Das Weinbaugebiet Ribeiro

Ribeiro: Winzig klein, mit bärenstarken Qualitäten

Winzig klein ist Ribeiro im Vergleich zum gesamtspanischen Weinbau: die Rebfläche verteilt sich auf gerade einmal 13 Gemeinden innerhalb der Provinz Ourense und beträgt rund 3000 Hektar, was es flächentechnisch in etwa mit dem Rheingau vergleichbar macht. Anders als das benachbarte Rías Baixas liegt Ribeiro im Landesinnern, was Einfluss auf die klimatischen Verhältnisse hat: diese sind zwar immer noch atlantisch, also recht frisch, allerdings halten Bergketten die kühlenden, salzigen Winde des Ozeans großenteils ab, sodass es, auch aufgrund der sehr zahlreichen Sonnenstunden und der allgemeinen Südlage, verhältnismäßig warm ist – 15 Grad im Jahresmittel, im Sommer auch gern mal über 30. In Kombination mit recht hohen Niederschlägen entsteht so ein interessanter Mix aus ozeanischen und mediterranen Einflüssen, der eine zeitige Reife sicherstellt und dennoch ein recht hohes Säure-Level gewährleistet. Und die Region zu einer der vegetationsreichsten und somit grünsten Spaniens macht: schattige Kiefernwälder, knorrige Eichenhaine und lichtdurchflutete Kastanienansammlungen ermöglichen einen entspannten Önotourismus fernab der sonnenverbrannten Hochebenen im Landesinnern. Die Lebensader der Region ist der 315 Kilometer lange Río Miño, dessen Unterlauf die Staatsgrenze zwischen Spanien und Portugal bildet und schließlich in den Atlantik mündet. Er und seine Nebenflüsse Arnóia, Avia und Barbantiño gaben Ribeiro seinen Namen, denn übersetzt bedeutet es nichts anderes als Uferland. Da die von ihm aufsteigenden Hänge recht steil sind, hat man für den Weinbau häufig Terrassen angelegt, die sich in der Regel in 100 bis 400 Metern Seehöhe befinden. Den Reben bieten sie tiefgründige Böden mit sandiger Textur, die auf Gründen aus Schiefer, vor allem aber Granit liegen und überdies arm an organischer Materie und leicht sauer sind.

Nur etwas über 100 größere Kellereien verarbeiten die Trauben, die meist von in Winzergenossenschaften organisierten Kleinbetrieben gelesen werden. Und dennoch werden die von hier stammenden Weine keineswegs übersehen, sondern erfreuen sich großer Beliebtheit. Und das schon seit dem Mittelalter, als sie zu den teuersten des Landes zählten, von Königen geschätzt und von Dichtern besungen wurden. Und einmal mehr seit 1957, als das Gebiet als eines der ersten in Spanien mit einer geschützten Herkunftsbezeichnung, einer Denominación de Origen, geadelt wurde. Grund dafür ist die umfassende Erneuerung der Weinberge, die lange Zeit nur trüb-sauren Kopfschmerz-Wein hervorgebracht hatten. Und die Rückbesinnung auf heimische Trauben, nachdem die Reblauskatastrophe die Anpflanzung internationaler Reben befördert hatte, die aber weder dem feuchten Klima gewachsen noch imstande waren, das einzigartige Terroir schmeckbar zu machen. Das Resultat dieser Anstrengungen sind die herrlich frischen Weißweine, die mit strohgelber Farbe, moderater Säure, unkomplizierter Leichtigkeit und einer blumig-fruchtigen Aromatik das Zeug zu Everybody’s Darling haben. Liest sich wie ein Weißburgunder? Naja, sie mit bekannten Sorten vergleichen zu wollen, würde ihnen nicht gerecht werden – zu einzigartig ist der Charakter der autochthonen Reben Torrontés und Godello. Auch Loureiro, Palomino und Albariño baut man gern an. Sie alle genießen aber nicht die Popularität der Treixadura. Geringe Erträge und späte Reife sind der Preis für floral bis grasig-kräutrig duftende und voluminöse Weine mit recht hohem Alkoholgehalt, der ihren Charakter noch zusätzlich betont. Seit einigen Jahren ist eine zunehmende Orientierung am Stil der klassischen Burgunder zu beobachten: mittels malolaktischer Gärung, bei der im Most enthaltene Apfel- in Milchsäure umgewandelt wird, erzeugt man Weine, die keine spitze Säure aufweisen, sondern cremig-schmelzig geraten. Der Ausbau im Eichenfass kommt ebenfalls mehr und mehr in Mode. Auch rote Reben gedeihen hier, machen aber nur etwa ein Fünftel der Gesamternte aus. Unter ihnen sind bekannte wie der Tempranillo und Mencía, aber auch entdeckenswerte Underdogs wie der Caiño Bravo oder der autochthon galicische Brancellao. Ihnen ist zumeist gemein, dass sie einen eher hellen Farbton und einen gerbstoffreichen Geschmack entwickeln, dabei aber deutlich weniger alkoholisch geraten als die Rotweine weiter östlich in Kastilien-Leon – in aller Regel weisen sie nie mehr als 12 Volumenprozent auf, während die Weißweine durchaus schon mal auf 13 kommen können.

