespielt hat wie der Champagner. Immer, wenn es etwas zu feiern gab – einen Vertragsabschluss, Geburtstag oder einfach das Leben – durfte Champagner nicht fehlen. Es ist der ganze Stolz Frankreichs und aus dem kulinarischen Repertoire des Landes ebenso wenig wegzudenken wie Camembert, Baguette und Foie gras. Nicht umsonst hat die UNESCO die Champagne mit dem Welterbestatus ausgezeichnet.

Dabei waren die Winzer mit dem Namen ihres Weinbaugebietes zuerst eigentlich gar nicht so glücklich. Er leitet sich vom lateinischen campania her, was so viel wie offenes Feld bedeutet – und damals eine Fläche bezeichnete, die so unfruchtbar war, dass sie lediglich als Viehweide genutzt werden konnte. Mehr oder weniger zufällig wurde der zu dieser Zeit noch stille Wein Speisebegleiter der Mächtigen: um das Jahr 500 herum ließ sich Chlodwig, der Begründer des Frankenreiches, in Reims taufen. Aus diesem Ereignis leiteten die Bischöfe das Recht ab, die französischen Könige in der dortigen Kathedrale zu krönen, was vom Hochmittelalter bis zur Revolution auch die Regel war. Im Anschluss an die Krönungsmesse fanden stets ausgiebige Bankette statt, zu denen regionale Weine gereicht wurden. Das trug ihnen den prestigeträchtigen Beinamen „Wein der Könige“ ein. Doch von dort bis zum „Wein des Teufels“ war es nicht weit. Kellermeister und ihre Helfer näherten sich dem Champagner während der Gärung damals nämlich nur mit – scheinbar ziemlich furchterregenden – Eisenmasken: diese schützten ihre Gesichter vor umherfliegenden Pfropfen oder Glassplittern, wenn es durch Überdruck zur Explosion der Flaschen kam. Das geschah häufig und löste meist Kettenreaktionen aus, sodass nur ein geringer Teil der abgefüllten Champagner auch tatsächlich bis zur „Marktreife“ gelangte. Der Perleffekt war lange Zeit nur eine unbeabsichtigte Nebenerscheinung, was daher rührte, dass man den Wein schon im Anbaugebiet in Flaschen abfüllte. Man wollte damit seinen jugendlichen Charakter erhalten, denn der ansonsten übliche Transport in Holzfässern wirkte sich nachteilig auf den Geschmack aus. Allerdings gor er auf diese Weise in den Flaschen weiter – was man damals noch nicht wissenschaftlich erklären konnte, denn die Hefepilze, die Zucker in Alkohol und Kohlendioxid umwandeln, wurden erst 1860 beschrieben. Zwar hatten Wissenschaftler bereits Friedrich dem Großen angeboten, der Sache auf den Grund zu gehen, dieser hatte sich jedoch strikt geweigert, eigene Flaschen des heiß geliebten Champagners für Forschungszwecke zu opfern. Die Freude am Genuss siegt über den Drang nach Wissen? Nicht immer – die folgenden Jahrhunderte zeigen, dass die besten Erkenntnisse derjenige erlangt, der beides zu verbinden weiß.

Einer der ersten, die den „vin fou“, den verrückten Wein, wie man ihn seiner Unberechenbarkeit wegen nannte, zu zähmen vermochte, war der Benediktinermönch Dom Pérignon. Viele halten die konische Vertiefung im Flaschenboden für eine Hilfestellung, das Getränk besonders stilvoll einschenken zu können, indem man es dort mit dem Daumen stabilisiert, und tatsächlich funktioniert das ja auch gut. Der wahre Hintergrund liegt allerdings in der höheren Stabilität, die eine solche Flasche im Vergleich mit einer mit flachem Boden aufweist. Diese Entdeckung geht ebenso auf sein Konto wie die Erfindung der ersten Agraffe: die Fixierung eines Korkens am Flaschenhals mithilfe eines Drahtgeflechts. Auch der Korken selbst setzte sich auf seinen Einsatz hin durch, da er die Vorteile von dessen Elastizität gegenüber den bisher üblichen, starren Holzstopfen erkannte. Ganz nebenbei geht die heute am weitesten verbreitete Flaschengröße von 0,75 Litern auf ihn zurück, was er als die übliche Menge Wein identifiziert hatte, die ein Mann während des Abendessens zu sich nahm. Dass von ihm überliefert ist, er sei häufig betrunken gewesen, nimmt sich also nicht sonderlich originell aus.

Wie die gesamte damalige Haute Cuisine litt auch der Champagner massiv unter den Auswirkungen der Französischen Revolution: der Adel, bisher einer der großen Abnehmer, verlor sein Leben oder zumindest seine finanziellen Mittel. Einige Jahre war es fraglich, ob der Schaumwein im Land von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit überhaupt eine Zukunft haben würde – dann betrat Napoleon die Bühne. Und der war – zumal selbst aus einer Winzerfamilie stammend – glücklicherweise ein ausgemachter Genussmensch. Als solcher lag ihm der Erhalt der Reben besonders am Herzen. Glücklicherweise hatte er mit seinem Innenminister Jean Antoine Chaptal einen Chemiker an der Hand, der direkt mit einigen Verbesserungsvorschlägen aufwartete. Zunächst erkannte er das Problem der geografischen Lage der Champagne: als nördlichstes Weinbaugebiet Frankreichs zwischen Breitengrad 48 und 49,5 – ziemlich genau auf einer Höhe mit einer Stadt wie Saarbrücken – gab es hier in manchen Jahren zu wenig Wärme, um die Trauben komplett ausreifen zu lassen. Sie bildeten zu wenig Zucker, was wiederum einen niedrigen Alkoholgehalt und einen unrunden Geschmack im Endprodukt bedeutete. Also wollte Chaptal einfach Zucker zusetzen. Das war allerdings schwierig, denn Rohrzucker aus den Kolonien in Übersee war sehr teuer. Glücklicherweise erkannte man, dass die heimische Zuckerrübe ein adäquater Ersatz sein konnte – die Methode des Chaptalisierens brachte so nebenbei die Zuckerproduktion im Inland ins Rollen.

