Das Weinbaugebiet Ribeiro

Ribeiro: Winzig klein, mit bärenstarken Qualitäten

Winzig klein ist Ribeiro im Vergleich zum gesamtspanischen Weinbau: die Rebfläche verteilt sich auf gerade einmal 13 Gemeinden innerhalb der Provinz Ourense und beträgt rund 3000 Hektar, was es flächentechnisch in etwa mit dem Rheingau vergleichbar macht. Anders als das benachbarte Rías Baixas liegt Ribeiro im Landesinnern, was Einfluss auf die klimatischen Verhältnisse hat: diese sind zwar immer noch atlantisch, also recht frisch, allerdings halten Bergketten die kühlenden, salzigen Winde des Ozeans großenteils ab, sodass es, auch aufgrund der sehr zahlreichen Sonnenstunden und der allgemeinen Südlage, verhältnismäßig warm ist – 15 Grad im Jahresmittel, im Sommer auch gern mal über 30. In Kombination mit recht hohen Niederschlägen entsteht so ein interessanter Mix aus ozeanischen und mediterranen Einflüssen, der eine zeitige Reife sicherstellt und dennoch ein recht hohes Säure-Level gewährleistet. Und die Region zu einer der vegetationsreichsten und somit grünsten Spaniens macht: schattige Kiefernwälder, knorrige Eichenhaine und lichtdurchflutete Kastanienansammlungen ermöglichen einen entspannten Önotourismus fernab der sonnenverbrannten Hochebenen im Landesinnern. Die Lebensader der Region ist der 315 Kilometer lange Río Miño, dessen Unterlauf die Staatsgrenze zwischen Spanien und Portugal bildet und schließlich in den Atlantik mündet. Er und seine Nebenflüsse Arnóia, Avia und Barbantiño gaben Ribeiro seinen Namen, denn übersetzt bedeutet es nichts anderes als Uferland. Da die von ihm aufsteigenden Hänge recht steil sind, hat man für den Weinbau häufig Terrassen angelegt, die sich in der Regel in 100 bis 400 Metern Seehöhe befinden. Den Reben bieten sie tiefgründige Böden mit sandiger Textur, die auf Gründen aus Schiefer, vor allem aber Granit liegen und überdies arm an organischer Materie und leicht sauer sind.

Nur etwas über 100 größere Kellereien verarbeiten die Trauben, die meist von in Winzergenossenschaften organisierten Kleinbetrieben gelesen werden. Und dennoch werden die von hier stammenden Weine keineswegs übersehen, sondern erfreuen sich großer Beliebtheit. Und das schon seit dem Mittelalter, als sie zu den teuersten des Landes zählten, von Königen geschätzt und von Dichtern besungen wurden. Und einmal mehr seit 1957, als das Gebiet als eines der ersten in Spanien mit einer geschützten Herkunftsbezeichnung, einer Denominación de Origen, geadelt wurde. Grund dafür ist die umfassende Erneuerung der Weinberge, die lange Zeit nur trüb-sauren Kopfschmerz-Wein hervorgebracht hatten. Und die Rückbesinnung auf heimische Trauben, nachdem die Reblauskatastrophe die Anpflanzung internationaler Reben befördert hatte, die aber weder dem feuchten Klima gewachsen noch imstande waren, das einzigartige Terroir schmeckbar zu machen. Das Resultat dieser Anstrengungen sind die herrlich frischen Weißweine, die mit strohgelber Farbe, moderater Säure, unkomplizierter Leichtigkeit und einer blumig-fruchtigen Aromatik das Zeug zu Everybody’s Darling haben. Liest sich wie ein Weißburgunder? Naja, sie mit bekannten Sorten vergleichen zu wollen, würde ihnen nicht gerecht werden – zu einzigartig ist der Charakter der autochthonen Reben Torrontés und Godello. Auch Loureiro, Palomino und Albariño baut man gern an. Sie alle genießen aber nicht die Popularität der Treixadura. Geringe Erträge und späte Reife sind der Preis für floral bis grasig-kräutrig duftende und voluminöse Weine mit recht hohem Alkoholgehalt, der ihren Charakter noch zusätzlich betont. Seit einigen Jahren ist eine zunehmende Orientierung am Stil der klassischen Burgunder zu beobachten: mittels malolaktischer Gärung, bei der im Most enthaltene Apfel- in Milchsäure umgewandelt wird, erzeugt man Weine, die keine spitze Säure aufweisen, sondern cremig-schmelzig geraten. Der Ausbau im Eichenfass kommt ebenfalls mehr und mehr in Mode. Auch rote Reben gedeihen hier, machen aber nur etwa ein Fünftel der Gesamternte aus. Unter ihnen sind bekannte wie der Tempranillo und Mencía, aber auch entdeckenswerte Underdogs wie der Caiño Bravo oder der autochthon galicische Brancellao. Ihnen ist zumeist gemein, dass sie einen eher hellen Farbton und einen gerbstoffreichen Geschmack entwickeln, dabei aber deutlich weniger alkoholisch geraten als die Rotweine weiter östlich in Kastilien-Leon – in aller Regel weisen sie nie mehr als 12 Volumenprozent auf, während die Weißweine durchaus schon mal auf 13 kommen können.