Wobei jene, die man mit Vorliebe zum Menú del Día trinkt, eher weniger haben. Diese spanische Mittagessens-Tradition ist noch gar nicht so alt: ihre Wurzeln liegen in den frühen 60er Jahren. Ob sie entstand, weil der zuständige Minister einen Anreiz für Touristen zu schaffen gedachte, die lokale Gastronomie zu besuchen und nicht nur in den Hotels zu speisen, oder ob General Franco sichergestellt wissen wollte, dass jeder Arbeiter sich in der Mittagspause eine warme Mahlzeit leisten konnte, lässt sich heute nicht mehr klären. Fest steht aber, dass das Menú del Día sich auch heute noch bei Berufstätigen und (gut informierten) Touristen einer gleichermaßen hohen Beliebtheit erfreut. Auf einer Tafel vor dem Restaurant werden tagesaktuell die drei Gänge beworben, für die man – in Deutschland unvorstellbar – meist nur um die zehn Euro zahlt. Getränke sind dabei noch inklusive – Kaffee, Bier oder eben Wein. Und davon häufig nicht nur ein lumpiges Gläschen, sondern eine komplette Flasche. Pro Person.

Wer Foodpairing auf einem etwas höheren Level betreiben möchte, der sieht sich am besten nach Fischgerichten um, denn schließlich befinden wir uns zwar nicht direkt am, aber doch in unmittelbarer Nähe zum Meer. Eine der besten Gelegenheiten, die kulinarischen Segnungen des Ozeans zu genießen, bietet sich bei den zahlreichen Festen der Region. Beim Festa do Peixe e da Anguía im Örtchen Francelos stehen – wie der Name schon sagt – Fische und Aale im Mittelpunkt, beim Festa do Polbo in O Carballiño der Oktopus, der unbestrittene Star der galicischen Küche, der in den zahlreichen Pulperías das bestimmende Gericht der Speisekarte ist. Auch Lamprea, das mittlerweile schwer zu bekommende, weil stark gefährdete aalartige Neunauge, traditionell nach galicischer Art eingelegte Sardinen und Entenmuscheln erfreuen sich hoher Wertschätzung – wobei deren eher ungewöhnliches Aussehen nicht trügt, denn bei ihnen handelt es sich mitnichten um Muscheln, sondern um Krebstiere. Ebenso wenig optisch ansprechend präsentiert sich der Seeteufel, der bedingt durch seinen Körperbau, von welchem nur Schwanz und Bäckchen, nicht aber der riesige Kopf verwendet werden, für spanische Verhältnisse recht kostspielig ist. Als Rape a la gallega zubereitet mit Erbsen, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und viel Olivenöl genießt er höchstes Ansehen. Und alles, was an kleineren und größeren Fischstückchen und Meeresfrüchten übrig bleibt, wickelt man in Teigtaschen – die in der gesamten lateinamerikanischen Welt geschätzten Empanadas haben ihren Ursprung in Galicien. Neben den Lebewesen des Ozeans werden beim Festa do Pemento in Arnoia auch die kleinen Paprikas geehrt, die man scharf angebraten mit Öl und Salz genießt. Und beim weihevollen Festa de Exaltación do Pan de Cea das traditionelle galicische Brot, mit dem man am Ende Sud und Saucen genüsslich vom Teller wischt.