Nun geriert der Champagner dadurch aber natürlich süß. Die Franzosen mochten das ganz gern, die Engländer, damals wichtigste ausländische Abnehmer, waren allerdings überzeugte Trocken-Trinker. Also machte sich eine gewisse Louise Pommery ans Werk – und stellte schnell fest, dass es keineswegs ausreichte, wie früher den Zucker einfach nur wegzulassen. Zunächst bedurfte es perfekten Lesegutes, da Qualitätsmängel nicht mehr einfach unter Süße versteckt werden konnten. Und dann natürlich sehr viel mehr Zeit bei der Gärung. Das Ergebnis war der erste Ultra Brut oder Brut Nature der Welt mit unter drei Gramm Restzucker. Dieses Extremum hat sich zwar nicht flächendeckend durchgesetzt, eher trocken mögen die meisten Verbraucher ihren Champagner aber doch: drei Viertel aller Champagner heutzutage werden als Brut verkauft – also mit höchstens 12 Gramm Zucker.

Ein Champagner besteht aus dem Wein dreier Rebsorten: dem weißen Chardonnay und den roten Pinot Noir und Pinot Meunier – meist jedenfalls, denn es gibt auch Blanc de blancs nur aus weißen und Blanc de noirs ausschließlich aus roten Trauben, die aber stets wie weiße gekeltert werden. Jede von ihnen hat andere Ansprüche und trägt ihren ganz eigenen Teil dazu bei, den Schaumwein zur Vollendung zu bringen: der Chardonnay liebt die Kreideböden um Epernay mit ihrer hervorragenden Wasserregulierung und steuert die Finesse bei, der Pinot Noir schätzt eher einen hohen Kalkanteil wie an der Côte des Bar, mit dessen Hilfe er dem Champagner Körperreichtum verleiht und der Pinot Meunier bringt fruchtige Akzente mit, die er dem Mergel an den Ufern der Marne abtrotzt. Reinsortige Champagner sind aufgrund der Nährstoffarmut der kargen Böden nicht selten recht eindimensional. Abhilfe schafft die Kunst der sogenannten Assemblage – die ist schon alt und geht maßgeblich auf den bereits erwähnten Dom Pérignon zurück, der festgestellt hatte, dass der Pinot noir deutlich weniger zur zweiten Gärung neigte als der Chardonnay.

Zweite Gärung? Schauen wir uns einmal im Detail an, wie Champagner produziert wird. Zunächst durchlauft der Grundwein nach der Pressung eine Gärung wie andere Weine auch. Dann findet die Assemblage statt, bei der nicht nur verschiedene Rebsorten miteinander verschnitten werden, sondern auch der aktuelle Wein mit älteren Jahrgängen – etwa im Verhältnis 70 zu 30 -, was ein über die Jahre konstantes Qualitätsniveau gewährleistet. Nun wird der Wein in Flaschen abgefüllt, zusätzlich Zucker und Hefe hinzugegeben – die zweite Gärung beginnt, in deren Verlauf die Haltbarkeitsdauer sich verlängert, der Geschmack prägnanter und komplexer wird, die Kohlensäure sich bildet und der Alkoholgehalt ansteigt. 15 Wochen liegt der Wein auf der Hefe, Jahrgangschampagner sogar drei Jahre lang. Dann aber müssen die hilfreichen Pilze, die sich als hellbrauner Schlamm am Boden absetzen, wieder entfernt werden. Dieser Meinung war zumindest die Witwe Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin, die, entnervt davon, ständig Hefe in den Mund gespült zu bekommen, Löcher in ihren Esstisch sägen ließ, in die sich die Flaschen mit der Öffnung nach unten hineinstellen ließen. Die sich unter dem Korken sammelnde Hefe wurde dann beim Öffnen durch den Druck der Kohlensäure hinauskatapultiert. Im großen Maßstab sind es sogenannte Rüttelplatten, in welche die Flaschen gesteckt, dann täglich um ein Zehntel gedreht und gegen Ende der drei Wochen dauernden Angelegenheit auch immer steiler gestellt werden. Früher gab es dafür eigens hochspezialisierte Rüttler, die mehrere Zehntausend Flaschen betreuten, heute geschieht das meist maschinell – und „handgerüttelt“ ist ein seltenes und teures Prädikat. Auch die Entfernung des Hefesatzes, das Degorgieren, hat sich weiterentwickelt – mittlerweile taucht man den Flaschenhals in ein Kältebad, wodurch der Hefeklumpen zu einem Block gefriert. Auf diese Weise ist der Flüssigkeitsverlust bei dessen Entnahme kleiner. Aber er ist dennoch da und muss ausgeglichen werden. Der letzte Schritt ist folglich die sogenannte Dosage, bei der meist kein anderer Champagner hinzugefügt wird, sondern bei süßeren Qualitäten eine Zuckerlösung in Kombination mit Süßweinen und Hochprozentigem, bei Brut-Varianten eher neutrale Mischung oder trockene Reserve-Weine. Mit der Dosage erreicht man also nicht bloß wieder die reguläre Füllhöhe, sondern kann auch Restzucker, Alkoholgehalt und das schlussendliche Geschmacksbild erheblich beeinflussen – die genaue Zusammensetzung der Dosage wird daher von jedem Hersteller streng gehütet.