Wobei jene, die man mit Vorliebe zum Menú del Día trinkt, eher weniger haben. Diese spanische Mittagessens-Tradition ist noch gar nicht so alt: ihre Wurzeln liegen in den frühen 60er Jahren. Ob sie entstand, weil der zuständige Minister einen Anreiz für Touristen zu schaffen gedachte, die lokale Gastronomie zu besuchen und nicht nur in den Hotels zu speisen, oder ob General Franco sichergestellt wissen wollte, dass jeder Arbeiter sich in der Mittagspause eine warme Mahlzeit leisten konnte, lässt sich heute nicht mehr klären. Fest steht aber, dass das Menú del Día sich auch heute noch bei Berufstätigen und (gut informierten) Touristen einer gleichermaßen hohen Beliebtheit erfreut. Auf einer Tafel vor dem Restaurant werden tagesaktuell die drei Gänge beworben, für die man – in Deutschland unvorstellbar – meist nur um die zehn Euro zahlt. Getränke sind dabei noch inklusive – Kaffee, Bier oder eben Wein. Und davon häufig nicht nur ein lumpiges Gläschen, sondern eine komplette Flasche. Pro Person.

Wer Foodpairing auf einem etwas höheren Level betreiben möchte, der sieht sich am besten nach Fischgerichten um, denn schließlich befinden wir uns zwar nicht direkt am, aber doch in unmittelbarer Nähe zum Meer. Eine der besten Gelegenheiten, die kulinarischen Segnungen des Ozeans zu genießen, bietet sich bei den zahlreichen Festen der Region. Beim Festa do Peixe e da Anguía im Örtchen Francelos stehen – wie der Name schon sagt – Fische und Aale im Mittelpunkt, beim Festa do Polbo in O Carballiño der Oktopus, der unbestrittene Star der galicischen Küche, der in den zahlreichen Pulperías das bestimmende Gericht der Speisekarte ist. Auch Lamprea, das mittlerweile schwer zu bekommende, weil stark gefährdete aalartige Neunauge, traditionell nach galicischer Art eingelegte Sardinen und Entenmuscheln erfreuen sich hoher Wertschätzung – wobei deren eher ungewöhnliches Aussehen nicht trügt, denn bei ihnen handelt es sich mitnichten um Muscheln, sondern um Krebstiere. Ebenso wenig optisch ansprechend präsentiert sich der Seeteufel, der bedingt durch seinen Körperbau, von welchem nur Schwanz und Bäckchen, nicht aber der riesige Kopf verwendet werden, für spanische Verhältnisse recht kostspielig ist. Als Rape a la gallega zubereitet mit Erbsen, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und viel Olivenöl genießt er höchstes Ansehen. Und alles, was an kleineren und größeren Fischstückchen und Meeresfrüchten übrig bleibt, wickelt man in Teigtaschen – die in der gesamten lateinamerikanischen Welt geschätzten Empanadas haben ihren Ursprung in Galicien. Neben den Lebewesen des Ozeans werden beim Festa do Pemento in Arnoia auch die kleinen Paprikas geehrt, die man scharf angebraten mit Öl und Salz genießt. Und beim weihevollen Festa de Exaltación do Pan de Cea das traditionelle galicische Brot, mit dem man am Ende Sud und Saucen genüsslich vom Teller wischt.

