Maskenfreie 2020 Bären-summer-school – l’Alt Empordà

Jetzt aber: aaaaalle-Lunya

Spricht man waschechte Katalanen jedweden Geschlechtes auf das Thema an, dann endet das immer mit der gleichen Phrase: „La paraula eterna“ Das unendliche Versprechen. Und in der Tat lebt l’Alt Empordà gut damit und davon, was es eigentlich sein könnte, nicht, was es derzeit ist. Wobei das „derzeit“ schon große Fortschritte gemacht hat im Vergleich zu den „derzeit“ von vor zwanzig Jahren.

l’Alt Empordà ist nicht die Wiege des spanischen Weinbaus, die Phoenizier kannten diesen Teil der Küste nicht. Erst die Griechen, vor allem aber die Römer machten Emporiae zu einem Weinhandelsplatz: Schiffe wurden mit Amphoren voll mit Wein beladen und gen Ostia geschickt, Reben wurden professionell kultiviert, man brachte der Region Zivilisation bei.

Die wirklich große Zeit der Region begann, als die Süßweine aus Garnacha und Cariñena zu gefragten Produkten wurden. Beide Seiten der Pyrenäen waren berühmt für die „vins doux naturels“. Aufgrund der klimatischen Gegebenheiten war und ist der Süden, also l’Alt Empordà, im Vorteil, die Trauben reifen besser aus, Rebkrankheiten kannte man im siebzehnten und am Anfang des achtzehnten Jahrhunderts nicht. Selbst Mehltau und Oidium schufen kaum Probleme, die gute Durchlüftung der Region, l’Alt Empordà ist via Bucht von Roses offen zum Mittelmeer, reduzierte den Befall drastisch. Dann fand die Reblaus einen der Schmugglerwege zwischen Frankreich und Rabós d’Empordà. Danach kam der Weinbau erst einmal zum Erliegen.

Die Situation beruhigte sich jedoch schnell, da das Hinterland, Girona und Figueres sind durchaus große Orte, und die Ferienregion Costa Brava den Konsum förderten, und Restkatalonien ist weit weg. Der regionale Markt ist für den Großteil der Bodegas noch heute der wichtigste Absatzkanal, Joan Fabra (Celler Marti Fabra) keltert etwa neunzigtausend Liter Wein, neunzig Prozent wird in der Region konsumiert. Es gibt viele Restaurants der gehobenen Klasse und einige Sternetempel, Empordà ist vor allem ein Urlaubsziel für Individualreisende, die eher bereit sind, mal ein paar Euro mehr für eine ordentliche Flasche Wein auszugeben. Die Einheimischen sind ebenfalls genussfreudig eingestellt, der lokale Markt funktioniert.

Der lokale und regionale Markt, das ist die Kehrseite der Medaille, fragt jedoch nicht wirklich nach, internationale Weinstile und internationale Rebsorten sind deutlich überrepräsentiert. Garnacha und Cariñena findet man, vor allem an den Hängen im Norden und im Osten, im Flachland hingegen dominieren Cabernet, Merlot, Macabeo und   etwas Chardonnay, wobei die traditionellen Sorten insgesamt schon etwa siebzig Prozent der Gesamtrebfläche von etwa achtzehnhundert Hektar ausmachen.

Oft hört man, dass l’Alt Empordà eine Art Gegenpol zum Priorat darstelle. Dies ist nur bedingt richtig. Zwar ist offensichtlich, dass Cariñena und Garnacha in beiden Regionen dominieren, das war es dann aber auch schon. Denn in l’Alt Empordà befinden sich die besten Parzellen an den Füßen der Pyrenäen, fast noch auf Meeresniveau oder aber an den Hängen im Osten, hinter denen das Cap de Creus lauert. Granit gibt es dort nur an wenigen Stellen, eigentlich nur an den Hängen zwischen Capmany (gesprochen Capmayn) und Sant Climent Sescebes, danach beginnt schon Schiefer, erst schwarz, bis Rabós, dann ölig braun bis fast gen Roses. Im Westen, westlich von Capmain, stehen die Reben auf Kalkmergel, im Zentrum auf Schwemmland. Alles ist durchaus verschieden, anders als im Priorat, wo Reben nur auf Schiefer stehen.

Climent: Alte Weinberge, vielleicht die beste Weißweinecke der Region.

Es gibt keine alles überragende Ecke in l’Alt Empordà, überall an den Hängen und selbst an einigen Stellen im Flachland kann man gute bis sehr gute Qualitäten ernten. Die Hänge haben den Vorteil, dass dort noch viel altes Rebmaterial steht, die Parzellen sind für maschinelle Bearbeitung nur bedingt geeignet, außerdem gab und gibt es ja im Flachland genug Platz, um Reben zu kultivieren. Deswegen gibt es heute in den Cooperativen aus Espolla und Garriguella sowie in Weingütern wie Olivardots, Martí Fabra, Roig Parals oder Pujol Cargol Garnacha und Cariñena von alten Anlagen. Natürlich gibt es auch viel eher belangloses Getränk, eine Großcooperative und mehrere Handelshäuser sind für diese Weine verantwortlich.