Das gesamte Anbaugebiet ist mit etwa 34 000 Hektar recht flachen Hügellandes mit im Schnitt nicht mehr als 12 Prozent Hangneigung zwar nicht gerade klein, andererseits auch nicht sonderlich groß, wenn man die riesengroße weltweite Nachfrage bedenkt. Wichtigste Abnehmerländer sind Großbritannien und die USA, Deutschland belegt den vierten Platz. Die Pflanzdichte ist mit bis zu 8000 Rebstöcken pro Hektar schon außerordentlich hoch, und man konnte sich vor Kurzem endlich dazu durchringen, neue Rebflächen auszuweisen – auch wenn die über 60 000 Hektar, über die die Champagne vor Reblausplage und Erstem Weltkrieg verfügte, kaum wieder erreicht werden dürften, denn exklusiv zu bleiben gehört schließlich zum Geschäft. Über den Ladentisch gehen aktuell etwa 325 Millionen Flaschen pro Jahr, mehr als die Hälfte davon nach wie vor in Frankreich selbst. Die Herkunftsbezeichnung ist streng geschützt und lässt es nicht zu, dass Trauben von außerhalb verarbeitet werden. Auch die weiteren Regeln sind sehr strikt: zwingend vorgeschrieben sind etwa Handlese, Flaschengärung und ein Höchstertrag von 15,5 Tonnen je Hektar. Die hohen Preise, die für den Schaumwein aufgerufen werden, sind also nicht allein auf die hohe Nachfrage bei begrenztem Angebot zurückzuführen, sondern mindestens genauso auf den sehr hohen Aufwand, den Champagner-Produzenten im Vergleich zu anderen Winzern betreiben müssen.

Tip 1 also: scheuen Sie nicht vor vermeintlich hohen Preisen zurück. Diese sind oft – wenn auch nicht immer – durch langjährige Expertise, kompromisslose Qualitätsansprüche und penibles Handwerk gerechtfertigt. Eine gute Flasche Champagner ist allemal besser als drei oder vier andere, nur mittelmäßige Weine.

Es ist eher unüblich, dass die fast 15 000 Winzer ihre Trauben selbst verarbeiten. Stattdessen beliefern sie die großen Champagnerhäuser, die alle weiteren Arbeitsschritte übernehmen – mit dieser Strategie vereinigen sie zwei Drittel der gesamten Produktion auf sich, obwohl ihnen selbst kaum Rebfläche gehört. Ansässig sind sie in einer der Champagnermetropolen Reims und Epernay, wo sie meist in repräsentativen Palais und Villen residieren. Ihre ikonischen Flaschenetiketten, die oft seit 200 Jahren keiner großartigen Veränderung unterlagen, trugen in einer noch nicht den Massenmedien verfallenen Epoche massiv zum Ruhm der Marken bei. Die meisten bekannten Häuser gehören allerdings längst nicht mehr den namensgebenden Familien, sondern sind im Besitz von Großkonzernen. Allein dem Global Player LVMH gehören etwa Moët & Chandon, Ruinart, Mercier, Dom Pérignon, Veuve Clicquot und Krug. Den Reiz früherer Zeiten kann man aber dennoch erleben, wenn man sich die in den Kalkfelsen gegrabenen, manchmal etliche Kilometer langen Stollen ansieht, in denen die Flaschen aufbewahrt wurden und werden – weit über eine Milliarde sind dort deponiert. Der Reiz liegt aber auch in den Produkten jeder Winzer, die nur über kleine Flächen verfügen und deswegen keine großartige Assemblage vornehmen – überzeugte Puristen werden die sensorische Erfahrung der einzelnen Parzellen stets einem Cuvee von mehreren Dutzend Grundweinen vorziehen.

Tip 2 soll daher lauten: statt auf die durch Werbung in Hochglanzmagazinen oder diversen James-Bond-Filmen vertrauten Marken zu setzen, lohnt es sich durchaus, kleinen und wenig bekannten Häusern eine Chance zu geben, die nicht den Massengeschmack bedienen, sondern die Eigenheiten von Terroir und Jahrgang geschmacklich erleben machen.