Ribeiro liegt im äußersten Nordwesten Spaniens ziemlich genau auf halber Höhe zwischen Porto und Santiago de Compostela. Die Nähe zum europaweit bekannten Wallfahrtsort mit dem Grab des Apostels Jakobus, begründet als Zeichen des Widerstands gegen die islamische Besatzung der Iberischen Halbinsel, war schon in früheren Zeiten ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor: die Pilger – zu Hochzeiten waren es jährlich bis zu zwei Millionen – gönnten sich am Ende ihrer Reise gern den einen oder anderen Tropfen zur Belohnung und nahmen bei Gefallen auch etwas in ihre Heimat mit. Die florierenden, die Landschaft dominierenden Weinberge galten ihren Besitzern dabei nicht allein als Zeichen weltlichen Wohlstands, sondern genauso als hoch politische Aussage: Seht, wieviel besser es dem Land unter christlicher Herrschaft geht! Damals waren es allerdings nicht die trockenen, sondern die Tostadillos genannten süßen Weine, die den Geschmack der Masse trafen. Hergestellt wurden sie aus getrockneten Treixadura-Trauben, nach wie vor die eigentliche Leitrebsorte der Region, und vermarktet unter dem Namen Ribadavia, der Stadt, in denen sie umgeschlagen und auf Lastkähne Richtung Atlantik verladen wurden. Noch heute kann man dort das gut erhaltene jüdische Viertel besichtigen – kurz vor ihrer Vertreibung nach dem Ende der Reconquista stellten die Juden hier die Hälfte der Bevölkerung und waren fast ausschließlich im Weinhandel tätig. Beliebt waren diese süßen, einer Trockenbeerenauslese nicht unähnlichen Tropfen in Italien und vor allem in England – dort rangierten sie lange Zeit noch vor dem viel bekannteren Portwein. Die dortigen Abnehmer, meist Herren von Stand mit entsprechenden finanziellen Mitteln, wollten sicherstellen, dass die Weine den langen Transport zuverlässig unbeschadet überstanden, ohne zu verderben. Also brachten sie den Winzern bei, wie man Weine schwefeln und auf diese Weise ihre Haltbarkeit verlängern kann.

Den Wohlstand, der durch diesen Fernhandel in die Region kam, kann man noch heute an den vielen Pazos ablesen. Die traditionellen galicischen Anwesen reicher Grundherren bestehen meist aus einem trutzigen, quaderförmigen und recht schmucklosen Haupthaus, das von einem Park und diversen Wirtschaftsgebäuden, aber auch eigenen Kapellen umgeben ist. Diese Pazos waren wichtige Verwaltungszentren, von denen aus der Land- oder Geldadel die Arbeit auf seinen Ländereien organisierte. Gerade im 19. Jahrhundert, als im Zuge der sogenannten Desamortisation die Klöster enteignet wurden, die seit dem Hochmittelalter quasi ein Monopol auf den Weinbau hatten, witterten viele geschäftstüchtige Familien mit dem entsprechenden Kleingeld ihre Chance und ersteigerten die besten Weinberge. Der Klerus tobte zwar, dem Staat brachte die radikale Maßnahme aber riesige Einnahmen: die neuen Besitzer mussten Abgaben auf ihren Grundbesitz zahlen, von denen die Kirche stets ausgenommen war. Ein weiterer Beweggrund lag im Bestreben der spanischen Herrscher, den Aufstieg einer liberalen Mittelschicht zu fördern, die ihrerseits ein Interesse daran hatte, langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein und so wiederum reichlich Steuern zahlte. Doch natürlich besaßen die neuen Herren keineswegs die Expertise, die Benediktiner und Franziskaner über Jahrhunderte immer weiter verfeinert hatten. Und als dann noch Mehltau und Reblaus hinzukamen, sank die Qualität der Weine für fast ein Jahrhundert auf ein recht kümmerliches Niveau herab.