Ribeiro liegt im äußersten Nordwesten Spaniens ziemlich genau auf halber Höhe zwischen Porto und Santiago de Compostela. Die Nähe zum europaweit bekannten Wallfahrtsort mit dem Grab des Apostels Jakobus, begründet als Zeichen des Widerstands gegen die islamische Besatzung der Iberischen Halbinsel, war schon in früheren Zeiten ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor: die Pilger – zu Hochzeiten waren es jährlich bis zu zwei Millionen – gönnten sich am Ende ihrer Reise gern den einen oder anderen Tropfen zur Belohnung und nahmen bei Gefallen auch etwas in ihre Heimat mit. Die florierenden, die Landschaft dominierenden Weinberge galten ihren Besitzern dabei nicht allein als Zeichen weltlichen Wohlstands, sondern genauso als hoch politische Aussage: Seht, wieviel besser es dem Land unter christlicher Herrschaft geht! Damals waren es allerdings nicht die trockenen, sondern die Tostadillos genannten süßen Weine, die den Geschmack der Masse trafen. Hergestellt wurden sie aus getrockneten Treixadura-Trauben, nach wie vor die eigentliche Leitrebsorte der Region, und vermarktet unter dem Namen Ribadavia, der Stadt, in denen sie umgeschlagen und auf Lastkähne Richtung Atlantik verladen wurden. Noch heute kann man dort das gut erhaltene jüdische Viertel besichtigen – kurz vor ihrer Vertreibung nach dem Ende der Reconquista stellten die Juden hier die Hälfte der Bevölkerung und waren fast ausschließlich im Weinhandel tätig. Beliebt waren diese süßen, einer Trockenbeerenauslese nicht unähnlichen Tropfen in Italien und vor allem in England – dort rangierten sie lange Zeit noch vor dem viel bekannteren Portwein. Die dortigen Abnehmer, meist Herren von Stand mit entsprechenden finanziellen Mitteln, wollten sicherstellen, dass die Weine den langen Transport zuverlässig unbeschadet überstanden, ohne zu verderben. Also brachten sie den Winzern bei, wie man Weine schwefeln und auf diese Weise ihre Haltbarkeit verlängern kann.

Den Wohlstand, der durch diesen Fernhandel in die Region kam, kann man noch heute an den vielen Pazos ablesen. Die traditionellen galicischen Anwesen reicher Grundherren bestehen meist aus einem trutzigen, quaderförmigen und recht schmucklosen Haupthaus, das von einem Park und diversen Wirtschaftsgebäuden, aber auch eigenen Kapellen umgeben ist. Diese Pazos waren wichtige Verwaltungszentren, von denen aus der Land- oder Geldadel die Arbeit auf seinen Ländereien organisierte. Gerade im 19. Jahrhundert, als im Zuge der sogenannten Desamortisation die Klöster enteignet wurden, die seit dem Hochmittelalter quasi ein Monopol auf den Weinbau hatten, witterten viele geschäftstüchtige Familien mit dem entsprechenden Kleingeld ihre Chance und ersteigerten die besten Weinberge. Der Klerus tobte zwar, dem Staat brachte die radikale Maßnahme aber riesige Einnahmen: die neuen Besitzer mussten Abgaben auf ihren Grundbesitz zahlen, von denen die Kirche stets ausgenommen war. Ein weiterer Beweggrund lag im Bestreben der spanischen Herrscher, den Aufstieg einer liberalen Mittelschicht zu fördern, die ihrerseits ein Interesse daran hatte, langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein und so wiederum reichlich Steuern zahlte. Doch natürlich besaßen die neuen Herren keineswegs die Expertise, die Benediktiner und Franziskaner über Jahrhunderte immer weiter verfeinert hatten. Und als dann noch Mehltau und Reblaus hinzukamen, sank die Qualität der Weine für fast ein Jahrhundert auf ein recht kümmerliches Niveau herab.