Auch die Darreichungsform war im Laufe der Zeit einem Wandel unterworfen: im 18. Jahrhundert galt es als modisch, aus Champagnerschalen, im Französischen Coupes genannt, zu trinken, die man heute eher aus Filmen wie „Der große Gatsby“ kennt, auch wenn sie in den 1920er Jahren bereits einen Anachronismus darstellten. Zwar lassen sich damit hervorragend Pyramiden errichten, einer der am häufigsten vorgetragenen Wünsche von Brautpaaren zu ihrer Hochzeit, der aber fast ebenso häufig aus Kostengründen und hoher Unfallgefahr wieder verworfen wird. Aber ehrlich gesagt ist die Schalenform das mit Abstand schlechteste Format, in dem man einen Schaumwein servieren könnte. Zum einen lässt sich mit ihnen schlecht anstoßen, da der Inhalt bei raschen Bewegungen überzuschwappen droht, zum anderen erwärmt er sich sehr schnell, da man meist gezwungen ist, das Glas am Kelch und nicht am Stiel zu halten. Am allerschlimmsten aber: die aufsteigenden Bläschen werden nicht mittig gebündelt sind durch die große Oberfläche bereits nach kurzer Zeit verschwunden. Eingedenk dieser Probleme ersann man im 19. Jahrhundert ein völlig neues Gefäß: die Champagnerflöte. Ihre schlanke, hohe Form setzt die Perlage deutlich besser in Szene und sammelte die Hefeteilchen, die vor dem Einfallsreichtum der Veuve Cliquot nicht entfernt wurden, ganz unten, sodass sie nicht in den Mund gelangten. Allerdings ist auch bei ihr der Bereich des Randes der breiteste, wodurch der Geruch in alle Richtungen entweichen kann. Erst vor vergleichsweise kurzer Zeit begann der Siegeszug der Champagnertulpe, die sich nach oben hin wieder verjüngt und damit die Aromen konzentriert.

Diese Unart, stilistische Nebensächlichkeiten aus Eitelkeit über den eigentlichen Genuss zu stellen, hielt sich auch in anderen Bereichen hartnäckig. Viel zu lange wurde Champagner lediglich als Aperitif oder zum Dessert gereicht. Oder klischeehaft mit Austern und Kaviar kombiniert. Aber ihn darauf zu reduzieren, wäre ein ziemlicher Verlust, zumal er mit Süßspeisen eigentlich eh nicht besonders harmoniert. Dafür aber umso mehr mit Hauptgerichten, deren Aromen sich auf seiner hefig-erdigen Basis so richtig gut entfalten können. Fischgerichte sind prädestiniert, aber auch Poulet, also Hühnchen, dann natürlich Pasta und Risotto. Die asiatische Küche mit ihren Currys und Chilis drängt sich geradezu auf. Auch deftige Kombinationen etwa mit Bratkartoffeln oder vermeintliche No-Gos – klassische Fastfood-Gerichte wie Hot Dogs oder Burger – sind einen Versuch wert.

Tipp 3: lassen Sie sich nicht von überholten Konventionen oder der Popkultur vorschreiben, wie Sie Ihren Champagner zu genießen haben. Erlaubt ist, was gefällt und der freudige Überraschungseffekt, wenn sie ein neues Food Pairing entdeckt haben, ist unbezahlbar.

Denn Champagner hat schon Wilderes erlebt, als zusammen mit einer Currywurst genossen zu werden – er liefert den Stoff für die abenteuerlichsten Geschichten. Tolldreiste wie die von Charles Heidsieck, der es sich während Napoleons Russlandfeldzug in den Kopf gesetzt hatte, noch vor der Grande Armee in Moskau zu sein, um mit dem Feldherrn auf dem Roten Platz anstoßen zu können – eine der genialsten Werbeaktionen aller Zeiten. Napoleon setzte jedoch noch einen drauf, als er nach einer Schlacht in Russland im Siegestaumel das Sabrieren erfand – heute wird es rund um den Erdball betrieben, ob von betrunkenen Selbstdarstellern mit dem Brotmesser auf der Familienfeier, der über eine Viertelmillion Mitglieder zählenden Bruderschaft Confrérie du Sabre d’Or oder mit 39 geköpften Flaschen in einer Minute auf Weltrekordniveau. Auch tragikkomische gibt es, wie die des Champagnerkrieges im Jahre 1902. Damals hatte Kaiser Wilhelm II. eine amerikanische Werft beauftragt, eine Rennyacht für ihn zu bauen. Für die Schiffstaufe in New York, bei der sehr viel Prominenz zugegen war, hatte man eine Magnumflasche Sekt der Rheingauer Kellerei Söhnlein vorgesehen, die aber durch einen gewieften Weinhandels-Magnaten, den „Champagnerkönig“ George Kessler, heimlich gegen eine Flasche der von ihm vertretenen Marke Moët & Chandon ausgetauscht wurde. Als die deutsche Öffentlichkeit aus der feixenden französischen Presse von diesem Coup erfuhr, brach ein Sturm der Entrüstung los: diplomatische Verwicklungen und ein Millionen-Prozess waren die Folge. Und schlussendlich gibt es die Geschichten, die erst in der Zukunft geschrieben werden, die aber schon jetzt Grauen erregen: erste Wissenschaftler haben prognostiziert, dass aufgrund der immer weiter steigenden Temperaturen und langer Dürreperioden in 50 Jahren keine Champagner-Produktion auf dem heutigen Gebiet mehr möglich sein wird. Aber wahrscheinlich trägt diese Aussicht eher noch zu seinem überschwänglichen Tanz-auf-dem-Vulkan-Image bei.