Ältere Einheimische kann man durchaus noch dabei beobachten, wie sie ihre abendliche Ration dieses ihr vertrauten Landweines aus cuncas, den kleinen Keramikschalen, trinken. Dies war jahrhundertelang die gängige Darreichungsweise, denn Glas war schwer herzustellen und dementsprechend teuer. Man kam mit dem aus, was einem die Umgebung bot – das gilt auch für die Trauben. Denn anstatt die pflanzlichen Rückstände, die nach dem Pressvorgang verblieben, und den bei der Gärung entstehenden Hefesatz wegzuwerfen, brannte man aus ihnen Schnaps. Und benannte diesen auch kurzerhand nach dem spanischen Wort für Trester: Orujo. Mittlerweile existieren von dem Brand etliche Variationen: mit dem Orujo seco eine klare, eine honigfarbene mit dem mehrere Jahre in Eichenfässern gereiften Orujo envejecido und schließlich der Orujo de hierbas als Kräuterlikör. Nach einem ausgiebigen Mahl sind sie ein perfekter Absacker. Meist zu später Stunde, denn ein gutes Abendessen kann in Ribeiro viele Stunden dauern. Wein, Speisen und Genuss im Allgemeinen werden hier regelrecht zelebriert – allerdings mit einer Selbstverständlichkeit, die manchen Deutschen sich verwundert die Augen reiben lässt. Weil für die Menschen aus Ribeiro ihr erstklassiger Wein so sehr zum Alltag gehört, schafft es nur ein Zehntel davon überhaupt in den Export. Gut also, wenn man schon jetzt um die Weine aus Ribeiro weiß, die nicht für ewig ein Geheimtipp bleiben werden. Text: Dario Sellmeier

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Deutschland

Von Winning Mäushöhle 2023

Weißwein · Deidesheim (Pfalz) · Riesling

Riesling Deidesheimer Mäushöhle VDP.Erste Lage von Winning · Deidesheim Sandstein & Kalk trocken komplett im Holz · ~1 Jahr Feinhefe 2023

Der von Winning Deidesheimer Mäushöhle Riesling trocken 2023 stammt aus einer geschützten, kühlen Tallage in Deidesheim. Straff und fokussiert, mit kühlen Apfelaromen und feiner Kräuterwürze – einer der strafferen, mineralischen Rieslinge aus dem Hause von Winning.


Deidesheimer Mäushöhle – geschützte Tallage

Das Weingut von Winning in Deidesheim wurde 2007 unter Betriebsleiter Stephan Attmann neu ausgerichtet und zählt heute zu den meistdiskutierten Gütern der Pfalz. Prägend ist Attmanns Stilistik, die trockenen Lagen-Rieslinge – ganz im Sinne der Zeit vor 1960 – vollständig im großen Holzfass zu vergären und lange auf der Feinhefe reifen zu lassen, was ihnen Textur, Schmelz und Tiefe verleiht.

Die Deidesheimer Mäushöhle ist eine VDP.Erste Lage: ein etwa 28 Hektar großer, geschützt in einem langgezogenen Tal gelegener Weinberg mit Ost- bis Südost-Ausrichtung. Der Boden ist von Sandstein und Buntsandsteingeröll im Untergrund sowie Kalk im Oberboden geprägt. Durch ihre geschützte, kühle Lage zählt die Mäushöhle seit jeher zu den strafferen, energiegeladenen Weinen des Guts.

Jahrgang 2023 – Pfalz

2023 war in der Pfalz ein Jahrgang mit reifer, aromatischer Frucht und lebendiger Säure. Die kühle, geschützte Tallage der Mäushöhle und der reduktionsarme, herkunftsbetonte Holzfassausbau bewahrten Frische, Straffheit und mineralische Präzision – Kraft und Spannung im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling aus der VDP.Erste Lage Deidesheimer Mäushöhle, Jahrgang 2023; 100 % Riesling von Sandstein und Kalk.

Wie alle Lagen-Rieslinge bei Stephan Attmann wird auch die Mäushöhle komplett im Holz vergoren und reift für rund ein Jahr auf der Feinhefe. Diese Machart verleiht dem straffen, kühlen Wein Schmelz, seidige Textur und Tiefe, ohne die Frucht mit Holz zu überlagern. Naturnahe Bewirtschaftung.

