Capet – Barcelona – Spanien

Ahoi Venezuela

Das südamerikanische Land Venezuela gerät sehr selten in den Fokus der hiesigen Medienlandschaften und sollte dies einmal der Fall sein, geht es eher um Bürgerkrieg, Korruption, Pleitegeier, Diktatoren und Vetternwirtschaft. Neben der aufkommenden Frage, warum es eigentlich keine Cousinenwirtschaft gibt, bleibt die Erkenntnis, dass sich mit dauerhaft negativen Nachrichten einfach schnelleres Geld verdienen lässt. Da ist es manchmal einfach gut, wenn man die Gelegenheit hat, einen Venezolaner direkt zu fragen, wie es in seinem Land eigentlich so läuft.

Dass es in Venezuela wohl seit vier Jahren stetig bergauf geht, die Sicherheitslage sich deutlich verbessert hat und dass die ganze Wirtschaft unter der Hand, trotz USA Embargo, in US Dollars abgewickelt wird, kann nirgends nachgelesen werden. Dass dieser neue, südamerikanische Bekannte zudem unheimlich nett und lebensfroh ist, gehört dann auch noch zu einem sich neu erschließenden Weltbild über ein Land, das die meisten Menschen nicht kennen werden.

Dieser kurze Prolog ist die Vorgeschichte zu einem spontanen Mittags Besuch im Restaurant Capet während der Weinmesse BWW in Barcelona. Hat man nur 36 Stunden zuvor den ersten Venezolaner seines Lebens gesprochen, sitzt man nun hier im Restaurant Capet zum ersten Mal bewusst bei einem seiner Landsmänner im Lokal.

Armando Alvarez ist in Venezuela geboren und hat seit 1999 im elterlichen Gasthaus Leche y Miel (Milch und Honig) in Puerta la Cruz begonnen, im Speiseraum und in der Küche auszuhelfen. 2007 beschloss er dann nach Barcelona in Spanien überzusiedeln. Mit Sack, Pack und den instinktiven Kochkenntnissen seiner Mutter im Koffer erweiterte er hier in verschiedenen Küchen seine Erfahrungen als Koch, bis er im Jahre 2014 im Stadtteil Gràcia in Barcelona sein erstes eigenes Restaurant eröffnete. Es folgte dann 2018 der Umzug des Restaurants in das gotische Viertel der Stadt.

In einem puristisch, warmen Ambiente mit großer offenen Küche im Zentrum, zeigt er nun dort sein ganzes Können. Minimalistisch, mit guten Zutaten und dem gewissen Touch Kreativität werden hier die Teller quasi direkt aus der Küche an den Tisch gereicht. Besonders die animierende Säurestruktur und die Zusammensetzung der einzelnen Produkte macht Laune auf noch mehr. Facettenreich und irgendwie ein bisschen anders als sonst schmeckt es hier im Capet. Ein Hauch Exotik, der womöglich auch im Handgepäck von Armando Alvarez von Venezuela nach Spanien mitgebracht wurde, versüßen kongenial den Alltag. Wir sollten wirklich mehr positiv mit anderen und über andere Kulturen sprechen!

Kroketten mit Kimchi und Hühnchen.
Blumenkohl in verschiedenen Texturen, Thunfisch, Meerrettich.
Pan con tomate.
Gegrillte Aubergine unter einer roten Paprika und Petersilien Creme.
Kleine Tintenfische, Spinat Pesto und Petersilie.
Pistazien im Quadrat.

Capet, Carrer del Cometa, 5, 08002 Barcelona, Spanien, Telefon: +34 937 20 44 21, https://www.capetrestaurant.com/

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Länder/Regionen

Domaine Bachelet Cote de Nuits Villages 2023

Rotwein · Côte de Nuits-Villages · Pinot Noir

Pinot Noir Côte de Nuits-Villages AOC Reben 70+ Jahre 2023 Côte de Nuits

Der Côte de Nuits-Villages 2023 von Denis Bachelet wächst auf einer gut ein Hektar großen Parzelle mit über 70 Jahre alten Reben. Ein reinsortiger Pinot Noir, fein und ausbalanciert, mit ordentlich Druck, Volumen und Energie – ein Wein voller Trinkfreude.


Côte de Nuits-Villages – alte Reben

Côte de Nuits-Villages ist eine Appellation aus den Gemeinden an den Enden der Côte de Nuits. Die Frucht für diesen Wein stammt von einer gut ein Hektar großen Parzelle, deren Reben über 70 Jahre alt sind – das geringe Ertragsniveau alter Stöcke liefert Konzentration und Tiefe.