Ja, die Historie des Champagners ist so reich an Anekdoten wie er selbst an herrlich prickelnden Bläschen. An ihr haben findige Mönche ebenso mitgewirkt wie kluge Witwen, schlitzohrige Geschäftsmänner ebenso wie königliche und kaiserliche Feinschmecker. Die Kundschaft hat sich zwar gewandelt – waren es früher Offiziere, Adlige, Künstler und Industrielle, so sind es heute Hollywoodstars, Rapper und Spitzensportler -, aber der Nimbus, der zwischen verruchter Erotik und großzügiger Weltgewandtheit, zwischen dekadenter Selbstdarstellung und ausgelassener Glückseligkeit oszilliert, hat sich über die Zeiten erhalten. Daher seien Sie mit einem letzten Tipp entlassen: genießen Sie! Und zwar ohne falsche Zurückhaltung oder Reue. Mit kaum einem Lebensmittel funktioniert das so gut wie mit Champagner.

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Frankreich

Etienne Sauzet Corton Charlemagne Grand Cru 2022

Weißwein · Corton-Charlemagne Grand Cru · Chardonnay

Chardonnay Corton-Charlemagne · Grand Cru Pernand- & Ladoix-Seite Côte de Beaune 2022

Der Corton-Charlemagne Grand Cru 2022 der Domaine Etienne Sauzet ist seit diesem Jahrgang neu im Portfolio. Ein reinsortiger Chardonnay aus zwei kleinen Parzellen – eine auf der Pernand-, eine auf der Ladoix-Seite – mit großer Tiefe, Vielschichtigkeit und Länge: kraftvoll, flintig und zitrisch.


Corton-Charlemagne – der große weiße Hügel

Corton-Charlemagne liegt auf dem Corton-Hügel, einem großen Kalksteinausläufer am nördlichen Ende der Côte de Beaune, und umfasst rund 52 Hektar (Appellation seit 1937). Das Gebiet verteilt sich über Aloxe-Corton, den nordwestlich ausgerichteten Abschnitt En Charlemagne in Pernand-Vergelesses und die östlichen Climats in Ladoix. Der von der bewaldeten Hügelkuppe erodierte Boden hinterließ eine Kalkstein-Mergel-Mischung, die sich hervorragend für Chardonnay eignet.

Sauzet bezieht den Wein aus zwei kleinen Parzellen auf der Pernand- und der Ladoix-Seite. Die Domaine Etienne Sauzet (gegründet 1903) zählt zu den großen Weißwein-Adressen des Burgunds; Corton-Charlemagne ist seit dem Jahrgang 2022 neu im Sortiment.

Jahrgang 2022 – Côte de Beaune

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die weißen Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Energie – ein gehaltvoller Jahrgang, der die Tiefe dieses Grand Cru trägt.

Assemblage und Ausbau

Zu 100 % Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, aus zwei kleinen Parzellen.

Die Gärung erfolgt im Stil des Guts spontan in großen Eichenfässern, temperaturreguliert; der gesamte Ausbau bis zur Feinhefelagerung dauert bis zu 18 Monate und gibt dem Wein Tiefe und Textur.

Im Glas

Große Tiefe, Vielschichtigkeit und Länge. Die feine Reduktion lässt feuersteinhaltige Gesteinsnoten, Artischocke, Anis, reife Orange, Apfel und saftige Birne aufblitzen. Kraftvoll, flintig und zitrisch, von einem Brioche-Mantel und zischender Säure umhüllt, mündet der Wein in ein fulminantes Finale.

Feuerstein, reife Orange und Brioche, umhüllt von zischender Säure – kraftvoll, flintig und von großer Länge.

Schon jetzt groß, in einigen Jahren noch größer; mit langem Reifepotenzial. Bei 12–14 °C servieren.

Am Tisch

Hummer und Langustinen, edler Fisch in heller Sauce, Bresse-Geflügel, Kalbsbries, dazu gereifter Comté. Ein Wein für den ganz großen Anlass.


Lage: Corton-Charlemagne, Corton-Hügel (Pernand-Vergelesses- & Ladoix-Seite, Côte de Beaune); Kalkstein-Mergel
Klassifikation: Corton-Charlemagne Grand Cru
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung im großen Eichenfass, bis 18 Monate inkl. Feinhefe

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Weine

Dönnhoff Oberhäuser Leistenberg Riesling Kabinett 2023

Weißwein · Oberhausen (Nahe) · Riesling (Kabinett, fruchtsüß)

Riesling Oberhäuser Leistenberg Kabinett · fruchtsüß Dönnhoff Nahe grauer Tonschiefer Süd-Ost-Steillage 2023

Der Dönnhoff Oberhäuser Leistenberg Riesling Kabinett 2023 stammt aus einer Süd-Ost-Steillage auf grauem Tonschiefer – der perfekten Lage für Kabinettweine. Ein filigraner, frischer und mineralischer Kabinett.


Oberhäuser Leistenberg – perfekte Lage für Kabinett

Das Weingut Dönnhoff in Oberhausen zählt zu den weltweit renommiertesten Rieslingerzeugern der Nahe. Der Leistenberg gilt als ideale Lage für filigrane, fruchtsüße Kabinettweine.

Die Rebstöcke gedeihen in einer Süd-Ost-Steillage mit grauem Tonschieferboden. Die Morgensonne trocknet die Trauben, während die Nachmittagssonne weniger direkt einfällt – so bleiben die Trauben gesund und reifen sehr lange, ohne überreif zu werden. Ideale Voraussetzungen für einen leichten, frischen Kabinett.

