Detailbeschreibung
Champagner · Montagne de Reims · extra herb (Extra Brut)
Der Emmanuel Brochet Le Mont Benoit L2023 ist ein Champagner aus einer einzigen Parzelle: Le Mont Benoit in Villers-aux-Nœuds an der Montagne de Reims, bepflanzt mit Pinot Noir, Meunier und Chardonnay. Emmanuel Brochet vergärt spontan im Fass und füllt ihn extra herb ab. Das Kürzel L2023 steht für die Lese 2023; laut Etikett ist der Champagner „non millésimé“, trägt also keine Jahrgangsangabe.
Le Mont Benoit – eine Parzelle auf Kreide in Villers-aux-Nœuds
Villers-aux-Nœuds liegt südwestlich von Reims am Nordrand der Montagne de Reims. Le Mont Benoit ist ein sanfter, nach Südosten geneigter Hang auf 90 bis 150 Metern Höhe. Unter einer Auflage aus Schluff, Ton und Kalk liegt Kreide: Am Hangfuß ist die Auflage rund 60 cm dick, oben nur etwa 20 cm.
Die ältesten Reben im oberen Teil wurden 1962 gepflanzt; der untere Teil wurde Mitte der 1980er-Jahre neu angelegt, nachdem Frost die Reben geschädigt hatte. Pinot Noir, Meunier und Chardonnay stehen in derselben Parzelle und kommen gemeinsam in die Cuvée.
Emmanuel Brochet übernahm die Rebfläche der Familie 1997 und füllte 2002 seinen ersten eigenen Champagner. Er bewirtschaftet 2,5 Hektar, nahezu alles in Handarbeit, und erzeugt nur wenige tausend Flaschen im Jahr. Die Domaine ist Bio-zertifiziert (Ecocert), FR-BIO-01.
Jahrgang 2023 – Champagne
2023 brachte der Champagne eine sehr große Ernte. Der Mehltau blieb bis zum Farbumschlag weitgehend unter Kontrolle. Ende Juli setzte jedoch starker Regen ein, eine kühle, nasse Phase dauerte bis Mitte August und brachte Anfang August erste Botrytis. Danach stiegen die Temperaturen wieder, Anfang September folgte eine Hitzewelle. Die Lese lief in den meisten Lagen vom 4. bis 20. September.
Die Trauben waren im Schnitt 220 Gramm schwer – ein Rekord für die Champagne. Möglich gewesen wären 15.000 bis 17.000 kg/ha, erlaubt waren 11.400 kg/ha; die Winzer konnten also streng auslesen. Die Mostgewichte lagen niedriger als in den Vorjahren. Der Chardonnay kam gesund und reif herein, bei Pinot Noir und Meunier war die Reife ungleichmäßiger und verlangte genaue Selektion. 2023 ergibt saftige, fruchtbetonte Grundweine mit moderatem Alkohol.
Vertikalpresse, Barrique, wilde Hefen
Die drei Rebsorten werden von Hand gelesen und in kleinen Partien auf einer traditionellen Vertikalpresse gepresst. Der Most gärt spontan mit wilden Hefen in Barriques, die zwischen neu und zwölf Jahre alt sind, und reift dort rund elf Monate. Die Trauben stammen ausschließlich aus der Lese 2023.
Schwefel wird nur in kleinen Mengen beim Pressen und nach der malolaktischen Gärung zugesetzt. Für die zweite Gärung in der Flasche nutzt Brochet seine eigenen Hefen. Gefüllt wird unfiltriert und ungeschönt; nach dem Hefelager wird degorgiert und extra herb (Extra Brut) mit rund 2 g/l Dosage verschlossen.
Im Glas
Hellgold mit feiner Perlage. In der Nase gelber Apfel, Birne und rote Johannisbeere, dazu Brioche, Haselnuss und eine kreidige Note. Am Gaumen saftig und mittelgewichtig: Pinot Noir gibt Struktur, Meunier Frucht und Würze, Chardonnay die Frische. Das Fass gibt Textur ohne Holzgeschmack, der Abgang ist trocken und salzig.
Drei Rebsorten aus einer Parzelle auf Kreide, spontan im Barrique vergoren und mit eigenen Hefen in der Flasche: Champagner von 2,5 Hektar.
Wir empfehlen, ihn bei 9–11 °C im Weißweinglas zu servieren und ihm etwas Luft zu geben. Unsere Trinkempfehlung: jetzt bis 2032.
Am Tisch
Zu Jakobsmuscheln, Steinbutt oder Lachs, Brathähnchen, Pilzrisotto und Schinken aus der Champagne. Beim Käse zu Chaource, Brie de Meaux oder jungem Comté.