Ältere Einheimische kann man durchaus noch dabei beobachten, wie sie ihre abendliche Ration dieses ihr vertrauten Landweines aus cuncas, den kleinen Keramikschalen, trinken. Dies war jahrhundertelang die gängige Darreichungsweise, denn Glas war schwer herzustellen und dementsprechend teuer. Man kam mit dem aus, was einem die Umgebung bot – das gilt auch für die Trauben. Denn anstatt die pflanzlichen Rückstände, die nach dem Pressvorgang verblieben, und den bei der Gärung entstehenden Hefesatz wegzuwerfen, brannte man aus ihnen Schnaps. Und benannte diesen auch kurzerhand nach dem spanischen Wort für Trester: Orujo. Mittlerweile existieren von dem Brand etliche Variationen: mit dem Orujo seco eine klare, eine honigfarbene mit dem mehrere Jahre in Eichenfässern gereiften Orujo envejecido und schließlich der Orujo de hierbas als Kräuterlikör. Nach einem ausgiebigen Mahl sind sie ein perfekter Absacker. Meist zu später Stunde, denn ein gutes Abendessen kann in Ribeiro viele Stunden dauern. Wein, Speisen und Genuss im Allgemeinen werden hier regelrecht zelebriert – allerdings mit einer Selbstverständlichkeit, die manchen Deutschen sich verwundert die Augen reiben lässt. Weil für die Menschen aus Ribeiro ihr erstklassiger Wein so sehr zum Alltag gehört, schafft es nur ein Zehntel davon überhaupt in den Export. Gut also, wenn man schon jetzt um die Weine aus Ribeiro weiß, die nicht für ewig ein Geheimtipp bleiben werden. Text: Dario Sellmeier

Blog per E-Mail abonnieren

Keine Beiträge mehr verpassen.

Entdecke unsere Weine

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Rebsorten

Lafarge Volnay Village 2023

Rotwein · Volnay · Pinot Noir

Pinot Noir Volnay AOC (Village) mehrere Parzellen · 2,62 ha · Reben Ø 50 J. biodynamisch · überwiegend entrappt · max. 25% neu 2023

Der Volnay Village 2023 der Domaine Michel Lafarge ist ein echter Charmeur von einer der Top-Adressen des Burgunds. Reife Kirschen, saftige Pflaumen und feine Beerenfrucht treffen auf lebhafte Frische, seidige Textur und eine feingliedrige Struktur – Finesse, Klarheit und Eleganz wie aus dem Bilderbuch des klassischen Volnay.


Volnay – Archetyp des eleganten Burgunders

Volnay an der Côte de Beaune ist berühmt für die elegantesten, duftigsten Pinot Noirs der Region. Die Domaine Michel Lafarge gilt als Archetyp des klassischen Volnay – raffiniert, duftend und feminin, mit Präzision und Konturenschärfe. Der Volnay Village stammt aus mehreren Parzellen mit zusammen 2,62 Hektar und durchschnittlich 50 Jahre alten Reben.

Die Lafarges sind seit dem frühen 19. Jahrhundert Winzer; heute führen Frédéric und Chantal Lafarge die Domaine. Gearbeitet wird biodynamisch, mit Pflanzungen überwiegend aus „sélection massale".

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare Frucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, von rund 50 Jahre alten Reben aus mehreren Parzellen.