Garriguella, Celler Gerisena, alte Weinberge. Die Reihenabstände sind zu eng für Traktoren, daher entfernte man jede fünfte Reihe, so kann man immer zwei Reihen von links und von rechts bearbeiten.

Neue Projekte leiden oft an latenter Selbstüberschätzung, man meint gerne, dass die Akzeptanz auf dem lokalen Markt ein Fingerzeig auf die Akzeptanz auf dem globalen Markt sei. Oliver Contí war so ein Beispiel: man versuchte, eine Bordeaux-Kopie zu installieren, glaubend, dass die Konsumenten Bordeaux-Stil, aber halt billiger, aus Empordà kaufen würden. Ging schief, heute gehört Oliver Contí zum Perelada-Konzern. Espelt ist eine relativ große Bodega, wenn man die Tanks eng zusammenrückt, dann kann man dort durchaus eine Million Liter Wein keltern. Nur: die Nachfrage war nie da, nicht einmal für die Hälfte der Produktion. Heute ist das vor allem eine Auftragskellerei für den Perelada-Konzern.

Natàlia Duran und Lluis Masana von Celler Gerisena haben wohl noch Gesprächsbedarf,

Überhaupt: Castillo Perelada. Man kann nicht über l’Alt Empordà reden ohne über diese Bodegagruppe zu reden. Sie hat ihren Sitz in Peralada (Bodega mit „e“, Ort mit „a“), dort steht auch das Schloss, in dem inzwischen ein Sternerestaurant auftafelt. Es gibt viele kulturelle Aktivitäten, und eben die Großbodega, die neben Cava (in Vilafranca del Penedès) und dem weißen Tafelwein Blanc Pescador (mit über vier Millionen Flaschen jährlich einer der zwei meistverkauften Weißweine Spaniens) auch einen Bodegakomplex in Empordà betreibt: Castillo Perelada als Hauptsitz, die Cooperativa in Mollet de Peralada als Produktionsort und Comercial Vinícola del Nordest als Lagerbodega. Perelada selbst, die Genossen der Cooperative und diverse unabhängige Weinbauern, da kommt viel Rebland zusammen. Die eigenen Parzellen werden vor allem für die Lagenweine der Bodega genutzt. Finca Espolla (Syrah und Monastrell), Finca Garbet an den Steilhängen an der Küste (vor allem Syrah, etwas Cabernet Sauvignon), Malaveïna (Lehmboden, internationale Sorten), Pont de Molins und Cormes, das sind die Vorzeigeweine der Bodega. Natürlich ist das nicht deren Hauptgeschäft, dafür dienen die Einstiegsweine der Bodega. Ein Spezialprojekt sind die Ex-Ex-Weine, experiencia exceléncia: in jedem Jahr gibt es einen Experimentalwein, immer nur in kleiner Auflage. Ab und an dient er der Vorbereitung von anderen Weinen, ab und an will man einfach sehen, wie sich Weine einer bestimmten Sorte, einer bestimmten Herkunft, einer bestimmten Ausbauart entwickeln, ohne die Verpflichtung einzugehen, diese Weine dann immer zu keltern. Man lässt sich das gut bezahlen, in der Top-Gastronomie in Catalunya sind diese Weine breit vertreten. Delfí Sanahuja, Weinmacher und technischer Direktor in Castillo Perelada, hat einen guten Ruf, er versteht sein Handwerk durchaus gut.

Camí de Cormes: ¿Empordà Grand Cru?

Jenseits von Perelada ist der Markt zweigeteilt: es gibt die größeren und großen Betriebe, die vor allem Mainstream herstellen, belanglose Weine, die gerne in belanglosen Restaurants oder belanglosen Kneipen gereicht werden. Empordalia, das Handelshaus Trobat, Oliveda, Mas Llunes oder masetplana sind die wichtigsten Vertreter dieser Kategorie, Espelt gehört da letztendlich auch hinein. Diese Betriebe haben ihre Vertriebskanäle, letztendlich verkaufen sie alle über den Preis, die Scheuer muss leer sein bevor die nächste Ernte hereingeschaufelt wird. Diese Bodegas kann man aber ganz gut umgehen.

Denn es gibt in l’Alt Empordà auch ein paar handwerklich orientierte Bodegas, die gute Weine keltern. Wie so oft, gibt es auch hier einen Zielkonflikt: man will verstärkt mit Garnacha und Cariñena arbeiten, erntet aber spät, was hohe Alkoholwerte zur Folge haben kann. Nicht wirklich hilfreich auf Märkten, in denen gerade frische Weine gefragt sind. Anders als in anderen Regionen von Catalunya lässt sich dieser Zielkonflikt lösen: man kann deutlich früher lesen, ohne Gefahr zu laufen, grüne Weine zu präsentieren. Man kann ein klein Wein mit geringerem Alkoholgehalt nutzen, Cabernet Sauvignon oder Syrah in kleinem Umfang können helfen, manche weiße Sorte auch. Man kann die Maischestandzeiten verkürzen, man kann Barricas durch Zementtanks oder große Holzgebinde ersetzen, und in manchen Bodegas ist dieser Prozess voll im Gange.