Denis Bachelet führt in Gevrey-Chambertin eine kleine, traditionell arbeitende Domaine, die für Finesse und Klarheit bekannt ist. Diese Handschrift prägt auch den Côte de Nuits-Villages.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April. Häufige Niederschläge im April und Anfang Mai hielten den Mehltaudruck hoch; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, von über 70 Jahre alten Reben.

Nach der Lese vergärt der Wein und reift anschließend im Holzfass. Die Vinifikation folgt der traditionellen, auf Finesse ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

Klare dunkle Beerenfrucht mit feiner Würze. Am Gaumen fein und ausbalanciert, mit Druck, Volumen und Energie, getragen von geschliffenen Tanninen und frischer Säure. Ein Wein mit viel Trinkfluss.

Fein, ausbalanciert und energiegeladen – ein Pinot Noir von alten Reben, der von Trinkfreude lebt.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Charcuterie, Gerichte mit Pilzen, Kalb oder mittelreifer Weichkäse. Ein vielseitiger Begleiter für die feine Küche.


Lage: Côte de Nuits-Villages, ~1-ha-Parzelle; Reben über 70 Jahre
Klassifikation: Côte de Nuits-Villages AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Rebsorten

Metzger Riesling Liter

Weißwein · Riesling · Pfalz · 1 Liter

Metzger Riesling ist der trockene Pfälzer Riesling für jeden Tag vom Weingut Metzger – hier in der 1-Liter-Flasche. In der Nase reife Melone und Pfirsich mit leicht nussigen Anklängen. Im Mund von trockenem Charakter, mit viel Zitrus im Nachhall.


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands, einer der besten Riesling-Regionen. Das Klima bringt fruchtbetonte, frische Rieslinge hervor – Grundlage für diesen unkomplizierten Alltagswein.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Riesling. Er wird trocken und fruchtbetont ausgebaut, was die klare Zitrus- und Steinobstaromatik in den Vordergrund stellt.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase reife Melone und Pfirsich mit leicht nussigen Anklängen. Am Gaumen von trockenem Charakter, mit viel Zitrus im Nachhall. Frisch und klar, mit saftigem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 9–11 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, Salate und leichte Gerichte.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Pfalz – Weißwein (Riesling), trocken
Ausbau: Riesling, fruchtbetont; 1,0 l

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Frankreich

Jean-Marc Vincent Puligny Montrachet Corvées des Vignes 2022

Weißwein · Puligny-Montrachet · Chardonnay

Chardonnay Puligny-Montrachet (Village) Einzellage Corvées des Vignes Jean-Marc Vincent Reben > 40 Jahre Schlicksand über Kalkstein nur 0,25 ha 2022

Eine winzige Parzelle, ein großer Wein: Der Jean-Marc Vincent Puligny-Montrachet „Corvées des Vignes" 2022 stammt von gerade einmal 0,25 Hektar mit über vierzig Jahre alten Chardonnay-Reben. Würzig, präzise salzig-mineralisch und mit großer Dichte am Gaumen – ein kleines Meisterwerk aus einer der mystischsten Weißwein-Appellationen der Welt.


Corvées des Vignes – salzige Präzision aus Puligny

Puligny-Montrachet liegt an der Côte de Beaune und ist weltberühmt für seine Weißweine aus Chardonnay; vier Grand-Cru- und 17 Premier-Cru-Lagen haben hier ihre Heimat. Der Ruf der Appellation gründet auf dem Terroir: kalksteinreiche Böden und ein spezifisches Klima verleihen den Weinen eine feine Mineralität und feste Struktur, die sie klar von den Nachbardörfern Chassagne-Montrachet und Meursault unterscheidet.

Die Lage „Corvées des Vignes" ist eine kleine Village-Parzelle am Rand der Appellation. Der Rebbestand aus über vierzig Jahre alten Chardonnay-Stöcken gedeiht auf feinem Schlicksand über Kalkstein – die Grundlage für die salzig-mineralische Präzision und die Dichte dieses Weins.

Jahrgang 2022 – Puligny-Montrachet

2022 brachte an der Côte de Beaune eine reife, großzügige und zugleich erstaunlich frische Weißwein-Ernte mit klar definierter Frucht und guter Balance. Auf dem feinen Schlicksand über Kalkstein und im präzisen Ausbau ergibt das einen dichten, salzig-mineralischen und zugleich frischen Chardonnay mit Länge und Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, Puligny-Montrachet (Village), trocken.