Im Glas

Ein straffer, fokussierter Riesling: kühle Aromen von grünem Apfel und Steinobst, dazu Zitrus, feine Kräuterwürze und eine steinig-salzige Mineralität aus Sandstein und Kalk. Am Gaumen elektrisierend frisch und präzise, mit lebendiger Säure und – aus dem langen Feinhefeausbau im Holz – seidigem Schmelz und einem langen, mineralischen Nachhall.

Straff und fokussiert: kühler grüner Apfel, Zitrus und feine Kräuterwürze über steinig-salziger Mineralität – elektrisierend frisch und präzise, mit seidigem Schmelz und langem Nachhall.

Ein kühler, langlebiger Erste-Lage-Riesling mit gutem Reifepotenzial. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und gereiftem Hartkäse.


Lage: Deidesheimer Mäushöhle (VDP.Erste Lage), Deidesheim, Pfalz; geschützte, langgezogene Tallage; Sandstein und Buntsandsteingeröll mit Kalk
Klassifikation: Riesling, VDP.Erste Lage, Pfalz (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: komplett im Holz vergoren, rund ein Jahr auf der Feinhefe; naturnahe Bewirtschaftung

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USA

Grace + Vine Tempranillo

Rotwein · Tempranillo · Central Coast · Kalifornien

Grace + Vine Tempranillo ist ein trockener Rotwein aus Kalifornien – ein ungewöhnlicher Herkunftsort für die spanische Rebsorte. Das in Santa Barbara ansässige Projekt keltert von der Central Coast einen Tempranillo, der in französischer Eiche reift und sich modern, würzig und fruchtbetont zeigt.


Central Coast

Grace + Vine ist ein Projekt regionaler Winzer mit Sitz in Santa Barbara an der kalifornischen Central Coast. Die Region bringt auf wärmeren Böden reife, fruchtbetonte Rotweine hervor – auch aus iberischen Sorten wie Tempranillo.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo. Der Wein reift in Barriques aus französischer Eiche und kommt trinkreif auf den Markt. Das Ergebnis ist ein moderner, zugänglicher Stil, der sich vom klassisch-europäischen Vorbild unterscheidet.

Im Glas

Dunkles Rot. In der Nase reife dunkle Frucht, florale Noten und etwas Kakao mit erdigem Unterton. Am Gaumen würzig und fruchtbetont mit Primäraromen von Blau- und Brombeere, frischer Säure und einer feinen Ledernote im Hintergrund.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein fruchtbetonter, vielseitiger Begleiter zu kräftiger Küche.

Klassische Begleitung: gegrilltes Fleisch, Burger, würzige Schmorgerichte und Hartkäse.


Lage: Central Coast, Kalifornien (USA)
Klassifikation: Kalifornien – Rotwein (trocken)
Ausbau: Barriques aus französischer Eiche

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Frankreich

Florent Garaudet Monthelie Sous le Cellier blanc 2023

Weißwein · Monthelie · Chardonnay

Chardonnay Monthelie AOC Côte de Beaune 2023 kalkhaltiger Untergrund

Der Monthelie Sous le Cellier Blanc 2023 von Florent Garaudet ist eine echte Rarität: ein wilder, würziger Chardonnay aus einer winzigen Steillage oberhalb des Dorfes – getragen von fabelhafter Frische und salzig-mineralischer Tiefe.


Monthelie – Weiß als Rarität

Das Weindorf Monthelie liegt etwas oberhalb an einem Berghang, gegenüber der bekannteren Weingemeinde Meursault. In der geschützten Herkunftsbezeichnung Monthelie werden rund 90 % Rotweine und lediglich 10 % Weißweine erzeugt. Damit ist Florent Garaudets Weißwein Sous le Cellier fast schon eine Rarität.

Die Parzelle umfasst kaum 0,30 Hektar steiler Rebfläche, bestockt mit fast vierzig Jahre alten Chardonnay-Reben. Sie liegt perfekt nach Süden ausgerichtet und fußt auf sehr kalkhaltigem Untergrund mit einer weichen, lehmigen Krume. Eine wenig bekannte Lage, die sich hinter den großen Namen der Region keineswegs verstecken muss.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

2023 brachte im Burgund eine gesunde und großzügige Ernte. Ein warmer Sommer wurde durch Septemberregen ausbalanciert, sodass die Trauben reif, aber nicht überreif gelesen wurden.