l’Alt Empordà ist aktuell nicht die Gegend für Weine zu schwindelerregenden Preisen, Finca Garbet verkauft sich, weil Perelada jede Menge Aufwand hineinsteckt, die andere Lagenweine dieser Bodega haben durchaus irdische Preise, teure Weine anderer Bodegas verkaufen sich nur, wenn ahnungslose Touristen mit dicken Brieftaschen des Sonntags zur Matinee in die Bodega pilgern, oder aber weil die Hipsterbodega *lavinyeta in Barcelona mal wieder die Hipster zum Hipsterhappening ruft. Internationalen Markt generiert man so nicht. Es gibt aber viel guten Wein zu ordentlichen Preisen, der durchaus die Herkunft widerspiegelt.

Neugründungen von Bodegas gibt es eher wenige, und wenn, dann sind das bessere Hobbykellereien, die Extra-Einnahmen generieren, aber nicht die Hauptaktivität der Eigentümer darstellen. Die besten Ergebnisse findet man dort, wo Weinmacher auf internationale Klientel treffen. Vinyes d’Olivardots ist so ein Fall, Roig Parals geht auch in diese Richtung, Vinyes dels Aspres ist ebenfalls ein Vertreter dieser Gattung: man versucht, ausgewogene Weine zu keltern, oftmals gelingt das auch. Dann und wann trifft man dort aber auch auf Weine, die zu viel Barriquereife abbekommen haben, der Lernprozess ist noch lange nicht abgeschlossen.

Die Bodenstruktur im Osten von Garriguella.

Das aktuell wohl interessanteste Projekt ist Celler Gerisena, dies ist ein Teil der Cooperative aus Garriguella. Dort hat man Weinberge ausgelagert, etwa dreißig Hektar, alle am Hang gelegen, die Reben stehen auf braunem Schiefer, die Weine werden getrennt von den anderen Weinen der Genossenschaft ausgebaut. Terroir, überwiegend klassische Rebsorten, schonender Ausbau, vernünftige Preise, so präsentiert sich dieses Teilweingut derzeit. Aber auch die normalen Weine der Bodega sind durchaus nicht schlecht, Natàlia Duran hat lange Zeit bei Delfí Sanahuja gearbeitet, da ist viel hängen geblieben. Außerdem schaut sie schon gerne mal bei Weinen von der anderen Seite der Pyrenäen etwas tiefer ins Glas.

Die Weine sind gut, manche sogar sehr gut. Leider rümpfen viele Konsumenten die Nase, sobald sie das Wort Genossenschaft auch nur hören. Das sollte aufhören, es gilt Wein nach dem zu beurteilen, was in der Flasche ist und nicht pauschal nach der Betriebsform.

Die andere Cooperative, die aus Espolla, ist auch nicht schlecht, kommt aber an das Niveau der Garriguella-Weine noch nicht heran. Hier gibt es das Projekt Vins de Postal, die Etiketten stellen eine Art Postkarte dar. In jedem Jahr wird eine andere Parzelle ausgewählt, um einen Postkartenwein zu keltern. Für die Socios ist das gut, denn dann ist da (fast) jeder einmal dran. Für den Handel ist das eher kompliziert, da es keine direkten Nachfolger des Folgejahrgangs gibt. Aber auch hier ist man auf einem guten Weg.

Und die Süßweine? Nun, hier gibt es ein zweigeteiltes Problem. Die Qualität der Produkte ist nicht das Problem, der Sol i Serena von Espolla wird vor allem im Restaurant Can Roca verkauft, Jordi kauft immer die Hälfte der Produktion. Die andere Hälfte indes verkauft sich nur schleppend. Konsumenten sind bereit, für die gleiche Qualität viel mehr Geld auszugeben, wenn das Produkt von der Nordseite der Pyrenäen, aka Frankreich, kommt. Süßweine aus l’Alt Empordà haben gefälligst billig zu sein. Aber auch das ist keine Garantie, die meisten Süßweine werden direkt ab Bodega an Touristen verkauft, im Handel und in der Gastronomie jenseits der Region findet man die Produkte eher nicht. Dies liegt natürlich daran, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer der Bodega nicht wirklich verkaufen können.

Hier ist der Markt kleiner: die Cooperative aus Espolla, die aus Garriguella (mit jämmerlich bescheidenen Preisen für den ambre und den ruby), Pere Guardiola, Martí Fabra. Natürlich gibt es viel mehr, aber oft ist das Ergebnis mehr gewollt denn gekonnt.

l’Alt Empordà steht anders da als Conca de Barberà, anders als Costers del Segre und anders als Terra Alta, man ist viel weiter. Man ist immer kurz davor, den wirklichen Durchbruch zu schaffen. Aber da ist man nun schon zwei Jahrzehnte lang, wenn nicht länger. Und ewig währt das versprechen. Text: el oso alemán


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Whisky

Octomore Edition 06.1_167 Progressive Herbidean Distillers

Whisky · Single Malt · Islay · Octomore

Octomore Edition 06.1_167 ist ein super-stark getorfter Islay Single Malt der Bruichladdich Distillery. Octomore fordert seit 2008 die gängige Whisky-Weisheit heraus: fünf Jahre gereift, extrem hoch getorft und nahe der Fassstärke abgefüllt. Mit 167 ppm zählt diese Edition zu den am stärksten getorften Whiskys der Welt. Wegen seiner überraschenden Eleganz trotz dieser Wucht nennt Bruichladdich ihn „die unmögliche Gleichung".