Jean-Marc Vincent arbeitet im Weinberg von Hand, mit konsequent niedrigen Erträgen und manueller, selektiver Lese. Im Keller vergärt der Wein spontan mit den weinbergseigenen Hefen und reift anschließend auf der Feinhefe im Holzfass – ein Ausbau, der die mineralische Präzision der Lage bewahrt und ihr Tiefe und Textur verleiht.

Im Glas

Vom feinen Schlicksand über Kalkstein und den alten Reben lebt dieser Puligny: helle, feste Traubenfrucht und Zitrus, dazu eine würzige, salzig-mineralische Präzision. Die Spontangärung und das Feinhefelager im Holzfass binden eine dichte, vielschichtige Textur ein, ohne die kühle Frische zu überdecken. Am Gaumen fein und zugleich kraftvoll, mit großer Dichte, salzigem Zug und einem langen, frischen Nachhall.

Würzig und salzig-mineralisch – helle, feste Frucht, große Dichte und ein langer, frischer Nachhall.

Im jugendlichen Stadium bei 11–12 °C servieren; bei guter Lagerung gewinnt der Wein über mehrere Jahre.

Am Tisch

Ein klassischer Begleiter zu edlem Fisch und Meeresfrüchten – Jakobsmuscheln, Steinbutt oder Hummer –, ebenso zu Geflügel in heller Sauce oder gereiftem Hartkäse.


Lage: Puligny-Montrachet, Einzellage Corvées des Vignes (Côte de Beaune, Burgund, Frankreich); ca. 0,25 ha, feiner Schlicksand über Kalkstein; Reben > 40 Jahre
Klassifikation: AOC Puligny-Montrachet (Village), Chardonnay (trocken)
Ausbau: Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen, Reifung auf der Feinhefe im Holzfass; handwerklicher Weinbau

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Weine

Weinreich Mineral brut BIO

Der Weinreich Mineral Brut trägt seinen Namen nicht zufällig: Die Reben wachsen auf Löss-Lehm mit viel Kalkmergel. Die Hälfte der Cuvée ist Pinot Noir, dazu 30 % Meunier und 20 % Chardonnay. Der Sekt reift 30 Monate auf der Hefe und wird von Hand gerüttelt – ganz nach dem Vorbild der Champagne.

Im Glas

Hellgold, sehr zarte und ausdauernde Perlen. In der Nase frisch und duftig wie Meeresgischt, mit Walderdbeere und ein wenig Brioche. Im Mund elegant und mineralisch, mit feinem Salz und einem geraden, knackigen Ende. Der Nachhall ist klar und lang.

Mach was draus

Austern, Jakobsmuscheln, Seezunge, Geflügel oder ein feines Fingerfood-Buffet. Ein Sekt für besondere Anlässe und für alle, die Champagner lieben. Serviere ihn bei 6 bis 8 °C im Weißweinglas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Mineral Brut ist mein Tipp für Champagner-Fans. Dieselben Sorten, dieselbe Methode – und echt Rheinhessen.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie wird er gemacht? Ganze Trauben werden gepresst, der Most gärt langsam mit den Hefen der Trauben. Der Grundwein liegt auf der Hefe im Tonneau, danach folgen Flaschengärung und 30 Monate Hefelager.

Was ist ein Tonneau? Ein großes Holzfass, meist mit rund 500 Litern. Es gibt dem Wein Textur, ohne viel Holzgeschmack.

50 % Pinot Noir, 30 % Meunier (Schwarzriesling), 20 % Chardonnay · Rheinhessen, Bechtheim · Löss-Lehm mit Kalkmergel · bio (DE-ÖKO-022) · ganze Trauben gepresst, spontan vergoren · Grundwein auf der Hefe im Tonneau · traditionelle Flaschengärung · 30 Monate Hefelager · Handrüttelung · brut · Weingut Weinreich, Bechtheim · Stand: Oktober 2026

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Rebsorten

Angerville Volny Clos Des Ducs Monopole 1er Cru 2020

Rotwein · Volnay 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Volnay 1er Cru Monopole 2,15 ha Côte de Beaune 2020

Der Volnay Clos des Ducs Monopole 1er Cru 2020 ist das große Gewächs der Domaine Marquis d'Angerville – ein ikonischer Monopol von grand-cru-würdiger Intensität, seidig und mineralisch zugleich. Volnay im Glas, in seiner reinsten Form.