Für die weißen Burgunder steht 2023 für klaren Fruchtkern bei tragender Frische – beides spiegelt sich in der pikanten, mineralischen Art dieses Sous le Cellier wider.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023.

Der Ausbau erfolgte zwölf Monate lang in französischen Barriques, davon 50 % neues Holz, gefolgt von weiteren sechs Monaten Ruhezeit im Edelstahltank bis zur finalen Flaschenfüllung.

Im Glas

Im Duft und Geschmack zeigt sich der Wein wilder und würziger als viele andere Chardonnays, getragen von fabelhafter Frische, mit langem, sehnigem und zugleich vollmundigem Finish. Zitrusfrüchte, eine dezente Reduktionsnote, wilde Bergkräuter, viel nasser Stein, Sandelholz und Limette prägen sein Profil.

Wild, würzig und salzig-mineralisch – ein Chardonnay mit kühler Eleganz und sehnigem, langem Finale.

Schon jetzt zugänglich, mit Reifepotenzial über die kommenden Jahre. Bei 11–12 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel in heller Sauce, gebratener Fisch, Kalbsbäckchen oder mild gereifter Hartkäse. Auch solo ein animierender, mineralischer Aperitif.


Lage: Monthelie „Sous le Cellier" (Côte de Beaune); kalkhaltiger Untergrund, lehmige Krume
Klassifikation: Monthelie AOC (Village)
Ausbau: Chardonnay; 12 Monate französische Barriques (50 % neu), 6 Monate Edelstahl · Nachhaltige Bewirtschaftung

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Schaumweine

Anne Gros La Fun en Bulles Cremant de Bourgogne Blau Brut

Crémant · Crémant de Bourgogne · Brut · Burgund

Anne Gros La Fun en Bulles ist ein Crémant de Bourgogne Brut der renommierten Domaine Anne Gros aus Vosne-Romanée im Burgund. Die Cuvée vereint 80 % Pinot Noir und 20 % Chardonnay. Ein feinperliger, frischer Schaumwein in traditioneller Flaschengärung.


Burgund

Die Domaine Anne Gros zählt zu den angesehensten Weingütern in Vosne-Romanée an der Côte de Nuits im Burgund. Für den Crémant de Bourgogne stammen die Trauben aus burgundischen Lagen; die kalkgeprägten Böden und das kühle Klima sorgen für Frische und feine Perlage.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée besteht aus 80 % Pinot Noir und 20 % Chardonnay. Der Crémant entsteht in traditioneller Flaschengärung (méthode traditionnelle) mit Hefelagerung, was ihm seine feine Mousse und Frische verleiht. Brut dosiert.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase und am Gaumen frische Aromen von Zitrus, weißen Früchten und einem Hauch roter Frucht aus dem Pinot Noir. Fein, frisch und ausgewogen, mit anhaltendem Mousse. Der Abgang ist trocken.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 7–9 °C servieren, als Apéritif oder festlicher Begleiter.

Klassische Begleitung: Apéritif, Austern, Fisch, Meeresfrüchte und helles Fleisch.


Lage: Burgund (Frankreich); Kalkböden
Klassifikation: Crémant de Bourgogne AOC – Brut
Ausbau: 80 % Pinot Noir / 20 % Chardonnay, traditionelle Flaschengärung

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Spanien

Aalto PS 2022 tinto

Rotwein · Ribera del Duero · Spanien

100 % Tempranillo (Tinto Fino) D.O. Ribera del Duero La Horra · La Aguilera alte Reben (60–90 J.) 20 Monate neue franz. Eiche trocken

Der Aalto PS 2022 ist der Spitzenwein der Bodegas Aalto aus der Ribera del Duero, gekeltert zu 100 % aus Tempranillo (Tinto Fino). Die Trauben stammen aus ausgewählten Parzellen mit 60 bis 90 Jahre alten Reben in La Horra und La Aguilera. Nach Handlese und doppelter Selektion reift der Wein 20 Monate in neuen Barriques aus französischer Eiche. Der warme, trockene Jahrgang 2022 bringt einen kraftvollen, konzentrierten Wein mit 15 % vol. hervor.