Islay

Die Bruichladdich Distillery steht seit 1881 auf den Rhinns of Islay. Octomore ist nach einem ehemaligen Hofgut oberhalb von Port Charlotte benannt. Für diese „Scottish Barley"-Edition wird Gerste vom schottischen Festland verwendet; der außergewöhnlich hohe Torfgehalt entsteht beim Mälzen.

Herstellung und Reifung

Der Single Malt ist mit 167 ppm super-stark getorft und reifte fünf Jahre in American Oak (ehemalige Bourbonfässer). Abgefüllt wurde er ungefärbt und nicht kühlgefiltert nahe der Fassstärke als limitierte Auflage.

Im Glas

Helles Strohgelb, ölig und dicht im Glas. In der Nase Seeluft, Torfrauch und Malzsüße, dazu gelbe Frucht, Vanille, Mandel und Honig. Am Gaumen kräftig und zugleich erstaunlich weich, mit gerösteter Gerste, Apfel, Limette und großem, aber ausgewogenem Rauch. Der Abgang ist sehr lang und intensiv rauchig.

Zum Genuss

Pur in einem Nosing-Glas genießen; etwas Zeit im Glas lohnt sich, Wasser nur vorsichtig zugeben. Ein Whisky für Liebhaber super-rauchiger Islay-Malts.

Passt außerdem zu geräuchertem Fisch, kräftigem Hartkäse und dunkler Schokolade.


Herkunft: Islay, Schottland (Bruichladdich Distillery)
Art: Super-stark getorfter Islay Single Malt, 167 ppm
Reifung: 5 Jahre in American Oak (Bourbonfässer)

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Spanien

Tentenublo Escondite del Ardacho Las Guillermas 2016

Rotwein · Rioja Alavesa · Tempranillo (Single Parcel)

Tempranillo & Viura Escondite del Ardacho · Las Guillermas Single Parcel · 0,62 ha DOCa Rioja (Alavesa) Tentenublo (Roberto Oliván) kalkhaltiger Lehm · 60+ J. Reben ungeschönt & unfiltriert nur 2.075 Flaschen · 2016

Der Tentenublo Escondite del Ardacho „Las Guillermas" 2016 ist ein Single-Parcel-Tempranillo von nur 0,62 Hektar in der Rioja Alavesa. Trotz seiner stattlichen Alkoholwerte ist dieser Wein kühl, fein und salzig und spiegelt ganz klar sein großes Terroir wider – sicherlich einer der speziellsten und großartigsten Tempranillos der Rioja.


Las Guillermas – 0,62 Hektar auf Lehmkalk

Tentenublo ist das Projekt von Roberto Oliván aus dem Gebiet um Viñaspre in der Rioja Alavesa, dem baskischen Teil der Region. Die Escondite-del-Ardacho-Reihe versammelt seine Single-Parcel-Weine, die das jeweilige Mikroterroir mit größter Detailtreue übersetzen.

Die Einzellage Las Guillermas besteht aus lediglich 0,62 Hektar, bestockt mit 0,40 Hektar Tempranillo und 0,20 Hektar Viura. Die Reben haben inzwischen ein Alter von über sechzig Jahren erreicht, fußen auf kalkhaltigem Lehmgrund und sind einem stark atlantischen Klima ausgesetzt – die Grundlage für den kühlen, salzigen und mineralischen Charakter des Weins.

Jahrgang 2016 – Rioja

2016 war an der Rioja ein ausgewogener Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und lebendiger Säure. Die Höhenlage mit ihrem stark atlantischen Einfluss und der kompromisslos handwerkliche Stil von Roberto Oliván bewahrten Frische, Salzigkeit und die mineralische Prägung des Lehmkalkbodens. Mit einigen Jahren Flaschenreife zeigt sich der Wein heute in einer schönen, zugänglichen Phase.

Assemblage und Ausbau

Single-Parcel-Wein aus Tempranillo mit Viura (0,40 ha Tempranillo / 0,20 ha Viura), Jahrgang 2016, trocken; von über 60 Jahre alten Reben.

Der Wein wird kompromisslos natürlich vinifiziert und – wie immer bei Tentenublo – ungeschönt und unfiltriert abgefüllt. So bleibt das große Terroir der kleinen Parzelle unverfälscht erhalten. Gesamtproduktion: nur 2.075 Flaschen.

Im Glas

Trotz seiner stattlichen Alkoholwerte ist dieser Wein kühl, fein, salzig und spiegelt ganz klar sein großes Terroir wider. Die Fruchtaromen sind vorhanden und brillieren mit Kirsche, Weichsel und feinem Kräuterduft. Diese Aromen unterstützen die Mineralik nuancenreich und münden in einen satten, langen Nachhall. Es gibt viele Einzellagenweine aus der Rioja, aber sicherlich keinen so speziellen und großartigen Tempranillo wie diesen.