Clos des Ducs – der Monopol-Klassiker der Domaine

Der Clos des Ducs ist ein echter, von Mauern umschlossener Clos und seit Generationen Alleinbesitz (Monopole) der Domaine Marquis d'Angerville. Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts war die Parzelle mit ihren 52 „ouvrées" im Besitz der Herzöge von Burgund verzeichnet – daher der Name.

Mit 2,15 Hektar liegt der Clos am höchsten Punkt des Volnay-Hangs, nördlich des Dorfes, und steigt über weißen Mergel steil an. Der stark kalkhaltige, steinige Boden und die ideale südöstliche Exposition ergeben einen Wein von feiner, mineralischer Rasse – nicht so wuchtig wie die Lagen südlich des Dorfes, dafür von seidiger Eleganz.

Jahrgang 2020 – Côte de Beaune

2020 war einer der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahrgänge überhaupt. Guillaume d'Angerville las als einer der Ersten in Volnay – sehr früh um den 23.–25. August –, um die Frische zu bewahren, und bezeichnet 2020 als seinen besten Jahrgang seit der Übernahme 2003.

Das Ergebnis sind rote Burgunder von präziser Balance: reif und zugleich frisch, mit feinem Tannin und tragender Spannung – wie geschaffen für die langlebige Art dieses Clos des Ducs.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, vom hauseigenen „Pinot d'Angerville"-Klon.

Vollständig entrappt, klassische Maischegärung mit zweimal täglichem Remontage, um das Tannin fein zu extrahieren – bewusst ohne Pigeage, um die Finesse zu wahren. Der Ausbau erfolgte im Fass mit rund 20 % neuem Holz. Das gesamte Gut wird seit 2006 von Hand bewirtschaftet.

Im Glas

Tiefes Purpur. Ein hochparfümiertes Bouquet aus Rosenblättern, roter Kirsche, Himbeere und Weihrauch, dazu Anklänge von Unterholz, Trüffel und süßem Zimt. Am Gaumen mittel- bis vollgewichtig, vielschichtig und nahtlos, getragen von feiner Säure, mit langem, anmutig gleitendem und salzigem Finale.

Volnay im Glas – nicht ein Haar daneben: grand-cru-würdige Intensität in seidiger Eleganz.

Profitiert von Flaschenreife; über viele Jahre hervorragend lagerfähig. Bei 16 °C servieren, vorab dekantieren.

Am Tisch

Ente, Reh, Geflügel in feiner Sauce, Lamm oder reifer Weichkäse. Ein großer Pinot Noir für besondere Anlässe.


Lage: Volnay „Clos des Ducs" (Monopole, 2,15 ha; Côte de Beaune); steiler oberer Hang, weißer Mergel, kalk-steinig
Klassifikation: Volnay 1er Cru · Monopole
Ausbau: Pinot Noir; ~20 % neues Holz, kein Pigeage · Handarbeit im Weinberg (seit 2006)

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Weine

Dr. Bürklin Wolf Kalkofen Deidesheim Riesling trocken GC 2025 BIO

Weißwein · Deidesheim, Pfalz · Riesling

100 % Riesling Deidesheim Kalkofen 0,7 ha von 5 ha Lehm und Kalksteingeröll Spontangärung Doppelstück-Holzfass, DE-ÖKO-003

Kalkofen G.C. 2025 stammt aus der Lage, die ihren Namen am direktesten aus dem Boden bezieht: Hier stand einmal ein Kalkofen, in dem der Kalkstein des Untergrunds gebrannt wurde. Fünf Hektar misst die Lage insgesamt, 0,7 Hektar davon bewirtschaftet Dr. Bürklin-Wolf. Unter den Grands Crus des Guts ist dies der kalkgeprägteste – und der, dessen Weine am ehesten burgundisch gelesen werden.


Kalkofen – der Weinberg, der nach seinem Brennofen heißt

Die Lage gehört zur warmen Hangzone, einem schmalen Gürtel entlang der Vorhügelzone der Mittelhaardt mit überdurchschnittlichen Temperaturen und wenig Niederschlag. Darunter verläuft ein schmales Kalkriff, und im Kalkofen tritt es deutlicher zutage als in den Nachbarlagen: Der Boden besteht aus Lehm und Kalksteingeröll, nicht aus der Buntsandsteinverwitterung, die sonst die Mittelhaardt prägt. Genau dieser Kalk war einst Rohstoff – der Brennofen, der der Lage den Namen gab, verarbeitete ihn zu Branntkalk. Der Weinberg neigt sich leicht nach Süden und wird an der Nordseite von Sandsteinmauern begrenzt.