La Horra & La Aguilera – Ribera del Duero

Die Bodegas Aalto liegen in Quintanilla de Arriba in der Ribera del Duero, gegründet von Mariano García und Javier Zaccagnini. „PS" steht für Pagos Seleccionados – eine Auswahl aus den besten Lagen des Guts. Die Trauben für den PS stammen aus alten Parzellen in La Horra und La Aguilera mit Reben zwischen 60 und 90 Jahren. Das kontinentale Klima der Hochebene mit heißen Tagen und kühlen Nächten gibt dem Tempranillo Tiefe und Frische.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo (Tinto Fino) von sehr alten Reben. Die Handlese erfolgt in kleinen 15-kg-Kisten mit doppelter Selektion am Sortiertisch; vergoren wird im Edelstahltank, die malolaktische Gärung im Fass. Der Ausbau dauert 20 Monate in neuen Barriques aus französischer Eiche, abgefüllt im September 2024. 

Im Glas

Sattes, purpurnes Dunkelrot mit ausgeprägten Glyzerinschlieren. In der Nase balsamische, vollreife schwarze Früchte, Gewürze sowie feine Noten von Vanille und Holz. Am Gaumen kraftvoll und konzentriert, mit massivem, von dunkler Frucht durchzogenem Tannin und frischer Spannung. Stoffig und vollmundig, der Abgang bleibt lang und würzig.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Lamm, geschmortes Rind, Wild, Steaks vom Grill und gereifter Hartkäse. Vor dem Servieren rund zwei Stunden dekantieren. Schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial – bei kühler, dunkler Lagerung gut über das kommende Jahrzehnt, etwa bis 2037. Serviertemperatur 16–18 °C.



Lage La Horra, La Aguilera · Ribera del Duero (Spanien)
Klassifikation D.O. Ribera del Duero
Ausbau 20 Monate in neuen Barriques aus französischer Eiche

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Länder/Regionen

Dietrich Schwebebahn rosé

Wein · Roséwein · Pfalz · Deutschland

Dietrich Schwebebahn Rosé ist Teil einer Sonderedition zum 125. Jubiläum der Wuppertaler Schwebebahn – das blau-orange Etikett erinnert an die Gelenktriebwagen der 1970er Jahre. Die Edelrebsorte Pinot Noir steht Pate für diesen Roséwein: Frucht und Eleganz sind seine herausragenden Eigenschaften.


Pfalz

Das Partnerweingut Familie Dietrich umfasst 25 Hektar Rebfläche von Großkarlbach bis Weisenheim am Sand und Laumersheim in der Pfalz. Über 1.800 Sonnenstunden im Jahr sorgen für ein fast mediterranes Klima – die Grundlage für ausdrucksstarke, trocken ausgebaute Weine. Geführt wird das Gut von den Brüdern Arnd und Gerrit Dietrich.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Pinot Noir (Spätburgunder), gewonnen aus mehrmaliger Traubenselektion im Weinberg. Nach kurzem Schalenkontakt zur Gewinnung der zarten Farbe wird der Most schonend vergoren, was Frucht, Frische und Eleganz bewahrt. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Zartes Lachsrosa. In der Nase rote Beerenfrucht mit klarer Frische. Am Gaumen fruchtig und elegant, mit roter Beere, seidigem Säurebogen und einem feinen, eleganten Finish.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif, Sommer- und Terrassenwein oder zum Essen.

Passt zu: Salaten, Antipasti, Fisch, hellem Fleisch und mediterraner Küche.


Lage: Pfalz, Großkarlbach/Weisenheim am Sand/Laumersheim (Deutschland); Weingut Familie Dietrich
Klassifikation: Pfalz – 100 % Pinot Noir Rosé, trocken
Ausbau: kurzer Schalenkontakt, schonende Gärung (fruchtbewahrend)
Edition: Sonderedition „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn"

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Länder/Regionen

Ziereisen Heugumber Gutedel

Wein · Weißwein · Baden · Deutschland

Ziereisen Heugumber Gutedel 2022 ist ein Gutedel vom Weingut Hanspeter Ziereisen in Efringen-Kirchen, am südlichsten Zipfel des deutschen Weinbaus im Dreiländereck. Die 20-monatige Reifung auf der Hefe formt aus der alten Sorte einen schlanken Weißwein mit klarer Herkunft und eigenem Charakter.