Trotz stattlicher Alkoholwerte kühl, fein und salzig – Kirsche, Weichsel und feiner Kräuterduft stützen nuancenreich die Mineralik und münden in einen satten, langen Nachhall.

Ein terroirgeprägter Tempranillo in reifer Phase; vor dem Genuss dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem und gegrilltem Rind, zu kräftigen Schmorgerichten sowie zu Pilzgerichten und gereiftem Käse.


Lage: Einzellage Las Guillermas (0,62 ha), Rioja Alavesa (Spanien); kalkhaltiger Lehmgrund, stark atlantisches Klima; über 60 Jahre alte Reben
Klassifikation: DOCa Rioja; Single-Parcel-Wein aus Tempranillo mit Viura (trocken)
Ausbau: kompromisslos natürliche Vinifikation, ungeschönt und unfiltriert abgefüllt; 2.075 Flaschen

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Weine

Weingut Andres Haardt Herzog Chardonnay 2024 BIO

Weißwein · Haardt (Pfalz) · Chardonnay

Chardonnay Haardter Herzog (Einzellage) Haardt · Pfalz (Mittelhaardt) Weingut Andres Kalkmergel trocken · ~25 hl/ha Barrique (neu & gebraucht) BIO · 2024

Der Weingut Andres Haardt Herzog Chardonnay 2024 ist ein präziser Lagen-Chardonnay von der Einzellage Haardter Herzog in der Pfalz. Die Lage verbindet Kühle durch das Klima mit Kalkmergel im Boden – die Grundlage für viel Frische, eine leichte Reduktion und Salzigkeit im Glas.


Haardter Herzog – Chardonnay vom Kalkmergel

Das Weingut Andres in Deidesheim wird seit 2015 von den Brüdern Michael und Thomas Andres in dritter Generation geführt. An der Mittelhaardt bewirtschaften sie ihre Lagen ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze (Umstellung 2016). Für ihren reduktiven, präzisen Stil – geprägt von Noten nach Feuerstein und Zündholz – werden die beiden in der Szene auch die „Flintstone-Brothers" genannt. Während die von Buntsandstein geprägten Lagen dem Riesling gehören, eignen sich die stärker kalkgeprägten Lagen rund um Neustadt-Haardt ideal für Chardonnay.

Der Haardter Herzog verbindet Kalkmergel im Boden mit der kühlenden Luft des nahen Waldes – ein Terroir, das dem Chardonnay lebendige Frische und Präzision schenkt. Strengste Selektion und sehr geringe Erträge (rund 25 hl/ha) sorgen für Konzentration und Tiefe.

Jahrgang 2024 – Pfalz

2024 war in der Pfalz ein Jahrgang mit reifer, aromatischer Frucht und lebendiger Säure. Die kühle Prägung des Haardter Herzog und der minimalistische, herkunftsbetonte Stil des Weinguts bewahrten Frische, Salzigkeit und Präzision – reife Frucht und mineralische Spannung im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Chardonnay von der Einzellage Haardter Herzog, Jahrgang 2024; 100 % Chardonnay vom Kalkmergel, ~25 hl/ha.

Nach schonender, selektiver Lese wird der Wein spontan mit den eigenen Hefen vergoren und teils in neuen, teils in gebrauchten Barriques ausgebaut. Diese Ausbauweise unterstützt die präzise Stilistik und verleiht dem Wein Tiefe und Struktur, ohne den Charakter der Rebsorte zu überdecken. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Viel Frische, dazu eine leichte Reduktion und Salzigkeit prägen das Bild: feine Noten von Feuerstein und Zündholz, gelber Apfel, Zitruszesten und ein Hauch Quitte, untermalt von einer kalkig-salzigen, fast maritimen Mineralität. Am Gaumen straff, kühl und sehr präzise, mit spürbarem Grip und feiner Struktur; das Barrique bringt Tiefe und dezente Textur, ohne zu dominieren, und mündet in einen langen, würzig-mineralischen Nachhall.

Feuerstein und Zündholz, gelber Apfel, Zitruszeste und Quitte über kalkig-salziger Mineralität – straff, kühl und präzise, mit feiner Barrique-Struktur und langem Nachhall.

Ein tiefer, strukturierter Chardonnay mit gutem Reifepotenzial; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gehaltvollen Fischgerichten und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Risotto- und Pastagerichten sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Haardter Herzog, Haardt/Neustadt, Pfalz (Mittelhaardt); Kalkmergel; kühlende Waldluft; strengste Selektion, ~25 hl/ha
Klassifikation: Lagen-Chardonnay, Pfalz (trocken); 100 % Chardonnay
Ausbau: schonende Selektivlese, Spontangärung, Ausbau teils in neuen, teils in gebrauchten Barriques; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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Schaumweine

Egly-Ouriet Les Vignes de Bisseuil Premier Cru Extra Brut

Der Egly-Ouriet Les Vignes de Bisseuil Premier Cru Extra Brut ist die Ausnahme im Pinot-Noir-Haus: 70 % Chardonnay, dazu je 15 % Pinot Noir und Meunier. Die Trauben wachsen auf einem Kreidehang in Bisseuil, direkt an der Grenze zu Aÿ.