Traditionell und zurückhaltend vinifiziert: überwiegend (80–100 %) entrappt, mit sehr maßvollem Einsatz neuen Holzes (max. 25 %), Ausbau im mehrere Jahrhunderte alten Keller. Das Gut arbeitet biodynamisch (Ecovert-zertifiziert seit 2000).

Im Glas

Vielschichtig: rote und dunkle Beerenfrucht, Veilchen und Gewürze. Am Gaumen klare Frische, seidige Textur und feine, reife Tannine, getragen von einer feingliedrigen Struktur – die Handschrift des Guts.

Rote und dunkle Beere, Veilchen und Würze über seidiger Textur und feinem Tannin – Finesse, Klarheit und Eleganz.

Schon jung viel Freude, mit Potenzial für einige Jahre Reife. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Volnay (Côte de Beaune); mehrere Parzellen, 2,62 ha, Reben Ø 50 Jahre
Klassifikation: Volnay AOC
Ausbau: Pinot Noir, überwiegend entrappt; max. 25% neues Holz; biodynamisch (Ecovert)

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Christian Ottenbreit Pinot Noir Sieben Hügel

Rotwein · Spätburgunder · Franken

100 % Spätburgunder Deutscher Qualitätswein Marktbreiter Sonnenberg · Obernbreiter Kanzel trocken · 0,5 g/l Maischegärung · Barrique

Der Sieben Hügel Pinot Noir 2024 ist der trockene Spätburgunder von Christian Ottenbreit aus Obernbreit im fränkischen Maindreieck. Ottenbreit hat den elterlichen Betrieb 2017 in ein eigenes Weingut überführt und arbeitet naturnah: Handlese, reduzierte Erträge, Spontanvergärung und Holzausbau. Der Spätburgunder wird auf der Maische vergoren und im Barrique ausgebaut, bleibt dabei aber hell und transparent in der Farbe. Stilistisch zielt der Wein auf rotfruchtige Klarheit und Finesse statt auf Kraft und Farbe. Die Trauben stammen aus den Hügellagen rund um Obernbreit und Marktbreit.


Marktbreiter Sonnenberg & Obernbreiter Kanzel – Maindreieck, Franken

Das Weingut Ottenbreit liegt in Obernbreit im fränkischen Maindreieck, dem südlichen Teil des Anbaugebiets Franken. Christian Ottenbreit absolvierte seine Ausbildung bei fränkischen Winzern und den Südtiroler Kellereien Manincor und Muri Gries, bevor er 2017 sein eigenes Weingut begründete; rund sieben Hektar werden auf ökologischen Anbau umgestellt. Die Reben für den Spätburgunder wachsen in den südexponierten Hanglagen Marktbreiter Sonnenberg und Obernbreiter Kanzel auf tiefgründigen Böden aus Lößlehm, Keuper und Muschelkalk. Der Wein ist als Deutscher Qualitätswein, trocken, eingestuft.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Spätburgunder (Pinot Noir) aus handgelesenen, im Ertrag reduzierten Trauben. Die Maische wird spontan vergoren, anschließend reift der Wein im Barrique. Eine schonende Extraktion hält Farbe und Tannin zurück und stellt die rote Frucht in den Vordergrund. Der Wein ist vegan; Restzucker 0,5 g/l, Gesamtsäure 6,5 g/l, 13,0 % vol., 0,75 l.

Im Glas

Helle, transparente Rubinfarbe. In der Nase rote Kirsche, Himbeere und Granatapfel, dazu eine florale Note und etwas Würze aus dem Holzausbau. Am Gaumen schlank und klar, mit feinkörnigem Tannin, frischer Säurestruktur und einem Kern aus roten Beeren. Mehr Finesse als Kraft; der Abgang bleibt mittellang und trocken, mit dezenter Würze.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Ente, Reh, geschmorte Pilze, Wildgeflügel und reifer Hartkäse. Ein Pinot Noir für den Esstisch, der zu hellem wie dunklem Fleisch passt. Der 2024er ist jung trinkbar und zeigt sich bereits offen; vor dem Servieren rund 30 Minuten dekantieren. Trinktemperatur 12–14 °C, bei kühler, dunkler Lagerung haltbar bis etwa 2030.