Markgräflerland / Oberrhein

Efringen-Kirchen liegt im Markgräflerland, der südlichsten Weinbauregion Badens, direkt am Rheinknie. Das Dreiländereck D/F/CH prägt das Klima: milde Winter, lange Vegetationsperioden, intensive Sonnenstunden. Gutedel (Chasselas) ist hier seit Jahrhunderten heimisch und außerhalb der Region und der Schweiz kaum noch verbreitet. Der Wein trägt bewusst die Bezeichnung Landwein Oberrhein.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Gutedel (Chasselas), einer der ältesten Kulturrebsorten der Welt. Die handgelesenen Trauben wurden im großen traditionellen Holzbehälter mit traubeneigenen Weinbergshefen vergoren. Anschließend reifte der Wein 20 Monate auf der Hefe, was ihm mehr Substanz als einem klassischen Gutedel verleiht. Trocken ausgebaut.

Im Glas

In der Nase frische Kräuternoten, grüner Apfel, Zitrusschale und ein feiner Hefeton aus dem langen Hefekontakt. Am Gaumen schlank und direkt, mit klarer Säurestruktur und einer salzig-mineralischen Textur, die das Terroir am Rhein spürbar macht. Der Abgang ist mittellang, trocken und von leichter Würze geprägt.

Am Tisch

Trinkreife jetzt bis 2027. Kurzes Dekantieren (15 Minuten) öffnet ihn gut; bei 10–14 °C servieren.

Passt zu: Flussforelle, Zander, Ziegenkäse, Spargel und asiatischer Gemüseküche – ein verlässlicher Begleiter leichter Küche.


Lage: Markgräflerland, Efringen-Kirchen am Dreiländereck (Baden, Deutschland); Weingut Ziereisen
Klassifikation: Landwein Oberrhein – 100 % Gutedel (Chasselas), trocken
Ausbau: Spontangärung mit traubeneigenen Hefen, 20 Monate Hefelager
Jahrgang: 2022

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Schaumweine

Eric Rodez Champagne de Terroir Empreinte Blanche Grand Cru 2011

Champagner · Ambonnay Grand Cru · Chardonnay · Extra Brut

Eric Rodez Empreinte Blanche Grand Cru ist ein außergewöhnlicher Blanc de Blancs aus 100 % Chardonnay aus den besten Lagen von Ambonnay – einem Ort, der eigentlich für Pinot Noir berühmt ist, hier aber die Strahlkraft des Chardonnay zeigt. Die Trauben stammen aus den Parzellen Le Noyers Saint Pys, Les Genettes, La Crayères und Les Agusons mit über 40 Jahre alten Reben. Vollständig im Barrique ausgebaut, ohne malolaktische Gärung und unfiltriert.


Ambonnay Grand Cru

Ambonnay ist eine als Grand Cru klassifizierte Gemeinde der Montagne de Reims, vor allem für Pinot Noir bekannt. Eric Rodez zeigt, welche Tiefe auch der Chardonnay hier entwickeln kann. Die Reben der Parzellen Le Noyers Saint Pys, Les Genettes, La Crayères und Les Agusons wurzeln in kalkreichen Böden und verleihen dem Wein seine kühle, kalkige Mineralität.

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay (Blanc de Blancs). Die Vinifikation erfolgt zu 100 % im Barriquefass, ohne malolaktische Gärung, und er wird unfiltriert abgefüllt. Die geringe Dosage von nur 2 g/l unterstreicht die Ausdruckskraft des Terroirs.

Im Glas

Goldgelbe Robe mit feiner Perlage. In der Nase reife Zitrusfrüchte, Mirabellen, geröstete Haselnüsse und feine Brioche, unterlegt von kühler, kalkiger Mineralität. Am Gaumen druckvoll und doch seidig, mit beeindruckender Tiefe, Schmelz und Präzision. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; ein großzügiges Glas und etwas Luft betonen die Aromatik. Als anspruchsvoller Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Austern, edler Fisch, Geflügel und gereifter Käse.


Lage: Ambonnay Grand Cru, Montagne de Reims (Champagne); Le Noyers Saint Pys, Les Genettes, La Crayères, Les Agusons
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Blanc de Blancs
Ausbau: 100 % Barrique, ohne malolaktische Gärung, unfiltriert, 2 g/l Dosage

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