Jahrgang 2023 – Nahe

2023 war an der Nahe ein Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und lebendiger Säure – ideale Voraussetzungen für einen filigranen, fruchtsüßen Kabinett mit klarer Balance aus Süße und Säure.

Herstellung und Ausbau

Fruchtsüßer Riesling Kabinett aus dem Oberhäuser Leistenberg, Jahrgang 2023; 100 % Riesling von grauem Tonschiefer.

Nach selektiver Handlese wird der Wein herkunftsbetont im Stil des Guts vinifiziert, mit kühler Gärung, die die feine Restsüße und die lebendige Säure des Kabinetts bewahrt.

Im Glas

Ein filigraner, fruchtsüßer Kabinett: Apfel und Zitrus, dazu weißer Pfirsich, florale Anklänge und eine feine, salzig-mineralische Schieferader. Am Gaumen leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, die von einer lebendigen, klaren Säure getragen wird, und einem frischen, mineralischen Nachhall.

Apfel, Zitrus und weißer Pfirsich über floralen Anklängen und feiner, salziger Schieferader – leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, getragen von lebendiger, klarer Säure.

Ein filigraner, frischer Nahe-Kabinett. Bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif, zu würziger asiatischer Küche und Currys, zu Fisch und Meeresfrüchten sowie zu mildem bis mittelkräftigem Käse.


Lage: Oberhäuser Leistenberg, Nahe; Süd-Ost-Steillage; grauer Tonschieferboden
Klassifikation: Riesling Kabinett, Nahe (fruchtsüß); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, kühle Gärung, herkunftsbetonter Ausbau im Stil des Guts

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Frankreich

François Bertheau Bonnes Mares Grand Cru 2018

Rotwein · Bonnes-Mares Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Bonnes-Mares · Grand Cru Chambolle-Musigny / Morey Côte de Nuits 2018

Der Bonnes-Mares Grand Cru 2018 der Domaine François Bertheau ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der großen Lagen der Côte de Nuits. Bonnes-Mares bringt kräftigere, langlebigere Weine hervor als das benachbarte Musigny; in Bertheaus Händen verbindet sich diese Statur mit der seidigen Eleganz von Chambolle. Der warme Jahrgang 2018 gibt dem Wein reife Fülle.


Bonnes-Mares – Grand Cru zwischen Chambolle und Morey

Bonnes-Mares erstreckt sich über rund 15 Hektar am Mittelhang der Côte de Nuits. Der Großteil liegt in Chambolle-Musigny, ein kleinerer Teil von etwa 1,5 Hektar im benachbarten Morey-Saint-Denis; im Norden grenzt die Lage an den Clos de Tart. Bepflanzt ist sie ausschließlich mit Pinot Noir.

Die Böden unterscheiden sich deutlich: am Morey-Ende reicher und tiefer (strenger, gehaltvoller), am Chambolle-Ende feiner und kalkreicher (seidiger). Der Name geht auf die „Bonnes Mères", die Zisterzienserinnen der Abtei Notre Dame de Tart, zurück. Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen Erzeugern von Chambolle-Musigny.

Jahrgang 2018 – Côte de Nuits

2018 folgte auf einen nassen Winter, der die Wasserreserven füllte, ein warmer, sonnenreicher und trockener Sommer. Die Reben blieben gesund, und es kam zu einer großzügigen, vollreifen Ernte.

Für die roten Burgunder steht 2018 für reife, konzentrierte Frucht mit Tiefe, geschmeidigem Tannin und überraschender Frische – ein gehaltvoller Jahrgang, der die Kraft des Bonnes-Mares schön trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2018.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Bonnes-Mares zeigt sich kraftvoll und strukturiert: reife dunkle und rote Frucht, florale Noten und feine Würze. Bei Bertheau verbindet sich diese Statur mit seidiger Eleganz; das Tannin ist fest und zugleich fein, der Abgang lang.

Reife Kraft und Struktur, getragen von seidiger Eleganz – ein Bonnes-Mares aus dem warmen 2018er für die lange Reife.

In der Jugend noch verschlossen, entfaltet der Wein sein Potenzial über viele Jahre Flaschenreife. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Bonnes-Mares, Chambolle-Musigny / Morey-Saint-Denis (Côte de Nuits); Mittelhang, ~15 ha
Klassifikation: Bonnes-Mares Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Weine

Mirada Organic rosé BIO

Roséwein · Bio-Cuvée · Castilla-La Mancha · Spanien

Hammeken Cellars Mirada Organic Rosé ist ein trockener Bio-Roséwein aus Spanien. Die Cuvée aus Bobal und Tempranillo zeigt sich hellrosa, mit Aromen von Erdbeere, Zitrus und Rosenblüten und einer feinen Harmonie aus Frucht und Mineralität.


Castilla-La Mancha

Hammeken Cellars mit Sitz in Jávea (Alicante) keltert moderne spanische Weine aus Lagen im ganzen Land, zunehmend in Bio-Qualität. Der Mirada stammt aus Castilla-La Mancha (Vino de la Tierra de Castilla). Wein aus biologischem Anbau, ES-ECO-002.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Bobal und Tempranillo aus ökologischem Anbau. Die handgelesenen Trauben werden temperaturkontrolliert im Edelstahl vergoren; anschließend reift der Wein einige Monate auf der Feinhefe, was ihm Schmelz und Textur verleiht.