Topografisch liegt der Kalkofen dem benachbarten Grainhübel fast wie ein Plateau auf, unweit des Ortsrands von Deidesheim. Die Parzelle von Bürklin-Wolf grenzt an die der Brüder Seckinger – bei fünf Hektar Gesamtfläche teilen sich hier wenige Betriebe einen sehr kleinen Weinberg. Für den Riesling bedeutet die Bodenkombination zweierlei: Die Wärme der Hangzone bringt reife, intensive Trauben, der hohe Kalkanteil zieht diese Reife wieder in eine straffe Form. Das Ergebnis ist ein Wein mit Fülle und gleichzeitig mit dem festen, salzigen Rückgrat, das kalkgeprägte Böden liefern – und mit der Lagerfähigkeit, die daraus folgt.

Jahrgang 2025 – Pfalz

Auf einen milden Winter und ein regenarmes Frühjahr folgte ein etwas verzögerter Austrieb, Spätfrost blieb vereinzelt. Der Sommer war sehr heiß und trocken, der Pilzdruck außergewöhnlich niedrig – ein Jahr, in dem ein biodynamisch geführter Betrieb mit seinem begrenzten Instrumentarium nicht in Bedrängnis geriet. Die Beeren blieben klein und gewannen aromatisch an Konzentration. Für eine Lage in der niederschlagsarmen warmen Hangzone war entscheidend, dass ab Mitte Juli flächendeckende Regenfälle einsetzten; der Lehmanteil im Kalkofen hielt dieses Wasser besser als die leichten Sandböden weiter südlich.

Danach beschleunigte sich alles. Mitte August erreichten die Frühsorten Qualitätsweinniveau, Ende August begann die Lese, und die Hitze Anfang September trieb die Reife mehrerer Sorten gleichzeitig voran. Ab Mitte September brachten Niederschläge stellenweise Botrytis und erzwangen zügiges Lesen der hochreifen Trauben; um den 23. September war die pfälzische Ernte abgeschlossen, so früh wie selten. Mengenmäßig fällt 2025 klein aus: rund 1,8 Millionen Hektoliter für das Gebiet, etwa 30 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, die Erträge vielfach 25 bis 30 Prozent unter Vorjahr. Was in den Keller kam, waren kleine Beeren mit hohen Mostgewichten bei ausgewogener Säure – für eine Kalklage die günstigste Konstellation, weil der Boden die Reife ohnehin abfedert.

Spontangärung und Doppelstück

Im Januar 2005 stellte Dr. Bürklin-Wolf sämtliche Weinberge auf biologisch-dynamische Bewirtschaftung um, zertifiziert durch die Kontrollstelle LACON und als erster deutscher Betrieb aufgenommen in die französische Vereinigung SIVCBD mit der Marke Biodyvin. Die rund 85 Hektar in Wachenheim, Forst, Deidesheim und Ruppertsberg bewirtschaftet das Gut ausschließlich selbst und kauft keine Trauben zu. Die Lesegüter der G.C.- und P.C.-Weine werden von Hand gelesen und selektioniert; die gutseigene Pyramide stützt sich auf die königlich-bayerische Lagenklassifikation von 1828.

Der Keller arbeitet für alle Grands Crus nach demselben Muster: temperaturkontrollierte Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen, anschließend Ausbau im Doppelstück-Holzfass. Neues Holz kommt nicht zum Einsatz, und bei diesem Fassvolumen ist die Holzoberfläche im Verhältnis zur Weinmenge ohnehin zu klein für einen Fasston. Was bleibt, ist ein langsamer, geringer Sauerstoffeintrag, der die Phenolik glättet und Textur aufbaut. Weil an allen Lagen identisch gearbeitet wird, bleibt der Unterschied zwischen Kalkofen und den sandsteingeprägten Nachbarlagen im Glas als Bodenunterschied lesbar.

Im Glas

Helles Gelb mit grünem Rand. Die Nase hat einen deutlich kreidigen Grundton, darüber Quitte, gelber Pfirsich und Zitrusschale, dazu eine Würze nach getrockneten Kräutern. Am Gaumen ist das Bild anders gewichtet als bei den sandsteingeprägten Lagen des Guts: Der Wein wirkt kompakter, weniger duftig, dafür mit einer festen, fast kreidigen Mitte, die ihn von Anfang an zusammenhält. Der Extrakt aus den kleinen Beeren des Jahrgangs 2025 gibt zusätzlichen Druck, ohne dass der Wein breit wird. Die Säure ist reif und eingebunden, die salzige Griffigkeit zieht sich durch bis in einen langen, trockenen Abgang mit steinigem Nachhall.