Im Glas

Feine Perlen. Zitrone, grüner Apfel, reife Birne und etwas Mirabelle, dazu Röstbrot und Haselnuss aus der langen Hefezeit. Im Mund dicht und konzentriert, durch die erhaltene Apfelsäure aber gespannt wie eine Feder. Die Kreide macht ihn trocken und salzig im Finale. Mit Luft wird er immer vielschichtiger.

Mach was draus

Jakobsmuscheln in brauner Butter, Austern, Spargel mit Buttersoße oder ein gereifter Comté. Er bringt mehr Kraft mit als ein typischer Blanc de Blancs und hält auch bei cremigen Soßen mit. Schön für ein Frühlingsmenü, wenn der erste Spargel auf den Tisch kommt. Servier ihn bei 8 bis 10 °C und gib ihm Zeit im Glas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Ich würde ihn noch ein paar Jahre liegen lassen. In der Flasche wird er noch tiefer, das Warten lohnt sich.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie groß ist die Lage? Rund 1,5 Hektar am Südhang von Bisseuil, auf Kreide. Die Stöcke sind älter als 40 Jahre.

Warum ohne biologischen Säureabbau? So bleibt die frische Apfelsäure erhalten. Sie gibt dem kräftigen Chardonnay Zug und hält ihn lebendig.

70 % Chardonnay, 15 % Pinot Noir, 15 % Meunier · Premier-Cru-Lage in Bisseuil (Marnetal) · rund 1,5 Hektar am Südhang auf Kreide · Rebalter 40+ · Spontangärung im Holz (ca. 10 % neu) · ohne biologischen Säureabbau · ca. 48 Monate Hefelager · ungeschönt, unfiltriert · Extra Brut, 2 g/l Restzucker · Champagne Egly-Ouriet, Ambonnay · Stand: Oktober 2026

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Rebsorten

Markus Schneider Chardonnay

Saftiger, runder und leicht nussiger Chardonnay Typ. Wenig Säure, reintönig und klar. Das Burgund bekommt ein Zuhause in der Pfalz!

 

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Frankreich

Domaine Sylvain Cathiard Hautes Cotes de Nuits 2022

Rotwein · Bourgogne Hautes Côtes de Nuits · Pinot Noir

Pinot Noir Hautes Côtes de Nuits AOC Côte de Nuits 2022 mehrere Parzellen · Villers-la-Faye

Der Bourgogne Hautes Côtes de Nuits 2022 der Domaine Sylvain Cathiard et Fils ist die Haupt-Cuvée des Guts aus den Höhenlagen über der Côte – ein lebendiger, saftiger und vielschichtiger Pinot Noir mit der reinen Frucht und Präzision, für die diese Vosne-Mikro-Domaine berühmt ist.


Hautes Côtes de Nuits – Höhenlage über der Côte

Die Cuvée stammt aus mehreren Parzellen in der Gemeinde Villars (Villers-la-Faye) oberhalb der Côte de Nuits. Diese Höhenlagen liegen rund 1 bis 1,5 °C kühler als die Côte, was den Weinen Frische und Spannung verleiht; Kalkstein prägt den Untergrund.

Die in Vosne-Romanée beheimatete Domaine erwarb ab 2019 mehrere Hektar vor allem in den Hautes Côtes; rund zwei Drittel ihrer Fläche entfallen heute auf Regional-Appellationen.

Jahrgang 2022 – Hautes Côtes de Nuits

2022 war im Burgund ein warmer, sonnenreicher und trockener Jahrgang. Dank Wasserreserven aus dem Frühjahr kamen die Reben gut durch den heißen Sommer, sodass eine gesunde und großzügige Ernte eingebracht wurde.

Sébastien Cathiard begann bereits am 2. September zu lesen – früher als üblich –, was klassisch proportionierte Weine mit moderatem Alkohol ergab; dieser Wein erreichte natürliche 13,6 %, für die Höhenlagen ein bemerkenswerter Wert.

Vinifikation und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022.

Sorgfältige Selektion, vollständige Entrappung und eine lange Maischestandzeit von rund 20–30 Tagen. Der Ausbau erfolgt 15–18 Monate im Fass (überwiegend Tonnellerie Rémond), mit bewusst reduziertem Anteil neuen Holzes von etwa 20–25 % auf Regional-Niveau. Abgefüllt wird ungeschönt und unfiltriert; Bewirtschaftung ohne Herbizide (nicht zertifiziert).

Im Glas

Aromen von Kirsche und rauchigen Beeren, dazu eine etwas fülligere Himbeerfrucht. Am Gaumen mittelkräftig, lebendig und vielschichtig, mit fairer Länge und saftigem Kern; eine noch junge Holznote integriert sich mit etwas Reife. Ein klassisch proportionierter Hautes-Côtes mit Cathiard-Handschrift.