Im Glas

Hellrosa. In der Nase Erdbeere, Zitrusfrüchte und ein Hauch Rosenblüten. Am Gaumen frisch und seidig, mit einer feinen Harmonie zwischen roter Frucht und Mineralität.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder leichter Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Salate, Gemüsegerichte, leichte Pasta und Sommerküche.


Lage: Castilla-La Mancha (Spanien)
Klassifikation: Vino de la Tierra de Castilla – Roséwein (trocken)
Ausbau: Edelstahl, Reifung auf der Feinhefe

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Weine

Schloss Lieser Terroir GG Kiste 2022

Weißwein · Mittelmosel · Riesling (6er-GG-Kollektion)

6 Große Gewächse · Riesling handsigniert von Thomas Haag exkl. Bernkasteler Doctor GG Wehlener Sonnenuhr · Graacher Himmelreich Niederberg Helden · Juffer Sonnenuhr Piesporter Goldtröpfchen edle Holzkiste · limitiert 2022 · trocken

Die Schloss Lieser Terroir GG Kiste 2022 vereint die Großen Gewächse der besten Terroirs der Mittelmosel in einer edlen Holzkiste. Nur in dieser Kiste erhält man exklusiv das aktuelle Bernkasteler Doctor Große Gewächs – zusammen mit den GGs Wehlener Sonnenuhr, Graacher Himmelreich, Niederberg Helden, Brauneberger Juffer Sonnenuhr und Piesporter Goldtröpfchen. Alle sechs Einzelflaschen sind von Thomas Haag handsigniert.


Schloss Lieser & die Terroir-Kiste 2022

Thomas Haag – ältester Sohn von Wilhelm Haag (Weingut Fritz Haag) – führte Schloss Lieser an der Mittelmosel in die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Handarbeit in den Steillagen und die spontane Vergärung der Weine sind das Markenzeichen für den sorgfältigen Umgang von Thomas Haag und seiner Familie mit den gegebenen Ressourcen.

Diese limitierte Kiste ist die einzige Möglichkeit, das aktuelle Bernkasteler Doctor GG zu erhalten, und versammelt sechs der berühmtesten Einzellagen der Mittelmosel in einer handsignierten Kollektion – ein Terroir-Querschnitt für Kenner und Sammler.

Jahrgang 2022 – Mosel

Die Riesling Großen Gewächse von Schloss Lieser aus dem Jahr 2022 sind das Ergebnis eines bemerkenswerten Wachstumsjahres, das durch seine extreme Trockenheit in Erinnerung bleibt. Nach einem regnerischen Mai forderte eine lange Hitze- und Dürreperiode die bis zu über 100 Jahre alten Reben bis an ihre Grenzen; dank tiefer Verwurzelung und ausgezeichneter Wasserreserven hielten sie stand. Der späte Wetterumschwung kurz vor der Ernte – kühle Nächte und regnerische Tage – bewahrte Frische und Zartheit. So entstanden GGs mit moderatem Alkohol, feiner Eleganz und einer lebhaften, spannenden Säurestruktur.

Die sechs Großen Gewächse

Bernkasteler Doctor: Eine der berühmtesten und exklusivsten Einzellagen der Welt, hoch über Bernkastel-Kues auf feinstem Devonschiefer in extremer Steillage. Schloss Lieser bewirtschaftet eine kleine Parzelle mit teils über hundertjährigen Reben in reiner Handarbeit – ein kraftvoller, präziser Riesling mit vielschichtiger Würze, druckvoller Struktur und langem, salzigem Nachhall.

Wehlener Sonnenuhr: Legendäre Südwestlage gegenüber Wehlen mit 60–100 % Neigung auf reinem Devonschiefer-Verwitterungsboden, in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Hier entstehen einige der langlebigsten und feinsten Rieslinge der Welt – filigran, tiefgründig und von kristalliner Mineralität.

Graacher Himmelreich: Steile Südwest-Exposition zwischen Bernkastel und Wehlen auf reinem Devonschiefer, der tagsüber Wärme speichert und nachts abgibt. In der Jugend etwas zugänglicher als die Nachbarlagen, mit klarer Mineralität, feiner Säure und großem Reifepotenzial – druckvoll und präzise, mit vibrierender Frische.

Niederberg Helden: Mit bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben auf 100 % blauem Schiefer und Steigungen bis 80 %. Diese lange vernachlässigte Lage zählt heute zu den facettenreichsten der Mosel und bringt expressive Spitzenrieslinge mit außergewöhnlichem Reifepotenzial hervor.

Brauneberger Juffer Sonnenuhr: Renommierte Steillage in perfekter Süd-Südwest-Ausrichtung mit bis zu 80 % Neigung auf kargem, eisenhaltigem Devonschiefer. Aus den ältesten Parzellen, traditionell im Edelstahl mit langem Feinhefelager ausgebaut – tiefgründig und vielschichtig, mit feinen Steinobstnoten, kühler Schiefermineralität und brillanter, salziger Länge.

Piesporter Goldtröpfchen: Steiles, südlich ausgerichtetes Amphitheater oberhalb von Piesport auf tiefgründigem Grauschiefer mit Blau- und Rotschiefer-Anteilen. Spontan vergoren, meist im Edelstahltank – kühl, präzise und kraftvoll, mit rauchiger Steinigkeit, feinen Zitrusnoten und langem, salzig-mineralischem Nachhall.