Der Kalk macht hier nicht die Frucht, sondern das Gerüst, in dem sie steht.

Am Tisch

Die kompakte, kalkgetragene Anlage verlangt Gerichte mit Textur und Fett. Gut passen Steinbutt und Loup de mer am Stück, Hummer und Jakobsmuscheln, Bries und Kalbsrücken mit heller Sauce, Perlhuhn, dazu Morcheln und Spargel. Auch gereifter Hartkäse – Comté ab achtzehn Monaten, alter Bergkäse – funktioniert gut. Salzige Vorspeisen wie Bottarga oder eingelegte Sardellen nimmt der Wein dank seiner eigenen Salzigkeit besser auf als die meisten Rieslinge. Bei 11 bis 12 °C im großen Glas servieren; jung braucht er eine Stunde Luft oder die Karaffe.


Lage: Deidesheim Kalkofen (VDP.Große Lage; gutsintern G.C.) – Lage insgesamt 5 ha, davon 0,7 ha im Besitz des Weinguts; warme Hangzone auf schmalem Kalkriff entlang der Vorhügelzone der Mittelhaardt, Boden aus Lehm und Kalksteingeröll; Lagenname nach einem ehemals dort betriebenen Kalkofen
Klassifikation: Riesling trocken, Großes Gewächs (VDP.Große Lage); gutsinterne Klassifikation G.C. nach dem Kataster von 1828
Ausbau: Temperaturkontrollierte Spontangärung, Ausbau im Doppelstück-Holzfass; Handlese und Selektion; biologisch-dynamische Bewirtschaftung seit Januar 2005, LACON-zertifiziert, Mitglied SIVCBD / Biodyvin / DE-ÖKO-003

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Weine

Wittmann Westhofen Aulerde Riesling Großes Gewächs 2024 BIO

Dass dieser nach Süden ausgerichtete, leicht zum Dorf hin abfallende Hang eine besonders begnadete Weinlage ist, haben schon unsere Vorfahren erkannt. Bereits 1380 wurde die AULERDE zum ersten Mal namentlich erwähnt. Es ist unsere wärmste Lage mit früher Traubenreife.

 

Die Reben für dieses Große Gewächs aus dem rheinhessischen Westhofen fussen auf schwer durchwurzelbarem Kalkstein. Die Rieslinge haben ein elegantes, frisches Aroma nach gelben Früchten verbunden mit einer klaren, leicht salzigen Mineralität. Text Wittmann DE-ÖKO-022

 

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Italien

Mabis Neropasso rosso

Wein · Rotwein · Venetien · Italien

Mabis Neropasso Rosso ist ein Klassiker aus dem Veneto, gekeltert nach der „Appassimento"-Methode: Ein Teil der reifen, gesunden Trauben wird nach der Lese getrocknet und anschließend gekeltert. So ergibt sich schon in der Farbe ein intensives Rot.


Venetien / Italien

Der Wein stammt von Mabis (Biscardo), einem Familienbetrieb im Veneto bei Verona mit über 150 Jahren Erfahrung. Neropasso ist der Auftakt der „passo"-Trilogie des Hauses – neben Oropasso (weiß) und Rosapasso (rosé).

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Corvina, Merlot und Cabernet Sauvignon. Nach der „Appassimento"-Methode wird ein Teil der Trauben vor dem Keltern angetrocknet; die Beeren verlieren Wasser und gewinnen an Zucker- und Aromenkonzentration. Das verleiht dem Wein Kraft, Struktur und samtige Fülle.

Im Glas

Intensives Rubinrot. Das Bouquet ist würzig, mit Aromen von schwarzen Kirschen und Pflaumenkompott. Am Gaumen elegant und samtig, mit weichen Tanninen im Abgang.

Am Tisch

Bei 18–20 °C servieren – ein hervorragender Begleiter zur italienischen Küche.

Passt zu: Pasta, hellem und rotem Fleisch, Gegrilltem sowie frischem und gereiftem Käse.


Lage: Venetien (Italien); Mabis (Biscardo)
Klassifikation: Veneto IGT – Cuvée aus Corvina, Merlot & Cabernet Sauvignon
Ausbau: Appassimento (ein Teil der Trauben vor dem Keltern angetrocknet)

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