Lage Marktbreiter Sonnenberg, Obernbreiter Kanzel · Franken (Maindreieck)
Klassifikation Deutscher Qualitätswein, trocken
Ausbau Maischegärung, Spontanvergärung, Barrique

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Portugal

Feuerheerd´s Anchor Port Fine Tawny

Portwein · Fine Ruby · Douro · Portugal

Feuerheerd's Anchor Port Fine Ruby ist ein süßer Fine Ruby Portwein vom traditionsreichen Haus Feuerheerd's (Barão de Vilar) aus dem Douro. Eine perfekte Cuvée aus selektierten, jungen Portweinen mit fruchtigem Charakter. Vollmundig und fruchtbetont.


Douro

Feuerheerd's (Barão de Vilar) ist ein traditionsreiches Portweinhaus aus dem Douro-Tal in Nordportugal, einer der ältesten Weinbauregionen der Welt mit steilen Schieferterrassen.

Herstellung und Reifung

Der Fine Ruby wird aus den Sorten Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz, Tinta Barroca und Tinto Cão erzeugt. Die selektierten, jungen Portweine reifen in großen Eichenholzfässern, die für das fruchtige Aroma nach Pflaumen und Himbeeren sorgen.

Im Glas

Leuchtendes Rubinrot. In der Nase und am Gaumen fruchtig, mit Pflaumen und Himbeeren. Süß und zugänglich, mit einem vollmundigen Körper, der den Abgang abrundet.

Zum Genuss

Bei 14–16 °C servieren, pur als Digestif oder zum Dessert.

Klassische Begleitung: Käse, Schokolade, Desserts und Trockenfrüchte.


Herkunft: Douro (Portugal)
Art: Fine Ruby Port (süß)
Reifung: in großen Eichenholzfässern (jung, fruchtbetont)

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Schaumweine

Le Manzane Prosecco Conegliano Valdobbiadene Superiore brut Spumante DOCG

Schaumwein · Prosecco DOCG · Conegliano Valdobbiadene · Italien

Le Manzane Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG Brut ist ein sehr feiner, leichter und eleganter Spumante aus der Glera-Traube. Aus dem Herzen der Prosecco-Superiore-Hügel in Venetien – ein klassischer Aperitif mit frischer Perlage.


Conegliano Valdobbiadene

Die Kellerei Le Manzane (Familie Balbinot) liegt in San Pietro di Feletto (Treviso), im Herzen der Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG – den als UNESCO-Welterbe ausgezeichneten Prosecco-Hügeln. Der familiäre, handwerklich arbeitende Betrieb hebt sich bewusst von den Massenerzeugnissen ab, die ansonsten unter dem Namen Prosecco vermarktet werden.

Rebsorte und Ausbau

Aus 100 % Glera, der klassischen Prosecco-Rebsorte. Die Trauben werden sanft gepresst; die zweite Gärung erfolgt nach der Tankmethode (Martinotti) bei kontrollierter Temperatur, um die fruchtig-frische Aromatik und die feine Perlage zu bewahren. Ausgebaut als Brut.

Im Glas

Helles Strohgelb mit feiner, anhaltender Perlage. In der Nase zart und elegant, mit weißen Blüten, Birne und Apfel. Am Gaumen leicht und frisch, trocken (brut), mit feinem Mousseux, klarer Frucht und animierender Art. Sauberer, erfrischender Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 6–8 °C servieren – der klassische Aperitif, ebenso ein leichter Begleiter durch das Essen.

Klassische Begleitung: Aperitif, Antipasti, Fisch, Meeresfrüchte und leichte Vorspeisen.