Im Glas

So unterschiedlich die sechs Lagen sind, so klar eint sie die Handschrift von Thomas Haag: glasklare, präzise Rieslinge mit lebendiger Säure, feiner Frucht und einer packenden, salzig-mineralischen Schieferprägung. Vom kraftvoll-würzigen Doctor über die filigrane Wehlener Sonnenuhr bis zum kühl-rauchigen Piesporter Goldtröpfchen zeigt die Kollektion die ganze Bandbreite großer Mosel-Terroirs – trocken, tiefgründig und mit enormem Reifepotenzial.

Sechs große Lagen, eine Handschrift: glasklare, präzise Rieslinge mit lebendiger Säure und packender Schiefermineralität – trocken, tiefgründig und langlebig.

Ideal für eine vergleichende Terroir-Probe der Mittelmosel. Junge GGs profitieren vom Dekantieren; alle mit jahrzehntelangem Reifepotenzial. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Krustentieren, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Gerichten sowie zu gereiftem Hartkäse – und nicht zuletzt als Sammlerstück und handsigniertes Geschenk für Liebhaber großer Moselrieslinge.


Lage: sechs VDP.GROSSE LAGEN der Mittelmosel – Bernkasteler Doctor, Wehlener Sonnenuhr, Graacher Himmelreich, Niederberg Helden, Brauneberger Juffer Sonnenuhr, Piesporter Goldtröpfchen; steile Devonschiefer-Lagen
Klassifikation: 6× VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken), 100 % Riesling, Jahrgang 2022; alle Flaschen von Thomas Haag handsigniert; limitierte Holzkiste
Ausbau: selektive Handlese, Spontangärung mit eigenen Hefen, Ausbau auf der Feinhefe (überwiegend Edelstahl)

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Spanien

Pupitre Cava Brut Nature

Ganz trockener, sehr fein perlender Sekt aus dem Herzen des Penedes. Eignet sich durch seine saftige Trockenheit als perfekter Aperitif.

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Rebsorten

Winkler Grauer Burgunder trocken

Wein · Weißwein · Pfalz · Deutschland

Weingut Winkler Grauer Burgunder zeigt sich in schönem Goldgelb im Glas. Ein frischer, fruchtiger Duft mit erdig-mineralischen Noten leitet über zu Aromen von Äpfeln und Kornblumen – leicht, ausgewogen und spritzig ist dieser Grauburgunder ein herrlich süffiger Weißwein.


Pfalz / Südpfalz

Das Weingut Winkler liegt in der Südpfalz – einer der wärmsten und sonnenreichsten Weinregionen Deutschlands, bekannt für fruchtbetonte, zugängliche Burgunderweine.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder. Der Ausbau betont die leichte, frische und fruchtbetonte Stilistik mit klarer Apfelfrucht und feinem mineralischem Spiel. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Schönes Goldgelb. In der Nase frisch und fruchtig, mit erdig-mineralischen Noten. Am Gaumen Aromen von Äpfeln und Kornblumen, leicht, ausgewogen und spritzig – herrlich süffig, mit sauberem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Geflügel, hellem Fleisch, Spargel und mildem Käse – oder einfach solo.


Lage: Südpfalz (Deutschland); Weingut Winkler
Klassifikation: 100 % Grauburgunder, trocken
Ausbau: leicht und fruchtbetont

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Deutschland

Ellermann Spiegel Pinot Noir GOLDKAPSEL trocken 2023

Rotwein · Spätburgunder · Pfalz · Goldkapsel

Ellermann-Spiegel Pinot Noir Goldkapsel ist ein trockener Spätburgunder aus der Spitzenlinie des Weinguts Ellermann-Spiegel in der Pfalz. Aus selektierten Burgunder-Klonen, über zwei Jahre im Barrique ausgebaut und unfiltriert abgefüllt – puristisch, facettenreich und klar.


Pfalz

Die Familie Spiegel liebt Pinots aus dem Burgund. Für den Goldkapsel-Spätburgunder wurden die besten Pinot-Klone selektiert und in die Pfälzer Weinberge bei Kleinfischlingen gepflanzt. Die Goldkapsel kennzeichnet die Spitzenweine des Hauses, aus selektiver Lese.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Spätburgunder (Pinot Noir). Nach selektiver Handlese reift der Wein über zwei Jahre in kleinen Barriquefässern. Die Abfüllung erfolgt schonend und unfiltriert, was Tiefe und Textur bewahrt.

Im Glas

Puristisch und klar. In der Nase zarte Holzaromen, etwas Fichte und Brioche, dazu Veilchen, Brombeere und Himbeere. Am Gaumen wilde Beerenfrucht mit knackiger Säurestruktur und erdigen Noten von Tabak, Leder, Erde und Pilz. Das Finale ist lang, filigran und vibrierend.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; etwas Luft oder eine Karaffe öffnen den Wein. Ein feiner, ausdrucksstarker Pinot für anspruchsvolle Begleitung.

Klassische Begleitung: Wild, Ente, Lamm, Pilzgerichte und gereifter Käse.


Lage: Pfalz – Südliche Weinstraße (Deutschland)
Klassifikation: Qualitätswein (Goldkapsel) – Rotwein (trocken)
Ausbau: über 2 Jahre im Barrique, unfiltriert

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