Lebendig, saftig und vielschichtig – reine Frucht aus den Höhenlagen über der Côte.

Bereits jung zugänglich; Trinkfenster etwa 2025–2030. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel, Schweinebraten, Pilzgerichte oder mittelkräftiger Käse. Ein unkomplizierter, vielseitiger Begleiter für die Alltagsküche auf hohem Niveau.


Lage: Bourgogne Hautes Côtes de Nuits; mehrere Parzellen um Villers-la-Faye, Höhenlage über der Côte, Kalksteinböden
Klassifikation: Régionale (Bourgogne Hautes Côtes de Nuits AOC)
Ausbau: Pinot Noir; 100 % entrappt, 20–30 Tage Maischestandzeit, 15–18 Monate Fass, ca. 20–25 % neues Holz, ungeschönt und unfiltriert · ohne Herbizide (nicht zertifiziert)

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Frankreich

Château Montrose St. Estèphe 2010

Rotwein · Saint-Estèphe · Cabernet Sauvignon · Deuxième Grand Cru Classé

Château Montrose Saint-Estèphe ist ein monumentaler Bordeaux-Rotwein und ein Deuxième Grand Cru Classé aus der Appellation Saint-Estèphe am linken Ufer der Gironde. Das Weingut zählt zu den Spitzenadressen des Médoc. Die Assemblage wird von Cabernet Sauvignon dominiert. Im Glas fast schwarz, dicht, facettenreich und sehr komplex.


Saint-Estèphe

Saint-Estèphe ist die nördlichste der großen Médoc-Gemeinden, bekannt für besonders kraftvolle, langlebige Rotweine. Château Montrose liegt auf einem Kiesplateau nahe der Gironde; die kies- und tonhaltigen Böden verleihen dem Wein Struktur, Dichte und Tiefe. Montrose ist ein Deuxième Grand Cru Classé (1855).

Assemblage und Ausbau

Die Assemblage wird von Cabernet Sauvignon dominiert, ergänzt um Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot. Der Wein reift im Barrique mit hohem Anteil neuer Eiche, was ihm Struktur, Würze und enormes Reifepotenzial verleiht.

Im Glas

Fast schwarzes, tiefes Rot. In der Nase intensive dunkle Frucht: dunkle Pflaumen, geschmortes Obst, schwarze Kirschen und Brombeeren. Am Gaumen dicht, facettenreich und sehr komplex; im Nachhall krautige Würze, fleischig und intensiv tanninig. Enormes Reifepotenzial.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine lange Belüftung im Dekanter ist zu empfehlen. Der Wein trägt über Jahrzehnte und gewinnt mit Reife an Harmonie.

Klassische Begleitung: Rind, Lamm, Wild und geschmortes Fleisch.


Lage: Saint-Estèphe, Médoc (Bordeaux); Kies/Ton
Klassifikation: Saint-Estèphe AOC – Deuxième Grand Cru Classé (1855)
Ausbau: Cabernet Sauvignon-dominiert, Barriqueausbau (hoher Neuholzanteil)

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Rebsorten

Maxime Crotet Vin de France Pinot Noir 2025

Rotwein · Vin de France · Pinot Noir

100 % Pinot Noir deklassiertes Lesegut aus dem Burgund Vin de France 2025 Ganztraubengärung gebrauchte Fässer SO₂ minimal bei der Füllung

Der Maxime Crotet Vin de France Pinot Noir 2025 ist ein reinsortiger Pinot Noir aus burgundischem Lesegut, das bewusst als Vin de France gefüllt wird. Mit ganzen Trauben spontan vergoren, im gebrauchten Holzfass ausgebaut, nur zur Füllung minimal geschwefelt: leicht, frisch und lang, mit zarter Himbeerfrucht und einer Säure, die den Wein in Bewegung hält. Maxime Crotet arbeitet seit 2021 unter eigenem Namen in Beaune, nach acht Jahren bei Frédéric Cossard in Saint-Romain.


Burgundisches Lesegut, bewusst deklassiert

Die Trauben für diesen Wein stammen aus dem Burgund und dürften als Bourgogne AOC gefüllt werden. Crotet verzichtet darauf und deklariert den Wein als Vin de France – die Kategorie ohne geografische Herkunftsangabe unterhalb von AOP und IGP. Eine solche Deklassierung ist in Burgund kein Qualitätsurteil, sondern eine Entscheidung für Freiheit: Wer als Vin de France füllt, ist an kein Lastenheft gebunden – weder bei der Zusammenstellung der Parzellen noch bei der Vinifikation noch bei der Verkostungsprüfung, die eine Appellation verlangt. Gerade Weine, die bewusst leicht, hell und ungeschminkt gemacht sind, fallen bei solchen Prüfungen gelegentlich durch das Raster.

Maxime Crotet besitzt bislang keine eigenen Weinberge. Er kauft Trauben – keine Moste, keine Fassweine – bei Winzern, deren Arbeit und Vorstellung vom Reifezeitpunkt er teilt, und begleitet sie über das Jahr im Weinberg. Parzellen sieht er selbst an, die Arbeiten spricht er ab, den Lesetermin entscheidet er mit. Das Lesegut ist damit nicht zugekauft im üblichen Sinn, sondern von der Vegetationsperiode an mitgestaltet.