Lage: San Pietro di Feletto, Conegliano Valdobbiadene, Venetien (Italien)
Klassifikation: Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG, Spumante Brut – 100 % Glera
Ausbau: Tankmethode (Martinotti), temperaturkontrollierte Gärung

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Quinta de la Quietud Reserva 2020 BIO

Rotwein · Toro · Tinta de Toro · Reserva · Bio

Quinta de la Quietud Reserva ist ein kraftvoller Bio-Rotwein aus Toro von Winzer Jean François Hébrard. Kraftvoll, kompakt und voller Frucht in der Nase – ein wenig Luft tut ihm gut, dann explodieren die Aromen. Ein muskulöses Kraftpaket mit harmonischer Frucht-Gerbstoff-Kombination.


Toro

Toro im Nordwesten Spaniens (Castilla y León) ist für kräftige, konzentrierte Rotweine aus Tinta de Toro bekannt. Das kontinentale Klima und die kargen Böden bringen dichte, ausdrucksstarke Weine hervor. Der Wein stammt aus biologischem Anbau und ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle ES-ECO-016-CL).

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Tinta de Toro (Tempranillo). Als Reserva reift er über längere Zeit im Eichenfass, das ihm Struktur, Würze (Mokka) und eine harmonische Frucht-Gerbstoff-Kombination verleiht.

Im Glas

Tiefes, dichtes Rot. In der Nase kraftvoll, kompakt und voller Frucht. Mit etwas Luft explodieren die Aromen: dunkle Früchte, Mokka und Waldboden. Am Gaumen ein muskulöses Kraftpaket mit harmonischer Frucht-Gerbstoff-Kombination. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Mit Reifepotenzial über viele Jahre.

Klassische Begleitung: Lamm, Rind, Wild und kräftige Schmorgerichte.


Lage: Toro, Castilla y León (Spanien)
Klassifikation: Toro DO – Reserva
Ausbau: Tinta de Toro, Eichenfassreife (Reserva)

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Al Oeste Albariño 2024

Wein · Weißwein · Rías Baixas · Spanien

Monteabellón Al Oeste Albariño 2024 stammt aus dem Valle del Salnés, einer der renommiertesten Subzonen der D.O. Rías Baixas. Ein Weißwein von typischer Frische, Klarheit und Eleganz, geprägt von der Nähe zum Atlantik und den granitreichen Böden.


Rías Baixas / Valle del Salnés

Das Valle del Salnés gilt als Wiege des Albariño und als eine der besten Subzonen der D.O. Rías Baixas in Galicien. Die unmittelbare Nähe zum Atlantik und die granitreichen Böden verleihen den Weinen ihre salzige Frische und Mineralität. Erzeuger ist Bodegas Monteabellón. Der Jahrgang 2024 war wetterbedingt herausfordernd – ein warmer, feuchter Winter und ein nasses Frühjahr führten bei unterdurchschnittlicher Fruchtbarkeit zu geringeren Erträgen, dafür aber zu hoher Konzentration in den Trauben.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Albariño. Der Ausbau bewahrt die klare, fruchtbetonte Aromatik, die markante Frische und die mineralische Prägung der Atlantikküste. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Blasses Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase feine Aromen von weißen Blüten, Zitrusfrüchten und reifer weißer Frucht. Am Gaumen klar, gut strukturiert und sehr ausgewogen; die präsente, hervorragend integrierte Säure sorgt für Frische und eine ausgeprägte Länge im Nachhall.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Meeresfrüchten (Muscheln, Garnelen, Austern), weißem Fisch, Geflügel, frischen Salaten, milden Käsesorten sowie Sushi und Sashimi.


Lage: D.O. Rías Baixas, Valle del Salnés (Galicien, Spanien); Bodegas Monteabellón
Klassifikation: D.O. Rías Baixas – 100 % Albariño, trocken
Ausbau: frische- und mineralitätsbewahrend, auf granitreichen Böden
Jahrgang: 2024

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Schaumweine

Bertrand-Delespierre Enfant de la Montagne

Champagner · Montagne de Reims · Extra Brut

Der Bertrand-Delespierre Enfant de la Montagne ist ein Champagner Premier Cru aus der Montagne de Reims, gekeltert aus den drei klassischen Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay. Bertrand-Delespierre ist ein Familienweingut (Récoltant-Manipulant) in Chamery, das ausschließlich Trauben aus eigenen Premier-Cru-Lagen verarbeitet. Als Extra Brut sehr trocken ausgebaut, zeigt er Feinheit, Frische und Klarheit. Eine feine Perlage und eine mineralisch klare Note prägen den Abgang.