Seit 2022 liegt der Schwerpunkt seiner Einkäufe im Burgund, über feste Verträge unter anderem in Maranges, in den Côte de Nuits-Villages und im Mâconnais; vinifiziert wird zentral in seinem Keller am Boulevard Clemenceau in Beaune. Eine neue Kellerei außerhalb der Stadt ist im Bau, der Kauf erster eigener Rebflächen in Planung.

Jahrgang 2025 – Burgund

Der Jahrgang 2025 war im Burgund ein frühes Jahr. Nach einem milden Winter setzte der Austrieb zeitig ein, und die Vegetation blieb den ganzen Sommer über dem Kalender voraus. Ende Juni traf eine erste Hitzewelle in die Blüte und sorgte für ungleichmäßigen Beerenansatz; Mitte August folgte eine zweite, die die Reife noch einmal beschleunigte. Lokal richteten Hagelzellen im Frühjahr Schäden an.

Die Lese begann zwei bis drei Wochen früher als gewohnt. Der Trockenstress hielt die Beeren klein, das Verhältnis von Schale zu Saft lag entsprechend hoch – beim Pinot Noir heißt das mehr Farbe und mehr Gerbstoff als in kühleren Jahren. Regen um den Monatswechsel August/September machte die späteren Lesetage schwierig; wer früh gelesen hatte, brachte gesundes Material mit erhaltener Säure ein. Die Mengen fielen deutlich größer aus als im sehr kleinen Jahrgang 2024, schwankten aber stark von Parzelle zu Parzelle. Dass dieser Wein trotz des warmen Jahres leicht und frisch ausfällt, ist das Ergebnis von früher Lese und zurückhaltender Kellerarbeit.

Ganze Trauben, spontane Gärung, gebrauchtes Holz

Reinsortiger Pinot Noir, Jahrgang 2025. Die Rotweine von Crotet vergären mit ganzen Trauben, je nach Lesegut mit karbonischem Einfluss: Ein Teil der Beeren bleibt intakt, die Gärung beginnt in der geschlossenen Beere. Das betont Frucht, Duft und Saftigkeit statt Extraktion. Vergoren wird spontan mit den weinbergseigenen Hefen; während Gärung und Ausbau kommen weder Reinzuchthefen noch Enzyme hinzu.

Ausgebaut wird im gebrauchten Holzfass, das kein Aroma mehr abgibt, sondern nur einen langsamen Sauerstoffkontakt liefert. Schwefel setzt Crotet in minimalen Mengen ein, um den Wein stabil zu halten – in der Regel erst zur Füllung. Geschönt und filtriert wird in der Regel nicht. In einem warmen, dichten Jahr wie 2025 ist diese zurückhaltende Machart die richtige: Sie hält den Pinot hell und beweglich, statt die Konzentration des Jahrgangs noch zu verstärken.

Im Glas

Helles, klares Rubinrot. In der Nase zarte Himbeerfrucht, dazu ein floraler Ton und eine leicht würzige Note von den Stielen. Am Gaumen leicht und frisch gebaut, mit einer Säure, die nicht an einer Stelle sitzt, sondern durch den ganzen Mund zirkuliert und den Wein packend macht, ohne ihn spitz werden zu lassen. Feinkörniges Tannin, kein Fassaroma. Der Abgang ist lang und bleibt lange am Zäpfchen stehen.

Leicht im Körper, lang im Abgang: Die Säure hält diesen Pinot in Bewegung, die Himbeere bleibt zart.

Bei 14–16 °C servieren, kühler als Zimmertemperatur – zu warm verliert der Wein seine Leichtigkeit. Eine halbe Stunde offen genügt, dekantieren ist nicht nötig. Trinkreif ab sofort und über die nächsten Jahre; bei minimaler Schwefelung empfiehlt sich konstant kühle Lagerung.

Am Tisch

Zu Charcuterie und Terrinen, gebratenem Geflügel, Kalb und Pilzgerichten. Die Leichtigkeit und die Säure tragen auch Fisch: Lachs vom Grill, Thunfisch, Forelle mit Rote Bete. Ebenso zu Linsen mit Wurst und jungem Weichkäse. Ein Wein für den Alltagstisch, der leicht gekühlt auch im Sommer funktioniert.


Produzent Maxime Crotet, Négociant-Vinificateur, Beaune
Rebsorte 100 % Pinot Noir
Lage Burgund · deklassiertes Lesegut von Partnerwinzern, die Crotet über das Jahr im Weinberg begleitet
Klassifikation Vin de France · trocken
Jahrgang 2025
Vinifikation Ganztraubengärung mit karbonischem Einfluss · Spontangärung · ohne Reinzuchthefen und Enzyme
Ausbau gebrauchte Holzfässer · Schwefel minimal zur Füllung · in der Regel ungeschönt und unfiltriert
Trinkempfehlung jetzt bis 2030

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