Montagne de Reims – Chamery (Premier Cru)

Das Weingut Bertrand-Delespierre liegt in Chamery in der Montagne de Reims, zwischen Reims und Épernay. Die Reben stehen ausschließlich in Premier-Cru-Lagen der Dörfer Chamery, Écueil, Villedommange und Montbré, mit einem Durchschnittsalter von rund 30 Jahren. Geführt wird das Gut von der Familie Bertrand-Delespierre, heute in zweiter Generation durch Adrien und Clémence. Bewirtschaftet wird nach biologischen Prinzipien.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay aus verschiedenen Premier-Cru-Lagen, ergänzt um einen Anteil Reserveweine früherer Jahrgänge. Vergärung und Ausbau erfolgen im Edelstahltank, um die klare Frucht zu erhalten; anschließend reift der Champagner rund drei Jahre auf der Hefe. Dosiert wird als Extra Brut mit sehr niedriger Dosage. Enthält Sulfite.

Im Glas

Helles Gold mit feiner, anhaltender Perlage. In der Nase Zitrusfrucht, zarte florale Noten und ein Hauch Brioche. Am Gaumen trocken, präzise und frisch, mit feinem Schmelz. Der Abgang bleibt mineralisch klar und lang.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Austern, Meeresfrüchte, Sushi und gegrillter Fisch. Gut auch als Aperitif oder zu hellem Geflügel und mildem Käse. Serviertemperatur 8–10 °C.


Lage Chamery, Écueil, Villedommange, Montbré (Montagne de Reims, Premier Cru)
Klassifikation Champagne Premier Cru
Ausbau Vergärung und Ausbau im Edelstahltank, Anteil Reserveweine, ca. 3 Jahre Reife auf der Hefe

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Portugal

Justino´s Madeira Fine Dry

Madeira · Likörwein · trocken · Portugal

Justino's Madeira Fine Dry ist ein trockener Madeira aus Portugal – ein gespriteter Likörwein aus den Rebsorten Negra Mole und Complexa. Mit leicht oxidativen Noten und getrockneten Früchten eignet er sich als Aperitif ebenso wie zum Verfeinern kräftiger Saucen.


Madeira

Madeira liegt als subtropische Insel im Atlantik, rund 850 km vom portugiesischen Festland entfernt. Justino's Madeira zählt mit Wurzeln bis 1870 zu den ältesten und größten Madeira-Häusern der Insel.

Bereitung und Reifung

Aus Negra Mole und Complexa. Die Gärung wird durch Zugabe von Weindestillat gestoppt; bei der trockenen Stilistik geschieht das spät, sodass kaum Restsüße bleibt. Anschließend durchläuft der Wein die typische Estufagem (Erwärmung auf 45–50 °C) und reift drei Jahre im Eichenfass.

Im Glas

Bernsteinfarben. In der Nase leicht oxidative Noten, getrocknete Datteln und Unterholz. Am Gaumen trocken und würzig, mit Anklängen von dunklem, frischem Brot, Nuss und Karamell, getragen von einer lebhaften Säure. Langer, herber Abgang.

Als Aperitif

Leicht gekühlt bei 10–13 °C servieren – ein klassischer Starter in den Abend oder Aperitif, auch auf Eis mit einer Zeste Zitrone. In der Küche verfeinert er kräftige Saucen und Schmorgerichte.

Passt zu: Oliven, Mandeln, Suppen, herzhaften Saucen und Hartkäse.


Lage: Madeira (Portugal)
Klassifikation: Madeira DOP – Fine Dry (trocken, 3 Jahre)
Ausbau: Estufagem, 3 Jahre im Eichenfass

Mehr erfahren ...